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Jüdische Rundschau · 1937-08-03 · Heft 61 (3.8.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 61 (3.8.1937)
Date
1937-08-03
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 61, 3. VIII. 1937 gesprochen wird. In dieser Situation muß der Kongreß, so sehr er selbst von seiten des gesamten Volkes des Vertrauens bedarf, der Führung■ der zionistischen Arbeit Vertrauen entgegenbringen. Wir sind heute in einer schweren Stunde der jüdi• sehen Geschichte in der bevorzugten Lage, daß an der Spitze unserer Bewegung ein Mann steht, dessen Geltung weit über den jüdischen Kreis hinaus unbestritten ist und dessen Bedeutung für die Vertretung unserer Sache gar nicht hoch genug bewertet werden kann. Die Leistungen Dr. W e i zmanns in dieser Zeit, in den fast 1V2 Jahren seit Beginn der Unruhen werden einst im Buch der jüdisehen Geschichte, wenn die Zeit gekommen ist, sie zu fixieren, einen besonderen Rang einnehmen. Heute gilt es weniger, populäre Parolen ins Volk zu werfen und die Massen für sie zu begeistern, als sein politisches Verständnis zu schärfen und die Kraft seiner Forderungen an die Mächte der Welt durch die Ernsthaftigkeit seines Willens zum Lebe», durch die Fundiertheit seiner Argumente und die Realisierbarkeit der von ihm vertretenen Projekte zu stärken. Möge der Kongreß diese Aufgabe zu seinem Teil erfüllen, möge er der Größe der Stunde, in der er Zusammentritt — die uns schwere Sorgen gebracht hat, zugleich aber auch ein eindrucksvolles Symbol für die Anerkennung unserer Rechte als lebendiges Volk •— gewachsen sei״! * In Genf haben inzwischen die Verhandlungen der Ma n d a t s ־ K o m m i s s i o n über das Palästina-Problem begonnen. Sie werden zum groß len Teil geheim geführt und dürften längere Zeit in Anspruch nehmen. Aus der Stellungnahme des britischen Kolonienministers Orms b v- G 0 re, die am Beginn der Verhandlungen erfolgte, sind für uns zwei Gedanken besonders wichtig. Es ist einmal der Satz von der Notwendigkeit einer ״all gemeinen 1 n v e n t a raufnahnie der L a g e“ in Palästina. Ohne Zweifel wird diese Notwendigkeit auch von unserer Seite anerkannt, da auch wir den Zustand, wie er sich in Palästina heransgebildet hat, als unerträglich empfinden; allerdings können wir nicht der Ansicht des Ministers beipflichten, daß der tote Punkt infolge einer Unvereinbarkeit der englischen Verpflichtungen gegenüber Arabern und Juden unvermeidlich gewesen ist. Wir glauben demgegenüber — und haben dies bei vielen Gelegenheiten betont —, daß das Mandat in seiner bisherigen Form wenigstens bis zu einem gewissen Zeitpunkt die Möglichkeit einer friedlichen Entwicklung geboten hätte, wenn es dem Buchstaben und dem Geist nach a n - ders ausgeführt worden wäre. Weitere Erklärungen Ormsby-Gores beschäftigten sich mit der Notwendigkeit von Verhandlungen mit Juden und Arabern im Falle der grundsätzlichen Zustimmung zu dem Teilungsplan. Ormsby-Gore betonte dabei, daß auch der endgültige Plan dem Völkerbund zu unterbreiten ist, und sagte ausdrück- Heb, daß die britische Regierung sich auf Einzeih eit e n des T eilungsplanes nichtfestgeiegt habe. Diese Erklärungen, die unter dem Eindruck der Parlaments- Debatte von besonderem Gewicht sind, werden ohne Zweifel für die weitere Prozedur von Bedeutung sein, da sie die Möglichkeit von Verhandlungen offenlassen und damit denjenigen Gedankengängen näherkommen, die weniger in einer prinzipiellen Zustimmung oder Ablehnung des Teilungsplanes das Gebot der Stunde sehen als in dem Versuch, ihn in einer Weise zu modifizieren, daß er den Erfordernissen des Landes Palästina als so!- eben und den in der Baffour-Deklaration niedergelcgten Grundsätzen in besserer Weise gerecht wird. K. L. 490 Delegierte Zürich, 30. Juli, (JTA.) Am ,NX. Zionistenkongreß wer• den •100 gewählte Delegierte aus fast allen Ländern der Welt teilnehmen. Sie repräsentieren 1250 000 Schekel• Zahler, so daß die bisherige Rekordzahl des XIX. Zionistenkongresses noch übertroffen worden ist. Mit den Mitgliedern des Aktions-Comites wird der Kongreß 525 Delegierte haben. _, Für eine neue Völkerbundsinstitution Sür Auswanderer London, 28. Juli. (JTA.) Eine Abordnung von Ver• tretern der Völkcrbundsliga und anderer Körperschaften hat dem britischen Außenministerium neue Vorschläge zur Rege- Jung der Fürsorge für Ausgewanderte durch den Völkerbuna unterbreitet. Führer der Abordnung war der Erzbischof von Canterb ury. Außerdem gehörten ihr Lord Noel Buxton, Lord Ceni, General Sir Wvndham Deedes, Mrs. Edgar Dugdale und andere bekannte Persönlichkeiten, unter ihnen als Vertreter des Council for Oerman Jewry, Professor Norman B ent wich, an. Die Abordnung »st am Montag von dem Unterstaatssekretär für Aeuöeres, Viscount Cranborne, empfangen worden. Das Foreign Office hat über diesen Empfang ein Communique ausgegeben, in dem niitgeteilt wird, darf die Abordnung auf die Besorgnisse weiter Kreise der britischen Ocffentlichkeit angesichts der für 1938 geplanten Schließung des Internationalen Nansen• Amtes und des gleichzeitigen Erlöschens des Auftrags des Oberkommissars für die aus Deutschland Ausgewanderten hinwies. Die Abordnung habe es als wünschenswert bezeichnet, das an Stelle des Nansen-Amtes und des Oberkommissariats für Auswandererfürsorge eine einheitliche Völkerbunds• kommistion eingesetzt werde, deren Aufgabe es sein sollte, mit Ermächtigung durch den Völkerbunasrat alle diejenigen Ausgewanderten, um die der Völkerbund sich bekümmert, zu schützen und ihre endgültige Niederlassung zu beschleunigen. Lord Cranborne wies auf die von Außenminister Eden am 21. Juni im Unterhaus zu dieser Frage erteilte Antwort hin und versprach, daß die Regierung den Vorschlägen wohlwollende Aufmerksamkeit widmen werde. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert W e 11« c h, Eerlin-Charl. 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenatein, Berlin W IS. Anzeigenleiter und verantwortlieh Wr den Inhalt der Anzeigen; Hermann Finn, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10. D.A. 11/1937 T0316. — Druck: Siegfried Scholern, Berün-Schüncherg. Züricher Vorkonferenzen Wizo Am Dienstag fand, wie bereits gemeldet Im Weißen Saale des Züricher Kurhauses die feierliche Eröffnung der IX. Weltkonferenz der Wizo statt. Frau Dr. Vera W e i z m an 11, Mitvorsitzende der Welt-Organisation, eröffnete die Konferenz. Irt warmen Worten dankt sie allen Delegierten, die von weither gekommen sind — manche sogar aus Südafrika, Argentinien usw. —, ganz zu schweigen von der großen Delegation aus Erez Israel. Sie dankt ihren Kolleginnen von der Exekutive und ebenso den Beamten für ihre hingebungsvolle Arbeit. — Nun verliest die Organisationssekretärin Frau Fanny Grubwieser eine große Anzahl von Begrtißimgstelcgrammen. Als erste ergreift das Wort Frau Carola Kauf• mann (Basel) für den Landesverband Schweizerischer Frauenvereine für Palästina-Arbeit. Frau Anna Meyer (Zürich) spricht für die Züricher Gruppe des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Als dritte begrüßt Frau D r. F1 o r e nc e G u g g e n h e i m (Zürich) namens des Bundes Israelitischer Frauen-Vereine in der Schweiz die Versammlung. Weitere Ansprachen hielten Dr. Guggenheim namens der Israelitischen Cultus-Gemeinde Zürich, Herr Sally Meyer (St. Gallen) für den Schweizerischen Israelitischen Gemeinde-Bund und Herr Adolf Pollak für das Hauptbüro des Keren Kajcnieth in Jerusalem. Frau D r. Vera Wcizmann gedenkt in Worten der größten Bewunderung und Treue Nahum Sokolows, zu dessen Andenken die Versammlung sich erhebt. Sie hält ein längeres Referat, ausgehend von dem Gedanken, daß die vierzig Jahre seit Begründung der Zionistischen Organisation 1897 in Basel durch Theodor HerzI wohl vergleichbar seien der! 40 Jahren der Wüstenwanderung unter der Führung■ von Moses. Mit Bezug auf den Bericht der Royal Commission meint Frau Dr. weizinann, daß wir noch zu dicht davor stünden, um die ganze Bedeutung dieses kritischen Ereignisses zu überblicken. In Palästina muß die staatsbildenae Kraft der westlichen Juden mit der begeisterten Pionierarbeit der östlichen luden legiert werden. Was immer kommen werde, die zionistischen Frauen werden ebenso wie die ganze zionisfische Bewegung auf dem Wege fortfahren, der allein geeignet ist, die 2000 Jahre jüdischer Golah zu beenden. Das zweite Referat dieses Abends hielt Frau Esther Smoira, die Vorsitzende der Itistadruth Naschim Zioniofh (Jerusalem). Sie spricht über das Problem der Frau in Palästina und unterscheidet die verschiedenen Frauentypen auf dem Lande und in der Stadt, erwähnt als Hauptschwierigkeit die mangelnde Berufsausbildung der einwandernden Frauen. Oft kommen Mädchen in den Arbeitsnachweis und sagen, daß sie jede Art Arbeit übernähmen; dann weiß man, daß sie keine gründlich verstehen. Frau Smoira gelangte zu dem Schluß, wie wesentlich in dieser Zeit, die eine neue Pionierzeit voll Gefahren und Schwierigkeiten sei, gerade die Persönlichkeit, die Tüchtigkeit, die staatsbürgerliche Fähigkeit der Frau sei, die mitarbeiten, aber auch mitbestimmen soll beim Ausbau des Nationalheims. Mit dem Absingen der Hatikwah schloß die Sitzung. Im Verlauf der allgemeinen Aussprache aut der Konferenz wurden Probleme der schulen tlassenen weiblichen Jugend in Palästina erörtert. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Mädchen in Palästina vielfach unmittelbar nach Beendigung der Volksschule ins Erwerbsleben treten oder ln der Erwerbsarbeit der Familie nt Ith elfen müssen. Es wurde verlangt, daß der Berufsausbildung der 14—18jährigen sowohl in «er Landwirtschaft als in den verschiedenen Oewerben, wie Schneiderei, Putzmacherei usw. größere Aufmerksamkeit geschenkt werde. Die Delegierten der Konferenz, die gleichzeitig Kongreßdelegierte sind, wurden aufgefordert, auf dem Kongreß geschlossen zu dem Problem der Kinderarbeit Stellung zu nehmen. Bezüglich der Hachscharah wurde die Notwendigkeit paritätischer Zusammenarbeit mit den Verbänden des Hechaluz betont. Ein breiter Raum wurde in der Debatte auch der Umschichtungsarbeit der Wizo in der Galuth gewidmet. Als notwendig wurde die Schaffung besonderer Ausbildungsstätten für Mädchen und die Errichiung von Schulen bezeichnet. Einmütig stellte sich die Konferenz auf den Standpunkt, daß der Wizo eine gewisse Zahl von Zertifikaten, insbesondere für die Absolventinnen ihrer Hachscharah, zur Verfügung gestellt werden müsse. Im An- Schluß daran wurde die Forderung erhoben, daß die Wizo die Hachscharah nicht nur der Mitglieder ihrer Jugendgruppen, sondern der Mädchen überhaupt übernehmen solle. Die Generaldebatte behandelte weiter u. a. die Frage der zionistischen Aktivierung der Mitglieder und der obligatorischen Schekelzahhmg. Mehrere Rednerinnen verlangten auch, daß die WIZO ebenso wie die amerikanische Haaassa eine eigene Vertretung auf dem Kongreß erhalte. Vielfach wurde gefordert, daß die eigentlich zionistische Tätigkeit innerhalb der WIZO gegenüber den kulturellen und humanitären Aufgaben stärker in den Vordergrund trete. Ferner müsse der Hebraisierung des Verbandes erhöhtes Augenmerk zugewandt werden. Viel Aufmerksamkeit wurde dm Fragen der Organisation und Propaganda gewidmet. Frau Romana Goodman, die Vorsitzende des Londoner Organisation• und Propaganda- Departements, leitete die Aussprache über diesen Teil des Berichtes der Exekutive ein. lieber Finanzfragen referierte die Schatzmeisterin Mrs. A1 m a n. Hechalux Auf der Weltkonferenz des Hechaluz, an der über sechzig Delegierte aus verschiedenen Ländern teilnehmen, hielt Elijalua Dobkin ein umfassendes Referat über die Lage im weitverband, Fm Anschluß daran formulierte er die Fordert» 11* gen des Hechaluz an den XX. Zionistenkongreß. Der Redner wies unter anderem darauf hin, daß in den letzten zwei Jahren die Zahl der auf Hachscharah befindlichen Chaluzim um etwa die Hälfte gesunken Ist, Sie beträgt letzt über 60000. Dieser Rückgang ist durch den allgemeinen Rückgang der Einwanderung nach Palästina bedingt. Es müsse aber, so betonte der Referent, festgestellt werden, daß in letzter Zeit in der Bewegung eine Stabilisierung «ingetreten ist, und zwar gilt das sowohl für die Hachscharahpunkte wie für die örtlichen Organisationen. Die Lebern- Bedingungen in den Hachscharahstellm haben sich wesentlieh gebessert. Es wurden Hilfswirtschaften und Werkstätten für Tischlerei. Schumacherei usw. errichtet. Die Dauer der Hachscharah beträgt jetzt 3—5 Jahre, so daß die Chaluzim eine gründliche Ausbildung In Landwirtschaft oder Handwerk erfahren. Außer den 60000 Chaluzim, die akh auf Hachscharah befinden, gibt es über 20000, die ihre Ausbildung vollendet haben un<f auf die Möglichkeit der Einwanderung nach Palä״ stina warten. Die Verbände der chaluzischen Jugend haben zur Zeit über 180 000 Mitglieder. Die Hauptforderungen, die der Hechaluz an den XX. Zionistenkongreß zu richten hat, sind folgende: 1. Sicherung eines entsprechenden Anteils an den künftigen Zertlfilaten für chaluzische Einwanderer; 2. Bewilligung eines Mindestbeitrages von 15000 Pfund für die Zwecke der Weit* bewegung aus den Fonds der Jewish Agency; 3. die Zahl der auf Hachscharah befindlichen Chaluzim soll bei der Fest- Setzung des Verteilungsschlüssels für die Zertifikate maßgebend sein; 4. Schäftung eines Verbandes aller Teile der chaluzischen Bewegung; 5. Organisierung einer Delegation von 200 Vertretern aller Wirtschaften in Palästina zur Führung der Chaluzbewegung in allen Ländern; 6. die Ein- Wanderungsabteilung der Jewish Agency soll die Bezeichnung ״Machlakat Haalija Wehanachscharah“ erhalten. An Hand von Ziffern beleuchtete der Referent sodann die Eingliederung der chaluzischen Einwanderer in Palästina. Hierbei hätten sich die Fortschritte in der chaluzischen Erziehung deutlich bemerkbar gemacht. Nach Entgegennahme der Sonderberichte aus den ein• reinen Ländern endet die Beratung mit der Annahme einer Reihe von Beschlüssen. Arbeifergruppen Die Weltberatung der zionistischen Arbeitergruppen In Zürich wurde mit einer Ansprache von Joseph Sprinzak eröffnet. Die zionistische Arbeiterschaft, so führte er aus, die 45 bis 46״b der Mandate auf dem bevorstehenden Kongreß besitzt, habe eine sehr schwere Verantwortung zu tragen. Sprinzak erinnerte daran, daß auf dem vor dreißig Jahren abgehaltenen 8. Zionistenkongreß im Haag zum erstenmal eine aus vier Mitgliedern bestehende Arbeiterabordnung erschienen war. Die Fraktion werde 225 Delegierte umfassen. Zu welchem Ergebnis immer der Kongreß führen sollte, fuhr Sprinzak fort, die Bewegung werde aus ihm geschlossen und gestärkt hervorgehen. Es gelte, sich vorzubereiten für neue Alijah, für neue Kolonisation. M. Neustadt gab einen Ueberblick über die Lage der Weltbewegung. Bei den Kongreßwahlen hätte sich eine Stärkung der Arbeiterschaft, insbesondere in den Ländern mit kleinerer jüdischer Bevölkerung, ergeben. Berl Locker wies darauf hin, daß die zionistische Arbeiterbewegung gleichzeitig mit dem Herzl’schen Zionismus 14nd keineswegs im Gegensatz zu ihm begonnen habe. Mit der Gründung der Histadruth im Jahre 1921 habe ein Einigung«- prozeß angefangen, der vor dem Abschluß steht. An dem jetzigen Wendepunkt sei es nützlich, einen Blick zurückzutun; das werde der Bewegung Kraft geben und ihre Hoffnungen stärken. Die politische Debatte auf der Beratung der Arbeiterfraktion wurde durch ein mehrstündiges Referat de« Vor• sitzenden der Zionistischen Exekutive, David Ben Gurion, eingeleitet. Er schilderte die politische Situation in London, Genf und Jerusalem. In seinem mit großer Spannung angehürten Referat gab Ben Gurion eine gründliche und sachlich? Analyse des Berichtes der Kgl. Kommission und ihrer Vorschlage. Er skizzierte weiter alle politischen Faktoren und Entwicklungen in London und Jerusalem, die für die nächsten Entscheidungen in Frage kommen. Misracki Am Mittwoch ist in Zürich die Weltkonferenz de* Misrachi in Anwesenheit von 150 Delegierten eröffnet worden. Der Präsident des Weltverbandes, Rabbi Wolf Gold aus New York, kündigte in einer Ansprache an, daß der Misrachi Widerstand gegen den Plan, Palästina zu teilen, leisten werde. Er übte scharfe Kritik an dem Vorschlag Lord Samuels, daß die Juden sich bereit erklären «oHCh, in Palästina eine Minderheit von 40 %' der Oesamtbevölkerung zu bleiben. Eine Begrüßungsansprache an die Konferenz hielt auch der sephardische Oberrabbiner von Tel Aviv, Rabbi U s i e I. Raw Gold wies darauf in, daß trotz der Be- Schlüsse des Lnzerner Kongresses und der wiederholten Zusagen der Exekutive noch immer Verstöße gegen die religiösen Bestimmungen in den auf Keren Kajemeth-Boden angesiedelten Kwuzoth zu verzeichnen sind, und das Kaschrut in den Arbeiterküchen immer noch nicht vollständig gewahrt wird. Der Misrachi werde auf dem XX. Zionistenkongreß mit ganzer Kraft gegen religionswidriges Verhaiten in Palästina kämpfen. Ueber die praktische Arbeit des Misrachi in Palästina wurde berichtet, daß gegenwärtig etwa 15 000 Kinder ln den Misrachi-Schulen unterrichtet werden und 10 000 Arbeiter und Chaluzim in den Reihen des Hapoel Hamisrachi organisiert sind. Besonders hervorgehoben wurde die Leistung der achtzig Misrachi-Arbeiter, die sich unter den schwierigsten Verhältnissen in Tirat Zwi bei Beisan angesiedelt haben. Amerikaner Am Sonntagabend wurde eine Beratung der in Amerika gewählten Kongreßdelegierten eröffnet. Die Eröffnungssitzung sollte den Delegierten ein klares Bild über die mit dem Teilungsvorschlag verbundenen Probleme vermitteln. Zu diesem Zweck hatte die Landsmannschaft den Vorsitzenden des Zionistischen Aktions-Comitds, M. M. Ussischkin, den Vorsitzenden der Exekutive der Jewish Agency, David Ben Ourion, und den Misrachi-F»ihrer,RabbiMelr Berlin, eingeladen, ihren Standpunkt darzulegen. Die amerikanische Landsmannschaft beschloß, sich nicht an die von der Zionistischen Organisation Amerikas gefaßte Resolution zu halten, in der die amerikanischen Delegierten verpflichtet werden, geschlossen gegen die Teilung zu stimmen. Es wurde festgestellt, daß in dieser Frage nicht Fraktionszwang herrschen soll. Vielmehr wird jedes Mitglied der Abordnung das Recht haben, so zu stimmen, wie es seinen persönlichen Ueberzeugungen entspricht. Beratung der Agenoy-Exekutlve Die Exekutive der Jewish Agency hat am Sonntag eine kurze Sitzung abgehalten, bei der der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann, über die politische Situation einer der von Kolonienminister Orms by-Oore vor der Mandatskommission abgegebenen Erklärung in Genf sprach. Der Beratung wohnten außer den Exekutivmitgliedern auch andere führende Zionisten, unter ihnen der Präsident der Zionistischen Organ»- sation Amerikas, Dr. Stephen S. Wise, bei. Spaltung In der •ludenstaatspartel Paris, 30. Juli (ITA.). Die Weltkonferenz der Juden• Staatspartei beriet in einer zwei Tage dauernden außerordentlich heftigen Debatte den Plan der Teilung Palästinas. Richard Lichtheim, Dr. Soskin und Dr. J. Brutzkus sprachen für, Meir Grossman und Robert Stricker f" ~ " " " '1 " .. heim hat sich In Zürich der Gruppe A der' Allgemeinen Zionisten angeschlossen. •— Red.) Der Peel-Bericht In deutscher Sprache. Wie wir erfahren, erscheint eine deutsche Uebersetzung des vollständigen Textes des Berichtes der Königlichen Kommission in den nächsten Tagen im Schocken Verlag, Berlin.

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