Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 58 (23.7.1937)
- Date
- 1937-07-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2653625-2653681--31022-2685607- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 58, 23. VII. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 Neu-Aufteilung* Arabiens? Von Heinrich Margulies (Tel Aviv) Vorbemerkung: In dem nachfolgenden Artikel ergänzt unser Mitarbeiter seine vor einiger Zeit hier veröffentlichten Darlegungen, die er seihst als ein ״Spiel politischer Phantasie“ gekennzeichnet hat und die in weiten Kreisen Beachtung fanden. Wir gehen seinen Gedanken Raum, obwohl wir es dahingestellt sein lassen müssen, ob alle von i/trn kombinierten Tatsachen zutreffen und ob insbesondere auch der Vorderasiatische Vierm&chlc-Pakt wirklich die von ihm nach der ״Palestine Post" zitierten Bestimmungen enthält. Die Nachrichten sind dementiert war• den, ebenso wie der iranische Minister in London erklärt hat, der Ausgleich zwischen Iran und Irak im Mündungs״ gebiet des Schalt el Arab sei bereits vor dem Besuch des türkischen Außenministers zwischen den beiden Staaten selbständig erfolgt. Die Position des Irak richtig einzuschlitzen, ist um so wichtiger in einem Moment, in dem die Araber des Irak sich anscheinend besonders energisch zu Vorkämpfern der Sache der palästinensischen Araber ge־ macht haben. Es ist schwer, von hier aus zu entscheiden, ob das Telegramm des Königs Ghazi und die Erklärung des Ministerpräsidenten des Irak mit ihrer deutlichen Spitze gegen den Emir Abdullah (den Onkel des Königs Ghazi von Irak!) der wirklichen Meinung der Irak-Regierung entsprechen oder aber eine Konzession an die notionalisti• schm Kreise darslellen, während die Regierung selbst, die erst jetzt in der Londoner dtp eine Anleihe aufgenommen hat und deren Land von der ״Times" als eilt ״England verbändet er Staat" bezeichnet wird, keine wirkliche Linmeiigung beabsichtigt. Daß der Ministerpräsident des Irak dahingehende Versickerungen abgegeben hat, wurde soeben von Ormsbp-Gore in seiner Unlerhausrede eröffnet. (Red.) Im vorangegangenen Artikel (siehe No. 52 der ״Jüdischen Rundschau“) brachte der Verfasser seine Zweifel am. Zustandekommen des Vienniichte-Paktes: Türkei—Irak—Persien— Afghanistan zum Ausdruck. Inzwischen scheint der Vertrag doch zum Abschluß zu kommen (er ist gemäß Berichten der ״Times" bereits in Teheran unterzeichnet worden. — A.d. R.), aber die Bedingungen, die dem Irak dabei gestellt werden, beweisen (wenn die Zeitungsnachrichten glaubhaft sind) erst recht und in vollem Umfange die Richtigkeit der im vorerwähn־ teti Artikel geäußerten Vermutungen. Die ״Palestinc Post“ vom 1. Juli 1937 brachte aus Bagdad die Nachricht, daß anläßlich des Besuches des türkischen Außenministers folgende Bedingungen stipuliert wurden: a) Oebietsabtretungen an Iran, b) im Falle eines bewaffneten Konfliktes ist die Irak-Regierung einverstanden, das Oelgebiet von Mossul für militärische Bedürfnisse der Türkei zur Verfügung zu stellen, c) Irak vcrpfiiciitet sich, von jeder Art Intervention abzusehen, falls die Türkei eine Politik der territorialen Ausdehming gegenüber Ländern, die in dem Ostpakt nicht eingeschlossen sind, verfolgen sollte. Diese Bedingungen, die die Türkei und Persien dem Irak aufoktrovieren, sind Bedingungen, wie sie ein Sieger einem Besiegten auferlegt. Und dabei hat hier ein Krieg noch gariiicht stattgefunden, der Irak hat die Bedingungen abzeptieren müssen,’ um einem Krieg vorzubeugen. Die Bedingung zu b) öffnet der Türkei den Weg nach Mossul, den sie sich zu erzwingen bereits gedroht hatte. Die Bedingung zu c) bedeutet, daß, wenn die Türkei sicli morgen Aleppo holt, der Irak genau so still bleiben muß, wie er es bei Alexanarette bleiben mußte. Die Irak-Regierung hat sich mit diesen schweren Bedingungen den Frieden für das Land erkaufen wollen, aber auch die Sicherstellung ihrer eigenen Herrschaft, denn ein weitercr Passus sagt: ״Türkische Unterstützung für die gegenwärtige Regierung in Irak gegen ihre Gegner, wenn nötig auch durch Waffengewalt“, d. h. mit anderen Worten, wenn morgen eine pan-arabische Opposition gegen die Irak-Regierung, die die pan-arabische Politik in so unzweideutiger Weise preisgibt, eine Revolution machen will, so haben die Türken nicht nur ein Recht, sondern die Pflicht, einzumarschieren und zunächst einmal Mossul zu besetzen! Allmählich kommt den Arabern die Gefahr rum Bewußtsein, die ihnen von Norden her droht. Die Reise des Mufti nach Damaskus und sein Eintreten für die neuerdings von Aegypten her propagierten Pläne zeigen, daß er nach einen! Ausweg sucht: Wenn die arabischen Länder zu schwach sind, um sich allein zu behaupten, so sollen sie unter ägyptischen Schutz gestellt werden. Es kann keinem Zweifel mehr unterliegen, daß Aegvpten angefangen hat, Expansionspläne nach der arabischen Seite hin zu studieren. Genau so wie die türkische Expausion sich mit Duldung Englands vollzieht, vermutlich als Aequivalent für das Bündnis mit England, genau so scheint England auch eine Expansion Aegyptens nach dem anderen Ufer des Roten Meeres dulden zu wollen. Dieses Ufer mit Mekka in den Händen eines befreundeten und verbündeten Aegyptens ist England jedenfalls wertvoller als in den Händen eines arabischen Wüstenherrschers, der von einer von einer anderen Großmacht kommenden Attacke leicht iiberrannt werden würde*). * Ob England auch an den weitergehenden Expansionsplanen, d. h. an der Bildung einer großarabischen Föderation unter ägyptischem Protektorat ein Interesse hat, ist noch unklar. Der Irak scheint nach den eingangs geschilderten letzten Vorgängen für so eine Kombination auszuscheiden, er ist schon fast als ein tiirki scher Vasallenstaat zu betrachten; Syrien wird erst noch weiter den Appetit der Türken befriedigen müssen, bevor es andere Bindungen wird eingehen dürfen. Außerdem ist nicht anztmehmen, daß Frankreich, nachdem es seit 1918 erfolgreich gegen die Auslieferung Syriens an die britische Einflullzone gekämpft hat, diesen Kampf gerade im Augenblick liquidieren wird, wo es Tripoli für wichtig genug hält, um dort einen großen Kriegshafen zu bauen. Die Gefahr für die pan-arabische Idee ist also gewaltig und wird von Tag zu Tag größer. Jetzt erst offenbart sich in vollem Ausmaße, wie schlecht die Araber beraten waren, als sie alle ihre Kräfte zur Abwehr des Zionismus konzentrierten und es in diesem Kampf in den Kauf nahmen, daß sie ALLIGATOR Has sind g.u t e t e d r yv ci r e A'Ll* •.-MG*► UNSERE VERKAUFSGESCHAFTE: Berlin, Tauentrienstraßf» 16 Hamburg, Jungfernstieg 43 Ko I n a. Rh., Hohe Straße 115 Essen, Limheckerstraße 10 Wunpertal-Elberf Essen, Am Hauptbnhnhof 10 Bochum, KortumstrnCc 67 Frankfurt-M., Roßmarkt 15 Zentrale! Offenbach n. Bi. eld, Herzogstrnße 36 nicht nur die seinerzeit angebotene jüdische Kooperation verloren, sondern auch Feindschaft erwarben hei manchen Völkern des Völkerbundes und schließlich aucli die Hilfe und Unter- Stützung aufs Spiel setzten, die sie von England jahrelang bekamen. Palästina ist nur ein kleiner Ausschnitt Arabiens. Ueber der Sorge um diesen kleinen Ausschnitt ignorierten sie die viel größeren Gefahrenherde, die von anderen Seiten auftauchten. Heute ist Arabien von Feinden umgeben und ohne Bundesgenossen und ohne Freunde im Völkerbund. Gäbe es kluge, besonnene und weitsichtige Politiker unter den Arabern, so würden sie verstehen, was für einen Wert gerade die jüdische Freundschaft und Bundesgenossenschaft ihnen bieten könnte n. Eine Verständigung mit den Juden bedeutet die Ausräumung des Konfliktstoffes mit den Engländern, bedeutet eine Atmo- Sphäre von Wohlwollen im Völkerbund, bedeutet einen nicht zu unterschätzenden Zuwachs an wirtschaftlichen und kulturellen Ressourcen, bedeutet die Gewinnung von Kreisen, die einflußreich an der Vermittlung bei Konflikten mit anderen Grenznachbam mitwirken können. Was wäre, wenn die Araber unter Druck und Terror den Zionismus liquidieren ־würden? Sie würden vielleicht ein verarmtes Palästina gewinnen — aber sie würden gleichzeitig Arabien verlieren. Unser ganzes Unglück — und noch mehr das Unglück der Araber — ist, daß sie eben keine besonnenen Führer besitzen und daß sie der Irreführung eines Mufti hoffnungslos ausgelicfert sind. Vielleicht werden sie jetzt unter dem Druck der Ereignisse doch noch erwachen, doch noch andere Führer präsentieren? Die Voraussetzungen für Verständigungsverhandlungen zwischen Juden und Arabern sind gerade heute besser als je — nicht an Voraussetzungen fehlt es, sondern an Kontrahenten. *) In der großen außenpolitischen Debatte iin englischen Unterhaus arn 19. Juli erklärte Außenminister Eden: ״Es war immer und ist auch heute noch ein höheres brili-'chcs Interesse, daß ki-ine Großmacht sieh an der Oslküste des Bolen Meeres festsetzen soll.“ — A. d. R. Auserwählung Denn ein heilig Volk bist du dem Ewigen, deinem Gott, dich hat der Ewige, dein Gott, erwählt, ihm ein Eigenvolk zu sein au» allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. Nicht weil ihr zahlreicher seid all alle Völker, hat der Ewige euer begehrt und cud) erwählt, denn Ihr seid die Wenigsten unter den Völkern; sondern ob der Liebe de! Ewigen zu eudi und weil er den Eid hält, den er euren Vätern ge• schworen, hat der Ewige euch mit starker Hand herausgeföhrt und dich erlöst aus dem Sklavenhaus, aus der Hand Par'os, des Königs von Mizraim, Aus dem Worhenabschnitt für Sdiabbat, den 24. Jult S. B. bl., Kap. 2, Vers 6-S. Uebers. v. Harry Torczyner Um Madagaskar Der französische Kolonicnministcr M outet hat in einem der Zeitung ״L’Utiion Marocaine“ gewährten Interview aber• mals betont, daß es sich bei den Plänen jüdischer Ansiedlung in französischen Kolonien schon deshalb nicht um eine Massenkolonisation handeln kann, wei! Weiße sich dem tropischen Klima schwer anpassen können. Durch Einwanderung in_ die zentralafrikanischen KTonien Frankreichs könne daher keine Lösung für die Weltjudenfrage gefunden werden. Im übrigen seien Verhandlungen!:her die Mitwirkung jüdischer Organisationen bei einer künftigen Ansiedlung mit der jüdisehen Gesellschaft für Auswanderung und Kolonisation, dem. Komitee für die Verteidigung der Rechte der Juden Mittel- und Osteuropas, dem Hilfskomitee für Auswanderer aus Deutschland und der Jewisli Colonisation Association (JCA) im Gange. Der von dein Kolonienministerium gemachte Vor• schlag, daß von diesen Organisationen ein gemeinsames Or» ganisationskomitee eingesetzt werde, hat sich als undurchführbar erwiesen. Tnvt/dem habe das Ministerium in letzter Zeit mit diesen Organisationen Verhandlungen über die Schaffung jüdischer Kolonisationszcnlren in Ncu-Kaledonien und Madagaskar geführt. Voraussetzung hierfür wäre, daß die großen jüdischen Wohlfahrtsverhämle Nordamerikas die Finanzierung des Planes sichern. Die Ansicdlungspläne werden jetzt von dem Kolunienministeriui» geprüft. (Die .,Jüdische Rundschau“ hat mehrere Berichte aus Madagaskar, wo jetzt־ die polnische Umcrsuchuugskommission arbeitet, veröffentlicht. — A. d. R.) Einwanderung nach Brasilien vorläufig gesperrt Warnung vor Einwanderungsschwindel Der Hilfsverciti der Juden in Deutschland gibt folgendes bekannt: ״Nach Auskunft der zuständigen Konsulate in Deutschland werden zur Zeit Ei nw an der u n g s v i s a für Brasilien vorläufig nicht mehr erteilt. Es handelt sich hierbei voraussichtlich nur um eine provisorische Maßnahme, die auf Grund einer Kabelanweisung des zuständigen Ministeriums i!1 Rio de Janeiro getroffen worden ist. Von dieser augenblicklichen Einwanderungssperre abgesehen, besteht aber Anlaß, er• neut vor der Inanspruchnahme all jener Büros und Firmen zu warnen, die ihre Dienste zur Beschaffung von Ein• Wanderungsmöglichkeiten nach Brasilien in Zeitungsiuserattnf anbieten. Die von diesen Büros angewandten Praktiken stellen häufig Verletzungen oder Umgehungen der brasüia-!tischen Gesetze dar und bringen für die Einwanderer selbst das größte Risiko mit sich. Bezüglich des kürzlich irn ״israelitischen Familienblatt“ erschienenen Artikels über ״Siedlung in Brasilien“ ist festzustellen, daß der Hilfsverein Keinerlei Unterlagen für die Beurteilung des dort angeden• teten Projektes erhalten hat und daher jede Vera nt• wortung aut das entschiedenste ablehnt.“ Einwanderung nach Chile. Der Hilfsverein gibt folgendest bekannt: Es besteht zur Zeit für eine begrenzte Anzahl vom Familien eine E i!1 vanderungs m ö g 1 i c ii k c i t nach Chile, doch ist diese an folgende Bedingungen geknüpft: Es muß sich um kinderreiche Familien handeln, derer! Familienvater nicht mehr als 40 Jahre alt ist und einen manuellen Beruf aus übt; ferner darf cs sieh nicht um Staatenlose handeln. Außerdem muß die Familie in der Lage sein, auf Grund des Runderlasses 153 36 (der den Kleinkapitalisfen einen 50 ״aigen Transfer von höchstens 8000 Mark gestaltet.) einen Betrag transferieren zu könen. Zuschriften sind zu richten an den Hilfsverein der Juden in Deutsch« land, Berlin W35, Ludendorffstr. 20. V erhandlung: spläne Der ׳Jerusalemer Sonderkorrespondent der v Times“ schreibt in der Nummer vom 21. Juli, daß man in gewissen jüdischen und arabischen Kreisen das Augenmerk der Mögllchkeit eines Uebereinkommens zuwende, das die einschneidende Lösung der Kommission überflüssig machen Würde. Beide Parteien seien bereit, zuzugeben, daß die Bemiihungen aufeinander folgender Oberkommissare zur Erreichung der Zusammenarbeit von Juden und Arabern noch keineswegs erschöpft seien, und daß die Kommission seinerzeit in Palästina zu stark von der erbitterten Atmosphäre beeindruckt war, die der lange Kampf geschaffen hatte und die keine gemäßigten Ansichten zuließ. Der Berichterstatter erwähnt eine Broschüre, die ein Jude, Asher Saphir, kürzlich veröffentlicht habe und die die Aussage enthält, die er vor der Kommission über die geheimen arabisch-jüdischen Verhandlungen im Jahre 1922 gemacht hat. (Ueber diese Verhandlungen Saphirs, der damals der ״Doar- Haj«m“־Gruppe angehörte, hat die ״J.R.“ seinerzeit berichtet. — A.d.R.) Die Verhandlungen seien damals von Dr. Weizmann unterstützt worden, auf arabischer Seite aber waren nur Syrer beteiligt. Saphir schlage einen neuen Versuch zu Ver- Handlungen zwischen Arabern und Juden vor durch Zwischen- Schaltung irgendeiner unabhängigen internationalen Körper- Schaft unter dem Schutz des Völkerbundes. Wichtiger noch sei der Vorschlag von Dr. Magnes, den die ״Palestine Post“ (und heute auch die ״J. R.“ — A. d. R.) veröffentlicht. Solche Ansichten finden auch unter den Arabern ein Echo, vor allem unter den Christen, obgleich es Anzeichen dafür gibt, daß die moslemischen Fellachen einen Wechsel von der britischen Verwaltung zur Herrschaft der arabischen Effendis nicht als einen unbedingten Segen betrachten und daß selbst die Effendis, wenn sie Orangenplantagen innerhalb des jüdischen Staates haben, si l! lieber einer Fortdauer des britischen Mandats unterwerfen würden, als ihren Besitz zu verlieren. Der Berichterstatter erwähnt die Haltung eines führenden Arabers, der die Fortsetzung des Mandats vorschlägt bei gleichzeitiger Einführung der Autonomie lür luden über die jüdischen, der Araber über die arabischen Gebiete, und mit beschränkter Einwanderung, Palästina wäre «i־n arabischer Staat mit einer anerkannten jüdischen Minderheit und der Möglichkeit weiterer jüdischer Sendungen nach Transjordan und Syrien. Er hält direkte Verhandlungen zur Zeit für unmöglich, glaubt jedoch, daß sie zuerst mit den Engländern und dann mit den Juden von einer Gruppe erfahrener Politiker des Vorderen Orients, möglicherweise Aegyptern und Irakern, aufgenommen werden sollten. Eine Konferenz der ״Nein-Säger“ Aus Palästina wird berichtet: In einer Versammlung jüdischer Gegner des Planes der Teilung Palästinas ist beschlossen worden, eine systemalische Propaganda-Aktion gegen die Teilung unter Mit- Wirkung von Vertretern sämtlicher zionistischer Parteien durch zuführen. In das Komitee, das diese Aktion leiten soll, wurden die Führer der Arbeiterpartei, Berl Kat zenelson und Tabenkin, die Misracliif!ihrer Rabbi Me ir Berlin und H. Farbstein, die Vertreter der Allgemeinen Zionisten Gruppe B, Dr. Bogratschow und Schaloin Schwarz, und als Vertreter der Allgemeinen Zionisten Gruppe A Eiijahu Berligue gewählt. Ussischkin hat an die Versammlung ein Schreiben gerichtet, in der er seine Mitwirkung für den Fall zusagt, daß sich an der Kampagne die Teilimgsgcgner aus allen Parteien beteiligen werden. Warnung vor Medizinstucüum Von unserem Berichterstatter J.R., Wien, 21, Juli Ein Aufruf der ,,Vereinigung jüdischer Aerzte“, die seit Jahren einen Kampf gegen die Entrechtung und für die wirtschaftliche Stützung der jiidi« sehen Aerzte führt, warnt die jüdischen Abiturienten und ihre Eitern auf das nachdrücklichste vor der Wahl des Medizinstudiums. Diese Kundgebung enthüllt die großen Schwierigkeiten der jüdischen Aerzteschaft, ins« besondere der Jungärzte. Aus der Darstellung der gegenvärtigen Situation der jüdischen Aerzte in Oesterreich er« fährt man u. a., daß seit dem 1. April 1933 im Zuge einer Neuordnung, nach der jede Personaländerung dem Ministerium für soziale Verwaltung Vorbehalten ist, bis auf ganz vereinzelte Ausnahmen keine Ernennungen von jli« di sehen Aspiranten und Sekundarärzten in den Fondsspitälern oder in den städtischen Krankenanstalten erfolgt sind. Unter den gegebenen Umständen sei auch jede Ausbildungsmögüchkeit der Jung-Aerzte unterbunden. Die teilweise schon jetzt gesperrter! Krankenkassenstellen werden in Zukunft jüdischen Aerzten nur schwer geöffnet sein, da auch diese Steilen, wie überhaupt alle Krankenkassen, den Nachweis der Absolvierung einer mindest dreijährigen Praxis an einem öffentlichen Krankenhaus verlangen, eine Forderung, die bei der gegebenen Spitalsperre für jüdische Aerzte nur wenige Juden werden erfüllen können. Der Aufruf schließt mit der Aufforderung, daß sich jeder Jude, der Medizin zu studieren beabsichtigt, damit vertraut mache, daß ihn! Elend, Auswanderung oder Um schieb« t u n g droiien. Sommer-Schluß-Verkauf. - Beginn: Montag, 26. Juli. — Herabgesetzte Preise ln allen Abteilungen BERLIN NW7 Friedrichstraße 91(2 STRUMPFHAUS CHARLOTTENBURG 4 Wilmersdorfer Straße 60/1 Hur Qualitätswaren — Spezialisten fflr Strümpfe, Trikotagen, Herrenwäsche, Damenwäsche, Htrickwaren, Handschuhe