Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-07-23 · Heft 58 (23.7.1937) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 58 (23.7.1937)
Date
1937-07-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653681--31021-2685606
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 58, 23. VII. 1937 Was Dr. Magnes Vorschlagt Zehnj ahresplan der Verständigung Wir haben bereits ir! Nr. 57 kurz mitgeteilt, daß Dr. Juda L. Magnes, der Präsident der Hebräischen Universität Jerusalem, in ״New York Times“ vom 18. Juli eine ausführliche Aeuilerung zum Peel-Bericht veröffentlicht hat, Dr Magnes hat dieses Memorandum auch an die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ gesandt. Dr. Magnes erklärt, der Peel-Bericht zeige erbarmungslos das Versagen aller drei Faktoren in Palästina, der Juden, Araber und Engländer. Denn sie haben nicht verstanden, zu einem Frieden zu gelangen. Am schwersten trifft mich, so schreibt Magnes, das Versagen meines eigenen Volkes. Die Juden haben nicht begriffen, daß alle ihnen von anderen zugesicherten ״Rechte“ weniger bedeuten als die Zustimmung der Menschen, die tatsächlich im Lande leben, also der Araber; die unsere Nachbarn bleiben werden, auch wenn einmal der britische Imperialismus nicht mehr bestehen sollte. Zudem haben die Juden eine hohe ethische Tradition, und es wäre ihre erste Aufgabe gewesen, sich um den Frieden in Palästina zu bemühen. Der Kommissions• bericht sollte ein für allemal mit aller Heuchelei aufräuinen, die das ganze Palästina-Unternehmen umgeben hat. Wir alle sollten beschämt sein, daß wir der historischen Aufgabe nicht würdig waren. Die Probe auf jeden Vorschlag, schreibt Dr. Magnes weiter, müsse sein, ob sie dazu beitragen könne, frei und offen verhandelte V e r e i n harn n g c 11 zwischen. Ju - den und Arabern herheizufiihren. Wenn die Kommission erkläre, daß unter dem gegenwärtigen System jede politische Vereinbarung zwischen Juden und Arabern unmöglieh ist und erst in Zukunft nach der Teilung des Landes möglich sein konnte, so antworte ich darauf: Auch ich! glaube, daß das jetzige Syst e m b e s e i t i <; t wer d e n m u ß. Es hat sielt als unwirksam erwiesen. Aber ist Teilung die praktischste Alternative? Ich glaube es nicht, wenn ich auch zugebe, daß die Kommission viel zugunsten der Teilung vorgebracht hat. ich glaube nicht, daß jetzt ein so drastischer Schritt mit all der leidenschaftlichen Unzufriedenheit, die er hervorrufen muß, getan werden *sollte, bevor nicht eine Politik, Bedingungen zu schaffen, die zu frei und offen verhandelten Vereinbarungen zwischen Juden und Arabern führen, ernsthaft und aufrichtig versucht worden ist. Man könnte mich fragen, ob es nicht gerade das ist, was versucht wurde und gescheitert ist. Keineswegs. Bisher gab es ein Regieren a u f k u r z e Sic h t. Es w urde einmal das eine, das andere Mal das andere Volk begün- Stigt oder bestraft. Eine bewußte, Tag für Tag geführte Politik mit dem großen grundsätzlichen Ziel ini Auge: frei und offen verhandelte Vereinbarungen zwischen Juden und Arabern herbeizufhhren, ist niemals auch nur formu* lieft, geschweige denn ausgearbeitet und durchgeset/t worden. Dr. Magnes wendet sich gegen die Behauptung des High Commissioner, daß alles geschehen sei, um Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden zu ermöglichen. Vielleicht habe der High Commissioner persönlich gelegentlich seinen guten Willen gezeigt, aber eine für Verhandlungen günstige Atmosphäre sei nicht geschaffen worden. Viele Beamte hätten sogar nach dem Grundsatz des ״divide et impera“ jede Annäherung zwischen Juden und Arabern verhindert. Die Kommission scheine zu behaupten, daß die Mandatarmacht durch die Formulierung des Mandats verhindert wurde, Schritte zu einer jüdisch-arabischen Einigung zu tan. Wenn dem so sei, dann sollte das Mandat geändert werden, je eher um so besser. Ein neues Mandat Das neue Mandat, schreibt Dr. Magnes, sollte zwei grundsätzliche Punkte enthalten: 1. sowohl Juden als auch Araber sind in Palästina auf Grund von Recht und nicht durch Duldung; 2. der Hauptgrund für die Anwesenheit des Mandatars in Palästina ist die Aufgäbe, Bedingungen zu schaffen, die für freie und offene Verhandlungen über V e r e i n b a r 11 1! gen z w i s c 11 e!1 J 11 - den und Arabern günstig sind; diese Vereinbarungen sollen fortschreitend in dem Grundgesetz des Landes verankert werden. Auf einen solchen Vorschlag könnte die Kommission antworten, daß diese Politik ohne Teilung keinen Erfolg haben könnte. Meine Antwort ist eine doppelte: erstens ist diese Politik niemals versucht worden, und solange sie nicht versucht wird, ist eine Voraussage über ihren Erfolg ebenso berechtigt, wie die des Mißerfolges. Zweitens, wenn ich von frei und offen verhandelten Vereinbarungen spreche, so meine ich darunter in erster Reihe solche, die für eine begrenzte Zeit geschlossen werden. Diese zeitliche Begrenzung ist von äußerster Wichtigkeit, Politische Vereinbarungen' sind ihrer Natur nach weder abstrakt noch ewig. Thukydides berichtet vor! einem höchst heiligen Vertrag, der für sechzig Jahre geschlossen wurde lind fiinl/ehn gedauert hat. Es gibt viele näherliegendc Beispiele. Die Kommission behauptet, Juden und Araber würden sich ״niemals“ einigen, wenn nicht vorher Teilung, Trennnng eintritt. ״Niemals“ ist für den Historiker eine lange Zeit. Die Kommission hat recht, wenn sie sagt, daß die große Mehrheit der Juden ״niemals“, das heißt heute, damit einverstanden sein wird, bestimmungsgemäß Minderheit zu werden. Die Situation ändert sich vollkommen, wenn eine solche Vereinbarung für eine begrenzte Zeit getroffen wird. Die Kommission sagt, daß die /Araber ״niemals“, das heißt heute, ein politisches Abkommen mit den Juden treffen werden, außer, wenn die Juden bereit sind, immer eine Minderheit zu bleiben. Aber wenn man von Vereinbarungen absieht, die mutmaßlich für immer — eine Abstraktion — cschlossen werden, und über Vereinbarungen für begrenzte eit verhandelt, dann besteht die Möglichkeit, vorwärts zu kommen. Ein 1936 entworfener Plan Sogar während des Aufstands ■des letzten Jahres war es einigen Arabern und eini gen Juden möglieh, die Umrisse eines Programms für die nächsten zehn ahre auszuarbeiten. Die Kommission ist von dem Vorandensein eines solchen Programms unterrichtet worden. Sie hat nicht verlangt, Näheres darüber zu erfahren. Ein solches Abkommen muß notwendigerweise viele Elemente enthalten, die für beide Völker von lebenswichtigem Interesse sind. Außer Einwanderung, Boden! Arbeitstragen würde es Punkte enthalten über gemeinsame landwirtschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung, Selbstverwaltungseinrichtungen( eine arabische F5deration, den Völkerbund. Mit Zustimmung der Araber könnten wir hunderttausende notleidender Juden in verschiedenen arabischen Ländern ansiedeln. Das ist einen , wahren Preis wert. Ohne Zustimmung der Araber bleiben sogar unsere 400OM Menschen in Palästina in Gefahr, trotz des augenblicklichen Schutzes durch britische Bajonette. Mit jüdischer Hilfe haben die arabischen Länder die Aussicht, sich zu ihrem früheren wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Glanz zu erheben. Ich glaube, daß es in Palästina und anderwärts arabische Staatsmänner von genügendem Format gibt, um zu wissen, daß dies einen wahren Preis wert ist. Ohne jüdische Hilfe wird die Zuktmftsmöglichkeif dieser arabischen Länder aller Wahrscheinlichkeit nach unerfüllt bleiben. Wenn es sogar wahrend eines Aufstandes einigen Juden und einigen Arabern, keineswegs den geringsten unter ihren Völkern, möglich war, zu einer gedanklichen Einigung zu kommen, so sollte dies um so mehr heute angesichts der Gegnerschaft, die die Teilung bei beiden Völkern hervorruft, möglich sein. Bei den Ver- Handlungen, die die Mandatarmacht mit dem Völkerbund, mit der Regierung der Vereinigten Staaten und v-or aliem mit den Juden und den Arabern Palästinas und den Arabern Trans Jordaniens (die einen der Hauptschlüssel zu dein Rätsel besitzen) aufnehmen muß, müßte es vielfach Gelegenheit geben, frei und offen verhandelte Vereinbarungen für begrenzte Zeiträume zwischen Juden und Arabern, zwischen den Juden der Welt und den Arabern der Weit, vorzuschlagen. Wenn eine erste Periode verhältnismäßigen Friedens, sagen •wir von fünf bis zehn Jahren, geschaffen werden kann, und ich glaube fest, daß dies möglich ist, dann würde die notwendige Atempause für die Vorbereitung der nächsten fünf bis zehn Jahre geschaffen sein, Entspricht es nicht der echten britischen politischen Tradition des ,.Eile mit Weile“, lieber sich mit den politischen Fragen von heute und morgen praktisch zu befassen, als mit denjenigen der nächsten Generation? Es könnte wohl sein, daß alle diese Bemühungen mit einem Mißerfolg enden, aber wie bei jeder Bemühung, einen Krieg zu beenden, ist es unsere Pflicht, den Versuch zu machen, sicherlich diesen Versuch zu machen, bevor die Teilung als Verzweiflungsmittel verwirklicht wird. Sollten unglücklicherweise, aus welchen Gründen der Staatsraison immer, solche Vorschläge, ohne nur gehört zu werden, verworfen werden, dann bin ich unschlüssig über den Kurs, der meiner Meinung nach am besten zu der Möglichkeit frei und offen verhandelter Vereinbarungen zwischen Juden und Arabern führen könnte. Mit oder ohne Teilung bleibt die Frage von Juden und Arabern die wichtigste aller palästinensischen Fragen, von denen einige von den Juden in dem Aufbauwerk so glänzend gemeistert worden sind. Ohne Lösung der arabisch-jüdischen Frage bleibt das ganze Aufbauwerk auf schwankenden Grundlagen. Vor- und Nachteile der Teilung Die Teilung hat viel Anziehendes und Vorteilhaftes, aber auch viele Nachteile. Für die Juden bedeutet sie einen Staat — eine wesentliche zionistische Losung. Ihre beiden Hauptvorteile scheinen mir zu sein: erstens, daß die Verantwortung für den Frieden dahin gelegt wird, wohin sie gehört, auf mich, auf dich und nicht auf einen Anfragen und Antworten Abgesehen von der Debatte, bei der es um die Enfscheidüng über die Regierungspolitik ging, wurden fast täglich auf Palästina bezügliche Fragen 1m Unterhaus gestellt. So fragte au Dienstag Abg. Fletcher, ob der Kolonienminister von der Prognose der Empfehlungen der Peel-Kommission wisse, die am 4. Juli von der ״New YorkTimes“ veröffentlicht worden ist, und ob er eine Untersuchung einleiten lasse, um festzustellen, ob es sich in diesem Falle um unautorisierte Mitteilung vertraulicher Informationeil handele. (Es ist dieselbe Information, die von der ״J. R.“ in der Nummer vom 6. Juli wiedergegeben wurde. — A. d. R.) Der Kolonienminister Ormsby-Gore erwiderte, daß die betreffende Veröffentlichung tatsächlich auf solche Umstände schließen lasse. Es sei nicht leicht für die Regierung, die Art und Weise, wie die amerikanische Presse zu diesen Informationen gekommen sei, nachzuprüfen. In der Unterhaussitzung vom 10. Juli lehnte Kolonienminister 0 rm s b y -Go r e"eine Auskunft über die Gründe, —MAGISTER KIRSCH- Der gute Lik Ar Magi*t»r.Llk&r1aE>rlk, MOnchen VII, tn Berlin zu bnzlth, durch dis Wilnßroßhandlung Bernhard Brauer, Burgstraße 3 / Ruf: 5143 40 weshalb die Kampagne des Mufti gegen die britische Regierung geduldet wird, ab. Er erklärte auf eine Frage des Abgeordneten Wedgwood, daß er noch nicht im Besitze amtlicher Mitteilungen über das Vorgefallene sei. Auch eine offizielle Bestätigung der Meldungen über die Haussuchung im Büro des Obersten Arabischen Komitees wurde von dem Kolonienminister nicht gegeben. Dagegen kündigte der Kolonienminister auf eine weitere Frage des Abgeordneten an, daß Aenderungen in der Palästina •Verwaltung vorgenonimen werden würden, und die Verwaltungsfrage sorgsam im Auge behalten werden solle. Der Nordteil des Landes sei bereits neu eingeteilt worden und neues britisches Beamtenpersonal werde angefordert. Abg. Oberst Nathan fragte, ob und welche Schritte unternommen worden seien, um die Araber berw. die Juden zu einer formellen Meinungsäußerung über die Empfehlungen der Royal Commission und die Regicrtingserklärung aufzufordern, und wenn ja, mit welchem Ergebnis, der Kolonien minister antwortete, daß solche Schritte nicht unternommen worden seien. Abg, Nathan fragte, ob der britische Genera Ist ab befragt worden sei über die Verteidigungsmöglichkeiten der in Aussicht genommenen Grenzen zwischen dem arabischen und dem jüdischen Staat in Palästina und, wenn ja, welcher Rat darauf erteilt worden sei und ob er der Ständigen Mandatskommission mitgeteilt würde, wenn sie über die Regierungserklärung berät. Mr. Ormsbv-Gore erwiderte, daß der Generalstab nicht zur Beratung herangezogen worden sei. In der Unterhaussitzung vom Dienstag fragte Abg. Mander, ob die Kgl. Kommission die Regierung zu Rate ezogen habe, bevor sie einen Bericht vorlegte, der über ie ihr gestellten Aufgaben hinausgeht. Nachdem der Ministerpräsident dies verneint und erklärt dritten Partner, und zweitens, daß die Regierung des Trans- Jordanien umfassenden erweiterten Araberstaates im eigenen Interesse willens werden könnte, mit der jüdischen Regierung über eine Vereinbarung nach der anderen, Schritt für Schritt, zu verhandeln. Die beiden Hauptnachteile sind meiner Meinung nach: erstens, die furchtbare Iiredenta aut beiden Seiten der neuen Grenzen, ein neuer Balkan mit seinen wilden Komitadschis, denen gegenüber die Regierung das Auge zudrückt, und zweitens, der winzige Umfang des engen Judenstaates ohne den Süden, den Negew. Werden wir in einer solchen Atmosphäre geistig freier atmen können als heute und werden wir in einem Gebiet leben können, das wie ein Miniaturstaat aussieht?. InternatlouallsieruQg Jerusalems Zum Schluß befaßt sich Dr. Magnes mit der Stellung Jerusalems. Jerusalem ist nicht nur jüdisch, es ist auch christlich, es ist an*ch mohammedanisch. Jerusalem ist ein interkonfessionelles Heiligtum, eine internationale Stadt und soll es bleiben, ob es einen Judenstaat gibt oder nicht. Ihre Rolle ist es, das Zentrum der religiösen International c der Welt, mindestens der Welt des Westens, zu sein. Es sollte internationalisiert, neutralisiert werden. Seine Verfassung sollte allen bona fide-Einwohnern, ohne Unterschied der Staatszugehörigkeit, das Gemeindebürgerrecht gewähren lind sie sollte bestimmen, daß Ankauf Juwelen - Uhren verkauf SOMMERFELD, Berlin WÖ, Leipziger Straße 113 das Oberhaupt der Gemeindeverwaltung der Reihe nach ein Jude, ein Christ oder ein Mohammedaner sein soll. Solche Bemerkungen scheinen in diesem Stadium nicht überflüssig zu sein; obwohl es in der Heiligen Stadt eine jüdische Mehrheit gibt, hat man es bisher zugelassen, daß die Ge* mcindeverwaltung vorwiegend arabisch ist. Wenn ich die Bestimmungen der Vorschläge der Kommission recht verstehe, soll sie in Zukunft vorwiegend christlich und bri* tisch sein. ״Mein Haus soll ein Haus des Gebetes_ für alle Völker genannt werden“, und die Regierung dieser Heiligen Stadt sollte in gleicher Weise in der Hand von Juden, Christen und Mohammedanern, von Juden, Arabern und Europäern, liegen. Meinen jüdischen Brüdern möchte ich sagen, daß eine solche Zukunft für Jerusalem, wenn sie gut geplant und großzügig durchgelülirt wird, für die ganze Welt von Bedeutung ist und der Judenheit mehr zur Ehre und znm Ruhm gereichen würde, als wenn Jerusalem nur die Haupt« Stadt des Judenstaates wäre. Eine dreifache Aufgabe steht dem jüdischen Volk bei seiner Rückkehr nach Zion bevor: 1. Ein lebendiges schöpferisches Zentrum für daa jüdische Volk und für das Judentum zu bilden; 2. mitzuhelfen, daß die schlummernden seelischen und eistigen Kräfte der ganzen semitischen Welt zur cife^gelangen; 3. mitzuhelfcn, daß Jerusalem das wahre Heilig• tum der drei großen Religionen werde. Das sind Aufgaben, würdig des Volkes der Bibel. Sie liegen im Bereich praktischer Möglichkeit unter einer Voraussetzimg: Verständigung zwischen Juden, Arabern und Engländern. hatte, er könne sich die Ansicht, daß die Kgl. Kommission ihre Aufgaben überschritten habe, nicht zu eigen mache n, fragte der Abgeordnete weiter, ob es einen Präzedenzfall dafür gebe, daß eine Kgl. Kommission einen Bericht vorlegt, ohne Vernehmungen über einen Gegenstand clnrchzufülirm, der außerhalb ihres Aufgabenkreises liegt. Ministerpräsident Chamberlain forderte den Interpellant ten auf, diese Zusatzfrage schriftlich anzumeldcn, Ormsby-Gore, Hall and Martin gehen nach Genf Auf eine Frage des Abg. Nathan gab der Kolonien- Minister bekannt, «aß er selbst, der frühere Chefsekretär der Palästina-Regierung, John H. Hall, und der Sekretär der Kgl. Kommission, J. Martin, die britische Regierung vor der Mandatskommission vertreten werden. Die Forderung des Abgeordneten, der Mandatskommission nahezulegen, die Prüfung des Berichtes zu verschieben, bis das vollständige Protokoll der Aussagen vorlicgen wird, wurde vom Minister Ormsby-Gore abgelehnt. Auf eine weitere Frage des Abg. Dalton antwortete Ormsby-Gore, die Regierung sei bestrebt, der Mandatskommission das nötige Material möglichst bald zu unterbreiten, damit sie dem Völkerbundsrat berichten kann. Auf diese Weise werde der Völkerbundsrat im September die britische Regierung ermächtigen können, die G r e n z r e g u li e r u n g s kommission einzusetzen und weitere vorberei• tende Schritte zu tun. Um eine Round-Table-Konferenz In der ägyptischen Tageszeitung ״El Ahr am״ (Kairo) veröffentlichte der Dozent für semitische Sprachen an dem ägyptischen Lehrerseminar, Dr. Israel Wolfensohn, eine Anregung, daß eine ״weltliche mohammedanisch• jüdische Konferenz“ einberufen werden solle, zu der Vertreter der mohammedanischen Staaten, Vertreter der Juden und der Länder einzuladen wären, in denen Juden in größerer Zahl leben, wie Polen, Amerika und England. Als Ort der Konferenz sei die Hauptstadt eines mohammedani■ sehen Landes zu wählen, Bagdad, Damaskus oder Kairo. Ziel der Beratung solle es sein, nach der Ablehnung des Teilungsprojektes durch beide Parteien eine neue Ant• wort auf das Palästina-Problem zu finden. Diesem Plan trat in demselben Blatte der Vertrauensmann des Mufti in Aegypten, Mohammed Ali Attar, entgegen. Er ver• trat den Standpunkt, daß es ohne die ״englische militaristische Politik“ in Palästina nie zu der gegenwärtigen Situation ge• kommen wäre. Es gäbe keine arabisch-jüdische Frage, sondern nur eine arabisch-englische Frage, in der die Juden keine Rolle spielten. Es sei darum lächerlich, von einer Round-Table-Konferenz Ergebnisse zu erhoffen. In hohem Alfer Ist in Ar ta der Oberrabbiner der dortigen Jüdischen Gemeinde, Samuel Daniel, gestorben. An der Bei- Setzung nahmen u, a. der griechich-orthodoxe Bischof, der Bürgermeister der Stadt, der Polizeidirektor und Vertreter aller Zivil- und Militärbehörden teil. Der Sarg wurde von einem Ehrenbataillon der griechischen Armee begleitet, der städtische Chor sang Trauerchoräle. Der Oberrabbiner hat für eine Reihe jüdischer Fonds, darunter für den Keren Hajessod, größere Beträge hinterlassen und seine wertvolle Bibliothek der jüdischen Schule von Arta vermacht. — LERNEN SIE AUTOFAHREN! Anruf: 245106 (nach GeschtiftsschluA 250792)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.