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Jüdische Rundschau · 1937-08-20 · Heft 66 (20.8.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 66 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 66, 20. VIII. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 5 Dr. /׳. Rottenstreidis Kongreßreferats Die industrielle Lage Palästinas Es wäre ein großer Fehler, wollte der Kongreß nicht Stellung nehmen zu der Zollpolitik der Mandatsregierung, welche die gesamte Wirtschaft von Erez Israel schädigt. Es gibt unmögliche Fälle und Erscheinungen im Wirtschaftsleben von Erez Israel. Länder, welche Waren im Werte von mehr als ,£ 1 000 01)0 in Erez Israel absetzen, halten sich nicht für verpflichtet, die Kontingente, die sie anderen Ländern gewähren, aus Erez Israel abzunehmen. Wir müssen den Absatz unserer Orangen in einer Reihe von Ländern, die große Lieferanten ihrer Waren nach Erez Israel sind, geradezu erbetteln. Die Orangenpflanzer kämpfen schwer um den Absatzmarkt, aber wenn sie zur Regierung kommen, an sie appellieren, um Hilfe rufen, sprechen sie zu tauben Ohren. Wenn man jetzt von einer Krise im Pflanzungswesen von Erez Israel redet, so muß ich sagen: Die Krise besteht in erster Linie deshalb, weil die Regierung den Pflanzern keine Absatzmärkte sichert. Ebenso schwer leidet die Industrie. Und die Mandatsregierung tut gar nichts. Die Schwierigkeiten der Industrie erhöhen sich noch deshalb, weil unsere Industrie kein genügendes Umsatzkapital hat. Wenn wir in letzter Zeit die Lage der Industrie betrachten, so sehen wir, daß die Politik des Abseitsstehens aufhören muß. Wir müssen der Industrie Kreditinjektionen geben, damit sie existieren kann. In den letzten zwei Jahren haben wir es mit Hilfe der APC. versucht, der Industrie zu ermöglichen, daß sic in der schweren Krise ein wenig Atem schöpfen kann. Für die kleine und mittlere Industrie war an langfristigen Krediten — die lange Frist betrug drei Jahre — früher insgesamt ein Betrag von £P 15000 aufgewendet worden. Wir haben diesen Kredit auf £P 75 000 erhöht. Das ist sicher zu wenig, aber bei dem allgemeinen Budget und bei dem Budget der Abteilung für Handel und Industrie, dessen höchste Jahresziffer £P 4500 betrug, war es unmöglieh, mehr zu geben. Hätte nicht der Mifal Bizzaron spezielle Gelder für diesen Zweck zur Verfügung gestellt, so hätten wir keine Interventionspolitik führen können. Die Industrie in Erez Israel kann die Konkurrenz des ausländischen Imports nicht aushalten, da die auswärtigen Regierungen ihren Industriellen langfristige Warenkredite zur Verfügung stellen. Wir müssen alle wissen, daß die Zukunft in der Industrialisierung liegt und daß nur durch eine große Industrie eine entsprechende Immig r a t i o n gewährleistet werden kann. Die Logik der Tatsachen sagt uns, daß der Art. 18 des Mandates, den die Peelkommission als ein Unglück für das Land erklärt hat, unhaltbar ist. Die neue Exekutive muß für seine eheste Abänderung kämpfen. Wenn der heutige Zustand bestehen bleibt, dann wird ein großer Teil der Wirtschaft zusammenbrechen, denn er hat nicht mehr die Kraft, die Wirtschaftspolitik der Regierung, die auf Kosten unserer Existenz betrieben wird, aufrecht zu erhalten. Der Jischuw versteht gut, daß seine Zukunft von einer Erweiterung der industriellen Möglichkeiten abhängt. Er wird seine Wirtschaftspositionen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Kräften verteidigen. Er hat jetzt schon eine speziehe Organisation geschaffen, die Zentrale für die Landesproduktfon, und diese von der Exekutive unterstützte Institution weckt im Lande das Verständnis dafür, daß man vor allem palästinensische Ware kaufen muß. Die Schulkinder vor allem verstehen die Sache, und die Institution bemüht sich zusammen mit den Lehrern, dieses Verständnis bei den Schulkindern zu stärken. Der Tozeret- Haarez-Gedanke ist aber auch ein Appell an die Juden der verschiedenen Länder. Die Produkte, die Palästina heute ins Ausland senden kann, sollen überall von den Juden der Importländer verlangt, immer stärker verlangt werden. Und nun ein Wort an das einwandernde Kapital: nicht gebahnte We!׳e gehen, sondern neue Industrien schaffen! Es hat keinen Sinn, Unternehmungen aufzubauen, welche schon bestehender! Industrien Konkurrenz machen und diese und sich selbst ruinieren — neue Gebiete müssen erschlossen werden! Wir haben in diesem schlechten Jahr einen Import von £ 13000000 gehabt und mindestens für £ 3 000 000 hiervon hätten Waren im Innern hergestellt werden können. Der Kongreß muß auch ein starkes Wort in bezug auf die Regierungsaufträge sagen. Die Regierung importiert eine Menge Artikel, die irn Lande hergestellt werden können, und kauft fast gar nichts im Inlande. Die zahlreichen bisherigen Interventionen von unserer Seite haben noch nichts genützt und wir haben einen energrclietr Kampf zu führen, um bei der Regierung das Bewußtsein zu wecken, daß es so nicht weitergehen darf. Wir sind —• auch das muß hier gesagt werden — wohl das einzige Land der Welt, dessen Regierung sich nicht ernstlich um die Wirt• schaft ihres Landes kümmert. Setzen wir schon einmal in Jerusalem Zollerleichteriirigen irn Interesse einer neuen Industrie durch, so dauert es bis zur Bestätigung von seiten Londons manchmal drei Jahre und inzwischen geht die betreffende Fabrik zugrunde. i'olo; An:h1 Das neue Akti<ms~Comit£ Das auf dgm Kongreß gewählte neue A.-C. hat folgende Mitglieder: a) Virllisten Dr. Meyer Ebner, H. Farbstein, J. Freeman, J. Naiditsch, Miß Henrietta Szold, Dr. Stephen Wise. b) Vertreter der Parteien t. Von der Arbeiterpartei: Berl Kaznelson, Jizchak Tabenkin, Israel Mereminski, Salman Rubaschoff, Berl Locker, Josef Sprinzak, Ing. S. Kaplansky, Abraham Harzfeld, Levi Szkolnik, David Remez, Jakob Uri, Schnurei Dajan, Josef Baratz, Melech Neustadt, Dov Hos, A. Zisling, Israel Idelsohn, Oolda Meyerson, Baruch Zuckermann, Chaim Qrinberg, Dr. Arje Tartakower, M. Jarblum, Dr. A. Silberschein, A, Bialopolski, Anselm Reiß, Dr. Jakob Hellmann, David Wertheim, Meir Jaari, Jakob Chasan, Elieser Prai, Ada Fischmann. 2. Von der Welt Vereinigung Allgemeiner Zionisten: A. Bernardt, L. Braude, Lazar Ettingen, Jacob Fishman, D. Florentin, Abc Goldberg, Rev. J. K. Goidbioom, Rab. Israel Ooidstein, Dr. M. Kleinbaum, M, Kolodny, Dr. Mossenson, Dr. I. Roseriblatt, Dr. J. Rufeisen, Z. Schocken, Mrs. de Sola Pool, Mrs. Shoolman. 3. Vom Misrachi: Raw Meir Berlin, Raw Seew Oold, Raw Samuel Brod, Rabb. Dr. Jakob Hoffmann, A. Gailmann, Sch. S. Schragai, A. Kestenbaum, Jakob Grünberg, Adv. S. Wahrhaftig, Raw E. N. Nejfeld, Adv. Isidor Epstein. 4. Vom Weltverband der Allgemeinen Zionisten: Dr. ■J. Schwarzbart, J. Suprasky, Dr. Emil Schinorak, Dr. Chaim Bogratschoff, Ing. Naftali Landau, Dr. Oskar Griinbaum. 5. Von der Judenstaatspartei: Meir Grossmann, Jona Macliower. 6. Aus Deutschland: Jehuda Kurt Bluinenfeld, Dr. Hans Friedenthal, Dr. Michael Traub, Dr. Paul Sulzberger. Das ״Kleine Aktions-Comite“ Das neugewählte Aktions-Comite ist unter dem Vorsitz von M. M. U s s i s c h k i n am Montagabend zu seiner ersten Sitzung zusammengetreten. Nach der Konstituierung des Präsidiums fand eine Aussprache über die Wahl des sogenannten ״Kleinen Aktions-Comites“ statt. Es ergaben sich hierbei Meinungsverschiedenheiten. Einige Mitglieder sprachen sich gegen die Wiederwahl des ״Kleinen Aktions-Comites“ aus, da diese Einrichtung zur Folge habe, daß die Mehrheit der Aktions-Comitd-Mitglieder der unmittelbaren Arbeit entzogen wird und über wichtige Entwicklungen und Ereignisse nicht genügend informiert ist. Die Aussprache führte zu dem Beschluß, das ״Kleine Aktions-Comite“ zu erweitern. Es wird jetzt dreißig Mitglieder umfassen. Die Wahlen in das ״Kleine Aktions-Comite“ wurden sofort vorgenommen. Die politische Kommission Das Zionistische Aktions-Comitd hat eine aus sieben Mitgliedern bestehende politische Kommission eingesetzt, die in London die Zionistische Exekutive bei der Behandlung politischer Angelegenheiten unterstützen soll. Der Kommission gehören Professor L. B. Nam i e r, Harry Sacher, Lord M e I c h e 11, Rabbi Meir B e r - 1 i n, Berl Kaznelson und Leonard Stein an. Als siebentes Mitglied wird in die Kommission ein Amerikaner eintreten, entweder Rabbi Stephen S. Wise oder Professor Felix Frankfurter. Die Entscheidung hierüber wurde vom Aktions-Comite auf Wunsch von Rabbi Wise den amerikanischen Zionisten überlassen. Kongreß- und Ehrengericht Es wurden gewählt zu: Mitgliedern des Kongreßgerichtes: Dr. Markus Cohn, Dr. Fritz Eckstein, Dr. Theodor Weißelberger, Dr. Michael Ringel, Dr. Josef Rufeisen, Dr. A. Silberschein, Dr. Samuel Spann, Dr. Josef Wachmann. Stellvertreter des Kongrcßanwaltes: Dr. Saul Sokal. Mitgliedern des Ehrengerichtes: Raw S. Assaf, Dr. Hermann Badt, Iscliak Berger, Dr. Schmuei Friedmann, Adv. A. Hartglas, Richard Lichtheim, Weew Shoham, Samuel Ussischkin, Dr. Israel Waldmann, Dr. Oskar Wolfsberg. Konferenz des Keren Hajessod Am 15. August fand, vom Direktorium des KH einberufen, eine Konferenz der auf dem Kongreß anwesenden ehrenamtlich und hauptamtlich tätigen Mitarbeiter des KH statt. Direktor Dr. Arthur H antke konnte Vertreter aus 23 Ländern begrüßen. Nach den leidenschaftlichen politischen Debatten des Kongresses sei es, sagte er einleitend, dringend notwendig, an die unabweislichcn Notwendigkeiten Palästinas und der täglichen Arbeit zu denken. Die Arbeit für den KH müsse sofort einsetzen, um das Ziel der nächstjährigen Kampagne, 600 000 Pfund, zu erreichen. Es ist dringend notwendig, daß die gesammelten Beträge rasch nach Palästina gelangen. Diese Grundgedanken, Erhöhung der Einkünfte des KH und rasche Abführung der Sammelergehnisse, unterstrich der nächste Redner, das Mitglied der Exekutive, Elieser Kaplan, durch eine knappe Darstellung der jetzt in Palästina infolge —MAGISTER KIRSCH—. Der gute Likör Maglator-Llkörfabrlk, Manchen VII. In Berlin zu btzith. durch di• I WeIngroShündlung Bernhard Brauer, BurgatraÖ« 3 / Ruf: 6143 40 der politischen Unsicherheit herrschenden Verhältnisse. Die Exekutive stehe vor dringenden Aufgaben, wie Ankurbelung der Wirtschaft, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Ausbau der in den letzten Monaten neu begründeten Siedlungspunkte und Verstärkung aller Sicherheitsmaßnahmen. Josef Sprinzak, von den Erfahrungen beim Mifal Bizzaron ausgehend, forderte die Mobilmachung aller Kräfte, um die jüdischen Massen aufzurütteln. Der Direktor des KH, Kurt Blumenfeld, wies darauf hin, daß man durch zielbewußte Werbung in jedem Juden das Bewußtsein seiner persönlichen Verbundenheit und Verantwortung für das Palästinawerk wecken und ihn zu tatkräftiger Hilfe bewegen könne. Remez schlug vor, daß alle Zionisten sofort nach dem Kongreß sich der KH-Arbeit widmen, damit die Exekutive ungesäumt in den Besitz der notwendigen Mittel fiir die jetzige Uebergangszeit, bis zur Herstellung eines neuen Status, gesetzt werde. Nahum Herr mann, Paris, erklärte, daß der Umkreis der für den KH zu Gewinnenden noch stark ausgedehnt werden könne. Mr. Sil ver man (Amerika) betonte die Bereitwilligkeit der amerikanischen Juden, gerade jetzt zu helfen. Zuletzt gab H a r z f e 1 d eine Schilderung des zielbewußten Anfbaudranges im Jischuw. Dr. Hantke schloß die Tagung mit der Feststellung der einmütigen Zustimmung aller Anwesenden, der Aufforderung des KH-Direktoriums und der Exekutive ungesäumt Folge zu leisten und in der entscheidenden Uebergangszeit der Avantgarde des jüdischen Volkes in Erez Israel die Mittel zum Durchhalten beizustellen. Das neue Budget Da* Budget der Jewlsh Agency für das nächste Jahf wurde ln der Höhe von 365 000 Pfund angenommen. Dia wichtigsten Budgetposten sind: Kolonisation 75 000 Pfund, Alijah und Hachscharah 34 000 Pfund, Arbeit und Arbeiterwohnungen 35 000 Pfund, Politisches Department 25 000 Pfund, Erziehung und Kultur 28 000 Pfund, Ausgaben des Keren Hajessod 23 000 Pfund, Amortisation von Anleihen 50 000 Pfund, Handel-, Industrie- und Wirtschaftsressort 10 500 Pfund, Für religiöse Institutionen 1500 Pfund, Verwaltung 13 000 Pfund, Verwaltung der Londoner Exekutive 9000 Pfund, Abteilung für die Ansiedlung von .luden aus Deutsch• land 30 000 Pfund, Verschiedene andere Ausgaben 9500 Pfund, Reserve 9000 Pfund. Außer diesem Budget der Jewish Agency wurde noch ein Budget der Zionistischen Exekutive in der Höhe von 30000 bis 40000 Pfund jährlich bewiliigt, das durch den Ertrag der Sche k e 1 akt ion gedeckt werden soll. Kongreßreferat von Hanna Steiner,■ Die Arbeit der WIZO Der erste Teil des Kongresses war der Politik der Zio nistisdren Organisation gewidmet. I!1 der Erörterung der raktischen Fragen des Aufbaus unseres Landes möge die timme der Weltorganisation Zionistischer Frauen gehört werden, welche ein Ganzes von 85 000 Frauen darstellt, die in der praktischen Arbeit vereinigt sind. Auf unserer letzten Weltkonferenz haben wir an unsere Mitglieder einen starken Appell gerichtet, indem wir die Verpflichtung unserer Mitglieder, den Schekel zu zahlen, neuerlich bestätigten lind zur Verstärkung der Schekelarbeit bis zum nächsten Kongreß aufforderten. Die VC'rzo ist dazu berufen, die Verbreitung von Tozereth Haarez in der Galuth zu organisieren. Deshalb hat in der letzten Konferenz die Wizo cs als ihre Aufgabe proklamiert, ihren Einfluß in allen Frauenfragen der Galuth auf das jüdische Leben und seine kulturellen und sozialen Angelegenheiten auszuüben, wodurch die moralische Bedeutung der Wizo auf allen jüdisehen Gebieten gehoben wird. Das Problem der Hachscharah in der Galuth beschäftigte die Wizo in der vergangenen Arbeitsperiode. Die Mitarbeit an Hachscharah uitd Alijah, die immer bedeutungsvoller wird, je stärker sich die Auswanderung aus der GaliitH vollzieht, ist in fast allen Ländern, wo eine Alijah stattfindet, von den Föderationen der Wizo in Angriff genommen worden. Die 9. Weltkonferenz der Wizo hat beschlossen, ein Kooperationssystem auszuarbeiten, welches die Zusammenarbeit der Föderationen der Wizo mit den Chaluzvcrbänden der Länder bestimmen soll. Die Wizo hat sich in den Dienst des KK L und des KH gestellt, sie war die erste, welche ihre Kräfte für den Mifal Bizzaron zur Verfügung stellte. Vom ersten Augenblick an, da wir unsere Arbeit in Erez Israel begannen, haben wir uns auf die Hachscharah, die Umschichtung und Ausbildung von Mädchen und Frauen für die Land- und Hauswirtschaft kon/enfriert. Wir haben erkannt, daß die Ausbildung der Frau für das landwirtschaftliche Leben in Erez Israel die Grundlage des Aufbaus ist. Deshalb haben wir eine enge Zusammenarbeit mit der Moazath Flapoaloth in der praktischen Arbeit gesucht und gefunden. In den Institutionen, die wir gemeinsam mit der Moazath Hapoaioth führen, ermögliehen wir bis zu 500 Mädchen die Hachscharah. Es ist hierbei Pflicht, fcstzustellen, daß in unseren sowie in diesen gemein- Samen Institutionen Mädchen aller Richtungen Platz finden. Mehr als 2000 Mädchen, welche hier ihre Hachscharah gefunden haben, stehen jetzt in der Arbeit in allen Sietilungsformen des Landes. Die Wizo nimmt seit einigen Jahren an der Ausbildungsarbeit für städtische Berufe teil, die einerseits zur Aufnahme von Frauen in das Erwerbsleben beitragt, anderseits sie für neue Berufe, die sich auf dem Arbeitsmarkte als rentabel erwiesen haben, ausbildet. Wir haben bei unserer Weltkonferenz beschlossen, daß vom Instruktionsdepartement unserer Palästina-Exekutive in gewissen Zeitabständen Untersuchungen über der! Arbeits markt für Frauenberufe angestellt und auf Grund dieses Materials Ausbildttngskurse in Verbindung mit praktischer Arbeit organisiert werden. Wir werden die Arbeit der Fachkurse fortführen und auch die Frage der Fortbildüng 14— 17jähriger Mädchen des Jischuw gründlich überprüfen lassen, um auch die Lösung dieses Problems in Angriff zu nehmen. Dank den besonderen Erfolgen auf dem Gebiete der Hachscharah hat die Wizo gemeinsam mit der Moazath Hapoalolh 500 besondere Zertifikate erhalten und ist dadurch in die Lage versetzt worden, die Einwanderung praktisch zu fördern. Wir haben etwa 50 Prozent dieser Zertifikate für Mädchen aus Deutschland verwendet. Unser Arbeitsprogramrn erstreckt sich naturgemäß auf das Gebiet der Hauswirtschaft. Unsere Schule fiir Haus- Wirtschaft haben wir zu einer der modernsten Institutionen umgewandelt. Von ihr gehen Reformen für die allgemeine Ernährungslehre aus, und von hier werden W'anderlehrerinnen in alle Kolonien gesandt. Die konstruktive soziale Arbeit fiir Mutter und Kind, die einen besonderen Teil unserer praktischen Betätiung bildet, erstreckt sich auf das Gebiet der geschlossenen äuglingsfürsorge und der Mütterberatung. Sie ermöglicht den Müttern die gleichzeitige Ausübung ihrer Tätigkeit im Wirtschaftsleben und ihrer Verantwortung als Mutter. In der sozialen konstruktiven Arbeit hat die Wizo in ihrer Landesföderation in Erez Israel eine starke Mitarbeiterin, die ihr Programm nach der! Tendenzen der Welt- Organisation entsprechend den unmittelbaren Erfahrungen aus dem sozialen Leben des Jischuw formt. Die Errichtung eines Departementes für alle Fragen der praktischen Frauenarbeit in Erez Israel ist eine Forderung, die wir neuerdings mit allem Nachdruck vertreten. Seit den 17 Jahren ihrer Existenz gibt die Wizo ihren Anteil am Aufbauwerke des Landes und hat Erez Israel an materiellen Werten eine halbe Million Pfund zugeführt. [ f0r T«־«PP®n. Lüden, Anschllge kostenlos Großes Lager In Cocos-, ■11 ■■■ Zimmer und Küchen 1■ Reler. / Gegr. 1892 Boucl«■ u. Velourllufern Fritz Stoehr Memhardstr. 18 frOhar• MOnzstr. 17 Ruf: S1 1tM — 67

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