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Jüdische Rundschau · 1937-07-16 · Heft 56 (16.7.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 56 (16.7.1937)
Date
1937-07-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 'י JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 56, 16. VI!. 1937 Erez Israel Jetzt, da der volksmäßigen Niederlassung der Juden in dem Mandatsgebiet Palä Ena eine vo־läufi״e oder endgültige Beglaubigung zuteil werden so'!, wird die Notwendigkeit um so fühlbarer, Begriff und Erscheinung von Erez Israel mit dem Oesamtbegriff und der Gesnmterschcinung des Judentums zu konfrontieren und, sowe't möglich, in eine wie immer geartete Ueberelnstlmniung zu bringen. Denn darüber dürfte es wohl selbst unter den streitbarsten Juden jeder Richtung und Gesinnung keinen Streit geben: der jüdische Aufhau in Palästina darf, je stärker er fortschreitet, desto weniger die Ursache einer Scheidung oder gar gegenseitigen Bekämpfung der Geister innerhalb des Judentums sein. Im Gegenteil: wie der Anspruch des Zionismus von allem Anfang dahin ging, das ganz e jüdische Volk i d e e I i c 11 zu erfassen, so sind seine praktischen Fortschritte an Ort und Stelle im weiteren Verlauf und Wachstum geradezu auch davon abhängig, daß sie sich auf eine einheitliche Stimmung, wenn auch noch nicht Gesinnung des gesamten Judentums der Welt berufen t.mcl stützen können. Man darf nie vergessen: nur ein so ,,perfekter“ Assimilant, wie es Herzl gewesen war, bevor er jüdisch auffcriittelt und er-״innert“ worden ist, konnte nach dem rlebnis einer so ״perfekten“ Gohis-Tragödie, wie es die Affäre Dreyfus war, die Idee zur zionistischen Bewegung schaffen. Sie war und ist, wörtlich genommen, eine Bewegütig aus dem dolus in das jüdische Land. Also ist, wenn man vom religiösen Antrieb dieser Bewegung absieht, Erez Israel eine Schönung ... des Gohis. D:eser mußte sich erst mit allen kulturellen Frnngens׳-I1aftcn (aber auch mit allen Defekten) der F11׳an/ir>.1־!io1׳ bis zum Rande anfüüen, bevor er zur Fassung der /inn!stb;>-|1en Idee fälvg wurde. Im Ghetto oder auch nur in!:hcdoähnlicheu Zuständen konnte diese nicht entstehen, bestimmt aber nicht zu einer Realität von Gewicht hernnwm Ilsen. Die I U'rchfiihrnng eines Sicdhmgsgedankens von Rang und vollends die Wiedererweckung des Volksgedaitkitis setzte und setzt weiterhin die Souveränitäf mindestens einer führenden Schicht voraus. Da der Zionismus sie bewiesen hat, kann er heute verlangen, daß das gesamte fndentum sie anerkennt. Er kann cs nicht nur, er muß es sogar. Denn ohne die seelische und materielle Hilfe des Goltis bleibt der Aufbau in Palästina ein I:\nerin1ent. Wie groß auch der Stolz ist auf das bisher dort Erreichte, so darf man nie vergessen, daß es nur ein Anfang ist. ()ntitii'sinus in Ehren, denn ohne ihr! wäre dieser ,Anfang nicht und wäre auch keine Hoffnung auf Weiterbau, aber die Entscheidung über Palästina ist noch nicht einmal innerhalb des Judentums gefallen. Sie setzt einen Vorgang voraus, der in der Weltgeschichte so gut wie ohne Beisniel ist: die Elablicnmg eines Volkes in dem engen Raum einer historischen Heimat — eines Volkes, das seit fast zwei Jahrtausenden gewohnt und dazu erzogmt ist, d:e extremste Weiträumigkeit, nämlieh die ganze Welt, als Wohnsitze 111 Anspruch zu nehmen. Während der europäischen Völkerwanderung sind große, ungemein lebenskräftige Stämme trotz ihrer vorübergehenden mächtigen Staatengründungen dem weiten Raum erlegen. Wer möchte Voraussagen, daß der umgekehrte Weg der Juden, aus dem weiten in den engen Fxisten/raum, glücken muß? Das Judentum war nicht auszutilgen, solange es sich auf einer scheinbar ewigen Wanderung befunden hat. Das Wandern war seine Zuflucht, sein Palliativ. Daraus ergibt sich schon die ganze Problematik des Versuchs, in einem engen Land- und Volksraum zu verharren. Diese Enge aber kann in jedem Sinn aufgelöst, ja geradezu e r löst werden, wenn sich ihr die Gedanken der gesamten judenlnit zmvcmlen und einfügen, wenn der Begriff der Heimkehr zum inneren Besitz aller Juden wird. Erez Israel ist der Endpunkt einer Entwicklung, deren Ausangspunkt und Etappen noch auf jede absehbare Zeit inaus außerhalb Palästinas liegen. Mit anderen Worten: Erez Israel ist größer, weiträumiger als Palästina, insofern cs als Grenzen hat: die Grenzen des Judentums selbst, ln dem Zustand dieser, nämlich der bis heute vollzogenen Ent- Wicklung, möchte man fast sagen: die besten, ieidenschaftliebsten Zionisten muß es außerhalb Palästinas geben — die Hüter der Idee, die An- und Weitertreiber der Bewegung, deren Gefälle naturgemäß um so stärker und wirkender ist, und Golus von je bedeutenderer Höhe der Gesinnung aus sie in Erez Israel einströmt und von je mehr Zuflüssen sie gespeist wird. Dies keim zeichnet die ausschlaggebende Bedeutung des Golus für Ncu-Erez Israel. Es gibt Halb- oder Nichtzionisten, nicht gerade Gegner des Aufbaues, sondern ״verschämte“ Anhänger, die diese ihre Anhängerschaft damit begründen, daß sie in dem Befund von Erez Israel nichts anderes sehen wollen als eine neue, pathetisch betonte Golus-Form. Diese Leute — es gibt deren genug bei uns in Deutschland und insbesondere in Kreisen, die der Gemeinde-Hypertrophie huldigen — haben noch nicht das Organ in sich entdeckt oder entwickelt, um zu erkennen, daß durch Erez Israel, ganz abgesehen von —MAGISTER KIRSCH—, Rer gute IlkRr Maglster-LikBrfabrik, München VII. In Borlln iu bnlah. duroh dl• I WalngroBhandlung Bernhird Brauer, BurgeiraBa 3 / Ruh 8143 40 jeder ideologischen Sinngebung, eine neue Zweiteilung der jüdischen Manifestationen entstanden ist, richtiger: ein Zuwachs an Manifestation. Zweifellos besitzt das Judentum in der Welt, zumal in den westlichen Ländern Europas, eine gewisse Macht. Sie ist seit dem Krieg unverkennbar gestinken und sieht heute bisweilen einer Ohnmacht bedenklieh ähnlich. Iirmierhin kann man noch von einer Art von Macht des Judentums sprechen, die ja freilich niemals auch nur entfernt so groß war, wie Gegnerschaft und Mißtrauen gegen die Juden glauben machen wollten. Jedenfalls profitiert von dieser Macht, soweit sie sich nicht finanziell auswirkt, Erez Israel nicht das Geringste. Es profitiert einzig und allein von der jüdischen Kraft, d. h. von der Gesamtheit jener geheimnisvollen, fast magisch zu nennenden Kräfte, die ein gesammeltes Volkstum immer und überall ausztiströmen pflegt. Sie erschöpft sich durchaus nicht in der sichtbaren Leistung, sondern sie erstreckt sich auf eine virtuelle Geltung der Gemeinschaft — eine Geltung, die an keine geographischen Grenzen gebunden ist. Die Kraft aber, die in Erez Israel pionierhaft sich entfaltet, strahlt in den Golus zurück. Frcz Israel ist heute für das ziemlich machtlos gewordene Weltjudentum d i e Kraftquelle, und dies in einem Maße, daß schon heute das Ansehen des Golus von ihr abhängig geworden ist. Die ״kleinen“ Juden in Palästina haben die Ehre der ״großen“ Juden in der Welt in ihre Hände genommen und — gerettet, Insofern allerdings ist Erez Israel ein ״neuer“ Teil des Golus — ein Teil nämlich seiner Erneuerung. Das Ergebnis ist: fast genau in dem Grade, in dem das Erez-Israel-fiehicksal im Golus mitrntschieden wird, ist Erez Israel an der Entscheidung des Gobis-Schicksals beteiligt. Diese Erkenntnis ist wichtiger für den Golus als für Palästina. Soviel stellt schon fest, daß die übergroße Mehrheit der Einwanderer in Palästina nicht so sehr Palästinenser werden als vielmehr Juden. Sie bereichern also den Begriff und die Erscheinung des Judentums überhaupt. Aber Heimkehr ins uralte, von drei Religionen geheiligte Land ist nicht irgendeine Möglichkeit — sie ist, nachdem die Religion als solche die Alleinbestimmung über die Menschen verloren hat, die letzte und endgültige, nach deren Nichterfülltuig der Weg nicht etwa weiterginge wie bisher, von da nach dort und woandershin, sondern im Tragischen endigen müßte — im Untergang, nämlich in einer dann kaum noch sinnvollen riitinlisiischen, ja sektiererischen Existenz. Es ist ein tragisch weiter Weg von dem manchmal noch hörbar werdenden verzweifelten Aiifstuhnen assimilatorischer Seelen: ״Wir Juden hätten längst verschwinden müssen!“ und der zionistischen Zielsetzung, Fiir diese war es die höchste, also die richtige Zeit, Denn die Zerstreuung der Juden hatte längst aufgehört, nur eine äußere und geographische zu sein. Demgemäß ist nun auch Erez Israel nicht nur der Ort einer geographischen Konzentration. Es ist geeignet und dazu bestimmt, auch den Golus zu konzenfrieren, d. h. vor allem ihm einen neuen Sinn und Kern zu gehen. So kommt man zu dem vielleicht banal klingenden Schluß: Erez Israel ist um des Golus willen da — und umgekehrt! Hermann Sinsheim er Notizen aus Holland Von unserem Berichterstatter RL. Den Haag, 8. Jul! Auf dem alljährlich stattfindenden Landtag des J ii d i sehen Frauenrats in Amcrsfoort, an dem etwa 150 Frauen aus allen Teilen des Landes teilnahmen, betonte die Vorsitzende, A. Schwinuner-Vigevcno, Amsterdam, die Notwendigkeit der Einheit des Judentums aller Richtungen. Im künstlerischen Teil der Zusammenkunft wirkten mit Henriefte Boas aus Amsterdam und Edith Herrnstadt* Oettingcn, Berlin. Durch königlichen Erlaß vom 21, Juni ist die Ernennung des Orientalisten und Juristen Dr. M. David zum außerordentlichen Professor fiir babylonisch-assyrische, israelitische und hellenistische Rechtsgeschichte an der juristischen Fakultat der Reichsuniversität Leiden bestätigt. Prof. Dr. David ist 1898 in Posen geboren. 1925 promovierte er in Leipzig mit einer Arbeit über Adoption im altbabylonischcn Recht. 1930 habilitierte er sich mit einem Werk über römisches und byzantinisches Erbrecht. Seit 1933 wirkt Dr. David als Privatdozent für orientalische Rcchtsgeschichte und griechisehe Papyrologie an der Universität Leiden. Seit 1935 unterrichtet er daneben griechische Papyrologie an der Universität Amsterdam. Der Dirigent Issay Dobrowen, der liier sich großer Beliebtheit erfreut, leitete eine Reihe von Konzerten im Seheveniiigcr Kurhaus, die mit großem Beifall aufgenommen wurden, Die 9. W1ZO ־Weltkonferenz Die diesjährige Wizo-Weltkonferenz —■ die neunte in den siebzehn Jahren des Bestehens der Weltorganisation Zionistischer Frauen — ist, wie mitgeteilt wird, für die Vorwoche vor dem Zionistenkongreß, fiir den 27. Juli, in Zürich einberufen worden. Am 25. Juli findet eine Sitzung der Oesamtexekutive — der 12 Mitglieder aus London, der 12 Mitglieder des Kontinents und der überseeischen Länder und der II Mitglieder der Palästina-Exekutive — statt. Am 26. Juli wird die Sitzung der Vertreterinnen der Föderationen — die Councilsitzung — abgehalten. Beschleunigt die Einwanderung! Das Berliner Palästina-Amt teilt mit! E« Ist noch nicht bekannt, ob mit der am 1. August In Kraft tretenden Beschränkung der Gesamteinwanderung nach Palästina auf 8000 Menschen auch andere Aenderungen des Elnwanderungsgesetzes in Kraft treten. Es wira daher wiederholt geraten, die Einwanderung bis zum 31■ Juli durchzuführen. Jüdische Musiker in Amerika. Der bekannte Pianist und Klavierpädagoge Georg Bertram schreibt mir aus New York unter anderem folgendes: ״... Ich habe in den arht Monaten meines hiesigen Aufenthaltes schon einen ganz, stattlichen Schülerkreis um mich versammelt, alte und neue. Die früheren kamen tatsächlich aus allen Himmelsrichtungen.... Ich bin ab Herbst nach Boston an das Joseph Malkin Conservatory engagiert.... Im übrigeil trifft man oft Menschen aus Berlin. Schuster ist Solocellist der N. Y. Philharmoniker (er war in gleicher Stellung bei den Berliner Philharmonikern tätig), Stefan Frenke! Konzertmeister der Metropolitan, Dr. V. E. Wolff hat den verdienten großim Erfolg (als Pianist und Begleiter), Karpilowsky beginnt, Trio zu spielen, Silbersfein (früher bei Klingler) setzt sich erfreulieh durch...“ — Da gerade in den nächsten Monaten wieder eine Anzahl Berliner Musiker nach USA. gehen (Bruno Eisner, Lily Dymont, Taubmann, Seelig-Baß, Heinrieh Korn, Jospe), dürften die Mitteilungen Bertram* interessieren. Dr. Oskar Guttmann -NERZMANTEL- Hochaltganl, primaPer»ionermönl«l, neuest« Modelle / OttnBtig• Pr•!•• FRITZ WE1SSLER m—mmmm Berlin W 50, Nürnberger Stroße 13, Ecke Touentzienstraß• Zum 9. Aw Aus dem ״Churbon bejs hamikdosdi“ Ein jüdisch - deutscher Text aus dem 16. Jahrhundert In der ״Zenne-renne", aus der wir zu Schahhat Chanukkah eine!,rohe brachten (Sr. 08 1010), sicht nach Megillat Ejeha ein besonderer Abschnitt mit obiger I'eherschrift über die Zerstörung des Tempels. Die ״Zennerenne" (Ze’ena u-re’crm), auch ״Tajtsch-Chumesch" genannt, ist eine populäre, naiv-gemütvoll erzählte, haggailisch ansgeschmückte fiidisch-ileutsche t VVrvrGrJ/ig d<’s Pentateuchs und der Megilloth von dem Rabbiner Jakob hen Isah Aschkenasi (ca. lööO- 1028). Die hebräischen Wörter sind nach der aschhcnusischi’n Aussprache transkribiert. Der Schluß der hier wieder״v״.ebvnen Legende ist von Stefan Zweig in der Xovclle ״Rahi’l rechtet mit Gott.“ dichterisch gestaltet worden. Dr. II. (Als das Heiligtum zerstört worden war), da sprach haschem jishorach1) zu jirmijohu: «eh, ruf mir awrohom, jizehok, jakauw und mausche: laß sie auf stehen aus ihrem grab und lassen sie weinen, denn sie haben wohl zu weinen Über ihre kinder. Da sprach jirmijohu: ich weiß nit, wo mansche is begraben. Da sprach haschem jisborach: geh, stell dich auf den jardejn und schrei: ben mnram3), steh auf und weid dein schüfe, denn die feind haben sie verschlangen. Asobald ging jirmijohu und stellt sich an den horten von jardejn und schreit: mausche ben amram, steh auf, es ist die zeit, daß du bist worden begehrt zu kommen vor hakodausch boruch hu:i). Da sprach mausche rabejnn olow haschoiaum‘): warum hnint mehr als ein ändert mal? Da sprach er: ich weiß nit (— er wollt ihm niks sagen). Da ging mausche von ihm einweg und ging zu die malochirrV), denn er kennt sie noch wohl von mstan-tauroh6), und sprach: ihr diener, ihr obersten, wißt ihr nit, warum daß ich haint bin worden begehrt vor hakodausch boruch hu? Da antworten sie: mausche, weißt« denn nit, daß das bejs hamikdosdr) ist chorcw geworden“) und jisrocl seinen worden vertrieben? Da hebt er an zu schreien und zu weinen, bis sie kamen zu unsere owaus9); aso bald heben sie auch an zu schreien, bis sie kamen an das bejs hnmikdosch. Als sie hakodausch boruch hu dersehen, hebt er auch an, mit sie zu weinen. Also gingen sie von einem tor zum andern und schreien und weinen, gleich, als wenn einem ein mess10) vor ihm tot liegt. In dcrselbigen schooh11) kam awrohom owinu olow haschoiaum vor hakodausch boruch hu und weint und reißt sich sein haar au# und schüttet asch auf »ein köpf und schreit und klagt und sprach zu hakodausch boruch hu: rilmana« schel aulom12), warum haitu vertrieben meine kinder und hast verwüst dasselbige ort, wo ich mein sohn hab zu Opfer gebracht? Da sprach hakodausch boruch hu: dein kinder haben gesündigt und haben amver gewesen11) auf kol liatauroh") und auf das ganz alef-bejs. Da snrarh awrohom: wer wird ejdatis'5) sagen über10) jisroel? Da sagt hakodausch boruch hu: es soll kommen die tauroh und soll cjdaus sagen. Da kam die tauroh und wollt ejdaus sagen, da sprach awrohom zu ihr: mein locht er, du willst cjdnns sagen über jisroel, daß sie haben gebrochen dein gebot — wie schämst« dich nit vor meine kinder? Gedenk an dem tag, da mim dich geben hat: da hat dich hakodausch boruch hu angeraut an alle Völker, da hat dich keiner wollen nnnebmen, bis meine kinder seinen gekommen zum berg sinaj und haben dich mekabel״) gewen — und jezund willst du über sie ejdaus sagen in ihren zoraus18)? Asobald stellt sich die tmiroh auf ein seit und wollt kein ejdaus sagen. Da sprach haschem jisborach zu awrohom: sollen kommen die zweiundzwanzig aussijaus'3) von alef-bejs und sollen ejdaus sagen. Da kam die alef zu ersten und wollt ejdaus sagen, da sprach awrohom zu ihr: alef, du bist das erste miss ) von alle aussijaus; gedenk den tag, daß gott hat geben die tauroh auf dem berg sinaj und hat angeliaben mit der alef ״onauciii“21), da hat dich kein mensch wollen annehmen als jisroel — und du willst nun ejdaus sagen? Da stellt die alef sich auf ein seit und wollt kein cjdaus sagen. Ilernach kam die bejs, da sprach awrohom zu ihr: mein lochlcr, gedenk an die tauroh, die sich anhebt mit ״berejsehis“, hat niemand wollen mekabel sein als jisroel — und du willst ejdaus sagen? Asobald stellt; sie bejs auch auf ein seit und wollt kein ejdaus sagen. Ilernach kam die gimel, da sprach awrohom zu ihr: du willst ejdaus sagen über jisroel — wo ist ein volk als jisroel, die da halten die mizwoh von zizis, die sich anhebt mit der gimel ״gedilim tn’asse loch“, das ist tajtsch: du sollst zizis machen. Aso stellt sich die gimel auch auf ein seit. Als die anderen aussijaus das sehen, daß awrohom sie hat schweigen gemacht, so schämen sie sieh und wollten kein ejdaus sagen. Asobald hebt awrohom an und sprach: rihaunau schel aulom, zu hundert jahr hastu mir ein sohn geben, und als er war gewachsen zu einem bochur von 87 Jahren, da sprachstu, daß ich ihm soll schachten zu einem korbnn**), und hab mich nit über mein sohn erbarmt und hab ihm selbert gebunden — sollst mir das nit gedenken und sollst dich nit erbarmen über mein kinder? Hernach hebt jizehok an: ribmmau schel aulom, da mich mein vater hat wollen zu korban bringen von deintwegen, da hab ich mich gehalten mit guten willen und hab mich lassen binden auf den misbeiach23) und hab mein hals gestreckt zu Schächten — und du sollst mir das nit gedenken und sollst dich nit erbarmen über meine kinder? Ilernach hebt jakauw an: ribaunau schel aulom, zwanzig jahr hab ich gedient bei lowon von wegen meine kinder — und nun sein sie überentwert geworden in die feinden ihre h&nden gleich als die schaf, die man soll Schächten — und sollst dich nit erbarmen über meine kinder? Hernach hebt an mausche rabejnu olow haschoiaum: rihaunau schel aulom! bin ich nit {' da die zeit ist gewesen, da sie haben sollen kommen in das heilig land, da hastu auf mich geboten, daß ich soll nit hinein kommen und soll sterben in der midbor, und jezund, daß du sie nun hast vertrieben, da hastu nach mir geschickt, zu weinen und zu klagen. In dem kam rochejl unser mutier her zu springen vor hakodausch boruch hu und sprach: Ribaunau schel aulom, du weißt, daß jakauw dein knecht hat mich sehr lieb gehat und hat meinem vater um mich gedient sieben jahr, und da die sieben jahr sein aus gewesen, daß die zeit kam von der chassunoh55), da macht mein vater, daß er mich ihm nit wollt geben und will ihm geben mein allste Schwester lejoh, und ich hab die e,jzo?l:) gehör( und es hat mich sehr verdrossen. Und hab es meinem mann jakauw gesagt lind hab mit ihm ein Zeichen gemacht, daß er soll wissen, wem man ihm wird geben, daß mein vater wird nit können verwechseln. Ilernach hob ich mich bedacht und hab alles gelitten und hab mich erbarmt über mein schwester, daß sie nit soll becharpe23) werden. Und zu abend hat man mein sclnvesler zu ihm gelegt an mein statt, und die Wahrzeichen, die ich hab gemacht mit jakauw׳, die hab ich mein schwester gelernt, daß er nit soll merken, daß sie cs is. Und ich hab mich gelegt unter das bett und hab für ihr geredt, daß er mein schwester nit soll erkennen: aso hab ich getun und hab sie nit mekane28) gewesen. Und, ribaunau schel aulom, sieh, ich bin ein mensch, l>1ut und fleisch, erd und asch, und hab nit geneidt mein schwester, und du bist ein melech28), ein erlmrmiger —: warum hastu mekane gewesen die awaudo so!״׳ ), die jisroel gedient haben? Mas ist deinem heiligen namen dran gelegen an der awaudo soro, das niks dran ist, und hast von deslwegen vertrieben meine kinder, und die feind haben mit ihnen getun, was sie gewollt haben! — Asobald hat sich gott erbarmt und sprach: Rochejl, von deintwegen will ich jisroel wiederkehren zu ihrem heiligen ]and, omejn selo! (Nach der Ausgabe Suhbach 1826 gekürzt, transkribiert und mit Anmerkungen ver* _ sehen von Dr. Habinowitz, Leipzig.) י) Gottesname: s) Sohn des Amram: *) Der Heilige, gelobt sei Er! *) Friede auf ihm; 5) Engel: *) Gesetzgebung; ן) Heiligtum; •) zerstört worden; יי) Väter; lfl) Toter; JJ) Stunde: **) Schöpfer der Weit: יי) übertreten; ״) die ganze Thora: 15) Zeugnis1; נ•) hier: gegen; 1י) empfangen; 18) Leiden; יי) Buchstaben; *י) Buchstabe; *>) ״Ich bin“, Anfang des ersten Gebots; *י) Opfer; *י) Altar; 8‘) Wüste: -־•׳>) Hochzeit; se) Beschluß; *ז) zur Schande; s8) bin nicht eifersüchtig gewesen; s9) König; s°) Götzendienst, b

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