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Jüdische Rundschau · 1937-08-13 · Heft 64 (13.8.1937) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 64 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr 64, 13. VIII. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 13 UMSCHAU Soziale Arbeit / Marg.Turnow'sky-Pinner Arbeit in orientalischen Gruppen Immer wieder drängt sich die Betrachtung auf, wie sehr die Grenze zwischen sozialer Arbeit und Sozialpolitik־ verschwimmt. Die Arbeitskreise iibersclineiden sich. Die palästinensische Arbeiterorganisation, einer der zentralsten Träger des Aufbauwerks, übernimmt in konsequenter Verfolgung des Aufbaugedankens daher Aufgaben, die in den Rahmen des sozialen Hilfswerks hineinfallen. An erster Stelle steht hier die Arbeit in den jüdischen Gruppen. Sie umfaßt die Zusammenfassung der Erwachsenen in Klubs, die Erfassung der Jugend im Moar-Haowed, und die Unterrichtstätigkeit in den Abendschulen des Noar-Haowed. Die Bildung landsmannschaftlicher Klubs muß im ersten Augenblick als abwegig erscheinen. Die Arbeiterorganisation ist einheitlieh; ihre Ziele dulden keine andere Oruppierung als die nach Berufen, Arbeitsqualitäten und gewissen persönlichen Gegebenheiten, die die Reihenfolge der Vermittlung und in gevissen Fällen die Entlohnung beeinflussen (Alter, Familiengröße usw.). Die Histadruth wird aber durch zwei Bestrebungen zu der genannten Sonderarbeit geführt: in ihrer Bemühung wn die Ordnung der Arbeitsbedingungen wählt sie die Klubbildung als Mittel zur Einflußnahme auf die organisatorisch schwer erfaßbaren orientalischen Arbeiter. Ihr zweites Ziel ist die kulturelle Hebung und Vereinheitlichung der palästinensischen Arbeiterschaft. Die Klubarbeit bildet darum eine wichtige Teilaufgabe ihrer Kulturabtcihing. Dabei ist die landsmannschaftliche Gruppierung nicht selbst Ziel, sondern nur Mittel, eine notwendige Uebergangserscheinung, die zu dem schnellstmöglichen Termin durch di« Bildung umfassender kultureller Arbeitsgruppen ersetzt werden soll, ln dem jetzigen Stadium scheint es aber berechtigt, diese Klubs als soziale Einrichtungen an- Zusehen, die den begonnenen lind geplanten Settlements verwandt sind. Die Zentren der Arbeit sind Tel Aviv und Jerusalem (dieses allein mit fünf landsmannschaftlich getrennten Klubs), aber auch in einer Reihe von Dörfern haben sich Klubs gebildet: der Klub der griechischen Juden in MagdicI, der hakische Klub in Kfar-Saba, der Jemeniten in Petach-Tikwah und andere mehr. Seit kurzem erscheint ein internes Blatt ״Tagebuch des Ausschusses für die Interessen der Ein- Wanderer aus dem Osten“. Die dort veröffentlichten Berichte und Protokolle machen die Ziele und Interessenkreise der Klubs besonders deutlich. Soweit die Leistungen über das rein Organisatorische hinausgehen, steht im Vordergrund des Interesses die Frage der Arbeitserziehung und Arbeitsbeschaffung. Es wird über die kürzlich erfolgte Gründung einer Steinhauergruppe bei Jerusalem, über die Mithilfe bei der Ueherfiihrung der Jaffaer Fluchtlinge in die Dörfer und von weiteren Rcnnihutigen um die Erziehung zur Landarbeit, von der Zusammenstellung der Gruppen von Hafenarbeiten! für Haifa und Tel Aviv usw. gesproeben. (Wie wichtig die Umsiedlung auf das Land ist, betont ein Vertreter der Salonikier: nur 300 griechische Juden tun zur Zeit Landarbeit, während es nach ihrem Bevölkerungsanteil 1500 sein müßten.) An zweiter Stelle steht die Bildungsarbeit. Die Förderung der hebräischen Sprache ist hier, wie in allen Kreisen des Jischuw, die Voraussetzung für die kulturelle Weiterentvvicklung. Daneben muß eine allgemeine nationale und soziale Erziehung gegeben werden, denn die orientalischen Arbeiterkreise stehen den Fragen des Gemeinschaftslebens besonders fern. Eine junge Führerschaft wird durch Seminare aus den bcfäliigsten Mitgliedern der Klubs herangebildet. Mit gleicher Intensität werden aber auch Probleme behandelt, die ganz in das Gebiet der sozialen Hilfsarbeit fallen. Man nennt die Zahlen der uneingcschnlten Kinder aus den einzelnen Landsmannschaften; man berichtet über diesbezügliche Verhandlungen mit der Stadt Tel Aviv, über die Schaffung einer Vorbercitungsklasse für neueingew änderte Saionikier Kinder, über die Einrichtung eines Kindergartens für 50 Kinder in dem Tel Aviver Armenvierfel Florentin, über die Gründung eines Kinderklubs durch den Klub der Jemenitischen Arbeiter in Tel Aviv. Bei diesen letztgenannten Arbeiten ist die Organisation arbeitender Mütter beteiligt, im wesentlichen sind es aber Leistungen der Klubs, die das wichtigste Resultat der dort geleisteten Er- Ziehung zeigen: das gesteigerte Vcrantvvortungsgefühl für die Gesamtheit der eigenen Bevölkerungsgruppe und den Beginn organisierter Selbsthilfe. Noar-Haowed Während die Klubgründung ein Versuch des letzten Jahres ist, wurde die der Histadruth angeschlossene Jugendgruppe Noar-Haowed (arbeitende Jugend) bereits vor zwölf Jahren, im Herbst 1925, aufgebaut. Sie umfaßt jetzt ca. 5000 Mitglieder im Alter von 9 bis 17 Jahreu ■— nach ungefährer Berechnung 00 <><> der arbeitenden Jugend. Noar Haowed ist Jugendgewerkscliaft; sie versucht auf die Arbeits- Bedingungen, die Arbeitslöhne, die Urlaubs- Zeiten usw. einzuwirken. Sie ergänzt so das Werk der Histadruth, dem die jugendlichen Arbeiter statutengemäß noch nicht angehören können. Sie war aber von Beginn an zugleich Jugendorganisation mit gemeinschaftsbildenden und erzieherischen Zielen. In beide Gebiete fällt die Bemühung um die Heranbildung von hochwertigen und für das Land wertvoilen Arbeitern. Hier ist noch Unendliches zu leisten, immerhin ist Wichtiges begonnen: landwirtschaftliche Gruppen wurden zusammengestellt, in der Arbeit geschult und schließlich bis zur Ansicdlung gebracht. (Die älteste Kwuzah von Noar-Haowed ist Naaneh.) Weitere Kreise wurden in wachsendem Maße zu Erntearbeiten in die Dörfer geschickt. Eine Sondergriippe von 30 erprobten Jungen wurde zu Hafenarbciten nach Haifa entsandt und im Emek-Sebulon ansässig gemacht; der Versuch, eine geschlossene Gruppe in einer Akkoer Fabrik zu beschäftigen, scheiterte während der Unruhen, zeigt aber den Weg für ähnliche Formen. In der letzten Zeit beginnen sieh in den Städten Berufsberatungsstellen auf/ubaueii, die mit Hilfe von Eignungsprüfungen und Organisierung paritätischer Lchrlingsausschtisse das vernachlässigte handwerkliche Ausbildungswesen ordnen und überwachen. Zur Unter- Stützung einer vollwertigen Ausbildung, die nur zu oft an dem Fehlen geeigneter Handwerksmeister scheitert, wurde in Tel Aviv die Handwerkerschule auf den Namen Max Pein errichtet, die in verschiedenen Zweigen des Metallgewerbes ausbildet. Ein entsprechendes Institut für Tischler wird jetzt in Jerusalem vorbereitet. Auch an der von der Wizo organisierten Fachschule für Mädchen in Jerusalem ist Noar-Haowed beteiligt. Diese Bemühungen um eine Arbeitserziehung, ebenso wie die gesellige und belehrende Gruppenarbeit gehört nur zum Teil in das Gebiet ״Arbeit unter den orientalischen Juden“. Noar-Haowed trennt nicht landsmannschaftlich. Gerade in der Zusammenfassung und Verschmelzung der so vielfältigen ji'tdisehen Bevölkerung Palästinas liegt einer seiner Werte. Aber der Prozentsatz der Orientalen unter der arbeitenden Jugend, besonders unter den arbeitenden Kindern, ist so groß, daß es berechtigt scheint, die Leistungen des Noar- Haowed hier hineinziircchnen. Ganz besonders gilt dies für Jerusalem. Dort stammen von den ca. 50!) Mitgliedern mehr als 90 ״'<> aus den orientalischen Kreisen. In Tel Aviv sind es etwa SO״'׳ bei einem Bevölkerungsanteil von kaum 20»״. ln den landwirtschaftlichen Gruppen —■ und dies zeigt die Notwendigkeit zu immer weiterer Erziehungsarbeit — bilden die Orientalen allerdings nicht mehr als 10 0״. Abendschulen des Noar-Haowed Noch deutlicher als bei den bisher gcschilderten Arbeiten wird der sozial-erzieherische Charakter in den Abendschulen des Noar-Llaowed. Der Besuch dieser Schulen ist nicht an die Mitgliedschaft im Noar-Haowed gebunden. Die Schulen sind rein soziale Einrichtungen und werden als solche;*ud1 von den Gemeinden unterstützt. Es mußte den Führern der Arbeiterjugend besonders kraß zum Bewußtsein kommen, wie die Entwicklung weiter Kreise der palästinensischen und besonders der orientalisehen Jugend durch den mangelnden Schn!- besuch gehemmt wird. Zu dem nicht kleinen Kreis der Analphabeten kommt die große Zahl: der im Glieder oder in drei bis vier Volks- Schulklassen völlig ungenügend Ausgcbildeten. Will man diesen Kindern die sprachliche und wissensmäßige Grundlage gehen, die die Voraussetzung für ein Gemeinschaftsleben im Lande und ziemlich jede Berufsarbeit ist, so kann dies nur in Abendschulen geschehen, in denen die Kinder nach Abschluß ihrer Berufstätigkeit einen geordneten, vielseitigen Unterrieht bekommen. Mit Einzelkursen wurde schon vor etwa zehn Jahren begonnen, die eigentliehen Schulen sind aber eine Gründung der letzten Jahre und — trotz ihrer viel zu geringen Mittel — in ständigem Ausbau begriffen. Die Tel Aviver Schule bat sechs, die Haifaer vier, die Jerusalemer fünf Klassen, jede mit etwa 30 Schülern, in Jerusalem, wo 90 bis 95 »״ der Schüler Orientalen sind, verinittcln die untersten Klassen den allerprimitivsten Anfangsunterricht im Lesen, Schreiben, Rechnen der untersten Volksschulklassen. Auf ihren Bänken sitzen Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis zu 17 Jahren, oft die eigentliehen Erhalter ihrer Familien, ln den oberen Klassen wird ein fortgeschrittenerer Unterricht in den genannten Fächern, dazu in Geographie, Geschichte, Naturkunde und Englisch erteilt. Die Lehrer arbeiten gegen ein sehr kleines Entgelt oder ehrenamtlich. Aus Mangel an Räumen und Mitteln fehlen allerdings noch einige wichtige Fächer. Zeichnen —■ das für den Fortschritt in so vielen Berufen nötig ist — und Turnen, das die Schäden mindern könnte, die die Körper dieser Kinder durch die viel zu frühe Berufsarbeit erlitten haben. Diese Felder werden aber abzustellen sein, sobald sieh die sozialen Stellen aktiver an diesem unentbehrliehen sozialen Werk beteiligen. Einige Zahlen über die Schülerschaft der Jerusalemer Abendschule vom Jahre 1936 sind von Interesse. Von 106 Schülern waren zehn 9—10, zweiundzwanzig 11—12, dreißig 13—M, und vieriindvierzig 15—17 Jahre alt. 56 mußten mit dem primitivsten Anfangsunterricht beginnen. Von den 57 Mädchen waren 16 bertifslos, 29 Hausangestellte, die übrigen Näherinnen, Weberinnen, Modistinnen. Von den Jtmgen waren 9 in Tischlereien, 9 in versebiedenen Zweigen des Baugewerbes, 12 itn Metallge werbe, 12 in verschiedenen Gewerben und 13 Gelegenheitsarbeiter. Nur 7 der Kinder waren Aschkenasen, alle übrigen Orientalen;״׳- d n verschiedensten Ländern. Hebräische Literatur / Israel Kohn ״Gitit“ Im Verlage ,,Davar“ erschien ein Liederbuch der Dichterin Anda P i n k e r f e I d unter dem Titel ״Gibt“ (ein in der Bibel erwähntes Musikinstrument). Anda Pinkcrfcld ist kein neues Gesicht in der hebräischen Dichtung; sie ist dem Publikum bekannt, besonders wegen ihrer Kinderlieber, die auch in einen! bcsonderen Bande erschienen sind. Fast jede Woche lesen wir ihre Lieder in den literarischen Beilagen der Zeitungen und in Sammefscluifteu. Auch in diesem Buche zeichnen sich die Lieder der Pinkerfcld durch charakteristische Eigenschäften, die bei dieser Dichterin zu etwas Beständigem geworden sind, aus: lustige und leichte Verse, eine biegsame und natürliche Sprache, eine geläuterte und klare Lyrik und Hingabe an das behandelte Thema. Es fehlt in ihren Liedern jede schwere Problematik und sie strebt auch nicht danach. Doch gibt es bei ihr wirklich menschliches Erlebnis einer Frau unserer Tage, in dem Trauer und Freude sowie Weiches und Hartes miteinander vermischt sind. Einige der Lieder wurden während der letzten Unruhen im Lande geschrieben und es gibt in ihnen eine Melodie der Verzweiflung und einen Ton von Sarkasmus gegenüber den Sündern und Verbrechern. ״An den Ufern des Niemen“ Im ״Bücherverlage Erez Israels“ (hozaat hasfarim haerez-jisraelit) in Jerusalem erschien ein Buch von Menachem G. Glau unter dem Titel ״An den Ufern des Njemen“. Es enthält zehn Erzählungen aus dem Leben der Juden in Litauen in der Vergangenheit. Es ist eines der hervorstechendsten Merkmale der Er/ählungsliteratnr in Erez Israel, daß junge wie alte Schöpfer — neben dem neuen, aus dem Lehen geschöpften Thema — sich besonders bemühen, dein Lehen der Vergangen heit in den Ländern der (iolali entnominelle Themen zu behandeln. Dabei wirkt auch der Wille mit, der jungen jüdischen Generation im Lande, deren Blickkreis, Erzielnmg und seelische Quellen ganz andersartig sind, jenen Abschnitt jüdischer Geschichte, aus dem sich das zionistische Streben entwickelt hat, wieder lebendig vor Augett zu fuhren. Von diesem Gesichtspunkt aus hat das Buch einen bedeutenden Wert, insbesondere da es Schilderungen von Menschenleben und Gharaktcre 11 enthält, die weit über das Schablonenhafte hinausgehen. Eine Monographie über Bialik Im Verlage ״Dvir“ erschien aus der Feder des bekannten Literaturhistorikers P. La eh o ver eine große Monographie über Bialik. Sie umfaßt zwei Teile: Kindheits- und Jugendjahre sowie Jahre der Wanderung und des Reif- Werdens. In der Einleitung sagt der Verfasser u. a.: ״Das Buch hat keinen belletristischen Charakter, sondern nur den eines literarischen Studiums. Ich bin ein Gegner all jener, welche das Lehen großer Menschen zu einer liebliehen Legende, zu einer das Mensehenherz anziehenden Sagenquelle umwamlelii. Eine wahrhafte Sage ist nur dort, wo sie von sielt aus im Herzen des Volkes keimt und aufgeht und wo das Volk an sie glaubt, alter nicht dort, wo sie vom Einzelnen mit künstlichen ״literarischen'1 Mitteln geschaffen wird. Eine Heldensage, wie diese letztere, steht im Widerspruche mit dem Leben der Helden, die doch immer aus innerer Notwendigkeit handeln. Sie macht die Schilderung ihres Lehens einfach zu einer Fä!- schling... Der Verfasser des Buches rühmt sich nicht, die Wahrheit auf visionärem Wege gefunden zu haben, vielmehr gesteht er, sie auf verschiedenen Wegen gesucht zu haben. Er bemühte sich, Einflüsse, Bindungen und Brücken itn!.eben sowie Anregungen und Motive des Scliöpfungstriebes zu entdecken, ohne dabei die Schöpfimgsarbeit allein auf diese Ursachen zurückzuführen... Das Buch entstand aus meinem inneren Bedürfnis.“ — Ueher Bialik wurde bereits viel geschrieben, doch das besprochene Buch, als eine große und vollständige Monogranhie, ist das erste in seiner Art. Wenn auch gegen mandie Erklärungen und Definiti onen des Verfassers W'idersprueh erhoben werden kann, so vermindert das keinesfalls den Wert des Budics. Ein Buch über Abraham Sdilonski Im Verlage ״Jacbdav“ in Tel Aviv erschien Buch über A b r ,11 1׳ a in S c 11 I o 11 s k i, einen der Meister der jungen hebräischen Poesie. Das Buch entstammt der Feder Israel S 111 r r e s' und ist mit großer Verehrung für den Dichter geschrieben. Der Verfasser erläutert das Wesen der Schlonskisclteu Dichtung, die Quellen, aus denen er schöpft, lind die Art seines Ein- Busses auf die hebräische Dichtung. In der Rekapitulation des Buches sagt der Verfasser: ״Auf der Waage der hebräischen I iteratur wird nicht nur die Poesie A. Sehlonskis, sondern auch jene Serie von Aiifsat/ou und Notizen über Fragen von 1 iteratur und Kunst, welche in ״Ktubim“ mul ״Turim“ (zwei Zeitschriften, zu deren Schriftleitern Schlonski gehört) erschienen, gewogen werden.“ ,,Das Niedersteigen“ Sehlonskis vom Olvmp der Poesie aut den Weg der Polemik und des Meinungskamptes wird — wenn es nicht bereits geschehen ist - eine Art Umwälzung mit sich bringen, die über das Los und die Wäge der!.iteratur Israels entscheid eit wird." Svhloimki und seine Dichtung erfordern noch eine Beleuchtung und Erklärung, wie alles Neue, das nicht auf gebahnteiii Woge schreitet, und in dieser Riehtiing erfüllt das Buch eine wichtige Mission. Briefe R.Mosche Chaim I.uzzattos Im Verlage des ״Mos,ad Bialik“ erschien ein bedeutendes und Interesse erweckendes Blich, enthaltend die Briefe R. Mosche Chaim Ltizzafos (kamclt;»l) und seiner Zeitgenossen, Ls umfaßt eine Einleitung und Aiimcrkungen Dr. Gin/burgs, der die Briefe gesautmelt und geordnet hat. Die Einleitung führt den Leser in das Innerste dieser rätselvollen Persönlichkeit, über die so viel gestritten wurde. Insbesondere erklärt sie die Periode und die Menschen, mit denen Lu/zatto in Beriih״ rung kam. Die Einleitung schließt der Verfasser mit folgenden Worten: ״Am Grabe Rainclials verstummten seine Widersacher, dafür entstieg demselben die erhabene Gestalt Raniclials, des Kabbalisten und Dichters, der auch als Vater der hebräischen Poesie und als Schöpfer unserer neuen Literatur zur Geltung kommt. Jetzt, nach Veröffentlichung dieser Briefsammlung, verschwinden auch die letzten Flecken, mit denen ihn seine Feinde ohne seine Schuld beschmutzt )iahen, und seine glanzvolle Persönlichkeit steigt aus den Blättern dieses Buches in doppelt starkem Lichte empor: ist es doch das Licht des Sieges der histo* rischen Wahrheit.*‘ ״Midiiarim l’horim“ (Briefe an Eltern) Im Verlage ,,.Aeliiassaf" in Jerusalem erschien ein Buch von ״Briefen an Litern“ in Prägen von Pflege, Erziehung und Psychologie von Kindei n aus der Feder von l)r. J. Riwk a i. Das Buch, das eine erste Folge ist, will als eine Einführung in die Welt der L rziehungs- Probleme dienen und im wesentlichen eine Reihe von Prageil der Pädagogik beantworten. Die Sprache ries Vortrages ist leicht 11ml t'ließeiul, wenn auch die Prägen kompliziert sind und v, issenscha Mi ichen Gharal.tcr besitzen. Dr. Riwkai hat schon iruher Bücher über solche Fragen sowie über ”e-ellsa> dhelic Probleme geschrieben. Die Schriften Weizmanns Ls ist bereits der vierte Baud der Schriften Weizmanns ersr h jenen und damit kommt vorläufig die I lerausgabe seiner Schriften zum Abschluß. Der vierte Band enthalt auch die historische Aussage Weizmamis vor der Königliehen Kommission. Jetzt, da wir alle seine Schriften vor uns haben, sehen wir erst, daß die Große Wei/maims nicht mir in seiner Politik, solidem nicht weniger in der Rhetorik und dein Literarischen seines Ausdruckes liegt. Ls gibt Reden, die sich als herrliche sehriftstellerisclie Kostbarkeiten darstellen. Und das W'esentlichste: der Faden, der sich durch alle Jahre seiner 1 aligkeit und seiner Hoffnungen zieht, reißt unter keinem I)rucke. Die Lage des Hausbesitzes in Tel Aviv Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: Der ״Haarez“ bespricht anläßlich einer Tagung des Hausbesitzerverbandes in Tel Aviv die Lage dieses Wirtschaftszweiges: Außer dem Hausbesitz in den Verkehrszentren in Tel Aviv ist im aligemeinen die Lage des Hausbcsitz.cs nicht mehr gut. Ein Teil <ler Hausbesitzer hat noch den Großteil seiner Wohnungen und Läden, wenn auch häufig zu herabgesetztem Preise, vermietet, aber viele haben nicht die Hälfte vermieten können. Nicht nur fehlt der Einwanderungsstrom, auf den man gerechnet hatte, sondern viele haben sich auch wegen Verminderung des Einkommens auf kleinere Wohnungen beschränken müssen. Sicher ist dieser Zustand zum Teil vom Hausbesitz selbst verschuldet. Während der Prosperitätsperiode, als große Gewinne zu erwarten waren, kauften die Haus- —MAGISTER KIRSCH—ך Der gute Li kör Magi»ter-Likörfabrik, Manchen VII. n Berlin zu bezieh, durch die | Weingroßhandlung B 8 r n h a r d B r 8 u 8 r« Burgsiraße 3 / Ruf: 5143 40 besitze!• teure Grundstücke und zahlten holte Arbeitslöhne, ohne ztt bedenken, wie gering die Aussicht war, daß solche Häuser später einmal mehr als 5—7״״ eiitbringen würden. Denn es war doch völlig ungesund, Kalkulationen auf Preise wie 3—4 £ Monatsmiete pro Zimmer oder 15—30 £ Monatsmiete pro Laden zu basieren. Aber Warnungen nützten nichts, und jetzt rächt sich an den Hausbesitzern ihre eigene Unvorsichtigkeit. Trotzdem ist es natürlich nicht angängig, den Hausbesitz dem Untergang preiszugeben. Es wäre an der Zeit, die nötigen Stützungsaktionen vorzunchmcn, um dem Hausbesitz über die schwere Zeit, die ja doch nur eine Ucbergangszeit sein wird, hinwegzuhelfen. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 5. August hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere i!1 Tel Aviv folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 ״״ige Pfandbriefe 1«S 55 98, 6 »״ige Pfandbriefe 1934 35 101! 6 ״1׳ige kum. Vorzugsaktien 113! -, gewöhnliche Inhaberaktien IIS' ,. P. L, I). C. gewöhnliche Inhaberakliei! 921 ()׳ ige kunt. Vorzugsaktien 94D, Keren Kajemetli Lejisrael 2״«;,׳!ge Pfandbriefe ' -, B zur Ltd. (),,״ige Pfandbriefe 97'■). Familien-Nachrichten I leir Albert Fabian und Fr,1״ Flora, g״b. Steril (früher Berlin)! Jerusalem, Kcrem Avraham, Z1־]>h.111H»tr. 70, begehen am 21. August die silberne lloihzcit. Flau Jo11 )״״ e v rn a n n, Haila, RccD>v,׳ Tcnt-abm! 28 (n iber 1 וזי!*- Bin fl), begeh! am 13. August den 75. 'öeb!״t-:ag. (Schluß des Palästinafciki

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