Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 61 (3.8.1937)
- Date
- 1937-08-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 61, 3. VII! 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 7 Wie gestalte Ich den Schabbat? Für Schabbat, 7. August Wochenabschnitt: ״R'ah“ (V. B. M. Kap. 11, 26 - 15, 17) Zum Wochenabschnitt I. Kap. 13, 2—7 redet von den falschen Propheten. Aus diesem Anlali empfehlen wir das gemeinsame Lernen des betreffenden Abschnittes aus dem ״Jad Hachasaka‘* I, 9, der von grundsätzlicher Bedeutung ist. II. Das jahr 5698 ist ein Scli n! i 11 a j a h r. Wir werden uns über die noch heute gültigen Auswirkungen des Schmittagesetzes unterhalten, insbesondere über die fnstitution des ״Prosbul“. Zur ersten Orientierung lese man im Jiidischen Lexikon unter den Stichworten: ״Schemitta“ und ״Prosbul“ nach. Ueber den falschen Propheten Eine Sache, von der in der Thora eindeutig feststeht, daß sie eine ״Mizwa“ ist, hat Gültigkeit für alle Zeiten. Sie kann keine Aendcrung erfahren, von ihr kann nichts entfernt und zu ihr nichts hiiizugefügt werden, wie es heißt: ״Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun (V. B. M. Kap. 4, 1)“ und: ״Was offenbart ist, ist unser und unserer Kinder ewiglich, daß wir tun sollen alle Worte dieses Gesetzes“.Daraus lernst du, daß wir alle Gesetze für alle Ewigkeiten zu halten haben. Deshalb: Wenn ein Mann von den Völkern oder aus Israel wfstcht und tut ein Wunder und spricht: ״Gott hat mich geschickt, eine Mizwa hinzuzufiigen oder aufzuheben, von einer Mizwa zu sagen, sie stammt nicht von unserem Lehrer Mosche oder sie gilt nicht für alle Ewigkeit, sondern ist nur zeitgebunden“, so ist er ein Lügenprophet. Er kommt, um die Propiietie Mosches zu verleugnen. Und es ist ein Gebot, ihn zu töten, weil er es gewagt hat, im Namen Gottes etwas zu sagen, was ihm nicht geboten wurde. Denn Gott hat uns geboten, daß das Gesetz ewig gelte und ״Gott ist nicht ein Mensch, daß er lüge“ (IV. B. M. Ka• pitel 23, 19). (Nach Maimonidcs ״Jad Haciiasaka■“.) I. E. Die Literatur der Haskala <l) II fr beginnen heule mit einer neuen Betrachtung, die sich mit Fragen der modernen hebräischen Literatur beschäftigt. (Red.) Die Haskala und die moderne hebräische Literatur Es ist wichtig, sich über die Anfänge der modernen hebräischen Literatur zu unterhalten und die Entwicklung, die sie vom Beginn der Haskala zuriiekgetegt hat, zu verfolgen. Die Haskala oder die Aufklärung der Juden begann fast zur seihen Zeit wie die Westeuropas, und sie verfolgte in ihrer Tendenz sowohl das Prinzip der allgemeinen Bildung und damit die Befreiung aus der Enge des Ghetto wie andererseits den Anschluß an das bürgerliche Europa. 1 in Mittelpunkt der Aufklärungsbestrebungen stand seit der Mitte des 18. Jahrhunderts der Berliner Kreis uni Mendelssohn, dessen Verdienste um die neuhebräische Renaissance wir in diesem Zusammenhänge abzuschätzen haben. Als den eigentliehen Vorläufer des hebräischen Humanismus werden wir den Dicirter und Denker der italienischen Juden R. Mosche Chajini Luzzatto (1707—1747) zu werten haben. Von hier ans führt eine fast geradlinige Entwicklung über die Berliner Aufklärung, die ״Meassfiin“ (jene Gruppe junghebräischer Schriftsteller und Jünger Mendelssohns, die sich seit 1783 um die Zeitschrift ״Ha-Meas5ef“ konzentfierte), Über den Aufklärerkreis in Galizien u. a. mit Sehlomo Rapoport (1790—1867) und R. Nachman Krochmal (1783—IS 10) zu den Masskiiim in Rußland und Polen. Es ist hervorzulieben, daß zur Zeit, als das Licht der Berliner Haskala bereits zu dämmern begann, die Welt der russisehen Judenheit noch fast unberührt von den großen geistigen Umwälzungen war. Noch am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts stand sie abseits von dem großen Kulturgeschchen Westeuropas. Die ersten Auflösiuigserscheinun״ gen und damit die zunehmende Ausbreitung der Haskala egann eigentlich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahr- Hunderts. — Die ersten Anzeichen einer beginnenden Kulturernetierung unter den Juden Rußlands nehmen wir im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts wahr. Das Erwecken der neuen hebräischen Literatur in diesem Kulturkreis ist mit dem Namen Izchak Baer Lewinsohns (1788—1860), den man den ״russischen Mendelssohn“ nannte, aufs engste verknüpft. Auch dieser eifrige Vorkämpfer der Haskala trat für radikale Reformen im Erziehungswesen ein, und in seinem Werke ״Teuda be Jisrael“ (1828) legte er sein Programm nieder. Wie bei allen Aufklärern, ist auch sein Buch von einer sachlichen und praktischen Tendenz getragen. — Ein zweites, ebenfalls sehr bekanntes, Buch von ihm ist ״Betli Jehuda“, das im Geister der Aufklärung die Geschichte der jüdischen Religion und des Volkes geben will und sich in der Hauptsache auf das Buch Mendelssohns ״Jerusalem“ stützt. Literatur: Klausner, Gesell, der neuhebr. Liter. Kap. I 11. II. Müller, Der Weg in die jüd. Neuzeit (1936) Enc. Jud. unter ״Aufklärung“. Vgl, noch unsere Rubrik in Nr. 70 Jahrg. 1936. J. M. Alle Ihre midier bclletriathdte und fadtwUsmadukfllith» fedet Art von der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charlottenburg, Joachlmsthaler Straf)• 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde Telefon 91 65 06 Zusendung nach allen Stadtteilen Todesfall. Die ZOG. Hannover beklagt den Tod von Alfred Spier. Er war seit etwa 16 Jahren als Lehrer tätig, während der letzten sieben Jahre an der ReÜgions• schule und zuletzt an der jüdischen Schule in Hannover, hat mit Hingabe den Aufgaben, die er seit seiner Jugend als verpflichtend erkannt hatte, mitgearbeitet. Als einer der treuesten Gesinnungsgenossen wird sein Andenken stets lebendig bleiben. ______ Ahron Z e i 11 i n, einer der besten jiddischen Autoren der jüngeren Generation, hat einen Roman ״Brennende Erde“ geschrieben. Das Werk, das in zwei Bänden in Warschau erschienen ist, spielt in Palästina während des Weltkrieges. Die Berliner Konzertsängerin Loni Brotzen trat mit großem Erfolg in Marienbad in einem Wohltätigkeitskonzert auf Schloß Miramonte auf. Die ״Kunst" des Auswanderns Daß das Auswandern auch für diejenigen, die eine Möglichkeit dazu haben, heutzutage eine Kunst ist, die man erst lernen muß, das haben wir in diesen vier Jahren der Auswanderung allmählich begriffen. Jeder von uns kennt aus seinem Kreis genügend Beispiele für mangelhafte Beherrschung dieser Kunst. Sei cs, daß die Fehler in einer schlechten Technik der Vorbereitung in Deutschland, sei es, daß sie in einer zwar begreiflichen, aber dennoch falschen Haltung des Auswanderers in den Einwanderungsländern lagen. Allmählich haben wir darin Erfahrungen gesammelt. Und es mag angebracht sein, solche Erfahrungen und Beobachtungen zusammenzufassen und mitzuteilen, um sie für alle die fruchtbar zu machen, die sie selbst erst noch machen müssen. Schon im Zeitpunkt der Vorbereitung haben die Fehler begonnen. Wir kennen Fälle, die zeigten, daß manche erst im Stadium des Hier-nicht-mehr-weiter-könnens an Auswanderung gedacht haben. Natürlich waren dann die Mittel ersciiöpft, es war keine Zeit mehr zur sprachlichen Vorbereitung und die technischen Vorbereitungen mußten ebenso wie die Wahl des Wanderungszieles ohne Gründlichkeit in überstürzter Hast geschehen. Verwandte, denen man seit Jahren nicht mehr geschrieben hatte, wurden plötzlich mit Bittbriefen überschüttet. Und wenn diese mitunter darauf ״sauer“ reagierten, so wurde ihnen dies noch übel genommen. Man erkannte nicht, daß Verbindungen gepflegt werden müssen, besonders, wenn man durch sie geholfen haben will. Abgesehen von diesen, die wenigstens noch im letzten Moment die Initiative ergriffen, gab es viele, die nicht begriffen, wieviel Aktivität, Briefe und Unterredungen überhaupt notwendig sind, um eine derartige Unternehmung zu verwirklichen. Vielleicht haben sie erwartet, daß die Organisationen und Angehörigen draußen sich selbst an sie wenden mit der Bitte, ob sie ihnen nicht helfen dürften. Und waren dann sehr ungnädig, wenn sie merkten, daß man sich schon selbst bemühen mußte. Andere, die zwar rechtzeitig und mit der notwendigen Initiative die Vorbereitung begannen, haben alles auf eine Karte gesetzt und saßen, wenn diese im entscheidenden Moment versagte, völlig auf dem Trockenen, statt mehrere Wege a n z u b a h n e n, um beim Versagen der einen Möglicltkeit noch einen anderen Weg offen zu haben. Gerade wer dies richtig erfaßte, brauchte besonderen Takt, um beim Wahrnelimen der gewählten Möglichkeit diejenigen — Organisationen oder Privatpersonen — nicht zu verstimmen, die ihm bei der Vorbereitung anderer Wege etwa behilflich gewesen waren. Zu dieser technischen Seite der Vorbereitung einer Aus- Wanderung gehört noch etwas anderes: Die Ordnung der Verhältnisse d e r hier z tt r ü c k b 1 e i b e n d e n Angehörigen! Völlig abwegig war die Haltung derer, die gedacht haben, die jüdische Wohlfahrt werde schon sorgen, und sielt dieser Verpflichtung entzogen. Gewiß ist nicht für alle Umstände vorzusorgen, dennoch darf sich keiner der Pflicht entziehen mit Hilfe eigener Mitte!, der Verwandten und jüdischer Stellen rechtzeitig soviel zu ordnen, als nur in seinen Kräften steht. Während all diese Fehler und Unterlassungen in der Technik der Vorbereitung hier zu Verzögerungen und Umwegen der Auswanderung führten, rächte sich die mangelhafte innere Vorbereitung erst am Wanderungsziel. Man hatte hier die Meinung vertreten, daß zum Sprachen- Lern eil ja noch genug Gelegenheit aut dem Schiff und im Lande selbst sei und mußte dann die oftmals sehr bittere Erfahrung machen, daß das Fehlen oder die Mangelhaftigkeit sprachlicher Vorbereitung eine lange und unproduktive Eingcwöhnungszdt erforderte lind oft völlig berufshindernd war. Allerdings hat sieh die Erkenntnis der Notwendigkeit sprachlicher Vorbereitung angesichts der vielen bitteren Erfalirungen, die gemacht wurden, inzwischen immer noch mehr durehgesetzt, als die Erkenntnis der Notwendigkeit einer Beschäftigung mit der Mentalität unu den Verhältnissen des E i n w a n d e r u n g s I a n d e s. Die Zahl derjenigen, die sieh bereits liier in ihrer Freizeit an Hand von Büchern bemühen, die Verhältnisse ihres Einwanderungslandes zu studieren, ist unglaublich klein. Jeder kann genug Menschen beobachten, die mit einer geradezu kindlichen Naivi« tat in ein fremdes Land auswandern und nicht daran denken, wieviel Zeit, Illusionen und schlechte Erfahrungen sie sparet! könnten, wenn sie sieh bereits liier mit den Verhältnissen, denen sie entgegengehen, wenigstens theoretisch vertraut zu machen suchten. Allerdings muß man sagen, daß gerade hierin auch die jüdische Bildungsarbeit völlig versagt hat, indem sie neben der Palästina-Kunde eine Auslandskunde der wichtigsten limnigrationsländer in ihrem Bildungsprogramm völlig vermissen läßt. Diese aus mangelhafter innerer Vorbereitung erklärliche naive Haltung dem Neuen gegenüber kam auch in einer starken Unsicherheit vieler Urteile über die neue Lebensw׳elt deutlich zum Ausdruck. Die einen fanden für die neuen Eindrücke nur Superlative des Lobes, die anderen nur Superlative des Tadels. Hieran waren nicht zuletzt jene falschen Parolcn schuld, die die Neunmalklugen in völliger Ueberspitzung einer an sich richtigen Forderung in Umlaut setzten. Man überspitzte die ganz zu bejahende Forderung der Auf« geschlossenhcit und Eingliederung zu mißverständlichen Parolcn: ״Vergeht Europa!‘‘ und anderen. Dieser Verzicht auf die gültigen Werte unserer Vergangenheit macht wurzellos und urtcilsschwach. Wenn es auch all die hemiueiulen Gewohnlichen unseres alten Lehens zu vergessen gilt, man muß angesichts der den Neuling überflutenden Eindrücke fordem, sich in die echten über Zeit und Raum gültigen Werte unserer Vergangenheit nur desto fester zu verwurzeln. Das darf nicht so verstanden werden, daß man sich nun gegenüber der neuen Lebenswelt irgendwie absehlicßcn, nnsschließliehen Umgang mit Deutschsprechenden pflegen sollte, wie manche falschenvcise meinten und dabei natürlich die neue Sprache nicht erlernten. Im Gegenteil! Den Werten der neuen Lebcnswclt gilt es sich zu öffnen und darin heimisch zu werden. Und wenn uns das Gewand der noch fremden Sprache manches verhüllt, so stehen die ,,sprachlosen“ Werte in Kunst und Natur uns offen. Es gibt Leute, die erklären, zu diesen Dingen habe der Auswanderer jetzt keine Zeit. Es sei ein die ganzen Kräfte erfordernder beruflicher Einsatz notwendig und cs sei nötig, mit all dem zu warten, bis man wirtschaftlich .,hochgekommen sei“. Diese der drohenden Wurzellosigkeit entgegenwirkende Verankerung kann aber nicht vertagt werden; die Menschen hätten, wenn sie überhaupt in jenem Sinne ״hoch“ kommen, bis dahin Bereitschaft, Elastizität und Anschluß an eine innere Wertwelt verloren. In der Forderung zur beruflichen Mobilität, die sich in der Bereitschaft zur Annahme jeder Arbeit zeigt, und in der Forderung zur sozialen Mobilität, die in der Bereitschaft zur Senkung des Lebensstandards zum Ausdruck kommt, steckt noch keine konstruktive Idee. Uns scheint notwendig, daß die Auswanderer, die schon ihren bisherigen Beruf verlassen müssen oder ihre Kinder neuen Berufen Zufuhren müssen, neben Handwerk und Landwirtschaft mehr als bisher auf die technischen Berufe hingewiesen werden״ Wir Juden sind in der Zeit, als der Handel die Welt erschlossen hat, mit .Schrittmacher der Epoche gewesen. Aber mit der Zeit, in der die Technik das Gesicht der Welt formt, haben wir nicht Schritt gehalten. Heute zwingt ,die Auswanderung viele zu neuer Berufswahl. Das kann eine Chance sein, den Anschluß an die modernen technischen Berufe zu gewinnen. Der Auswanderer muß sein Leben selbst meistern und zu einem konstruktiven Weg gelangen. Der Gedanke an die noch Zurtickbleibenden wird ihn anspornen, Wegbereiter zu sein und den Anspruch an die eigenen Kräfte um der Seinen willen nicht müde werden zu lassen. R e i n h o I d Herz Der zweite Band Böhm Wie wir erfahren, erscheint (im ״Jüdischen Verlag“) dieser Tage der zweite Band des Werkes von Adolf Böhm ״f) i e zionistische Bewegung“. Der erste Band umfaßt eine Darlegung der zionistischen Ideologie und des Gedankengebäudes sowie eine Geschichte der Flerzl- Zeit und der weiteren Entwicklung bis 1918. Der zweite Band, der jetzt vorliegt (687 Seiten mit 5 Karten) behandelt die entscheidenden Jahre 1918—1925, in denen die Palästina-Politik nach dem Krieg ihre entscheidende Gestalt erhielt (Palästina-Mandat, Siedlungsfragen, das Regime Herbert Samuel, innere Entwicklung der Bewegung). Angehängt ist ein kurzer Epilog über den P e e I ־ B e r i c 111, der erschienen ist, nachdem der Druck des Bandes beendet war. Es ist zu begrüßen, daß dieses Buch, mit dem das Standardwerk über den Zionismus fortgesetzt wird, gerade in einer Zeit erscheint, wo die Palästina-Politik Gegenstand der allgemeinen Diskussion geworden ist. yor dem nächsten Schabbatjahr. Wie die orthodoxen Kreise seit einiger Zeit mitteilen, beginnt mit Roschhaschana 5698 ein sogenanntes Schabbatjahr, in dem nach der Vorschrift der Thora in Erez Israel die Bestellung der Felder ausgesetzt wird. Der Waad Hapoe! der Agudas-lisroel-Welt- Organisation beschloß unter Zustimmung des Rabbinischen Rates, denjenigen jüdischen Landwirten, die das Schabbatjahr in Palästina einhalten, durch die Schaffung eines ״Schnutto- Fonds“ zu helfen. Dieser Fonds soll für die Einrichtung ltandwerklicher Betriebe auf kooperativer Basis in den landwirtschaftlichen Kibbuzim und für die Beschaffung der notwendigen Einrichtungen dienen. Die landwirtschaftlichen Arbeiter aus orthodoxen Siedlungen sollen während des Schabbatjahres in Industrie, Handwerk und Baugewerbe beschäftigt werden. Ferner soll der Fonds eine Jeschiwa erhalten, die in einem der landwirtschaftlichen Kibbuzim eingerichtet werden soll, um besonders begabte landwirtschaftliche Arbeiter in einem einjährigen Kursus in die jüdische Geisteswelt einzuführen und ihnen theoretische landwirtschaftliche Kenntnisse zu vermittein. — Ueber die Feldarbeit im Vorjahr des Siebcntjalncs, also über Vorschriften, die von orthodoxer Seite während des laufenden Jahres bei der landwirtschaftlichen Tätigkeit in Erez Israel beachtet werden müßten, orientiert die vor kurzem erschienene Arbeit von Max Kapustin, Der Mischnatraktat Schebi’ith (Druck: Hermon-Vcrlag, Frankfurt a. Main). Die in dieser Arbeit behandelten Kapitel I und II haben die Feldarbeit im Vorjahr des Siebentjahres zum Gegenstand. Text, Uebersetztmg und ausführliche Erklärung verschaffen dieser Heidelberger Dissertation aktuelle Bedeutung. Neben den Vorschriften, denen der Landbau im Siebentjahr unterliegt, besitzen wir im Traktat Schebi'ith eine ungemein lebendige und wichtige Quelle für die Kenntnis von Ackerbau, Garten- und Baumktiltur im Palästina der ersten nachchristlichen Jahrhunderte. Kapustin stellt eine umfassende Ge- Samtbearbeitung des Traktates in Aussicht. Juden und JQdlichei Im Rundfunk. Mittwoch, 4. August: Paris (1848), 20.30; Zwei Einakter von Offenbar!!. Postschlüsse nach Uebersee Berlin! Postamt C 2; Frankfurt am Main! Bahnpostamt 19 oder Flughafen! München! Bahnpostamt 1 oder 2 (Flughafen); Hamburgs Postamt 1: Köln! Bahnpostamt 10 und Flughafen. Die Sendungen müssen so eingeworfen werden, daß sie ru den;,inpegebenen Zeiten beim PosUchksßamt vorüegen oder das Schiff mindestens im letzten europäischer! Hafen erreichen kunnen. P a I ä 111 n a 3. Berlm 19.30 (4. München 4. Berlin 19.30 (5. München 6. Berlin 19.30 (7. München 7. Be!!in 19.30 (8. München 8. Berlin 18.00 (9, München 10. Berlin 19.30 (11. Mündun Luftpost 4. Berlin 3.00 4. Berlin 9.30 6. Berlin 6.00 7. Berlin 3.00 7. Berlin 9.30 9. BeiUn 6.00 Vereinigte Staaten von 5. Berlin 8.00 6. Hamburg 19.00 7. Berlin 10. Berlin Luftpost 3. Berlin 18.00 Südamerika 5. Berlin 18.00 5. Berlin 23.00 L uftpost 4. Berlin 21.00 7. Berlin 13.30 Südafrika 4. Köln 21.00 10. Hamburg 19.00 Luftpost 6. Berlm 9.30 7. Berlin 8.00 9. Berlin 9.30 10. Berlin 6.00 9.30) 5. 8. Brindisi 9.8. Haifa 9.O0) Bahn 10. 8. Haifa 9.00) Balm U. 8. Haifa 9.00) 10. 8.?!raus 13. 8. Haifa 9,00) Bahn 13. 8. Haifa 9.30) 12. 8. Biindbi 16. 8. Ilaua via Athen (München 18.00) via Biimii-i via Athen via Athen (München 18.00) via Brimlni via Athen Amerika 6. Cherbourg (״New York‘׳) 7. Bremen (,,Coiumbtir“) 8.00 8. Cherbourg (״Columhus“) 8.00 11. Le Havre (״Normandie‘) ca. 2 rן Ca3 ׳ ca. 2י! ca. 213 ca. 3 ca. 2\9 13. 8■ New 15■ 8. New 15• 8. New 16. 8. New Tage Tage Tage Tage Tage Tage York York York York (4. Köln 9.30) Flug 1■ ״Europa9.8 ‘׳. N. (6, Frankfurt 8.00) 7. Cherbourg 20. Rio;24. B.A״ 8. Hamburg (״Gen. S. Martin“) 26. Rio; 1. B.A. (Frankfurt 24.00) (Frankfurt 15.00) via Paris 7. Rio; 8. B.A. 10. Rio; 11. B.A, (München 18.00) via Brindisi ca. 8 Tage via Athen ca. 8 Tage (München 18.00) via Brindisi ca. 8 Tage via Athen ca. 8 Tage Warnung. Ein junger Mann im Alter von zirka 26 Jahren hat in verschiedenen Orten des Rheinlaiules mit Erfolg ver* sucht, Gelder bei Zionisten zu erhalten. Er behauptet, Mit* glied der Zionistischen Ortsgruppe Düsseldorf zu sein und weist eine Mitgliedskarte der ZOG. Düsseldorf vom 21. Juli 1937 auf den Namen Max Eichenberg vor, die sich der Betreffende anscheinend nur für diese Zwecke besorgt hat Die Mitgliedskarte wird hierdurch für ungültig erklärt.