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Jüdische Rundschau · 1937-08-20 · Heft 66 (20.8.1937) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 66 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 66, 20. AUGUST 1937 Steigende Unsicherheit Verordnung über die Hule-Konzesslon Jerusalem, 19. August. (JTA.) Das palästinensische Amtsblatt hat den Entwurf der Verordnung über die Hule- Konzession (Huleh Concession Bounderies Ordinance 1937) veröffentlicht, in dem Entwurf wird zwischen einem ״reservierten“ und einem ״unreservierten“ Komessionsgebiet unterschieden. Diese Einteilung beruht auf einem bei dem Distriktskommissar für den Norddistrikt hinterlegten und von dem Kommissar für Boden und Vermessungen unterzeichneten Vermessungsplan vom 22. Juli 1937. Die Verordnung sieht die Eintragung des nichtreservierten Konzessionsgebletes in den Bodenkataster von Safed vor. Nacli der Verordnung macht sich jeder strafbar, der ohne schriftliche Erlaubnis der Konzessionäre (der Palestine Land Development Company), denen die vorher im Besitz der Syro-Qtteniar Agricultural Company Ltd. befindliche Kon- Zession am 3. Oktober 1934 übertragen worden ist, in dem unreservierfett Konzessions-Gebiet Botten besetzt, bestellt oder irgendwelche Rechte aiisübt. Zuwiderhandelnde werden von dem Gebiet־ entfernt lind mit sechs Monaten Gefängnis oder 50 Pfund Geldstrafe oder beiden Strafen bestraft. Die den Konzessionsverbänden /!!stehenden Rechte und Privilegien, Entwässerungen, Gewinnung von Land und andere in der Konzession in Betracht gezogene oder vorgeschriebene Arbeiten durch/uführen, werden durch die Verordnung gewahrt. Die ursprüngliche, im Juni 1830 von der Kaiserlich- Ottomanisehcn Regierung, Muhammed Omar Baylioum und Michel Sursock, die die Syro-Ottoman Agricultural Ltd. bildeten, gewährte Konzession für die Trockenlegung der jetzt Hille-Gebiet genannten Böden enthielt gewisse Bestimmungen über ein Gebiet von etwa 10 000 türkischen Dunam, die von der dort ansässigen Bevölkerung angeblich urbar gemacht worden waren. Im Einvernehmen mit den Konzessionären hat der High Commission«!־ entschieden, daß aus dem Konzessionsgebiet eine Fläche oder einzelne Flächen im Gesamtausmaß von höchstens 15 772 metrischen Dunam ausgeschieden werden sollen, die 11. a. dazu dienen sollen, die jetzt aut anderen Teilen des Konzessionsgebietes Siedelnder! ansässig zu machen, während den Konzessionären das übrige Gebiet ־zur sofortigen freien Verfügung überlassen wird. Das erstere Gebiet wird als ״reserviertes“, das letztere als .,unreserviertes“ Konzessionsgebiet bezeichnet. Das reservierte Gebiet soll die oben erwähnten rund 10 000 türkischen Dunam einschließen. Für Annäherung der Völker Man schreibt uns aus Tel Aviv: Der palästinensische •Jude Dr. J. Ben-See w, der als Dozent an der ägyptisehen Universität in Kairo wirkt, veröffentlicht im ״Haarez“ •einen Aufruf unter der Ueherschrift ״Machen wir den Antilg zum Friedenswerk!‘': Wenige Tage vor der Veröffentlichung des Berichtes der Kommission brachte eine angeschene ägyptische Zeitung einen Aufrul von mir, in dem ich den Arabern vorschlug, die Juden zu einer Round-Table- Konferenz in einer der Hauptstädte des Islam einzuladen. Obgleich viele arabische Kreise meinen Vorschlag energisch bekämpften, kann ich doch berichten, daß er an maßgebenden Stellen in Aegypten, Syrien und iin Irak Aufmerksamkeit erregte. Verschiedene arabische Zeitungen brachten entsprechende Artikel, ln jüdischen Kreisen fand ich Gleichgiiltigkeit. Ich muß annehmen, daß unsere Skeptiker der Ansicht des Peel-Berichts /!!stimmen, ״dafl die Mandatsregicrung sich 17 Jahre um Verständnis lind Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern bemüht hat, ohne daß ihr das glückte“. Wir alle kennen das Verhalten der Mandatsregierung in dieser Frage, aber man kann ihr nicht die alleinige Schuld an dem fehlenden Verständnis zwischen den Völkern zuschieben. Auch wir haben cs an energischen Schritten in dieser Sache fehlen lassen. Wir könnten noch heute zur kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit kommen. Wir haben uns mit Erklärungen bei Kongrossen und mit Aufrufen begnügt. Zit Taten sind wir nicht geschritten. Ich schlage vor, daß die zionistische Leitung meinen Vorschlag oder einen ähnlichen offiziell sich zu eigen macht, um der arabischen Welt in dieser furchtbaren Stunde unseren Willen zu friedlicher Zusammenarbeit kundzutun. Ich beantrage ferner die Ernennung einer in der Araberfrage sachverständigen Kommission, die die betreffenden Fragen klären und der Zionistischen Exekutive Vorschlage unterbreiten soll. Ich möchte auch noch die offen!- liehe Aufmerksamkeit auf die Frag« der Evakuation lenken, die von der Kgl. Kommission angeschnitten worden ist. Wir müßten erklären, daß wir einer derartigen Politik nicht zusammen können. Wenn Palästina gegen unsere Ansicht geteilt werden soll, so stimmen wir dem Vorhandensein einer arabischen Minderheit in unserem Lande zu, wie wir auch für die Juden das Wohn- und Siedlungsrecht in den arabischen Ländern fordern. Sonst können wir die Teilung keinesfalls annehmen, denn sie würde zwischen uns und dem arabischen Volke einen Abgrund aufturi. Der rumänische Kriegsminister wird in diesen Tagen in Palästina zu einem kurzen Besuch eintreffen. Jerusalem, 16. August, (JTA.) Bei Jerusalem ist es nachts zu einem Feuergefecht zwischen einer Polizeipatrouille und einer bewaffneten Araberbande gekommen. Es wird vermutet, daß ein Araber verwundet winde. Der Polizei fielen ein Gewehr und 41 Patronenmagazine in die Hände. Auf ihrem Rückzug feuerte die Bande weiter, ohne jedoch jemanden zu treffen. Ungefähr zu gleicher Zeit wurde von dem arabischen Dorf Kuh ei ha mit Polizeiunterstiitzung der Angriff einer uniformierten arabischen Bande abgewehrt. Ein mit Gewehr und Munition ausgerüsteter Araber wurde gefangen genommen. Er trug die Uniform eines Hauptmanns der britischen Armee. Arn Atontaginorgen ist in B e i s a n ein arabischer Polizist erschossen ward cn. Bei Bat 11 Schlomo ist ein Jude beim Pflügen des Feldes von einer bewaffneten Araberbande überfallen worden. Die Araber spannten die Maultiere aus und trieben sie fort. Eine Polizeiabteilung holte die Bande ein und nahm ihr die geraubten Maultiere wieder ab. Die Angreifer sind jedoch entkommen. In der Nähe des arabischen Dorfes Mejdal wurden nach einem Zusammenstoß mit der Polizei zwei Mitglieder einer bewaffneten Araberbande gefangen genommen. Die Siedlung Ar za ist in der vergangenen Nacht von einer arabischen Bande angegriffen und heftiger Beschießung ausgeset/4 worden. Polizei lind jüdische I lilfspolizei erwiderten das Feuer und schlugen die Angreifer zurück. Vor der Polizeistation in Safed explodierte eine Bombe ohne Schaden anzurichten. Auch in Dschenin wurde in der Nähe der Polizeistation eine Bombe entdeckt. Die Polizei hat unter den Führern der extrem nationalistischcn arabischen Elemente weitere Verhaft uugen vorgenommen. Zehn Führer, unter ihnen mehrere Mitglieder des Streikkomitees, wurden nach Akko vorbannt. Der arabische Agitator I bn Darwisch und einige seiner Genossen sind von der Polizei unter dem Verdacht, terroristische Aktionen vorbereitet zu haben, verhaftet worden. Die erste palästinensische Fluglinie Wie bereits in Nr. 62 mitgeteilt wurde, is! zudschen Ludd und Haifa die erste Fluglinie der ,,Palestine Airways" eröffnet worden. Der erste Pilot der Linie ist Capt. Andrews. Foto; H. Oruihkei 3wt11n11u111f111!!1111111111111n11H11111111111u״n1m111״nnn11m11111111111111111M111!1t1111111111111n1!1111t11111111111m11111in1iM11i1111 Wirtschaftliche Möglichkeiten Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: Fm ״Dawar“ schreibt H. Fr uink in: Selbst in diesen Monaten der politischen JUnsicherheit haben wir auf dem Gebiete der Wirtschaft Fortschritte gemacht. Die Siedlungsbewegung schreitet rort, neue Siedlungen sind entstanden und etwa tausend .Mensehen haben sich in dieser Zeit auf dem Lande niedergelassen. Jetzt wird in Tel Aviv die neue große elektrische Kiatt- Station errichtet. Auch Erweiterungsbauten im Hafen und neue Industrieimternehmungen stehen bevor. Die negativen Er• scheint!ngen werden vielfach zu düster angesehen. So umfaßte die Touristik der Monate Mai, Juni, Juli nur 12 000 Menschen, die das Land verließen. Wirklich ausgewandert sind nur etwa hundert monatlich. Die Lähmung im Wirtschaftsleben wäre durch eine verstärkte initiative zu lindern und teilweise zu beseitigen. So könnte man jetzt den Rau der Chausseen in Angriff nehmen, die unsere Siedlungspunkte mit den Haiiptchausseen verbinden sollen. Das würde ungefähr 2000 Arbeiter beschäftigen. Die zionistische Bewegung müßte verstellen, die Mittel für diese Arbeiten aufzubringen, die im Laufe der Zeit auf jeden Fall gemacht werden müssen. Ebenso fehlen in unseren Wirtschaften dringend Wirtschafts- und Wohngebäude. Könnten diese Arbeiten jetzt durchgeführt werden, so winden sie weitere tausend Arbeiter beschäftigen, In den Städten fehlen uns Gebäude für Massenwohnungcn. Vielleicht sind dort Gebäude für Geschäftszwecke jetzt nicht rentabel, aber gerade bei der Das Dis k i n s - Waisenhaus in Jerusalem hat vom Distriktskommissar den Auftrag erhalten, zum 1. September 40 Zimmer zu räumen, die für die Unterbringung militärischer Verstärkungen dienen sollen. In Palästina ist eine (ieheimorganisation ״Heilige Hand“ gegründet worden. Die Organisation richtet ebenso wie die ״Schwarze Hand“ an reiche Araber Droh- und Erpressungsbriefe. So wurde der bekannte Scheich N b U Kisch ek aufgefordert, 300 Pfund als Sühne für die Vermittlung von Bodenkäufen /wischen Arabern und Juden zu erlegen, anderenfalls man ״mit ihm kurzen Prozeß machen“ werde. Ein ähnliches Schreiben erhielt der arabische Scheich M u s a f a r. * Der Jerusalemer Korrespondent der ״Times“ vom 18.8. berichtet, daß die Behörden alle Anstrengungen machten, die Verschlechterung der öffentlichen Sicherheit zu verhindern. In den letzten Tagen sind etwa ein Dutzend Verhaftungen vorgenommen worden, darunter der Generalsekretär des Arabischen Komitees in Jerusalem. Die letzten Verbrechen seien verschiedener Art gewesen. Relativ wenig 1 Vberläilte erfolgten auf Juden. Fs gab mehrere planmäßige Angriffe auf die Polizei, z. B. den Mord an einem Polizisten 111 Beisau und eine Salve auf eine Poli/eiabteiluug 111 einen! Dorf bei Nablus. Bei einem (icfecht mit der Polizei im < 1:1 z:1-l)ist 1 ikt wurden zwei Mann verwundet und vrrliafn t. In anderen Fällen, wo ein politische'• Motiv erkennbar Dt, waren die Opfer a r a b i s e 11 e I. a 11 d e i g e 11 t 11!11 e r, die Fand verkauft oder den Verkauf an luden vermittelt haben sollen, sowie ferner Personen, die Informationen an die Polizei gegeben haben sollen. IN gibt aber auch eine Reihe von Fallen, wo das Motiv einfach kkmberei war, Fs besteht Veranlagung zu glauben, daß sowohl die politischen wie auch die übrigen Kriminalfalle durch <lie ver-!1 ä 11 n i s m ä ß i g e St r a f lost g k e i t e 1־ m u t igt worden sind, mit der die Verbrecher bisher rechnen konnten. Die Polizei steht vor ein! r whwvren Aufgabe, Die Verhaftung Verdächtiger ist sicherlich eines der wirksamsten Absehreekungsmittel, aber schnelle und schwere Bestrafung würde sehr viel helfen. Fuge der Wohnungen ist das Bedürfnis nach solchen Gebänden groß. Man konnte ein Kreditinstitut für Ma.ssensied-!!mg ins Leben rufen, das günstige Kredite gibt. Auch solche Unternehmungen werden vielen Arbeitern Brot geben. Man müßte auch jetzt mit der Ausnutzung der! Ittiekonzession beginnen, die Hundert(: von Arbeitern beschäftigen würde. Auch der Hafen von Tel Aviv birgt noch neue Arbeits« möglich keifen. Die Szold-Siedlung Der Name von Henrietta Szold, der auf dem XX. Zionistenkongreß außergewöhnliche Ovationen entgcgengchracht worden sind, ist für immer mit dem Werk der Jugendalijah aus Deutschland verbunden. Um einen Dank für die Betreuerin der jüdischen Jugend aus Deutschland in Frez Israel abzustatten, taue! zu Rosclt Haschanah 1933 unter dem Patronat der Reiclisvcrtretiing, der Berliner Jüdischen Gemeinde und der jüdischen Landesverbände eine Sammlung des Keren K a j e tu c 111 I. e j i s r a e I statt, aus deren Mittel der Boden ftir eine S i e d I 11 n g a u f d e 11 N 3 m e n von Henrietta s /old erworben werden sollte. Dieser Plan ist in diesen Tagen verwirklicht worden. Fine Gruppe von Cliaiti/im ans Deiitsi lilaml, mit ihnen die erste Gruppe der Jtigeml-Alijah, die ihre zweijährige Ausbildungszeit in Frez Israel beendet bat, hat den Boden der neuen Siedlung östlich von Gedera h in Besitz genommen und eine Schutzmatter als erstes Bauwerk errichtet. Der Stand der Banken Man schreibt uns aus Tel Aviv: Der ״Haare/“ behandelt die neuesten statistischen Veröffentlichungen der Regierung über das Bankwesen in Paln-tina: Ende Mai duues (,־ihres betrugen die Depositen in den Bankett mehr als!7 Millionen Pfund. Die Differenz gegenüber dem Vorjahr war unbedeutend (nur C 70110 weniger). Fs hat also in dic-cm schweren Jahre der Unruhen und der Unsicherheit wegen der politisehen Zukunft des Landes k e i n w e s e 11 t i 1 0 11 e r A b - f I u (1 des Kapitals aus Palästina stattgeiunden. Man muß annehmen, daß der (iroliaufeil der Koni cn Besitzer Juden sind, und daß ihr uncrschuttcrtcs Vertrauen zur Zu- Kunft Palästinas für den Stand der I )Inge den Ati.-srhlag gibt. Interessant ist auch die Feststellung, daß von diesem Geld in diesem Jahre B II OHl01 >0 in den großen Banken deponiert war, gegenüber F 14 700 001) im Vorjahre. Dagegen wuchs der Betrag der in den kooperativen Feihkassen flinterlegten Gelder von B 2009(MH> auf 2 2 000 00!) an. Diese kooperativen Leihkassen sind fast alle jüdisch und finanzieren alle möglichen Unternehmungen (vielfach Bauten), die der Belebung des Arheitsmarktes dienen. Hingegen kommen die 14 Millionen Pfund, die in den großen Banken deponiert sind, der Entwicklung des Landes kaum zugute. Noch nicht einmal die Kunden der großen Banken ziehen nennenswerten Nutzen aus diesem Gehle, denn diese Bankett gehen nur 1—DA 0/0 Jahreszinsen. Das Problem ist also, diese Riesens tt m men n 1t t z b a 1׳ / tt m a c h e n. LANDSCHULHEIM Kristinehov, Ltg. Dr. L. Posener, Västraby per Löberöd SUDSCHWEDEN für Jungen und Mädchen von 10 bis zu 16 Jahren Körperlich• Ertüchtigung Gymnastik / Spart / Wandern ERZIEHUNG und AUSBILDUNG Reisekosten ab Berlin nur RM 27.- Wissenschaitl. Unterricht: Sprachen, Naturwissenschaft usw• Praktische Ausbildung Gartenbau / Tischlerei / Schneidern PALÄSTINA-VORBEREITUNG Monatlicher Pensionspreis RM 80.- Jk h. ־Mt- ■-3'r׳-*" <י ־■ *1יft. 4A

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