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Jüdische Rundschau · 1937-08-03 · Heft 61 (3.8.1937) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 61 (3.8.1937)
Date
1937-08-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 61, 3. AUGUST 1937 Atelierbesuch bei Walter Cohn Es ist wichtig und notwendig, das Schaffen unserer jungen Künstler nicht nur nach ausgestellten, d. h. zur Uis- Russicn gestellten oder anerkannten Werken zu beurteilen, sondern Maler und Bildhauer in ihrem Arbeitsmilieu zu sprechen und Einblick in ihre Arbeitsweise zu gewinnen. Ein Besuch bei dem jungen Bildhauer Walter Cohn, eine Unterhaltung mit ihm über seinen Werdegang und seine Arbeit war aufschlußreich und überleitete von dem Ernst, mit dein der Künstler am Werke ist. Walter Cohn ist heute 25 Jahre alt. Schon mit 18 Jahren hat er neben dem Gymnasiumsbestich in seiner Vaterstadt Liegnitz plastisch gearbeitet. Sechssemestriges Studium an der Berliner Akademie unter Hitzberger und Gerstel gaben ihm eine ausgezeichnete künstlerische Durchbildung. Jetzt arbeitet Walter Cohn seit etwa zwei Jahren frei. Unterstützt durch zahlreiche Skizzen geht er heran an die plastische Arbeit. So zeigt er zu einer endgültigen Fassung eines sitzenden weiblichen Aktes etwa 20 Skizzen, in denen er immer wieder das Modell in den verschiedensten Haltungen mit knappen, gut sitzenden Strichen festgehalten hat, um dann nacti mehreren Tonentwürien die Fassung zu geben, die bei sicherer Aktbchandlung eine freie und doch künstlerisch beherrschte, zusammengefaßte Form erhalten hat. Bekannt sind Walter Cohns Porträtplastiken von Ismar El bogen — vom Berliner Jüdischen Museum erworben —, von Mark Wischnitzer, die in ihrer gut durchgearbeiteten Physiognomik das ernste Studium des jungen Bildhauers beweisen. Die Porträtbüste eines James Simon oder die Gedenkplakette für Abrabanel zeigen das Einfühlungsvermögen bei der Arbeit nach Photos oder Stichen. Augenblicklich beschäftigen den Künstler zwei Arbeiten, mit denen er sich neue Aufgaben gestellt hat; es geht ihm י---׳/ ln allen jüdischen Blättern dürfen, soweit es sich um deutsche Staatsangehörige handelt, nur Juden inserieren. S__J darum, den Kopf einer Sängerin darzustellen und gerade jenen Augenblick zu gestalten, da der Ton dem Munde entströmt, wie es im 15. Jahrhundert van Eyck in der Malerei versuent oder in der Renaissanceplastik Robbia gegeben hat. Mit feinem plastischen Gefühl ist der Kopf lebensgroß angelegt, noch ist die endgültige Fassung־ nicht gefunden, aber sie zeigt deutlich das ernste Streben Walter Cohns. — Daneben sieht man eine etwa 60 cm hohe Gruppe, in der er Sich mit einem religiösen Thema auseinandersetzt; Das Wort ״ich lasse Dich nicht ziehen, Du segnest mich denn“ verkörpern zwei Gestalten. Jakob und der große Unbekannte, mit dem er ringt, una dessen Hüfte er fest umklammert. Das Ganze ist zu einer eindrucksvollen Gruppe verschmolzen, die eine große Linie, eine einzige Spannung vom Kopf des Engels bis in den am Boden schleifenden Fuß des Jakob durchzieht. Zahlreiche Vorstudien geben Einblick in das Werden dieser Gruppe, ja, lassen Walter Colins persönliches Ritigen um die Durchdringung des gestellten Themas erkennen, mit dem er vielleicht in eine neue Stufe seiner Entwicklung fetreten ist. Die Plastik ist nicht bis zu Ende durcligefiihrt, er Künstler will sie auch nicht brennen lassen; er betrachtet sie nur als ganz persönliche Aeußernng, mit der er auch noch nicht ganz fertig ist. Er sollte diese Arbeit aber nicht zerstören, sie scheint zu wichtig und vielleicht auch wegweisend. Lotte Pulvermacher Jüdischer Humor Der zweite Juli-Rezitationsabend des Kulturbundes galt dem jüdischen Humor. Der Schriftsteller Alfred Auerbach zeigte sich dabei in Einzelheiten, die ihm gut lagen, als svmpatnischer Vortragskünstler. Es ist der lächelnde Humor, den er in Beispielen aus der Legeiulen-Literatur, aber auch bei Börne, Saphir, dem dänischen Dichter Meyer Aron Gold- Schmidt und in einer gemütvollen Geschichte von Mosenthal zu finden und zu deuten weiß. Alfred Auerbach selbst hat die Skepsis und das Aeuüere eines der Dichter aus dem Kreise der Börne und Saphir, und dazu paßt bei Börnes Bericht von der ״Postschnecke“ und bei der behaglichen Satire Saphirs seine besondere Vortragsart, die halb ein Erzählen und halb ein Voriesen ist. Dazu paßt es auch, daß sein Bildungsroman, aus dem er eine Probe vorlas, in der Zeit um 1820 spielt. Dankenswert ist die Bekanntschaft mit vergessenen Autoren wie Salomen Colins Geschichte von den beiden Alten, genannt die ,,Antagonisten“, und der Novelle eines ebenfalls unbekannten ostjiidischen Dichters Benami. Diese Geschichte mit dem Titel; ״Ein Paar Schuhe“ schildert die Not in einer kleinen Stadt, aber auch den seelischen Reichtum ihrer Menschen. R, M. Die Bezirktatelle VI Charlottenburg des JUd. Wohlfahrts- und Jugendamt», Blcibtreu-.tr. 2 (Tel. 31 20 35) bin« am Uelierlassung eines Krankentährstuhlcs. Außerdem wird für einen Schwerkriegsbeschädigten. (Einarmiger) eine Schreibmaschine (müglichst Smiu Premier oder Remington) benötigt. Ankündigungen Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. Am 3. August, 16.30 Uhr, Wincnbnigjd.itz 3a: Wizo-Nachmittag. Dr. Wcra Mahler: ״Unsere Tochter und die Wizo im Aulbau Palästinas־‘. Gäste willkommen. Fotogruppe T'munah. Am 10. Augu-t, 20.30 Ihr, Kantstr. 54. Dr. Walter Großmarm: l'iisystematische Bemerkungen über Am nahmen auf Reisen (mit Lichtbildern). Neue hebräische Kurse der BZV. .Mitte August beginnen Anfänger* kur.se im Westen und im Zentrum der Stadt. Anmeldungen werden erbeten an die Kultüiabtciiung der liZV,, IV 15, -Meinekestr, 10 (Tel, 91 90 31. Apparat 79). Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde. Unterrirhtdicginn nach den Ferien: 1. Große Hamburger Straße 27 am 4. August; 2. Klopatockstraßc 58 am 5. August. Die Jüdische Philatellstische Gesellschaft, die heute den Sammelpunkt .liier jüdi-cheu Itrielmarken-Saminler dar:;cl!1. und die in zahlreichen Stielten Deutschland:-, < >14 g: up[״sp oder korrc-pundiercude Vereine be- .sitzt, hält ihre nächste Sbzung mir 2. Augu-t. 20.30 Uhr, im Cafi Wien, Kurfür.skndamm 26, ab. Gedenkwort'■ ihr den kürzlich verctorbenen trüberen 1. Vorsitzenden, I.. Aremadc. allgemein!? Au.;:,[?rache über!׳iei! ׳:! ■ :׳ 'i'.igfilragen, Vorlage von Neuerscheinungen, anschließend Tau.schverkehr. Jüdisches Lehrhaus, W 50. Mark,arger *Mr. 5, Ilf, Tel. 24 5587. Sprachkur.-e: Bei genug׳.r,der Teile 'Innerr!hi nrgmt'.t am 10. Augir■׳ ein neuer Anfänger-Kur.!!' hu Engli-1h in der l.in-ieuor. 4.0 50. t'uigehoule Mel- I _ _ m — ״n m ו■ m ן Kiii41c1‘-IEi11i<Isc1w1u düngen erbeten. In die be-telu ndeii Sp:׳!:kur-e: Engii.-ch, Spanisch, Portugicd-ch können Teilnenimr noch ... wer! Ion. ebenso in die Kurse lur englische K-mvt-1-.1! 1u11, I i anbei■ -I'ingi!-eil und englischt' Stenogiaphie. — Iiiteiiov.Kuruis : •! r lind! ■eh: ln ■len .e:t dem 2. August bestehenden l!1!t:n-.1v.K11: m ■ k innen 1m. h 'Kuudimer mit englischen Vorkenmni.-sen juigenoiii!neu wei.iia. Aus dem Wohlfahrts- und Jugendamt der Jüdischen Gemeinde. Die Eerientageckolome des Jüdischen Wohlfahrts- und Jugendamts haben mit dem 31. Juli ihr Ende gefunden. Rund 2392 Kinder konnten wahrend der diesjährigen großen Ferien in Tageskolonien oder Heimen untergebracht oder zu Verwandten geschickt werden. Unabhängig von dieser Versorgung in den großen Ferien läuft die ivährend des ganzen Jahres durdigeführte Verschickung erho* lungs- und kurbedürftiger Kinder, die nach strengster ärztlieber Vorschrift vor sich geht. — Spenden aut das Postscheckkonto; Berlin 296 4t) erbeten. Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Barbtros••- Mittwoch, 4. August, 10,30 Uhr platz,Stadtpark BZV-Hcim, Ooltsstr, 21 u. WittanbarB- Gesprochene Zeitung. platt Rudolf Abraham: Der KongreB der Entscheidung: Walter Tempel: Wirtschaft■־• u. ArbeitstageL Pal&stiaa] Charlottcsnburg Donnerstag, 5, August, 20,36 Uhr BZV-Heim, Kantstr. 54 Dr. Arthur Prinz: PalHatinawandernng —י Ueber- •eewanderung Z*fltrum~N0rd Sonnabend, 7. August, 20 Uhr BZV-Hrim, RosinthaUr Str. 44 יוסף יעקנזון: וזנדיהח היחוויח נהומר להיסטוריה הישראלית Klavierstimmer PEREZ / Ruf: 7219 20 Gottesdienst der Berliner Zionistischen Vereinigung und des MIsrachi an den hohen Feiertagen in den Räumen der ZVfD Meinekesir. IO Karten *utn• Preise, von JLM 1.SQ, 2,50, 4—, 5.—. Vorverkauf in der Anzeigenannahme der Jüdischen Hundschau Heinekesiraße 10 Ferner veranstaltet die BZV Gottesdienste nach altem Ritus in ihren Heimen Kantstr. S4 BrUckenstr. 9 Rosenlhaler Str. 44 WIZO-JVAC1I1IITTAG Dienstag, 3. August, 16,30 Uhr Dr. WERA MAHLER Wizoheim, Wittenbergplatz 3a Unsere Töchter und die Wizo im Aufbau Palästinas VERMIETUNGEN ANGEBOTE II GESUCHE a-Zimmar-uiohnung leer, Ww״ Berlin, Münchener StraÖe 7, *um 1. 1a RM 80.-— 2 ׳, bis 41 .-Zimmer- Wohnung, Komfort, Fahrstuhl, Gegendt Wilmersdorf, Hohcnzciilernplai?, gesucht. Pohit, Gin.'■Wilmersdorf, Holsteinische Str. 21 Altpapier Adolf Naftanlel MSB, Am Nordhafsn B / 4• 26 OS kauft mit Einstampf - Garantie II Aaphaltlerungeit ü ra&w Pflasterungen Robert Welfer* WtS, Kurtflrstendamm 4614S Huf1 02 41 SO III AufaQgo ■ 1— Fahrstuhlbau ..... Ernst Fischer gjjjg W SO, Kulmbacher Str. 6 Ruf! 24 78 81/82 Reparftt. jeder Art, Pflege, Fahrstuhlieile Aefteita jUdiichP Firma diatar Branche Liefer. u. Mitgl. der Jüdischen Gemeinde 111 Auto ■Reparatur Auto-Werkstatt sssr 8» I. Schuster IIkV Ab«Bl)l,ppdien»t euch nicht, I Licht — z ü n 41! r 1f SW*». BUSttantr. at, T8I. 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