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Jüdische Rundschau · 1937-08-10 · Heft 63 (10.8.1937) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 63 (10.8.1937)
Date
1937-08-10
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seife 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU• Klr. 63,10. VIII. 1937 {!7 . w •ü ־!r 11 |1! iu »1f fl ' ff ff ■;יו '■/ % 4 4;1 ו 1' Standes und gemeinsamer Vorstellung hei der Regierung ein, das stetig erweitert und verstärkt wurde. Die Vorstellungen der Jewish Agency bei der Regierung hatten sich auch rnit der Aufrechterhaltung des normalen Ganges des Wirtschaftslebens und mit dem System der Kornmunikationen zu beschäftigen. Die jüdische Bevölkerung entwickelte eine außerordentliche Initiative bei der Anpassung an schwierige Verhältnisse und bei der Schaffung neuer Unternehmungen. Die Schritte, die dazu unternommen wurden, führten in einer Anzahl von Fällen zum Erfolg. Es wurde alles auf gewendet, um den Betrieb wichtiger Unternehniungen, die durch die Arbeitsniederlegung von Arabern zum Stillstand gekommen waren, mit jüdischen Arbeitern zu ermöglichen. Die Vorstellungen der Exekutive haben auch dazu beigetragen, die rechtzeitige Eröffnung der Levantemesse in Tel Aviv trotz den durch den Hafenstreik in Jaffa geschaffenen Schwierigkeiten sicherzustcilen. Die Verluste und Leiden, die durch die Unruhen hervorgerufen wurden, machten Einschreiten nötig. Das politische Departement organisierte Juristenkomitces in den Hauptzentren zur Sammlung von Beweismaterial über die Unruhen und zur lieistamlsleistimg für die jüdischen Opfer, ein von Tag zu Tag geführtes Register der jüdischen Opfer und der Schäden am jüdischen Eigentum wurde eingerichtet. Auch solche Juden wurden unterstützt, die wegen ungesetzlichen Besitzes von Waffen verfolgt wurden, die ausschließlich zu Vcrteidigungszweckeii dienten. Von Beginn der Unruhen an wurden Vorstellungen erhoben, damit die Regierung den jüdischen Opfern angemessene Entschädi- KU 11g zahle, vor allem für den Verlust an Leben und für Körperliche Bewlmdiguiigen. Nach langen Verhandlungen kündigte der lligh Coniniissioner im Mai 1937 an, er habe unter diesem Titel den Betrag von 30090 Pfund für Entschäd i g 11 n g e n beieitgcsteilt. Verhandlungen wegen der Zahlung von (iutmachimgen fnr Eigcntumsbeschädigtmg dauern noen an. Als die Regierung ihre Beitragsleisfung zu den Unter- Stützungen fur dir׳ j u!1 1 s c h e n Flüchtlinge aus I a f f a einfuhrcii wollte, fuhrt!• die Jewish Agencv eine Vereinbarung durch, auf Grund deren eine erhöhte Beitragsleistung erzielt wurde. Verteidigung Sogleich von Beginn der Unruhen an schien cs ebenso sehr von ninralisclicr wie von praktischer Bedeutung, daß die Juden von der Regierung die Erlaubnis erhielten, an ihrer e 1 g e 11 e 11 V c r t e i d i g 11 n g in erheblichem Ma (le teilzunehmcii. Schon am ersten Tage der Unruhen forderte die Jewish Agencv die Einstellung weiterer jüdischen Polizisten in TU Aviv, i;11 weiteren Verlauf wurde vom Präsidenten der Jewish Agencv die Forderung aufgestcllt, die Juden sollten zu VeneiJigttiigs/weckcn bewaffnet werden. Infolge der verb! erbe; ischcn Akte in den landwirtschaftlichen Bezirkelt forderte die Jewish Agencv' Verteilung von Waffen an die jüdischen Siedlungen und die Bewilligung zur Bewachung durch bewaffnete jüdische Schomrim, Die Forderungen der Jewish Agencv wurden zunächst nur höchst widerstrebend 11 ml auch dann nur in überaus geringem Maßstahe und mit grober Verzögerung bewilligt. Das Ergebnis war, dali die Zerstörung ländlichen Eigentums in immer wachsendem .Maße andauerte. Anfang Mai entschloß sich die Regierung endlich, 100 jüdische ״überzählige Polizisten“ für die Städte Te! Aviv, Jerusalem und Haifa einzustellen und sie mit Gewehren auszurüsten. Im Laufe des Mai begann die Einstellung jüdischer ״überzähliger Polizisten“ in den ländlichen Siedlungen in kleinem Maßstahe und sehr dezcntrali.-ierter Form, Die Regierung zahlte dazu nichts als die Gewehre, die Grundeigentümer mußten den vollen Betrag eines Dreimonategeltaltes und die Kosten der Uniform im voraus erlegen. Mitte Mai verlangte die Jewish Agencv von der Regierung die Aufnahme von 500 überzähligen Polizisten als eine allgemeine Sichcrheilsmaßnahme und erhöhte später auf Grund einer genauen Uebcrsicht über die Erfordernisse in den jüdischeu Siedlungen und Stadtvierteln diese Forderung auf 2500 Polizisten. Die Regierung bewilligte nur die Aufnahme von 200 und erst Ende Juni fand die erste umfassende Aufnahme jüdischer ״überzähliger Polizisten“ statt, nachdem der erste planmäßige Angriff auf die Siedlung Tel Joseph durchgeführt worden war. Die k'epierung erteilte die Ermächtigung, 800 überzählige Polizisten;«11f/tmehn!en, deren Unterhalt zwischen der Regierung und vier Bevölkerung geteilt werden sollte. An der Auswahl und Verteilung der Polizisten beteiligte sich die jcwglt Agencv aktiv. Nach Erweiterung des Rekrutieruiig-priigramms in den Monaten Juli und August erreichte bis zum L'nde di r Unruhen die Vertckligungstruppe der jüdischeu Siedlungen eine Gesamtstärke von fast 3000.!!er Wirkungskreis der ,Mitglieder dieser Truppe war ursprünglich auf die Verteidigung der Siedlungen im engeren Sinne be-J11 zinkt, I >;!s Rech; der ״überzähligen Polizcitiuppe“, sieh im!:aii/en Gebiete der jüdischen Böden und bei der Verfolgung Migur darüber hinaus zu bewegen, wurde erst Ende ■Marz!‘)37, als״ laugte nach Beendigung der Hauptperiode der Unruhen, gew.ihrt. (jleich/eitig e,־hielten die jüdischen Polizisten das h’c.lit. Hie Felder mit Pferden und mit Motorfahrzeugen ab/ustmten, welche von den Siedlungen mit Hilfe der Jewish Agencv beig(.'stellt werden mußten. Die allgemeinen Sich! riH'Usiiiabiialimcn wurden im Laufe dieser Zeit durch die Firiditmig von Befestigungen, die Anschaffung von Scheinwerfen! und die Organisierung des Signahvesens ergänzt. Die Frn״e der Kosten des Unterhalts der Truppe war ebenfalls Gegenstand langandauermler Unterhandlungen. Die Regierung war zuerst bereit, ein Drittel der Unterhaltskosten bloß der zentral rekrutierten Polizisten zu tragen. Später wurde der Beitrag auf die Hälfte erhobt, schließlich auf die gesamte Truppe von 3(>00 Mann ausgedehnt. Nach lieendigütig vier Unruhen wurde die Truppe im Januar 1937 in drei Linien geteilt, von denen die erste unter Waffen blieb, die zweite und dritte entlassen wurde, jedoch Bereitschaftsbefehl für den Notfall erhielt. Die Waffen der zwei Reservelinien wurden in den Siedlungen aufhewahrt. Als im Vorfrühling 1937 die arabischen Gewalttätigkeiten bedrohlich Zunahmen, wurden auf Vorschlag der Jewish Agency beträchtliche Teile der Reserve im Norddistrikt einberufen. Da die Siedlungen außeistände waren, weiterhin die Hälfte der Unterhaltskosten zu tragen, wurde im März 1937 ein neues Arrangement zwisehen Regierung und Jewish /Agencv vereinbart, wonach die gesamten Unterhaltskosten der beiden ersten Linien, wem! sie im aktiven Dienst stehen, — insgesamt also die Hälfte der gesamten Truppe -- von der Regierung getragen werden und die Beteiligung der Juden sich nur noch auf 50 r!> der Unterhaltskoslcn der dritten Linie erstreckt. Wenn also die gesamt0 Truppe zum aktiven Dienst einberufen würde, so werden ihre Untcrhaltskosten zwischen der Regierung und der jüdischen Bevölkerung im Verhältnis von 3:1 geteilt. Seit den Unruhen wurde die überzählige Poiizcitruppe durch eine weitere Reserve verstärkt, die im Notfall mobilisiert werden soll, und ihre Aus- Bildung wurde in Angriff genommen. Die Schaffung der neuen Verteidigungstruppe hat die Sicherheitslage der luden von Grund auf geändert, das Ansehen der jüdischen Siedlungen in den Augen ihrer arabischen Nachbarn erheblich erhöht und das Selbstvertrauen und Sicherheitsgefühl der Siedler gestärkt. Die Tatsache, daß keine einzige eingerichtete Siedlung im ganzen Lande während der Unruhen von 1936 evakuiert Untersuchung auf Madagaskar Von der Arbeit der polnisch-jüdischen Kommission Von sssettm Berichterstatter Tananarive, 21. Juli*) Madagaskar ist ein kleiner Kontinent, nicht allein, weil es das Ueberbleibsel eines viel größeren Landgebietes ist, das sich einst über die Fläche des heutigen Indischen Ozeans ausbreitete und nach den Halbaffen (Lemuriden) von den Geographen Lemuria genannt wird, sondern auch, weil es ganz verschiedene Gebiete, Klimate, Pflanzen, Tiere, Völker usw. enthält, beinahe so viel, wie es in Afrika und Asien gibt, — ־weil es andererseits Anklänge nach Südamerika Jetzt im m ad agash arischen Winter verlassen zahlreiche fronzösische Beamte die subtropischen Höhengebiete und be• suchen den Strand in Majunpa (Westküste). hin besitzt. Man findet hier ׳ sowohl die Tropen wie die dürrste Wüste. Hier wohnen Malaien wie Neger, Araber wie Papuas. Die heißen Küsten und die Höhenplateaus unterscheiden sich so sehr voneinander wie die Landschaften des Aequators von denen Dalmatiens. Darum haben wir es bedauert, von Herrn D y k zu vernehmen, daß die polnisch-jüdische Kommission, die zur Llntcrsuchung der Kolonisationsmöglichkeiten hierher gekommen ist, entgegen ihrem früheren Vorsatz schon Ende dieses Monats, also nach knapp zwei Monaten, Madagaskar verlassen will. In dieser Zeit hat die Kommission erstaunlich viel geleistet. Sie hat in großen Autoreisen den Süden des Landes besticht und mit Hilfe des Herrn Fiedler, eines polnischen Entomologen und Schriftstellers, eine Kollektion schöner Photos gesammelt. Vor einiger Zeit ist die Kommission nach dem fruchtbaren Norden abgereist, während Herr Dyk noch in Tananarive blieb. Wenn es nur darum gegangen wäre, einen vorläufigen Eindruck vom Lande zu bekommen, Verbindungen aitzuknüpfen und in Polen Interesse für Madagaskar zu wecken, dann waten zwei Monate hierfür schon sehr knapp gewesen. Die Kommission bedauert die Kürze ihres Aufenthaltes selbst am meisten. Dabei wäre es eigentlich erforderlich, das Land vom Standpunkt des Kolonisten aus zu sehen, der hier viele Jahre leben soll. Eine kurze Reise einer vom Ausland kommenden Kommission kann dies beim besten Willen und trotz stärkster Bemühungen nur sehr unvollkommen tun, da hierzu ein längeres Studium der Lebensbedingungen im Lande erforderlich ist. Trotzdem dürfte das Material, das die Kommission hier gesammelt hat und dessen Bedeutung, wie Herr Dyk uns seihst versicherte, voll gewertet wird, außerordentlich groß sein, und seine Bearbeitung wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen. *) Vgl. die Berichte in Nr. 45, 50 und 56. Natürlich sind auch jetzt schon im Rahmen der Arbeit der Kommission gewisse Probleme aufgetaucht, die die Schwierigkeiten einer möglichen Kolonisation andeuten. Die Hauptsorge ist die, daß der Lateritboden der Hochsubtropen Madagaskars für die Landwirtschaft nicht sehr aussichtsreich erscheint. Die Erosion hat ungeheure Schäden angerichtet, nachdem die Wälder abgebolzt worden sind. Das jährliche Abbrennen macht den Boden noch schlechter. 1 Daher würden große Kapitalien nötig sein, um ihn zu ver- | bessern. Eine geeignete Grasart, die auf dem Lateritboden g wächst und ihn urbar macht, ist noch nicht gefunden worden. Der Lateritboden, der nach seiner Ziegelfarbe (lateinisch 1 Ziegel — later) heißt und einen großen Teil des Landes 1 bedeckt, hat Madagaskar den Namen ״Rote Insel“ gegeben I und ist auf der Hochebene Madagaskars weit verbreitet. Es ist richtig, daß Methoden zur Erschließung dieses Bodens aut Madagaskar noch großenteils gefunden werden müssen. Diese Tatsache aber, daß der Boden wenig anlockt, ist gerade die Ursache dafür, daß Madagaskar so lange vernachlässigt wurde; wäre der Boden reich gewesen, so wäre die Insel dicht bevölkert oder jedenfalls so in Kultur gebracht, daß man an eine weitere Kolonisation nicht denken könnte. Aber nicht jeder Lateritboden ist wirklich schlecht. Man hat z. B. in der Gegend von Batavia auf Java Lateritboden gefunden, auf dem zahlreiche Früchte ausgezeichnet gedeihen. Auch der Kautschukbaum wächst auf Lateritboden gut. Wenn man tropische Bodenspezialisten in dieser Frage zu Rate zieht, wird man bestimmt Wege zur Kultur von Lateritboden finden. Dazu kommt, daß ein Teil der Hochebene Madagaskars vulkanischen Ursprungs und sehr fruchtbar ist. Auch die Flußtäler sind vielfach fruchtbar. Auf Madagaskar wachsen Orangen, die allerdings etwa irn Vergleich zu denen Palästinas geringwertig sind; wenn man sie jedoch mit den Orangen anderer Tropenländer vergleicht, z. B. mit denen Javas und Tanganjikas, so sind sie recht gut. Ein weiterer Einwand gegen eine Kolonisation auf Madagaskar ist seine ungünstige Verkehrslage, die sowohl seine wirtschaftlichen Beziehungen erschwert wie auch die Verbindung eines Kolonistenelements mit der alten Heimat außer- 'י• ■'!ft % ■- 4 *»’ i ■ ■ 11*׳ '• ry*«■ ' .־. . *•V tlirV..'?I.T. Die subtropische Höhenfläche Madagaskars zeigt zum Teil Landschaftsbilder, die an Holland gemahnen. 0«: Dr. ftyiiien, Tinmtrivt ordentlich kompliziert macht. Dieser Einwand ist naturgemäß richtig. Aber wenn hier eine stärkere Entwicklung des Landes einsetzt, werden die Verbindungen mit Europa sicherlich besser werden. Australien und Neuseeland lagen Verkehrstechnisch noch viel schlechter und wurden dennoch von Europäern kolonisiert. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Erholung in Südafrika, das ja verhältnismäßig sehr nahe liegt. Dr. W. J. H, Ny essen wurde, darf zweifellos der neuen Verteidigungstruppe zugute geiialten werden, ebenso, daß die Ernte von 1937 unversehrt gelassen wurde. Bei der Unterbringung der britischen Truppen, sow׳eit sie in jüdischen Gebieten stationiert wurden, half die Exekutive durch eine besondere Verbindungsstelle, die von Colonel F. Kish angeregt und eine Zeitlang geleitet wurde. Weiterhin half die Jewish Agency bei der Auswahl geeigneter jüdischer Kandidaten für den Dienst der regulären Polizeitr uppen und stellte Lehrer in drei Amtssprachen für die jüdischen Rekruten ein, die in der Polizeischule ausgebildet wurden. Die Zahl der jüdischen Polizisten stieg in der Berichts zeit von 250 auf etwa 680 und ihr Anteil an der Gesamtzahl der palästinensischen Polizisten nähert sich jetzt den 30 "0. Es wurdet! auch Versuche gemacht, die Zahl der jüdischen Angehörigen der Trans jordanischen Grenz trupp* zu erhöhen, doch brachten sie nur geringfügige Ergebnisse. Es wurde lediglich im Frühling 1937 eine motorisierte Polizeiabteilung zur Dienstleistung längs der nördlichen Landgrenze Palästinas errichtet, für welche sich auch eine erhebliche Zahl von Juden gemeldet haben. Bei der Rekrutierung dieser Polizisten hat die jewish Agency lebhaft mitgewirkt. Das moralische Niveau der jüdischen Bevölkerung Palästinas und ihr Sinn für politische Verantwortlichkeit diktierte der jüdischen Gesamtheit die Konzentrierung ihrer Kräfte auf die V e r t e i d i g u n'g und den Verzieht auf jede Handlung der Rache und der Wiedervergclt u n g. Obgleich diese Haltung von Beginn an fast instinktiv angenommen und durch die ganze Dauer der kritischen Zeit von allen verantwortlichen jüdischen Kreisen energisch gefördert wurde, war sie doch unweigerlich einem stets wachsenden Druck ausgesetzt, je abscheulicher die Uebcrfälle auf Juden wurden. Ständige Wachsamkeit war daher erforderlich, um diese Haltung weiter zu bewahren. Die Bewaffnung der luden durch die Regierung mittels Errichtung der ״überzähligen Polizeitruppe“ lieferte im buchstäblichen Sinne eine Rechtfertigung für die Zurückhaltung, die sich die jüdische Gemeinschaff während einer Periode früher nie dagewesener Spannung selbst auferlegt hatte, und trug wirksam zu ihrer weiteren Aufrechterhaltung bei. (Wird fortgesetzt) Die Warschauer Jüdische Gemeinde gibt jetzt eine eigene Zeitschrift in jiddischer, hebräischer und polnischer Sprache heraus. Der polnische Titel ist ״Glos Ominy?.vdowskiej“, der jiddische ״Die Kehiila-Stimme“. Das erste Heft enthält 11. a. historische Aufsätze von Professor Dr. M. Balaban, Dozent Dr. E. Stein, Tätigkeitsberichte und Statistiken, Teilungs-Diskussionen in London Die letzte Sitzung der Londoner Royal Central Asian Society unter dem Vorsitz von Sir Ronald S t o r r s galt den Fragen Palästinas. Der Rechtsberater der Jewish Agency, Leonard Stein, legte die Aufnahme des Teilungswas ihnen heute angeboten wird. Es scheine in der Tat, daß die Juden für ihre übergroße Begeisterung für Palästina bestraft werden sollten. Der angebotene jüdische Staat sei nach der Meinung des Redners nicht lebensfähig. Auch sei seine Grenze nicht zu verteidigen. 37 ",0 der jüdischen Bevölkerung Palästinas seien aus diesen! Staat ausgeschlossen, und innerhalb seiner Grenzen würden 54 "0 Juden 46 0׳,״ Arabern gegenüberstehen. Die finanziellen Lasten, die auf einem solchen Staate ruhen, würden untragbar sein. Die Vorschläge seien daher unannehmbar und unausführbar. Wenn Palästina schon geteilt werden solle, sagte Leonard Stein, so sollte der projektierte arabische Staat herausgenommen werden und der Rest (einschließlich des Negew) unter britischem Mandat bleiben. Von arabischem Standpunkt aus setzten Dr, Tannous und Mr. Jeff ries der Teilung lebhaften Widerstand entgegen. Col. Neivcombe schlug vor, daß ein ständiger Prozentsatz der jüdischen Bevölkerung von 30 0״ in Palästina geschaffen werden sollte. Das Land solle unter englischem Mandat bleiben, bis die erregte Stirnmung sich gelegt habe, und dann könne ein Vertrag auf den Grundlagen des englisch-irakischen Vertrages geschlossen werden. Für den Teilungspian setzten sich in der Diskussion Humphrey Bowman (der frühere Leiter des Erziehungs- Departments in Palästina) und Archer Cu st ein. Ebenfalls den aktuellen palästinensischen Problemen gewidmet war eine Sitzung der Near and Middle East Association in London, bei der in Anwesenheit des saudiarabischen Gesandten und zahlreicher Mitglieder der Pariaments H. St. ). P h i 1 b y über ״England und seine arabischen Probleme•‘ sprach. Er trat für die Annahme des Teilungsplanes ein: es sei die einzige Lösung, die beiden Teilen eine Grundlage zur Verständigung über die Einheit Palästinas biete, nachdem es geteilt sei. Die arabische Haltung sei ein ernstes Hindernis gegen die neue Politik und könnte zu erneutem Blutvergießen führen. Es sei jetzt absolut notwendig, den Mufti und den Emir Abdullah zusammenzubringen. Der persönliche Konflikt zwischen beiden sei das einzige Hindernis für den Frieden. Zu der Diskussion um das MeMahon-Versprechen sagte Philby, daß er an der Aufrichtigkeit der Erklärung McMahons nicht zweifele. Aber tatsächlicn gebe es neben seinem englischen Brief noch eine arabische Fassung, und diese beiden Texte ״timmten nicht miteinander überein. Keine Auslegung würde beweisen können, daß irgendein Teil Palästinas westlich von Damaskus liege.

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