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Jüdische Rundschau · 1937-08-06 · Heft 62 (6.8.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 62 (6.8.1937)
Date
1937-08-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 62, 6. VIII. 1937 Bericht aus Chile Aus der Rechtsprechung Von unserem Berichterstatter Santiago, 2-1. Juli Aus dem Musikleben. Bereits in den Jahren 1927 und 1920 gastierte in Chile der berühmte russisch-jüdische Violin• virtuose Nathan M i I s t e i n, der auch im Juni wieder vc־- schicdene Konzerte in Chile gab. Von Leopold Mittmann am Piano begleitet, trat Milstein einige Male im Tcatro Municipal in Santiago auf und hatte einen grollen Erfolg. Ex wurde von der hiesigen!-1resse als einer der größten Violinvirtuosen der Gegenwart anerkannt, und nach jeder seiner Vorstellungen brachte ihm das Publikum Ovationen dar in einer Wesse, wie man sie hier selten erlebt bat. Unmittelbar nach Nathan MiLtein besuchte der polnischjüdische Geiger Roman Toten her g Chile und hatte ebenfalls mit seinen Konzerten großen Erfolg. Auf seiner wunderbaren echten Stradivarius-Geige spielend, riß er das Publikum zu Beifallsstürmen bin, und die Kritiken brachten ihm uneingeschränktes Lob. Im Augenblick gastiert noch die argentinisch-jüdische Rezitator!!! Berta S i 11 g e r m a 11 11 in Santiago, die auch vor mehreren Jahren schon einmal hier auftrat und jetzt wieder Triumphe feiert. Den Höhepunkt im Musikleben in dieser Saison stellt das Gastspiel des Pianisten Arthur R u b i rt s t e i n dar, der in diesen Trigen in Santiago eintraf und mit seinen Konzerten einen ganz großen 1:1 ml ruck auf das hiesige Publikum und die chilenischen Musikkreise macht. Jubiläen. In dic-em Jahr kann die große jüdische Frauen- Organisation ״La li!111iuvl;ora״ auf ein 2)j,ihriges Bestehen zurück! >!icD’11. I)u se ();gjms.ition ist eine der bedeutendsten Institutionen de- 1 .tmk׳-, die!11 den '23 Jahren des Bestehens Vorbildlich als Wi.hiinlu l-niga111sa׳i־m gewirkt hat. Es ist be- 2eichnend für!kn GG-t, der in dieser Organisation herrscht, daß man in den Jahien der schwe! steil Krise in Chile 1931 33, die wirtschaftheh aile Kribe ertaßu׳, not die höchsten Summen aufgebracht hat, n!11 der großen Mut unter den hier lebenden Juden zu begegnen. Gas spricht einmal fnr die gute Organisation und dann tur die große < )pfet Willigkeit der Mitgtieder. Weiter kann dieses Jahr die jüdische Poliklinik in Santiago ihr Dj.tlii'iges Bestehen feiern. Diese Poliklinik ist ein Werk der Vereinigung!!er jüdischen Jugend Chiles und ist;111 ts moieiiisH- 1 ingericlitef. Die chilenischen Bcliörden und die i1n׳s1ge Bevölkerung Oberhaupt sprechen in sehr anerkennenden Werten von die-em Weik vier jüdischen Jugend Chiles, um! cs wt zu w111-1.׳ lien, daß der Gedanke bald in Erfüllung geht, die Poliklinik so ausztibaucn, daß hier ein jüdisches Krankenhaus entsteht. Aus dem zionistischen Leben. Von den let/ten Veranstaltungen müssen die Sokolow-Grdaelmiisfeier und die Herz!* Bialik-Gedtichtnisfeier genannt werden, die beide in einem würdigen Rahmen vor einer grollen Zuiiurermenge veran- Stallet wurden. Aula!Hielt der 1 ler/l-Biahk-Gedäclttuisfeier sprach der Speziald! legierte des KKL, Moises Schcndere y, Buenos Aires, der hier die Galil-Aktion des KKL vorbildlich durchgtifiihrt hat. Die I lerzl-Bialik-(iediielitnisfeier war unirahmt von Musikvortragen. wobei .auch wieder der hiesige jüdische Geiger Victor Tevah nuftrat, der als einer der besten Violinvirtuosen Chiles gilt. Auch die übrigen Künstler, unter denen sich auch Nichtjuden befanden, ernteten reichen Beifall, besonders der Cellist Angel Cerutti. Als eine sehr anerkennenswerte Leistung der zionistischen Vereinigung von Chile muß die Tatsache Erwähnung finden, daß es der Tätigkeit des Komitees für hebräischen Unterricht innerhalb der Zionistischen Organisation zu verdanken ist, daß in der chilenischen Schule ״Liceo Jose Miguel Carrera“ in San tkigo Hebräisch als offizielles Unterrichtsfach in den Stundenplan eingereiht wurde, und am 27. Juni fand in den Räumen dieser Schule aus diesem Anlaß eine Feier statt, die sehr eindrucksvoll verlief. Nachdem die Schüler der Anstalt die chilenische Nationalhymne gesungen hatten, sangen die jüdischen Schiller die Hatikwah, und in den daun folgenden Ansprachen wurde auf die Bedeutung der hebräischen Sprache hingew! cm׳!!, was besonders der Präsident der Zionistische״ Vereinigung von Chile, Samuel Goren, unterstrich, der Hauptorganisator dlesvS lubräischen Unterrichts ist 11ml sieh damit giulie Vrolwnsn• ei worben hat. Außer ihm haben siel! L, Mirsky und Rabbiner MaguJ C n 7 o sehr um das Zustandekommen dieses Unterrichts bemuht. 1 )er I )ircktur der Schule, 1.. O r a B, gab seiner Freude Ausdruck, daß Hebräisch in seiner Sehlde als Unterrichtsfach ciiigt fuhrt wird und stellte das Verhalten und die Leistungen der indischen Schüler seiner Anstalt als Vorbildlieh hin. Der chilenische Pädagoge und frühere Senulm-pekt״!' Ri Vera brachte in seiner Ansprache seine Sympathien für das jüdische Volk und das Pal.iMina-Werk /tun Ausdruck. Es sprachen dann weiterhin die Vertreter von fast allen judisehen Institutionen Santiagos, und die chilenische Presse brachte ausführliche Bildberichte von der Veranstaltung, die im übrigen sehr gut besucht war. Aus dem jüdischen Leben von Concepciott. Der Bericht• ersfatter der ״Mitteilung. :1" des (iemeimlcbiimics deutschsprechender Juden!11 Ghüe!)er,! iiiet sein׳ Interessantes aus dem jucli'ihen Leben in dieser Stadt in Stidcinie. -Aus seinen letzter! Berichten soll die Veranstaltung Erwähnung finden, bei welcher die zionistische Ortsgruppe in Concepciou den zum Deputierten gewählten Dr. Natalio B e r m a!1 feierte, der Ehrenpräsident dieser Ortsgruppe ist. In den Ansprachen wurde Dr. Bertnan der Dank der jüdischen Bevölkerung von Conccpcion fnr seine bisherige öffentliche und karitative Arbeit ausgesprochen und der Bitte Ausdruck gegeben, daß Dr. Bcrman auch in seinem neuen Wirkungskreise seine jüdischen Mitbürger nicht vergessen möge. Dr. Bernian versicherte in seiner Ansprache seine unerschütterliche und bejahende Stellung zum Judentum erklärend, er wolle so wie immer, alle Kraft für den Schutz des Judentums und für den Aufbau eines freien Palästinas einsetzen. Auch sonst geht aus den Berichten des Concepciouer Korrespondenten der genannten ״Mitteilungen" hervor, daß in Concepcion ein reges jüdisches und zionistisches Leben herrscht. Argentinische Touristen in Jerusalem. Die jüdischen Zei• tungen Chiles berichten von dem Besuch argentinischer Touristen in Jerusalem im Mai d. J, und von den imponierenden Eindrücken, welche die Touristen bei dieser Gelegenheit haften. Auszeichnung. Herr M. E. Schaffer, Santiago (früher Berlin) hat nach der großen nationalen Industrieausstellung in Valparaiso anläßlich der 4tX)-Jalufeier dieser Stadt für seine ausgestellten automatischen Photomasdunen die große goldene Medaille mit Diplom erhalten; es ist dies die höchste Auszeichnung, welche die chilenische Handelskammer in dieser Fabrikatirmsgruppe vergeben hat. Aus dem jüdischen Sportleben. Der jüdische Boxer Miguel Arono'.rsky (Makkabi Santiago) trat im vorigen Monat im Boxring des ״Mexico Boxing Club“ gegen den Südamerikanischen Hnlbschwcgewichtsmcister der Amateure P. Agtiila an, der ihn nur dank seines liebergewichts von fast 10 kg nach eine!n unerhört spannenden Kampf knapp nach Punkten schlagen konnte, wobei der Makkabimann unbedingt der tech- Juden als Testamentsvollstrecker Das Amt des Testamentsvollstreckers beruht aut den letztwilligen Anordnungen eines Erblassers, der einen oder mehrere Testamentsvollstrecker in seinem Testament ernennen, die Be- Stimmung der Person des Testamentsvollstreckers einem Dritten überlassen oder auch das Nachlaßgericht ersuchen kann, einen Testamentsvollstrecker zu ernennen. Dessen Amt beginnt dann mit dem Zeitpunkt, in welchem er das Amt annimmt, Da das Amt kein öffentliches Amt ist, sind Juden von ihm nicht ohne weiteres ausgeschlossen, wie dies für öffentliche Aeniter durch § 4 Abs. 1 der 1. Vü. zum Reichsbürgergesetz bestimmt ist. Infolge der Rassengesetzgebung ist die Rechtsprechung jedoch zu dem Ergebnis gelangt, daß einem deutschen Volksgenossen die Verwaltung seines Erbes durch einen Juden gegen seinen Willen nicht zugemutet werden kann. (Vgl. Be- Schluß des Kainmergerichts vom 27. 2. 37, über den wir in Nr. 18 berichtet haben.) Dabei handelte es sich um Fälle, in denen arische Erben beim Nachlaßgericht die Entlassung eines jüdischen Testamentsvollstreckers aus dein im Rassengegensatz liegenden wichtigen Grunde beantragt hatten. Neuerdings hat ein Amtsgericht zu der Frage, inwieweit Juden das Tesfameiitsvollstreckeramt ausüben können, ausgesprochen, daß für den Nachlaß eines Deutschen kein jüdischer Testamentsvollstrecker tätig sein könne. Hier war von einem arischen Erblasser in einem Testament von 1924 ein Jude zum Testamentsvollstrecker eruannt worden, der nach eingetretenem Erbfall das Amt angenommen hatte. Das Amtsgericht lehnte seinen Antrag, ilun das zur Durchführung seines Amtes benötigte Testamentsvollslrcckerzctignis zu erteilen, ab. Die Entscheidung w׳eist darauf hin, daß das Amt des Testamentsvollstreckers stark einem öffentlichen Amt ähnelt und in seinen Auswirkungen einem solchen fast gleichkommt. Daraus wird gefolgert, daß die Bestimmung eines jüdischen Testamentsvollstreckers sich als für arische Erben untragbar und den völkischen Zielen des nationalsozialistischen Staates widersprechend darstellt. In dieser Entscheidung hat also das Nachlaßgericht — anders als in dem vom Kammergericht entschiedenen Falle — unabhängig von den Acußerungen der beteiligten Erben von sich ans allgemein die Durchführung einer Testaments- Vollstreckung für den Nachlaß eines Ariers gegenüber arischen Erben durch einen Juden für unzulässig erachtet. tiiseh Bessere war. Das Interesse an diesem Kampf war so groß, daß der Saal wegen Ueberfiillung polizeilich geschlossen werden mußte. Ende Juli wird Aronowsky erneut gegen Aguiia in einem Revancliekampf antrelen. Dann boxte Aronowsky im Ring der Sportvereinigung der katholischen Universität gegen den Italiener Dante Zambra, der erst kurze Zeit in Chile weilt und dem der Ruf eines Klasseboxers vorausgeht. Aronowsky schlug Zambra glatt nach Punkten und bewies erneut, daß er einer der besten Amateur-Mittelgeivichtsboxer Chiles ist. Seine bravouröse Haltung beim Kampf mit dem diesjährigen südamerikanischen Halbschwergewichtsmeister Aguiia zeigt jedenfalls, daß Aronowsky, der Univcrsitätsmeister ist, bei seiner Jugend noch eine große Zukunft vor sieh hat, und es wäre erfreulich, wenn es ermöglicht werden könnte, daß er als Vertreter des Makkabi Chile an der kommenden Makkabiade in Tel Aviv teilnimmt, um seine Kräfte mit den besten jüdischen Boxern der Welt messen zu können. Im übrigen trat der Makkabi Santiago am 11. Juli mit einer ßoxveransfaltung an die Ocffentlichkcit, die sehr gut besucht war und bei welcher Aronowsky wieder einen hohen Punktsieg über seinen Gegner erzielen konnte. Von den übrigen Makkabim konnte Angei Guiloff im Mittelgewicht die Meisterschaft von Santiago in der Anfängerklasse erringen, und der Makkabi Berdichevsky boxte unentschieden. — in dem den Boxkämpfen vorausgegangenen Freistilringkampf selling Miguel Salzmann den noch sehr jungen W a i s g! a s. — Der Makkabi gibt in der nächsten Zeit eine eigene Zeitschrift heraus. Sehr interessant verspricht, auch die Makkabiwoche zu werden, die der hiesige Makkabi vom 1.—8. August veranstaltet, und bei welcher sportliche mit gesellschaftlichen Darbietungen abwechseln. Der jüdische Basketball-Spieler R. Salamovich, der im südamerikanischen Basket-ßall-Turnier in der chilenischen Ländermannschaft spielte und großen Anteil daran hat, daß Chile aus diesem Turnier als unbesiegter Sieger hervorging, wird nach einer letzten Veröffentlichung als der beste Basketballspieler Chiles bezeichnet. Heinz Gott hilf Kleine Nachrichten Zu der am 18. August im Anschluß an den Zionistenkongreß beginnenden Tagung des Council der Jewish Agency sind Vertreter aus neunzehn Ländern gewählt worden. Aus einigen Ländern werden zum ersten Male Vertreter zu der Council-Tagung entsandt. Die Weltkonferenz des Misrachi hat Rabbi Meir Berlin zum Präsidenten des Misrachi-Weltverbandes gewählt. Anläßlich des 25jährigen Bestehens der Gesellschaft für Gesundheitsschutz der Juden ״OSE“ findet am' 28, August in Paris eine Jubiläumskonferenz der Gesellschaft statt. Am 2. August ist Dr. Joachim Prinz an Bord des Dampfers ״Degrasse“ in New York eingetroffen. David Schweitzer, der Vizepräsident des europä* ischen Council des American Joint Distribution Committee und Finanzdirektor des Joint, ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. Viscount Samuel hat ln Begleitung seiner Gattin am 1. August den Palästina-Pavillon der Pariser Weltausstellung besucht. ln Rothenburg ob der Tauber wurden an den Stadttoren Mahntafeln mit Aussprüchen und Ratsedikten aus der Zeit um 1529 angebracht, die den damaligen Abwehrkämpf gegen das Judentum veranschaulichen »ollen. Das Jüdische Kunsttheater in New York eröffnet am 18. September seine achtzehnte Spielzeit unter der Regie von Morris Schwarz mit J. I. Singers ״Brüder Aschkenasi“ und Ahron Zeitlins ״Esterka״. Die Testamentsvollstreckung für den Nachlaß eines Juden bei jüdischen Erben durch einen Juden wird durch diese Rechtscntwickhmg nicht berührt. Entlassung jüdischer Pfleger In bestimmten Fällen hat das Vormundschaftsgericht zur Wahrnehmung einzelner Angelegenheiten Pfleger zu bestellen, z. B. für einen Minderjährigen, wenn der Inhaber der elterlichen Gewalt oder der Vormund an der Besorgung der Angelegenheit tatsächlich oder rechtlich verhindert ist. Seitdem Juden gemäß § 4 der 1. VO. z. Reichsbürgergesetz ein öffentliches Amt (— zu dem die Pflegschaft nicht zu rechnen ist —) nicht bekleiden können und nach einer Verfiigung des Reiehsjustizministers vom 14. 11. 1935 Juden nicht mehr zu Armenanwälten, Pflichtverteidiger, Konkurs-, Vergleichs- oder Zwangsverwalter bestellt oder mit der Wahrnchimmg ähnlicher Aufgabe 11 betraut werden sollen, wird die Bestellung jüdischer Pfleger nur in Frage kommen, soweit es sich um die Pflegschaft für ein jüdisches Kind oder andere jüdische Beteiligte handelt. In einem — in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 30. 9. 1936 mitgeteilten — Beschluß hat das Kammergericht die Entlassung eines jtidlsehen Rechtsanwalts aus seinem Amt als Pfleger ab gelehnt, da es sich um die Pflegschaft für ein jüdisches Kind handelte. Neuerdings hatte sich das Kammergericht mit einem Falle zu beschäftigen, in welchem ein jüdischer Rechtsanwalt im Jahre 1930 zur Wahrnehmung der unbekannten, aber zweifellos nichtjüdischen Eigentümer einer Liegenschaft zum Pfleger bestellt worden war. Hier entstand die Frage, ob der Pfleger wegen seiner Eigenschaft als Jude vom Vornuindschaftsgericht zu entlassen war, wozu es nach § 1886 BGB. verpflichtet ist, wenn die Fortführung des Amtes durch den Pfleger die Interessen der Beteiligten gefährden würde. In seinem Beschlüsse vom 28. Mai 1937 — la Wx 573 37 - hat das Kammergericht eine solche Gefährdung der Interessen in der Tatsache, daß der Pfleger der jüdischen Rasse angchört, für gegeben erachtet und deshalb die Entlassung des jüdischen Pflegers als berechtigt angesehen, wenn die vom Pfleger betreuten Rechte — wie in dem entschiedeneu Falle -- deutschen Volksgenossen zustehen. ln der Begründung dieser Entscheidung wird U. a, bemerkt, daß bei der in Rede stehenden Verwaltung eines Mietshauses m befürchten ist, daß sich in Zukunft in vermehrten! Maße Schwierigkeiten bei der Erledigung der Mietangelegenheiten ergehen würden, die sich auf die Dauer zum Nachteil der betreuten Berechtigten atiswirken müssen. Von Interesse ist auch der Gesichtspunkt, daß ein jüdischer Pfleger infolge seiner Rasse behindert ist, seinen Pfleglingen die Vorteile der nationalsozialistischen Organisationen der gewerblichen Wirtschaft zuteil werden zu lassen. Ordnung im jüdischen Pressewesen Der Reichsminister für Volksaiifklärung und Propaganda hat mit einer Anordnung vom 15. Juli 1937 grundsätzliche Richtlinien für das jüdische Pressewesen aufgestellt. Alle Personen und Unternehmen des jüdischen Presse■ vvesens im deutschen Reichsgebiet werden vom Sonderbeauftragten des Reichsministers, Reichskultunvaiter Hinkel, erfaßt. Die in den Verlagen und Unternehmen der jüdischen Presse tätigen Personen wie Verleger, Redakteure, Mitarbeiter, Berichterstatter, Verlagsangestcllte, Bezieherwerber, Pressercfercuten und Mitarbeiter von Pressedienststellen jüdischer Organisationen, Vereine und Gemeinden werden in amtliehen Listen eingetragen und erhalten durch Bescheinigung oder Ausweis die Zulassungsgeiiehmigung. Nach dem 1. Oktober 1937 dürfen Personen ohne Bescheinigtmg oder Ausweis im jüdischen Pressewesen nicht mehr tätig sein. Gesuche zur Eintragung in die amtlichen Listen und alle das jüdische Pressewesen betreffenden Anträge sind ohne Ausnahme an das Reichsministerium für Volksaufkliirung und Propaganda, Sonderreferat Reichskultur• walter Hinkel, Berlin WS, Wilhelmplatz 8/9, zu richten. Christliche Amerikaner gegen Teilung Washington, 2. August. (JTA.) In Washington tagte in An Wesenheit von _ 52 Delegierten die a ui e r i k a n i s c h christliche Palästina-Konferenz, um zu der Entwickhmg der Palästina-Politik Stellung zu nehmen. Die Konferenz richtete an die Ständige Mandatskommission des Völkerblindes in Genf ein Telegramm, in dem sie verlangt, daß der Plan, Palästina zu teilen, aufgegeben werde und Großbritannien seine gegenüber den Juden übernommenen Verpflichtungcn erfülle. Grundbesitz der Synagogengemeinden. in den vom Reichsminister der Finanzen gemeinsam mit dein Reichsminister des Innern zur Erläuterung und zur Ergänzung der Vorschriften über die Grundsteuer erlassenen ״Grunds t e 11 e r r i ch f 1 i n i e n“ werden (in Ziffer 26) die Finanzämter angewiesen, sich mit dem Grundbesitz der jiidisehen Sygagogen gemein den bis auf weiteres noch nicht zu befassen, da die Frage ihrer steuerlichen Behandlung noch nicht endgültig geklärt ist. Der Peel-Berich! in den englischen Zeitschriften, ln den August-Heften der englischen Zeitschriften stellt das Thema Palästina mit an erster Stelle. Die ״Contemporary Review“ bringt einen ״Brief aus Palästina“ von Christopher Lumby, der Keineswegs pessimistisch über die Zukunft denkt, wenn er auch die Gefahren anerkennt. Wenige Tage nach Erscheinen des Berichtes sei das Land ״gemäßigt und zeitweilig von den Leidenschaften befreit erschienen, die es jahrelang beunruhigt haben“. Wenn man der Agitation einen Riegel vorschieben könne, bestehe gute Aussicht, daß die Vorteile, zu einem unabhängigen Staat zu gehören, unter Umständen die Araber Palästinas zur Annahme des Plans veranlassen werden. — Professor Harold Temperley nennt in der Zeitschrift ״Nineteenth Century And A f t e r“ den Palästina-Bericht einen ״Rat aus Verzweifhing“. Er überführe die Regierung, ״Fehler über Fehler“ in der Vergangenheit gemacht zu haben; aber Juden und Araber könnten von der Aufrichtigkeit Englands überzeugt sein, wenn die Regierung den Kompromißvorschlägcn kein Gehör schenke und die Verbesserung eines Planes ablehne, ״der in sich eine endgültige Verbesserung und das einzig mögliche und annehmbare Kompromiß darstellt“. -- In der Zeitschrift ״Fort n i g h tl y“ begrüßt Kennet!! Williams (der He!ausgehör von ״Great Britain and the East“) die Entschlossenheit, mit der die englische Regierung sich zu den Schlußfoigerungen des Berichtes bekannt habe. 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