Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 66 (20.8.1937)
- Date
- 1937-08-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 66, 20. VIII, 1937 Die Council-1 agung Der Council der Jewish Apencv versammelte sich Mitt* woc 11 vormittag in der Tonhalle. Zahlreiche nichtzionisti- *che Delegationen sind eingetroffen, insgesamt sind 112 nichtzionistische Gounctl-Mitglieder anwesend, dazu körnmen 107 Zionisten. Auf der Estrade hat die Exekutive der Jewish Agency Platz genommen (zu den vom Zionistenkongreß Gewählten kommen noch Dr. Karpf, I)r. Senator und Dr. Hexter als Vertreter der Nichtzionisten). Den Vorsitz, führt Lord Melchett. Audi einige Mitglieder des Administrative Committee sitzen auf der Tribüne, darunter Prof. Speyer (Brüssel), Lady Reading (die Schwester Lord Melchetts) u. a. Um 10.30 Uhr eröffnet Lord Melchett die Tagung. Er dankt der Versammlung für seine Wahl zuin Vorsitzenden lind spricht herzliche Worte der Begrüßung. Dann bittet er den Council, sich zum Andenken an die Toten der letzten zwei Jahre zu erheben. Der Vorsitzende begrüßt dann Mr. A I i a n, den Charge d’affaires Großbritanniens, der aus Bern zur Tagung des Councils der Jewish Agency gekommen ist. Mr. Allan erwidert in einer kurzen Begrüßungsansprache. Das Wort erhält Sally Meier zu einer Begrüßung namens der Schweizer Judenschaft. Sodann folgen die Referate von W ei?.mann, Ru pp in und Kaplan. Dr. Wei/ninnn berichtet kurz und zusammenfassend über die Ereignisse und die Tätigkeit der letzten zwei Jahre und erörtert sodann den P e e 1 - ß e r i c h t, die Vorschlage über die künftige Palästina-Politik und die vom Zionistenkongreß angenommene Resolution. Die anderen beiden Redner legen die wirtschaftlichen Gesichtspunkte dar. Mit Rücksicht darauf, daß es sich sachlich um Dinge handelt, die bereits beim Kongreß besprochen und von uns wiedergegeben wurden, können wir von einem Abdruck absehen. In der Naclimittagssitzung beginnt die Debatte mit der mit Spannung erwarteten Oppositionsrede von Felix Warbürg (USA). Felix Warburg gegen Welzmanns Antrag Felix Warbnrg, von lebhaftem Beifall begrüßt, gedenkt zunächst der seit der Gründung der erweiterten Jewish Agency In Zürich Id'i'J verstorbenen Toten und fährt (eng* lisch sprechend) fort; Der Traum von Schönheit und wahrer Hilfe, dem wir ■eit jenen Tagen von 192V Wirklichkeit zu geben versuchten, soll nunmehr grausam reduziert werden. Ich gehe nicht auf die Weltanschauung von Zionisten oder Nichtzioiiisten ein. Die Frage ist vielmehr, ob diese Lösung, die uns vorgcsehlagen wird, vielleicht die einzige ist. Wir ln Amerika sind ein friedliches Volk, wir hassen Grenzen, wir wissen, daß verschiedene Sprachen, verschiedene Religionen und verschiedene Ambitionen in einem Lande nebeneinander existieren und daß Alle ohne Neid und ohne Angriffe nebeneinander leben können. Wir haben uns der Jewish Agency angcsclilossen aus dem Gefühl der Verantwortung für die leidenden Juden in dieser Welt und mit dem Ziel, Menschen zu ermutigen, sich selbst erhaltend und produktiv, stoiz und frei zu leben. Wir haben uns für Palästina Interessiert, bevor an die Jewish Agency gedacht wurde, Und wir glauben, daß der vorliegende Plan nicht weiter betrieben werden darf, ohne vorher die ernstesten Versuche zu machen, daß Juden und Araber In Palästina *ich miteinander verständigen. Wir hören, es sei erklärt worden, das Mandat müsse abgeschafft werden. In den vielen Jahren, seit ich auf dem sozialen Gebiete tätig bin, habe ich viele ״tinabinderliehe•‘ Statements gehört, die dennoch abgeändert wurden. Ich war einer der Männer, die die bekannte Unterredung mit Lord Passfield halten, als er Fortsetzung der Ein- Wanderung zusagte. Fr hat dann seine Meinung geändert, es erschien das Weiß-Btidi und Sie erinnern sich an die gcwaltige Entrüstung, die entsfand. Und dann kam MacDmiaid und änderte die Situation. Fs gibt keinen glühenderen ßewunderer Englands als mich. In vielen Jahren gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Kooperation mit Engländern habe ich gelernt, daß ihr Sinn für Anstand und für Tatsachen sie immer veranlaßt, einer fairen Sache Gehör zu geben. Nun wird behauptet, daß der Vorschlag der Royal Commission ,,unabänderlich“ ist, und der zionistische Kongreß hat eine Resolution, Verhandlungen betreffend, gefaßt, len halte das nicht für d e n rieht i g e n \V e g. Die sechs Mitglieder der Kommission, dir eine schön« Arbeit geleistet haben, sagen zum ,Abschluß, daß das Mandat nicht durchgeführt werden kann, weh Juden und Araher nicht zusammen leben können. Und als Beweis wirr) angeführt, daß wählend der ganzen bisherigen Mandatsperiode die Araber und Juden nicht nisammengebracht werden konnten, kii war fünfmal in Palästina, mich hat vom ersten Augenblick an der Gedanke dieser Möglichkeit gepackt, ich habe mit jedem der High Cmnmissfoner gesprachen und ihnen gesagt, daß diese Möglichkeit bisher noch nicht ergriffen wurde. Wenn jetzt deklariert wurde, daß die beiden Völker nicht zusammenkommen und nicht zusammen leben können, so ist das eine Schluß de« Artikels von Seite 1 In die Debatte gebracht, aber es wird allgemein angenommen, daß die Verhandlungen des heutigen Tages dazu fiihren werden, die Krise zu überwinden und die Einheit wiederherzustellen. Dies ist dadurch erleichtert worden, daß Weizmann in seiner Schlußrede, in der er auch scharf die Spaltungsdrohung von Felix Warburg zuräckwies, sich bereit erklärte, eine zusätzliche Resolution anzunehmen, die die Exekutive nochmals ausdrücklich zu Verhandlungen mit den Arabern beauftragt Es scheint also, daß eine Kompromißformel gefunden werden wird, die den Riß wenigstens äußerlich überbrückt. In Wahrheit liegen freilich ganz andere Motive hinter dieser Gegnerschaft, Motive, die wir bereits in unserer vorigen Nummer vor Beginn der Tagung charakterisiert haben. Im Laufe des Freitag wird die Council-Sitzung zu Ende gehen, und dann werden die Züricher Sitzungen endgültig zu Ende sein. Schon jetzt haben die meisten Delegierten des Zionisten-Kongresses Zürich verlassen, und die Stadtteile, die bisher am stärksten von zionistischen Gästen bevölkert waren, so zum Beispiel die Gegend um das Stadttheater, liegen jetzt einsam und verödet da — wenigstens, so weit das jüdische Leben in Betracht kommt; denn das Züricher Leben geht natürlich unverändert in seinem alten Rhythmus weiter. Antwort, die ein Volk wie das unsere nicht als endgültig akzeptieren kann. Es ist nicht wichtig, daß wir im einzelnen Verbesserungsmöglichkeiten des Planes diskutieren. Die erste Aufgabe ist, die beiden Völker zu einer Round-Table-Konferenz zusammenzubringen. Was sechs noch 90 bedeutende Gentlcmen sagen, die aber zum ersten Male in Palästina waren und keine von den Sprache« de» Landes verstehen, das soll jetzt eine endgültige Entscheidung sein? Ich glaube nicht, das England das haben will. Ich habe die Entwicklung Palästinas mit Liebe und lntcresse beobachtet. Viel von dem, was wir getan haben, konnte mir gebaut werden, weil England hinter uns stand und sein Versprechen wenigstens zum Teil erfüllte. Wir Amerlkaner wollen weiter Menschen, die nach Palästina gehen wollen, unterstützen, wenn wir eine ehrliche Anstrengung sehen, daß aus Palästina in nationaler Beziehung eine *weite Schweiz gemacht werden soll. Bisher ist es nicht versucht worden. Wahrscheinlich wäre bis vor kurzer Zeit eine Verständigungs-Konferenz wirklich schwer zusammenzubringen gewesen. Heute ist die Situation anders, die Furcht vor der Letzte Meldungen Ausgleich der Gegensätze RW, Zürich, Donnerstag, nachm. 6 Uhr (telephonisch) Am Donnerstag tagten den ganzen Tag die Kommis- *Ionen des Council der Jewish Agency, insbesondere die Politische Kommission, die Finanzkommission und die Organisationskommission. Man erwartet, daß die Sitzung am Freitag zu Ende geht. Es verlautet, daß eine Annäherung zwischen Weizmann und Felix Warburg im Laufe des heutigen Tages stattgefunden hat. Doch es heißt, daß einzelne Mitglieder der amerikanischen Delegation die Sache nicht mitmachen wollen, sondern sieh unter Umständen von der Agency zuriiekziehen und damit auch von Felix Warburg trennen würden. Endgültige Klarheit wird wohl erst nach Schluß der Agency-Tagung zu gewinnen sein. Auch über die künftigen nichtzionistischen Mitglieder der Agency -Exekutive ist nichts bekannt. Die Züricher Presse würdigte die gestrige Rede Weitmanns in der Agency als seine beste Rede ln Zürich und zugleich 81* eine große staatsminnische Leistung. Die antisemitischen Zwischenfälle RW, Zürich, Donnerstag, nachm. 6 Uhr (telephonisch) Wie die Zeitungen berichten, kam es im Gemcindeiat der Stadt Zürich heute zu einer Debatte über die antlsemitischen Zwischenfälle anläßlich des Zionistenkongresses. Mehrere Redner wandten sieh heftig gegen die Vorfälle, die den Ruf der Stadt Zürich als Freindenstadt in Gefahr bringen. Auch von der Stadtratsbank fand man Worte scharfer Mißbilligung gegenüber diesen Vorkommnissen, ohne daß jedoch über die Wirksamkeit der polizeilichen Intervention bereits hätte Aufschluß erteilt werden können. Teilung läßt viele aufhorchen, es gibt verständigungsbereite Menschen von Einfluß sicherlich auch auf der anderen Seite. Aus der Ferne sieht man manchmal Dinge genauer als sie den Menschen erscheinen, die nahe an der Sache sind. Ich habe oft meine Bewunderung für die Bevölkerung von Palästina, die solche Charakterstärke und Widerstandskraft in schwerer Zeit an den Tag gelegt hat, und für die Zionistische Exekutive ausgesprochen. Aber auch einer solchen Exekutive die Vollmacht für weitere Diskussionen zu geben, ist gefährlich, und ich habe vor den Ergebnissen große Furcht. In unseren Besprechungen vor dieser Tagung haben wir zum Ausdruck gebracht, daß nach unserer Meinung diese Verhandlungen in Formen stattfinden müssen, wie sie die Jewish Agency vorschreibt. Ich und meine amerikanischen Freunde waren von den Schritten in Genf und von verschiedenen Vorgängen hinter den Kulissen, als der Plan zuerst auftauchte, nicht informiert. Wie die Vorschläge vor einen neuen Zionistenkongreß gebracht werden müssen, so müssen sie auch in diesem Gremium überprüft werden. Bis zu dem Moment, wo der Judenstaat errichtet ist, ist die Jewish Agency die letzte Instanz. Wenn der Gedanke einer Round Table-Konferenz nicht durchdringt und wenn nicht ein Staat errichtet werden kann, der groß genug ist, um unseren Bedürfnissen zu entsprechen, wird man an die Frage herangehen müssen, wie ein solcher Staat ausseh« würde. In meiner geschäftlichen Tätigkeit ist von mir nie verlangt ■worden, eine enthusiastische Zusttmmting zu einem Vorschlag zu geben, weichen jeder für schlecht ansieht, ln unserem Falle glaube Ich, daß, was für Verbesse־ rungen immer durchgesetzt werden können, ein verkrüppeites Gebilde übrig Weihen wird. Ich beschwöre Sie, alle Schritte zu tun, damit die Zukunft auf Basis eine» Arrangements gesichert wird, das nicht unmöglich sein kann. Wir Juden Amerikas haben den Juden Rußland■ geholfen, und es Ist ein weitreichender Hilfsplan für die Juden Deutschlands in Arbeit. Viele neue Probleme stehen vor uns. Wir haben Palästina in Jeder möglichen Weise favorisiert und bei den Sammlungen geholfen und die Ziffern zeigen, daß die Nicht-Zionisten bei weitem die größten Geber waren Und sie haben es gern getan. Welche Entscheidung immer fäll« wird, unser Interesse wird nicht geringer werden, aber die Methoden werden vielleicht andere *ein müssen. Wenn die Haltung dieses Council» die sein wird, daß sic nur darauf schauen, einen Staat zu bekomm« una nicht auch gleichzeitig der Verpflichtung« gegenüber den Nachbarn eingedenk sind, so werden wir nicht mit ihnen gehen können. Ich bitte Sie in tiefstem Ernst und h» aller Liebe, die ich für das jüdische Volk habe, nicht« vorschnell zu tun, Weht Versuchsballons auszutenden und einem Staat zurustknmen, der sehr leicht *entört werden kann. Es würde Uns sehr hart ankommen, wenn wir unsere Hilfe für Palästina, die wir nicht aufgeb« wollen, außerhalb der Jewish Agency zu leisten gezwungen wären. Sie wünschen, daß etwas getan werden soll, was Sie alle gleichzeitig mißbilligen. Ich *warne Sie als Prwnd und Mitarbeiter, geben Sie nicht Ihre wahren Ideale auf für ein Schein-Ideal, das voller Oefahren Ist Der nächste Redner ist Ussischkfn der mit ähnlich« Argument«, wie er sie schon auf dom Kongreß gebiaucht hat, nun auch innerhalb des Council egen den T'eilungsplan und den Peel-Bericht kämpft. Ussischin erklärte jedoch, daß er im Council nicht gegen die Resolution stimmen wird, sondern sich der Stimme enthalten wird, weil er als zionistisches Council-Mitglied nicht gegen die Entscheidung des Kongresses stimmen könne. Um so eindringlicher hat er jedoch gegen die Resolution g«* sprachen, wobei er unseres Erachtens mehrmals die Grenzen überschritten hat, die bei einer außenpolitischen Debatte erlaubt sind. Der nächste Redner, Simon Marks (London), sprach sich rückhaltlos für die Annahme des Vorsclüages aus, den er überaus positiv bewertete. Schalons Aach als Vertreter der Nichtzioiiisten aus Polen wandte sich sehr eindrucksvoll gegen Ussischkin. Wenn Ussischkins Geist, so sagte er, im künftigen Judenstaat herrschen würde, dann will icli Heber im Golus bleiben. Da ich aber während der Unruhen in Erez Israel war und gesehen habe, daß dort ein ein anderer Geist herrscht, bin ich für den Judenstaat. Nach Unterbrechung der Sitzung wurde die Debatte m der Abendsitzung fortgesetzt. Auf eine Anregung von Dr. Weizmann verzichteten die vorgemerkten zionistischen Redner auf das Wort und gaben ihre Zustimmung, daß im Council vor allem die Niciitzionisten zu Wort kommen, nachdem die Zionisten sich schon auf dem Kongreß ausgesprochen haben. Es sprachen u, a. Gottschaik (Brüssel), dann Max Kahn (Amerika) für die Annahme des Vorschlages. Dann kam die Rede von Dr. Magst•■ Dr. Magnes brachte eine Resolution ein, in der er vorschlug, ein Komitee, bestehend aus Zionisten und Nichtzionisten, einzusetzen, das die Fragen prüfen soll, wie ein binationaler Staat in Palästina gegründet werden kann, um die Gefahr der Teilung des Landes zu vermeiden. Dr, Magnes führte aus; Ich habe die Logik der Kongreß-Resolution leider nicht verstanden. Die Resolution führt zunächst aus, daß kein triftiger Grund vorhanden ist, warum das Mandat nicht weitergeführt werden solle. Auf Grund dieser Prämisse war« der logische Schluß zu ziehen, daß man sich bemühen muß, England zu überreden, das Mandat weiterzuführen. In Wahrheit kommt aber die Resolution des Kongresses za dem entgegengesetzten Schluß, ich begreife die Menschen, die den Teilungsplan bejahen und deswegen dafür sind. Wie soll mm es aber erklären, daß Menschen in der stärksten Weise «*־ klären, daß der Plan ihnen unannehmbar erscheint und dann doch in Verhandlungen cintreten. Magnes fuhr fort: Wir wollen, daß bevor ein entscheidender Schrift gemacht wird, die heilige Aufgabe versucht wird, eine frle d. liehe Ltfsun g zu finden, damit ein ungeteiltes Palästina, und zwar nicht ein arabischer Staat, nicht ein jüdischer Staat, sondern ein arabisch-jüdischerז,,״ oder jüdisch-arabischer, unter Vormundschaft der größten zivilisierten Macht der Weit, nämlich Groß- Britannien, entsteht. Der Redner bestreitet, daß wir vor einem faR •ceoninll stehen, über das England schon entschiede« hat. Die ganze politische Geschichte Englands beweist, dal) England vielzuviel politische Weisheit hat, um derartig endgültige Entscheidungen zu treffen. Vielmehr, ist es ein Wesen der englischen Politik, sich Tag für Tag einer neuen Lage anzupassen. Wenn daher sowohl di« Araber als auch die Juden gegen diese Entscheidung sind» dann würde Greß-Britanni« gewiß nochmals überlegen. Der Redner führte aus, daß nach seiner Meinung die Gründung de* jüdischen Staates eine Kriegsgefahr darstelle und diese Furcht zwinge ihn, hier offen gegen diese Lösung aufzutreten. Er ging dann auf einige Einzelheiten des Planes «in, insbesondere auf die Bodenfraß e. Es sei nicht richtig, zu sagen, daß jeder Jude das Recht habe, in den Judenstaat einzuwandern. Der künftige Judenstaat, wenn er zustande kommt, würde wahrscheinlich als eine der ersten seiner Handlungen Einwanderungsgesetze machen müssen. Es liegt also darin die Gefahr des Pseudomessianismus, indem die Juden in Polen, Rumänien und anderen Länder« veranlaßt würden, ihre Sachen zu packen und sich zut Abreise in den Judenstaat vorzubereiten. Dr. Magnes ist der Meinung, daß im Falle einer Verständigung mit den Arabern viel größere Ansiedlungsmöglichkeiten in Palästina und im Nahen Orient vorhanden sein werden als Im Falle der Gründüng eines Judenstaates. Er meint, daß eine Verständigung dieser Art auch heute noch möglich ist. Man müßte es wenigstens versuchen. Während der Rede von Dr. Magnes kam es an einigen Stellen zu scharfen und erregten Zurufen, insbesondere des Delegierten H ar zf e 1 d und teilweise auch Ben Gurions. Der nächste Redner, Mosb« Sinilftnakl (Rechowoth). wandte sich gegen die Auffassung von Magnes und legte insbesondere auf Grund seiner genauen Kenntnis der palästineusischen Bodenverhältnisse dar, daß Magnes' Auffassung, vier Fünftel des Bodens des künftigen Judenstaats sei« in arabischen Händen, unrichtig sei. Smilanski erklärte, daß innerhalb des Gebiets des Judenstaats auf Grund genauer Beredt״ ׳Hingen noch Platz Ist für 500 000 landwiri- chatfllche Siedler, das bedeutet zusätzlich U/s Millionen ln den Städten, so daß wir drei Mil- (Ionen Menschen In Palästina haben würden. N«vllle Laskl (London) schlug vor, wenn «• nicht anders geht, der Teilung Palästinas zuzustimmen, aber in der Weise, daß der abgetrennte jüdische Teil nicht selbständige Souveränität erhält, sondern mit dem britischen Mandatsgebiet vereinigt wird und weiter unter briti- »ehern Mandat bleibt. Eine solche Lösung wäre vom Jüdischen Standpunkt vorzuziehen, wenn wir uns nicht an dem Wort Staat berauschen. Die Frage muß in der Jewish Agency und nicht auf dem Zionisten-Kongreß entschied« werden. Verantwortlich« Redakteur! Dr. Robert Weltach, Berlin-Chirf. 0 (auch! verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anieigenleiter und verantwort- Heb für den Inhalt der Anzeigen! Hermann Flun, Berlin W 15. Göltij Anaeigen - Preisliste vom 1. Aprü 1938. Verlag und Anreigenvenvaltung: Jüdische Rundachau, Berlin W15, Metnekeatr. 10. D.A. 11/1937 80 318. — Druck: Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg. feitet»*; yefvwsyvy:׳.'■■י■״"׳'••״Jj