Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 61 (3.8.1937)
- Date
- 1937-08-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 3× ep/1047930
- Tunis 2× ep/1048155
- Beirut 1× ep/1047833
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jüdische Rundschau Nr. 61, 3. AUGUST 1937 Wort an die Araber Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel Aviv, Im Juli 1937 Vor einigen Monaten erschien zum ersten Male eine von Juden nerausgegebene Zeitung in arabischer Sprache ״Hakikat el Amr“. Herausgeber war die allfemeine Arbeiterorganisation und Zweck des Blattes die Auflärung der Araber, insbesondere der Fellachen und Arbeiter, über die Ziele und Wege der jüdischen Siedlungsarbeit im Lande. Bisher sind fünfzehn Nummern der Zeitung (eine Wochenschrift) erschienen, und der Redakteur, Michael Assaf, berichtet über seine Erfahrungen in den ersten Monaten des Experimentes. Wie zu erwarten, wurde die Herausgabe eines arabischen Blattes durch Juden in der bestehenden arabischen Presse in Palästina mit äußerstem Unwillen aufgenommen. Es fehlte nicht an Aufforderungen an die Regierung, gegen dieses Unternehmen einzuschreiten und an schärfsten Warnungen an das Publikum. Nach diesem ersten Sturm aber ging die arabische Presse zu einer anderen Taktik über und schwieg. Es schien vernünftiger, diesen Versuch, der ja mit Gewalt nicht zu unterdrücken war, zu ignorieren, ihn totzuschweifen, als durch dauernden Kampf in der Presse für ihn Relame zu machen. Im Ausland war der Widerhall relativ schwach, und wo jüdische Studenten den Versuch machten, die Zeitung in öffentliche Lesesäle einzuführen (z. B. auf der amerikanischen Universität in Beirut), begegneten sie aktivem Widerstand. Die Praxis bestätigte, was die Theorie vorhergesagt hatte: einerseits erweckte das Erscheinen eines jüdisehen Blattes in arabischer Sprache starkes Interesse, andererseits heftige Gegnerschaft. Und da der arabische Durchschnittsleser unter dem starken Druck der öffentlicher Meinung steht, so wagten viele, die an dem neuen Blatt Interesse hatten, nicht, es zu lesen, und sicher nicht öffentlich zu lesen. In manchen Kreisen wurden die Probeexemplare sofort zurückeeschickt. Das galt z. B. für ungefähr 50 ״/* der arabisehen Lehrer. In einer Stadt wie Nablus scheint das Postamt die Sendungen einfach returniert zu haben. Als man bei der Direktion deswegen anfragte, ließ diese die Anträge nach Nablus weitergehen und bekam natürlich von dort die Antwort, daß alles in schönster Ordnung sei. Auch Einzelpersonlichkciten, darunter der bekannte Quäker Oliver, sandten die Zeitung zurück. Trotz all dieser Gegnerschaft und sich häufenden Schwicrigkeiten gab es auch Kreise unter den Arabern, die dem Blatt mit gutem Willen entgegenkamen. Für manche war das Blatt die einzige Zeitung, die ihnen überhaupt zur Verfügung stand, andere fanden hier einen Ausdruck ihrer Interessen und Nöte. So brachte ״Hakikat el Amr“ als einzige Zeitung einen Bericht über den Lohnkampf der Druckerei-Arbeiter in der Zeitung• des Mufti ״El Liva“, und der arabische städtische Lohnarbeiter findet hier Belehrung und Rat in seinen täglichen Nöten. Für manche wieder ist es interessant, einmal die Dinge von einem anderen Standpunkt zu sehen. Die objektiven Schwierigkeiten, die einer Ausbreitung der Arbeit im Wege standen, faßt Assaf in vier Hauptpunkten ^jiSammen. Vor allem ist die Zeitung so klein, daß nei der richtigen Behandlung eines Gegenstandes schon der Eindruck entsteht, daß sich eine Nummer ganz diesem einen Gegenstände widmet, was bei den Lesern, die oft nur eine Nummer sehen oder nach einer urteilen, einen falschen Eindruck erwecken muß. Eine Vergrößerung der Zeitung wird deshalb dringend verlangt. Ein zweites Problem, mit dem die Redaktion fertig zu werden sucht, ist die Sprache. Es besteht die Notwendigkeit, möglichst einfach und klar zu schreiben, ohne zu große Ansprüche an das Verständnis der Massen zu steiles. Zugleich muß jedoch das Arabisch auch rein und gut sein, da die arabische Leserschaft viel auf eine gepflegte Sprache gibt und gerade der Schreibform hohes (jewicht beilegt. Es handelt sich darum, bei den Mitarbeitern die Herausarbeitung einer entsprechenden, zugleich reinen und leichten Sprache zu fördern, was Umsicht, Experimente und viel Geduld erfordert. Eine dritte Schwierigkeit ist das Verlangen des Publikums nach etwas belletristischer Kost, die in entsprechender Form und Qualität nicht leicht zu beschaffen ist. Diese drei Punkte sind Schwierigkeiten der Redaktion selbst Sie sind mit entsprechender Anstrengung und Mühe zu lösen. Der vierte Punkt jedoch liegt im anderen Lager und wird vermutlich nur durch sehr lange Arbeit und Geduld geschwächt werden können: das ist die arabische Gegenpropaganda, die natürlich versucht, dem neuen arabischen Blatte jeden Widerhall im Publikum zu nehmen. Assaf weist mit Recht darauf hin, daß nur eine immer wieder verstärkte Verbreitung von den Juden aus, die alle bestehenden Verbindungen mit den Nachbarn ausnützt, gegen diese Abwehrpropaganda helfen kann, und mahnt am Schluß seiner Ucbersicht alle interessierten Kreise zur gesteigerten Mitarbeit. Frühere Versuche Aus Tel Aviv wird uns geschrieben: In der Literaturbeilage des ״Dawar“ veröffentlicht der Bibliograph M. Probst ein Verzeichnis der seit dem Jahre 1855 in arabischer Sprache erschienenen jüdischen Zeitschriftenliteratur. In diesem Jahre erschien eine arabische Zeitung in hebräischen Schriftzeichen in Bombay. Im Jahre 1877 erschien eine arabische Monats- Schrift jüdischen Inhalts in Tunis. Von 1880 bis 1888 bestand dort eine jüdische Wochenschrift in arabischer Sprache und hebräischen Schriftzeichen. 1882 erschien eine Wochenschrift ähnlichen Charakters in Algier, und von 1884—1886 bestand eine Monatsschrift dieser Art in Tunis. Dort erschien von 1885—1886 sogar dreimal wöchentlich eine solche Zeitung. Eine andere jüdisch-arabische Wochenschrift erschien in Algier von 1885—1893. Im Jahre 1886 erschien sogar in Livorno in Italien eine jüdisch-belletristische Zeitschrift in arabischer Sprache. In Tunis erschienen in dieser Epoche noch mehrere jüdisch-arabische Zeitungen, darunter eine Tageszeitung im Jahre 1890. ln den Jahren 1889 und 1899 wurden in Kalkutta jüdisch-arabische Wochenschriften gegründet. Während auch 1m Anfang des 29. Jahrhunderts mehrere Zeitungsgründungen in Tunis erfolgten, wurden um dieselbe Zeit auch in Aegypten Zeitschriften dieser Art gegründet. 1903 erschien in Kairo eine jüdische Wochenschrift mit zionistischer Tendenz in arabischer Sprache mit hebräischen Schriftzeichen. Kurz vor dem Weltkriege erschien in Jaffa dreimal wöchentlich eine jüdisch-arabische Zeitschrift, und um dieselbe Zeit auch in Haifa eine ähnliche Publikation zweimal wöchentlich (auch hebräisch). 191» erschien die erste jüdisch-arabische Tages- Zeitung in Jerusalem. 1921 erschienen neue arabisch ■jüdische Wochenschriften in Kairo, Tunis und Beirut. 1922—1931 •erschien eine arabisch-jüdische Zeitschrift zweimal wöchentlich in Palästina, die dazu bestimmt war, der Verständigung zwischen Juden und Arabern zu dienen. Aehnlichen Zwecken diente eine Halbmonatsschrift der jüdischen Arbeiterorganisation, die von 1023—1925 in Jerusalem erschien. Dieselben Für und gegen Teilung ״Great Britain and the East“ vom 29. Juli stellt fest, daß dem Kommissionsvorschlag bisher kein besserer gegenübergcstellt worden sei und daß, solange die Hauptgegner eine Haltung des ,,Non possumus“ einnehmen, keine Aussicht für einen besseren Plan vorhanden sei. Das Blatt fürchtet, daß die Abneigung des Parlaments, sich aut einer» Plan für die Zukunft Palästinas festzulegen, auch auf die Mandatskommission übergreifen könne, indem man die Sache einem Ausschuß überweise. Es wäre besser, so schreibt das Blatt, wenn man dies nicht täte, sondern dem Völkerbundsrat direkt die Ansicht der Mandatskommission mitteilte. Die Einflüsse gegen die Teilung werden in Genf sehr stark, sein. Eine Regelung muß für Palästina kommen, und zwar müsse die Basis einer solchen Regelung in Palästina selbst gefunden werden. Zur Frage der Teilung nimmt im ״Spectator“ vom 30. Juli Albert M. Hy a ווו so n, der frühere Leiter des Immigrationsdepartments der Palästina-Regierung, Stellung, indem er für eine Prüfung der Vorschläge Lord Samuels eintritt. Durch die Gewährung der Autonomie an beide Bevölkerung■*־ teile könnten die beiderseitiger! Beschwerden beseitigt, die Spannung gemildert und eine Zusammenarbeit geschaffen werden. Die Teilung stehe als eine Drohung vor all denen, denen Palästina mehr als ein jüdisches Palästina oder ein arabisches Palästina ist, und seit dem Erscheinen des B<- richtes sei auch eine ruhigere Stimmung sowohl unter Juden wie Arabern festzustellen. Die Teilung berge so furchtbare Gefahren in sich, daß jede andere Möglichkeit zuerst versucht werden sollte. Der ״Daily Hera Id“ gibt im Leitartikel seiner Freitag-Nummer dem Wunsch Ausdruck, daß Kolonienminister Ormsby-Gore davon absehen möge, die Dinge in Genf mit allzu großer Eile zu betreiben. Die Möglichkeit werde immer größer, daß die Teilung sich als überflüssig erweisen könnte, wenn sie nicht mit übergroßer Eile durchgedrückt wird. Es wäre klug, Palästina die Chance für eine neue Behandlung der Sachlage zu geben. Am Donnerstag harte der Abgeordnete Wedgwood in einer Zuschrift an den ״Daily Telegraph“ darauf hingewiesen, daß die Situation in Palästina kaleidoskopartig sich ändere. Die Teilung, die vor wenigen Tagen unmittelbar bevorzustehen schien, sei jetzt bei weitem nicht mehr gewiß, ja vielleicht sei der Teilungsgedanke schon tot. Weder von den Arabern, noch von den Beamten in Palästina werde die Teilung jetzt gewünscht. Auch funktioniere die Polizei wieder. Die Verhaftung des Obersten Arabischen Komitees würde jetzt keine Schwierigkeiten machen. Haussuchungen nach Waffen, die man früher als undurchführbar bezeichnet habe, gehen jetzt glatt vomstatten. Nachdem es sich nunmehl erwiesen habe, wie leicht es ist, der Anarchie ein Ende zu machen, bestehe kein Grund mehr für einen Man■ datsverzicht Englands und für die Teilung, Der Peel-Bericht habe festgestellt, daß die wirtschaftlich« Aufnahmefähigkeit mit steigender Einwanderung wächst. Man solle daher den Juden seihst die Kontrolle über die Einwan• derung in dem für sie bestimmten Teil Palästinas über• lassen. Die Araber wünschten jetzt das Verbleiben Englands in Palästina, aber die Juden dürften es kaum wünschen, solange die Gefahr der Einschränkung der Einwanderung auf 12 000 jährlich und der Hervorrufung neuer Unruhen durch eine schwache Regierung über ihrem Haupte hängt, Der Jerusalemer Tageszeitung ״Felestin“ wird aus Kairo gemeldet, daß der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pascha sich einem arabischen Politiker gegenüber folgen■ dermaßen geäußert habe: Ich verhandle weiter mit den Vertretern der britischen Regierung über die Palästinafrage und verteidige den ara• bischen Standpunkt. Jedermann weiß, daß zwischen uns und England Verpflichtungen bestehen, mit denen wir rechnen müssen; wir müssen jede gegen sie gerichtete Handlung vermeiden; trotzdem hat die Regierung dem Volk volle Frei• heit gelassen, seine Meinung zu dem Palästinaproblem zu äußern. Ebenso wurde der Presse und den gesellschaftlichen Institutionen die Möglichkeit gegeben, ihre Stellungnahme zu dieser Frage zu veröffentlichen. Sobald die Verhandlungen zwischen mir und der englischen Regierung mit Erfolg abge■ schlossen sein werden, werde ich unverzüglich davon Kenntnis geben. Ich hoffe, daß dies bald der Fall sein wird, und dann wird sich jedermann davon überzeugen, daß wir es nicht unterlassen haben, unseren Nachbarn Palästina zu unterstützen. Eine ägyptische Zeitung glaubt Voraussagen zu können, ■wie die Erklärung der ägyptischen Regierung zu dem Palästinaproblem lauten wird. Danach wird sich die Regierung auf den Standpunkt stellen, daß die Schaffung eines jüdischen Staates eine schwere Konkurrenz für die ägyptische Industrie mit sich bringen ,würde; der Markt würde von den Erzeugnissen der jüdischen Industrie überschwemmt werden. Andererseits würde infolge der Versorgung der palästinensischen Industrie eine Verteuerung der Rohstoffe in Aegypten eintreten. Noch größer als die wirtschaftlichen würden die politischen Folgen der Schaffung des jüdischen Staates sein. Sie würde zeigen, daß die Juden England gezwungen haben, seine den Arabern gegebenen Versprechungen, insbesondere das Unabhängigkeitsversprechen vom Jahre 1915, nicht zu halten. Daria liege die Gefahr für das englisch-ägyptische Abkommen. Der Standpunkt der arabischen Herrscher Jerusalem, 28, Juli. (JTA.) In den arabischen Kreisen ist die Ansicht verbreitet, daß der Standpunkt der Herrscher des Irak, des Hedsclias und Jemens in der Frage der Teilung Palästinas von demjenigen des Emirs Abdul- Iah von Transjordanien nicht wesentlich abweicht. Die arabischen Herrscher seien bereit, über das Palästina- Problem auf der Grundlage der Teilung■ zu verhandeln. Alle Telegramme, die das Oberste Arabische Komitee von den Oberhäuptern der arabischen Staat en erhalten hat, vermeiden jede Kritik an dem Teilungsplan und geben nur die in allgemeinen Wendungen gehaltene Zusage, den palästincnsischen Arabern helfen zu wollen. Bagdad, 28. Juli. (JTA.) Gerüchtweise verlautet, der Ministerpräsident des Irak, Mikmct S ul ei man, beabsichtige, demnächst seine Demission ein zure ich cn. Diese Absicht sei darauf ztirüekzuführen, daß der britische Kolonienminister Ormsbv-Gore im Parlament erklärt hat, Hikmet Suleiman habe nach einem Protest des Außenministers Eden seine bisherige Stellung zu der geplanten Teilung Palästinas geändert und sei jetzt grundsätzlich mit ihr einverstanden. Der Ministerpräsident des Irak behaupte, durch diese Erklärung seien seine Autorität und insbesondere seine Be- Ziehungen zu den ausländischen Diplomaten untergraben worden. Die Folgerungen der Kommission Die palästinensische Wirtschaftszcitung ״Hameschek ha• schitufi“ unterzieht die Vorschläge der Kommission einer Kritik. Das wahre und eindeutige Ergebnis des Berichtes ist, daß Engiand beschlossen hat, die Last des Mandats abzuwerfen. Diese Tendenz bewirkt, daß die Feststellungen der Kommission mit ihren eigenen Vorschlägen nicht in Einklang stehen. Der Bericht ist voll von höflicher Anerkennung für die jüdische Leistung und erkennt auch an, daß sich das Los des arabisehen Fellachen seit 1920 im allgemeinen gebessert hat. Das Resultat aber ist die Einzwängungund Beschnei* düng der zionistischen Arbeit. Der High Commissioner hat dem noch die Versicherung hinzugefügt, daß von _ der Seite der Regierung alles Menschenmögliche gescheuen sei, un! Juden und Araber zur Zusammenarbeit zu bringen. Dem muß aufs schärfste widersprochen werden. Die Regierung hat noch nicht einmal versucht, die züge!- loseste Propaganda einzudämmen. Es war ihr bekannt, daß von jüdischer Seite mehrmals Verhandlungen mit den Arabern cingeleitet worden waren. Es war ihr bekannt, daß es arabische Kreise gab, die für eine Verständigung mit den Juden zu gewinnen waren. Aber es konnte nie etwas aus solchen Bestrebungen werden, weil die Regierung abseits stand und durch ihr kühles Verhalten die radikalen Elemente ermutigte. ״Nicht herrschen und nicht beherrscht werden“, das war eine Formel, die als jüdische Verliandlungsgrundlage brauchbar war, und die sich mit Unterstützung der Regierung auch durchgesetzt haben würde. Das arabisch-jüdische Problem ist sicher an und für sich ein schwieriges, aber seine Losung wird es gewiß nicht durch den ״chirurgischen Eingriff“ finden, der sich auf das Prinzip ״teile und herrsche!“ gründet, ln dieser Stunde müssen wir nicht nur danach trachten, unsere Positionen ns festigen, sondern wir müssen auch aut eine Verständigung mit den Arabern hinarbeiten, zum Besten beider Volker und des ganzer! Landes. Stärkung des Zionismus und Arbeit für eine Verständigung zwischen Juden und Arabern, das sind die richtigen Schlußfolgerungen aus den Feststellungen der Kommission. Kreise veröffentlichten 1925 das arabische Organ der Eisen• bahnergewerkschaft. 1927 erschien eine ähnliche Veröffentlichung gemeinsam für die Angestellten der Post und der Eisenbahn. Versuche, eine jüdisch-arabische Arbeiterzeitung Fuß fassen zu lassen, wurden in den Jahren 1929—1933 jährlieh erneuert. Drei dieser Zeitschriften erschienen in jerusalem, zwei in Haifa. Neue Terror-Akte Jerusalem, 1. August. (JTA.) Eine sechs Mann starke arabische Bande hat am Freitagnachmittag bei Dschenin vier mit Touristen besetzte Autobusse der Gesellschaft Egged auf der Fahrt von Haifa nach Tel Aviv angehalten. Die Passagiere wurden ausgeraubt, Auf die Autos wurden mehrere Schüsse abgegeben, ein Auto wurde beschädigt. Nach dem Ueberfall zogen sich die Banditen in die Berge zurück. Die Polizeipatrouillen, die die Verfolgung aufnahmen, sind den Angreifern bereits auf der Spur. Es handelt sich um die gleiche Bande, die bereits in der letzten Woche mehrfach Ueberfäile auf der Landstraße bei Dschenin verübt hat. Der einflußreiche Scheich des Dorfes Lifta bei Jerusalem, der sich bei den Gemeindewahlen für die Interessen der Nashashibi-Partei stark eingesetzt hat, ist, als er die Omar-Moschee verließ, von Terroristen durch Schüsse verletzt worden. Dem arabischen Dorf Um el Fachern bei Dschenin ist eine früher auferlegte, aber gestundete Kollektivstrafe von 450 Pfund von neuem auferlegt worden, weil Araber, die vermutlich aus diesem Do-rfe stammen, einen Angriff auf ein Zeltlager von Arbeitern der Palestine Electric Corporation unternommen haben. An dem Uebertall hatte eine 17 Mann starke bewaffnete Bande teilgenommen. Nach Beschießung des Lagers waten die Zelte .angezündet worden. Neben der Erneuerung der Kollektivstrafe hat der Regierungskommissar dem Dorf die Erfüllung einer der drei folgenden Forderungen wahlweise überlassen: 100 Pfund Schadenersatz für die Ruthenberg-Gesellschaft, Ausfolgung von 15 Gewehren oder Aushändigung einer Namensliste der 30 Arbeitslosen des Dorfes, unter denen die Täter vermutlich zu suchen sind. Die Stellung des Mufti der Gebiet der Omar-Moschee liegende Wohnung nicht mehr verlassen hat. Einer arabischen Abordnung aus Hebron, die ihn dort besuchte, erklärte der Mufti, er wisse ganz gut, daß man ihn eines Tages des Landes verweisen werde. Aber er sei eher bereit, das Exil auf sich zu nehmen, als sich in Abhängigkeit zu begeben. General Dills Nachfolger Generalmajor A. P. Wavell ist als Nachfolger von Generalleutnant J. G. Dill zum Oberkoinirtandierenden der britischen Streitkräfte in Palästina und Transjordanien ernannt worden. Generalmajor Wavell tritt seinen neuen Posten Ende August an. Günstige Entwicklung des holländischen Handels mit Pa* lästlna. Unser R. L.-Berichterstatter schreibt: Nach den soeben veröffentlichten Ziffern ist eine Zunahme des Handels zw1sehen Holland und Palästina im ersten Halbjahr 1937 gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres zu verzeichnen. Die Einfuhr aus Palästina zeigt eine erhebliche Zunahme von 1 187 000 fl auf 2 035 000 fl. Sic ist zurüekzuführen vor allem aut die Zunahme der Orangeneinfuhr, die von 11 317 t im Werte von 911 000 fl im ersten Halbjahr 1936 auf 19 673 t im Werte von 1 717 000 fl im ersten Ffalbjahr 1937 stieg. Aber auch die holländische Ausfuhr nach Palästina zeigte eine leichte Zunahme, und zwar von 736 000 fl im ersten Halbjahr 1936 auf 795 000 fi im ersten Halbjahr 1937. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 22. Juli hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Aviv folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 0/0ige Pfand* briefe 1938/55 983/,, 6 ״bige Pfandbriefe 1934/35 1023/״ 6 °/!)ige kum. Vorzugsaktien 1131/״, gewöhnliche Inhaberaktien 118’/g. P. L. D. C. gewöhnliche Inhaberaktien 92V», 6 »■oige kum. Vorzugsaktien 953/,, Keren Kajemeth Lejisrael 2*4 °״ige Pfandbriefe 08',״ Bizur Ltd. 6 ״,oige Pfandbriefe 99.