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Jüdische Rundschau · 1937-07-13 · Heft 55 (13.7.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 55 (13.7.1937)
Date
1937-07-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 55,13. VII. 1937 Einwände von Juden und Arabern ״Doch ein Heilmittel11 Im ״Bustenai“ bespricht M. S m i 1 a n s k I die politische Situation: Wir stehen jetzt vor der zweiten Wandlung. Die erste war die Balfour-Deklaration, die uns i:1 der Folge das Mandat brachte. Es gibt heute noch Traumbefangene, die glauben, daß der ״bestellende Zustand“ bis zur gänzlichen Erfüllung unserer Wünsche fortdaiiern könne. Aber das ist Vogel-Strauß-Politik. Das Mandat war von vornherein nicht zur Dauer bestimmt. Seine Mög ichkcitcn sind von uns nicht ausgenutzt worden, seine schlechten Seiten haben wir zur Genüge erfahren. Jetzt ist es vorüber, der ״bestehende Zustand“ läßt sich nicht mehr halten. Stets war er unklar und erforderte dauernd Erklärungen und Zusätze zu Erklärungen. Er hat sicher keine vom Standpunkt der jüdisch-arabischen Frage aus gesehen. Er hat in zwanzig Jahren zu solchen Gefahren geführt, daß man ihn nicht einen einzigen Tag fortbestehen lassen sollte. Und schließlich hat er auch ökonomisch keinerlei Existenzberechtigung. Unser Status als Mandatsland hat uns wirtschaftlich aufs höchste efährdet. Der alte Zustand wird nicht von einem erwünschten ustand abgelöst. Das, was wirklich erwünscht wäre, ist unerreichbar. lierzl und Ach ad Waam haben beide betont, daß unsere Kopfzahl und unser Bodenbesitz unser Los entscheiden würden. Leider haben wir eine solche Politik in den ״guten Jahren“ nicht geradlinig unter Aufwand aller Kräfte »erfolgt und vieles versäumt. Wir müssen jetzt auf das Wiinsehenswerte verzichten und uns mit dem Bestmöglichen henügen. Und dieses Bestmögliche hat viele Unvollkommeneiten. Der Nachteil ist nicht, daß sich die Erfüllung nicht mit der Sehnsucht des Volkes deckt. Die Hoffnung, die aus den Tiefen der Volksseele kommt, wird durch Verkürzungen nicht betroffen, der Glaube wird nicht sinken. Audi die politischen Nachteile sind nicht entscheidend. Denn wenigstens sind die Unklarheiten unserer Lage beseitigt und unsere Ökonomischen Möglichkeiten verbesst׳!t. Die Nachteile sind: die begrenzte Ausdehnung unseres Staates, der nur ein Küstenstrich ohne das bergige I liuterland ist und das!!(!bereinigte Problem unseres Verhältnisses zu den Arabern, Von Tag zu Tag vertieft sich dieser Abgrund. Und jetzt bekommen wir einen Zwergstaat und sind von den anderen Teilen unseres Volkes durch weite Meere getrennt, die Araber aber einen Staat, der ein Glied in der Reihe benachbarter Schwestern- Staaten sein wird. Und dazu kommt noch das Uebel der Korridore. Wir werden politische Feindschaften!iahen, aber keine politische Macht. Ans pobtNrhen wie aus Wirtschaftliehen Gründen müssen wir zu friedlichen und freundschattliehen Beziehungen mit den Arabern kommen. — Es wäre gut, wenn unser neuer Staat iin Anfang eine Kronkolonie wäre und erst später den Status eines Dominion erhielte. Das wäre eine gute politische Schule für uns. — Aber müssen wir überhaupt dem Vorschlag zustimmen:' Es gibt keinen anderen Ausweg aus d e m v e r w nrrenen Zu- Stand der Gegenwart. Wir!missen nur versuchen, Bedingungen zu erlangen, die uns ein späteres An wachsen noch ermöglichen. Andererseits hat der neue Zustand sein Gutes, daß er uferlosen politischen Träumen und Phantasien ein Ende setzt. Im ganzen sehe ich in der Wendung der Dinge doch so etwas wie ein Heilmittel für unseren Zustand und ein Vorbcugungsmittel gegen Schlimmeres. Immerhin ist es besser, daß wir uns zu dem Neuen positiv einstelien. Bei positiver Einstellung bleibt stets ein Weg zur Verhandlung. Wenn wir warten, bis man uns zwingen wird, wird keine Möglichkeit zum Verhandeln mehr sein. ״Tirath Zwi“ Von unserem Korrespondenten gl., Tel Aviv, 4. Juli Ein neues Glied in der Kette der Bodenbesetzungen iin Beth-Schan. Eine neue Kwuzah, diesmal Mitglieder des Hapoel Hamisrachi, der orthodoxen Arbeiter, die ihren Kernpunkt im ״Kibbuz Rodges“ bei Petach-Tikwah haben, beginnt ihre Ansiedltmg auf Boden des Keren Kajemeth in der Nähe von Beth-Schan. Nach Tel-Amai und Hassadeh, nach Massadah und Lj ח I Likoreh kommt Tiratli Zwi; und so rasch ist die Gewöhnung Palästinas an neuartige und Mut erheischende Unternehmungen, daß dieses neue Glied in der mit großer Kühnheit in der Jordansenke geschmiedeten bieilkmgskette schon wie etwas Selbstverständliches aufgenommen wird. Tirath Zwi ist als eine Kwuzah von 100 Familien geplant. Es stellen fürs erste 10011 Dunam zur Verfügung, später 4000. Die Besetzung des Bodens erfolgte am 20. Tarnmus, der als Todestag von lierzl und Bialik gefeiert wird. Von Beth Alpha ans sammelten sich die neuen Siedler aus Rodges, wie bei den früheren Aktionen dieser Art hatten die bestehenden Siedlungen ihre Hilfe an geboten, Hilfe durch Menschen, .Maschinen und .Malerin!. Die Regierung schickte Polizei, die benachbarten Beduinen machten bald nach der Ankunft der Siedler ihren ersten Besuch. Die Jewish Agency hat das Geld für die ersten drei Monate beschafft, der Keren Hajes sod macht einen Plan für die Investition von Z 4!HD'). Es besteht die Möglichkeit, sofort gegen (cf! L'unam Boden zu bewässern und damit den Grund einer intensiven Wirtschaft zu legen. In Tirath Zwi wie in den anderen jungen Wirtschaften dieser Gegend ist mit dem Start die erste Arbeit geleistet, zugleich den Siedlern und den kolonisatorischen Instanzen eine große Aufgabe für die nächsten Jahre gestellt. Die Siedlung muß nicht mir gegründet, sie muß vor allem basiert und ausgebaut werden. Die Böden, die jetzt von Tirath Zwi in Bewirtschaftung genommen werden, gehörten wie auch manche der benachbarten Kwit/otli zu jenfcn Regieruagsläiidereien, die 1021 von der Administration an Fellachen und Beduinen der Gegend, sowie auch an größere Besitzer verteilt wurden. Die Böden von Tirath Zwi kamen an Beduinen des Tales, die sie prompt an ein Mitglied der Husseini-Familie verkauften. Dieser Effendi begann auf dem Boden mit der Anlage einer Wirtschaft, Häuserbauten, Anlage von Pflan- Zungen usw. Aber diese Versuche dauerten nicht lange. Der Gutsbesitzer fand den Betrieb nicht lohnend genug und ließ die Wirtschaft liegen. Später wurden dann diese Böden vom Keren Kajemeth angekauft und sie werden jetzt, 15 Jahre nach ihrer Uebergabe durch die Regierung, zum ersten Male systematisch in intensive Bearbeitung genommen. ״!de! mit dem Fidel“ heißt der erste jiddische Spielfilm, der nun in Palästina in hebräischer Fassung (die Lieder jedoch blieben jiddisch) läuft. Der Film, dessen Hauptdarsteiler in die amerikanisch-jüdische Sängerin Ruth Amitai ist, wurde in Palästina mit großer Spannung erwartet. Die hübsche Novelle von Schalom Alejchem, die als Vorwurt diente, berechtigte zu diesem Interesse. Aber leider ist dieser erste jüdische Tonfilm, der außerhalb Palästinas gcdreht wurde, eine Enttäuschung. Technische Mängel gröbster Art und künstlerisches Unvermögen hinterließen einen geradezu peinlichen Eindruck. (Der Film wurde, worüber wir schon berichteten, auch in Polen und Amerika gezeigt. — A. d. R.) Schalom Ben-Chorin Der Jerusalemer Korrespondent der Londoner ״Times“ vom 9. Juli berichtet ausführlich über die Aufnahme der Peel-Empfehlungen In Palästina. Er schreibt u. a., daß in privaten Unterhaltungen repräsentative Sprecher beider Seiten den Bericht heftig kritisieren und die Behauptung aufstellen, daß die Vorschläge ungerecht und undurchführbar seien. Die Tatsache, daß diese kritischen Stimmen in der gegenwärtigen Lage nicht bereit sind, den Wert auch nur eines der verschiedenen Vorteile anzuerkennen, die der Bericht beiden Seiten bietet, läßt vermuten, daß Juden und Araber glauben, daß sich V er h an dlungs möglichkeiten über die Details bieten und sich beeilen, die Hauptpunkte ihrer Einwände bereits jetzt schon festzuhaiten. Die Araber argumentieren, daß der Bericht dem arabischen Staat nichts als Gebirge und Wüste anbietet und 300—400 000 Araber außerhalb dieses arabischen Staates läßt. Auch seien die wertvollen arabischen Orangenzonen südlich von Jaffa den Juden überlassen. Die Araber bestreiten auch die Notwendigkeit eines Permanenten britischen Mandats über die heiligen Stätten und sagen, daß die christlichen und jüdischen Heiligtümer voll geschützt sind, wenn sie unter arabischer und moslemischer Aufsicht stehen, während cs den Synagogen und Moscheen unter christlicher Herrschaft oft schlecht gegangen sei. Die Juden finden ebenfalls viele Einwinde gegen den Bericht. Sie bestreiten vor allem, daß sich die doppelte Verpflichtung des Mandats als unmöglich erwiesen habe und Sonderbare Wahlen Von unserem Korrespondenten Tel Aviv, 8. Juli Mittwoch abend um 9 Uhr hat das Jerusalemer Radio die Regierungserklärung verkündet. Mittwoch abend um 11 Uhr wurden die Urnen der Kongreßwahlen geschlossen. Am selben Tag, der am Abend die Erklärung aus London bringt, geht das jüdische Palästina zu den Kongreßwahlen. Und in dem Wahlkampf, der am vorigen Sonnabend sich in einer ganzen Kette von Versammlungen auslebte, konnte man über die verschiedensten Punkte sprechen hören, nur nicht über den Hauptpunkt, nämlich die künftige praktische Palästinapolitik. Das kann natürlich nicht anders sein, denn weder konnte man die Wahlen verschieben, noch die Publikation des Berichtes beschleunigen. So ist der Wahlkampf auch kurz und verläuft nach den Richtlinien der verschiedenen Parteien wie üblich. In den Fragen der tagliehen Arbeit haben diese Gruppen auch in der Tat verschiedcnc Auffassungen, angefangen bei Kolonisation über Organisation bis Erziehung usw. Aber alle diese sehr wichtigen Komplexe werden ja bei diesem Kongreß neben dem zentralen Problem unserer Stellungnahme zur eng-!!sehen Politik zurückstehen müssen und gerade in diesem Punkte hat sich die Unterscheidung nach Parteien dieses Mal als völlig unzutreffend herausgestellt. Die Stellungnähme zu den gerüchtweise übermittelten Vorschlägen der Kommission hat zu Gegensätzen geführt, die durch alle Parteien hindurch gehen, und wie die Wahlen auch atisfallen mögen, sicher ist, daß sie ein anderes Bild ergeben würden, wenn sie nicht nach dem ״alten“ Schema der bestehenden Gegensätze durchgeführt würden, sondern nach der Diskussion über die Peei-Vorscliläge stattfänden. So wird der Ausgang der Wahlen gerade in Palästina noch wenig über d״n Ausgang der Züricher Verhandlungen besagen. __ ״Woche der hebräischen Sprache“ ln Jerusalem. Im Rahmen der ״W oche für die hebräische Sprache“ fanden am 3. Juli zwei Versammlungen in Jerusalem statt, die vom ״Beth Haam“ veranstaltet wurden. Am Vormittag sprach Professor Dr. Josef Klausner im Kino Edison über Bedeutung und Funktion der hebräischen Sprache beim Aufbau Erez Israels. Am Nachmittage referierte im Rahmen einer Oneg-Schabbat-Veranstaltung der Jeschurun-Synagoge Prof. Dr. Harry Torczvner über denselben Probiemkreis. — Gegenwärtig ist in den Räumen des Jerusalemer Musikkonservatoriuins eine überaus interessante Ausstellung zu sehen. Die Besucher des Fortbildungskurses für Handiertigkeitslchrcr stellen zutn Abschluß des Lehrgangs ihre Arbeiten aus. Versuche in Holz und Pappe sowie Buchbinderarbeiten und kleine Plastiken geben Zeugnis von dem weitgespannten Rahmen des Schulungskurses, dem bei der Wichtigkeit manuellen Unterrichts an den palästinensischen Schulen große Bedeutung zukommt. Herr Ascher Bing, ein aus Deutschland kommender Werklehrer, leitete den Kurs, an dem fünf junge Lehrer teilnahmcn, durchwegs Einwanderer aus Deutschland. Ferien-Abschied von Erez Israel Du zogst von uns Ina hellen Mitlagswinde - den Blick gespannt zu froher Wiederkehr - Und zwischen dir und mir und unserm Kinde Wuchs uferlos das goldbededde Meer. Du sahst das Land - das uns die Welt bedeutet Hlnsdiwinden wie ein Spielzeug: bunt und klein! Der Steward, der an Deck zum Dinner ISulef, Meint: .Dieser Punkl dort wird wohl Haifa sein.' So schnell verschieben sich die Perspektiven: Der Lebens-Raum scheint nur noch Küstenstrich. Die letzten Abschiedsworte, die wir riefen. Verfingen und verlor'n tm Winde sich. Ins Land des Ausmgs wirst du wiederkehren, Für kurze Welle nur dort Gast zu sein. Dort sollst du unter alten, früchteschweren, Vertrauten Baumen sitzen - dort am Rain, Wo wir als Kinder spielten - später sannen In erster Liebe freurlg-süfeem Glück. Grüß auch am Hang die dunkelgrünen Tannen Und bring mir Ihren herben Duft zurück. Und schlleli den Himmel von ive I Heimatländern bi deine liebe-starke Seele ein. Und lab sie ausgcfQllt bis zu den Rindern Vom Licht des Doppelspiegels sein. Schalom Ben-Chorln sagen, daß England niemals wirklich versucht habe! das Mandat auszuüben. Auch habe die palästinensische Regierung sich niemals große Mühe gegeben, Araber und Juden zusam menzubringen. Der Berichterstatter faßt die jüdischen Einwände in folgenden fünf Punkten zusammen: 1. daß Jerusalem aus dein jüdischen Staat ausgeschlossen werden soll; 2. daß das den Juden zugesprochene Gebiet nur ein Fünftel des Gesamtgebietes Palästinas darstellt und nur einen ungenügenden Raum für den Bedarf der jüdischen Einwanderung bietet; 3. daß die zwei wichtigsten jüdischen Industriewerke, die Potash-Werke und die Ruthenberg• Station, im arabischen Gebiet liegen sollen; 4. daß der projektierte jüdische Staat, der schon genug finanzielle Verpflichtätigen habe, um die größtmögliche Bevölkerung in einem überkleb!en Gebiet unterzubringen, noch gezwungen sein soll, eine Subvention an die Araber zu zahlen; 5. daß die jüdische Unabhängigkeit durch die britische Kontrolle in allen Hauptstädten des jüdischen Gebietes mit Ausnahme von Tel Aviv beschränkt sein soll. ״Dailv Telegraph“ berichtet aus Palästina, daß sowohl die Araber wie auch die Juden vielfach der Ansicht seien, es sei vorzuziehen, in Palästina zu einer arabisch• jüdischen Einigung zu kommen, als die von der Kgl. Kommission vorgeschlagene Teilung anzunehmen. Intercssiert an der Teilung sei lediglich der Emir Abdullah von Transjordanien, der künftig einen unzweifelhaften Macht- Zuwachs zu erwarten hat. Wauchope konferiert Der Leiter des politischen Departments der Jewish Agency, Mosche Schertok, hat nach der Veröffentlichung der Vorschläge der Peel-Kommission eine längere Beratung mit dem High Commissioner abgehalten. High Commissioner Wauchope hat sich am Sonnabend Im Flugzeug nach Amman begeben, um mit Emir Abdullah über die Vorschläge der Kgl. Kjommission zu sprechen. Die arabische Zeitung ״Felestin״ berichtet, daß eine britische G r e n z 1 i 11 i e n k o 11! m i s s i 0 11 ■ihre Arbeit nachst es Frühjahr beginnen wird, die die Grenzen des jüdischen und arabischen Staates ziehen wird. Jerusalem soll in zwei Gemcindebczirke Ungeteilt werden, in einen jüdischen und in einen arabischen. Die Hauptstadt des arabischen Staates soll entweder Nablus oder A m man werden. Der Kibbuz ״Ba tele in“, der am 5. dieses Monats feierlich am östlichen Ufer des Kinneretli-Sces eröffnet wurde und welcher nach den Empfehlungen der Kgl. Kommission in den zu gründenden arabischen Staat eingeschlossen werden soll, sandte (laut ״Palcor“) an Dr. Weizmann und Ben-Gurion ein Telegramm des Inhalts, daß sie den entschlossenen Kampf um ihre Existenz dort führen werden und daß sif* niemals von ihrer jetzigen Position weichen werden. ״Gefährliche Irrtümer“ Die Pflanzer-Zeitschrift ״B u s t e n a i“ bringt folgende Ausführungen; Die arabische Nationalbewegung war zur Zeit des Weltkrieges verhandiungsbereit. 1914 wurden in Damaskus Verhandlungen geführt, an denen auch Sokolow teilnahm. Auch 1919 fanden in Damaskus mit Unterstützung König Feisals Verhandlungen statt. An dein Scheitern dieser Verhandlungen ist auch Gleichgültigkeit und Sorglosigkeit von zionistischer Seite Schuld. Spätere Versuche im Zeitraum 1920—1930 glückten nicht. Im Jahre 1928 unterließen es die Araber sogar — um die schwebenden Verhandlungen nicht zu stören auf ihrem Kongreß gegen die Balfour-Deklaration zu protestieren. Die ganze Zeit hindurch stand der Zionismus der arabischen Nationalbewegung ungläubig gegenüber. Noch heute ist nicht jede Hoffnung verloren. Wir müssen aufhören, die arabische Nationalbewegung nach einzelnen Mordtaten zu beurteilen; wir müssen erkennen, daß sie sich mit andern nationalen Bewegungen messen kann. Es hat viele Jahre gedauert, bis manche hebräische Zeitungen die Existenz der arabischen Nationalbewegung Zugaben. Noch vor wenigen Tagen erklärte ein Mann wie Ussischkin in einer Rede, er habe schon 1919 erkannt, daß es keine arabische, wohl aber eine englische Frage gäbe und dies sei bis heute sein Standpunkt. Aber auch sonst gibt man sich gefährlichen Irrtiimcrn hin. Man überschätzt die Bedeutung des Gegensatzes zwischen Mohammedanern und Christen im arabischen Lager. Die arabische Wirklichkeit ist panarabisch. Es gibt im nahen Osten keine üegenbewegung von irgendwelcher Bedeutung. Es gibt innere Gegensätze, aber sic sind nicht von entscheidender Bedeutung. Auch die Unterstützung fremder Mächte, die die panarabische Bewegung fand, ist kein Zeichen ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit. Im Gegenteil, man kann sagen, daß die panarabische Bewegung auf die Symapthie jeder Mächtegruppe zählen kann. Und das geschieht sicher nicht aus besonderer Vorliebe für diese Bewegung, sondern wegen ihrer inneren Kraft. Störche nach Jerusalem. Auf Ersuchen des Professors ati der Landwirtschaftlichen Hochschule in Warschau, Dr. Wodzynski, hat sich die zoologische Abteilung der Hebräischen Universität Jerusalem bereit erklärt, eine geineinsame wissenschaftliche Untersuchung über Wand ervogel fing durchzuführen. Prof. Wodzynski sendet mit Flugzeug Störche aus Polen, die mit besonderen Zeichen versehen werden, nach Palästina. Diese sollen dort unter Aufsicht der Mitarbeiter der zoologischen Abteilung der Universität zur Feststellung ihrer Flugrichtung freigelassen werden. Die Feststellung ihrer Flugrichtung wird durch photographische Aufnahmen unterstützt. Oie Zusammenarbeit zwischen der Hebräischen Universität und der Warschauer Landwirtschaftlichen Hochschule ist durch Vermittlung der Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität in Warschau zustande gekommen. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 1, Juli hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Aviv folgende Kurse; Allgemeine Hypothekenbank 5 ״'oige Pfand« briefe 38/55 98׳V4, 6 0;oige Pfandbriefe 34/54 102, 6 0/oige kum, Vorzugsaktien 112• ״, gewöhnliche Inhaberaktien U83/!, P. L. 1>. G. gewöhnliche Inhaberaktien 89-6 ״;,oige kum. Vorzugsaktien 931/1. Keren Kajemeth Lejisrae! 2*/a ׳ •>igc- Pfandbriefe 07»4, Bizur Ltd. 6 0/oige Pfandbriefe 99. Familien - Nachrichten Herr Abraham Fuchs (früher Essen), Haifa, Schmarjaha Levin Str. 0, begeht am 21. Juli den 70. Geburtstag. BsimUwah-Termin. Am 24. Juli (18. Aw): Josef Joachim Ehrenberg, Soiin von Hans Ehrenberg, Tel Aviv, Rechov Hayarkon 68. (Schluß des Palästinateils)

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