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Jüdische Rundschau · 1937-07-09 · Heft 54 (9.7.1937) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 54 (9.7.1937)
Date
1937-07-09
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 54, 9, VII. 1937 J יז ס I r U C ־"1'׳tr,cr4A״ Seite 15 Wie gestalte iel) den Schabbat? Briefe an die Redaktion Für Schabbat,!0. Juli Wochenabschnitt: ״Matoth Masse“ (IV. B. M. Kap. 30, 2 - 36, 13) Eis ist ein höchst bemerkenswerter Zufall, daß in der gleichen Woche, in der in London die Grenzen eines neuen jüdischen Staates bestimmt werden, eine Sidra gelesen wird, in der den nach Kanaan einrückenden Stämmen in aller Ausfiihrlichkeit gesagt wird, welches Gebiet ihnen und ihren Nachkommen gehören soll (Kap. 34, 1 — 12). Liest man diese Sätze genauer, so ergibt sich die überraschende Tatsache, daß ein Teil des Gebietes, das dort angegeben ist, ungefahr mit dem Teil Palästinas übereinstimmt, den die Kgl. Kommission vorgesehlagcn hat. Die vielen Orte, die in dieser Textstelle angeführt werden, lassen sich in! allgemeinen alle auch heute noch feststellen. So ist z. B. Kadesch Barnea ein unter dem Namen Ain Kadisch bekanntes, etwa auf 30iä Grad nördlicher Breite gelegenes Dorf. Der Berg Hör liegt an der Grenze der Edomiter. Chamath dürfte in der Gegend des heutigen Tiberias an den heißen Quellen gelegen haben; die in dein Wort enthaltene Wurzel DU (= heiß) ist hierfür ein einwandfreies Zeugnis. Zedad liegt an der Nordgrenze Kanaans, Sifron an der Nordgrenze Israels, Ribla bei Chamath. Es wäre eine reizvolle Aufgabe für eine Gruppe, an einem Oneg Schabbat ari Hand einer biblischen Karte alle diese Orte einmal aufzusuchen. Es stellt sich heraus, daß nach unserer Bibelstelle die Grenzen des jüdischen Staates folgende sind: Im Süden die Wüste Zin (die nach Aegypten überleitet) und das Tote Meer. Im Westen das Mittelmeer, im Norden das Gebirge bis zur Nordgrenze Kanaans, also ungefähr des heutigen Syriens. Im Osten von Syrien über den Kinerethsee am Jordan entlang bis zum Toten Meer. N. Die Entwicklung der Aggadah (XXI) Volksdichtung und Sammlungen (8) Den Charakter volkstümlicher Aggadah haben noch die späteren Sammlungen in hebräischer und jüdisch-deutscher Sprache aufzuweisen. Um die Wende des 16. und im Laufe des 17. Jahrhunderts nehmen wir eine starke mystisch-kabhalistische Strömung wahr, besonders im Zusammenhang mit der um sich greifenden messianisclien Bewegung des Schabbatai Zwi. Aber auch die blutigen Verfolgungen in den polnisehen Kronlandcn Podoliens und der Ukraine zur Zeit der Kosakenaufstände um das Jahr 164S haben die Sehnsucht nach der Errettung und somit nach dem Geheimnisvollen, dem Ucbernatiirlicbcn und Erlösungsbringenden gesteigert. Das Interesse des Volkes wandte sich daher in der Haupt- Sache den leuchtenden Gestalten aus dein Bereich der Mystik und Kabbala zu. Die zeitgenössischen Volksbücher und Saminlungen raumen daher viel Platz den mystisch umrankten und sagenhaft ausgestatteten Helden des Sohar, des heiligen Buches der Kabbalisten, ein, wie etwa R. Schimon b. jochai und den anderen aus der talmudischen Epoche stammenden Mystikern. Neben den Helden des Sohar und des Talmud rücken jetzt an die Spitze der Sammlungen die Gestalten aus dem Mystiker- und Kabbalisten kreis von Safed, an deren Spitze der berühmte R. Izchak Lurja (der ״Ari“) stand. Hier ldbte im 16. Jahrhundert ein Kreis von Menschen in völliger Abgeschiedenheit, in einer Welt der Versenkung und der unstillbaren Sehnsucht nach Erlösung. Es entstehen damals die hebräischen Bücher ״Sohar Chadasch“, ,,Ez Chajim“, ״Emek ha-Melcch“, ״Kaw ha-jaschar“ u. a., die voll von mystischen Spekulationen und Geheimnissen und wunderlichen Erzählungen sind. Neben dem ״Kaw ha-jaschar“ (erschienen 1705 06) des Hirsch Kajdanower, der sowohl hebräisch wie jüdisch-deutsch abgefaßt wurde, wollen wir noch ein Volksbuch, die ״Maasse Adonai“ des Akiba Bär b. Joseph, erwähnen. Dieses Buch, dessen erster Teil in Frankfurt a. M, 1601 und der zweite Teil in Fürth 1694 erschien, verfolgt ebenso eine erbaulich-didaktische Tendenz wie die früheren Maassc-Büchcr, ist aber im Unterschiede von ihnen von den zeitgenössischen mystischen Stimmungen be• herrscht. Das 18. Jahrhundert ist im Osten Europas von der Erscheinung des Chassidismus beherrscht. Diese große religiöse Bewegung ist zur Wiege der sich weiter bildenden Aggadah geworden. Neben den volkstümlichen Sammlungen entstehen sogenannte hymnologische Legenden, die um den Schöpfer, R. Israel Baal Schemtow und seine jünger kreisen, Allein von außerordentlicher Bedeutung ist die Erzählungs- Kunst des chassidischen Märchens R. Nachman Brazlawers (1772—1816) für die neueste Formgestaltung der volkstümliehen Aggadah geworden. Es sind allegorische Erzählungen (״Ssipptirei ha-Maassijoth“), die durch ihre innere Geschlossenheit und Urwüchsigkeit aufhorchen lassen. R. Nachmans ״Maassijoth" haben die moderne jiddische Dichtung, nicht zuletzt Perez, aufs stärkste beeinflußt. Einzelne Geschichten in Martin Bubers ״Die Geschichten des Rabbi Nachman" sollten bei dieser Gelegenheit vorgelesen und besprochen werden, _ J. M, Ein Chazaren-Roman. Im Verlag R. Löwit ist soeben der Roman ״D a s Volk des harten Schlafes“ von Oskar Baum erschienen. Es ist dies die erste literarischkünstlerische Behandlung der heute noch im Dunkel Iiegenden Geschichte der Chazaren. Der Roman spielt in Südrußland, im Reiche des Chazarenvolkes, das vom Kaspischen Meer bis zu den Karpathen reichte. Ein großer Teil dieses Volkes, insbesondere die Oberschicht, ist bekanntlieh zum Judentum übergetreten. Das nach schweren Kämpfen neu organisierte Reich blühte ein Vierteijahrtausend lang, es wird von Zeitgenossen als ein Wunder der Toleranz gegenüber allen Bekenntnissen beschrieben. Der Dichter hat die historischen Dokumente über dieses Reich, insbesondere seine Entstchnngskrise, zu einem großangelegten Geschichtebild verarbeitet. (Die ״Jüdische Rundschau“ hat vor einiger Zeit ein Kapitel des Romans zum Vorabdruck gebrach!.) Moritz S'e'nschne'ders berühmtes Werk ״V o r 1 e s u n gen über die Kunde hebräischer Handschriften, deren Sammlungen und Verzeichnisse“ (Preis $ 2,50 gebunden), die 1897 zum ersten Male veröffentlicht wurden, ist jetzt in Jerusalem vom Verlag Bamberger & Wahrmann im deutschen Original neu herausgegeben worden. Ibas Werk enthält reiches Material über hebräische Manuskripte in öffentlichen Sammlungen oder in Privatbesitz, die über die ganze Welt zerstreut sind. Ein Standardwerk der jüdischen Bibliographie, das viele Jahre hindurch nur mit großer Schwierigkeit zu erhalten war, ist durch diese Ncuausgabc der Ocflentlichkeit wieder zugänglich geworden. Dies wird gewiß von der wissenschaftlichen Welt begrüßt werden. Von der hebräischen Enzyklopädie ist in Tel Aviv soeben der sechste (Schluß-) Band erschienen. Er um* faßt die Buchstaben Pe bis Taw. An der Enzyklopädie, deren erster Band 1935 erschien, haben 12’) Autoren mitgearheitet. Sie enthält 12 600 Stichworte und 1003 Bilder und Karten. Zur Beamfenreform Paris, 20. Juni Sehr geehrte Redaktion! Der Artikel m tu Thema ״Funktionäre‘‘ in Xr. 48 der ,,jüdischen Rundschau*‘ bedarf noch einer Ergänzung nach einer anderen Richtung. Wir stehen an der Schwelle von EnNcheidüngen, die wahrscheinlich ein jüdisches StaaKwescn in Paläslina schaffen. Der Jcwbh Agency, die b:shcr letz'en Endes ein privater Organismus war, werden jetzt staatliche Funkiionen und damit die Vcrantwortung einer Ntaatiichen Vorwallung Zufällen,!?;־sitzen wir in unserer zionistischen Orgnni• sation im Daiuth, in dem Verw alt ung-kör per der ,,Jcwbh Agency“ in Palästina das In• strunient, das der Lösung einer so schwierigen Autgabe gewachsen ist? Wir glauben, daß kein unparuni-rH denkender Zionist diese Frage po.-it iv!,*‘antworten kann. In ihrer Lesamtheit isi die zionhtbchc Iieamtcnsrhalt in moralischer Hin• sicht sicheilicn den Yerwaltuugsköijx’rn aride er Staaten und i>|. fentlichcr 1 n-t!tut innen gleichwertig. Dagegen scheint es uns, daß die f a e h 1 i c h e Oualiiikation, man kann wohl sagen der Mehrzahl uu>erer Peammn, keineswegs der ('.rohe und Schwierigkeit der vor uns stehenden Aufgaben ent ich!. Sic stammen meist, aus der Propaganlaa’bcit hzw. sind auf Lnmtl ih er zioni-uLehen oder parteili ־hen Zuve-!;L-igkei!. nicht .1ix*r ihrer fachlichen U11Mi ikatiou zu ihren Posten gekommen. Diese Mä nncr stehen daher vielfach — trotz besten Willen:•', ihre Aulgaben zu erfüllen — den Verwaltung•־! cch'n Lehen Probletuen, der Krlcdigung wirt-rluttln her oder!iaanzicüer Prägen völlig hiltlogegenüber. IX gibt heute m der zioniebrhen Yer- Ballung weder moderne Arh!:it-.• methoden, noch (־ine wirksame Tradition der Arbeit. Fs ist sicherlich richtig, daß in Palüstina die Krlahrungen und die zahlreichen Aufgaben des bigliehen LeWn.- in einzelnen Fäh len die mangeln׳.)!׳ S.huhmg ausgeglichen haben, aber jt-der l’a• kbiiacn-cr kann berichten, was in dicker llindcht noch zu tun bleibt, (ianz arg liegen aber die Yrrhä 1t nb-c in der Mehrzahl der < ia’uth-Organbaiiüncn. Die Dmrhüihnmg un-erei־ na<d1-!e!t ZukmbNauigahen na h der Schalfung eine-־ autonomen jüdbchen Staatswe-on-, d. 11. vor allem auch die י )rganb.1tion einer M a -י. ־ e n c i n w a n d e r u n g und einer sc!mellen Einw urzehmg die-cr X! udnwandeicr in der pa'a-1i:;e1׳>i-( l!{'!) WiM.-rhal. würde durch l'n/ulangl elikcdcn 111 der zionbtbehcn Ycrvw 1tmig-ciiwer gedihnlet werden. Wir glauben nicht, daß ohne eine grumi-!(׳;.;ende Reform der 1.>:-!k rigen A’ bei bin et ho011'.׳ in der zionbhselten \ c w altueg eine PcMalfigung de! schwierigen Au! gaben möglich bt. Die R01:11,*׳ darf u. F. nicht erst dann vorgenoinmen werden, wenn dime Milb stände eine neue Kirne herbeiführen, sondern bereits heute, auf dem die-jahrigen Kongrelb Wie andeie Völker, die sielt ihr staatliche,-. Lehen in dm letzten Jahren .111 :gcl׳aut. habe!!, sollten auch wir die llcianzielmng a. 11 s 1 ä n d i s c h e r H crat er und E\pe!ten zur Reform unserer Verwaltung■ bzw. zu ihrer sachgemäßen Organisatiou nicht verschmähen. in un-cmn l'aile war len die-e Perater wohl niebt englis hcr Iler* kunlt sein. Die Reorganisation der Verwaltung muß u. L. an der Spitze vier Jewbh Agency beginnen, und e-־ muß ein Innenöcpartemenl. ge•־! ha ten werden, da-־ nicht nur eine ,,rjuanti!e ticgligcable“ neben den auderen Departements i-L sondern das mit Mnehtvoüko ,׳mcniieiten au.-gtoiaMet ist und in die Organi-ation der anderen DepaitemcnU uiul der Fondemgteiten kann. Da- () g.mi ationnleoancment muß entweder eine l’nierabteilung dieses Innenminbtenums sein oder in engster Kourdinafion mit ihm arbeiten. Yor allem mul'׳ jetzt auch der verhiingnisvolle 1' e h 1 e r der Y c 1 i e g u n g 1׳ e s O r g a n i - s a t io n s d e parte m ents 11 a e h Jerusalem g u \ g e - m a (11 י t. weiden. Sitz des < hgnubnt ion-dcp11־ ternent s, dem man Mittel und Mcn-chen zur \"crlijgung stellen muß. muß unter allen bm-tün-'en vieler Lond (י n oder eine andere euiopäix he 1 huipi aadi werden. Uhr glauben, daß nicht diejenigen Mitglieder der I־Ackunvu\ die man auf andeien < Ichieten ni11 ׳t. hiaurlihar (0 wenden kann. :■■o!). dein daß die h r י; e n Manier der zioni■-'i-!dien Ar.-ei; an die Spi: ze der neuen \! raünn:־.p■ o־ gani-a: in!! t re? ea mü n. Ls kam! nariiilirh niciit die Au.gehe dic-er /eilen .-■ein, lucr die (;!und/.iige einer zi■ ■ni n!-«־b־■;! Yet'w ahuiigoe o׳ m ׳ ho /u!cg1־׳!. Wir nm--(*n unauf einige Anregungen I 11! »-0׳ ank« n. Lmu:',־c U. L. eine An 'nung de! 7e>-!u -t 1 -i hei! Le.!! 1>t ■ז ■!,,:־׳- .■■־ am ( '<: und ihre1 ׳ .c:-־־ung ׳;aa unk.!- tion -I.HPin!e1׳. uni.: i e- -i<!.er D.i. 11! Unniug i ieh ja. o! >1 ן ■ k ז ive Maf.Ltabe die-■׳!■׳ <gu:1In 1!.!<!n guten i’nilnngen. dur; h ,,o1 ־ zu linden. Die Maßnahmen, die Speyer am 1 4. J ״li 1937 SeingecIlM.- ׳ Rr• lakriu!!! Dr. Aiur׳! K1 ipiei!־ O3 •׳>I Aviv, lv:.l.rl itet 1 II Oh ׳.•:!) Hrn-1 i! 1 X r. 52 d■ ■r .. 1 u O י:1 -!״״>( 1” u!r! ׳8 . d .! 5 .!ie 11■ 1 illn; -11 Am;■׳: >atz ,, \V.,1ldi! 1; 1, u :! u ח v ■!״ Ihnkcav‘ le ’׳:■!*-' r \ [■-1 ״:.::mg tin-c c י Hi!;! u! 1 y ־; in-pi lurr .׳■<! .so/-U-apen L: ׳I ז iII111 ur ]־וי 1 1 am ul Recht \)C -־!(■!u'ir! 1 '1;״׳ ahitf-t. würde•. Mit Re.'! 11 V. emt Dr. Kupic Leiy ׳ luraut bin. daß eine de anige Hii'igung der demlenz a! 'genu nter Ihn bar; -ie! ung nur \ o!.•־, Imh lei-tcn würde. Fine ,-ohhe PilUgung darf au׳- meinem. Aut>nt r. nieii t entnommen werden. Ich habe in ihm lediglich die objektive Tatsache unserer in der Yerengimg unseres Bii* in dieser Richtung zu treffen sind, wie ein Prüfungswesen, ein Bcamtemecht, eine Beamtenordnung usw. lassen sich sicher auf f i 1 und der Erfahrungen und Einhcbtungen anderer Länder aufbauen. Ein wichtiges Prohlem ist die Sicherung eines zionistischen Beamt ennachwuch* .sus. Die Entwicklung Palästinas, der sozial-ideale Zug der zionistischen Jugendbewegung haben es mit sich gebracht, daß sich die besten Menschen der jadi-chen lugend der Chaltizbevegung angeschlossen haben. Die l־'olge dieses bcwundcrurigswürdigen Klans ist aber, daß heute die Organisation und die Verwaltung der zionistischen Bewegung außerhalb und auch inne׳ halb Palästinas kaum gecigne!e Men:־( hen für die Durch-!11111 ung der organisatorischen Au׳g.1־hon finden können. Es hciu.t uns wichtig, daß in die- -c־r Rirhomg W'anlel geschaffen wnd und daß die Bewegung a׳c h eine fachliche llernnhildüng von geeigneten jungen M e! ־־-׳!:cn für die Beamt enhiuf- ,:־ahn dm chlührt. Mit zionistischem Gruß E. K a s k c 1 i n e diing-begntu sich spiegelnden Kulun vepirmung zu begründen ve -U'lu. Lud wenn ich schrieb: ..IX mag sein, daß wieder geb stige Energien frei werden, wenn w ir mit die.-ern Lehen (dem!..eben einer unerhoiten Koni- ׳ ן i 1 / i e ז u 1: g de- Ex!>tenzkampfes) vertraut geworden sind. Aber soweit sind wir heute noch nicht־‘ — so .spricht hieraus meine Meinung über die tatsachlichen M Ö g 1 i c h k e i t e n ku!tu־c!’«r Yertietung unter den gegenwa■ tigen Umständen. Diese Meinung fuhrt, mich aber nicht zur Propagierung einer Resigriation. sondern zu der einer verstärkten Kulturarbeit. Schaiom Reinhold Her* ״Verengung unseres Bildungsbegriffes“ Eine Frau im ״Glücklichen Arabien“ The Southern Gates of Arabia. A Journey in the Hadliramaut. By Freya Stark. — Albatross Library Vol. 323. Die erste weiße Frau, die jemals das unerforschte Land Hadhramaut bereiste — das Land vor! Saba und Raamah, das den Kindern Israel einst den Weihrauch lieferte, der auf den Altären von Jerusalem (ebenso wie auf den Altären von Damaskus, Ninive und Rom) duftete — war Freya Stark, die junge Forscherin, die man in England schon mit allen Ehren der Geographischen Gesellschaften ausgezeichnet hat. Sie schreibt ihre Bücher zum Glück nicht im Ton trockener wissenschaftlicher Berichte: nie vergißt man, daß hier eine frische und helläugige Frau spricht, die sich in den alten Forschungsberichten ihrer Vorgänger ebenso gut auskermt wie sie mit den lebendigen Bewohnern dieser noch fast unerforschten Landstriche, mit ihren Fürsten, Frauen und Eseltreibern zu verkehren weiß. Kein Wunder; sie spricht nicht nur ihre Sprache, sondern sie ißt und trinkt mit ihnen, sie weiß von ihren Ritten und Gebräuchen und versteht es, uns von alledem ein höchst lebendiges, ja oft spannendes Bild zu geben. — Für uns Juden ist ihre Reise ganz besonders lehrreich, weil sie uns vom arabischen Volkscharakter manchen plastischen und in vielem von früheren Reiseschi!- derungen abweichenden Eindruck zu vermitteln weiß. Und wenn sie auch von vielen Fehlschlägen und von vielen Krank- Oeffne mich Herr! Von Ilse Blumenthal-Welfe Oeffne midi, öffnem!ch Herr! Wölbe die Trunkenheit meiner Leiden Ueber das Dunkel der tiefsten Nacht. Dafe ich sie lidite, dafe Ich sie trfinke Mit meiner Augen Jahrtausendzeit, Dafe Ich die Stimme unendlld\ verschenke Leuchtender, labender Fruchtbarkeit. Siehe, tdi habe den Aufschrei gelitten, Den der Propheten Erkennen gebar. Siehe, Ich habe das Erdreich zerschnitten, Das meiner Ahnen Gefangenschaft war. Wanderung blutet In meinen Träumen, Grab und Geburt und der Vater Verrat. Aber 1dl will midi enigegenbSumen Aller Vernichtung und Missetat, Bis meines Herzens zerbrochenes Streben Ueber den Trümmern der Ferne loht- Oeffne midi, Herr, dem unendlichen Leben) Oeffne midi, Herr, dem unendlichen Tod! beiten, die ihre Reise erschwerten, ja fast gefährdeten, berichten mußfe, so ersteht doch ein buntes Nebeneinander von seltsamer Schönheit des Landes und seiner Bewohner, von Festen und Tranerfeiern, von Beduinenlagern una Palästen. ... Und wir verstehen gut die im Stile des Orients abgefaßte, dennoch diesmal fast wahrheitstreue Ansprache der Schule von Huraidlia; sie feiert die erste Frau aus den Rassen des Westens, die ohne irgendeinen Gelahrten oder Begleiter aus ihrem eigenen Volke hcrkani und — ״durch ihre Ankunft unsere Augen erquickte und unsere Sehnsucht stillte....“ bs. Jüdisdie Geschiditsforsdiung ״Historische Schriften“ des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts (JWO) in Wilna, Neue Folge. Aus Anlaß des 73jährigen Geburtstages Simon Dubnows erscheint soeben, unter der Sdiriftlcitung von E. T s c h e r i - ko wer, Band II der ״H!.־torischen Schriften“, hcrausgegeben von der Abteilung für Geschichte des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts (JWO). S. Horod etzky steuert eine Studie zur Genealogie S. Dubnows bei; I)r. M. Gaster zu einem hebräischen Manuskript aus der jüdischen Geschichte (18. Jahrhundert); Prof. S. Krauß eine ״(itverali mimedinath Oesterreich“; Dr. J. B r u t z k u s eine Geschichte der kaukasischen Bergjuden vom Altertum bis in die Gegenwart; Dr. B. Wcinryb eine Sammlung von uncdieiten jiddisch geschriebenen Briefen aus dem Jahre 1588 (Archiv in Breslau); J. Hcilpcrn einen Ueberhlick der ״auswärtigen Politik“ des ״Waad Arba Arazoth“; J. Lewitatz den mit Erläuterungen versehenen. Pinkas von Dubno (Wolhynien). Eine weitere Reihe von Aufsätzen behandelt die Geschichte der Kabbalah und des Chassidismus. So stellt sich Prof. A. F r e i m a n 11 mit einer Studie über die Anhänger Sabbataj-Zewis ein; E. Tsch crikovret mit einer solchen über eine Kabbalisten-Gemeinsclnaft im Jerusalem des 18. Jahrhunderts; W. R a b i n o w i t s c 11 mit einem Beitrag zur Geschichte der Karüner Chassidini. Die Geschichte der polnischen Juden bildet den Gegenstand einer weiteren Stndienfolgc. Aus der Feder Dr. Mahlers rührt ein Abschnitt der Geschichte des jüdischen Handels im 16. Jahrhundert her; N. P r i I 111 z k i liefert dazu Anmerkungen. S. T runk verdanken wir Materialien zur Geschichte der polnischen Juden im 15. Jahrhundert; M. Kossower eine Bearbeitung der Responsen als Quelle zur Geschichte der Juden in Polen; Dr. E. Ringelblum einen Beitrag über die Juden in Warschau im 18. Jahrhundert; Prof. M. Balahat! einen solchen über die Krakauer Juden im 18. Jahrhundert; J. W arsc 11 a w s k i eine Abhandlung über die Juden in Kongreß-Polen und in der Geheimpolizei jener Zeit; Dr. J. Schatzki über die Juden im polnischen Aufstand von 1831; . Zinbcrg eine ausführliche Schilderung des im 18. Jahrrindert in Wilna zwischen der Gemeinde und dem ״letzten Rabbi“ ausgebrochenen Zwistes. Drei Beiträge zur Geschichte der russischen Judenpogrome der 80er Jahre des verflossenen Jahrhunderte fördern neues Tatsachenmaterial. Dabei stützen sich die drei Verfasser auf Quellen verschiedenen Ursprungs: E. Tschcrikowcr bedient sich russischer Dokumente, Dr. N. M. Gelber schöpft in Wiener Archiven und J.Liffschitz in amerikanischen. Der neue Band enthält ferner eine unveröffentlichte Korrespondenz prominenter jüdischer Persönlichkeiten. Hier sind vertreten David Friedländcr (Beitrag von Dr. J. Meisei) und Moses Heß mit 22 Briefe an Rerthold Auerbach (mitgeteilt und erläutert von B. N i k o I a j e w? k i)

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