Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-08-10 · Heft 63 (10.8.1937) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 63 (10.8.1937)
Date
1937-08-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653686--31103-2685693
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 63, 10. VIII 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seile 7 Aus dem Bericht der Exekutive Die Zionistische Exekutive hat dem Züricher Kongreß, wie üblich, einen Bericht über ihre verschiedenen Arbeit*• zweige vorgelegt, aus dem wir nachstehend eine Reihe von Abschnitten iviedcrgeben. (Red.) Ueberail erweckt er die Herzen und stählt den Willen des Volkes, erläutert und verbreitet die Lehre des Zionismus. In den Inneren Kämpfen des Zionismus steht er immer abseits, hält sich fern von allen Zwistigkeiten, läßt ab und zu ein scharfes Wort [allen, ein spöttisches Bonmot, das immer den Nagel auf den Kopf trifft und sein Ziel erreicht, er bemüht sich, die Streitigkeiten zu mildern, nachzuw eisen, daß die Gegensätze nicht so groß seien, daß nur infolge des Kampfeifers der Abgrund zwischen den Gegnern so tief scheine, in Wirklichkeit aber nur Illusion, Verblendung der Gehirne infolge des überscharfen Kampfes sei. Aber cs gab auch Augenblicke, wo diese Ruhe, diese erhabene Zuversicht Sokolow verließ; dann war auch er von Angst, Aufregung und kämpferischem Geist erfüllt. So war es zur Zeit Passtieids, als unsere Rechte angegriffen wurden. Damals erhob auch Sokolow, der sonst seinen Geist und seine Worte zu zügeln verstand, Proteste und Forderungen, die durch ihren Radikalismus alle in Staunen setzten. Während dieser ganzen Zeit hatte niemand wahrgenommen, daß Sokolow alt wurde. Er blieb stets jung, frisch, energisch, talbereit und arbeitsfreudig, ln den letzten Jahren nahm er seine journalistische Tätigkeit wieder auf, die literarische hatte er niemals unterbrochen. Wieder vernahm man seine Worte aus allen Blättern und seine Artikel erweckten die Empfindung, die Blütezeit seiner journalistisehen Tätigkeit in Warschau vor der Einstellung der ״Zcfirah“ habe sich erneuert — wieder dieselbe Klarheit, dieselbe Frische, dieselbe glänzende Methode der Aufklärung. Sokolow wurde seiner Arbeit entrissen gleich einem Feldherrn, der nie zu führen aufhürt. Die feindliche Kugel des Todes traf ihn mitten in seiner Lehrtätigkeit. Er rüstete sich zu einer Fahrt nach Südamerika, beabsichtigte eine Reihe literarischer Arbeiter! und war bemüht, sein Lebenswerk, die Schaffung eines grollen Wörterbuches der lebendigen hebräischen Sprache, abzuschließen. Da kam der Tod und entriß ihn uns. Auf diesem Kongreß, der vor schwere Entscheidungen gestellt ist, vermissen wir allzusehr die Anwesenheit Sokofows. Sein Präsidentensitz steht leer und verwaist. Sein ruhies, durchgeistigtes, konzentriertes Antlitz, aus dem zu er* ennen war, daß er den Worten der Redner mit größter Aufmerksamkeit folge, blickt nicht mehr auf die Teilnehmer des Kongresses. Verschwunden ist diese auserlesene Persönlichkeit, das Symbol unaufhörlicher Tätigkeit, verschwunden ist der alte Mann, der nie die Feder aus der Hand legte und ununterbrochen das vor ihm liegende Blatt mit Auf* Zeichnungen bedeckte. Nie mehr werden wir seine ruhige, beruhigende Stimme während der stürmischen Debatten vernehmen, nie mehr wird er durch seine milden Worte die Gegensätze mildern, nie mehr wird er das falsche Pathos und die falsche Begeisterung, die nur die Gedankenleere und den Mangel an Willen verdecken, durch seinen gütigen Spott geißeln. Verwaist ist der Kongreß, verwaist die Zionistische Bewegung und mit ihr das jüdische Volk. Noch lange werden wir uns von dem schmerzlichen Bewußtsein nicht befreien können, daß uns ein Mann wie Sokolow fehlt, der die außerordentliche Fähigkeit besaß, durch Aufklärung alle Herzen zu gewinnen. Beratungen der Mandatskommission ׳.Genf, 8. August. (ITA.) Die Ständige Mandatskoni• mission des Völkerbundes hat die Prüfung des Jahresberichtes der Palästinaverwaltung für 1936 fortgesetzt. Ferner hat die Kommission sich auch mit einer Anzahl von Mitteilungen aus mehr «der weniger offiziellen jüdischen Quellen beschäftigt. Das Bild, das sich aus der bisherigen Untersuchung des Verlaufes der Unruhen in Palästina ergab, hat die Vertreter der Mandatarmacht wiederholt in eine peinliche Situation gebracht. Immer wieder sahen sich die Mitglieder der Kommission veranlaßt, ihr Erstaunen über die uner* klärliche Schwäche und die schuldhaften Versäumnisse der Palästina Verwaltung angesichts der arabischen Gewaltakte zu äußern. Wiederholt erklärten Komniissionsmitglieder, daß die von dem Vertreter der Mandatarniacht zuge* gebenen Tatsachen weit über die pessimistischen Erwartungen hinausgingen. Gegenstand der Kritik war insbesondere die von den arabischen Regierungsbeamten in Palästina an die Mandatskommission gerichtete Petition. Sie wurde als ein Beweis für den Mangel an Autorität angesehen, den die Palästinaregierung in dieser Sache gezeigt habe. Die Erläuterung des britischen Delegierten vermehrte nur noch das Erstaunen der Kommission. Der Vertreter der Mandatarmacht sagte, die arabischen Beamten hätten diese Petition übersandt, um ihren Anschluß an den arabischen Generalstreik zu vermeiden, Die Beamten hätten unter dem moralisehen und physischen Druck der arabischen Extremisten gestanden und in einem Zustand dauernder Furcht gelebt. Gegen einige seien Attentate versucht worden. Ihre Freunde und ihre von den arabifbhen Extremisten terrorisierten Familien hätten darauf gedrängt, daß sie ihre Aemter niederlegen. Die Beamten hätten es als geringeres Uebel vorgezogen, diese Petition an die Mandatskommission zu richten, U!n ihre fanatischen Mitbürger zu besänftigen. Am Freitag sind in der Mandatskommission die Einmischungsversuche der arabischen Staaten in die inneren Angelegenheiten Palästinas zur Sprache gekommen. Die Mitglieder der Kommission übten Kritik an aer unentschlossenen Haltung der Mandatarmacht gegenüber den Interventionen der arabischen Herrscher. Sie wiesen dabei auf die besondere völkerrechtliche Stellung Palästinas als ein im Aufträge des Völkerbundes verwaltetes Mandatsgebiet bin. Eine Einmengung in die inneren Angelegenheiten eines solchen Landes, so wurde von den Mitgliedern der Kommission betont, dürfe keinesfalls geduldet werden. Der Vertreter der Mandatarmacht, John Hatkorn Hall, erwiderte darauf, die arabischen Herrscher hätten diese Intervention auf eigene Initiative hin unternommen. Die Mitglieder der Mandatskommission richteten an den Vertreter der Mandatarniacht sodann Fragen über das Verfahren, das angewandt werden solle, wenn die maßgebenden Faktoren zu einer Verständigung über die Lösung des Palästina- Problems gelangen werden. Das Studium der Petitionen, die von jüdischer und arabischer Seite an die Kommission gerichtet worden sind, wurde fortgesetzt. Das Irakische Memorandum Wie bereits kurz in Nr. 62 gemeldet, hat die Regierung des Irak zur Frage der Zukunft Palästinas der Mandats- Kommission eine Note überreicht, die, wie die ״Times“ vom 5. August mitteilt, am 30. Juli von Bagdad abgegangen ist. Der Irak, so heißt es in der Note, habe ein besondere* Interesse an diesen! Problem und erinnere an den Aufruf, der in Uebereinstimmung mit den Königen von Saudi-Arabien Einwanderung Der abessinische Konflikt und die dadurch geschaffene politische Unsicherheit im Mittelmeer schuf einen Zustand der Panik in Palästina, der sich in einem Run auf einige Banken und in einer fühlbaren Einengung des Kredits ausdrückte. Zum erstenmal, seit 1932 wurden ein paar tausend jüdische Arbeiter beschäftigungslos, hauptsächlich infolge Ver- Zögerung der Bautätigkeit. Die eingetretene Krise machte eine Revidieruttg der Ziffern für die Vorlage der Herbst- Schedule notwendig und infolge dieser Verschiebung der Sehedule ersuchte die jewish Agency im November 1933 um einen Vorschuß, der ihr anfangs Dezember im Umfang von 1000 Zertifikaten bewilligt wurde. Kurz darauf wursle das Gesuch für die neue Scheuule cingereicht, und es wurden — bereits nach Herabsetzung der ursprünglichen Schätzungen — 10 000 Zertifikate gefordert. Die Regierung bewilligte eine Schedule von nur 2350 Zertifikaten. Dies war die erste Vcrringerung im Umfange der Arbeitersch edule nach einem ununterbrochenen Ansteigen durch sieben aufeinanderfolgende Halbjahresperioden, von 330 im Oktober 1931 auf 8000 im April 1935. Der Rückgang war erheblich und mußte als Zeichen einer neuen einschränkenden Tendenz gewertet werden. Ein weiteres Zeichen der gleichen Art bildete die Ein- Schränkung der Zulassung von Angehörigen solcher Personen, die in Palästina wohnten. Seit Frühling 1935 setzte sich die Uebutig fest, Einreiseerlaubnisse für diese Kategorie in der Regel nur Mitgliedern der sogenannten ״natürlichen Familieneinheit“ (Frauen und Kindern) und alten Eltern zu gewähren, die Zulassung anderer Verwandter aber an den Nachweis zu binden, daß der Einwanderer von seinen palästinensischen Angehörigen ständig erhalten und niemals als Arbeitsuchender auf Jen Arbeitsmarkt kommen werde. Dadurch sank die Gesamtzahl zugelasscncr Verwandter um 16 610 im Jahre 1935 auf 9195 im Jahre 191(5 und betrug im ersten Viertel des Jahres 1937 nur noch 1078. Das dritte wichtige Anzeichen einer Einschränkungstendenz in bezug■ auf die Einwanderung war die Absicht der Regierung, das für die Kategorie A I (Kapitalisteneinwanderung) erforderliche Kapital von 1000 auf 2000 Pfund 2u erhöhen. Dadurch wäre der Nachschub von Kapital und geschäftlichen Unternehmern in der Wurzel getroffen und die Aufnahmefähigkeit des Landes für Einwanderer aller anderen Kategorien beeinträchtigt worden. Infolge des energischen Einspruches der Exekutive sowohl in Palästina wie in London gab schließlich der Staatssekretär bekannt, daß der Reglerungsvorschlag fallen gelassen wurde. Eine andere mit der Einwanderung verknüpfte Frage, mit der sich das politische Departement zu beschäftigen hatte, und dem Jemen im Oktober v. J. an die Araber Palästinas erlassen wurde. Dieser Aufruf sei auf dem Olaubci! an die guten Absichten Englands basiert gewesen, das erklärt hatte, Gerechtigkeit walten zu lassen. Die Araber Palästinas wären diesem Aufruf gefolgt und hätten mit der Kommission zusammcngcarbcitet. Die irakische Regierung habe daher im Interesse einer endgültigen Lösung einen ausdrücklichen Protest gegen den Teilungsvorschlag ausgcsprechen. Dieser Teilungsvorsclilag sei nicht nur un vereinbar mit der Unabhängigkeit Palästinas, die feierlich im Mandat und Völkerbuitdsabkommcn vorgesehen sei, sondern lasse auch keine Hoffnung für eine endgültige Regelung offen, fliese Hoffnung hänge von der Anerkennung eines unabhängigen Palästinas ab, in dem die Juden jetzt die Stellung einer Minderheit besitzen. Insoweit die Ein- Wanderungskontrolle es überwachen kann, sollte das Verhältnis der Gesamtbevölkerung Palästinas ungefähr auf seinem gegenwärtigen Stand fixiert werden. In jedem wesentlichen Punkt sei die Balfour-Deklaration bereits erfüllt worden Und die jüdische Einwanderung seitlicht mehr eine Voraussetzung für die Anfrechtcrhaltiing und Ent- Wicklung der jüdischen Einrichtungen in Palästina. Die irakische Regierung glaube fest daran, daß der Weg, die Juden in den Genuß der Früchte der Balfour-Deklaration zu bringen, der sei, ein unabhängiges ungeteiltes Palästina anzuerkenneti, das seinen Platz unter den übrigen arabischen Nationen einnehme. Die irakische Regierune hat weiter die Absicht, wie der Völkerbundskorrespondent der ״Times“ erfährt, an den Völkerbund ein Memorandum zu richten, das eingehende Vorschläge für eine endgültige Regelung des Problems ent* hält. Die arabische Delegation hat an den Präsidenten der Mandats-Kommission einen Protest wegen einer Bemerkung Ormsby-Gores gerichtet, die dahin ging, daß alle Versuche, eine Verständigung auf der Basis der Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden zu erreichen, zwecklos gewesen seien, weil die Araber ihrerseits diesen Versuchen eine systematische Weigerung gegenüber-gestellt hätten und ihre Haltung von Haß und Fanatismus diktiert gewesen sei. ln dem Brief der Delegation wird erklärt, daß die Britische Regierung den palästinensischen Arabern niemals eine Lösung auf der Basis einer arabisch-jüdischen Verständigung angeboten habe, die vereinbar mit der arabischen Würde und dazu berechnet sei, die arabischen Rechte sicher* zustellen. Ein solcher Vorschlag würde niemals znrückgcwiesen worden sein. Kolonien minister Ormsby-Gore hat vor seiner Abreise am Donnerstag erklärt, er habe wenig Hoffnung auf die Sicherung des Friedens, wenn die politischen Verhältnisse in Palästina nicht gründlich geändert werden. Wladimir Ja bot ins ky ist in Genf tingetroffen. Die englische Regierung bleibt fest ״Great Britain and the East“ vom 5. August schreibt, es scheine die Ansicht auf/tikommcn, daß die englische Regierung sich von dem Standpunkt zuriickzielie, den sie in dem Statement ot Policy (nach Veröffentlichung des Berichtes) eingenommen habe, und daß sie sich der Kritik an den Teilungsvorscliütgen beugen werde. Diese Ansicht sei eine Täuschung. Wenn nicht Araber und Juden selbst einen VersöhnungspTan ausarbeiten, der die Welt von seiner Ucberlegenheit über den Teilungsplan überzeugt, m werde die Regierung unbeirrt ihren Weg weitergehen. war die der vielen Tausende von Personen, die bereits ln das wirtschaftliche und soziale Leben der jüdischen Bevölkerung Palästinas völlig aufgenommen waren, jedoch noch immer illegal im Lande lebten. Die Exekutive hat wiederholt von der Regierung verlangt, in einem gewissen Umfang die generelle Registrierung dieser Personen als berechtigte Einwohner zu ermöglichen. Wohl gab die Regierung Anfang 1936 die Ermächtigung, eine sehr kleine Zahl von Zertifikaten von jeder Schedule für die Legalisierung solcher unberechtigter Ansiedler zu verwenden, ließ jcdocli die auch weiterhin erhobene Forderung nach genereller Registrierung unberücksichtigt und antwortete schließlich, die Sache müsse verschoben und könne erst auf Grundlage des Berichtes der Königlichen Kommission neuerlich geprüft werden. Bodenbeschränkungen Zu Beginn des Jahres 1936 wurde es offenbar, daß die Regierung eine gesetzliche Maßnahme zum Verbot des Verkaufes von Boden unterhalb einer g e w i ssen Grenze beabsichtige, welche unter den derzeitigen Undwirtschaftlichen Bedingungen als tlas notwendige Existenzminimum für einen Bauern betrachtet wurde. Der politische Vertreter der Jewish Agency brachte Mitte Januar in einer Unterredung mit dem High Commissioner die grimdsätzliehen Eimviinde der Jewish Agcncv gegen jedweden Plan zum Ausdruck, der die Möglichkeit von Lamlkäufcn für die jüdische Atisiuiüung beschränken will de, und wies überdies darauf hin, dal) ein Plan wie der beabsichtigte die hndwirtschädliche Entwicklung im allgemeinen nicht fordern, sondern nur hemmen wurde. Die Argumente gegen dm Vorschlag der Regierung wurden später in großer Au-duluiiibkeit schrittlieh auseinanefergesetzt. Das .seineiben forderte, die Regierung solle, statt die vorgeschlagcricn Beschränkungen ein- Zufuhren, eine aktive L a n d e tt t w i c k I u n g s ון o 1 i t i k füllten und geschlossene A 11 s i c d 111 n g 7.11 m Vorteil sowohl der arabischen als auch der jüdischen Ansiedler fördern. Nach einer ausführlichen Unterredung, welche die Herren Dr. Weizmaim, Dr. kuppln, Ben Gurion und Sliertok mit dem High Uoimnissioner hatten und bei der Dr. Weizmann. einen scharfen Angriff gegen die beab.-ichtigte gesetzliche Maßnahme als eine flagrante Verletzung des Mac- Do!1 a 1 d - Br i e f e 3 führte, erhielten sowohl die Vertreter der arabischen Parteien Palästinas als auch der Jewish Agency eine Erklärung des High Cormriissioners bzw. des Chef- Sekretärs, welche bereits konkrete Vorschläge für dieses Bodeiiverkaufsg-tsetz enthielt. Wohl waren einige Milderungen vorgesehen und die Art der Durchführung des Planes wurde späterer Ausarbeitung Vorbehalten, auch erklärt, daß die Jewish Agcncv in vollem Maße befragt werden würde, «he der Plan Gesetz werden solle; die Grundprinzipien jedoch, welche den liodenerwerb der Juden erschwert hätten, waren beibehalten worden. Der Jewish Agcncv blieb nunmehr kaum etwas anderes übrig, als ihre Einwände gegen den Plan in einer öffentlichen Erklärung bekannt zu geben. Der juristische Berater des ׳politischen Departements arbeitete ein genaues Memorandum aus, das als Grundlage weiterer Maßnahmen dienen sollte, Infolge der Unruhen und der späteren Ernennung der Königlichen Kommission scheint die Angelegenheit von der Tagesordnung abgesetzt worden?וי sein und führte nicht weiter zu Vorstellungen an die Regierung, Die Unruhen von 1936 ... Eine entscheidende politische Tatsache dieser Periode war das Wachstum des Konfliktes mit der Pa- 1 ä 9 t i n a v er ival t u 11 g. Wohl erhielt sofort bei Beginn der Unruhen der Präsident der Jewish Agcncv eine Zusicherung, es könne nicht davon die Rede sein, daß die festgesetzte Mandatspolilik unter dem Druck von Gewalttätigkeiten geändert werden wurde; sehr bald jedoch fand sich die Exekutive in der Zwangslage, der Regierung im Hinblick auf ihre Politik und in IIim!<i1ht auf ihr Vorgehen gegenüber der außerordciitliehen Lage scharf enfgegeii/.utretcii. Insbesondere hatte die Jewish Agencv sich über die Haltung der Regierung zu der arabischen Streikbewegung und der orfizirller! arabisehen Führerschaft zu beschweren, was sie als den entschcidenden Mangel der amtlichen Politik ansah. Sie appellierte dauernd au die Regierung, eine Politik aktiver Bekämpfung des Streiks cinzuschlagen, und machte bestimmte Vorschläge in dieser Richtung. Diese Vorschläge wurden zum größten Teil nicht nur nicht angenommen, sondern bei Beginn des Streiks ging die Regierung in ihrer wohlwollenden Neutralitat so weit, zum Transport von Truppen arabische Autobuschauffteure zu verwenden, die dem allgemeinen Publikum gegenüber iin Streik standeil. Erst irathdem der politische Vertreter der Jewish Agencv an den <Trofsekretär geschrieben hatte, daß die Regierung dadurch den arabischen Streik finanzieren helfe, wurde diese Praxis aufgegeben und die Arbeit jüdischen Transportkooperativen übertragen. Die Haltung der Palästina-Verwaltung der offiziellen Führericliaft der umctiirzlerischen Bewegung — dem sogenannten Obersten Arabischen Komitee — war ebenso beunruhigend. Wiederholt verlangte die Jewish Agency die Aufiösung dieser selbsternannten Körperschaft, welche öffentlich den Aufstand gegen das Mandatsregime predigte, und die Entlassung derjenigen ihrer Mitglieder, die in Regierungs- Stellen waren. Nichts dergleichen unternahm die Regierung, ja die Mitglieder des Obersten Arabischen Komitees wurden einzeln und korporativ von den höchsten Beamten der Verwaltung empfangen, die mit ihnen über die Bedingungen verhandelten, unter denen sie bereit wären, Streik und Terror zu beendigen. Während der ganzen Dauer der Unruhen war es die Tendenz der Verwaltung, die rebellischen arabischen Führer als nicht verantwortlich für die Gewalttätigkeiten hin* zustellen.,. N otstandsmaßnahmen Die Hauptsorge der Jewish Agencv vom Ausbruch der Unruhen an war der Schutz von Leben und Eigentum der jüdischen Bevölkerung. Das politische Departement hielt während der ganzen Zeit der Unruhen engen Kontakt mit allen Zentren der jüdischen Ansiedlung einerseits und mit den für die öffentliche Sicherheit verantwortlichen Behörden anderseits. Sehr früh zeigte sich, daß ein Eingreifen bei der Zentrale allein nicht ausreichte. Es mußte vielfach bei den Verwaltungsbehörden der Distrikte interveniert werden. Die Jewish Agency führte ein System der Bez irkskomi« tees der jüdischen Siedlungen zwecks gegenseitigen Bei« Kritik an der Regierung i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.