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Jüdische Rundschau · 1937-08-06 · Heft 62 (6.8.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 62 (6.8.1937)
Date
1937-08-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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, Nr. 67, 6. Vllf, 1937 JODISCHE RUNDSCHAU e 5 Der Arbeitsplan der Mandatskommission Man diskutiert die Judenfrage Genf, 4. August. (JTA.) Die Ständige Mandatskommis- Sion des Völkerbundes hat am Dienstag mit der Prüfung des Jahresberichtes der Palästina-Verwaltung für 1936 begonnen. An die Vertreter der Britischen Mandatarmacht wunden von den Mitgliedern der Kommission Fragen zu diesem Bericht gestellt. Die Fragen hielten sich jedoch nicht genau an den Jahresbericht, da die Kommission der Auffassung ist, daß das gesamte in den drei Berichten vorgelegte Material ein einheitliches Ganzes bildet und dementsprechend behandelt werden muß. Minister Ormsby-Gore gab auf Wunsch der Mitglieder der Kommission erläuternde Erklärungen zu seinen früher gehaltenen Reden ab. Mit Rücksicht darauf, daß die Kommission noch weitere Aufklärungen für notwendig hält, hat der Minister sich bereit erklärt, bis Donnerstag in Genf zu bleiben. Am Montag hatte die Kommission die Entgegennahme der Erklärungen der Vertreter der Mandatarmaclit unterbroehen, um über ihr Arbeitsprogramm zu beschließen. Nach einem Meinungsaustausch kam man überein, daß die Kommission folgende Aufgaben erfüllen soll: t. Eine Ile be rp r U f un g der Palästina-Verwaltung In den letzten zwei Jahren. Dies wurde nicht nur als eitle von dem Völkerbundspakt und dem Mandatar vorgeschriebene Pflicht für möglich gehalten, sondern ALLIGATOR das sind gute l e d e r w u t e ח UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE: Berlin, Tauenteienstraße 16 Hamburg, Jmgfprnstieg 411 Köln a. Rh., Hohe Straße 11.5 Essen! Limbeclccrstraße 10 W u י־יי 1׳ e r י a l EI b e r f Essen, Am HauplbahnhofID Bochum, Kortumstraße 7ני Frankfurt-M., Roßmarkt TS Zentrale: Offenbach *. M, eld, Herzo^straße 36 auch im Hinblick darauf, daß diese Untersuchung aufklärend für die Behandlung der Hauptfragen, nämlich der von der Mandatarmacht vorgeschlagenen Modifikation des Palästina- Regimes, wirken dürfte. 2. Die Kommission will feststellen, ob das Ihr jetzt vorliegende Material dafür ausreicht, daß der Völkerbundsrat sich über das Gesamtproblem und über die verschiedenen vorgeschlagenen Lösungen eine Meinung bilden kann. Sollte es sich als notwendig erweisen, so wird der akkreditierte Vertreter der Mandatarmacht aufgefordert werden, im Laufe der Tagung weiteres Informationsmaterial zur Verfügung zu stellen. 3. Die Kommission wird dem Völkerbundsrat Vor- und Nachteile einer jeden der möglichen Lösungen des Problems dagegen, und zwar a) der Aufrechterhaitung des jetzigen Mandats, b) einer Moditizierung des Mandats, c) einer Kantonisierung, dj einer Tei 1 ung und der übrigen Möglichkeiten, die sich aus der Erörterung ergeben könnten. In dem offiziellen Communique wird weiter mitgeteilt, daß es notwendig sein werde, festzustellen, ob das Mandat in der Form, wie cs 1922 entworfen wurde, an sich 11 n - durchführbar ist oder ob neu hinzugekommene Umstände es als unmöglich erscheinen lassen, daß es ohne wesentliche Aenderungen durchgeführt werden könnle. Es wurde beschlossen, als Grundlage für die Arbeit der Kommission den Bericht der Palästina-Verwaltung für das Jahr 1936 zu wählen. Dabei sollen aber bei der Behandlung der verschiedenen Gegenstände, die in diesem Bericht berührt werden, die Mitteilungen und Erläuterungen aus dem Bericht für 1935 und aus dem Bericht der Kgl. Kommission mit herangezogen werden. Die Kommission wird sich auch mit den Petitionen befassen, die im Zusammenhang mit den Unruhen an sie gerichtet worden sind, und mit den Vorschlägen der Kgl. Kommission. Weitere Vernehmungen Bei der Prüfung des Berichtes der Palästina-Verwaltung für das Jahr 193(> beantwortete außer Minister Ormsby- Gore auch der frühere Chefsekretär der Palästina-Regierung, John Hathorn Hall, die von den Kommissionsmitgliedcrn gestellten Fragen. Die Kommission ging auf einzelne Punkte des Berichtes sehr gründlich ein. Die Palästina-Regierung, so erklärte Mr, H a 11 auf Fragen, habe ihre Entscheidungen notwendigerweise im Lichte der ihr damals bekannten Tatsachen getroffen. Er lenkte die Aufmerksamkeit der Kommission auch auf den ״amorphen und sporadischen Charakter“ der Umsturzbewegung, mit der die Sicherheitskräfte zu tun hatten. Der ehemalige Chefsekretär schilderte die besonderen Schwierigkeiten, die durch das Terrain und die Formen des Guerillakrieges, der sich entwickelt hatte, bedingt waren und gegen die die britischen Streitkräfte zu kämpfen hatten. Er ging darauf ein, in welchem Umfang das Oberste Arabische Komitee in der Lage war, die Situation zu beherrschen, und auf die Umstände, unter denen es geschaffen wurde. Mr. Hall setzte auch die Erwägungen auseinander, von denen die Palästina- Verwaltung in ihren Beziehungen mit dem Obersten Arabisehen Komitee sich leiten ließ. Mr. Hall nahm die Palästina-Verwaltung gegen die ihr gemachten Vorwürfe nachdrücklich in Schutz und erklärte, die Behörden seien von der arabischen Erhebung überrasch t worden. Sie hätten nicht erwartet, daß eine Gefahr unmittelbar bevorstehe. Im Hinblick auf die der Mandatskommission bekannten Tatsache, daß die Palästina-Verwaltung wiederholt auf diese Gefahr aufmerksam gemacht worden ist, wurde die Rechtfertigung des früheren Chefsekretärs als keineswegs ausreichend erachtet. Auf weitere Fragen erläuterte Koloniemninister Ormsby- Gore der Kommission die Gründe, die ihn bewogen haben, die Aufgaben der Kgl. Kommission so zu bestimmen, daß sie eine ins Einzelne gehende Untersuchung über die unmittel־ baren Ursachen der Unruhen nicht miteinschiossen. Kolonienminister Ormsby-Gore, der Führer der englischen Delegation, reiste am Donnerstag aus Genf ab. Am 20. August muß er seine Geschäfte im Colonial Office wieder übernehmen. Es ist jedoch möglich, daß er in der Zwischenzeit nochmals nach Genf zurückkehren wird. Man erwartet, daß die Mandats-Kommission in der Lage sein wird, bereits am 18. oder 19. August den Entwurt ihres Berichtes an den Völkerbundsrat fertigzustellen. Auf Grund eines Telegramms, das der Staatspräsident von Mexiko, General C a r d e n a s, an die Jüdische Gemeinde von Mexiko gerichtet hat, ist anzunehmen, daß die mexikanischen Vertreter in Genf sich in der Palästinafrage i&r den jüdischen Standpunkt einsetz«! werden, Ungarische Reise-Eindrücke IV.*) KL, Budapest, im Juli 1937 Jede Unterhaltung, die man hier mit einem an den Dingen des öffentlichen Lehens Anteil nehmenden Juden führt, bewegt sich naturgemäß um die politischen Diskussionen, die in Ungarn über die Judenfrage vor sich gehen. Dabei spielen eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle, und es ist weder für den Einheimischen noch für den Besucher leicht, sich ein einigermaßen zutreffendes Bild von den vorhandenen Kräften und den sich abzeichnenden Tendenzen zu machen. Ungarn, das infolge der Auswirkungen des Weltkrieges eine längere Periode schwerer innerer Krisen durchmaclien mußte, befindet sich nun schon seit geraumer Zeit aut dem Wege einer fortschreitenden Konsolidierung seiner inneren Verhältnisse wie auch seiner politischen Stellung iin Rahmen der europäischen Mächte. Die Festigkeit der Staatsführung macht sich im Leben bemerkbar, wohin man immer blickt, und hat zu einem überall spürbaren Vertrauensverhältnis zwischen der Bevölkerung und der Regierung geführt, von dem auch die Juden des Landes nicht ausgenommen sind. Das Ansehen, das der Reichsverweser Ungarns, Admiral H o r t h y, genießt, und das erst unlängst in der Erweiterung seiner Machtbefugnisse zum Ausdruck kam, ist auch für die Juden Ungarns ein Garant ihrer Stellung im Lande. Hinzu kommt, daß die verfassungsmäßigen Grundlagen des politischen Lebens tief im Bewußtsein des ungarischen Volkes eingegraben sind, und daß man auf die tausendjährige Verfassung Ungarns, die als in ihrem Wesen nicht abanderbar gilt, in allen Kreisen stolz ist. Es gab unter dem Eindruck der Wirrnisse der Nachkriegszeit eine Epoche, in der eines der wichtigsten Elemente des Verfassungslebens nur noch ein Scheindascin zu führen schien, nämlich das Parlament. Mit der wachsenden Konsolidierung der inneren Verhältnisse hat diese Institution, deren Bedeutung in Ungarn von jeher außerordentlieh groß war, wieder an Gewicht gewonnen, und was heute in dem Prachtbau am Donauufer vor sich geht, ist politisch gewiß nicht irrelevant, ja es kann als ein Spiegel der Stirnmungen und Strömungen des Landes aufgefaßt werden. Das ungarische Judentum nimmt an all diesen Vorgängen Anteil, und es gibt keine Unterschiede in der Stärke des Patriotismus, wenn es um die Behandlung der allgemeinen Landesproblcme geht. Dies ist wichtig festzustellen, weil in der innerjüdischen Diskussion zuweilen von assimilatorischer Seite der Vorwurf erhoben wird, daß die Zionisten die Stellung der ungarischen Juden gefährden, weil man die Anerkennung ihrer Zugehörigkeit zur jüdischen Nation als den Wunsch nach der Stellung einer nationalen Minderheit oder gar als eine Uninteressiertheit an ungarischen Landesproblemen auffassen könnte. Dieser aus überängstlicher Haltung kommende Vorwurf ist nicht nur sachlich völlig ungerechtfertigt, er zeugt auch bei den Juden, die ihn erheben, von mangelhaftem Verständnis der Juderifrage, die durch Verschweigen ja nicht aus der Welt zu schaffen ist. Das ungarische Judentum denkt mit wenig angenehmen Gefühlen an jene Epoche der Politik zurück, als nach Niederwerfung der Kommunistenherrschaft scharf antijüdische Maßnahmen durchgeführt wurden, die damals die Rechtsstellung der Juden gefährdeten. Diese Epoche wurde jedoch allmählich überwunden und hat einer ruhigeren Auffassung des Juden- Problems Platz gemacht. Im allgemeinen erscheint die Stellung der Juden im Leben nicht unmittelbar gefährdet. Eine Ausnahme machen die Hochschulen, an denen es leider immer wieder zu antijiidischen Exzessen seitens der radikalen Kreise der Studentenschaft kommt. Es ist ein merkwürdiger Gegensatz, der zwischen dem ruhig-bürgerlichen Leben, das weite Kreise der älteren jüdischen Generation in Ungarn führen, und den phvsischen Angriffen besteht, die zahlreiche jüdische Studenten an den Hochschulen des Landes immer wieder durchmachen müssen. Solche Erlebnisse konnten bei der jüdischen Jugend nicht ohne Eindruck bleiben und haben ihre Auffassungen vom Wesen der Judenfrage stark beeinflußt. Der Numerus clausus an den Hochschulen wird im allgemeinen streng durchgeführt. Allerdings ist die Zahl der jüdischen Absolventen der Hochschulen verhältnismäßig höher, da die?!!gelassenen Juden eine besonders gute Auswahl darstellen, die vor ihrer Zulassung den strengsten Prüfungen unterworfen wurden. Die Zahl der jüdischen Akademiker im Lande ist außerordentlich hoch, und es bestellt die hange Sorge, Erwerbsmöglichkeiten für den jüdisch-akademischen Nachwuchs auch im Rahmen der jetzigen Zahlen zu schaffen, zumal ihm die Beamtenlaufbahnen verschlossen sind. Naturgemäß muß der radikale Antisemitismus erheblicher Gruppen der ungarischen Studentenschaft Anlaß zu besonders großen Befürchtungen für die ungarischen Juden sein. Die Zeit kommt, in der diese jungen Leute die Staatsämter bekleiden und das öffentliche Lehen weitgehend mitbestimmen werden, und es fragt sich, oh sie in 10 oder 20 Jahren dann den Versuch machen werden, ihre heutigen Ideen in der Praxis zu verwirklichen. Eine Antwort hierauf kann nur die Zukunft geben. Noch viel stärker als in der Frage der Akademiker und der freien Berufe ist die Diskussion zum Judenproblem auf *) Siehe die Berichte in Nr. 59, 60 und 61. tiiiiiiiiHiiiiiniiiniiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiNiimiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiimnimniniiiiMiiiniMiiiiiiuiiiiiuiiiiininiminiiiinim Moses-Statue in Prag pv * •* ־*■ ♦.?zw Vor der Prager Alt-Neuschul wurde vor kurzem eine Moses- Statue des tschechischen Bildhauers Bilek auf gestellt. Das Werk' wurde vor einigen Jahren vom tschechoslowakischen Schulministerium erworben und später der. Stadt Prag zum Ge- Schenk gemacht! Fot•; In«« ^..rhich, Pn, dem Gebiete der Unterbringung der Jugend des christliehen Mittelstandes in Handel und Gewerbe. Diese Frage ist in erster Linie ein Budapester Lokalproblcm, da hier der Anteil der jüdischen Unternehmungen im Handel, im Finanzwesen und in der Industrie besonders hoch ist. Es ist gegenwärtig so, daß die Betriebe, auf die die Regierung Einfluß besitzt, eine gewisse Zahl christlicher junger Leute zusätzlich aufnehmen müssen, um die vorhandene Notlage abzustellen. Dabei besteht naturgemäß die Gefahr, daß allmählich eine Verdrängung jüdischer Angestellter aus den Betrieben erfolgt; es wäre eine wichtige Aufgabe aller daran interessierten Instanzen, zu einem Ausgleich zu gelangen, um eine möglichst große Zahl junger Menschen so in den Betrieben zu verteilen, daß nicht durch die Einstellung der einen eine Verdrängung und damit Existenzlosigkeit der anderen herbeigeführt wird. Für den jüdischen Nachwuchs ist dies um so wichtiger, als ihm die Laufbahnen in der Beamtenschaft und überhaupt auf allen Gebieten der öffentlichen Arbeit praktisch so gut wie verschlossen sind, so daß er auf die Unterbringung in den Handels- und Gewerbebetrieben zwingend angewie» sen ist. Die von der wirtschaftlichen Seite ausgehende antijüdische Agitation verschiedener politischer Gruppen erfüllt die Juden Ungarns mit großer Sorge. Dabei wird die Fest- Stellung gemacht, daß diese Agitation durch die allgemeine wirtschaftliche Lage des Landes in den letzten Jahren einigermaßen gehemmt wurde. In einem Agrarlande. wie es Ungarn ist, bestimmt der Ausfall der Ernte sei־!!־ stark die Stimmung der Bevölkerung, und da besonders im Vorjahre, aber auch in diesem Jahr die Ernteergebnisse günstig waren, ist der Bauer an einer ruhigen Entwicklung der Dinge interessiert und dadurch agitatorischen Einflüssen weniger leicht Zuganglieh. Hierin liegt aber für die Zukunft auch eine besondere Gefahrenquelle, da niemand wissen kann, ob nicht infolge einer durch geringe Ernten herheigefuhrtcn Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage die Stimmung umschlägt. Dabei gibt es neben den Bauern noch eine Reihe anderer Faktoren, die besonders ins Gewicht fallen. Unter den scharf judengegnerischen Gruppen spielen eine Reihe von Magnaten als Führer eine Rolle, während andererseits ein großer Teil des Adels, der ja in Ungarn von jeher politisch einflußreich war, jeder Aendcrung in der Struktur des Gesellschaftslcbeiis abgeneigt ist und unter diesem Gesichtspunkt sich auch gegen radikale Aenderungen in der Behandlung der Juden ausspricht. Man ist in diesen Kreisen viel eher einer vorsichtigen Politik ziigeneigt, die im Verwaltungswege Konzessionen an diejenigen Gruppen macht, die gegen die Juden eingestellt sind, o!1 ne doch prinzipielle Entscheidungen zu treffen. Dabei spielt auch die Kirche eine gewisse Rolle, Gestalten wie die des Debreziner reformierten Bischofs Balthasar, der bis zu seinem Tode ein enger Freund des Judentums und nicht zuletzt auch des Palästina-Aufbaus gewesen ist, können dabei allerdings nicht als eine symptomatische Allgemeinerscheinung von unserer Seite gewertet werden. So wogt die Diskussion über die Judenfrage im Paria* ment, in der Presse, in Büchern und Broschüren hin und her und beansprucht in erheblichem Maße das Interesse der Oeffentlichkeit. Unser ungarischer Korrespondent hat über eine Reihe derartiger Debatten aus der letzten Zeit berichtet. Ohne Zweifel hat sich die Lage der Juden in der jüngsten Zeit unter dem Eindruck der gegen sie geführten Agitation verschlechtert. Das kommt nicht allein in gewissen Verdrängungserscheinungen auf einzelnen Erwerbs* gebieten zum Ausdruck, sondern auch z. B. in der Tatsache, daß die Magvarisierung jüdischer Namen erheblich erschwert worden ist, Weit wichtiger jedoch als die bisherigen Ergeb* nisse dieser politischen Scharmützel ist der Faktor der Un« gewißheit, der in das jüdische Leben Ungarns hinein* getragen worden ist, und der auch hier, wo eine sozial gefestigte jüdische Gruppe vorhanden ist, alle Zukunftsdispositionen erschwert und die innere Haltung weiter jüdischer Kreise unsicher gemacht hat. (Fortsetzung folgt) * Notizen aus Ungarn Von unserem Berichterstatter Budapest, 2, August. Laut Bericht der Zionistischen Landesorganisation verlief die Sehekelaktion in gewohntem Rahmen. Zum XX. Kongreß konnten wieder drei Delegierte entsandt werden, in die sich die drei Parteien folgendermaßen teilten: Im Namen der Allgemeinen Zionisten Dr. Ludwig M i k I o s, der Vorsitzende der Landesorganisation, für die Arbeitergruppe Dr, Ludwig Fodor (Hatvan) und für den Misrachi Albert Giinsbergcr. Jede Partei wählte noch je zwei Ersatz״ delegierte. Die Sommeraktionen der P f ci 1 k r c uz! er, die mit Steinwürfen gegen die Prunkfenster des Budapester Jüdisehen Gymnasiums und mit Nachtangriffen gegen das Pfadfinderlager dieser Anstalt am Plattensee begannen, konzentrieren sich weiter in der Umgehung der Hauptstadt, wo es Sonntag um Sonntag zu Exzessen kommt. In der Provinz leisten die Kontrollstationen der Partei Kleinarbeit, indem sie jede angebliche Bevorzugung der Juden ihrer Presse melden. Das Amtsblatt veröffentlicht die Genehmigung zur Er* richtung zweier neuer Lehrstühle an der Technischen Hochschule, die in letzter Zeit von z.wei jüdischen Großindustrie!- len gestiftet wurden. Oberhaiismitglicd Leo Goldberger de B 11 d a, Chef der Blaudruckfirma S. F. Goldberger, spendete 350 000 Pengö für Errichtung eines textiltechnischen Lehr- Stuhls, der Generaldirektor der Glühlampen A.-G., Ludwig Ascbner, zur Einrichtung atomphysikalischer Untersuchungen. <t In Budapest verstarben Peter Munk, Senior der Firma Munk, und Davidsohn, ehemaliger Vizepräsident der Getreidebörse, und Kgl. Rat Samuel Bien, langjähriger Direktor der einzigen jüdischen Handelsmittelschule des Landes in Nagykanizsa, die seither in die Verwaltung der Stadt übergegängen ist. In Rekes verstarb plötzlich Rabbiner Dr. Alexander w in kl er. ln Gyöngyös hinterließ die Witwe des Gemeinde- Präsidenten, L.. Spitzer, ihr ganzes Vermögen von 300 000 Pengö zur Errichtung eines jüdischen Siechenhauses. Dr. A. F. Die deutsche Uebersetzung des Berichtes der Kgl. Untersuchungskommission für Palästina ist soeben im Schocken Verlag erschienen. Das Buch bringt auf 480 Seiten den vollständigen Text des Peel-Berichtes und enthält zur Erläuterung 9 Karten. Das Studium des Berichtes wird durch diese Uebersetzung, die zum Preise von 6 Ra zu beziehen ist, den weitesten Kreises! ermöglicht,

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