Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 63 (10.8.1937)
- Date
- 1937-08-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 63. 10. Vl'l. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 11 Jüdisches aus Südafrika Von unserem Berichterstatter Johannesburg, Ende Juli 1937 Der Vorschlag der Teilung Palästinas hat in der südafrikanischen Öffentlichkeit außerordentliches Interesse erregt. Die englisch-sprachige Presse hat sich im allgemeinen zustimmend 2u1 den britischen Vorschlägen geäußert, während die Burenpcesse von redaktionellen Kommentaren Abstand genommen hat. Zahlreiche Zuschriften an die Redaktionen zeugen ׳A>n der Anteilnahme auch nichtjüdischer Kreise am palästinensischen Geschehen. Während in diesen Er* örterungen das Für und Wider der Teilung ziemlich gleich* mäßtg zur Geltung kommt, ist es bemerkenswert, daß christlich-religiöse Zeitungsleser im allgemeinen den Anspruch des jüdischen Volkes auf Palästina uneingeschränkt bei<ahen. Die große Mehrheit der südafrikanischen juden heit lehnt den englischen Teilungsvorschlag entschieden ab. Sämtliche hier vertretenen zionistischen Organisationen haben in Massenversammlungen gegen die Teilung Palästinas protestiert. Auf einer der Protestversammlungen hat sich auch ein Vertreter der anglikanischen Kirche dagegen ausgesprochen und erklärt, daß vom christlichen Standpunkt aus das Recht des jüdischen Volkes auf ganz Palästina als Jüdisches Nationalheim nicht bestritten werden könne. Die südafrikanische Zionistische Vereinigung (South African Zionist Federation), die die Allgemeinen Zionisten und damit die Mehrheit des südafrikanischen Judentums repräsentiert, hat bisher noch keine formelle Protestresolution angenommen, aber ihren Standpunkt bereits durch eine öffentliche, in der Presse veröffentlichte Erklärung klargemacht. Im übrigen wird der Teilungsvorschlag auf dem diesjährigen Zionistentag, der am 30. Juli in Kimberley stattfindet, diskutiert werden. (Die Tagung hat sich in ihren Entschließungen gegen den Tcüungsvorschlag gewandt. — Red.) Im Anschluß an eine längere Vortrags- und Werbereise des stellvertretenden Leiters der ORT-Organisation in Paris, Dr. A. Singalowski, ist vor kurzem eine Gruppe des ORT in Johannesburg gegründet worden. Südafrika kam bisher nur als Finanzquelle des ORT in Betracht, während für die Frage der Berufsumschichtung des südafrikanischen Judentums bis vor kurzem fast gar kein Verständnis bestand. Auch jetzt wird es ganz erheblicher propagandistischer Vorbereitung bedürfen, bevor praktische Arbeit geleistet werden kann. Einstweilen besteht auch noch keine Einigkeit darüber, ob die zu erstrebende Umschichtung mehr nach der handwerklich-industriellen oder der landwirtschaftlichen Seite gehen soll. Eine \veitere charakteristische Neugründung der letzten Wochen ist die einer jüdisch-christlichen Gesell- Schaft (Society of Jews and Christians), die vor kurzem von hervorragenden christlichen und jüdischen Persönlichkeiten ins Leben gerufen worden ist. Die Gesellschaft bezweckt in erster Linie die Schaffung der Grundlagen für ein besseres gegenseitiges Verständnis der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerungsteile. Sie wird wahrscheinlich zum Teil auf Ueberwindung der bestehenden sozialen Scheidung zwischen Juden und Nichtjuden hinarbeiten. Vor allem wird sie aber auch eine wissenschaftliche Durchdringung und Beleuchtung der sozial-ökonomischen und politischen Probleme vornehmen, die sich aus dem Zusammenleben der jüdischen Minderheit des Landes mit der christlichen Mehrheit ergeben. Die Tätigkeit der Gesellschatt in dieser Riehtung wird sich auf der Grundlage von Gemeinschaftsarbeiten christlicher und jüdischer Wissenschaftler vollziehen. * Arthur Schnitzlers Schauspiel ״Professor Bernhardi“ wird Anfang September in Johannesburg durch eine von Aus- Wanderern aus Deutschland gebildete Gruppe in deutscher Sprache zur Aufführung gelangen. Unter Mitwirkung jüdischer Auswanderer aus Deutschland ist vor kurzem in Johannesburg eine Theatergruppe unter dem Namen ״Pioneer Theatre, 1937“ gegründet worden, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, eine ständige Bühne in Südafrika ins Leben zu rufen. Bisher war das Publikum hier auf Amateurvorstellungen, die in unregelmäßigen Abständen stattfinden und auf gelegentliche Gastspiele übersceischer Berufstruppen angewiesen. Das ״Pioneer Theatre“ beabsichtigt, sich gegen Ende dieses Jahres mit einer dreiwöchigen Aulführung der ״Dreigroschenoper“ in englischer Sprache in einer Neubearbeitung des englischen Originals dem Johannesburger Theaterpublikuni vorzustellen. Es spricht für die Theaterfreudigkeil der südafrikanischen Juden, daß auch die Gründung einer jiddischen Bühne in Johannesburg zur Zeit zur Diskussion steht. Man schätzt, daß am Witwatersrand, d. h, in Johannesburg und Umgebung, etwa 12—15 (XX) jiddisch sprechende Menschen ansässig sind. Die jiddischen Theaterpläne befinden sich indes einstweilen noch in einem sehr frühen Stadium. Mischa El man macht zur Zeit eine Tournee durch Südafrika und hatte mit mehreren Violinkonzerten einen außerordentlich starken Erfolg. Dr. F. Petzall ״Unzerstörbarkeit der Juden“ Südafrikas Innenminister an die Zionisten Johannesburg, 4. August. (JTA.) Am 4. August ist in Kimberley, Kap-Provinz, die 16. südafrikanische Zionistenkonferenz nach Annahme einer Reihe wichtiger Entschließungen beendet worden. Der Vorsitzende der Zionistischen Föderation Südafrikas, N. Kirschner, verlas eine Botschaf f, die Innenminister Hofmeyer an die Konferenz gerichtet hat. Der Minister erklärt, die Geschichte der Gegenwart habe trotz düsterer Kapitel die Unzerstörbarkeit der Juden erwiesen. Die jüdische Nation könne nicht vornichtet werden, weil sie nach seiner Ueberzeugung von der göttlichen Vorsehung als Volk erhalten worden ist, um auch in der Zukunft wie schon in der Vergangenheit, einen großen Beitrag zu dem geistigen Erbe der Menschheit zu liefern. Ebenso unzerstörbar sei der Zionismus. Sein Ideal könne nicht Mißerfolg haben. Das zionistische Ideal sei groß wie die Wahrheit selbst und müsse bestehen bleiben. Zum Vorsitzenden der Zionistischen Föderation Südafrikas wurde N. Kirschner wiedergewählt. In einer Resolution wandte sich die Konferenz gegen den Teilungsvorschlag für Palästina. Die Exzesse in P&nciu Bukarest, 4. August. (JTA.) Itn Auftrag der Union rumänischer Juden hat ihr Generalsekretär M. Zelter- Sarateanu in P a n c i u, wo es vor kurzem zu schweren judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen ist, eine Ernebung durchgeführt. Aus seinem Bericht geht hervor, daß die Opfer zum größten Teil jüdische Kriegsteilnehmer und Kriegerwitwen sind. Die Häuser und Geschäfte sind vernichtet, die Einrichtungen der Werkstätten zertrümmert oder gestohlen. Ministerpräsident Gheorghe Tatarescu hat an die Behörden von Panciu die Aufforderung gerichtet, sofort Maßnahmen zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung in dem Distrikt zu treffen. Assimilation und jüdisches Leben Ungarische Reiseeindrücke V.*) KL, Budapest, im Juli 1937 Die innere Problematik des ungarischen Judentums ist nicht von heute und gestern. Schon Theodor Fl erzl, der ja als Kind der Stadt Budapest besonderes Interesse an den jüdischen Verhältnissen in seinem Heimatlande hatte, mußte die Stärke der jüdischen Assimilationstendenz in Ungarn schmerzlich erfahren. Der Wille zur möglichst unauffälligen Eingliederung in das Leben der Umwelt ist im ungarischen Judentum bis heute ungebrochen. Daran haben weder die Ereignisse in Ungarn selbst etwas geändert noch die allgemeine Entwicklung des Judenproblcms in der Welt. Das ungarische Judentum hat ja in den ersten Jahren nach dem Kriege eine Zeit der schmerzlichsten Erfahrungen durchgemacht, was seine Stellung in Staat und Gesellschaft hetrifft, und erst allmählich trat eine Erleichterung seiner Situation ein, die heute wiederum in vieler Hinsicht bedroht ist. Dennoch ist der Großteil der 400 000 Juden dieses Landes entschlossen, sich in jüdischer Hinsicht möglichst zu ״denaturieren“, u!1d das führt manchmal zu Erscheinungen eines überbetonten Magyarentums, die gelegentlich nahe der Grenze des Lächerlichen zu liegen scheinen. Allerdings muß man dabei bedenken, daß auch der tatsächliche Grad der kulturellen und gesellschaftlichen Assimilation großer Telle des ungarischen und besonders des hauptstädtischen Judentums sehr hoch ist, und daß das Gefühl dieser Juden, die Ungarn zuinnerst als ihre Heimat empfinden und mit ungarischer Sprache und Kultur im Herzen verbunden sind, zumindest subjektiv echt ist. An dieser Stelle ist im Rahmen der laufenden Berichterstattung über die ungarisch-jüdischen Verhältnisse sehr oft aut die Auseinandersetzungen hingewiesen worden, die von zionistischer Seite mit der Pester Gemeinde geführt worden sind. Es besteht hier ja die merkwürdige Erseheinung, daß die Verwaltung der Pester Gemeinde zugleich der wichtigste innerjüdischc politische Faktor ist, und daß sie nicht nur die Haltung der Juden nach außen hin weitgehend bestimmt, sondern auch inncrjüdisch eindeutig Stellung nimmt und dabei eine scharf antizionistisehe Richtung einhält. Während in manchen anderen Ländern die politische Gruppenbildung unter den Juden in der Art vor sich gegangen ist, daß besondere Organisationen die verschiedenen Ansichten vertreten, ist hier in der größten Gemeinde des Landes zugleich eine Art politischer Organisation vorhanden, die den Kampf gegen dissentierende Richtungen, das heißt in der Hauptsache gegen den Zionismus führt. Dabei kommt ihr das rückständige Wahlrecht zugute, durch das die Minderheiten praktisch von der Leitung der Gemeindearbeit fast völlig ausgeschlossen bleiben. Es ist leicht verständlich, daß sich hieraus besondere Unerquicklichkeiten ergeben und daß die Schärfe der inneren Auseinandersetzungen gelegentlich das Maß überschreitet, dessen Einhaltung wünschenswert wäre. Die Stcllungnahme gegen den Zionismus wird dabei ohne Zweifel in erster Linie von dem Gefühl der Furcht diktiert; man empfindet die Zionisten als ein störendes Element, wenn sie das judenproblem als solches offen ansprechen und sich nicht scheuen, die Dinge auch in der großen Oeffentlichkeit beim rechten Namen zu nennen. Demgegenüber glaubt man hier zumeist noch, daß durch Verschweigen der Tatsachen mehr zu erreichen ist, und man schließt gern vor dem die Augen, was einem bei klarem Blick nur allzu peinlieh und gefahrdrohend erscheinen würde. Dabei gibt es hier ohne Zweifel in weiten, auch nichtzionistischen Kreisen so etwas wie ein ״persönliches“ Judenproblem. Gerade diejenigen, die sich als Ungarn und nur als Ungarn fühlen, werden aufs tiefste davon betroffen, wenn sich der antijüdische Angriff gegen sie riehtet, und sie stehen oft fassungslos vor an sich Verhältnismäßig geringfügigen Ereignissen, wie sie der Tag mit sich bringt. Für die persönliche Ehre ist man in diesem Lande ja überhaupt sehr empfindlich und weiß sie zu schützen. Bei den Juden nun, die sich persönlich gekränkt fühlen, wenn man irgendwo ein paar jüdische Fensterscheiben einwirft, entsteht die Fassungslosigkeit des Menschen, der seine Ehre gekränkt fühlt, aber nicht weiß, wie er sich Genugtuung verschaffen soll. Vielleicht entwickelt sich aus dieser Seelenhaltung allmählich ein tieferes Erfassen der Judenfrage, wenn nämlich diese Kreise den Zugang zu dem Gedanken gefunden *) Siehe die Berichte in den Nummern 59, 60, 61 und 62. Der UeUlentcnipel Au11and,-Foto« Im jüdischen Museum haben, daß der Schutz ihrer Ehre nicht in Deklarationen bestellen kann, sondern nur darin, daß sie sich auf ihre Eigenart besinnen und ihr Judentum innerlich reicher ausgestalfen. Vielleicht wird dieser oder jener den schweren Weg der Selbstbesinnung so entdecken. Trotz, dem Willen zur Assimilation, der in dieser Gruppe des jüdischen Volkes wach ist, gibt es dennoch eine starke und in sjhr weiten Kreisen verbreitete Beziehung zum religiösen Judentum. Das gilt besonders auch für die liberalen oder — wie man hier sagt — neologcn Kreise, die in stärkerem Maße, als es z. B. in Deutschland der Fall ist, religiös interessiert zu sein scheinen. Dabei handelt es sich allerdings um ein stimmungsrnäßiges Element. Be• sucht man etwa den Gottesdienst in der großen liberalen Budapest« Synagoge, dem Tempel auf der Tabakgasse, so spürt man dies auch außerhalb eines Feiertages deutlich. Flicr an diesem Punkte Budapests ist auch die Erinnerurig an Theodor Herzl besonders fühlbar lokalisiert. Dicht neben dem Tempel, wo heute ein Gebäude der Gemeinde mit dem Jüdischen Museum steht, befand sich Herzls Geburtshaus, und in den Tabaktempel nebenan ging er mit seinem Vater und wurde dort auch Baraiizwah. Nicht weit davon entfernt zeigt man das Gebäude der Schule, die er als Junge besuchte. Dennoch erinnert an!dieser Stätte nichts an den großen Sohn der Pester Gemeinde. Im jüdischen Muscum gibt es zwar eine Ecke mit ein paar B1Idern von Her/I, Nordau — dem anderen für (iss Judentum der Welt so bedtut- Samen Budapest« — und Baron Rothschild, und dicGemcindc will, wie man hört, im Innern des Muscums auch e 11 e Gedenktafel für Herzl anbringen lassen; sie weigert sich aber beharrlich, an der Außenseite des Gebäudes Hcr/ls zu gedenken. Ls scheint, daß man diese Ehre, die die Pester Gemeinde ihr eigen nennen kann, nicht allzu deut* lieh zur Schau tragen will! Dabei wird das Gedächtnis Herzls vielleicht einer nicht sehr fernen Generation auch des ungarisclien Judentums wertvoller erscheinen als z. B. das erste Doktordiplom eines ungarischen Juden, das im Museum ausgestellt ist und pjanche anderen Dokumente dieser Art, Man kann nicht leugnen, daß die äußere Repräsentation hier auch aut jüdischem Gebiete eindrucksvoll ist. Die große Synagoge mit dem Komplex anschließender Bauten wirkt, besonders am Abend, sehr schön. Gefüllt und im Lichte der vielen Lampen bleiben die bräunlichen Töne ihres Innern, die senkrecht übereinander liegenden Galerien und die leichte Ueberladenhcit eines nun bald hundert Jahre zurückliegenden Stiles nicht ohne Eindruck. Auch die Außen- Seite mit den beiden maurischen Uhrtürmen hebt sich vom Himmel wirkungsvoll ab. Daneben sehen wir die an einen Klosterhof gemahnenden Arkaden und im Hintergründe den Heldente mpel, der zum Gedächtnis der kriegsgefallenen Juden Ungarns errichtet wurde und eine wolligelungene Probe moderner Baukunst darstellt, wenn man auch die Frage nicht unterdrücken kann, ob nicht die Mittel, die hierfür aufgewandt wurden, zweckmäßiger etwa für eine soziale Institution zu verwenden gewesen wären, die dem Gedächtnis der Gefallenen ebensogut oder besser hätte dienen können. Die Zahl der sozialen Werke in dieser Großgemeinde ist dabei nicht gering. Es gab eine längere Periode, während der die wohlhabenden jüdischen Kreise der Stadt geneigt waren, erhebliche Mittel für jüdisch-humanitäre Einrichtungcn .zur Verfügung zu stellen, und aus dieser Zeit existieren eine Reihe bedeutsamer .Artstalten. Heute ist die Bereitschaft zu derartigen Spenden und Legaten weit geringer geworden, was nicht nur auf einen Ruckgang der Wohlhabenheit zururk/ufuhren ist, sondern auch auf die Furcht mancher Kreise, durch die Schaffung neuer lnstitutionen für Juden in der Oeffcnflichkcit aui7ufal!en und Anlaß zu Diskussionen zu geben. Auch auf diesem Gebiete macht sieh eben die Erscheinung bemerkbar, daß man sich möglichst unsichtbar machen möchte, und man gibt daher leichter für allgemeine Zwecke als für jüdische. Unter den vorhandenen Institutionen nimmt das Jüdische Spital eine besondere Stellung ein. Es ist ein sehr großer Betrieb, dessen medizinische Qualität aut hohem Niveau stehen soll, und hat für die junge Generation der jüdischen Mediziner des Landes deshalb hervorragende Bedeutung, weil es praktisch die einzige Möglichkeit der fach■ liehen Spezialausbildung für sie darstellt, nachdem die allgemeinen Krankenhäuser des Landes den Juden in dieser Hinsicht verschlossen worden sind. (Schluß folgt) Zur Frage der Kalender ״Re form Wien, 3. August. (JTA.) Von unterrichteter Seite wird mitgeteilt, daß die seit dem Jahre 1931 nach scharfen Protesterklärungen religiöser Gemeinschaften zurückgestellte Kalender-Rcform mit Einführung eines Blankotages wieder aktuell geworden ist. Die Chilenische Regierung hat beim Völkerbund einen neuen Vorstoß in dieser Richtung unternommen. Eine derartige Kalender-Reform bringt die Gefahr einer Erschwerung der Einhaltung der Schabbatvorschriften mit sich. Der Völkerbund hat den Vorschlag Chiles den Regierungen der Mitgliedsstaaten zur Meinungsäußerung übersandt. Kommt die Zustimmung einer Dreiviertelmehrheit zustande, dann soll die Kalender-Reform am 1. Januar 1936 cingelührt werden. Dabei ist noch unklar, ob die Angelegenheit vorher von einem Plenum der Vöikerbundsversaimnlung zur Debatte, gestellt werden soll, Nochmalige Aufnahmeprüfung für das Konservatorium in Jerusalem. Die Aufnahmen für das Konservatorium in Je• rusalem (״The Palestine Conservatoire of Music and Dramatic Art”) sind durch seinen Leiter, Professor Emil Hauser, erfolgt. Da noch eine kleine Anzahl von Zertifikaten zur Verfügung steht, können noch einige Musikstudierende unter vorteilhaften Bedingungen aufgenommen werden. Prof. Hauser wird in Zusammenarbeit mit der Künstlcrhilfc der Jüdischen Gemeinde zu Berlin eine nochmalige Aufnahmeprüfung abhalten, die voraussichtlich Anfang September in Berlin stattfindet. Interessenten wollen sich nur schriftlich unter Beifügung eines Lebenslaufes, einer ausführlichen Darstellung des btudienganges und fachmännischer Referenzen bei der Künstlcrhilfe der Jüdischen Gemeinde, Berlin-Charlottenbürg 2, Kantstr, 159, melden, die über die Aufnahmcbedingungen Auskunft erteilt und Mitteilungen über den Priifungstermin ergehen lassen wird. Telephonische Auskünfte können nicht erteilt und Reisegelder nicht erstattet werden.