Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 54 (9.7.1937)
- Date
- 1937-07-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 54, 9. VH 1957 י׳ י ״ ־ j p M e וו*»'"'׳', Seif» 7 Friede in der Reichsvertretung Nene Arbeitsteilung — Erweiterung des Rates das Einverständnis oder wenigstens die Einwilligung der Regierten zu regieren, etwas, wofür, wie wir glauben, das englische Volk wenig Neigung hat. Andererseits gibt es eine starke britische Tradition der Freundschaft mit dem jüdischen Volk. Nirgendwo haben die Juden es leichter gehabt zu leben und sich zu entwickeln als in Großbritannien. Nirgendwo gibt es einen tieferen Wunsch zu tun, was getan werden kann, ihnen in ihren e gen w artigen Schwierigkeiten zu helfen, irgendwo wurde der Zionismus vor dem Kriege besser verstanden oder wurden ihm solche praktischen Beweise der Sympathie gegeben. Das britische Interesse geht parallel mit dem britischen Gefühl. Seit den Irühesten Tagen der britischen Verbindung mit Indien und darüber hinaus ist der Friede im Vorderen Orient ein Fundamentalgrundsatz unserer Außenpolitik; und für die Aufrechterhaltung dieses Friedens kann die britische Politik eine fast uminterbrochenc Kette von Freundschaft mit den Arabern aufzeigen. Es ist jetzt nicht weniger wünschenswert, als es immer gewesen ist, daß diese Freundschaft sielt nicht vcrschlechtert. Andererseits ist es selbstverständlich im britischen Interesse, soweit wie möglich das Vertrauen des i ii - dischen Volkes, wo immer es lebt, zu behalten. Wir schätztfB es während des Krieges hoch ein und können es im Frieden nicht verachten. 18. In diesen Ueberlegungen liegt ein letztes Argument für die Suche nach einem Ausweg um jeden [,reis aus den bestellenden Schwierigkeiten in Palästina. Denn eine Fortdauer oder sogar eine Verschlimmerung — und Fortdauer bedeutet dies — der gegenwärtigen Lage kann nicht ohne die ernstesten Besorgnisse betrachtet werden. Es bedeutet ständige Unruhe und Aufstände im Frieden und potentielle Gefahr im Falle eines Krieges. Es bedeutet eine ständige Verminderung unseres Ansehens. Es bedeutet die all mähliehe Entfremdung zweier Völker, die traditionellerwcise unsere Freunde sind: denn die Araber Palästinas sind schon zu Gegnern gemacht worden und die Geduld ihrer Stammesbrüder in der arabischen Welt wird auf eine barte Probe gestellt; und die Juden, besonders in den Vcreinigten Staaten, ziehen die Aufrichtigkeit in Frage, mit der wir die gemachten Versprechungen erfüllen und glauben, daß Nachlässigkeit oder Schwäche unsererseits die wirkliche Ur- Sache der Unruhen ist. Das ist eine Lage der Dinge, deren Weitcrgehen und Verschlechterung verhindert werden muß, wenn cs irgendein gerechtes und praktisches Mittel der Beendigung gibt. 19. Offensichtlich kann das Problem nicht dadurch gelöst werden, daß man entweder den Arabern oder den Juden alles gibt, was sie verlangen. Die Antwort auf die Frage ,,Wer von ihnen w׳ird am Ende Palästina beherrschen?" muß sicher lauten: ״Keiner“. Wir glauben nicht, daß irgendein wohlmeinender Staatsmann annehmen konnte, jetzt, da die Hoffnung auf eine Harmonie zwischen den Völkern sich als unhaltbar erwiesen hat, sollte Britannien etweder der arabischen Herrschaft 400030 Juden ausliefcrn, deren Einwanderung rach Palästina zum größten Teil durch die britische Regierung erleichtert worden und durch den Völkerbund gutgeheißen worden ist; oder sollte, wenn die Juden eine Majorität würden, ungefähr eine Million Araber ihrer Herrschaff überlassen werden. Aber wahrend keines dieser Volker gerecht über Palästina herrschen kann, sehen wir keinen Grund, warum nicht jedes Volk, wenn es durchführbar ist, einen Teil davon regieren sollte. 20. Zweifellos ist die Idee der Teilung als eine Lösung des Problems den die Frage Studierenden oft gekommen, allerdings nur, um verworfen zu werden. Viele haben eine insfinktive Abneigung gehabt, das Heilige Land zu zerschneiden. Die Abtrennung Transjordaniens von dem historischen Palästina, so haben sie geglaubt, war schlimm genug. Hierzu möchten wir sagen, daß cs wenig moralischen Wert hat, die politische Einigkeit Palästinas auf Kosten eines ewigen Hasses, Streites lind Blutvergießens aufrecht zu er 11 alten und daß kaum eine moralische Verletzung darin liegt, eine politische Linie durch Palästina zu ziehen, wenn Frieden und Verstandnis zwischen den Völkern dadurch auf die Dauer erreicht weiden können. Andere mögen glauben, daß die Teilung ein Eingeständnis der Schwäche sei. Eine der besten und charakteristischsten Züge der britischen Gemeinschaft, so können sie argumentieren, war stets die Art, in der widerstreitende nationale Ansprüche innerhalb ihrer Grenzen zum Ausgleich gebracht worden sind; die Hoffnung, ein Gleiches in Palästina zu erreichen, sollte nicht vorschnell aufgegeben werden. Darauf möchten wir antworten, daß, wo der Konflikt der Nationalitäten überwunden und die Einigkeit erreicht worden ist ־— in Britannien selbst, in Canada, in Südafrika — eine der betreffenden Parteien englisch oder britisch war und daß, wo dem nicht so war, wie in der Trennung zwischen Nord- und Südirland oder zwischen Hindus und Moslems in fndien, der Streit, obgleich er Jahrhunderte alt ist, noch nicht beigelegt ist. Wieder andere gaben den Plan der Teilung zweifellos als unmöglich auf. Die praktischen Schwierigkeiten schienen zu groß; und groß sind sie ohne Frage. Je genauer das Problem geprüft wird, um so klarer sind sie zu erkennen. Wir unterschätzen sie nicht, sie können nicht beiseite geschoben werden. Nichtsdestoweniger, wenn man sich mit ihnen beschäftigt, scheinen diese Schwierigkeiten nicht so unüberwindlich wie die Schwierigkeiten, die in einer Fortdauer des Mandats oder in irgendeiner anderen Form liegen, die uns vorgeschlagen wurde oder die wir uns selbst ausdenken konnten. Die Teilung scheint wenigstens «ine Chance für endgültigen Frieden zu bieten. Wir können nichts dergleichen in irgendeinem anderen Plan sehen. Petition an Roosevelt Die amerikanische Pro-Palästina-Vereiniu n g hat an Präsident Roosevelt eine Petition gegen die eiiung Palästinas gerichtet. Der Präsident wird gebeten, bei der englischen Regierung zu intervenieren und einen Aufschub der Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kornmission zu erwirken, damit die Vereinigten Staaten die erforderliche Zeit zum Studium der Situation gewinnen. In der Petition wird davor gewarnt, daß durch die Teilung die ״Grundlagen eines künftigen arabisch-jüdischen Krieges“ gelegt werden würden. Die Petition ist von führenden Männern des öffentlichen Lebens Amerikas, u. a. von William Green und C. E. Rüssel, unterzeichnet. Die Führer des amerikanischen Zionismus, Stephen Wise, Louis Lipsky, Morris Rothenberg und Robert Szold, haben nach einer Sitzung, in der die von der ״Palcor“ bekanntgegebenen Empfehlungen der Kgl. Kommission bcsprachen wurden, folgende Erklärung veröffentlicht: ״Der vorausgesagte Inhalt des Berichtes der Kgl. Kommission, der die Zergliederung des Heiligen Landes vorschlägt, ist so phantastisch willkürlich und undurchführbar und zugleich ein so vollständiger Bruch der britischen Verpflichtungen, daß man, wenn man England gegenüber fair sein will, die Veröffentlichung des Berichtes und des Beschlusses der Regierung abwarteu muß, bevor man sich dazu äußert.“ Einigung mit Berliner Gemeindevorstand — Die Verhandlungen zwischen Reichsvertretung und JUdischer Gemeinde zu Berlin über eine Aenderung der Struktur und des Aufgabenkreises der Reichsvertretung haben zu einer vollen Einigung geführt. Die Ergebnisse dieser Verhandlungen kommen In den Beschlüssen zum Ausdruck, die von dem Rat der Reichsvertretung in einer am 7. Juli unter dem Vorsitz des Präsidenten der Reichsvertretung, Dr. Leo Baeck, abgehaltenen Sitzung einstimmig gefaßt worden sind. Gleichzeitig wird a'e Basis der Reichs- Vertretung dadurch erweitert, daß die Zahl der Vertreter der Organisationen im Rat durch einen Vertreter der ״Staatszionistischen Organisation“ und der Unabhängigen Orthodoxie vermehrt wird. Die Resolutionen des Rates der Reichsvertretung haben folgenden Wortlaut: I. Die Reichsvertretung ist die Vertretung der Juden i n1 D e u t s c 111 a n d gegenüber den deutschen Behörden und den jüdischen Hilfsorganisationen des Auslandes. Sic hat über die Verteilung aller ihr ztiflicßendeti Gelder zu bestimmen. Sie ist die PI a 11 u n g s s t e! I e für die jtidische Gesamtarbeit in Deutschland. Sie ist die Spitzen- Organisation für die jüdische Wohlfahrtsarbcit in Deutschland. — Ihr ob'icgen die reichswichtigen W011'fahrt:-a1.׳fgaben. Die bisherige Arbeitsteilung zwischen Reichsvertretung, Landesverbänden, Gemeinden und Organisationen wird in folgenden Punkten geändert: 1. Die Errichtung, Erweiterung und Aufrechterhaltung von Schulen wird von den Landesverbänden bearbeitet. Voraussetzung für die Durchführung dieser Aenderung ist, daß über die die Arbeiten des Landesverbandes auf diesem Ciebiete leitenden Personen ein Einvernehmen mit der Reichs- Vertretung herbeigeführt wird, beim Preußischen Landesverband außerdem ein Einvernehmen mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Zu Schritten bei Behörden und zu finanziellen Zusagen, die eine Belastung der Rcichsvcrtrctung im Gefolge haben können, ist die vorherige Zustimmung der Reichsvertretung erforderlich. Verhandlungen mit den Zentralbehörden bleiben der Reichsvertretung Vorbehalten. 2. Einrichtungen der Reichsvertretung auf dem Gebiete der Berufsausbildung und B e r 11 f s u m s c h i c 11 - tung sind auf Verlangen denjenigen Groß- und Mittclgemeinden, in deren Bezirk sie sich befinden, zur eigenen Verwaltung zu überlassen. Benachbarten Groß- und Mittclgcnicindcn können solche Einrichtungen auf ihren Wunsch zur eigenen Verwaltung überlassen werden. Im übrigen bleibt die bisherige Arbeitsteilung zwischen Reichsvertretung, Landesverbänden, Gemeinden und Organisationen bestehen, soweit sie nicht künftig durch übereinstimmende Beschlüsse des Präsidialausschusses geändert wird (vgl. II, 3). II. Der Rat bildet aus seiner Mitte einen Haushaltsausschuß von fünf Mitgliedern, der folgende Aufgaben hat: 1. Beratung und Prüfung des dem Rat vom Präsidialausschuß vorzu'egcnden Haushaltsolans und Berichterstattung hierüber an das Präsidium des Rates. 2. Prüfung aller die Finanzgebarung der Rekhsvertrettmg betreffenden sonstigen Anträge und Beschwerden und Berichterstattung hierüber an das Präsidium des Rates. 3. Laufende Kontrolle der Finanzgebarung der Reichsvertretung. In den Haushaltsausschuß entsenden aus der Mitte des Rates je ein Mitglied: der Preußische Landesverband, die Strategische Erwägungen Die Londoner Abendzeitung ״St a r“ äußert die Erwartung, daß der Veröffentlichung des Peel-Berichtes ein erbitterter Kampf folgen wird. Bei den Juden gebe cs eine geschlossene Gegnerschaft gegen di« hauptsächlichsten Vorschläge der Kommission. Auch im Unterhaus würden sxherlich Abgeordncte aller Bekenntnisse tmd Parteien heftig gegen den Berieht Stellung nehmen. Aber auch das Ausland habe ein Wort zu sagen. Genf, dem das letzte Wort in dieser Sache zusteht, werde voraussichtlich der Schauu'atz empörter Proteste sein. Das Blatt weist weiter darauf hin, daß die Enttäuschung bei den Zionisten nicht nur dadurch hervorgerufen wird, daß das Siedlungsgebiet eingeschränkt und Jerusa'em als nationale Hauptstadt verloren gehen soll, sondern auch durch die Unbestimmtheit des Versprechens der Gewährung des D om 1 n i o n - 51 a t u s. Augenscheinlich soll dieser Status bei der Schaffung des Staates nicht gewährt und auch später nicht in vollem Umfange verwirklicht werden. Es könnte jedoch sein, daß die Juden eine starke Unterstützung von einer Seite erhalten, von der man es nicht erwartete, nämlich von den militärischen Kreisen, insbesondere von dem Committee of imperial Defence, die über die mögliche Rückwirkung einer Teilung Palästinas auf die Sicherheit des Reiches in Sarge seien. Palästina sei eine der Säulen der Verteidigung Aegyptens und des Suez-Kanals. Ein einheitliches Palästina würde gegen einen feindlichen Angriff leicht zu verteidigen sein, dagegen könnte ein Palästina, das aus zwei kleinen und einander mißtrauenden Nachbarstaaten besteht, eine positive (jefahr für seine britischen Verteidiger darstellen. Schekelaktion wird verlängert Der Bericht der Kgl. Kommission ist veröffentlicht. Eine monatelange Zeit der Ungewißheit ist beendet. In diesen schicksalsvollen Tagen stellt sich die zionistische Bewegung in Deutschland hinter die Zionistische Exekutive und die entschiedene Erklärung, die sie soeben herausgegeben hat. Das fndische Volk muß sich geschlossen um die gewählte Führung der Bewegung scharen, die sein Recht auf Erez Israel verteidigt. Der bisherige Verlauf der Schekelaktion hat ein ausgezeichnetes Ergebnis gezeitigt. Wir sind indessen nunmehr überzeugt, daß noch weitere Zehntausende, auch wenn sie bislang die Bedeutung des Schekels übersahen, in dieser historischen Stunde durch Beteiligung an der Schekelaktion bekunden wollen, daß auch sie den Zionislenhongreß zu stärken wünschen, der als Vertragspartner des Palästinamandals die Stellung des jüdischen Volkes zu den Vor- Schlägen der britischen Regierung zu bestimmen haben wird. Die Schekelaktion wird deshalb bis zum 20. Juli verlängert. Zionistische Vereinigung für Deutschland nichtpreußischen Landesverbände, der Vorstand der Berliner Gemeinde. Die zwei weiteren Mitglieder wählt der Rat aus seiner Mitte. III. Die Zusammensetzung des Rates wird dahin ׳־bgc,ändert, daß die Zahl der Vertreter des Preußischen Landes- '•erbandes auf zwölf festgesetzt wird. Von den Vertretern des Preußischen Landesverbandes sollen nicht mehr als die Hälfte ihren Wohnsitz in Berlin haben. Die Vertreter, die ihren Wohnsitz nicht in Berlin haben, werden von dein Rat des Prcußisclien Landesverbandes bestimmt. Die Zah! der Vertreter der Organisationen wird vermehrt um einen Vertreter der Staats• zionistischen Organisation und der Unabhängigen Orthodoxie. Von den fünf Mitgliedern des Rates, die vom Rat und Präsidialausscluiß zu wählen sind, sollen a) mindestens drei ihren Wohnsitz im Bereich des Preußisehen Landesv ■rbandes haben, b) eines einer vom Jüdischen Frauenbund dem Rat vorgelegten d.ei Namen enthaltende!! Vorschlagsliste entnommen werden. Voraussetzung ist, daß die im Rat der Reichsvertretung vertretenen , K ö r p e r s c 11 a f t c n 11 11 d 01׳ g a!1 i - sationen die Reichsve!trctiing als die Vertretung der Juden in Deutschland gegenüber den deutschen Behörden und den jüdischen Hilfsorganisationen des Auslandes und ihre ordnungsmäßig gefaßten Beschlüsse als für sie bindend anerkenne!1. * Ferner wurden folgende Richtlinien ein stimmig angenommen: I. Dem i lauslialtsa nsschuß wird aufgrtragen, den Etat der Reichsvertretung dahin auf das Genaueste zu prüfen, wie weit Ersparnisse auf seiten des Personal-Etats zu machen sind. II. Soweit geeignete Persönlichkeiten im P r ä s t - dialaussch u 0 vorhanden sind, ist deren Betrauung mit bestimmten Dtztrna t e 11 nn/ustrebeu. Der neue Präsidialausschuß Der PräsidialausschiiH ist vom Rat ein stimmig neu z U s a m m e n g e s et / i worden. Fr bestellt unter dem Priisideuten der Reichsvertretung, Dr. Baeck, aus!!dgemlen Mitgliedern: Otto Hirsch und Franz Mevcr, sowie Alexander (Krefeld), F r e i m a 11 n (ITankiurt a. M), G r ü n e w a 1 d (Mannheim), loscphthnl, Alfred Klee, Lande nberger (Nürnberg), M i c h :1 e I i s, Sch m e id* I e r, S e I i g s o h n, S t a h I und S 111 z b e r g e r. Auch der neugebildete Haushaltsausschuß wurde sofort besetzt. Vertrauensvotum für die Reichsvertretung Der Präsident der Reichsvertretung, Dr. Leo Baeck, hielt in der Ratsversamnilimg, die die wichtigen Beschlüsse faßte, das Schlußwort. Er stellte fest, daß die Ancrkc nn 11 n g der Reichsvertretung auch durch die Staatszionistische Organisation ausdrücklich erfolgt sei, und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Direktor Heinrich Stahl, erklärte, daß er den Abschluß der Meinungsverschiedenheiten, wie er nun vorlicge, begrüße und seinen und seiner Freunde guten Willen in die Arbeit einbringe. Ein Vertrauens- Votum zur Reichsvertretung, vor allem zu Baeck und Hirsch, das Max W a r b u r g vorschlug, wurde Widerspruchslosangenommen. ZW Heueste in Hüvze Der Präsident der Hebräischen Universität in Jerusalem, Dr. judah L. Mag 11 es, hat in Paris zu seinem fi(). Geburtstag eine außerordentlich große Zah! telegraphischer und schriftlicher Glückwünsche aus Amerika und anderen Ländern erhalten. Als Ehrengabe der Hebräischen Universitat wurde ihm ein anläßlich seines Geburtstages herausgegebener Sammelband mit Beiträgen der an der LJaiversitat arbeitenden Gdelirlcn überreicht. Der bisherige jüdische Abgeordnete des irländischen Dail, Robert Briscoe, ist trotz heftiger jiidenfeindliclu-r Propaganda in «eitlem Wahlkreis w jede r g e w ä h I t worden. Abg. Briscoe, ein Mitglied der Regierungspartei, ist mit Präsident de Valera befreundet und hat ihn auf seiner Amerikareise begleitet. Bei den Nachwahlen 7mn französischen Senat irn Wahlkreis Alpes Maritimes wurde der jüdische Bankier und Großindustrielle Louis L o 11 I s ־ D r e y? u s als Kandidat der republikanischen Konzentration zum Senator gewählt. Franz Werfel ist eingeladen worden, Oesterreich hei der nächsten Tagung des Komitees der Internationalen Organisation für intel 1 elctue!Ie Zusammenarbeit zu vertreten. Die Jüdische Gemeinde Triest, an deren Spitze einige Monate lang ein Regiertingskommissar stand, hat eine neue Leitung gewählt. Zum Vorsitzenden der Gemeinde ist Oberst Achille L e v i B i a!! c h i n i gewählt worden, ein Bruder ries 1018 von Arabern in Palästina ermordeten Conunodore Levi Bianchini, der die italienischen Juden in der Zionist Commission von DIS vertrat. In Varna (Bulgarien) sind 149 Mitglieder der vor kurzem gegründeten judenfeindlirhen Organisation der ,,Fortschrittskämpfcr Bulgariens“ verhaftet worden. Man glaubt, daß unter den Verhafteten die Urheber der Bombenanschläge zu suchen sind, die in den letzten Wochen in Varna gegen die Synagoge und mehrere Hauser wohlhabender jüdischer Kaufleute unternommen wurden. In Przemysl sind mehrere jüdische Passanten überfallen und mißhandelt worden. Einer von ihnen wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. In Podhajce wurde das Haus des jüdischen Einwohners Jakob Friedman angezündet, in Zakopane wurden im Zusammenhang mit den in letzter Zeit gegen mehrere jüdische Geschäfte verübten Bombenanschlägen einige Nationaldemokratcn verhaftet. Das Berufungsgericht in Lodz hat das Urteil gegen den Nationaldemokraten Tadeusz Szaniawski, der wegen Ermordung der Lodzer jüdischen Einwohner Berkovicz und Zendel zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist, bestätigt. Die Wiener ״Reichspost“ meldet, daß in Tobolsk der russische Ortsgeistllclie und der Rabbiner Faingolrt wegen Hochverrats und Spionage zugunsten der ״Imperialisten“ verurteilt und sofort erschossen worden seien. Das Kleinpreisgeschäft Poly 0.111. b. H. Linden-IJahlhausen ist in arische Hände übergegangen. Das Schuhgesehäft Nordschild in Schweinfurt wird ab 1. Juli unter arischer Leitung weitergeführt.