Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 65 (17.8.1937)
- Date
- 1937-08-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 65, 17. VIII. 1937 verbinde!, und das ist ihr vorzüglicher Zweck, die jüdischen Siedlungen in der Küsteuebenc rmt den Hauptstädten, sie verbessert die Transport- und damit die Versorgungsmöglichkeiten der jüdischen Bevölkerung der Städte mit jüdischen Produkten, Mit Wehmut erinnere ich mich einer Reise vor zwei Jahren, wo unser Auto bei dem Versuch, auf der Regicrungsstraße durch Emek Chefer zu kommen, einige Male im Saud stecken blieb. Schließlich mußte es auf einem Lastauto nach Haifa abtransportiert werden, da einige edlere Teile der Maschine aufs höchste verletzt waren. Heute kann man bereits mit dem Auto von Tel Aviv aus in die Scharonebene und durchs Emek Chefer his hinauf nach Chedera fahren, in einiger Zeit wird die Strecke bis Haifa fertiggestellt sein. Immer dichter liegen die einzelnen Siedlungen nun neben» einander. Im südlichen Scharon ist es kaum mehr möglich, alle Orte auseinander zu halten. Sie gehen ineinander über. Klar Saba, Raananah, M a g di e I, R a m a t h Hasrhawitn bilden einen einzigen Komplex von Häusern und Pflanzungen. Jetzt überfliegen wir eine Stadt, ein ungeordnetes Gewirr von Häusern, das eingebettet liegt in einen weiten Kreis von Pflanzungsgürten. Das ist P e t a c h T i k w a h, die neueste selbständige Stadt Palästinas mit eigener Stadtverwaltuttg. Nördlich davon fließt In einiger Entfernung der Yarlton vorüber. Man kann seinen gewundenen Lauf bis zur *Mündung verfolgen. Dort wird hinter einem ]eichten Dunstschleier eine Stadt von riesigen Ausmaßen sichtbar: Tel Aviv. Nun fliegen wir in direktem Südkurs über arabisches Oe* biet. Weit im Süden taucht eine Reihe jüdischer Siedlungen auf. Ein weiter grüner Fleck: dort liegt Rischon le Zion. Auch Rechowoth und einige kleinere Ortschaften kann man noch erkennen, Ueber R a m i e h geht das Flug zeug in weitem Bogen auf den Flugplatz nieder. Ein wenig benommen steigt man aus, stellt erstaunt fest, daß der ganze Zauberflug nur zwanzig Minuten dauerte, findet bald sein körperliches Gleichgewicht wieder und fährt mit dem schon wartenden Auto der FluggeselIschaft m etwas mehr als einer Viertelstunde nach Tel Aviv ־- bereichert um ein wundervolles Erlebnis im jüdischen Land. iJr. N a c h u 111 G i d a 1, Jerusalem Lohnstatistik Der ״Haarez“ berichtet, wie uns aus Tel Aviv geschrieben wird, über die Verüftentliclmngen der Regierung zur Lohnstatistik. Die Indexziffern der Regierung beziehen sich aut die L o h n v e r h ü 11 n i ss e des Jahres 1031, Fs zeigt Sich, daß seihst heute noch alle Löhne mindestens 10 «0, durchschnittlich aber weit mehr über dem damaligen Lohnniveau liegen. Am höchsten waren die Löhne im Jahre 1934 (durchschnittliche Indexziffer 135), von da an ist er in der Industrie und Landwirtschaft durchschnittlich tun etwa 10 ״,'« gefallen. Heute steht allein die Landwirtschaft beinahe wieder aul dem Lohnniveau von 1931. Sonst ist im Gegensatz zum allgemeinen Eindruck das Lohnniveau nicht so sehr gesunken. So steht die Indexziffer des Baugewerbes noch über der durchschnittlichen Indexziffer. In der Holzindustrie sanken die Löhne empfindlicher. Die Lohnsenkung in der Metall- Industrie war geringfügig, im Druckereigevverbe stiegen die Löhne sogar um 10 «u gegenüber dem Jahre 1934. In den Webereien war eine geringe Lohnsenkung, in der Tabak-und Seifenindustrie hingegen stiegen die Löhne ständig. Freilich besagen diese Ziffern noch nichts für das Einkommen der Arbeiterfamilien, das trotz mehr oder weniger gehaltener Lohnhöhe durch Entlassungen oder Teilarbeit gelitten haben kann; aber die durchschnittliche Indexziffer der Industrie liegt noch heute bei den Juden bei 123, während sic bei den Arabern bei 103 liegt, also im wesentlichen den Stand von 1931 wieder erreicht hat. Die Druck- und Seifenindustrie zeigt auch bei ihnen Lohnsteigerungen. Die Webereiindustrie zahlt jetzt niedrigere Löhne als 1931. Reformbedürftiges Beerdigungswesen. Man schreibt uns aus Tel Aviv: Im ״Dawar“ wird von verschiedenen Seiten «ine Reform des B e e r d i g u n gs w c s e n 8 , besonders in Jerusalem, gefordert, A. B c i Fi n schreibt dazu: Sofort nach dem Tode, bevor sich noch die Angehörigen gefaßt haben,!«minien Fremde ins Haus und während sie den Toten nach jüdischer Sitte auf den Boden legen, unterhalten sie sich und gehen lärmend cm und uns. Gleichzeitig mit ihnen kommen Bettler und erbitten zudringlich Spenden von den Angehörigen. Dann melden sich die Totenwächter und verlangen Bezahlung. Zum Schluß betten sie den Toten auf eine alte, deformierte Tragbahre, bedecken ihn und tragen ihn im Laufschritt zum ßegriibnisplatz. Der Platz selbst ist ungepflegt, die Gräber sind nicht begrenzt, die Grabsteine ungeregelt aufgestellt. L,s gibt dort keinen Baum und keinen Strauch. Den Kindern des Verstorbenen ist die Teilnahme am Begräbnis untersagt. Die Leiche wird ohne Sarg begraben, und wenn sie im Sarge aus dem Ausland kommt, wird der Sarg hier geöffnet. Die Leiciiuitriiger benehmen sich nicht ruhig und würdig, ja der Verfasser sah während einer der Gedenkreden einen von ihnen rauchen. Manche unter den Mitgliedern der Beerdigungsbrtütcrschaft haben sich ihr sicher aus religiösen Impulsen angcschlosscn, aber sie machen ihr frommes Werk selbst durch ihr Verhalten zunichte, das den Toten verunehrt, — Auch Enianuel bin Gorion wendet sich gegen den Brauch, die Toten ohne Sarg zu beerdigen. Schon der Schulchan Aruch, auf den die Verteidiger dieses Brauches sich berufen, erwähnt ausdrücklich die Sitte der Beerdigung im Sarg und besonders das Abdecken der Leiche von oben, damit kein Staub in das Gesicht des Toten fiele und ihn so verunchre. So sei auch selbst die Berufung auf jüdisches Brauchtum hinfällig. Die Thora und ihre Wege im arbeitenden Palästina. Am 21. und 25. Juli fand in der Aha wall in Kiriath Bialik ein seit längerer Zeit geplantes Treffen von Mitgliedern der Histadruth und ihr näher stehender Menschen mit dem Thema ״Die Thora und ihre Wege im arbeitenden Palästina“ statt. Der Einladung zu dieser Tagung, die von Mosche Cal• vari, S. Ucko und B. Savaldi ausging, waren fast alle eingeladenen Chawerim aus den Kibbuzim des Kibbuz hameuchad, Chewer hakwuzoth, Hasorea sowie aus den Moschawim und der Stadt gefolgt. Chawerim des Kibbuz Rodges als Gäste beteiligten sich aktiv an der Aussprache. Nach einem einleitenden Referat von S. Ucko und einem Korreferat von Ernst Simon ergab sich eine die Frage von den verschieden* sten Seiten erhellende Aussprache. Von allen Beteiligten wurde es als wichtig betrachtet, in diesem Kinus, der nicht als Organisation auftritt, das Forum für eine weitere KIM• rung der Fragen gefunden zu haben, die in alle Lebens* bezirke der Existenz hinübergreifen. Das nächste — schon bald stattfindende — Treffen wird sich im wesentlichen mit der sozialen Frage aus dem Gesichtspunkt des Hauptthemas beschäftigen. Der berühmte Kantor Gcrson Slrota hat •Ich dieaar Tage nach Palästina begeben. Er wird anläßlich der hohen Feiertage in dem Saal aer Opera Moghrabi in Tel -Aviv als Vorbeter fungieren. Neue Bandenbildung? Wie der Jerusalemer Korrespondent der ״Times“ vom 13. August mitteilt, erregt das Wiederaufleben der Ueberfiille während der letzten zwei Wochen besonders unter den Juden lebhafte Beunruhigung. Der Korrespondent berichtet von einem Ueberfail auf eine jüdische Siedlung, bei dem die Schüsse zwar keinen großen Schaden a 11 richteten, bei dem jedoch das Feuer der Angreifer aus planmäßig geleiteten Saivcn bestand und beim Aufleuchten eines grünen Lichts über einer arabischen Siedlung aufhörte. In jüdischen Kreisen wird daraus der Schluß gezogen, daß es ein organisierter Ueberfail war. Es gibt ferner, so berichtet der Korrespondent, Beweise dafür, daß cVn ■ Reorganisation der bewaffneten Banden vom letzten Jahre stattfindet und daß Waffen gekauft und gesammelt werden. Fakri Abdel Hadi, einer der jungen palästinensischen Effendis, die sich Kaukjis Banden im vorigen Jaihr anschlossen und ihn später nach dem Irak begleiteten, befindet sich jetzt mit einer Anzahl von Geführten in Damaskus. Wie man hört, geht dort die Anwerbung für Palästina vor sich, und die Angeworbenen überschreiten einzeln die Grenze. Man betrachtet dies als einen Teil der Vorbereitungen, die unternommen werden, um der Teilung im Falle der Ausführung entgegenzutreten. Terrorakte Eine 12 Mann starke arabische Bande versuchte bei Je• richo die Grenze zu überschreiten, um Waffen aus Trant* Jordanien einzuschinuggelit. Nacli einem Kugelwechsel mit der Polizei verschwand sie. Auf der Straße Jerusalem —Heb ron ist eine Poti• zeipatrouille nachts von Arabern beschossen worden. Die Polizei erwiderte das Feuer und zerstreute die Angreifer. ln Wadi R u s c h m i a wurden von der Polizei 15 stark geladene Handgranaten entdeckt. Die Plflne des QuäkerfOhrers Oliver Beirut, 12. August. (JTA.) Der Quäkerftihrer Daniel Oliver erklärte einem Vertreter der Beirutcr Zeitung ״El A ehr ad“, er werde von den arabischen Zeitungen Palästinas zu Unrecht als englischer Agent bezeichnet, weil er den Vorschlag gemacht habe, eine a r a b i s c h - j ii d i s c h e Konferenz (s. den Bericht in der vorigen Nummer. Red.) einzuberufen. Ich erkläre offen, sagte Oliver, daß ich vor allem Engländer bin. Meiner Meinung nach erfordert es das Interesse Englands, mit den Arabern zu einem Ausgleich zu kommen und die Teilung Palästinas nicht zuzulassen. Die Kgl. Kommission hat ihre Untersuchung einige Monate lang durchgeführt und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß das Land geteilt werden soll; ich baue meine Ansicht auf eine Untersuchung von 48 Jahren auf. Die Teilung schädigt die britische Politik und die Araber. Darum schlage icli eine arabisch-jüdische Konferenz vor, die auf Grund der jetzigen Lage eine Antwort auf das Problem finden soll. Mein Vorschlag geht dahin, daß die Juden 30 *>« der Oesamtbcvülkcrung bilden sollen. Das ist ihr jetziger Bevölkerungsanteil, und dieser soll aufrcchtcrhaltcn werden. Lord Sa muerhat 40 0:0 verlangt. Meiner Meinung nach ist dieser Anteil zu hoch. Daniel Oliver fügte hinzu, er begebe sich jetzt nach Palästina, um dort mit den arabischen Führern, seinen Frtunden, und auch mit den jüdischen Führern zusammenzutreffen, ln den letzten zwei Monaten sei er im Hedschas und im Irak gewesen und habe mit den dortigen Herrschern gesprochen. Auch mit F a u z i K a u k j i sei er zusammengetrof• feil und habe schließlich Trans Jordanien besucht. Ueberall habe er schärfste Gegnerschaft zu dem Teilung«* plan vorgefunden. Ein Memorandum Emir Abdullahs Kairo, 12. August. (JTA.) Die Tageszeitung ״EI Ahrain“ "hat eine von Emir Abdullah an High Com* misskmer Sir Arthur Wauchope gerichtete Denkschrift veröffentlicht, die sich gegen die Erklärung von Sir Henry Mac M alson wendet. England habe Palästina nicht zu den arabischen Provinzen gezählt, die im Falle des siegreichen Ausganges des Krieges Selbständigkeit erlangen sollten. Der Emir wendet sich dagegen, daß MacMahon seine Erklärung erst nach dem Tode König Husseins abgegeben hat. Als der einzige überlebende Sohn des verstorbenen Königs erklärte er, daß nach den in seinem Besitze befindlichen Briefen das Unabhängigkeit« versprechen auch Palästina u 1111 a ß t c. Diese Berichtigung von Ungenauigkeiten sei er der Ehre des Andenkens seines verstorbenen Vaters schuldig, England •Reise Wauehopes Einer Meldung der ״Palcstine Post“ zufolge dürfte High Commissioncr Sir Arthur Wauchope Ende dieses Mo* nats einen Urlaub antreten, den er in England verbringen will. Der Entschluß zu dieser Reise sei unerwartet und plötzlich gekommen. Von der Woche Auf Anordnung des High Commissioncr ist der arabische Regierungskommissar von Dschenin, Ain cd Din Schawa, seines Postens enthoben w-ordcn, weil er in der Zeit der Unruhen Verbindungen mit der gegen die Regierung gerichteten arabischen Bewegung unterhalten hat. Eine neue landwirtschaftliche Siedlung ist dieser Tage 12 km weit von Haifa entfernt zwischen Ramat Jochanan und Klar Atta gegründet worden. Die Siedlung trägt den Namen Ktar Uscha. Die Siedler sind Jugendliche aus dem Kibbuz, des Hanoar Hazioni. In der Nähe der Shell-Brücke in der Industriezone der Haifa Ba y ist ein aus zehn Gebäuden bestehender W'erk- Stättenblock fertiggeatellt worden. Der High Commissioncr hat die neue jüdische Siedlung Tirat Zwi besucht. Die Siedler überreichten ihm eine Denkschrift über die Entwässerung der Malaria-Sümpfe und andere wichtige Arbeiten. Am 3. Elui war es ein Jahr her, seitdem der Professor der Hebräischen Universität Jerusalem, Ür. Lew Billig, während der Araberunruhen erschossen wurde. Anläßlich die- 8ea Jahrestages haben die Angehörigen des Ermordeten ein Stipendium für Studenten des orientalistischen Seminars der Universität gestiftet. Die Jerusalemer Geigerin Edith Blum veranstaltete im Garten des Boris-Schatz-Hauses einen Serenaden-Abcnd in festlichem Rahmen. Ein Quartett für Flöte, Violine, Viola und Cello von Johann Christian Bach eröffnetc den Abend, dessen Hauptteif eine Serenade für Violine, Viola und Cello von Beethoven (Op. 8, d-Dur) bildete. Neben Frau Blum wirkten Erwin Hei mann und Erwin Hirsch mit, die Flötenpartien hatte Werner Fries übernommen, welcher auch den stimmungsvollen Abend mit einem Flötensolo von Debussy abschloß, Vereinigung ehemaliger Offiziere In Erez Israel. Am 29. Juli fand In den Klubräumen der Ortsgruppe Tel Aviv der Agudath Hakzinim Haivrim eine außerordentliche Ge* neralversatnralung statt, ln den Vorstand wurden gewählt: Zum Vorsitzenden Uri N a d a v, zu seinem Stellvertreter Ing. Leopold Reich, zum Beisitzer Dr. Josef Fa erber, zum Schriftführer Ing. Josef Altbauer und zum Kassierer Meir Olasei. — Zusammenkünfte finden jeden Montag׳, 20,30 Uhr, im Klubhaus, Tel Aviv, Rothschildboulevard 47, statt. Familien *Nachrichten Herr Adolf Lew in (Iniher Berlin), Jerusalem, Abyisinianstr. 26, begeht am 26. August den 70. Geburtstag. Barmliwih-Termlni Am 11. September (8. Tischri): Wolfgang Ro- *in, Sohn von Iwan Rosin-Philrpp (früher Northeim), Jatkoaa- Ramat Gan. SCHALTERSTUNDEN derAnnahmeateife in unterem Verlagshaute MEINEKESTRASSE 10 Montag bis Freitag 9—18 Uhr Sonnabend und Sonntag geschlossen JÜDISCHE RUNDSCHAU Ein Wlrtschaftsjahrbuch Painew« Economic Annual of Palestine 1937. —י Palestlne News Service Ltd., Tel Aviv 1937. Im dritten Jahr erschien das ״PaI11cws“־Wirtschaft8jahr• buch von Palästina, diesmal nur in englischer und hebräischer Sprache, herausgegeben von Heinrich Cohn. Im ersten Teil gibt Dr. Alfred Michaelis einen Ueber• blick über die palästinensische Wirtschaft im Jahre der IJn• ruhen. Er behandelt die unmittelbaren Wirkungen der Un* ruhen — Umfang der Verluste und arabisch-jüdische Wirtschaftsbeziclmngcn —, die allgemeine Wirtschaftsentwickhjng (Einwanderung, Kapitalimport, Außenhandel, Schiffahrt und Verkehr, Rcgimmgsfinan/en, Bankwesen, Industrie und Land• Wirtschaft) und die Bedingungen für eine Belebung der Wirtschaftlichcn Entwicklung. Michaelis kommt zu dem Ergebnis, dal! eine genügend große Einwandcrungsnuote die erste Be* dingimg für die Uebcrwindung der wirtschaftlichen De״ pression ist. Neu ist ein zweiter Teil, der wichtiges statistisches Ma* ierial aus allen Gebieten der palästinensischen Wirtschaft bringt. Der dritte Teil des Buches bringt Spezialarbeiten übet die einzelnen Wirtschaftszweige. So schreibt Dr. Erwin Witt* kowski über ״ImJiistrieprobieme in Palästina“, Dr. Max Hirsch über ״Jüdische Landwirtschaft in Paläsiina“, Dr. Walter Erhard über ״Das Versichernngsgeschäft in Palästina“, W. Diist erwähl über ״Ausländische Investierungen in Palästina“, Dr. Alfred Michaelis über ״Handelsbe/iehungcn zwischen den Ländern des Nahen Ostens“, Dr. Reinhold Cohn über ״Patente und liamlelsmarkcn“. Daneben werden auch noch andere Fragen behandelt, so die ZI* truswirtschaft, die Wasserwirtschaft, die chemische Industrie, die Schiffahrt, Bodenfragen, die Tätigkeit der ,,Haavara“. Ein Anhang enthält Informationen über Maße und Gewichte, Post* tarife, Elektrizitiitstarife, Einfuhrzölle, Handelskammern. Ge* genüber früheren Ausgaben fällt auf, daß die verwendeten Ziffern das gesamte Jahr 1936 umfassen und dadurch erst Wert bekommen, R. L, Lehrbuch des Arabischen Dr. Jochanan Kapllwatzkv, Hassafah ha-arawith wedikdukah, sefer rischon, liozaath hamachon haschemi, Tel Aviv. Schon lange machte sieh der Mangel eines guten hebrälsehen Lehrbuches der arabischen Sprache be• merkbar. Diese Lücke füllt das soeben erschienene Werk Dr. Kapliwatzkys in hervorragender Weise aus. Es ist in erster Linie für die hebräischen Schulen, aber auch zum Selbst* Studium gedacht. In der Golah wird das Buch überall dort dankbare Aufnahme finden, wo — wie in Berlin — arabische Sprachkurse auf hebräisch gegeben werden. Der Verfasser, dessen große Erfahrungen im arabisdien Sprachunterricht ihn besonders für diese Arbeiten befähigten, hat seine Aufgabe in erfreulicher Weise gelöst. Der arabische Text, der schnell vom Wort zum Satz und von da zur Erzählung überführt, ist laufend von einer sehr klaren und deutliehen hebräischen Erläuterung begleitet. Im arabischen Voka• bularium legte der Verfasser besonderen Wert auf die Ver• Wendung eines möglichst hohen Prozentsatzes von dem Hebräischen stammverwandten Worten, wodurch dem vom Hebräischen kommenden Schüler das Erlernen der Vokabeln denkbar erleichtert wird. Der ganze Stoff ist sehr lebhaft gestaltet, kleine Erzählungen aus dem täglichen Leben und aus der arabischen Schulliteratur bilden das Hauptmaterial und sind geschickt zur grammatikalischen Hebung hergerichtet. Am Schlüsse des Bandes befinden sich außer einem Wörter* Verzeichnis sehr sorgfältig bearbeitete und übersichtliche Grammatiktabellen. Einen Nachteil in der Stoffanordnung stellt das Fehlen von Uebersetzungsübungcn dar, doch wird man in dieser Beziehung wohl durch den bald erscheinenden zweiten und dritten Band entschädigt werden. Der Druck des Buches ist im Gegensatz zu den meisten Lehrbüchern des Arabischen auffallend klar und deutlich — das ein weiterer Grund, ihm viele Freunde zu erwerben. In der hebräischen Presse ist dieses Werk mit Recht als der Schlüssel zum Erlernen der arabischen Sprache be• zeichnet worden. Dr. J. L, (Schluß des Palästinateil»)