Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 65 (17.8.1937)
- Date
- 1937-08-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 65, 17. VIII. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 7 Times begrüßt Kongreß-Beschluß In einem Leitartikel über ״Das zionistische Votum“ betont die ״Time s“ vom 12. August, daß das letzte Wort über die Zukunft des britischen Mandats in Palästina in Genf gesprochen werden müsse. Die Politik der Regierung völlig zu verwerfen, wäre für den Kongreß fruchtlos und taktlos gewesen. Dr. Weizmann, der in diesem Zusammenhang als ״der glühende und staatsmännische Führer der zionistischen Bewegung“ bezeichnet wird, habe einen heftigen Kampt mit der Opposition auszufechten gehabt. Zum Glück für die Zukunft der zionistischen Ver- Handlungen mit der englischen Regierung, so schreibt das. Blatt, habe der Kongreß sich gegen die Minderheit entschieden. Die Erregung auf diesem Kongreß sei allerdings nicht überraschend. Die Judenheit durchlebe gegenwärtig eine schwierige Periode. Für Millionen Juden bedeutet die Teilung Palästinas eine Verengung des Gelobten Landes, eine Herabsetzung der Einwanderungsziffer und eine Beschränkung der wirtschaftlichen Entwicklung. Was zugunsten der Araber spreche, könne ihnen nichts bedeuten. Aber für die weiterschauenden Berater der zionistischen Bewegung bedeuten Teilung und Schaffung eines jüdischen Staates: Freiheit, Selbstachtung, Wohlstand und eine Zukunft der jüdischen Kultur. Sie verstehen, daß die nationalen Empfindungen der Araber ebenso stark sind wie ihre eigenen, und daß eine weitere Ausdehnung des Nationalheims unter den gegenwärtigen Bedingungen Blutvergießen, Verfolgung und Unruhe mit sich bringen könnte. Könne der vorgeschlagene jüdische Staat zwei Millionen Einwanderer in den nächsten 25 Jahren aufnehmen? Das sei die entscheidende Frage. Aber bis die Einzelheiten des Plans nicht bekannt waren, so habe Dr. Weizmann ausgeführt, konnte auch keine Antwort auf die Frage gegeben werden. Er hätte hinzufügen können, so fährt die ״Times“ fort, daß die Einz e I beiten des Planes überhaupt nicht erßrtert werden können, bis die augenblickliche Untersuchung der Mandatskommission beendet ist und die Kommission ihren Bericht und ihre Empfehlungen an den Völkerbundsrat weitcrgeleitet hat. Der Protest gegen die Ausschließung Jerusalems aus dem jüdischen Staat, gegen die Bc- Iassung jüdischer Minderheiten im arabischen Staat und gegen die finanziellen und wirtschaftlichen Vorschläge der Kommission seien gewiß mehr als Einzelheiten; aber für den Augenblick sei die Hauptsache, daß kein toter Punkt entsteht und die Möglichkeiten einer Diskussion und eines Kompromisses nicht verschüttet werden, ,.The Speetator“ vom 13. August nennt das Abstimmung*- ergebnis in Zürich ״einen Triumph für die staatsmännische Kunst Dr. Weizmanns am Ende des vielleicht größten Kampfes seiner großen Laufbahn“. Es sei entscheidend für die Zukunft Palästinas, daß die englische Regierung so bald als möglich durch Abkommen sowohl mit den Juden wie mit den Arahern die Sache weiterbringe, obgleich zur Zeit alle Anzeichen für ein Abkommen auf der arabischen Seite fehlen. Aber niemand könne England zwingen, ein Mandat gegen seinen Willen oder unter Bedingungen zu verwalten, die es für unausführbar hält. Dies scheine kaum völlig in Genf erkannt worden zu sein. ״Das jüdische Problem wird bleiben'* ״Great Brftain and Ute East“ Hur poütfigige Unng 1 Die Zionisten haben vor einer schweren Wahl gestanden, so schreibt die Zeitschrift ״Great Britain and the East“ vom 12. August. Früher hätten sie zuviel protestiert. Jetzt hätten sie eine Würde und eine ״tragische Resignation“ gezeigt, die selbst die Gegner der zionistischen Sache gezwungen habe, den Adel anzuerkennen, der die Juden durch Jahrhunderte des Leidens und Unglücks ausgezeichnet habe. ״Denn die Juden sind arm, ebenso wie die Inder arm sind“, schreibt das Blatt und verweist auf die Ausführungen Dr. Weizmanns, der aut die irrtümliche Auffassung hingewiesen hatte, die der Jewish Agency ungeheure Macht zuschreibt. Dr. Weizmann sehe seine Gemeinschaft in Europa leiden und wisse, daß Tausende vor dem Nichts stehen. Die eine Rettung sei Palästina, aber in dem Wunsch, einer leidenden Gemeinschaft z.u helfen, habe man die Ansprüche der Araber übersehen. Unbarmherzig zwinge die Logik der Tatsachen die Juden dazu, die Teilung anzunehmen. Der von der Kgl. Kommission versprochene Staat sei eine winzige Sache und bei aller Beredsamkeit Dr. Weizmanns sei es schwierig zu glauben, daß er größer gemacht werden könnte. ״Aber selbst wenn die Teilung vollzogen sein wird״, so schließt der Aufsatz, ״wird das jüdische Problem bleiben, und das ist eine Frage, gegenüber der Eng-!ander, als die Haupturheber eines Nationalheims für die luden, nicht gleichgültig bleiben sollten. Das jüdische Volk kann nicht vernichtet werden und sterben. Wo soll es siedeln und wie soll seine Ansiedlung vollendet werden? Muß der jüdische Staat in Palästina der einzige jüdische Staat sein? Gibt cs kein Gebiet in dieser Welt weiter Räume, das jüdischer Fleiß und Opfermut fruchtbar machen könnten? Die westlichen Demokratien werden sich diesem Problem gegenübersehen, jetzt, da man die Grenzen erkennt, die Geographie und Geschichte dem Nationalheim in Palästina setzen. Aber Geographie und Geschichte können doch eine Lösung bieten und seihst eine Hoffnung für die jüdische Jugend, wenn nur die Menschen Vertrauen und Mut bewahren.“ Rundflug Paris—Palästina. Unser Pariser K -Berichterstatter schreibt: Zu dem kürzlich gemeldeten Plan eines Rundtluges Paris—Palästina —Paris, für dessen Durchführung sich ein Komitee unter dem Vorsitz des Präsidenten von ״France-Palestine“, Senator Justin Oodart, gebildet hat, werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Rundflug wird Tel Aviv zum Ziel haben, wo sich ein Empfangskomitee unter dem Vorsitz, von Bürgermeister Rokach und dem Präsidenten des Aero-Klubs von Palästina, Kirschenbäum, gebildet hat. Vorläufig haben sich vier Flugzeuge zur Teilnahme gemeldet. Zwei dieser Flugzeuge werden die Route Paris—Marseille—Sizilien—T uni-s—Aegypten —Palästina cinschlagen, während die beiden anderen die nördliche Linie Paris—Marseille—Brindisi—Türkei—Syrien Palästina nehmen werden. Beide Gruppen sollen am gleichen Tage in Tel Aviv eintreffen. Die Routen wurden unter Mitwirkung eines Experten des französischen Luftministeriums aufgestellt. Unter den eingeschriebenen Teilnehmern befinden sich neben dem Organisator des Fluges, dem Piloten Raymond Schumacher, der bekannte französische Flieger Faith und eine Dame, Mlle. Nicolas. Die Flieger sollen eine Botschaff Dr. Weizmanns mitnehmen und bei ihrer Ankunft in Tel Aviv übergeben. Die Vereinigung ״Alle Jungen Moslems“ hat dem britischen Konsul in Tunis eine Denkschrift überreicht, in der gegen die geplante Teilung Palästinas protestiert wird. Die Vereinigung hat auch Flugblätter gegen die Teilung und die ״britische Unterdrückung in Palästina“ verbreitet. Mandatskommission beendet ihre Arbeit Vorbereitung des Berichtes an den Völkerbundsrat Genf, 12. August. (JTA.) In einer Unterredung, die Kolonienminister Ormsby-Gore gewährte, erklärte er, die Verhandlungen über die Vorschläge der Kgl. Kommission würden nach der September-Tagung des Völkerbundsrates beginnen. Ormsby-Gore äußerte weiter die Meinung, daß der Widerstand des Irak gegen die Teilung Palästinas in der Völkerbundsversammlung nicht allzu heftig sein werde. Minister Ormsby-Gore hat sich von Genf nach Holland begeben. Am 12. August erschien Kolonienminister Ormsby- Oore vor der Mandatskommission, um über Fragen betr. die Zukunft Palästinas Auskunft zu geben, die während seiner Abwesenheit aufgeworfen worden waren. Eine offizielle Verlautbarung, die, wie die ״Times“ vom 13. August hemerkt, allerdings nur wenig Beziehung zu dem hat, was tatsächlich vor sich geht, besagt, daß von den Mitgliedern der Kommission Fragen über die Ausführbarkeit des bestehenden Mandats in der Vergangenheit und in Zukunft gestellt wurden. Die Kommission will besondere Berichte über die Handhabung des Mandats, die Unruhen und die Vorschläge der Kgl. Kommission anfordern. Dr. Weizmann erörterte mit dem Vorsitzenden der Mandatskommission, Dr. Orts, und mit Prof. Rappard sowie später mit Ormsby-Gore die Lage. Er schilderte die Stimmung des Kongresses und gab seiner Genugtuung über die Form des Beschlusses Ausdruck, der die Teilungs- Vorschläge der Kommission ablehnt und die Exekutive erinächtigt, direkte Verhandlungen mit der Mandatarmacht anzubahnen. Ormsby-Gore soll Weizmann mitgeteilt haben, daß in jedem Fall die Türen für eine Regelung offen e b 11 e b e n sind, daß aber direkte Verhandlungen nicht egonnen werden könnten, bevor die Mandatskommission Ihren Bericht erstattet habe und die ganze Angelegenheit vor den Völkerbund gekommen sei. Am 13. August wurde die Vernehmung Ormsby-Gores beendet. Er wurde eingehend über die Methoden der Reelung befragt, die man in den neuen jüdischen und araischen Staaten anzuwenden beabsichtigt, sowie darüber, wie der Austausch von Juden und Arabern in ihre jeweiligen Länder gedacht sei. Da diese Fragen noch im einzelnen z.u regeln sind, konnten die Antworten nur allgemeiner Natur sein. Ormsby-Gore erklärte jedoch, daß die Einwanderung stark eingeschränkt werden müßte, •wenn die gegenwärtige Lage in Palästina fortdauern sollte, während im Falle der Gründung eines jüdischen Staates die Nachfrage nach Industriearbeitern steigen würde und die Einwanderung im Verhältnis größer sein würde. In bezug auf den Austausch der Bevölkerungsteile sei es der Wunsch der englischen Regierung, daß er sich auf freiwilliger Grundlage vollziehe und daß die abgewanderten Perso* nen entsprechend entschädigt werden. Auf eine Frage, warum die englische Regierung nicht klar ihre Politik für die Zukunft Palästinas festgelegt habe, erwiderte Ormsby-Gore, daß England schließlich nur die Mandatarmacht sei und daß ein Teil der Verantwortung auf dem Völkerbund ruhe. Der informatorische Teil der Untersuchung der Mandatskommission ist damit abgeschlossen, und es wird jetzt der Bericht an den Völkerbund fertiggcstellt, Trotz ihrer eingehenden Untersuchungen nimmt die Man« datskommission, Wie die ״Times“ schreibt, eine genau abgegrenzte Haltung über ihre Zuständigkeit in dieser Sache ein; aber es kann kein Zweifel sein, daß die Züricher Re- Solution sie stark dahin beeinflußt hat, zu empfehlen, das Pro« blem aut der Grundlage des Kommissionsberichts zu lösen. Wenn, wie es jetzt fast sicher ist, ein Teilungsplan angenommen wird, wird seine Ausführung wanrschelnlieh lange Zeit in Anspruch nehmen. Die Kommissionen zur Grenzfestsetzung, für Einwanderung und für Finanzen werden viel Zeit für die Erstattung ihrer Berichte brauchen. Das volle Ausmaß der arabischen Opposition ist noch nicht deutlich, und obgleich cs sicher ist, daß der Irak die Frage vor den Völkerbund bringen wird, muß sich erst noch die Haltung der türkischen Regierung entscheiden. Die jüdische Opposition wird nach Ansicht des Genfer Berichterstatters der ״Times“ ihren Widerstand tatkräftig unterbauen. Die Mandatskommission hat sich am Montag mit einem Berichtsentwurf an den Vülkcrburnlsrat über die Möglichkeiten einer Lösung des Palästina-Problems beschäftig, Der Entwurf ist von einer Unterkonunission ausgearbeitet worden, der der Vi/.evorsit/ende der Kommission, Prof. Wil« liam Rappard, der portugiesische Vertreter, Graf Penha Garcia, und der japanische Vertreter, S a k e!ו o h e, angehörten. Die Kommission glaubt, den Bericht bis zum 18. August fertigstellen zu können. Dieser Bericht wird gleichzeitig zu den Jahresberichten der Palästina-Verwaltung und zu dein Bericht der Kgl. Kommission Stellung nehmen. Arabische Proteste Das Oberste Arabische Komitee hat an diä Mandatskommission ein Memorandum gesandt, das gegen die Behauptungen protestiert, daß es Gelder von auswärts zur Schürung von Unruhen in Palästina erhalte. Es bietet eine Nachprüfung seiner Finanzen vor der Kommission an und würde eine Untersuchung über die gesamte arabische Bewe« gung begrüßen. — Das Komitee hat ferner an die Mandats* komm ission ein Telegramm gerichtet, in dem diese auf« gefordert wird, eine Delegation nach Palästina zum Studium der Lage zu entsenden. Die arabische Natio« nalbewegung, heißt cs in dem Telegramm, werde die Tei« lung niemals akzeptieren. USA und das Palästinamandat Ein Notenwechsel mit England In London wurde soeben ein ״Weißbuch“ über einen Notenwechsel über die Zukunft Palästinas veröifentlicht, der in den letzten Wochen zwischen dem Botschafter der Vereinigten Staaten und der britischen Regierung stattgefunden hat. Am 6. Juli hatte der Bot- Schalter unter Berufung auf die amerikanisch-britische Konvention von 1924 um die Versicherung gebeten, daß die Regierung der Vereinigten Staaten bei der Erwägung irgendwelcher Acnderungen in Palästina zu Rate gezogen werden würde. In der Antwort des britischen Außenministers war gesagt worden, daß die Zustimmung der Regierung der Vereinigten Staaten zu Acnderungen in dem Mandat nach der Ansicht der britischen Regierung nicht notwendig sei, wenn durch diese nicht die in dem Vertrage von 1924 bezeiclmeteu Rechte der amerikanischen Regierung und amerikanischer Staatsbürger berührt würden. Es sei indessen die Absicht der britischen Regierung, die Regierung der Vereinigten Staaten über alle Vorschläge an den Völkerbund unterrichtet zu halten. Am 4. August überreichte der amerikanische Botschafter dem Foreign Office erneut eine Note. Darin bemerkte er, daß es sich jetzt offenbar nicht um eine Aenderung des Mandats, sondern um seine Beendigung handle. Im Jahre 1932 habe die Regierung der Vereinigten Staaten bei der Beendigung des Mandats über den Irak auf dem im Jahre 1921 geschaffenen Grundsatz bestanden, daß die Zu« Stimmung der Vereinigten Staaten für die Gültigkeit irgend« welcher Entscheidungen wesentlich sei, die über Mandatsgebiete getroffen werden würden. Diese Ansicht sei nun auf die vorgeschlagene Beendigung des Palästina-Mandats voll anwendbar. Die Regierung der Vereinigten Staaten steht somit auf dem Standpunkt, daß keine Regelung der Palästinairage, durch die die Beendigung des bisherigen Mandats herbeigeführt wird, ohne ihre Zustimmung völkerrechtliche Gültigkeit er« langen werde. Der Botschafter gibt indessen der britischen Regierung die Versicherung, daß seine Regierung mit ihrer Erklärung lediglich ihrer Pflicht nachkommen wolle, die amerikanischen Interessen in Palästina auf der Grundlage der Gleichheit mit den Interessen anderer. Regierungen und anderer Staatsbürger zu schützen. Die britische Regierung hat auf die zweite Note des Bot« schafters noch nicht geantwortet. Großbritannien ist, wie aus London berichtet wird, auch von der französischen Regierung darauf hingewiesen worden, daß Frankreich bei der Neuregelung der palästinensischen Verhältnisse zu Rate gezogen werden möchte. Frankreich habe in Syrien arabische Interessen wahrzunehmen. Zwischenfälle In Syrien Unser Pariser K.-Rcrichterstatter schreibt uns: Nach kurzer Pause in dem syrischen Nationalitätenstreit ist es in den letzten Tagen wieder an verschiedenen Stellen zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Aus Alexand rette wird ein Zusammenstoß zwischen Türken und Arabern gemeldet, bei dem ein Araber getötet und dreißig Personen verletzt wurden. Da cs sich wiederum um einen Anrift arabischer Nationalisten handelt, ist diesmal die Polizei es Sandschak energisch vorgegangen und hat verschiedene Verhaftungen von Arabern vorgenommen. Die französische Polizei hat außerdem Haussuchungen in Antiochien sowohl im Sitz, der arabischen Nationalpartei wie im Büro der türkischen Liga veranstaltet. Die Polizei beschlagnahmte Dokumente, aus denen — wie gemeldet wird — hervorgeht, daß die Führer beider Gruppen systematisch auf Zwischenfälle hinarbeiten. Es wurden bei den Organisationen auch Waffen beschlagnahmt, ln Antiochien sind z. Zt. Basars und Läden geschlossen, die Polizei ist durch Militär verstärkt worden. Gleichzeitig mit den blutigen Zusammenstößen in dem Sandschakgebiet ist es in dem'Gebiet der kurdischen Stämme in Hochdjcsirch zu einem Ueherfall der Kurden auf die christliche Bevölkerung gekommen. Die kurdische Bevöikerung griff in Äncuda plötzlich die Christen an und plündertc ihre Läden. Der Ueherfall auf die Christen nahm immer brutalere Formen an. Als die herbeigerufene französische Truppe eintraf, fand sie unter den Trümmern der christlichen Häuser 15 Leichen vor. Ungefähr 100 Läden wurden völlig zerstört. Die französische Militärbehörde hat in dem Gebiet den Kriegszustand erklärt und die Truppe führt den Ordnungsdienst durch. Kriegsflugzeuge patrouillieren die Gegend ab. Wenn man natürlich diesen lokalen Zwischenfällen auch keine allzu große allgemeine Bedeutung beilegen darf, so zeigen sie doch die bchwierigkeiten des Nationalitätenproblems im Vorderen Orient in voller Schärfe. Landwirtschaftliche Siedlung in Costa Rica? New York, 12. August. (JTA.) Die Refugee Economic Corporation gibt bekannt, daß sie in Costa Rica 50000 Acres Land zur Errichtung einer landwirtschaftlichen Siedhing für Aus w a n d trtr a u s I) nitschland erworben hat. I lie ״N e w Y o r k 1' i in e s“ berichtet aus San Jose, daß die Kolonie mit mehreren hundert Familien beginnen werde. Das Gebiet ist zu 30 0״ Weideland, der Rest Wald. Die Kolonie wird durchaus modern eingerichtet sein, Muster« häuser und Musterdörfer erhalten, vielleicht auch einen Flug« platz. Die Durchführung des Planes macht große Ausgaben für Straßenbau, Anschaffung des Maschineninventars usw, notwendig. tWir geben diese Meldung mit allem. Vorbehalt wieder. Red.) Die Presse-Statistik des Jlwo für 1935/36 enthält u. S, folgende Angaben über die jüdische Presse: Es erschienen in Palästina 30 jüdische Zeitschriften, davon 3 Tages« Zeitungen; in Brasilien 3 (2 Wochenschriften, 1 Tageszei« tung); in Belgien 10 jiddisch, 2 französisch geschriebene; in Südafrika 2 jiddische, 1 englische; in Mexiko 6 jiddische; in der Tschechoslowakei 3 jiddische, 5 deutsche, 1 tschechische; in Polen 178 jiddische, 16 hebräische, 40 polnische, 1 deutsche; in USA. 50 jiddische, 4 hebräische, 18 (nach einer amerikani« sehen Korrektur an 70) englische; in Kanada 7 jiddische, 5 englische; in Rußland 16 jiddische, 6 russische; in Rumänien 13 jiddische, 2 hebräische, 6 rumänische, Nach einer Intervention eines Vertreters des Zentralver« bandes der jüdischen Kaufleute hat der Bezirksvorsteher von Kalisz der Polizei den Auftrag gegeben, im Sinne der Beschlüsse des Stadtrats das von den Nationaldemokraten auf dem Markt in Kalisz, cingeführte Ghetto zu beseitigen.