Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 64 (13.8.1937)
- Date
- 1937-08-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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jf.l' f ' n ז' י Seite 12 der Appell des Arabischen Komitees gerichtet war, sich zu dern Teilungsplan überhaupt nicht kullerte, obwohl eine unmittelbare Meinungsäußerung des Königs in Jerusalem dringend erwartet wurde. Es ist dann später bekannt geworden, daß Eden nach Bagdad ein Kabel gesandt hatte, das — unter deutlicher Bezugnahme auf die englisch-irakischen Verträge — die Er- Klärungen des Irak-Premiers zum Gegenstand hatten. Die Sprache des Foreign Office wurde in Bagdad verstanden. Denn bald traf vom König persönlich eine Botschaft ein, daß er sich dafür verbürge, daß seine Regierung künftig keine amtlichen Deklarationen die englische Palästinapolitik betreffend abgeben werde, ohne sie vorher mit England abzustimmen. Auch der Ministerpräsident Soliman Bey hat, wie Ormsby-Gore am Schlüsse seiner Rede vor dem ”Unterhaus an 21. Juli mitteilte, anerkannt, daß die Verträge zwischen England und Irak eine Fortsetzung der von ihm eingcschlagenen politischen Palästinalinie nicht gestatten. (Inzwischen allerdings hat sich der Irak an die Mandatskommission des Völkerbundes gewandt und gegen den Teilungsplan Stellung genommen. Red.) Sympathietelegramme liefen beim Arabischen Komitee ferner ein seitens des Emir von Kuweit und des Imam von Jemen. Sympathieerklärungen, aber auch nicht mehr. Syrien Es ist interessant, daß Syrien als Land, wo der unmittelbare Einfluß Englands aufhört, sich zu einer wirklichen Aktion entschlossen hat. Die svrische Regierung hat nämli-cli — zwecks Weiterleitung an den Völkerbund — dem franztisischen Hohen Kommissar eine Note übermittelt, die sich mit dem englischen Teilungsplan befaßt. Die Note geht davon ans, daß ,,die Politik der Balfour-Deklaration nach dem Eingesfändnis der Königlichen Kommission fehlgeschlagen sei“ und bringt weiter zum Ausdruck, daß ״auch die von der LONDON 11 Adamaoit R o a ti Königlichen Kommission empfohlene Politik fehlschlagen nuisse, weil sie die Araber dazu zwingen wurde, sich in die unfruchtbaren Regionen am Rande der Wüste zurückzuziehen“; sic schließt damit, daß die syrische Regierung ״aus Sorge tun das Schicksal der Araber in Palästina eine Regelung lierbeigcführt sehet! möchte, die die Unversehrtheit des Landes aufrecht erhält und den Wünschen der Bevölkerung Palä- Stiraas entspricht.“ Daß diese, im Ton sehr gemäßigte, Note nicht ohne Zustimmung Frankreichs verfaßt worden ist, geht daraus hervor, daß der svrische Ministerpräsident, als der Hilfsappell des Arabischen Komitees nach der Veröffentlichung des Teilungsplanes cinset/te, ausdrücklich erklärt hat, daß seine Regiert!ng ״keine Entscheidung treffen oder Haltung einnehmen wird, ohne sich vorher mit der französischen Regierung bcraten zu haben“. Für Erschließung des Irak Aus Tel Aviv wird uns geschrieben:!in ״Haare/.״ behandelt der Agronom A. Etting er das Problem der arabisclien Massen im vorgescblagencn Judenstaat: Die Kommissien äußert sich zwar über die Möglichkeit einer Umsiedluiig der Araber in arabisches Gebiet, aber sie scheint 11 iclit geneigt, ein solches Unternehmen zu e m p f e h I c n. Auch scheinen die in Aussicht genommenen Länder wie der Negew und Transjordanien für die Umsiedlung der Araber aus der Kiistenebene wirklich ungeeignet zu sein. Der Gedatikengang der Kommission, die Araber zu Kolonisten und Kultivatoren uncrschlosscner Gebiete z.u machen, scheint von vornherein verfehlt. Hingegen ist eine andere große arabisc he Bodenreserve überhaupt nicht in Betracht gezogen worden, das ist der Irak, das Land der unbegrenzten lamlwirtschaftlichen Möglichkeiten. Die Wissenschaft nimmt an, daß das Land, das heute ungefähr drei Millionen Einwchner hat, einmal von 15 Millionen besiedelt war. Mehr als hunderttausend Quadratkilometer dieses Landes können sofort und ohne weitere Vorarbeiten in Kultur genommen werden. Bewässerungsanlagen sind vorhanden. Irak hat heute sieben Einwohner auf den Quadratkilometer gegenüber 46 in Paläsfiiia. Nur durch die reichen Einnahmen, die ihr aus dem!,etroleumvorkommen zufließen, ist die Aufmerksamkeit der Regierung von der Bevölkerungspolitik abgelenkt. Alle Schwierigkeiten, die die Umsiedlung in andere arabische Länder machen, würden Wegfällen, wenn die irakische Regierung den landwirtschaftlichen Bedürfnissen und Möglichk eiten des Landes Aufmerksamkeit schenken wollte. Die irakische Initiative Nach seinen verschiedenen Schritten bei der Mandatsk-oitimissian will die Regierung des Irak jetzt, wie der Genfer Berichterstatter der ״Times“ am 9. August inittcilt, die Palästina-Frage vor dem Völkerbund aufrollcn, wobei der Irak, wie festgestellt wird, ״durchaus innerhalb seiner Befugnisse bleiben wurde׳‘. Man erwartet in diesem Falle, daII der Irak bei den übrigen Staaten des Vorderen Orient, vor allem der Türkei und den moslemischen Staaten, die einen Sitz im Rat haben, Unterstützung suchen und wahrsclieinlich finden wird. Todesfall. Aus Palästina kommt die Nachricht, daß am 27. Juli Lotto Baerwald in Jerusalem gestorben ist. Lotte Bacrwald war die Gattin von Alexander Baerwald, dem Erbauer des Haifaer Technikums. Seit dem Tode ihres Gatten, mit dem sie zutiefst verbunden war, lebte sie in erster Linie den Andenken ihres Mannes. Lotte Baerwald war auch literarisch vielfach tätig und ist unseren Lesern durch eine Reihe von Beiträgen bekannt geworden. Wir werden ihre Persönlichkeit noch ausführlicher würdigen. Vorträge In der HOG. Einem allgemeinen Bedürfnis nachkommend, veranstaltete die Hitachauth Olej Germania Jerusalem einen Informationsvortrag über den Inhalt des Berichtes der Royal Commission. Die Referate über die historische Entwicklung des Problems Juden und Araber, die Stellung der Kommission zu den jüdischen und arabi sclien Forderungen, die Beurteilung der Mandatsverwaltung durch die Kommission und die allgemeinen politischen Forderungen hatten die Herren I>r, Hans Levien und Dr. Fritz Löwenstein übernommen, Vortrag ln Ramatajlm. Am 4. August sprach in Ramatijim Dr. med. Steinhauer (früher Hanau) über das Thema: ״Wie erhalte ich meine Gesundheit in Erez, Israel und wie schütze ich mich vor Infektionskrankheiten“. Nach dem Vortrag entspann sich eine leblialte Diskussion. jniNttruF ״׳HAII 64. 13 Die Landschaft Palästinas Mrs. L. B. BENDHEIM Vom;Ui m*j deutsch-englische FamiHtnp«n«10n Wandlungsn ihres Charakters Die naturbedingte, ursprüngliche Eigenart der Landschaft Palästinas kehrt ais Thema in fast allen Reisebeschreibungen Jahrhunderte hindurch wieder. Besonders die Schonlieit des palästinensischen Frühlings regte zu anschauliehen Schilderungen an. Die nach der Regenzeit erwachte Natur begrüßte den Besucher in frischem, prächtigen Gewände. Das bunte Bild des Orients in all seinen Schattierungen kam außerdem der romantischen Sehnsucht des Europäers entgegen und übte eine besondere Anziehungskraft auf ihn aus. wir lesen aber auch in all diesen Palästinabüchern, soweit sie sich in ihrer Darstellung nicht auf die Frühlingszeit beschränken, daß das Land sonst öde und unkultiviert dalag. Den größten Teil des Jahres hindurch glich die palästinensische Landschaft einer wilden Steppe mit kahlen Ge• birgen und Sumpfgebieten. Das Gesicht des neuen Palästina zeigt, wie die gestaltende Kraft des menschlichen Willens in relativ kurzer Zeit ein Landschaftsbild verändern und verschönem kann. Das Aufbauwerk des jüdischen Volkes in 1 re/ Israel hat der naturgegebenen Eigenart und der orientalischen Buntheit■ des Landes eine völlig neue, belebende Note beigefügt. Die Arbeit jüdischer Hände in der Stadt und auf dem Lande hat nicht nur die Fundamente des jüdischnationalen Heims gelegt; wir verdanken ihr auch die Wiederb e I e h 11 n g der Landschaft. Die private Initiative mit ihren großen Investitionen, vor allem aber die großen nationalen Kolonisationsgesellschaften, haben dieser schöpferischen Arbeit den Weg geebnet und die Richtung ge,ziesen. Für die Erwerbung des Bodens und seine Urbarmachung bat sich das jüdische Volk in den! Keren Kajemeth Lejisrael ein besonderes Instrument geschaffen. Der Fonds bat bisher etwa 400 0!K> Dunam Boden in das unveräußerliehe Eigentum des jüdischen Volkes zuriiekgeführt. Die so erworbenen Flächen waren zum größten Teile unkultiviertes Brachland oder Sumpfgebiet. Da der Keren Kajemeth neben dem Erwerb des Bodens auch seine Bewässerung oder Entsumpfung diirchzuführen hat, hat er bei der Neu- Restaltung der palästinensischen Landschaft Piouierdicnste geleistet. Einst wurde das menschliche Auge im Emek Jesreel durch eintönige, baumlose Steppe ermüdet; heute findet es Halt und Abwechslung an weiten Getreidefeldern, grünen Wiesen, gepflegten Weinbergen, jungen Grapefrultpflanamgen und kleinen Wäldern. Im früher verödeten Gebiet der Jordansenke, südlich des Tiberias-Sees, erfreuen den Be- Sucher große Flächen ständig frischer Futterpflanzen, dichte Bananenplantagen, Fruchtlind Obstgärten und Zierpflanzen aller Art, die in dem subtropischen Klima dieser Gegend besonders gut gedeihen. Das Düncngelände und die verlassenen Sümpfe des Emek Chef er haben sich in ausgedehnte Orangenhaine und sorgsam betreute Gemüsegärten verwandelt. Als beispielhafte Leistung für die Kultivierung und Verwandlung palästinensischer O ebirgsland schaff sei Kirjath Anawim, in der Nähe von Jerusalem, genannt. Während sonst im Gebirge nur der Oelbaum das Bild vervahrloster Karstlandschaft ein wenig mildert, begrüßen den Besucher von Kirjath Anawim Weinberge, Obstplantagen, Blumenbeete und ein junger Kiefernwald. Mit dem Beginn der Aufforstung in Erez Israel hat sich der Keren Kajemeth ein weiteres, großes Verdienst um die Verschönerung Paläsfinas erworben. Wir wissen, daß die Gebirge des Landes in alter Zeit bewaldet waren, und daß nur durch den Raubbau mehrerer Jahrhunderte das kahle Antlitz der palästinensischen Berglandschaft verschuldet worden ist. W'ie dankbar palästincmische Erde für die Anpflanzung und die behutsame Pflege von Bäumen ist, zeigen die vom Nationalfonds neu geschaffenen Wälder: der Herzlwald bei Ben Schemen, der Ba I f o u r w a I d mit seinen Nachbarwäldern bei Oinegar itn Emek Jesrcei, der Wald bei Mise I! 111 a r Ha'emek am Karinelabhange und die vielen kleineren Waldanpflanzungen, die über das ganze Land verstreut sind. Die ״Jaffa-Orange“ hat den Ruf ihrer Qualität über die ganze Erde verbreitet. Von Jahr zu Jahr steigert sich die Ausiulirziffcr dieser Frucht. Kein Wunder also, daß die weiten Flächen der Orangenpflanzungen in der Küstenzone sich immer mehr ausdehnen. Die eintönige Dünenlandscliaft dieser Gegend hat sich zu einem großen, blühenden Garten gewandelt. Besonders in den Bezirken um Tel Aviv und Chederah wird der Besucher durch das satte Grün der Orangen- und Grapcfruitbäume erfreut. Die blühenden Siedlungen, die das neugeschaffene Landschaftsbild Palästinas beleben, verdanken zum großen Teil ihre Errichtung dem Keren Hajessod. Er hat es ermöglidit, daß die Chaluzirn und Chaluzoth auf dem Boden des Keren Kajemeth zu bodenständigen Bauern wurden. Planvoll und zweckmäßig sind die Anlagen und Gebäude dieser Ortschaften: breit und dorfartig der aus Einzelwirtschaften bestehende Moschaw-Owdiin, während bei der Kwuzah die zentralen Gebäude einen Punkt beherrschen, um den sich eng die Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude gruppieren. Der große Wirtschaftshof der Kwuzah gleicht dem eines großen Gutes, während der gemeinsame, große Speisesaal und die besonders gepflegten Kinderhäuser ständig an die Neuartigkeit der Gemeinschaftssiedlungen erinnern. Kraftwerke und Industriebauten beleben das Landschaftsbild an anderen Stellen: die Anlagen des Wasserkraftwerkes Nahara jim an der Mündung des Jarmuk in den Jordan, das Industrieviertel in der Haifa-Bucht, die Kali- und Bromwerke am Toten Meere und der Hafen von Haifa mit den imposanten Gebäuden des neuen Handelsviertels, sie alle legen Zeugnis ab von der schöpferischen Kraft des jüdischen Menschen, Auch die Städtebild er des Landes haben sich von Grund auf gewandelt. Zu den malerischen Plätzen rein orientalisclien Charakters sind moderne, großzügig errichtete An- Siedlungen und Stadtviertel getreten. Das neue jüdische Jeru salem mit dem repräsentativen Gcbäudekoinplex der Jewish Agency, des Waad Leumi und der beiden Kolonisatiorisfonds und mit dem Universitätsviertel auf dem Skopusberg ist hier besonders zu erwähnen. Haifa zeigt seine drei verschiedenartig angelegten jüdischen Stadtteile: ßatli Galiin am!Meeresstrande, Hauar Hakarmel am Abhange des Vorgebirges mit seinen modernen Wohnhäusern und den markanten Gebäuden des Jüdischen Technikum, und endlich Har Hakarmel, das schöne, breit angelegte Parkviertel auf dem Karmel selbst. Weithin dehnt sich die moderne Großstadt Tel Aviv, das Sinnbild jüdischer Aufbauleistung. Vor 30 Jahren zogen hier Kamele durch trostlosen Dünensand. Aus dieser verwahrlosten Gegend erwuchs in der Zeit eines Menschenalters das jüdische Tel Aviv mit 150 000 Einwohnern. Die Kraft einer Idee und der Wille zu ihrer Verwirklichun^ haben nicht nur neuen Lebensraum für das jüdische Volk b Erez Israel geschaffen, sondern wandeln die Landschaft der wiedergewonnenen Heimat zu neuer Schönheit. Dr. Werner Bloch, Tel Aw Innerarabische Versfändigungs -Versuche? Jerusalem, 10. August. (JTA.) Es verlautet, daß Versuche unternommen werden, um eine Verständigung z vv i s c 11 e n Emir A b d 1111 a 11, א a s 11 a s 11 i b i 11 n d d e m Mufti herbei/uführen. ״Dawar“ berichtet, eine Abordnung der Opposition in Jaffa sei mit einem Bevollmächtigten Emir Abdullahs, dem Emir Ds c h a!11 i, in Jerusalem zusammengetroffen. Dieser habe den Auftrag gehabt, die Anhänger Nashashibis für den Teiiungsplan zu gewinnen. Die Oppositionsführer hätten ihm zu verstehen gegeben, daß es ihnen unmöglich sei, den Teilungsplan in seiner jetzigen Form anzunehmen. Doch habe sich die Abordnung bereit erklärt, mit dem Emir auf Grund eines anderen Planes als dem der Kgl. Kommission zusammeiizuarbeitcn, ln Jerusalem sind weiter Meldungen eingetroffen, denen zufolge in Transjordanien dieser Tage eine neue Partei gegründet wurde, die sich ״ Nationalpartci in Trans- Jordanien“ nennt und den Teiiungsplan der Kgl. Kornniission unterstützt. In Amman wurden Flugblätter verteilt, in denen die Bevölkerung aufgefordert wird, sich für den Teiiungsplan einzusetzen. Die Tageszeitung ״El Dscharnea e! Islamia“ teilt mit, Fuad elChatim, In Unterredung mit dein daß die Ratgeber Emir Abdullahs, Jerusalem eingetroffen sei und eine Mufti gehabt habe. Ein QuäkerfUhrer für Verhandlungen Jerusalem, 10. Anglist. (ITA.) Wie aus Damaskus berichtet wird, hat die dortige Zeitung ״A1 i f B a“ einen Artikel des bekannten Führers der Quäker in der Libanon- Republik, Daniel Oliver, über den Teiiungsplan veröffentlicht. Oliver hält die Teilung fiir eine sehr gefährliche Operation. Durch den Beschluß des britischen Parlaments sei aber eine Atempause geschaffen worden, in der eine Möglichkeit gefunden werden könne, den Teiiungsplan zunichte zu machen. Die Drohung mit der Einsetzung eines neuen Mandatars sei unsinnig. Beide Völker, schreibt Oliver, müssen sich dessen bewußt sein, daß sie nebeneinander «׳erden leben müssen, gleichgültig, ob das Lapd geteilt werden wird oder nicht. Deshalb sei es ratsamer, gemeinsam über eine Lösung nachzudenken. Der Verfasser macht folgenden praktischen Vorschlag: Dr. M a g n es und Emir Abdullah sollen als die hierzu geeignetsten Persönlichkeiten je sechs Personen auswäli! cn und Verhandlungen beginnen. Entwickeln sich diese Verhandlungen günstig, so soll der Rat erweitert werden und ein Abkommen auf bestimmte Zeit schließen. Das w׳ichtigste sei jetzt, die Einheit Palästinas zu wahren. Von der Woche Die gesamte jüdische Presse hat Extra-Ausgaben veranstattet, in denen die Meldung über das Ergebnis der Abstimmutig auf dem XX. Zionistenkorigrefi bekanntgegeben worden ist. Der Zionistenkongreß wird von der arabischen Presse mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Der ״Fe lest in“ hat die Eröffnungsrede Weizmanns wiedergegeben una dem Begrüßungsschreiheu Ormsby-Gores an den Kongreß einen Artikcl gewidmet. Das Blatt ist über die Haltung des Kolonienministers sehr erregt. Es wirft ihm einseitige Begünstigung der Juden vor und glaubt, seine Bemerkung vor der Mandatskorr.mission, die Araber Palästinas seien zur Selbstverwaltung ebenso reif wie die des Irak und Syriens, sei ironisch gemeint gewesen. ln Transjordanien hat die Polizei Aufrufe beschlagnahmt, in denen die Bevölkerung aufgeforitert wurde, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um die Einheit Palästinas zu retten. In Jaffa haben vier bewaffnete Araber das Haus des bekannten arabischen Rechtsanwalts El Imam nachts überfallen, seine 60jährige Schwester erschossen und seinen 14j;ihrigen Sohn verwundet. Der Rechtsanwalt hatte in letzter Zeit zahlreiche Drohbriefe erhalten. Eine bewaffnete Araberbande hat am Dienstag die jüdisehe Siedlung K f a r Menachem bei Gederah angegriffen. Die Siedlung war zwei Stunden lang einer Beschießung von allen Seiten her ausgesetzt. Während des Angriffes hat das arabische Nachbardorf Idnabya die Wasserzufuhr zu der jüdischen Siedlung abgeschnitten. Es wurden starke Polizei- Verstärkungen in die Siedlung entsandt und mit Hilfe von Spürhunden eine Nachforschung nach den Angreifern durchgeführt. In Dschenin wurde ein Auto mit Steinen beworfen. Der jüdische Chauffeur wurde verletzt, der Passagier, der gleichfalls Jude war, wurde nicht getroffen. Vier Araber wurden im Zusammenhang mit diesem Anschlag verhaftet. Die Palästina-Polizei verfolgt die anscheinend umstürzleriscbc Tätigkeit arabischer Intellektueller, von denen bekannt geworden ist, daß sie in der Umgebung von Safed und Nazareth an militärischen Uebungcn teilgcnommcn haben. Die drei hebräischen Tageszeitungen haben infolge der erheblichen Verteuerung des Papiers ab I. August den Bezugspreis der Blätter von 150 auf 180 Mils monatlich erhöht. Nach einer soeben veröffentlichten Statistik beträgt die Durclischnitts/iffer der in diesem Jahre bisher erfolgten Gebürten in Tel Aviv 10 bis 15 im Monat. Im Jahre 1936 hielt sich die entsprechende monatliche Durchschnittsziffer aut 40 bis 50 Geburten. Die jüdische Arbeiterschaft Am 2. März hat die Histadruth unter Mitwirkung des Hapoel Hamisrachi, der Poale Agudath Jisrael und des Verbandes der jemenitischen Juden eine Zählung der jüdischen Arbeiterschaft aller Kategorien durchgeführt. Es wurden 104 159 Arbeiter (72 699 Männer und 31460 Frauen) gezählt. Außerdem erfaßte die Zählung 35 431 im Haushalt tätige Frauen, sowie 59 793 Arbeiterkinder, insgesamt wurden 199 383 Personen als Angehörige der Arbeiterschaft erfaßt. Die jüdische Gesamtbevölkerung Palästinas betrug Anfang März 410 000 bis 415 000 Seelen. Die Arbeiterschaft einschließlich der Frauen und Kinder machte somit 48 0״ des J ischuw aus. In den Städten wurden 63 283 Arbeiter und Arbeiterinnen (60,7 ״o), in den Kolonien 26812 (25,8 »0) und im Haushalt 14 064 (13,5 »0) gezählt. ■' ”