Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 57 (20.7.1937)
- Date
- 1937-07-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 57, 20. JUL11937 Kampf um den Bericht Von unserem palästinensischen Korrespondenten •,Sechs jüdische Bedingungen“ gl. Tel Aviv, 14. Juli 1937 Beschlösse und Richtlinien Heute, eine Woche nach der Regierungserklärung, liegen bereits Beschlüsse einiger politischer Körperschaften vor, die von Presscstimmen ergänzt werden. An erster Stelle ist die ausführliche und im Ton radikal abgefaßte Erklärung 211 nennen, die nach einer sehr langen, eine ganze Nacht wählenden Diskussion in der Moazah der Arbeiterpartei publiziert wurde. (Wir haben die Beschlüsse bereits in Nr. 56 abgedruckt und kurz besprochen. — A. d. Red,) Die Resolution lehnt ״diese Teilung“ ab, wobei man das, Wörtchen ״dies«“ nicht übersehen darf. Denn die Resolution, die einen Kompromiß mit den unversöhnlichen Gegnern der Teilungspläne darstellt, öffnet immerhin die Möglichkeit zu Verhandlungen über Korrekturen im Teilungsplan. Sowohl der ״Haarez“ wie die ״Palcstine Post“ haben sich zustimmend, wenn auch mit gewissen Vorbehalten, zu der Resolution geäußert und man kann damit diese Stellung der Arbeiterschaft als charakteristisch für weite Kreise des Jischuw annehmen. Es fehlen natürlich auch nicht scharfe und prinzipielle Ablehnungen jedes Teilungsprojektes und Forderungen auf die Erfüllung des Mandats um jeden Preis und in seinem vollen Umfang. Diese Strömung konzentriert sich nach wie vor um Ussischkin, der imstande ist, eine gewichtige Anhängerschaft um sich zu sammeln. Eine sehr scharfe •Erklärung gegen jeden Plan der Teilung hat eine Beratung des Haschomer Hazair (ein Teil der Arbeiterbeivcgung) gefaßt. Es ist auffallend und charakteristisch für die Situation, daß diese entgegengesetzten Resolutionen von neuem den Eindruck bestätigen, daß dieses Mal die politische Stellungnahme wenig oder nichts mit Parteischeidungen zu tun hat. Dieser Eindruck wird verstärkt durch einen Artikel von Sinilanski im ״Haarcz“, indem er sich für das Teilungsprojekt, bestimmte Korrektiven vorausgesetzt, ausspricht. Die Korrektiven, die von Smilanski gefordert werden, decken sich zu einem weiten Grade mit den sechs Punkten, die aus London als Bedingungen eines Teilungsplanes übermittelt werden, also: Einschluß des neuen jüdischen Jerusalem, der Si cdlungspunkte in der Jordansenke (Daganioth usw.) in den jüdischen Teil, ebenso der Konzessionen von Ruthcnberg und des Toten Aleeres, Aenderungen der vorgeschlagcnen Subv e n t i 0 n an den arabischen Staat, Beschränkung des englischcn Mandates über die vier gemischten Städte Haifa, Tiberias, Safed und Akko, Uebernahme des ,;Neger ins britische Mandat. Die allgemeine Stimmung zeigt bei all diesen Diskussionen eine bemerkenswerte Stabilität. Das öffentliche Interesse ist außerordentlich groß, das Studium des Reports, aus dem die hebräische Presse täglich neue Abschnitte übersetzt, Läßt für viele immer neue Aspekte der Einzelprobleme und der Gesamtstelhmgnahme auftauchen. Im Gepäck der Kongreß- und Auslandsfahrer, von denen heute wieder ein großer Schuh das Land verläßt, befindet sich meistens das blaue Buch des Berichtes. In Palästina sind bereits alle vorhandenen Exemplare ausverkauft. Ganz gleich, wie die Stellung der einzelnen zum Teilungsprojekt ist, wird von allen sowohl die klare Dar- Stellung, die Scheidung des Wesentlichen vom Unwesentlichen wie auch die Gründlichkeit des Dokuments anerkannt. Die Stimmung unter den Arabern Der erste und stärkste Eindruck vors der Stimmung der politischen Kreise unter den palästinensischen Arabern ist die Vorbereitung zu einem großen Kampf, ein Kampf, der dieses Mal im Gegensatz zum Jahre 1936 auf politischem Gebiete ausgefoehten werden wird. Die Presse spiegelt eine ganze Kette von Sitzungen, Versammlungen, Telegrammen an politische Stellen im In- und Auslande, eine verstärkte Bewogung aller politisch interessierten Kreise von den Gemäßigten bis zur extremistischen Jugend wieder. Es scheint, daß der Oberste Arabische Rat sich dieses Mal entschlossen hat, das Schwergewicht seiner Propaganda ins Aus* 1 a n d zu verlegen, einesteils nach Europa (Genf und London), anderenteils nach den Nachbarländern. Es wird eine Delegation vorbereitet, die sich in der nächsten Woche nach Genf, von da über Paris nach London begeben soll, Ueber die Zusammensetzung der Delegation wird eifrig verhandelt; vor allem ist die Frage ihres Vorsitzenden (entweder der Mufti oder Autii Abs cl Hadi) wichtig, da sich anscheinend Nashaslxihi, der von der Opposition als Kandidat der Delegation aufgesteilt wird, dagegen sträubt, unter dem Vorsitz des Mufti zu stehen. Bevor sich Auni Eey nach Genf begibt, ist er nach Bagdad geflogen, um mit dem irakischen Außenminister zu verhandeln. Neben der ״europäischen“ Delegation wird «ine zweite ausgerüstet, die Länder des Nahen und Mittleren Ostens ebenso wie Indien bearbeiten soll. Es macht den Eindruck, als hätten sich die Araber die Bemerkungen der Kommission, daß ihre Sache nicht in derselben Intensität und in demselben Umfang wie die jüdische in Wliitchall vertreten sei, ru Herzen genommen und machten jetzt alle Anstrengungen, xiin in einer entscheidenden Stunde alle ihre Propagandakräfte auf dem ausländischen Schauplatz zu entfalten. Es ist von außerhalb schwer zu beurteilen, ob diese starke Bewegung auch von einer Anteilnahme der breiten Massen unter den Arabern ^getragen wird. Die arabische Presse bringt täglich eine Fülle von Telegrammen an den Obersten Arabischen Rat und Meldungen an die Redaktionen, in denen sich lokale Kommissionen usw. mit der Führung solidarisch erklären. Man berichtet über zahlreiche lokale Ver- Sammlungen, über ein ״Fetwa“ (eine Erklärung moslemischer Geistlicher) gegen die Teilung, über starke Gegnerschaft gegen das Projekt insbesondere im Norden, in der Gegend von Akko. Die arabische Führung scheint dieses Mal eine konzentrierte Propaganda im Inlande nicht für besonders nötig zu halten, es werden Zudem immer neue Versuche zur Ueberbrückung der Spaltung zwischen den Husseinis und Nashashibis mitgeteilt. Eine starke Einschränkung der inneren Propagandamöglichkciten hat die arabische Leitung durch die Schließung zweier Tageszeitungen (״El Liwa“ und ״A-Dafar“) erfahren. Die Regierung hat dieses Mal ihr Vorgehen ausführlich begründet, und zwar mit dem Abdruck einer ägvptischen Veröffentlichung, nach der der Plan bestände, nach einer bestimmten Zeit das britische Mandat aufzuheben und die Heiligen Stätten den Juden zu übergeben(!). Die Regierung weist in ihrem Communique darauf hin, daß die arabische Presse die Möglichkeit gehabt habe, diese absolut falschen Meldungen an Hand des Peel-Berichtes zu verifizieren. Die Stellung der arabischen Länder Eine starke Stütze für die Gegner des Teilungsprojektes im arabischen Lager hat bisher als einziges Irak unter den arabischen Ländern geliefert, indem sein Premier in einer Pressekonferenz scharf gegen den Plan Stellung nahm. Der Minister hat diese seine Stellung in einem Telephongespräch mit dem ״Feiest in“ noch ausdrücklieh bekräftigt und in arabischen Kreisen wird dieser erste diplomatische Schritt außerordentlich hoch bewertet. Die Antwort Ibn Sauds auf das Telegramm des Arabischen Rates, die sehr vorsichtig und allgemein gehalten ist, gibt keinen rechten Anhaltspunkt für seine diplomatische Unterstützung in London und Jerusalem. Man darf in diesem Zusammenhang nicht übersehen, daß Phiiby, einer der Hauptberater Ibn Sauds, sich in der englischen Presse stark für das Tcilungsprojekt eingesetzt hat und daß demnach eine ähnliche Stellungnähme in Rhiyad zu erwarten ist. Es ist ganz deutlich, daß Das Institut für Wirtschaftsforsch 11 ng bei der Jewish Agency in Jerusalem beschreibt die Wirtschaftslage Palästinas in folgender Weise: Für den Zeitabschnitt der ersten 4 Monate des laufenden Jahres sind zwei Momente charakteristisch: 1. ein Rückgang im Umfang der wirtschaftlichen Expansion gegenüber dem Jahre der Prosperität 1935; 2. das Anhalten der wirtschaftlichen Aktivität fast auf einem stabilen Niveau. Der Kapitalzustrom aus dem Ausland ist um die Hälfte gegenüber dem Jahre 1934/35 zurückgegangen. Daegen zeigen die Einnahmen der Regierung, die Depots in den anken und der Geldumlauf im Lande eine liquide Aktivität und bleiben auf der Höhe des Jahres 1935. Die Ursachen dieser entgegengesetzten Entwicklung auf den beiden genannten Gebieten sind klar. Die beiden Faktoren, die die bedeutsamsten für das Wachstum der palästinensischen Wirtschaft sind — die jüdische Einwanderung und der Zustrom jüdischen Kapitals — litten im Jahre 1936 bedeutend. Die Kräfte, die das jüdische Kapital und die jüdische Arbeit in Europa zur Auswanderung drängen, sind heute mindestens genau so stark wie früher. Die Beschränkungen auf dem Gebiet der Geldausfuhr in den meisten europäischen Ländern und die U!1ruhen in Palästina haben jedoch zu einer Verminderung der Einwanderung und des Kapitalzustromes geführt. Gewisse Wirtschaftszweige mußten infolgedessen ihren Umfang verringern. Dieser Prozeß der Anpassung an die neuen Verhältnisse verursachte große Schwierigkeiten. Trotzdem wurden ernste wirtschaftliche Folgen vermieden. Die Anpassung an die neue Situation kam insbesondere zum Ausdruck in dein Uebergang von Arbeitern von hohen Löhnen in niedrigere Lohnklassen. Die Zahl der Bauarbeiter mit hohen Löhnen verringerte sich, und die Ab- Wanderung von Arbeitern aus dem Dorfe in die Stadt hörte auf. Die Landwirtschaft, in der der Arbeitslohn im allgemeinen niedriger ist als in der Stadt, nahm den größeren Teil der neuen jüdischen Arbeiter auf. Ais Ergebnis dieser Aenderungen sank die Kaufkraft und der Lebensstandard in einem bedeutenden Teile der Bevölkerung. Oeldzustrom und Investitionen Der Zustrom ausländischen Kapitals nach Palästina hörte nicht auf, wenn er auch gegenüber dem Jahre 1934 um die Hälfte gesunken ist. Die Beschränkungen für die Ausfuhr von Devisen in Polen führten zu einer bedeutenden Einschränkung des Kapitalzustromes aus einer der wichtigsten Quellen Palästinas. Das neue Clearing-Abkommen mit Polen kann jedoch in einem gewissen Maße die Situation bessern. Auch die Klärung der politischen Lage des Landes kann zu einem verstärkten Zustrom neuen Kapitals ,führen. Die Depositen in den Banken sind in den letzten 6 Monaten stabil geblieben. Wie sich zeigt, hat sich das Land dem verringerten Kapital- Zustrom angepaßt, und ebenso hat es seine wirtschaftliche Expansion den Tatsachen angepaßt. In der Tendenz der in der jüngsten Zeit gemachten Investitionen ist eine deutliche Wendung eingetreten. Das Kapital ist von direkten Inveslilionen in Boden, Häusern, in der Industrie usw. zu indirekten Investitionen in der Form von Kauf von Wertpapieren übergegangen. Als deutlicher Beweis dieser neuen Richtung kann die Tatsache dienen, daß der Kurs der palästinensischen Aktien und Wertpapiere bedeutend gestiegen ist. Die indirekten Investitionen zeichnen sich dadurch aus, daß sie von den zentralen nationalen Institutionen leichter reguliert werden können. Die Lage In der ZHruswIrtschaff In der Zitruswirtsehaft hat sich eine depressive Stimmung ausgebreitet. Die Plantagenbesitzer sind im Gefolge einer sehr schlechten Saison auf ernste wirtschaftliche und finanzielle Schwierigkeiten gestoßen. Die Gründe der niedrigen Preise für Zitrusfrüchte, die dieses Jahr aut dem Weltmarkt erzielt wurden, sind die ungünstigen Wetterverhältnisse (ein Ueberinaß an Regen) und die Uebersättigung einiger Absatzmärkte (die Ernte erreichte dieses Jahr 10'/s Millionen Kisten Zitrusfrüchte). Die Zitrusproduktion sucht jetzt nach Mitteln, um diese Schwierigkeiten in der Zukunft zu vermeiden. Die finanzielle Lage der Plantagenbesitzer wird vielleicht dadurch erleichtert die Araber sich bemühen, die Palästinafrage jetzt zu einer Angelegenheit aller arabischen Länder zu machen. Arabische Einwände gegen Teilung Das ״Nationaikomitee“ von Jerusalem gibt zum ersten Male eine Zusammenstellung der Punkte, die vom arabischen Standpunkt aus gegen die Teilung eingewandt werden. Es wird als erstes darauf hingewiesen, daß der projektierte Judenstaat die hauptsächlichen Ausgangspunkte dieses Teiles von Arabien zum Meer umfaßt und damit der neue Araberstaat vom Mittelmeer an einer langen Strecke abgeschnitten ist. Weiler wird auf die gemeinsame Grenze zwischen Libanon und den Juden hingewiesen, wodurch zwischen Syrien und den neuen Staat (für den man unter anderem in Amman den Namen ״Jordan ia“ vorschlägt) ein libanesischjüdisch er Block geschoben wird. Als dritter Punkt wird die Gefahr erwähnt, die in der freien jüdischen Einwanderung nach Gründung des Judenstaates liegt. Weiter wird kritisiert, daß der neue arabische Staat sowohl militärisch wie finanziell zu schwach sei, um auf eigenen Füßen zu stehen, daß also die Gefahr besteht, daß er in Wirklichkeit nicht unabhängig sein wird. Die Isolierung von Jaffa vom arabischen Gebiet wird beanstandet ebenso wie die Tatsache, daß mehrere hunderttausend Araber (nach dem Bericht 225 000) unter jüdische Herrschaft kommen. Und schl 1 elflieh wird die Uebergabe der Heiligen Stätten an einen permanenten europäischen Mandatar gerügt und darauf hingewiesen, daß die Araber durchaus fähig seien, selbst diese Funktion zu übernehmen. Alles in allem entsteht der Eindruck einer gut organisierten und entschlossenen Gegnerschaft gegen das Tcilungsprojekt unter den Arabern. Dennoch fehlt es meht au Berichteil über Zufriedenheit in vielen Orten, über den Wunsch zu einer endgültigen politischen Regelung usw. Vermutlich tut die arabische Führung zur Zeit alles, was in ihren Kräften steht, um einen großen Angriff zu führen. Spater werden sich in den tatsächlich eil Verhandlungen die Dinge wohl anders gestalten. werden, daß die Banken sich damit einverstanden erklärt haben, die Vorschüsse, die sie den Plantagenbesitzern a conto der Ernte vor Beginn der Exportsaison gewähren, nicht in erheblichem Maße zu vermindern. Das Hauptproblem ist iedoch das, die H i 1 f e d e r Regierung sicherzustcllen, und zwar entweder dadurch, daß man den Planlagenbesitzern die Steuern erläßt, oder dadurch, daß man das importierte Material (Kisten und Kistenholz) vom Zoll befreit. Ferner kommt die Frage des ״Prinzips der offenen Tür“ und der ״imperial Preference“ in Betracht. Auf der anderen Seite kann festgestellt werden, daß es unmöglich ist, in der Zitrus- Industrie eine erhebliche Verbesserung der Lage herbeizuführen ohne eine Vereinheitlichung des Exportes und Ab- Satzes. Die Zersplitterung und das Chaos, die auf diesem Gebiet heute herrschen, haben die Widerstandskraft der Zitrusindustric erheblich geschwächt. In der Industrie Die hohe Wirtschaftskonjunktur in der Welt, das Steigen der Preise industrieller Produkte 111 den meisten Ländern und die Aufhebung der Exportprämien für eine Reihe von Artikeln haben die Ueberschwemmung des palästinensischen Marktes mit ausländischen Waren verringert. Diese Tatsache allein hätte in der Richtung einer Besserung der Lage der palästinensischen Industrie wirken können, wenn nicht das Steigen der Preise für Rohstoffe, das diese Besserung innerhalb der Industrie in der Welt begleitet hat, gekommen wäre. Einige Monate hatte die palästinensische Industrie noch eine Reserve an Rohstoffen, die zu den früheren, niedrigeren, Preisen gekauft waren. Heute jedoch ist es nicht leicht, gewisse Rohstoffe, seihst zu hohen Preisen, zu kaufen, obwohl das weitere Steigen der Rohstoffpreise in der jüngsten Zeit aufgehört hat. Seit dem Frühjahr 1936 hält sich der Umfang der industriellen Produktion des Landes mehr oder weuiger auf einer stabilen Höhe. Der Konsum elektrischen Stromes für Industriezwecke ist dauernd gestiegen. Der Umsatz einer Reihe charakteristischer Indiistrieunternchmungen zeigt für Anfang des laufenden Jahres gegenüber dem Jahre 1036 eine gewisse Besserung, die teilweise die Folge der Konjunktur lind teilweise die Folge der Beruhigung im Lande ist. Das Haupthindernis für eine allgemeine Besserung im Bereiche der Industrie ist jedoch die dauernde Stagnation in der Rau- Bewegung, für die ein Drittel der palästinensischen Industrie arbeitet, sowie das Sinken der Kaufkraft eines Teiles der Bevölkerung. Die Ereignisse des Jahres 1936 und ihre Folgen haben die palästinensische Industrie vor eine schwere Prüfung gestellt, trotz dieser Schwierigkeiten hat jedoch die industrielle Expansion nicht aufgehört. Eine bedeutende Besserung ist auf dem Gebiete des Exportes palästinensischer Indusirieprodukte zu verzeichnen. Der Export von Pottasche, Brom, Mctallprodukfen und Süßigkeiten zeigt eine Zunahme, der Export künstlicher Zähne und Wein ist stabil geblieben, dagegen ist der Export von Kleidungsstücken, Lederwaren, Waschseife und Textilien gesunken. In der Baubewegung Der Umfang der Baubewegung betrug im Frühjahr 1937 60 "׳» der Baubewegung im Jahre 1935. Seit 1936 ist aut diesem Gebiete keinerlei Besserung eingetreten. Die heutigen Ziffern zeigen ein Sinken gegenüber der! ersten Monaten des vergangenen Jahres und entsprechen der zweiten Hälfte des Jahres 1936. Die Einschränkungen in der Baiibewegung haben ernstliche wirtschaftliche Folgen gehabt, die im Sinken der Arbeitslöhne und in der Abselnvächung der Kaufkraft des Jischuw zum Ausdruck kamen. Wie bereits ausgrführt, litten darunter auch die Industriezweige, die mit der Bau- Bewegung verbunden sind. Die zukünftige Entwicklung der Baiibewegung hängt vor allem von der Höhe der Einwanderung ab. Inzwischen traten Erleichterungen bei der Finanzicrung von Bauarbeiten durch Hvpothekcnkreditc ein. Die Allgemeine Hypothekenbank Palästinas gewährt Darlehen zu bequemen Bedingungen, und die Tätigkeit einer Reihe engiischer Versicherungsgesellschaften, die bedeutende Beträge" in Hvpothekenkrediten investieren, haben eine sehr günstige Wirkung in der Richtung einer Verbilligung des Bankkredites chabt. Es ist zu erwarten •daß all dies zu einer Verbilligung er Mieten in Palästina führen wird. Die Wirtschaftslage Palästinas