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Jüdische Rundschau · 1937-07-27 · Heft 59 (27.7.1937) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 59 (27.7.1937)
Date
1937-07-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 59, 27, VH. 1937 Wie gestalte ich den Schabbat? Für Schabbat, 31. Juli Wochenabschnitt: ״Ekew“ (V. B. M. Kap. 7,12 - 11,26) Im Anschluß an Kap. 11,20 werden wir uns über Sinn und Bedeutung der ״Mcsusa“ unterhalten. Wir werden die entsprechenden Vorschriften im ״Kizzur Schulchan Aruch“, Kap.11 ׳, lernen. Interessantes Material findet sich auch im ״Jüdischen Lexikon“ unter dem Stichwort ״Mesusa״. Maimonides schreibt zum Schluß seiner Ausführungen über die ,,Mesusa“ in seinem ״Jad Hachasaka“: Man soll das Ciebot der Mesusa sehr beachten, weil €S für alle und stets Gültigkeit hat. Immer wenn er zur Tür hinein- oder herausgeht, wird er auf die Einzigkeit des göttlichen Namens, geloht se! Er, stoßen und wird sich an dessen Liehe erinnern. Er wird aufgerüttelt aus seinem Schlaf, sich abwenden von den Eitelkeiten der Zeit lind erkennen, daß nichts anderes von Bestand ist, als das Wissen vom Hort der Weilen. Er wird zur Besinnung kommen und den Weg der Geraden gellen. Die früheren Weisen haben gesagt: Jeder, der Tefillin an seinem Arm und seinem Kopfe hat, Zizit an seinem Gewand und die Mesusa an seiner Türe, von dem ist fest anzunehtnen, daß er *licht sündigen wird. Hat er doch vielerlei, was ihn erinnert! Und sie sind die Engel, die ihn davor bewahren zu sündigen. So heißt cs auch: ״Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen aus“, I. E. Postschlüsse nach Uebersee Berlin! Postamt C 2: Frankfurt am Main! Bahnpostamt 19 oder Fhiphnfen; München: li.1!1np,),tarnt 1 oder 2 (Flughafen); Hamburg: Pro:amt 1; Köln: Hal.npo-tnmt 10 und Fluehaieii. Die Sendungen 1niL-rn «) euiprworien wer len, daß aie zu den angegebe- חסת Zeilen beim PnU׳v-hl1:ß,vn: Yorlirpen o irr du1; Schiff mindestens Itn letzten euro;)ai׳.rher! iia'en erreichen können. Palästina 27. Bei 1 in 10.30 (28. München 9.30) 28. Huhn 19.30 1210 Mundten 9.00) 30. Her!!!! 19.30 (31. Mu-vhen 9.00! 1. Berlin!3.00 (2. Manchen <<.;׳(.) 3. Berlin 19.30 (4. Man hen S.30) 29. 7. Briivüd!!.ihn Bahn Bahn Luftpost 28. Berlin 3.00 via A'hen 28. Berlin 9.30 (Manrhen lR.no) via Böndid 30. Berlin 6.00 vhi Athen 31. Berlin 3.00 via Athen 31. Bei hrr 9.30 (München 13.00) via Br:ndU 2. Berlin 6.00 via Athen 2. 8. Haifa 3. 8. Haifa 4. 8. Haifa 6. 8. 1 iaita 9.8. Haifa ca. 213 Tage ca. 3 ״Tape ra. 2!'״Tage >11. 21 ä Tage ca. 3 Tape e;>. 2! a Tage Vereinigte Staaten von Amerika 28. Berlin 8.00 29. I.e Havre (..Manhattan“) 5.8. New York 29. Beiiin 8.00 30. Cherbourg (..Heuln-hlami") 6. 8, Xhuv Vork 2. Hamburg 19.00 3. Bremen (,.1)110־; a“) 9.8. New York 3. Berlin 8.00 4. Cherbourg (,,Bremen“) 9.8. Xew York Luftpost 27. Berlin 18.00 (28. Köln 9.30) Flug z. ״Bremen“ 2. 8. N. Y. 3, Berlin 18.00 (4. Köln 9.30) Flug z. ״Europa“ 9• 8. X. Y. Südamerika 27. Berlin 19.00 (28. München 9.30) 29. Genua 10. Ri14;״ B.A. 29. Berlin 18.00 (30. Frank u 31 (00 8 ז. Boulngnc 16• R:o; 20. B.A. 30. Berlm 20.00 30. Bremen. (״Anton. Ddlino“) 18. Rio; 23• B.A. Luftpost 28. Berlin 21.00 (Frankfurt 24.00) 31. Rio; 1. B. A. 31. Berlin 13.30 (Frankfurt 15.00) via Paris 3. Rio; 4. B.A. Südafrika 28. Köln 21.00 30. Southampton (״Edinbourgh C•“) 16. 8. Kapstadt Luftpost 30. Berlin 9.30 (München 18.00) via Brindisi 31. Berlin 6.CO via Athen 2. Berlin 9.30 (München 18.00) via Brindisi 3. Berlin 6.00 via Ai hen ca. 8 Tage ca. 8 Tage ca, 8 Tage ca. 8 Tage Jüdische Kunst PRIVIl E GRAZIE G Ifr Alb •a*f i^Jaztot«׳ "Etata da Die stets interessante und vielseitige Zeitschrift ״Internationale Kunstrevue“ (Prag, Herausgeber: Adolph Donath) bringt in ihrem Juni-Heft den Schluß des Artikels von Max Osborn über das jüdische Museum in Livorno, dessen Anfang wir in unserer Besprechung in Nr. 46 vom 11. 6. 37 erwähnt haben. Bei der Betrachtung der im Muscum vorhandenen zahlreichen jüdischen Kultgegenstände findet der Verfasser die Anschauung bestätigt, daß die Gestaltung jüdischen Kunsthandwerkes allenthalben von den Formgedanken der limweit aufs stärkste beeinflußt worden ist und dennoch von spczi'isch jüdischen Zügen ihre charakterist'sche Prägung erhalten hat. Das Museum enthält auch historisch sehr interessante Erinnerungen, z. B. den Kupferstich einer Veranstaltung, die die jüdische Gemeinde Livorno anläßlich des Besuches des Großherzogs Franz und (der späteren Kaiserin) Maria Theresias am 9. März 1739 abhielt, wobei ein riesiger phantastischer Aufbau auf dem Hauptplatz der Stadt errichtet wurde. Ein besonderer großer Lederkasten enthält die Originalurkunden aller Privilegien der ״Hebräischen Nation“ (״Nazione ebrea“) seit 1593. Das Deckelblatt mit dem Wappenzeichen der Medici, das in der Zeitschrift abgebildet ist, geben wir hier wieder. Das Heft enthält auch eine Reihe anderer Beiträge, die von jüdischem Interesse sind, so z. B. eine Würdigung des Prager Malers Richard Po Hak, der im Juli 70 Jahre alt wurde, nebst der Wiedergabe mehrerer Arbeiten des Künstlers. Eine andere jüdische Künstlerin, der ein Aufsatz gewidmet ist, ist die seit Jahren in Paris lebende Maierin Kate Münzer. Dabei wird mitgeteilt, daß das von der Künstlerin stammende Porträt des Kritikers und Literatur- Professors Alfred Klaar eines der Modelle fiir den Kopf des Gemäldes ״Jeremias“ von Lesser Ury (im Jüdischen Museum, Berlin) gewesen ist._ Ludwig SdiwerinsTobias-Zeidimmgen Mit Unterstützung der Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde hat der Verlag Erwin Loewe, Berlin, Ludwig Schwerins 25 Federzeichnungen zum Buch Tobias verlegt; just zu dem Zeitpunkt, da die Torczyner-Bibel abgeschlossen vorliegt, ist uns diese apokryphe Erzählung, die sie nicht enthält, eine willkommene Ergänzung, und hoffentlich hat diese Tobias-Ausgabe einen solchen Erfolg, daß der Verlag auch andere der fehlenden Apokryphen von jüdischen Künstlern illustrieren läßt. Die Uebersetzung scheint leider Ueberarbeitung einer Bearbeitung zu sein, die in usum Delphini ein Weltliteratur-Motiv wie die ,,Tobias-Nächte“ unterschlägt, aber ansprechend und lesbar eine gewisse steil-sakrale aramäische oder hebräische Sprafifimusik unter dem griechischen Text herausarbeitet. Ludwig Schwerins Begabung liegt im Illustrativen, er ist auch als Landschaftsmaler immer ein Wenig Epiker, wenn er nicht gerade sein Naturgefühl lyrisch herausjauchzt. Das kommt seinen Federzeichnungen, die intime Reize und großzügige Kompositionen suggestiv vereinen, sehr zugute. Er arbeitet mit epischen Stilmitteln, durch die das Hündchen und die Sonne, jene ״stehenden Wendungen“, fast zu musikalöschen ,,Reminiszenzen“ des irdischen und des himmlischen Widerspiels werden. Das Ganze hat den Ton eines idyllischen Gegenstücks zum Buche Hiob, das gute Ende ist von Anfang an wahrscheinlich. Der Illustrator erlaubt sich reizvolle Kunstgriffe: zum Beispiel sehen wir von der jungen Sara zu Ekbatana, die von Asmodi wie von einem Dybuk geplagt wird, zunächst nur die Gestalt; auf einem späteren Blatte sehen wir sie mit verhülltem Haupte, wie sie in die Brautkammer geleitet wird, und erst gegen Schluß erblicken wir sie hoch zu Kamel als eine junge Frau mit schönen Zügen. Hübsch sind Einfälle wie die, daß in den Freunden, die den blinden .Tobias höhnen, verschiedene Temperamente dargcstellt sind, und die innere Zustimmung der Frau festgehalten wird, oder daß die Entführung des besiegten Asmodi durch den Erzengel Raphael eine Art Scherzo- Satz bildet. Man könnte auf jedem Blatt irgendeine Einzelheit anführen, wie persönlich Schwerin zwischen den Zeilen zu lesen vermag, also malerisch das herausholt, was heute die Dichter biblischer Romane zu tun pflegen, und klug gibt er seinen Personen eine halb zeitlose, halb mittelalterliche Gewandung; entsprechend die Landschaft, welche die ewigen Lebensformen bäuerischer Arbeit wiedergibt. Das Vorbild der großen Meister, die Szenen aus dem Buche Tobias dargestellt haben, verpflichten, und man darf ohne Uebertreibung sagen, daß der junge Ludwig Schwerin diese Verpflichtung — bei allem selbstverständlichen Abstand — eingelöst hat. Etwas abgeschmackt ist freilich sein Nachwort des ״Autors“ (?!), in dem er vom biblischen Text Abschied nimmt und dem Leser erzählt, daß er zwei Jahre mit diesem Werke gelebt habe und nur von der Natur zuweilen abgelenkt worden. Seine innige Vertrautheit mit dem Geist dieser Erzählung und seine liebevolle Versenkung in die Natur sprechen zum Giück aus den Blättern selbst, und er hätte sich wie die Größeren, Rembrandt und Liebermann, die sein religiöses Erlebnis teilten, mit dem ״Bilde, Künstler, rede nicht!“ begnügen sollen. Dr. Lutz Weltmann IN ALLER KURZE König Georg VI. hat den Vorsitzenden der Kgl. Kornmission für Palästina, Earl of Peel, im Buckingham-Palast empfangen. An der in Cernauti (Czcrnowitz, Rumänien) durchgeführten Neuwahl der Vertretung der Jüdischen Gemeinde haben 8893 Wähler teilgenommen. Von den 50 Mandaten entfielen 14 auf die Liste Dr. Gutherz, 10 auf den ״Bund“, 9 aut die Liste Dr. Ebner, 8 auf die Liste Dr. Menczer, 6 auf die Liste Greif, 3 auf die Liste Steinberg. Bei der in Anwesenheit von 41 Mitgliedern der Gemeindevertretung vorgenommenen Wahl des Vorstandes wurde nach mehreren Wahlgängen Dr. Karl Gut herz zum Gemeindevorsitzenden gewählt. In Marien werder sind vier jüdische Geschäfte In arischen Besitz tibergegangen: Alfred Cohn, Eisenhandel; Philipp Ja n sehen, Eisenhandlung, Julian Lewy, Schuhwaren; Conitzer u. Söhne, Manufaktur und Herrenbekleidung. Die Synagoge in S t e i n ־ B o c k e n h e i m ist verkauft worden. In einer Versammlung von Repräsentanten der Keren Hajessod-Zahler Polens wurden die Herren Schalom Asch, Oberrabbiner Professor M. Schorr, Ing. Elijahu Lestschinsky, Jacob Lestschinsky, Dr. Samuel Weinziehcr-Bendin, Raphael Szereszowski und Rabbiner Dr, Roscnmann-Bialystok als Vertreter der Nichtzionisten Polens im Council derjewish Agency in Zürich gewählt. Wie uns aus Leserkreisen mitgeteilt wird, ist in Lindwerder (Havel) ein groß sichtbares Plakat ״Juden sind unerwünscht׳ angebracht, so daß Juden von dein Besuch dicr־״- Ausflugsortes abzuraten ist. In dem jüdischen Verein ״Convegno Ebralco“ in FIo• renz ist eine Ausstellung jüdischer Künstler aus Italien eröffnet worden. Neben Gemälden von Giulio Jona,’ Elio di Gioacchino, der besonders durch seine ,fjfttwürfe für Theaterdekorationen bekannt ist, Eva IsmirlHund Franca Corcos umfaßt die Ausstellung auch Bilder der Malerin Meta Cohn-Hendel aus Berlin. Der jetzt in Paris weilende Direktor des Jüdischen Kunst* theaters in New York, Morris Schwarz, hat für die kommende Saison den Schauspieler Kurt Katsch engagiert, der früher an verschiedenen Bühnen Deutschlands und dann an dein Theater des Jüdischen Kulturbundes in Berlin tätig war. Der Pianist Bruno E i s n e r verlegt Im Herbst seinen Wohnsitz nach New York. Er ist zu einer Anzahl Klavierabende eingeladen und wurde als Lehrer an einem jüdischen Musikinstitut verpflichtet, an dem für ihn eine Meisterklasse eingerichtet wurde. Altpapier Adolf Naftanie! N65, Am Nordhafen 5 / 46 26 05 kauft mit Einstanipf -Garantie D Asphaltierungen | m Pfiä»tet ungen Robert Wolters W1S. 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