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Jüdische Rundschau · 1937-08-20 · Heft 66 (20.8.1937) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 66 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seife 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 66, 20. VW.!937 Die zionistische Beamtenschaft Niemals hat sich bisher die Zionistische Organisation in ausreichendem Made mit dem Problem der zionistischen Beamtenschaft beschäftigt. Diese Frage wird jetzt möglicherweise besonders aktuell. Es gibt heute schon in Palästina in allen zionistischen Institutionen fast 1000 Beamte, dariiber hinaus in den öffentlichen Körperschaften, Banken usw. eine noch größere Anzahl. Nicht zu vergessen sind schließlich die mehrere tausend Köpfe zählende zionistische Beamtenschaff in mehr als 50 Ländern der Welt. Sicher hat nur ein kleiner Prozentsatz dieses großen Beamtenstabes die Laufbahn nach genügender Vorbereitung ergriffen. Immer war es ein Zufall, daß Dieser oder Jener zionistischer Beamter wurde. In Palästina sind es zu einem großen Teil alte Zionisten, die auf Grund ihres Zionismus Beamte wurden. ln der Golah ist es nicht viel anders, jedoch spielt hier die Umwelt eine nicht zu unterschätzende Rolle. In den letzten Jahren ist in Palästina eine neue Schicht in wichtige Stellen eingerückt, aber hier ist das Gegenteil festzustellen. Menschen wurden engagiert, die vielfach eine gute Ausbildüng genossen haben, die aber in ״Zionismus“ und seinen besonderen Problemen oft unbewandert sind. In der Zionistischen Organisation fehlt bisher die leitende Stelle für Fragen dieser Art. Die Organisationsabteilung müßte sich damit beschäftigen, und nicht nur für die 200 Angestellten der Agency, sondern für den gesamten Apparat der Zionistischen Organisation, für die Institutionen, die Fonds, die Banken und nicht zuletzt für die Schlichim und leitenden Beamten der Organisation in der Golah. Kein Beamter sollte von einer Organisation zur anderen oder gar von einem Land zum anderen engagiert werden, ohne daß diese Stelle davon Mitteilung erhält und sogar aktiv daran beteiligt: ist. Bedingung dafür ist natürlich, daß mit dem z. T. geübten Pritizip, wonach Anstellungen nach Parteischlüsseln erfolgen, gebrochen wird. Allen paiteipolilischen Kämpfen muß der Beamte standlialten können, uiibecinfhißbar in politischen Idingen sein. Alan kann nicht .Menschen nur von ,.Koalition zu Koalition" anstellcn. Viele durchaus geeignete Menschen scheuen sich, auch nur an die Bcamteiilaufbahn zu denken. Sie fürchten aus nicht von liniert abhängemlen Gründen entlassen zu werden. Es muß ihnen die .Möglichkeit eröffnet werden, bei angemessenem Oe• halt (sonst verlassen sie bei erster Gelegenheit die Organ i» Kation) auf/usteigen, eine ausreichende Ausbildung und Pension zu bekommen. Eine Beamtenlmchsehule muß geschaffen werden. Ihre Aufgabe wird es sein, Menschen ausztibilden, die dann in der Organisation an den für sie bestimmten Posten besebäftigt weiden. Fine solche Ausbildung muß je nach der Art drei bis fünf Jahre dauern. Wir müssen drei Kategorien unterscheiden: .Menschen, die in Palästina in die Verwaltung gehen wollen und sollen, Menschen, die in die Golah für die Dauer gehen und schließlich Schlichim, die eine Verbindung zwischen Erez Israel und Golah sein sollen. Für jede der Gruppen muß ein besonderer Ausbiidtingsplati aufgestcllt werden. Ausgaben bringen auch wieder Einnahmen! Jedes Unternehmen hat einen Propag.indaspesensat/. Dieser war bisher bei uns in bezug auf die Ausbildung von Beamten lächerlich gering. Durch ihr Wissen und ihre Ausbildung werden die Absolventen einer Beamtenhochscliule viele unnütze •Ausgaben einsparen können, andererseits werden sie durch ihre geniigendc Vorbereitung auch viele neue Einnahmequellen hringen. Eine Subvention der Hochschule seitens der Zionistisehen Organisation, des KKL, des KH, der Anglo-Palestine- Bank und weiterer Organisationen wird sich gewiß lohnen. Felix Isaak, Jerusalem Raw Kuk und das Schmitta - Jahr Anläßlich des wieder aktuell gewordenen Problems der Arbeit in den Kolonien während des jetzt beginnenden Stilmitta-jaInes (.$. ״Jüdische Rundschau“ Nr. öl) erinnert, wie uns aus Tel Aviv geschnellten wird, D. N'. Brinker in einem Ciedcnkartikel für Raw Kuk im ״Haare/.“ an die Kämpfe um das Srhmitta-Jahr im Jahre 1911, die den religiüsen Jiscliuw bewegten: Schon im Jahre 1887 veröffentficht Rabbiner S. Mobilewer, R. J. Kutner und R. S. Klappfisch mit Zustimmung des Rabbiners ji/chak Elchanan aus Kowuo eine Erlaubnis (״Hetor“) für die Kolonisten in den jungen Kolonien Palästinas, den Boden 711 bearbeiten. Aber dic.'C Entscheidung wurde von den orthodoxen Kreisen, insbesondere von den Rabbinern von Jerusalem, nicht anerkannt, und der Kampf um die Aufhebung des Arbeitsverbots erneuerte sich immer wieder. Als 1011 der Streit wieder aktuell wurde, erließ Raw Kuk ■— damals Rabbiner für iaffa und die Kolonien -י neuerlich einer! Heter für die wiemisten, ihrer Arbeit nach/ugelicn. Die Rabbiner' von Jerusalem bekämpften die.se Entscheidung mit allen Mitteln, mit Pamphleten und Plakaten, Broschüren und Erlassen in den Straßen von Jerusalem und den Synagogen. Sie vorboten die Arbeit und jede Art von Genuß der Früchte im Selmiitta-Jahr. Allem Raw Kuk war eine überragende Autori* tat in aller! Fragen, welche die mit dem Lande zusammenhängenden Gebote betrafen, und große Rabbiner wie R. Schinue! Salant, R. Cliajun Berlin, R. Elijahu Dawid Rabbi■ nowitz-Tcumim hatten Kuks Vertrautheit mit allen Geboten, welche Palästina betreffen, anerkannt. So setzte sich trotz dem Kampfe von Jerusalem im Jahre 1911 die Ansicht Kults, die er in seinem Buch ״Schabbat haarez“ (1910) vertreten hatte, durch, und auch die Kolonisten von Petach Tikwah und Ekron, die früher auf seiten der Jerusalemer Rabbiner gewesen waren, betrachteten seine Entscheidung als endgültig. — Brinker weist darauf hin, daß Kuk bei seiner Ent- Scheidung nicht durch talmudLsche Gründe allein bestimmt wurde, sondern auch und vor allem durch seine tiefe Liebe zum Lande und zur Kolonisation. Kuk zeichnete seine Briefe ״Diener des heiligen Volkes im Heiligen Lande“, und das blieb er bis an sein Lebensende. Dr. Else Lewertoff-Thalheimer ist in die Direktian des bisher von Harry Blumberg allein geleiteten Konservatoriums ״Tel Aviv“ eingetreten. Das Gordonhaus in Deganiah Deganiah behütet ein Grab, dessen Grabesplatte die Inschrift: ״Diener des Menschen und der Natur“ trägt. In diesem Jahre jährte sich zum 15. Male der Todestag A. D. Qordons, der dort begraben liegt. Er war einer der roßen Erzieher der nach Erez Israel strebenden jüdischen ugend. Er war nicht vom Typus jener Prediger, die ihren eigenen Prinzipien nicht folgen. Was er von anderen forderte, erfüllte er zuerst in eigener Person. Die 18 Jahre seines Lebens in Erez Israel, das er erst im 49. Lebensjahre betrat, waren damit ausgefüllt, der Idee, daß die Arbeit die wesentlichste Aufgabe der Juden in Erez Israel sei, mit letzter Hingabe durch persönliches Beispiel und mit der Kraft seines Wortes zu dienen. — Deganiah, wo er lebte und arbeitete, beschloß, sein Andenken durch den Bau des Gordonhaus es zu ehren. Der Gebäudekomplex des Schulwerkes der Emek-Hajarden-Wirtschaften ist um einen schmucken zweistöckigen Bau vergrößert worden. Das Weiß des Hauses, umrahmt von dem satten Grün der Bäume des Ruppingartens und des Pardess der Schulkinder, leuchtet in die weife Tallandschaft. — Verpflichtung dem Werke A. D. Gordons gegenüber veranlagte große Teile der Arbeiterschaft und ihre Institutionen, insbesondere aber die Kwuzoth zur frei will!- gen Beteiligung an der Errichtung des Hau• 8es, sei es in Form von Geldspenden oder zur Verfügung- Stellung von Arbeitskräften. — in großen Zimmern sind die Sammlungen untergebracht. Ein Zimmer, der Gordonraum, enthält all das, was mit dem Namen und dem Werke A. D. Gordons verbunden ist: Rdder, Photographien, Hand- Schriften, seine Schriften im Erstdruck, eine Bibliographie all dessen, was über ihn oder im Zusammenhänge mit seinen Schriften veröffentlicht wurde. Lese- und Bibliothekzimmer sind selbstverständlicher Bestandteil des Hauses. Ein Raum dient als Laboratorium, in dem die Besucher des Gordonhauses seihst die mannigfachsten Untersuchungen vornehmen können. Und damit ist auch schon die Aufgabe des Oordonhauses charakterisiert. Es soll als Treffpunkt und Lehrhaus all denen dienen, die sich mit Landwirtschaft bescliäftigen und die Natur des Landes kennen lernen wollen. In einfacher und gedrängter Form versucht es, die Natur des Landes einzufangen. Für die palästinensische Schule wird jetzt ein neuer Anreiz bestehen, als Ziel ihrer Ausflüge da» so gerne aufgesuchte Jordantal zu wählen. Eine Holzbaracke, gleich neben dem Haus, lädt Schiilergruppen für einen 8- bis!!•!tägigen Studienbesucli in Deganiah ein. Auch für die 100 Jungen und Mädchen der Jugendalijah aus Deutschland, die in diesen Tagen ins Laue! kommen werden, wird da» Beth-Gordon einer der Mittelpunkte ihrer kulturellen Arbeit werden. In erster Linie bemühte man sich, das gesamte hebrSische Schrifttum aut dem Gebiete der Natur und Landwirtschaft hier zu sammeln, ferner eine Bibliographie aller hebräischen Broschüren und Aufsätze über die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft zmammenzustellen. -- Die botanische Sammlung kann bereits ate ziemlieh umfassend betrachtet werden und gibt Kenntnis von allen in Erez Israel verkommenden Pflanzen._ Interessant in dieser Herbariuinsaminlung ist der Versuch, in einer besonderen Abteilung die Pflanzen, die in Bibel und Talmud beschrieben wurden, zu zeigen. Verwirrend ist die Fülle der Kulturpflanzenschädlinge, die man zu Gesicht bekommt Aber außer diesen Schädlingen zählt die entomologische Sammlung bereits Hunderte von Exemplaren. Auch über die Beschaffenheit des palästinensischen Bodens und Klimas kann man viel Belehrendes erfahren. Die Fauna des Land(» findet selbstverständlich hier ebenfalls ihren Plafz. — Die Abteilutig Wirtschafts- und Siedlungsstatistik der jüdischen Kokmisatkmswarte soll den Kontakt mit dem in ständiger Vorwärtsentwicklung befindlichen landwirtschaftlichen Jischuw hcrstellen. Es war und ist keine leichte Aufgabe, die sich die Chawerim von Deganiah mit der Errichtung des Oordonhauses stellten und deren Realisierung sie übernommen haben._ Die Arbeiten sind so weit fortgeschritten, daß im Herbst dieses Jahres mit der Eröffnung gerechnet werden kann. Chanan Berko wit z, Deganiah Die armen Schichten Jerusalems Das Tammus-Heft der ״Jediot al awoda sozialit be-erez jisrael“ (Mitteilungen über die soziale Arbeit in Palästina) bringt einen Aufsatz von Dr. K. Frankenstein über die Lage der Kinder der armen Volksschichten in Jerusalem. Der Verfasser hat seine Untersuchungen in den ersten Monaten des laufenden Jahres durchgeführt. 2492 Wohnungen wurden von ihm bearbeitet. Er gibt uns ein Bild von der kulturellen und sozialen Lage der orientalischen Gemeinden. 45 °/0 der behandelten Familien sind im Lande geboren oder vor dem Weltkrieg eingewandert, 22 0/0 kamen nach dem Kriege bis zum Jahre 1927 und der Rest in den letzten Jahren. Nur selten wird in den Familien hebräisch gesprochen. Bei Jemeniten und Sepharden kommt es oft als ״zweite Sprache" vor, seltener bei den Bucharen. Wenig hat sich das Hebräisch bei den Kurden durchsetzen können, während bei entwickelteren Gemeinschaften die jüngeren Ehepaare sich meist um die Erlernung des Hebräischen nemühen. Die Frauen der orientalischen Gemeinden sind meist Analphabetinnen. Besser ist schon der Zustand unter denen von ihnen, die in Palästina geboren sind und zum Teil die Volksschule besucht haben. Die Männer haben zum mindesten den Cheder besucht, was freilich für die Parsen und Kurden auch zum gioßen Teil nicht zufrifft. Beruflich sind diese Menschen meist Schwarzarbeiter, Lastträger, Chausseearbeiter, Gehilfen im Handwerk oder in den Läden, aber auch Hausierer und Almosenempfänger. Unter den Sepharden ist die Zahl der Handwerker relativ groß; die älteren Bucharen und Parsen sind häufig Hausierer; die Kurden sind zu 70 0/0 Arbeiter. Bei den Kurden und Jemeniten arbeiten meist auch die Frauen. In den Wohngegenden dieser Schichten gibt es wenig Kindergärten. Nur 50 «/« der Kinder zwischen 7 und 13 Jahren besuchen die Schule, und nur ein kleiner Teil über das Alter von 13 Jahren hinaus. Ein Teil von ihnen besucht die Schulen der Mission. Ueber den Besuch der Missionsschulen durch jüdische Kinder schreibt, wie uns aus Tel Aviv berichtet wird, H. Swet im ״Haarez“: Unter 2500 jüdischen Schulkindern besuchen hundert die Missionsschulen. Der Grund ist wohl hauptsächlich in der Befreiung vom Schulgeld zu suchen, das für die armen Schichten sehr belastend ist. Häufig wird auch von seiten der Eltern als Grund angegeben, daß Fremdsprachen angeblich ln den Schulen der Mission besser erlernt werden. Dieser Behauptung sollte unser Erziehungsdepartment nachgehen. Die meisten Kinder für die Missionsschulen liefern die Sephardim, die großen Wert auf die Kenntnis fremder Sprachen legen. Die Aschkenasim schicken nur Mädchen in die Missionsschulen, die Söhne besuchen den Cheder. Die Fälle, wo Söhne aus aschkenasischen Familien Missionsschulen besuchen, sind selten, und meist ist dann die Mutter Sephardin. Von den Bucharen werden die Missionsschulen kaum besucht. Der Hafen von Tel Aviv Jerusalem, 16. August. (JTA.) In Tel Aviv wurde ein mit einem Kostenaufwand von 20 000 Pfund errichtetes neues städtisches Schulhaus vom High Commissioner Sir Arthur Wauchope feierlich eröffnet. Bei dieser Gelegenheit sprach der High Commissioner auch über den Hafen von Tel Aviv und teilte mit, daß die Regierung die Genehmigung zur Ausladung von Waren jeder Art und in jeder Menge In dem Hafen erteilt habe. Demnächst werde die Regierung auch eine Liste von Hafenbeamten bestätigen. Der High Commissioner gab der Hoffnung Ausdruck, daß in seinen weiteren Verhandlungen mit Bürgermeister Rokach alle noch schwebenden Fragen, darunter die der Landung von Passagieren, einer positiven Lösung zugeführt werden würden. Tel Aviver Musikbericht Die Sommerkonzerte des Palästina-Orchesters nehmen ihren Fortgang. Im ״Gan-Rena“ stellte sich Abraham Dau» als Orchester-Dirigent vor. Das Programm brachte die Ouvertüre zur ״Diebischen Elster“, Webers ״Aufforderung zum Tanz“ in der Instrumentierung von Bcrlioz, ״Russische Tänze“ von Tscherepnin. Besonders schön gespielt wurde das Adagietto aus der Suite ״L’Arlesieime“ von Bizct (als Musik zu Daudets gleichnamigem Schauspiel komponiert), die jedoch als Abschluß des Abends ein wenig langatmig wirkte. Mozarts Konzert Nr. 3 in Es-dur für Horn und Orchester trug dem ausgezeichneten Solisten Horst Salomon starken Beifall ein, an dem der Dirigent Daus, der die Sympathien de» Publikums zu gewinnen wußte, gleichermaßen beteiligt war. Im ausverkauften ״Beth Haam“ hörte man vom Palästina- Orchester unter Leitung von Michael Taube einen ״Wiener Abend“. Das Konzert wurde zum größten bisherigen Erfolg der Sommer-Saison. Der erste Teil brachte Mozarts Ouvertüre zur ״Entführung“, fünf Menuette von Schubert, Divertimento D-dur von Mozart. Der zweite Teil: ״Fledermau»- Ouvertüre“ und ״Geschichten aus dem Wiener Wald“. Der Beifall war nach dem Schlußstück des Programms, Sujapd» Ouvertüre zur ״Schönen Galathea“, so stark, daß ein. Teil dieser Ouvertüre wiederholt wurde. Das Orchester war im Zusammenspiel und in den Solopartien hervorragend in Form und stand sichtlich unter dem Eindruck der energischen und musikalisch feinsinnigen Stabführung Taubes. Die palästinensische Komponistin Verdina Schlonsky, die wiederholt als besondere Begabung auffiel (u. a. durch Schaffung einiger sehr rhythmischer Kompositionen für ״Matate“, durch ihre Musik zur Ohel-Aufführung von ״Herodes und Marianine“), wurde von Morris Schwarfz beauftragt, die Musik für die nächste Premiere seines New-Yorker Jiddischen Theaters zu komponieren. Es handelt sich um ein Stück von I. Singer, dem Verfasser von ״Josche Kalb“, da» unter dem Titel ״Brüder Aschkenasi" den gegensätzlichen Lebensweg zweier Brüder beschreibt. Das Stück spielt in den Jahren 1827—1917. Ihre Aufgabe hat Verdina Schlonsky, wie die Demonstrierung des Klavier-Auszuges bewies, trefflich gelöst. Ein tragisches Leitmotiv jüdischer Klangfärbung geht durch die Komposition und wird dramatisch gesteigert. Eine jüdische Hochzeit liefert den Anlaß für temperamentvolle ״Chasscne-Tänze“ und ״Fröhlichs“. Die Ouvertüren zum ersten und zweiten Teil bilden, in Verschmelzung der Motive und ausgezeichnet in den Uebergängen, eine musikalische Vorbereitung der Handlung. Das Werk ist für Bläser, Streieher, Klavier und Schlagzeug instrumentiert und darf, unabhängig von seiner Bedeutung als Zweck-Musik, als selbstän* diges musikalisches Gebilde Interesse beanspruchen. Manfred Oei* Die Einnahmen der Regierung Jerusalem, August. (JTA.) Nach dem neuesten Bulletin der Statistischen Abteilung der Palästina-Regierung betrugen die Einnahmen der Palästina-Verwal״ t u n g im ersten Vierteljahr des laufenden Rechnungsjahre« (April bis Juni) 1 164 000 Pfund im Vergleich zu 932 000 Pfund in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die Regierung hat 1 087 000 Pfund, 210 000 Pfund mehr als im vorigen Jahr, ausgegeben■ Die Ausgaben im Mai betrugen allein 427 000 Pfund; in ihnen ist der erste Zuschuß zu den Verteidigung»- kosten des Empire enthalten. Der Verwaltungsüberschuß der Palästinaregierung hat sich damit Ende Juni auf 4 924 000 Pfund erhöht (Schluß des Palästinateils) Hier •«iickntU•« und •ln1«ndon! An den Jüdischen Kulturbund E.V., Berlin SW19, Kommandantemtraße 57. Hierdurch erkläre ich meinen Eintritt in den Jüdischen Kulturbund Berlin E-V zum monatlichen Mitgliedsbeitrag von RM 2.65 (Einmalige Einichreibegebühr RM 0.50). Der Austritt kann nur bis zum 30. Juni mit Wirkung zum 30. September jeden Jahres erklärt werden. Das Mitglied hat das Recht, zw«] Bundesveranstaltungen monatlich zu besuchen, und zwar eine Theatervorstellung (Schauspiel bzw. Oper) und ein Konzert bzw. einen Vortrag. Die Mitgliedskarte Ist nicht übertragbar. (Sflr!•de» יי v Mitglied I»t ■In« Elnlrlttierklärung autzwfSIl•«) Durch meine eigenhändige Unterschrift versichere ich gleichzeitig, Jude (im Sinne der Reichsgesetze) zu sein Nam•! Adresse: ftrnrvf»

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