Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 63 (10.8.1937)
- Date
- 1937-08-10
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 JODISCHF RUNDSCHAU Nr. 63, 10. VIII. 1937 Notizen aus Holland Von unserem Berichterstatter RL. Den Haag, 6. August Der Niederländische Zionistenbund veranstaltete in Am- *t erd am eine Versammlung, die von einigen tausend Juden besucht war. Sprecher aller im Niederländischen Zionistenbund vereinigten Parteien sprachen sich mit Nachdruck fegen eine Teilung Palästinas aus. Eine gut esuchte Protestversammiung fand auch im Haag statt. Der Vorstand hat eine von Mr. I. Kisch verfaßte Broschüre ״Teilung Palästinas?׳‘ herausgegeben, die die Gefahren des Teilungsvorschlages darlegt. — I)cr Sekretär des Niederländischen Keren Hajessod kann in seinem Jahresbericht für 1106 darauf hinweisen, daß — trotz Unterbreclning der Arbeit durch die Bizzaron-Aktion — die Zahl der Zeichnungen gegenüber 1035 um 23 ״׳׳ gestiegen war. Der zweite Internationale Kongreß für vorgleichende Rechtswissenschaft wurde unter Vor- *itz des holländischen Justi/minisfers Mr. C. M. J. F. Goseling im Kurhaus Scheveningen feierlich eröffnet. Hervorragende Juristen aus allen Ländern der Welt nahmen daran feil. Besondere Würdigung fand die organisatorische Arbeit des Generalsekretärs Prof. E. Balogh. Unter den Verstorbenen, die der Kongreß durch eine Minute schweigenden Gedenkens ehrte, war auch Prof. Lyon-Caen aus Paris. Von den Berichterstattern der verschiedenen Sektionen seien die folgenden genannt: Prof. Henri Levy-Brtthl aus Paris (Die Formen der Ehe bei den Indo-Europäern), die Anwälte Dr. E. von Hoffmannstlial, Wien, und R. Homburg, Paris (Presse- und Rumifunkrechf), Dr. A. Stichel, London (Die gegenwärtigen Tendenzen im Aktienrecht), Prof. Sh, Gliieck, Harvard Law School (Organisierung der Reklassicrung), ferner Dr. R. Weiß, Paris, und Dr. R. v. fdelsou, London. Aus Palästina na lim mir der frühere Direktor der Legal Studies, Prof. F, M. (ioaclliy, teil, der die Verantwortlichkeit im moslemischen Recht behandelte. Bemerkenswert ist die beachtliche Stärke der Gruppe mohammedanischer Juristen. Von der El-Azhar Universität in Kairo sind die Professoren El-Cheikh Abdul Rahman Hassan (Der L.influß des rümisehen Rechts auf das muselmanische Rech,) und Mohammed Abda! Moneim Riad Hev (Das Probclm der mehrfachen Staatsangehörigkeit) gekommen. An der A k a 11 e m i e für internationales Recht fand Dr. Nathan Feinberg aus Tel Aviv, der eine Vorlesung über die Rechtsprechung des Ständigen Internationalen Gcrichtshofes in Mandats- und Miiioritätsfragen hielt, einen interessierten Horerkreis. Prof. Clinukri Card,ah! aus Beyruth, der über internationales Privatrecht im Islam sprach, behandelte zahlreiche Fragen aus den mit den Juden gemeinsamen Rechtsgebieten und hatte vielfach Gelegenheit, das Recht Palästinas vergleichend heranztiziehen. In den Conseil des Auditeurs wurde 11. a. Dr. Wolf Ccgla aus Tel Aviv gewählt. _ _ Kleine Nachrichten In einem Leitartikel der ״N ewYork Time s“ wird mit Anerkennung hervorgehoben, dafi die Mandatskommission sich ihren unabhängigen Standpunkt in der Paliistinafrage gewahrt und es abgelehnt hat, dem Teilungsplan sofort zuzustimmen. Die Mandatskommission leiste damit noch vor ihrem Bericht an den Völkerbundsrat einen unschätzbaren Dienst, indem sie die Tür für eine gesündere und bessere Lösung, als die jetzt vorgeschlagene, offen killt. Die Exekutive des Weitverbandes ״ORT“ (Gesellschaft zur Förderung von Handwerk, Landwirtschaft und Industrie uner den Juden) hat beschlossen, die vierte Weltkonferenz des Verbandes für den 2t. August nach Paris einzuherufen. Bei der Konferenz wird der französische Minister für Volksbildung den Vorsitz führen. Die dritte Kenessio Gedauio der Agudas Jisroel wird am 17. August in Marienbad eröffnet. Die leitenden Körperschaften der Wi/o wurden auf der Wizo-Konferen/ in Zürich in der bisherigen Zusammen- Setzung wiedergewählt. Nur in der Galut-Exekutive tritt für Südafrika krau Dr. Rein hold an die Stelle des bisherigen Exekutivmitgliedes Frau Et hei Haymati. Das Schuhgeschäft Holz in Stuhm ist in arischen Besitz übergegangen. Altpapier mm Adolf Naftanie! NOS, Am Nordhafen 5 / 48 26 05 kauft mit Einstampf - Garantie Asphaltierungen 0 f* t t a $terungen Robert Wolters W1S. Korftirsirnttumm 48149 Ruf: 92 47 56 AutzOge Fahrstuhlbau Ernst Fischer O W 50, Kulmbacher Str. 6 Ruf, 24 78 51/52 R. parat, jeder Art, Pflegr, Fahrstuhlsetle A tuest« jUdiiche Firma dieser Branche Liefen u. Mitgl. der |üdi*r.hen Gemeinde Auto» Reparatur Auto-Werkstatt IW 28, Fabrikate I. Schuster Abschlappdienst auch nacht! Licht — 1־ ii n ä u n ע aiüohsrstr. 32, Tel. 68 53 31 Autotankstella GroB-Tankstello Kauimann Wilmersdorf, OsnflbrUcker Str. 2/4 AU• Marken*Bet)1fn« a. 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Manche Einzelheiten sind etwas allzu breit dargestellt. Trotzdem ist der Gesamteindruck überzeugend und oft auch packend. Die Uebersetzung ist ausgezeichnet. A. Gervais: ״Im Schatten des JWa-Kue“. Als Arzt im Banne chinesischer Geisterwelt. Aus dem Französischen von AIbert Freiherr von ßodman. — Wilhelm Goldmann Verlag, Leipzig 1937. Nach den beiden schönen Büchern ״Ein Arzt erlebt China“ und ״Malven auf weißer Seide“, die hier besprochen wurden, liegt ein neues Buch von Gervais vor, und dieses Werk krönt alle bisherigen von ihm erschienenen Chinahücher. Es ist ein solches Kunstwerk, von erstaunlichem Lehen und geheimnisvollsten Kräften erfüllt, daß man völlig hingerissen sich fragt, ob all die Geheimkräfte, die er beim chinesische« Volk aufdeckt, eigentlich von uns erfaßt werden können. Aber es ist bisher auch wissenschaftlichen Prühingen noch nicht gelungen, Erklärungen für die Zusammenhänge dieser mystischen Kräfte zu geben. Gervais hat viele Jahre als Arzt in China gelebt und dank seinem psychologischen Einfühlungsvermögen verstanden, die chinesische Seele kennen zu lernen und ihren Geist sich zu erschließen. So hört man in diesem Buch von Geistererscheinungen, nicht hervorgerufen durch plumpe Tiiusdiungsversuclie, sondern in Verbindung stehend mit einer geistigen Kraft, die durch Hochkultur und psychologische Klugheit einzelnen Menschen des chinesischen Volkes zu eigen ist, z. B. der Gestalt des reinen und bedeutenden Menschen Tscbang, der durch seine Fälligkeiten Schicksale lenkt und sie sich unterwirft. Man kann sich eines Gefühls der Unheiniliclikeit nicht erwehren, wenn man liest, wie der alte Tsehang diese Kräfte ausnützt, das Gute beschützend und das Böse vernichtend. Alle Gestalten dieses Buches sind einzig dastehendeTvpen, auch die der in China lebenden Europäer, gesehen mit viel Verständnis für Humor und Geschmack. Ein ateinraubendes Buch, durch sehr schöne Photos belebt. Lilly Abegg: Jamato, Der Sendungsglaube des japanischen Volkes. — Societäts-Verlag, Frankfurt a. M. Lilly Aheggs Japanbuch zeichnet sich vor zahlreichen Japanbüchern der letzten Jahre dadurch aus, daß sie keineswegs eine Reisebeschreibung gibt; sie geht viel tiefer, dringt in das Kultur- und Geistesleben des japanischen Volkes ein. Ein Volk, das einen so ungeheuren wirtschaftlichen und politisehen Aufschwung genommen hat, wird hier von allen Perspektiven aus betrachtet. Es kommt hinzu, daß Lilly Abegg in Japan aufgewachsen ist und dadurch ein besonderes Verständnis für alle Probleme dieses Volkes hat. Sie beschriftigt sich mit seiner Kultur, seinem Handwerk und der Kunst und auch mit seinen religiösen Vorstellungen. Erwähnenswert sind die schönen Bilder und im Anhang ein übersichtlicher japanischer Geschichtskalender. T. IIHon: Rätselhaftes Tibet. In Verkleidung unter Lamas, Räubern und wahrhaft Weisen. — Uranus-Verlag Max Duphorn, Hamburg 1936. Ein Buch von besonderer Art. Keine übliche Reisebeschreibung, man spürt den Ernst, mit dem Illion zum Forscher und Kundschafter in diesem gcheimnisvollsten aller Länder, Tibet, wird, und das Interesse an diesem eigenartigen Buch steigert sich beim Lesen außerordentlich. Hier wird sachlich berichtet, schlicht und doch voller Eindringlichkeit. Der Verfasser hat, als Tibetaner verkleidet, das Land durchwandert und so Leben und Geist des Landes hervorragend kennengelernt. Man kann sich keine Vorstellung davon machen, wie schwierig schon allein sein Training für diese Reise war. Er mußte fähig sein, Nächte im Norden Skandinaviens im ungeheizten Zelt zu schlafen; er trainierte, bis er einen Marsch von 110 km in 24 Stunden leisten konnte. So erwarb er seine Widerstandskraft gegen Kälte und Müdigkeit. Dadurch, daß er unerkannt unter den Tibetanern lebte, drang er in ihr Geistesleben ein, lernte ihr kulturelles und religiöses Leben kennen; besonders seine Erfahrungen mit den Lamas, die das Land auch politisch beherrschen und ihm den Stempel verleihen, sind äußerst interessant. Ein Buch, das man nicht leicht vergißt. Ch. F, Das tibetanische. Totenbuch. Aus der englischen Fassung des Lama Kazi Dava Snmdup herausgegeben von w. Y. Evans-Wentz, Aus dem Englischen übersetzt und eingeleitet von Louise Göpfert-March, mit einem psychologischen Kommentar von C. O. Jung. -- Rascher Verlag, Wien. An dieser Stelle wurde vor einiger Zeit (siehe ״J. R* Nr. 26) auf das Buch von Evans-Wentz ״Yoga und Geheimlehren Tibets“ hingewiesen, das eine Reihe wichtiger tibetanischer Yogalehren enthielt. Nunmehr liegt in deutscher Uebersetzung ein zweites Dokument vor, das der englische Erforscher der tibetanischen Kulte Evans-Wentz mit Hilfe einer englischen Uebersetzung des Originals, die ein tibetanischer Lama selbst angefertigt hat, herausgegeben hat, nämlich das Bardo Thödol, das tibetanische Totenbuch. Neben einer Einleitung der deutschen Uehcrsetzerin, die sich mit der Geschichte und der Uebersetzung des Bardo Thödol beschäftigt und die im Anhang eine Reihe von Worterklärungen gibt, finden wir hier eine sehr wertvolle psychologische Deutung des Totenbuches durch Jung. Dadurch wird das Verständnis der an sich sehr schwierigen Materie erheblich erleichtert und die ganze Bedeutung dieses ״gekeimen Buches“ uns näher gebracht. Jung setzt den Bardo Thödol in Bezug zu dem Problem der Psychoanalyse, die gerade den umgekehrten Weg geht. Das BardoThödoi gelangt von einem. Ideal/ustand, der im Augenblick des Todes erreicht wird, in immer weiter fortschreitenden Degenerationen bis״ zum Augenblick der materiellen Wiedergeburt. Eine Reihe sehr schöner Illustrationen aus tibetanischen Handschriften ergänzen den Text. _ oe. Musik Paul Stefan: Arturo Toscaninl. Mit einem Geleitwort von Stefan Zweig, Mit 54 Abbildungen. Herbert Reichner Verlag, Wien. Die vielen ycrclirer, die Toseanini unter unseren Lesern, besonders auch in Palästina, hat, werden gern zu einer Biographie greifen, die das Leben und Wirken dieses einzigartigen Musikers in seinen äußeren Umrissen darstellt. Paul Stefan wird dabei pathetisch und ekstatisch, oft erscheint die Sprache fast z u ungezügelt vor Begeisterung. Den Ab- Schluß des Buches bildet die Palästinarcise im Dezember 1936, Der Leser steht im Banne des fast unbegreiflichen Phänomens. Ein fesselndes Buch für jeden Musikfreund. Donald Francis Tovey: Essays ln Musical Analysis. Volume IV. Oxford Univcrsity Press, London. Der Wert dieses neuen Führers durch die Programm- und Ouvertürenmusik liegt hauptsächlich darin, daß hier auch wenig oder fast gar nicht bekannte Werke der großen und kleinen Meister besprochen und Vertreter moderner Musik bereits einbezogen werden. Von jüdischen Komponisten sind Mendelssohn und Josef Joachim angeführt. Tovey, der einer der bedeutendsten englischen Musikgelehrten ist, stellt Mendelssohn in die erste Reihe der großen Meister. Von Josef Joachim ist die ״Ouvertüre zu einem Lustspiel von Gozzi“ besprochen, wobei der Autor auch für Joachims Einfluß auf Brahms verschiedene interessante Hinweise gibt, Dr. M. C a r ri e r Berichtigung. In der Rezension ״Unsere Gebete“ in der vorigen Nummer hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Es muß heißen: literarisch-philologischer Kommentar, nicht: literarisch-philosophischer Kommentar. 1 9 | Glaser ׳7 JULtUS .MARKUS G I a a e ז m e t I e r Kunst- 18 ׳ a u q l ,1 m־ re i S c!ו a ü f e n •> t 4־ r v c r q I a 5... A g e n t u r 1 u r (: 1.1 . - u. u. V t ז s i C h (;11 ז n g c n ־,WafcL Frot1ent.tr aQr^Zß Installateure Lieht-, Kraft-, Radle-, Bas-, #Wa»aar-Anlagen Bauklampnorei Alfred Adam Elektrou. Qasköhlschränka / Honte Kontes«. b. «iretl. Warle. E8 n.QaMf.T,tlr.~ Sy»t. Chirlbg. 4, Sytolitr. T. Ruf; 52 20« Jalousien ■ W BO, Ansbtchar ttr. IS Ruf! 24 8371 Neuanfertigung und Reparaturen Tiglidi Touren narb •Heu Stadtteilen Juwelier« lilllNelsser-Jacoblus 90ldschmied«mei1terin Schmuck und SilbergerSt fit«: Ansbach«?St?.23,Tel 241744 zwischen WitteobergpUtx u. Augsburger Str. Kistenfabriken «••rs Wall!•• Inh. Morltx JaaubswaM NW4«, HeldeatP. 19-18 » Ruf: SB 18 0» Klatenfabrlk — Holswalle Maler RI aiorar bellen jtfitr Art Bel. Cassel, 4815 06 Meierei und Anstrich A. RÖSCH AN SKI Berlin-Ctiarlbg., Ntabutiratr. 11 Ferne«{! 314BB0 Maler —— Malermeister —— Oskar Simenauor Pariser Sir. SO / Rufi MISST MSbel nPmtfr 4ie Sie neben. 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