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Jüdische Rundschau · 1937-07-09 · Heft 54 (9.7.1937) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 54 (9.7.1937)
Date
1937-07-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 54, 9. VII. 1937 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 13 Der ״Friedensschluß von Beth Joseph“ ״Blutgeld" statt ״Blutrache11 Von C. Z. Klötzel, Jerusalem ״Morgen früh um zehn Uhr schließen die Leute von Beth Joseph mit den Arabern der Umgegend Frieden. Wollen Sie nicht hinfahren?“ Die freundliche Frage wird nachmittags um fünf Uhr an mich gestellt, zu einer Zeit, da es weder einen Zug noch einen Autobus mehr gibt, um mich wenigstens noch bis Haifa zu bringen. Ich bin dennoch am nächsten Tage punkt Zehn in Beth Joseph. Eine verstandnisvolle Auto-Gesellschaft läßt — gegen hundertprozentigen Aufschlag auf den Fahrpreis — ihr erstes Haifa-Auto den Umweg über Afuleli machen. Und im dortigen Bahnhof pfeift terade, wie vom Fiimmel gesandt, ein Zug nach Zemach. s ist sehr lange her, daß ich zum letztenmal auf einen fahrenden Zug gesprungen bin, aber die alten Knochen schaffen’s noch. Erez Israel ist im allgemeinen ein Land, das die Routine des Journalisten einrosten läßt. Aber diese Reise nach Beth Joseph scheint im Nachglanz vergangener Zeiten zu stehen. Man kann nicht oft genug betonen, w i e klein Erez Israel ist, besonders heute, wo man es auch noch teilen will. Gleichzeitig kann man nicht aufhören, sich darüber zu wundem, welche Mannigfaltigkeit dieses winzige Land umschließt. Die Strecke nach Zemach führt über Ejn Charod, die größte landwirtschaftliche Kollektivsiedlung. Von der Bahn gesehen sieht sie aus wie eine kleine Stadt, rings umrahmt von kleineren jüdischen Siedlungen. Von dort bis zur neuen Haltestelle Beth Joseph fahrt man wenig mehr als eine Stunde — eine Bummelzug-, nicht eine Schnellzugstunde. Aber danach ist man in einer anderen Welt. Von der weiten Tafelfläche des Emek ist man in das Hügeltal des Jordans gekommen, in ein anderes Klima, eine andere Land- Schaft, eine andere politische Welt. Hier ist, wenigstens für das Auge, Arabien. Am Horizont eine Stadt mit Minaretts und Palmenwipfeln: Beisan. Während man im Emek überall die Dreschtnäher an der Arbeit sah, diese ״Tanks der Getreideschlacht“, die in wenigen Minuten einen Dunam Getrei.de abrasieren, schneidet man hier das Korn mit vorsündflutlich anmutenden Sicheln. Und überall, nahe an der Bahn und am Fuß der fernen Hügel, stehen die schwarzen Beduinenzelte gegen das satte Gelb der noch nicht abgeernteten Felder und der weiten Stoppciflächcn. Lange hat mich nichts so stark berührt wie der erste Blick auf Beth Joseph. Es ist eine von jenen neuen Siedlungen auf dem Boden des Keren Kajemeth, die in eine in Tage errichtet wurden, da man die Siedler nicht eine einzige Nacht ohne den Schutz der Mauer und des Wachtturms lassen konnte. Versunkene Erinnerungen werden wach: die Bilder aus dem ״Lcderstrumpf“ unserer Jugendtage. Wie eines jener Blockhäuser der ersten amerikanischen ״Settiers“ sieht Beth Joseph aus, ein befestigtes Lager, und wenn es nicht rings von Wäldern umgeben ist, in denen der ״Sitzende Büffel“ und das ״Falkenauge“ auf den günstigen Augenblick warten, die Scharen ihrer Rothäute hervorbrechen zu lassen, so lebt in den schwarzen Zelten ringsum ein Nomadenvolk, bei dem es nicht erst des heute in starkem Maße vorhandenen politischen Gegensatzes bedürfte, um es feindselig auf die Eindringlinge blicken zu lassen, die ihrem freien Streifen den Anspruch der Seßhaften entgegenstellen. Dieser uralte Gegensatz hat in Beth Joseph, wenige Wochen nach seiner Gründung, zu einem Ereignis geführt, das latente Feindseligkeit leicht hätte in offenen Kampf aufflammen lassen können, ln einer Nacht bemerkten die Wächter eine verdächtige Bewegung dicht an der Mauer der Siedlung, schossen nach Anruf — und am nächsten Morgen fand man einen toten Araber, das Gewehr noch in der Faust. Ich weiß nicht, wie in diesem Fall die palästinensische Regierungsmaschine funktioniert hat, und was von Polizei und lerichr unternommen wurde. Der Beduinenstamm, dem der Getötete angehört hatte, folgte jedenfalls seinem jahrtausendealten Wüstengesetz, das ״Auge um Auge, Zahn für Zahn“ fordert — Blut für Blut. Er erklärte den Leuten von Beth Joseph die Blutrache. Das bedeutete, daß sie außerhalb ihrer Mauer keine Minute hei Tag und Nacht ihres Lebens mehr sicher waren. Zu jeder Stunde und aus jedem Hinterhalt konnte sie die Kugel des ״Bluträchers“ trefien. Natürlich ist die Blutrache in Palästina ganz ״ungesetzlieh“, und der Bluträcher, wenn man ihn erwischt, wird als Mörder behandelt. Aber man erwischt ihn nie. Jedes Gesetz ist z־tt seiner Durchführung auf die freiwillige Unterstützung derer angewiesen, für die es geschaffen ist. Und die Araber — vor allem die Nomaden — unterstützen wie ein Mann ihren alten Blut-Code, und nicht die Paragraphen der Palästinaregierung. Insbesondere in der Nähe der transjordanischen Grenze und im Negew ist das alte Wüstengesetz noch voll in Geltung. Und die Regierung muß sich, ob sie will oder nicht, in der Hauptsache darauf beschränken, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß bei seiner Ausübung wenigstens von jener milderen Alternative Gebrauch gemacht wird, die es zuläßt. Wenn die Familie des Getöteten einwilligt, kann an die Stelle der ״Blutrache“ das ״Blutfeld“ treten, eine Entschädigung, nach deren Zahlung er Friede zwischen den beiden Parteien als wiederhergestellt ist. Zweihundert Pfund sollten die Juden für den toten Araber von Beth Joseph zahlen. Außerdem sollte der Familie des Toten ein Areal von fünfzig Dunam Land — in arabischem Gebiet — gekauft werden; eine Forderung, wie sie bei dieser Gelegenheit zum erstenmal gestellt wurde. Natürlich hatten die Araber zuerst erheblich schwerere Bedingungen gestellt, und matt hatte nach guter orientalischer Manier heruntergehandelt. Es blieb immer noch ein hoher Preis — zu hoch, wenn man bedenkt, daß die Leute von Beth Joseph nichts getan hatten, als sich gegen einen Eindringling auf ihrem Grund und Boden zur Wehr zu setzen. Die Siedlung ״Beth Joseph“, die als isolierter Vorposten auf dem Boden des Keren Kajemeth im Beisan-Gebiet liegt. Aber es war der einzige Preis, um den Frieden zu haben war, und damit die Möglichkeit zu Arbeit und Aufbau. Man beschloß, ihn zu zahlen. Und nun sollte der feierliche Friedensschluß stattfinden. Auf dem Wachtturm von Beth Joseph standen einige der Siedler und sahen nach den Boten aus, die vom Beduinenlager kommen mußten, um die Leute der Siedlung dorthin einzuladen. Bei den Beduinen hatte am frühen Morgen schon Mr. Andrew Einzug gehalten, einer der beiden während der Unruhen ernannten Spezialkommissare für die Sicherheit im Lande. Er kam hoch zu Roß und an der Spitze einer imponierenden berittenen Polizeimacht, deren Anblick geeignet war, die Beduinen von einer Sinr.esänderung im letzten Augenblick zuriickzuhalten. Während sieh um ihn im Beduinenlager eine Reihe arabischer Notabein versammelten, die sozusagen als ״Schwurhelfer“ fungieren sollten, darunter der Districtcommissioner von Tiberias, der Bürgermeister von Beisan und ein äußerst malerischer ״Emir“ ans Transjordanien, trafen in Beth Joseph die Mitglieder der jüdischen ״Friedensdelcgation“ ein. Das waren alte Siedler aus dem Gallii, Führer des Jischuw wie Nach ווו an i aus Tiberias und Nachum Horwitz. aus Kfar Gileadi, die arabisch sprechen und in der arabischen Gedankenwelt so heimisch sind wie in ihrer eigenen. Dazu kam Captain Rink von der Polizei, der unmittelbare Vorgesetzte aller jüdischen Hilfspolizisten im Norddistrikt. Man wurde auf eine lange Probe des Wartens gestellt. Es war gegen 2 Uhr nachmittags, als die Posten auf dem Turm das Nahen eines Autos vom Beduinenlager her meldeten. Ihm entstieg ein sehr nervöser arabischer Polizei- Offizier, der meldete, es sei nun alles bereit. Aber die Araber wollten nur eine ganz kleine Zahl von Juden zulassen, sechs bis acht Leute. Als er hörte, daß da ein Journalist sei, der sogar photographieren wolle, hob er voller Entsetzen die Hände. Das sei ausgeschlossen! Das könne die ganzen Verhandlungen in Gefahr bringen! Unter keinen Umständen dürfe der Mann auch nur seine Nase im Beduinenlager sehen lassen! Der liebenswürdige Captain Rinlc zuckte bedauernd die Achseln: Unter diesen Umständen ... er sei ״very sorry indeed“, aber er könne dem Journalisten nicht helfen. Er tat es dennoch, unbewußt. Denn er stieg in das Auto seines arabischen Kollegen und ließ sein eigenes zurück. In dieses setzte sich still und bescheiden der Journalist in der Erwartung, daß es früher otleT später seinem Eigentiinier folgen werde. Das tat es denn auch, ohne daß der jüdische Polizist am Steuer irgendwelche Fragen stellt. Das Beduinenlager wimmelte von Lehen.!11 einem großen Zelt hatten sieh die Stammesältesten zur Beratung zusammengefunden, während in einem anderen Zelt gebraten und gebacken wurde, Kaffee gebraut und — Bier auf Eis gekühlt. Mr. Andrew selbst war so freundlich, mich in die Friedensversammlung einzuführen, die meine Anwesenheit angeblich zu sprengen drohte. Die eigentliche Zeremonie des Friedensschlusses war schon vorüber, sie war kurz und bündig gewesen. Man hatte ein großes weißes Tuch herheigebracht, und in dieses hatte zuerst der malerische Stammesfürst aus Transjordanien einen Knoten geschlungen, wobei er feierlich erklärte, daß weder die Familie des Getöteten, noch sein Stamm irgendwelche Feindseligkeit mehr gegen die Leute von Beth Joseph hegten, und daß fortab unverbrüchlicher Friede herrschen werde. Dann machte Mr. Andrew als ״Eideshelfer“ der Juden ebenfalls einen Knoten in das Tuch und erklärte, daß diese ihm das ,,Blutgeld“ zu getreuen Händen übergeben hätten und er es an die Familie und den Stamm auszahlen werde. Dann wurde das Tuch mit den beiden Knoten an der Spitze der höchsten Zeltstange befestigt — die Friedensfahne wehte. Und sofort wurde allen Anwesenden schwarzer Kaffee gereicht, und mit dem ersten Schluck, den die Leute von Beth Joseph schlürften, waren sie aus der Blutrache verfallenen Botanik in Palästina In der Zeitschrift ״Reschimoth la-botanika“ gibt der Herausgeber H. R. Oppenheimer einen Ueberblick über die Entwicklung der botanischen Forschung im neuen Palästina: Bis zum Beginn des gegenwärtigen Jahrhunderts gab es in Palästina überhaupt keine systematische naturwissenschaftliche Forschung. Nur vorübergehend kamen europäischc und amerikanische Gelehrte als Touristen ins Land. Der erste in Palästina ansässige Botaniker war Aharon Aronson, der als der Entdecker des Urweizens bekanntgeworden ist. Er gründete die erste landwirtschaftliche Ver- Suchsstation in Atlit. Nachdem Aronson 1919 tödlich verungiückt war, gründeten War bürg und Volcani das Institut für Agrikultur und Naturwissenschaften. Aus diesem Institut, dessen Hauptzweig die landwirtschaftliche Versuchs- Station in Tel Aviv (jetzt Rcchowoth) war, entwickelten sich verschiedene Forschungsinstitute: die botanische Abteilung der Hebräischen Universität in Jerusalem, die Abteilungen für Phytopathologie und für die Physiologie und Genetik der Pflanzungen an der Versuchsstation in Rcchowoth. Außer diesen Forschungsstätten gibt es irr» Lande noch die botariische Sammlung der amerikanischen Kolonie in Jerusalem, die Sammlung Aronsons in Sichron-Jaakow, die privaten biologischen Laboratorien in Tel .Aviv, das Museum für die Botanik der Bibel und des Talmud in Verbindung mit der Hebräischen Universität und den botanischen Garten der Ackerhauschule in Mikwe-JisraeL ln den letzten dreißig Jahren sind eine große Anzahl von Forschungsarbeiten zur fialästinensischen Botanik erschienen, deren Autoren hier ebten. Zur Systematik und Geographie der Pflanzen erschienen Forschungen von Aronson, Fig, Oppenheimer, Warbürg und Sohari. Fig, Sohari und Feinbrunn veröffentlichten ein Bcstimmungsbuch aller in Palästina vorkommenden Pflanzen. Reicher! und seine Mitarbeiter arbeiteten auf dem Gebiete der Krankheiten der in Palästina kultivierten Pflanzen, wie Bananen, Zitruspflanzen, Weizen usw. Die Forschungen aut dem Gebiete der Pflan 7enphysiologie begannen hier im Jahre 1926. Die Arbeiten erstreckten sich vorzüglich auf das Gebiet des Verhaltens der FHIanzen zum Wasser und ihre Widerstandskraft gegen Trockenheit. Genetische Forschungen beschäftigten sich mit der Frage der Herkunft der Jaffa-Orange. Das Interesse der Forscher wandte sich auch den Aufforstungsproblemen in den Bergen und in den Meeresdünen zu. Ein besonderer Zweig der botanischen Wissenschaft, der der Initiative von Bialik und den Arbeiten von Reubeni und Loew viel verdankt, ist die Erforschung der Pflanzen, die in der Literatur der jüdischen Antike erwähnt sind. Dem Aufsatz ist eine Bibliographie beigegeben, die 103 Forschungsarbeiten umfaßt. Das ״Import Directory for Egypf, Palestine Syria, Lebanom Iraq, Iran and Turkey“ erscheint demnächst im Verlag Gershon Ben — The Rudolf Mosse Agency, Tel Aviv. 'TV f*,. ־' hi der Milte der Spezialkommissar fiir die Sicherheit im lande, Mr. Andrew. Links neben ihm S'achnuuu (Liberias), einer der Unterhändler von jüdischer Seite. Hechts der Stammeshäuptling aus Transjordanien, der seitens der Araber den Frieden beschwor Voio,: <: Ku,u«1 Feinden zu friedlichen Nachbarn und Gästen des Stammes geworden, deren Leben und Ehre heilig waren. Dann wurde aut arabische Art getäfelt. Schöpsenfleisch in allerlei Zubereitung wurde aufgetragen und würdevoll verspeist, wobei die länger der rechten Hand Messer und Gabel ersetzen mußten. Erst bediente man die fremden Gäste, die weder dem Stamm noch Beth Joseph angchörten. Dazu servierte man den Nichtluohammedanen! eiskaltes Bier — ״aus Rischon I.czion, echtes To/ereth! laaretz“, wie Mr. Andrew mit grober Befriedigung festsuilte. Dann wurde den bisher feindlichen Nachbarn aufgetragen, und inan genoß den heute in Palästina so seltenen Anblick, Juden und Araber gemeinsam im Kreise hocken und ihre Hände iri dieselbe Schüssel tauchen zu sehen. Fs war mehr als mir ein Symlxil. Mit wem der Orientale ißt, den be• trachtet er nicht als seinen Feind. Aber es wäre übertrieben zu sagen, daß eine besonders freundliche Atmosphäre geherrscht hätte. .Man hatte Frieden geschlossen, man würde nicht gegenseitig einander nach dem Leben trachten. Aller unter dem gleichen Zeltdach saßen hier Menschen aus zwei Welten, die gar zu verschieden voneinander sind, als dal! sie einander nahekommen könnten. Der Gegensatz |nde — Araber ist zwar stark, aber relativ jung. Die Feindschaft zwiulien dem Nomaden und dem Seßiiaften ist uralt mul von der Natur selbst geschaffen. A■ diesem winzigen Punkte selt en sie für den Augenblick aus der Weh geschaffen zu sein. Aber es braucht nur ein anderer Bediiinenstamm zu kommen, und der alte Konflikt kann morgen wieder ausbreehen. Dachte jemand daran, als man sich nach dem Fssen auf männliche Art mit — Schießen amüsierte? Fs war ein Schauspiel, bei dem viel geknallt und wenig getroffen wurde, auch von den Arabern nicht, die ja kein Bier getrunken hatten. Der einzige Meisterschuß bei diesem Revolver-Ttirnier wurde von einem Juden abgegeben, und die Beduinen waren sportsmännisch genug, ihm zu applaudieren. Schließlich ging das schöne Fest 711 Ende. Mr. Andrew ritt an der Spitze seiner Reisigen davon, sehr befriedigt von dem Friedensschluß und der Festtafel. Den Beduinen konnte man es ansehen, wie zufrieden sie mit dem schönen Geld waren, das sie bekommen hatten (Keren Kajemeth und Keren Hajessod halten sich in der Aufbringung geteilt). Und die I eute von Beth Joseph kehrten zurück in ihren winzigen Bezirk innerhalb der Mauer und unterhalb des Turms. Schon auf dem Wege hatten sie das bunte Bild aus ״Tausend und einer Nacht“ vergessen, und als sie an der Brunnen Bohrmaschine vorbeikamen, interessierte sie schon nichts mehr, als ob man nicht endlich — Wasser finden würde. Die Keren Haiessod-Einnahmeii während des ersten Se• mesters 5697 belaufen sieh auf 197 4SI Pfund, verglichen mit 129 839 Pfund während der gleichen Periode im Jahre 5696. Diese Zahlen stellen eine Zunahme von 52 1 ״ dar. Zu dem obenerwähnten Betrag kommen noch 70-119 Pfund, die durch den Mifal Bizzaron in der Diaspora aufgebracht wurden. Es stellen sicii daher die Gesamteinnahmen der Jewish Agency während der obenerwähnten Zeit auf 263 105 Pfund, verglichen mit 131 100 Pfund während der gleichen Zeit im Jahre 5696. Die Ausgaben enthalten 8 1 000 Pfund für Kolonisation, 310!'() Pfund für Siedlung und öffentliche Bauten, 23 000 Pfund für Immigration, 56 500 Pfund für Sicherheit, 15OCX) Pfund für Erziehung und 13 000 Pfund für Handel und Industrie. Wirtschaftsforschung in Palästina. Unter dem Titel ״Ru!- letin of tiie Economic Research Institute of tlie Jewish Agency for Palestine“ hat das Ockonomisclte Fors c h tt n g s i n s t i t r. t der Jewish Agency erstmalig im Juni einen Bericht (in englischer und hebräischer Sprache) veröffentlicht, der über die Arbeit des Instituts informiert, eine Analyse der wirtschaftlichen Situation in Palästina gibt und über die wirtschaftliche Lage im Vorderen Orient unterrichtet. Auch wichtige Ein zeif ragen werden in dem Heft erörtert; so die Schwierigkeiten fiir Industrie-Unternchmungen; die Vermehrung der jüdischen Bevölkerung in Palästina, die keineswegs günstig ist, weil z. B. in den Siedlungen kaum mehr als zwei Kinder auf eine Ehe kommen•, auch die Bedeutung der steigenden Weltmarktpreise für die palästinensische Wirtschaft wird einer Unter- Stichling unterzogen. Sehr aufschlußreich sind auch die Sta* tistiken, in denen man über Milch Produktion und Milchverbrauch sowie in analogen Tafeln über Produktion und Verbrauch von Eiern Genaueres erfährt — eine sehr wichtige Arbeit in einem Lande, in dem die offizielle Statistik noch in den Anfängen steckt. fiaifaer Industrie-Statistik. Rund 5000 Menschen sind zur Zeit in Industrie und Handwerk in Haifa beschäftigt, fast doppelt soviel wie im Jahre 1933 und fast fünfmal soviel wie im Jahre 1930. Der Zuwachs war dabei am stärksten in der Industrie, deren Beschäftigungszahl sieh seit 1930 mehr als verfünffacht hat, während sie im Handwerk nur lim etwas über das Dreifache stieg. Der Zahl der Betriebe nach überwiegt das H a n d w e r k, der Zahl der Beschäftigten nach jedoch bei weitem die Industrie, die fast dreimal soviel Personen Arbeit gibt. Während auf einen Industriebetrieb durchschnittlich 21 Arbeitskräfte kommen, entfallen aut den Handwerksbetrieb durchschnittlich 3. Die Zahl der Handelsbetriebe hat sich seit 1930 fast verdreifacht, während die Zahl der Angestellten sich auf mehr als das Dreifache erhöhte. Die Betriebe sind also Im Durchschnitt größer geworden, was in noch stärkerem Maße für die Industrie- und Handwerksbetriebe gilt, die 193(1 durchschnittlich nur rd. 9 bezw. 2 Arbeitskräfte beschäftigten, Es gab 1937 in der Industrie 168 Betriebe mit 3580 Beschäftigten, im Handwerk 443 Betriebe mit 1347 Beschäftigten und im Handel 933 Betriebe mit 2770 Beschäftigten. A. M,

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