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Jüdische Rundschau · 1937-07-13 · Heft 55 (13.7.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 55 (13.7.1937)
Date
1937-07-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 55 13. VII. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Kurze Inhalts-Angabe Der eigentlithe Autor? Der Peel-Bericht Wir haben in Nr. 54 einen Ueberblick über den Aufbau des Blaubuches gegeben. Wir bringen nun noch eine skizzenhafte Inhaltsangabe des Ganzen. Der Bericht, der 404 Druckseiten umfaßt, zerfällt in drei Teile: 1. das Problem, 2. das Funktionieren des Mandates, 3. die Möglichkeit einer dauernden Lösung. 1. Das Problem Auf 146 Seiten und in 5 Kapiteln gibt die Kommission einen Ueberblick über die Geschichte Palästinas über einen Zeitraum von fast 4000 Jahren. Die Kommission verfolgt die jüdischen und die arabischen Zusammenhänge mit Palästina vom Jahre 2000 vor Beginn der bürgerlichen Zeitrechnung bis zur Gegenwart. Das alte hebräische Palästina habe durch seine religiöse Kultur, durch soziale und politische Ideen und durch die unsterblichen Werke in Prosa und Poesie Beiträge zur Weltkultur geleistet, die hinter denen von Griechenland und Rom nicht zurückstehen. Außerdem könne die Christenheit nicht vergessen, daß Jesus auf jüdischem Boden gelebt und sein Evangelium auf jüdischen Gedanken aufgebaut hat. ״ln den 12 Jahrhunderten und mehr, die seit der arabischen Eroberung des Landes verflossen sind, war Palästina faktisch aus der Geschichte ausgeschaltet... Aber wie arm und verlassen es auch war, für die Araber, die in Palästina lebten, blieb es doch ihr Land, ihre Heimat.“ Der Bericht beschreibt ausführlich das Schicksal der luden in der Welt mit der Feststellung, daß das Palästina-Problem mit dem jüdischen Gesamtproblem u n a u f ־ löslich verknüpft ist. ״Während ihrer Zerstreuung über die Welt haben die Juden niemals Palästina vergessen, und ihre Verbindung zu Palästina war nicht etwa nur geistig oder intellektuell. Immer, oder fast immer, seit dem Untergang des jüdischen Staates haben Juden in Palästina gelebt. Unter arabischer Herrschaft gab es nicht unbedeutende jüdisehe Gemeinden in den größeren Städten.“' Der Bericht beschreibt sehr verständnisvoll das Entstehen und die Entwicklung der zionistischen Bewegung bei den ostjüdischen Massen und bei den intellektuellen Juden des Westens. In dem Abschnitt ״Der Krieg und das Mandat“ beschäftigt sich der Bericht mit den Versprechungen, die den Juden und den Arabern gemacht wurden. Es wird festgestellt, daß England im Jahre 1915 dem Scherifen von Mekka versprach, daß im Falle eines Sieges der Alliierten der größere Teil der arabischen Provinzen des türkischen Reiches seine Unabhängigkeit bekommen würde. Die Araber verstanden dieses Versprechen dahin, daß Palästina in den Umkreis der unabhängigen arabischen Gebiete einzubeziehen sei. Bei Besprechung der zwischen Dr. Weizmann und dem Emir Feisal am 3. Januar 1919 geschlossenen Vereinbarung bemerkt der Bericht: ״Diese Vereinbarung stellt einen der kurzen Augenblicke in der ganzen Geschichte dar, in dem durch arabische und jüdische Staatskunst eine wirkliche Harmonie erreicht wurde. Wenn König Hussein und Emir Feisal ihre großen arabischen Staaten erlangten, so seien sie bereit, das kleine Palästina den Juden zu überlassen.“ Bei Erörterung der Frage, was der eigentliche Sinn eines jüdischen Nationalheimes sei, sagt der Bericht: ״Im Churchillsehen Weißbuch von 1922 ist nichts enthalten, was die schließliehe Errichtung eines jüdischen Staates ausschließen würde, “ttnd Mr. Churchill hat uns in seiner Vernehmung selbst erklärt, eine derartige Ausschließung sei auch nicht beabsichtigt gewesen.“ An anderen Stellen dieses Kapitels heißt es: ״Unter dem Gebiet, in welchem das jüdische Nationalheim errichtet werden sollte, wurde zur Zeit der Balfour-Deklaration das ganze historische Palästina verstanden, und die Zionisten waren außerordentlich enttäuscht, als in Erfüllung des MacMahon-Versprcchens, das zeitlich vor der Baitour-Deklaration lag, Transjordanien abgetrennt wurde.“ ״Ohne Frage (jedoch) war das primäre Ziel des Mandates... die Errichtung des jüdischen nationalen Heimes zu fördern.“ In dem Kapitel ״Palästina 1920—1936“ schildert der Bericht die gesamte industrielle, politische und soziale Ent- Wicklung Palästinas in der Mandatsperiode, und stellt dabei fest: ״Es soll -freimütig anerkannt werden, daß die soziale Tätigkeit der Regierung, obwohl sie direkt oder indirekt dem ganzen Lande zum Segen gereichte, mehr den Arabern als den Juden zugute kam. Das war verständlich genug, ganz abgesehen davon, daß die Araber die überwältigende Majorität der Bevölkerung darstellten.“ Der Bericht beschäftigt sich eingehend mit der Entwfcklung des jüdischen National'heims und der gleichzeitig wachsenden arabischen Gegnerschaft, die in einer Anzahl ernsthafter Ausbrüche zum Ausdruck kam. Acußere Faktoren trugen dazu bei, die Situation immer gefährlicher zu gestalten, nämlich der ständig wachsende Andrang der europäischen Juden nach Palästina und die Entwicklung des arabischen Nationalismus in den benachbarten Ländern. Diese äußeren Faktoren wurden wesentlich verstärkt durch die Aenderung der Verhältnisse in Deutschland und die Vcrschlcchterung der politischen Situation in Polen und Rumänien. In dem Kapitel ״Die Unruhen von 1936“ stellt die Kommission fest, daß nicht nur die Juden, sondern auch die palästinensische Regierung die Angegriffenen waren. Ein neuer Zug war diesmal die Rolle, die die arabischen Herrscher in den Nachbarländern spielten, die das Ende des Streiks herbeiführten. Ais die eigentlichen Ursachen der Unruhen werden bezeichnet: das Streben der Araber nach nationaler Unabhängigkeit, sowie ihr Haß und ihre Furcht vor der Schaffung der jüdischen nationalen Heimstätte. Daneben wirkten die vergrößerte jüdische Einwanderung seit 1933 und das Mißtrauen der Araber in die Aufrichtigkeit der britischen Regierung. In dem Kapitel ״Die gegenwärtige Situation“ heißt es: ״Vor 12 Jahren war das jüdische Nationalheim ein Experiment, heute ist es ein gutgehender Betrieb." Die neue Note, die seine Entwicklung 1ns Land gebracht hat, ist die städtische und ländliche Entwicklung, und der Bericht stellt den Gegensatz zwischen dem modernen, demokratischen und vorwiegend europäischen Charakter des Nationalheims und der arabischen Umwelt fest. ״Das Nationalheim stellt eine höchst kultivierte, höchst demokratische, politisch sehr interessierte und ungewöhnlich jugendliche Gemeinschaft dar... Der Status einer Kronkolonie wäre nicht die angemessene Regierungsform.“ Der Bericht verzeichnet das bemerkenswerte A ת w a c h - sen der arabischen Bevölkerung seit 1920 und stellt fest, daß es zum Teil in der wachsenden Prosperität Palästinas seinen Grund hat. Viele arabische Landbesitzer haben von dem Verkauf von Boden und der nutzbringenden Investierung des Kaufgeldes profitiert. Die Fellachen sind im allgemeinen heute besser gestellt als 1920, und die Araber haben von der sozialen Tätigkeit der Regierung Vorteile gehabt, die ihnen in diesem Ausmaß niemals hätten zuteil werden können, wenn die Juden nicht einen großen Teil zu den Regierungseinnahineii beigetragen hätten. Das alles hat aber nicht hindern können, daß der arabische Nationalismus gewachsen ist und heute eine ebenso starke Macht darstellt wie der jüdische Nationalismus. Beide sind in ständigem Wachsen begriffen, und die Kluft zwischen ihnen wird immer größer. Was die Araber vor allem ersehnen, ist nationale Unabhängigkeit, was sie am meisten fürchten, ist jüdische Herrschaft. Was die Juden am meisten ersehnen, ist׳ die Freiheit zur vollständigen Entwicklung des Nationalheims, was sie am meisten fürchten, ist, daß sie auch in Palästina zu einer permanenten Minorität, die der Möglichkeit arabischer Beherrschung ausgesetzt wäre, verurteilt sein könnten. Im Kapitel ״Die Haltung der Regierung“ konstatiert der Bericht, daß die aufrichtigen Versuche der Reierung, beide Völker unparteiisch zu behandeln, die eziehungen zwischen ihnen nicht verbessert haben. Die Ereignisse des letzten Jahres haben gezeigt, daß alle Versöhnungsversuche nutzlos sind. ״Aus diesen Gründen sind wir“, so heißt cs in dem Bericht, ״wenn auch widerstrebend, zu der Ueberzeugung gekommen, daß keine Aussicht auf eine dauernde Lösung, basiert auf einem gemäßigten arabischen Nationalismus, besteht.“ ״Es ist uns daher klar, daß weder die arabischen noch die jüdischen Vorschläge, die uns offiziell unterbreitet worden sind, eine Basis Für eine friedliche und dauernde Lösung bilden.“ 2. Das Funktionieren des Mandates Im zweiten Teil des Berichtes untersucht die Kommission sorgfältig, was während der Dauer des britischen Mandats seitens der Verwaltung getan wurde, und sie erwägt, welche Maßnahmen zu treffen seien, falls die Verwaltung auf der Grundlage •des Mandates fortgesetzt wird. Die Kommission ist der Meinung, daß die palästinensischen Beamten im Regicrungsdienst in normalen Zeiten gut arbeiten, daß sie aber in der Zeit von Unruhen unzuverlässig sind und schlägt daher eine sorgfältigere Auswahl der Beamtenschaft und die Einrichtung von Ausbildungskursen vor. Daneben regt die Kommission zahlreiche andere administrative Reformen an. Eine strenge Kritik für die arabischen Unruhen erfährt der Mufti, der ״sein gehöriges Maß an Verantwortung zu tragen hat“. Die Kommission empfiehlt die Einsetzung einer arabischen Agency als Gegengewicht gegen die Jewish Agency. Bei der Erörterung der Frage der öffentlichen Sicherheit übt die Kommission strenge Kritik ander palästinensischen Regierung unter dem High Commissioner, Sir Arthur Wauchope. ״Heute ist es vollständig klar, daß die elementare Pflicht, für öffentliche Sicherheit zu sorgen, nicht erfüllt worden ist. Wenn es eine Beschwerde gibt, die die Juden ohne jeden Zweifel mit Recht vorzubringeri haben, so ist es das Fehlen von Sicherheit. Ihre Beschwerden hierüber waren würdig und zurückhaltend.“ Die hauptsächliche Empfehlung der Kommission zu diesem Thema ist: ״Sollten noch einmal Unruhen ausbrechen, die die Einsetzung von Militär erforderlich machen, so sollte unverzüglich Kriegsrecht im Lande unter einheitlicher militärischer Kontrolle eingeführt werden. Solange keine Entwaffnung der Bevölkerung durchgeführt ist, sollte die Hilfspolizei zur Verteidigung der jüdischen Siedler als eine geschulte Truppe beibchalten werden.“ Bei ihren Reformvorschägen für die Verbesserung der öffentlichen Sicherheit verzeichnet die Kommission die Tat- Sache, daß es 1936 260 Morde, 67 Verurteilungen wegen Mordes, aber kein einziges Todesurteil gegeben hat. In den Kapiteln ״Finanzen und fiskalische Fragen“ und ״Der Boden“ befürwortet die Kommission eine Reihe von administrativen Aenderungen und stellt fest, daß der Mangel an Boden weniger den jüdischen Bodenkäufen als dem Anwachsen der arabischen Bevölkerung zuzuschrciben ist. Die arabischen Behauptungen, daß die Juden einen unverhältnismäßig hohen Anteil an gutem Boden erhalten hätten, sei nicht aufrechtzucrhalten. Im Kapitel ״Einwanderung“ konstatiert die Kommission, daß dieses Problem erheblich schwieriger geworden ist durch die Veränderung der Verhältnisse in Deutschland, die wachsende wirtschaftliche Not der Juden in Polen und durch die drastische Einschränkung der Einwanderungsmöglichkeit nach den Vereinigten Staaten. Die Kommission schlägt die Aufgabe des Prinzips der wirtschaftlichen Fassungskraft und statt dessen ein politisches Maximum für die jüdische Einwanderung vor. Dieses Maximum soll für die nächsten fünf Jahre auf höchstens 12 000 Seelen pro Jahr nach dem Ermessen des High Commissioner und vorbehältlich der wirtschaftlichen Fassungskraft des Landes festgesetzt werden. Die Kommission schlägt vor, die Einwanderung von Personen, die im Besitz von £ 1000 sind, nur dann zuzulassen, wenn der Betreffende beweisen kann, daß er nicht nur £ 1000 besitzt, sondern daß in Palästina auch noch Platz ist für zusätzliche Betätigung in dem Beruf, Handel oder Gewerbe die er auszuiiben beabsichtigt. ״Die Kommission kann nicht die Anschauung akzeptieren, daß der Mandatar, nachdem er die Schaffung eines Nationalheimes erleichtert hat, berechtigt wäre, seine Tore zu schließen. Das wirtschaftliche Leben des nationalen Heimes hängt, wie an anderer Stelle schon gezeigt wurde, von weiterer Einwanderung ab; und sehr viel Kapital ist in der Annahme, daß die Einwanderung fortdauern würde, investiert worden.“ Zum Abschluß dieses Teiles des Berichtes stellt die Kommission noch einmal fest, daß alle ihre Empfehlungen nur Pall iati v mittel darstellcn für den Fall, daß man, entgegen ihrer eigenen Ansicht über eine dauernde Lösung, die Fortsetzung des Mandates beschließen sollte. ״Die Schwierigkeit hat immeT darin bestanden und wird, wenn das Mandat fortdauert, weiter darin bestehen, daß die Existenz des Nationalheimcs, weichen Umfang es immer haben mag, den Arabern in Palästina den Weg versperrt, denselben nationalen Status zu erreichen, den alle anderen Araber in Asien bereits erreicht haben oder bald erreichen dürften.“ In einem kurzen Kapitel ״T r a n s j o r d an i eit“ kommt die Kommission zu dem Ergebnis, daß alle Vorschläge zur Erweiterung des Jüdischen Nationalheimes durch jüdische Einwanderung nach Transjordanien auf der alten Vorstellung eines Einvernehmens zwischen Juden und Arabern beruhen. ״Wenn es tatsächlich möglich wäre, ein harmonisches Einvernehmen zwischen den Juden und Arabern in Palästina herzustellen, so würden die Araber in Transjordanien wahrscheinlich jüdische Einwanderung mit Ruhe hinnehmen und schließlich sogar willkommen heißen. Aber solange Juden und Araber in Palästina miteinander streiten, ist es unwahrscheinlich, daß sie sich außerhalb Palästinas einigen. In Transjordanien, wie in anderen unabhängigen arabischen Staaten, wird dem jüdischen Unternehmungsgeist die Tür nur dann offenstehen, wenn freundlichere Beziehungen in Palästina hergestettt werden können.“ Das Kapitel ״Oeffentliche Gesundheit“ gibt eine Uebersicht über die Maßnahmen der Regierung und * ln verschiedenen Zeitungen erhält sich hartnäckig das Gerücht, daß der Erfinder der Radihallösung einer Teilung Palästinas das Kommissionsinitglicd Prof. Reginald Coupland ist. Von ihm sollen auch die nächtigsten Formulierungen des Berichtes stammen. (Sach außenhin gilt der einstimmig angenommene Bericht natürlich als gemeinsames Produkt der ganzen Kommission.) Prof. Coupland ist Professor der Kolonialgeschichie an der l'nieersiUil Oxford. Die ,,Jüdische Rundschau“ hat am 14. August 1936, nach seiner Ernennung zum Mitglied der Royal Commission, über sein Buch ,,Das Weltreich in diesen 'Tagen‘‘ berichtet, worin er ,,Freiheit und Einheit“ als die zwei Sterne bezeichnet, die in ein neues Zeitalter des Friedens, in ein Jerusalem, die ,,Stadl Gottes“, geleiten. 1 oto: Archiv (iMiiuuiiHuuuiUituiuuiiMiHiMtuiiimmimimimuutmuimtiuutimiiuiiHmmmmiumMMmmumuimmuiumuumim über die Entwicklung des jüdischen Gesundheitswesens. Bei ihrer Beurteilung der jüdischen Beschwerden, die darauf hinauslaufen, daß die Regierung das jüdische Gesundheitswesen nicht ausreichend subventioniert habe, stellt die Kommission fest, daß diese Frage die Schwierigkeit illustriert, die es naturgemäß in einem Staate geben muß, der für zwei Nationen mit so verschiedenem Lebensstandard zu sorgen hat. Wenn die Juden darauf hinweisen, daß sie einen unverhältnismäßig hohen Anteil zu den Regierungseinnahmen beisteuern, so will die Kommission das keineswegs bestreiten, stellt aber demgegenüber ihrerseits fest, daß die Steuerbeiastung in Palästina pro Kopf des Einwohners etwa £ 4 beträgt, was — seihst wenn man für den jüdischen Steuerzahler einen höheren Satz annimmt — nicht zu vergleichen ist mit einer Steuerleistung von £ 20 per Kopf der Bevölkerung in England. Im Kapitel ״Ocffentliche Arbeiten“ beschäftigt sich der Bericht eingehend mit den jüdischen Beschwerden wegen ungenügender Beteiligung von Juden an diesen Arbeiten, kommt aber zu dem Ergebnis, daß die Regierung in Anbetracht aller Umstände diese Frage großzügig behandelt hat und daß kein Grund für die Annahme vorliegt, die Regierung habe sich der Beschäftigung von Juden bei den öffentlichen Arbeiten abgeneigt gezeigt. Die jüdischen Beschwerden seien in der Hauptsache auf mathematischen Berechnungen begründet, aber die Regierung müsse bei ihren Entscheidungen auch andere Faktoren in Betracht ziehen. Im Kapitel ״E r 7. i e h u n g s w e s c n“ wird eine Liebersicht über das jüdische und arabische Schulwesen sowie über gemischte Schulen gegeben. Die Eröffnung einer britisehen Universität für den Nahen (Osten, die von Juden und Arabern besucht und mit der Jüdischen Universität in Jerusalem nicht konkurrieren, sondern koopcrieren soll, wird vorgeschlagen. Das Kapitel ״Lokale Verwaltung“ enthält einen besonderen Abschnitt über Tel Aviv. Eine Reihe von Reformen in bezug auf die lokale Verwaltung werden vorgeschlagen. In bezug auf Tel Aviv empfiehlt die Kommission, daß die Forderung Tel Avivs nach einer beträchtlichen Anleihe unverzüglich und mit Sympathie aufs neue erwogen werden soll. Der nächste Absatz behandelt die wiederholten Versuche der Regierung, einen G e s e t z g e b e n den Rat einzuführen, und den Widerstand, auf den alle diese Vorschlage gestoßen sind. Die Ursache dafür erblickt die Kommission in der Existenz des gegenwärtigen Mandatssystems, das die Versöhnung der Juden und Araber nicht zustande gebracht hat, so daß der eine Bevölkerungsteil oder der andere jeweils befürchten muß, in einem sich selbst regierenden, vom Mandat befreiten Palästina von der Majorität unterdrückt zu werden. Im folgenden Kapitel, betitelt ״Schlußfolgerungen und Empfehlungen“, womit der zweite Hauptteii des Berichtes abschließt, resümiert die Kommission noch einmal die Schlußfolgerungen und Empfehlungen, zu denen sie gelangt, falls das Mandat bestehen bleibt. Sie nimmt an dieser Stelle in aller Kürze noch einmal Stellung zu den in den früheren Kapiteln ausführlich behandelten Beschwerden der Araber und der Juden. In diesem Zusammenhang wird zu der jüdischen Beschwerde, daß die Regierung die hetzerische Tätigkeit, insbesondere des Mufti von Jerusalem, geduldet habe, im Bericht gesagt: ״Wir betrachten es als unglücklich, daß keine Schritte getan wurden, um die Wahlen für den Obersten Moslemischen Rat zu regulieren, der sich za einem Staat im Staate mit einem unabsetzbaren Präsidenten entwickelt hat.“ ln bezug auf die jüdische Beschwerde, daß die ei»■ forderlichen Schritte nicht getan worden seien, um die Restriktionen bei der Einfuhr von Zitrusfrüchten aus Palästina in anderen Ländern zu beheben oder zu erleichtern, sagt die Kommission: ״Wir empfehlen, daß Schritte zur Korrektur des Art. 18 des Mandates (betreffend gleiche handelspolitische Behandlung aller Völkerbundstaaten) unternommen werden, und den Außenhandel Palästinas auf eine gerechtere Basis zu stellen.“ Nach Aufzählung aller ihrer Empfehlungen sagt die Kommission abschließend: ״Dies alles sind die Empfehlungen, die wir für die Behandlung der hauptsächlichen unter dem Mandat ent-

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