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Jüdische Rundschau · 1937-07-27 · Heft 59 (27.7.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 59 (27.7.1937)
Date
1937-07-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 59, 57. VII. 1937 die Gemeinschaft zu klein und die Phantasie zu gering), aber ein großes gemeinsames Schicksal wurde gespürt, ״welches die Menschen erhebt, wenn es den Menschen zermalmt“. Wir alle, die wir bis dahin in Deutschland jüdische Arbeit getan hatten, waren schon ganz verzweifelt. Ich muß bekennen, daß die Verzweiflung um so größer war, je größer das wurde, was rnan den ״Erfolg“ nannte. Wenn man mit Skepsis und Nüchternheit die Motive betrachtete, die damals die Juden in die Synagogen trieb (und auch heute hat sich das um kaum einen Deut geändert!), wenn man sich der heterogenen Zusammen- Setzung alles dessen bewußt war, wenn man sah, wer da kam und wer fortblieb, wenn man immer wieder schmerzhaft an die Mauer stieß, die die Gebildeten und Erzogenen vom Judentum abschloß (und auch heute hat sich nur wenig daran geändert) ־— dann konnte man recht verzweifelt sein. Dazu kam, daß es in den Instanzen der Gemeinde bei der Bürokratie gar kein Verstandnis gab. Den ersten Oneg Sch ab bat, den ich vor neun Jahren errichtete, mußten wir im Treppenhaus der Synagoge abhalten, weil wir für ״so etwas“ keinen Raum erhielten. Rabbiner in Berlin zu sein, war eine durch viel Engherzigkeit, Bürokratisierung und durch die jiidische und allgemeine Unbildung vieler, die ״etwas zu sagen“ hatten, immer wieder gehemmte Aufgabe. Dabei war es eine große und lohnende Aufgabe! Was hätte es sein können, wenn nicht die Lethargie so groß gewesen wäre! Im Jahre 1933 glaubte man all das überwunden. Und es war in der Tat manches ־— wenigstens für einige Zeit — überwunden! In diesem Augenblick, als man sah, wie die Juden, vom Sturm hin- und hergeworfen, ratlos umherblickten, sich an jeden Strohhalm klammerten, glücklieh waren, wenn man ihnen ein wenig Mut machte oder ihnen gar eine Hoffnung machen konnte — in diesem Augenblick mußte einen ein großes Mitleid überkommen. Ja, mehr als alles andere, war es eines großen und einfachen Mitleides wert, was sich da abspielte. Die Menschen waren wie verirrte Vögel. Sie hatten die Richtung ganz und gar verloren. Sie waren plötzlich in ein Erdbeben hereingeraten. Sie hatten von Sicherheit geträumt, bis in die letzten Tage!!inein, vom ausrechenbaren Leben, vom Aufstieg, vom bürgerlichen Leben — und alles war dahin. Daß man es ihnen nun sagen mußte, daß man es so sehr hart und eindeutig sagen mußte, ja, daß manche der Meinung waren, dieses Klare und Eindeutige sei zugleich auch die beste Therapie für den offenbar vorhandenen Krankheitsprozeß, das war das Allerschlimmste. Ich meine diese Ucberlegung gar nicht psychiatrisch, obwohl man auch dieses tun könnte. Ich meine es einfach vom ״Jammer des Menschen“ her gesehen. Es war ein rechter Jammer. Wer nicht das Augenmaß verloren hatte, wer nicht im Parteiprogramm rettungslos untergegangen war, mußte das spüren. Ach, diese Sprechstunden! Diese naiven Kinderfragen, rührend und erschütternd zugleich. Die ״Rückkehr zum Judentum“ war kein stolzer ״Marsch der Aufrechten“, sondern ein Zug von ״Lahmen und Blinden“, wie ihn der Prophet beschreibt, wenn er die Vision der Rückkehr hat: ״w’schawu lig’wtilani.“ So bekam man es bald satt, davon zu reden, daß man doch mit der Erkenntnis der Judenfrage ״recht behalten habe“. Ich habe auch darüber, als ich von einer Reise durch einige Provinzgemeinden zurückkam, in der ״J. R.“ geschrieben. Ich nannte das: das Elend des Rechthabens. Wahrhaftig, es war und ist ein rechter Jammer und eine große Verantwortung, recht behalten zu haben. Diese Verantwortung hatte die zionistische Bewegung in Deutschland zu tragen, und sie hatte die Pflicht, cs immer zu wissen. Es ist nämlich nur im Streite der Logik wichtig, recht zu behalten. Heißt recht behalten aber: die menschliche Katastrophe, heißt es: der ,Wanderstab und die Verstreuung, heißt es: der Zusammenbruch und die Not, dann muß man vom ״Elend des Rechthabens“ reden und davon, daß es tausendmal besser gewesen wäre, wir hätten nicht recht behalten. Der Zwiespalt, die Tragik und auch die moralische Würde des Zionismus stehen an dieser Stelle der Erkenntnis, und sie können eigentlich nur aufgeuommen und ertragen werden, wenn sie gestutzt werden durch das, was im An- Jang jeder jüdischen Arbeit, ja jedes geraden jüdischen Lebens zu stehen hat: durch die Liebe zu den Juden. Die Juden lieben zu lernen, gerade aus der kritischen Analyse, welche Zionismus heißt, scheint mir eine wichtige und sehr lernenswerte Voraussetzung für uns alle zu sein. Der vielfältige Selbsthaß, der im Witz und im Ernst unseres Lebens so oft an uns herankriecht, ist eine schlechte Haltung in unseren Zeiten. Diese Liebe des einzelnen Juden zu den einzelnen Juden und zum Judenvolk, diese leidenschaftliche Liebe kann uns retten. Nichts anderes. Alle Pläne, Memoranden, Reden und Hilfsaktionen sind ganz leere Dinge, die lediglich die Büros füllen können, wenn nicht in den jüdischen Mensehen dieses Gefühl der Liebe zu einander lebt. Es ist an der Zeit, solche Sätze auszusprechen und sich davor nicht zu scheuen. Vielleicht muß rnan sich von einer Arbeit verabschieden, um sie aussprechen zu können. Der Kreis derer, die diese Arbeit taten, wurde immer kleiner, und die Arbeit selbst schwieriger und auch enger. Aber nie hat es vermutlich bei uns eine Zeit gegeben, jn der so stark wie in den letzten Monaten gespürt wurde, daß diese Arbeit an den Juden in Deutschland eine Aufgäbe ist, die alle, die sie tun, zusammenbindet. Alle sind an den Mast dieses kleinen Nußschalenschiffchens gebunden, das so schicksalhaft in den Strom hineingeworfen ist. Es war ein großes Glück, daß dieses Gefühl der Gemeinsamkeit in der letzten Zeit neu erwacht ist, / Juden zwischen West und Ost Ungarische Reise-Eindrücke KL., Budapest, im Juli 1937 Wenn unser Blick über die Länder Europas schweift, um die Lage der verschiedenen Gruppen des jüdischen Volkes in ihren w’ohnländem zu beurteilen, bleibt er naturgemäß in erster Linie an Polen und Deutschland haften — den beiden Staaten, in denen die Judenfrage eine besondere Ausprägung und Bedeutung erlangt hat. Daneben gibt es ein Land, das kein geringes Interesse beanspruchen darf, was die Situation seiner Juden betrifft, weniger weil dort tief in das Schicksal jüdischer Massen eingreifende Ercignisse vor sich gegangen sind, als im Hinblick auf die Diskussion des Judenprobiems, die fortlaufend geführt wird, und auf die sich möglicherweise andeutenden Entwicklungen, die für die dortigen Juden von größter Bedeutung «erden können: Es ist Ungarn, heute sozusagen das Experimentierfeld für das Gebiet der ״objektiven“ judenfrage, wo alle Arten judenfeindlicher und judenfreundlicher Strömungen miteinander ringen, und wo eine Judenheit lebt, deren Reaktion auf diese ihr Lebensinferesse berührenden Tendenzen gleichfalls von größtem Interesse für uns ist. Ungarn erscheint uns gelegentlich beinahe wie ein ,,weißer Fleck“ auf der Karte des jüdischen Lebens. Manche Berichte, die auf Grund allzu oberflächlicher Eindrücke verfaßt wurden, haben hierzu beigetragen. In der Tat spürt man den Einfluß des ungarischen Judentums in den großen intcrterritorialen jüdischen Organisationen nur wenig, nicht zuletzt auch in der Zionistischen Organisation. Zum Teil beruht diese Tatsache auf objektiven Schwierigkeiten, die zeitweise bestanden, zum Teil aber auch auf einer bewußten Isolierungstendenz gewisser jüdischer Kreise in Ungarn. Daraus jedoch zu schließen, daß es in Ungarn selbst nichts an jüdischem Leben in kultureller oder sozialer Beziehung gebe, ist verfehlt; auch Ungarn beherbergt eine Judenheit, deren Sorgen und Freuden, deren Gefühle und Gedanken nicht so sehr verschieden von denen anderer jüdischer Gemcirischaften sind. Ein Besuch U n g a r n s, der nur kurze Zeit dauert, und wenige Tage Aufenthalt in Budapest können natürlich nur ein sehr schematisches Bild von den Kräften vermitteln, die hier im jüdischer! Leben wirksam sind oder es von außen beein- Bussen. Es besteht stets die Gefahr, daß man Einzeleindrücke verallgemeinert und dadurch zu Fehlurteilen gelangt. Mit dieser Einschränkung sind daher diese Berichte aufzunehmen, sowohl vom Leser in Deutschland und überhaupt außerhalb Ungarns — wie besonders von unseren ungarischen Freunden, die gewiß nicht in jeder Einzelheit dem hier Gesagter! voll zustimmen werden. Wer nach Ungarn reist, um dieses Land zum ersten Male kennenzulernen, und Länder des Westens wie des Orients gesehen hat, empfindet wohl als den beherrschendsten Eindruck die eigenartige Mischung westlicher Kultur und östlichen Gefühlslebens, die in den Menschen dieses Landes zum Ausdruck kommt — wohlgemerkt in den Menschen Ungarns, Magyaren nicht weniger als Juden. Die Geschichte hat Ungarn ja zum Kreuzungspunkt zweier Welten gemacht, von Ost und west, von abendländischchristlicher . Zivilisation und, morgenländischem Geist, der in der Gestalt der türkischen Herrschaft bis vor zirka 250 Jahren das Land beherrschte oder zumindest bedrohte. Bis heute wird diese Auseinandersetzung, für die die Befreiung Ungarns von der Türkenherrschaft der symbolische und zugleich tat* sächliche Ausdruck ist, als das’ zentrale Ereignis der unga* rischen Geschichte empfunden; es kommt in den historischen Denkmälern von Budapest zu besonderem Ausdruk. Das ungarische Judentum hat den eigenartigen Rhythmus des Lebens in diesem Lande voll und ganz angenommen. Es ist vielleicht durch seine Herkunft teils aus Galizien, teils aus der Slowakei und Mähren hierzu prädestiniert, da in ihm selbst eine Mischung verschiedener Kulturelemente vorhanden ist. Budapest — die ״Pforte des Orients“, wie rnan es in übertriebener Weise gelegentlich genannt hat — ist eine durchaus westliche Stadt, was Landschaft, Bauweise, Technik und vieles andere mehr anbelangt. Und dennoch bewegt sich das Leben der l'׳t Millionen, die hier wohnen, bei weitem nicht in dem hastigen Tempo, das wir aus unseren Oroß- Städten gewohnt sind; ein leichter Abglanz von orientalischer Ruhe schwebt über dieser Metropole, die ihren Reiz für den Fremden nur noch mehr erhöht. Vielleicht trägt dazu bei, daß es die Hauptstadt eines Bauernlande* ist, so daß da* bedächtigere bäuerliche Element im Charakter auch des Städters hindurchscheint. Welche Liebenswürdigkeit aber bestimmt die äußeren Konturen dieses Charakters! Die Jahrhunderte der Habsburger Herrschaft in dem großen, gemeinsamen Donaureiche, das nicht nur ein Staat, sondern noch viel mehr ein System der gesellschaftlichen Kultur war, haben ihre Spuren tief im Herzen und Gebaren der Mensehen eingegraben — auch sie ein Produkt westöstlicher Mischung, römischen Christentums, orientalischer Herzlichkeit, beschienen von einer freundlichen, nicht allzu sengenden Sonne des Südens. So finden wir in diesem ungarischen Judentum unserer Zeit — nicht weniger als bei den Ungarn selbst — eine große Scheu vor dem Dogma, vor der Festlegung auf Prinzipien. Man ist gewiß bereit, für eine Meinung eirrzustehen und für sie zu kämpfen — aber morgen oder übermorgen erscheint das, wofür man stritt, nicht immer so wichtig, wenn andere Eindrücke das Bild der Dinge verschoben haben. Mail nenne das nicht wankelmütig oder ar charakterlos! Hier glaubt man eben nicht daran, daß rinzipien und das starre Festhalten an ihnen das Glück der Menschen fördern. Viel eher neigt man zur Improvisation, mit der man die Dinge zu meistern hofft — nicht umsonst hat das ungarische Judentum so viele hervorragende Schau- Spieler gestellt —, ja man ist sogar geneigt, dies und jenes auf die leichte Schulter zu nehmen, was vielleicht anderswo wie eine Last auf der Seele liegen würde. Unzeitgemäß? — Es scheint verfehlt, Psychologie bewertend zu betreiben. Man lebt hierzulande so, und kein Schema, das von außen enommen ist, wird die Menschen ändern, die in ihrer rt einen Eigertwert darstellen und uns in einer Welt, die allzu sehr ia Formeln erstarrt ist, um so liebenswürdiger erscheinen. Dennoch ist die Tendenz dieser Judenheit in ihrer bewußten Richtung ebenso westlich wie die des ganzen Landes. Man fühlt sich mit der judenheit cjes Westens viel starker verknüpft als etwa mit der des benachbarten Galizien, wo die Wiege zahlreicher Familien stand, die hier in Ungarn leben. Diese Tendern wird durch die objektiven Faktoren kultureller Art wie durch die sozial-wirtschaftliche Struktur der ungarischen Judenheit atifs stärkste gefördert; diese ist von durchaus westlicher Art und mit dem Bilde, das östliche judensiedlungen bieten, in keiner Weise zu vergleichen. (Fortsetzung folgt) Die Gefahr, sich auseinanderzureden, war sehr groß und cs gibt keine stärkeren Scheuklappen als die, die aus Aktendeckeln verfertigt sind. In der Tat, es fehlten oft die rechten Maßstäbe, und manchmal spürte man etwas von dem dämonischen Eigenleben der Bürokratie, die ein sehr selbstgenügsames Wesen ist. Das alles ist besser geworden. Mit raschem, gutem Griff wurden in der letzten Stunde die Zügel ergriffen. Der Instinkt für das Saubere und Anständige scheint wieder erwacht zu sein, und das Gefühl dafür, das ״Ghetto“, das ja zu allen Zeiten gar seltsame Blüten getrieben hat, dürfte uns nicht überwuchern und besiegen, ist allenthalben da. Wenn man aus dem Kreise derer geht, die sich für diese Arbeit, ja für das Leben der Juden in Deutschland verantwortlich fühlen, muß man ihnen sagen, daß man ihnen wünscht, sie möchten — mitten in der Enge dieses jüdischen Lebens — Herren, gute und stolze Herren dieser Enge bleiben und nicht ihre Sklaven werden. Die Arbeit nämlich, die es zu leisten gibt, ist groß und wichtig. Daß ich sie verlassen habe, geschah nicht deshalb, weil sie mir zu klein war. Ich schreibe das Wort ״verlassen“ und spüre, daß alle Ströme des eigenen Lebens und der eigenen Arbeit mich mit den Juden in Deutschland verbinden. Offenbar kann man so etwas gar nicht wirklich verlassen. Vermutlich wird keine Woche vergehen, ohne daß die Frage und die Antwort zu dieser Arbeit gehen. So wenig ich daran glaube, daß das Eigene in der verlassenen Arbeit bleibt, so sehr glaube ich daran, daß man selber diese Dinge mit sich trägt. Man kann nicht in den letzten Jahren dort gestanden haben, ohne daß man selbst durch tausend Erfahrungen und durch mehr Erlebnisse von alledem geformt und erzogen worden wäre. Vielleicht wird das ganze Leben von diesen vergangenen Jahren seine entscheidende Richtung bekommen haben. Was jetzt kommt, ist etwas anderes, ein sehr schwieriger und problemreicher Weg in ein neues Judentum, in ein neues Land und eine neue Sprache. Aber es ist dennoch die ״zweite Etappe“. Ich wünsche den Freunden in Deutschland, daß sie auch in den schwersten Stunden spüren sollen, daß sie auf einem guten, geachteten Platze stehen, und daß jeder, der einmal mit ihnen dort gestanden hat, gezeichnet ist. Saudi Arabien und Palästina Der in Lausanne weilende Emir Saud, der Sohn König Ihn Sauds, erklärte in einem Gespräch mit dem TA.-Vertreter, die arabische Welt werde der Teiu n g Palästinas niemals zustimmen. Palästina, sagte der Emir, ist arabisch und muß es bleiben. Emir Saud betonte, daß sein Vater die Entwicklungen in Palästina mit großem Interesse verfolge. Die Saud-Arabische Delegation in Genf werde jedoch auf die Beratungen der Mandatskommission keinen Einfluß nehmen. Landesvorstand der ZVfD. Am Sonntag, dem 25. Juli, tagte im Roten Saal des Brüdervereinshauses der Landesvorstand der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Die Sitzung war ausgezeichnet besucht und vereinigte nahezu sämtliche Mitglieder des Lan« desvorstandes aus dem ganzen Reich. Eine große Reihe von Gästen, darunter die Leiter der Byirksgruppen der Berliner Zionistischen Vereinigung, nahmen an der Sitzung teil. Nach Eröffnung durch Dr. Friedenthal erstattete der Vorsitzende, Dr. Siegfried Moses, ein Referat zur Palästinapolitik. Der Landesvorstand ging mit der Gesamthaltung dieses Referates, das durch klare und umfassende Darstellung des Problems wie durch Mut zur Verantwortung ausgezeichnet war, durchaus konform. An der Aussprache beteiligten sich die Herren Arnold Wiener, Beuthen, Arjeh Lejbmann, Dr. Ernst Marcus, Dr. Michael Traub, Berlin, Dr. Ludwig Lehrfreund, Leipzig, Dr. Robert Weltsch, Dr. Josef Neuberger, Düsseldorf, Dr. David Schloßberg, Dr, Georg Josephthal, Rudi Baer, Dr, Josef Brig. Am Nachmittag sprach R.-A. Benno Cohn über die Arbeit der ZVfD. In einem Querschnitt durch die wichtigsten Arbeitsgebiete beleuchtete er die lebhafte und erfolgreiche Aktivität, die die ZVfD. sowohl innerhalb der allgemein-jüdischen Körperschaften (Reichsvertretung, Landesverbände und Gemeinden) zur Durchsetzung der zionistischen Forderungen, als auch für die zionistische Orientierung innerhalb der eigenen Organisation entfaltet hat und die im Ergebnis der Schekelaktion deutlich bestätigt wird. Das Referat würde mit großem Beifall aufgenommen. In der Debatte wurde u. a. die ent* schicdcne Forderung erhoben, daß die vom XXV. Delegiertentage der Z.V, f. I). beschlossenen Disziplinarbestimmungen auch für die zionistische Gemeindevertretung in Berlin wieder* hergestellt werden. (Den Hauptteil des Referats von Dr, Moses werden wir in der nächsten Nummer der ״J. R,“ veröffentlichen. — A. d. R.) Am Schluß der Sitzung nahm der Landesvorsfand das Rücktrittsgesuch des Vorsitzender! Dr. Siegfried Moses entgegen. Dr. Franz Meyer sprach Dr. Moses in herzlichen Worten den aufrichtigen Dank der zionistischen Bewegung in Deutschland für die hingebungsvolle Arbeit aus, die Dr, Moses in vorbildlicher Sachlichkeit für di« Gesamtinteressen des Zionismus und des Judentums in Deutschland während der letzten vier Jahre geleistet hat. Dr. Moses schlug vor, daß in vorläufiger Regelung bis zum nächsten Delegiertentage die Herren R.-A. Benno Cohn und Dr. Hans Frieden* 111 a I vom Landesvorsfand zu Oeschäffsfiihrcnden Vorsitzenden bestellt werden. Der Vorschlag fand einstimmige Annahme, Nach einem Schlußwort von Dr. Friedenthal wurde die Sitzung, die für die weitere Arbeit der ZVfD. sehr wertvoll war, rnit dem gemeinsamen Gesänge der Hatikwah geschlossen. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert. Weltsch, Beriin-Charl. 0 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Lociv enstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1936. Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10. D.A. 11/1937 30 318. — Druck: Siegfried Scholem, Berlin-Schönebeig.

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