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Jüdische Rundschau · 1937-07-06 · Heft 53 (6.7.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 53 (6.7.1937)
Date
1937-07-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 53, 6. JULI 1937 Was die Woche brachte Palästinas Aufnahmefähigkeit Korrespondenten el Aviv, den 28. Juni Eine antijiidische Stimme Von unserem palästinensischen gl• Vor der Veröffentlichung Dieselbe ״Hochflut von Gerüchten“, die die ״Jüdische Rundschau“ ankündigt, geht natürlich auch über Palästina hin, und jeder Tag bringt neue Details, Versionen, Aeußerungen der englischen Presse. Ueberall sitzt man über den Karten, in denen die Teilungspläne skizziert sind, und schraffiert die verschiedenen Möglichkeiten. Aber all diese Aktivität ähnelt vielfach einer Spielerei, weil eine ernsthafte Diskussion ja erst nach der Publikation des Peel- Berichtes einsetzen kann. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es jedoch anscheinend wirklich nicht mehr als zwei Wochen, und die Spannung wächst entsprechend. Die Fahrt des High Gommissioner nach London zu diesem Zeitpunkt hat naturgemäß höchstes Interesse erregt und war für das Lager derjenigen, die behaupten, es sei trotz aller Gerüchte in London noch nichts endgültiges entschieden, natürlich Wasser auf ihre Mühle. Die fast gleichzeitige Abreise des Generalinspektors der Polizei nach London, auf den vor kurzem ein Attentat in Jerusalem verübt wurde und der unter schwerer Bedeckung auf den Flugplatz bei Jerusalem gebracht wurde, hat den Spekulationen weitere Nahrung gegeben. Im arabischen Lager haben in diesen Tagen besonders zwei Momente Aufsehen erregt: die Bewegung zugunsten des Emir und die Reise des Mufti nach Syrien. Alis den verschiedensten Orten Palästinas, insbesondere aus Nablus, begaben sich arabische Notahein nach Amman zum Emir Abdullah. Es war eine Art Huidigungsfahrt, die sich an den recht großartigen Einzug des Emir in Transjordanien nach seiner London-Reise anschloß. Eine derartige Demonstration der Anhänger von Abdullah, die sich zu einem Teil mit den Nashashibis decken, hat Palästina seit langem nicht mehr gesellen, und es ist nicht zu verwundern, daß die Gegenpartei, also der Mufti lind seine Anhänger, nicht gerade fröhlich über diese Ent- Wicklungen sind. Das zweite interessante Ereignis der letzten Tage war die Fahrt des Mufti nach Damaskus. Offiziell eine Erholungsreise, aus gesundheitlichen Gründen unternonimen, trägt sie fraglos eine stark politische 1 ärbung, wie eine ganze Kette von Konferenzen und Empfängen beweisen. Viele in Palästina ziehen bereits den Schluß aus den verschiedenen Bewegungen der letzten Zeit im arabisehen Lager, daß wir eine Spaltung dort wachsen sehen, die das große Uebergewicht des Mufti zu brechen imstände ist. Wenn auch so manche Einzelheiten für eine derartige Entwicklung sprechen, so muß man doch vor vorschnellen Schlüssen warnen. Wir haben in den letzten Jahren trtehr als einmal beobachten können, däß Spaltungen unter den Arabern im entscheidenden Mo-?lieht sehr gut verkittet wurden und daß da, wo kurz vorher innerer Kampf die Szene zu beherrschen schien, eine gut gehärtete Front nach außen geschaffen wurde, Es ist nicht von vornherein von der Hand zu weisen, daß wir bei der entscheidenden Auseinandersetzung, die nach der Publikation des Berichtes beginnt, etwas ähnliches erleben. Freilich haben in diesen Diigcri die Engländer ein sehr gewichtiges Wort mitzureien. Ob sie es sprechen werden und wie, davon wird zu eitern sehr großen Teile das Schicksal des Landes in nächster Zeit abhängen. Wahlvorbereitungen Palästina hat Doppelfieber. Einerseits steigt die Er- Wartung vor drr Publikation des Berichts zur Siedehitze, und andererseis kündigt sich bereits die Erregung des Wahlkamp'es für den Kongreß an, der sich langsani einzulaubn beginnt. Wie immer bei solchen Gelegenheilen, waren die verschiedenen Parteien bis auf die letzte Minute dami beschäftigt, ihre Listen zu ordnen und zu komplettierer. Damit beginnt auch die Welle der Versammlungen im ganzen Land. Eine politische Auseinandersetzung ist gerade im jetzigen Moment außerordentlich erschwert, weil die offizielle Grundlage für das Hauptthema, eben die Vorschläge der Peel-Komniission, bzw. die Regierungserklärung immzr noch mangelt. Nach der Publikation jedoch {die am f- Juli erfolgen soll — A. d. R.) bleibt nur eine b esc 11 unkte Zeit, da die palästinensischen Delegierten Ende Jul abreisen müssen, um rechtzeitig zur Eröffnungs- Sitzung n Zürich einzutreffen. Unterdessen ist bereits der große Auszug, die Etiropareise, in vollem Gange. Alle Schiffe sind besetzt, Autobusse und Bahnen an den Abfahrtstajen voll, Reisebüros umlagert. Und bei den meisten ist der Treffpunkt in ״Europa“ das Gebäude des Zionistenkangrcjscs. Oel 11 Palästina Sit sehr langer Zeit sind an verschiedenen Stellen, in ofizieilen Publikationen der Regierung ebenso wie in der Weltpresse Spekulationen über Oel vor kommen in Pal&tina erschienen. Verschiedene Gegenden des Landes weden als aussichtsreich für Bohrungen bezeichnet, und es ist auch zu verschiedenen Zeiten bekannt geworden, dp$ mehrere Gesellschaften, sowohl inländische wie aus-!;Mische, sich bei der Regierung um das Recht beworben j»bcn, nach Petroleum zu suchen. Unterdessen hat die!egierung, nach einer Mitteilung ini englischen Parlament tu urteilen, die Ausgabe von neuen Untersuchungserlaubnissen aufgehoben, bis ein neues Gesetz erscheint, das die Bedingungen der damit zusammenhängenden Konzessionen und Arbeiten von neuem regelt. Wann dieses Gesetz erscheinen wird, darüber verlautet nichts, obwohl in letzter Zeit von mehreren Seiten gerade für Oelforschungen Interesse geäußert wurde. In Palästina selbst ist bisher noch nie Oel gebohrt worden. Dagegen ist es durch den Ausgangspunkt der Mossul—Haifa-Linie auf palästinensischem Boden eines der wichtigen Oelplätze geworden. Wirtschaftlich hat das Land jedoch von diesem großen Unternehmen wenig profitiert. Die Rechte der Irak Petroleum Company sind groß, ihre Pflich- *en. gegenüber der Regierung in Palästina verschwindend gering. Als seinerzeit der Vertrag der Company mit der «astina-Regierung bekannt wurde, ist dieser Umstand scharf Die Zeitschrift ״Great Britain and the East“ vom 1. Juli veröffentlicht unter der Ueberschrift ״Die Wahrheit über die zionistische Einwanderung‘׳ den Aufsatz eines ungenannten Korrespondenten, von dem die Redaktion in einer Vorbemerkung sagt, daß er lange in Palästina gelebt habe und als Autorität in Palästinafragen anerkannt sei. F>er Autor gibt zwei Tabellen: in der einen werden die seit Oktober 1928 bewilligten Arbeiterscheduien zusammengestellt, in der anderen das Verhältnis von Einwanderung und Auswanderung in Palästina. Der Verfasser zeigt in seinen Tabellen, daß die Einwanderung in Wellen vor sich gegangen sei und unmittelbar nach dem Krieg und 1925 sowohl wie 1935 ihre Höhepunkte erreichte, während die Kurve der gewährten Schedulen im allgemeinen frei sei von solchen Schwankungen. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, daß die Gründe für diese unterschiedlichen Höhen der Einwanderung nicht auf Unruhen oder ähnliche Gründe zurückzuführen seien, sondern auf die ökonomischen Faktoren im Lande, insbesondere auf eine Ueberschätzung der Aufnahmefähigkeit des Landes nicht in dem Sinne, in dem der Begriff bei der Festlegung der Arbeiterschedulc gebraucht wird, sondern in dem Sinne der Fähigkeit des Landes, in einem gegebenen Augenblick eine Bevölkerung aus eigenen Kräften zu erhalten. Der italienisch-abessinische Krieg habe die Schwäche der palästinensischen Wirtschaft enthüllt und deshalb einer Periode der Masseneinwanderung ein Ende gesetzt. Die Unterschiedlichkeiten der Einwanderung seien vor allem psychologischer Natur. Die Unruhen von 1936 waren wahrscheinlich nur ein zusätzlicher Faktor zu dem letzten A b s i n k c n der Einwanderung, das in jedem Falle weiter gegangen wäre. Die Wahrscheinlichkeit deutet sogar die Möglichkeit einer Auswanderung von mehreren Tausend innerhalb der nächsten Jahre an. Angenommen, die Arbeitereinwanderung wäre völlig frei gewesen, was für einen Unterschied würde das gemacht haben? Aller Wahrscheinlichkeit nach würde die Zahl der Einwanderer in Palästina nicht größer gewesen sein als jetzt, wahrscheinlich würde sic geringer sein infolge der Enttäuschung, die unvermeidlich auf eine übergroße Einwanderung folgen muß. kritisiert worden, ohne daß freilich an der Tatsache etwas geändert wurde. Palästina war das Durchgangsland, durch das ein Teil der Leitung lief, und Haifa der Ausgangshafen, an dem das Rohöl verfrachtet wurde. Die Gesell- Schaft erwägt jetzt nach den letzten Nachrichten den Plan, einen Teil des Oels im Lande seihst zu verarbeiten und zu diesem Zwecke in Haifa eine Raffinerie zu errichten. Ein solches Unternehmen würde einerseits neue Arbeitsmöglichkeifen schaffen, andererseits vielleicht dem La.nde billigeres Betriebs- und Heizmaterial liefern. Nicht nur vom wirtschaftlichen, sondern auch vom politischen Standpunkt ist die Frage ticr Ausnutzung des Oels, sei es des paläslinensischen, sei es des irakischen, angesichts der bevorstchenden politischen Entscheidungen, von allgemeinem Interesse. Die neue Siedlung im Beisan-Gebiet Die aus 70 Jugendlichen, darunter 10 Mädchen, 1>€- stehende Kvvu/ah Nachlath Zwi der Poale Misrachi (Kibbuz Rodges) hat am 30. Juni von einem Stück Land des Jüdischen Nationalfonds, das in dem vorgeschobensten Teil des Beisan- Gebietes, schon nahe an der Grenze Transjordaniens, liegt, Besitz ergriffen. Die Besetzung fand in der Morgendämmerung statt. Die neue Siedlung erhält den Namen Tirath Zevi, nach Rabbi Zevi Hirsch Kalischcr, der in seinem 1862 erschienenen Werk, ״Drischath Zion“, für die Wiedcransiedlung der Juden in Erez Israel cintrat. Der Boden wurde vom Keren Kajemeth während der Unruhen erworben. Die Siedlerzahl beträgt 70, einschließlich von 10 Mädchen; bis jetzt waren sie in einem arabischen Hause untergebraclit, das gleichzeitig mit dem Boden gekauft wurde. Als die Siedler zu!n erstenmal das Haus betraten, fanden sie an einer Wand ein großes Bild, auf dem der Rebellenfiihrer Fauzi Kaukji mit seinem Adjutanten dargestellt war. Jüdische Katakomben in Galiläa Die von der Jewisli Exploration Society organisierte und von Sir Robert Mond finanzierte archäologische Expedition unter Leitung von Benjamin Maisler hat in Scheie 11 A b r e k in Südgaliläa (das alte Beth Schcarim) zwei weitere Katakomben ausgegraben, die auf das Bestehen einer umfangreichen Begräbnisstätte an diesem Ort hinweisen. Tn den Katakomben wurden die Uebcrrestc von zahlreichen Begräbnissen, hölzerne Knochenschreine, Schnitzereien, Bilder, Zeichnungen und gut konservierte rote Färb- Stoffe gefunden, die sehr aufschlußreiche Hinweise auf j ii - dische Kunst der talmudischen Epoche darstellen. Unter den Höhlen befinden sich mehrere Kammern; die Gräber enthalten die Gebeine jüdischer Soldaten, Bankiers und anderer aus Italien und dem Nahen Osten. Es ist gehingen, mehrere Grabinschriften zu entziffern, so die Namen Sara Maxiina, Eusebius, Yosi, Esther Amphaith; interessant ist der Name ״Germanos, Sohn des Isaak aus Palmyra“. Die Gräber stammen aus dem zweiten bzw. dritten Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung. Jerusalemer Professoren auf internationalen Tagungen. Auch in diesem Jahre wird eine Reihe von Professoren der Hebräischen Universität Jerusalem an vorschiedcnen internationalen wissenschaftlichen Kongressen und wissenschaftlichen Expeditionen teilnehmen. So niinint der Professor der Archäologie- L. A. M a y e r. an dem Papyrologisehen Kongreß in Oxford teil und wird dort ein Referat über die in Palästina gefundenen arabischen Papyri halten. Der Mathematiker Prof. A. H. Frankel kommt zum Internationalen Philosophcnkongreß nach Paris. An diesem Kongreß wird auch Prof. H. J. Roth teilnehmen, der sich sodann zu dem britischen Philosophenkongreß nach Bristol begibt. Der Dozent für Zoologie, J. A h a r o n i, wird das Institut für Ozeanographie in Monaco und andere wissenschaftliche Anstalten besuchen. Der Botaniker Dr. T. Reiß ist etngeiaden worden, eine Reihe vor Vorlesungen in Frankreich zu halten. Warum aber verlangt dann die Jewish Agency die Zulassung noch größerer Einwanderer!nassen? Die Erklärung liegt in dem Druck, den die jüdischen Massen in Polen und anderswo ausüben, die seit 40 Jahren an die Einwanderung nach Palästina als ihre Rettung zu glauben gelehrt worden sind. Die zionistischen Führer seien nunmehr die Opfer ihrer eigenen Propaganda geworden. Der Verfasser fragt, ob es wahrscheinlich sei, daß, sobald die politischen Bedingungen es erlaubten, eine dritte große E i n w a n d e r u 11 g s w e 11 c zu erwarten sei. Er glaubt, daß man sicher sagen könne, daß die Einwanderung schließlich durch die natürlichen Bedingungen in Palästina begrenzt werden muß. Die Juden könnten durch nationale Motive dazu geführt werden, Millionen für etwas zu spenden, wofür sie keinen finanziellen Gewinn erwarten; aber die Kosten der Erhaltung von 1 iunderttausenden von Menschen durch Wohltätigkeit für eine lange Periode würden schließlich unerschwinglich sein. Intensivkultur in Palästina bedeutet hauptsächlich Z i t r u s a 11 b a 11, und die Möglichkeiten seiner Weitcrentwicklimg seien zweifelhaft. Aber auch die Industrie könne nicht größere Massen ins Land ziehen, gerade ihr Stagnieren war es, das die Massen in den letzten Jahren abgeschreckt hat, und die Möglichkeiten erscheinen im Augenblick jedenfalls erschöpft. Der Verfasser schließt: Wenn es entschieden sei, einen jüdischen Staat in Palästina zu errichten, der aus den bereits im Lande befindlichen Juden bestehen werde, zusa in men mit einer undefinierbaren Zahl noch Hinzukominender, und wenn die Interessen dieses Staates diejenigen der bestellenden arabischen Mehrheit überwiegen, so wiirde dies einen großen Anreiz für das jüdische Kapital schaffen und die bestehende Lage beträchtlich modifizieren. Dies aber würde — nach Meinung dieses Autors — schwerlich mit den Bedingungen des Mandats vereinbar sein. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Entscheidungen ersparen wir uns einen Kommentar. Manche Argumente, die der Autor entwickelt, sind auch in denkenden zionistisehen Kreisen als sehr ernst anerkannt. Doch wird für die nächste Zeit alles von der politischen Entwicklung abhängen. Kleine Nachrichten Auf das Haus des arabischen Bürgermeisters von Bethlehem, lssa ßendak, wurden Schüsse abgefeuert, die ihn verfehlten, aber seine Frau trafen und sie und seine beiden Töchter schwer verletzten. Die Angreifer entkamen. Es wurden bereits wiederholt Anschläge auf das Leben des Bürgermeisters, dem die ״gemäßigte“ Zeitung ״Sowt es Shaab“ gehört, verübt. Während einer Haussuchung in J a f f a ist wichtiges Belastungsmaferial gegen die ״Schwarze Hand“-Orga11isation der Polizei in die Hände gefallen. Mehrere Personen wurden verhaftet. Der W a ad Le u m i hat beschlossen, die Kontrolle über die Schulen der Histadrutli, die bisher von dieser unabhängig verwaltet wurden, zu übernehmen. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Frage der Verwaltung des jüdischen Erziehungswescns iti Palästina auf die Tagesordnung der nächsten Tagung der Assefath Haniwcharim zu setzen. Das Zentralkomitee des Misrachi und der Jüdische Nationalfonds haben beschlossen, im Emek Jcsrecl eine landwirtschaftliche J e s c h i w a ״SS’dej Jaacow“ zu gründen. Das Oberste Gericht hat eine Aufforderung an den Be/irkskommissar von Jaffa gerichtet, Gründe aiizuführen, weshalb die .,Palestine Crown Colony Association“ nicht als legaler Verband anerkannt werden sollte. Die Gründer ries Verbandes, der die Umwandlung Palästinas in eine englische Kronkolonie anstrebt, wurden seinerzeit, als sie sich um die Registrierung bewarben, mit der Begründung abgewiesen, daß dies unzulässig sei, da es sich um einen Versuch handele, das bestehende konstitutionelle Regime u mzuändct n. Die American Jewish Association hat beschlossen, in Sedjera einen Wald von 1(0י Dtinam anpflan/eti zu lassen, als Ehrung für Vaflian David K. a p 1 a n, Ratsherrn von Te! Aviv, anläßlich seines 60. Geburtstages. Kulturarbeit der H.O. G. in Haifa. Bei gleiehbleibenden Bedingungen der Einwanderung aus Deutschland haben sich auch die Prinzipien nicht geändert, nach denen die Kulturarbeit der H.O. (j. seit Beginn der großen Alijah aus Deutschland geführt wird, nämlich: Hebraisicrung und Zionisierting. Die hebräischen Kurse im Jahre!936 umfaßten etwa 280 Schüler. Zur Fortbildung fanden Seminare statt und Vorträge in Hebräisch, um die Hörer im Verstehen der Sprache zu iiben. Die Zionisierungs-Arheit muß weiter in deutscher Sprache vor sieh gehen, um den Boden für die Hauptforderung: Hebräisch vorzubcrciten. Sie dient ferner dazu, die Bereitwilligkeit zur Beisteuer für die nationalen Fonds, die in Palästina auch bezüglich des KKL als Selbstbesteuerung stattfindet, zu steigern und ferner die Einwanderer mit de wichtigsten aktuellen Fragen des Atifbaus vertraut zu machen. Zu Chanukkah und Purim fanden eseilige Abende statt, und Peßach gemeinsame Sedcrabendc. etzthin wurden zwei Fahrten unter sachkundiger Führung durch das Emek und Emek Hajarden veranstaltet, um die Einwanderer, die vielfach überhaupt bisher über Haifa noch nicht hinausgekomnum waren, mit den Haiiptschöpfungen der Clialuzbewegung und der nationalen Fonds bekanntzumachen. In der Schekelaktion sprachen Dr. Landauer und Kurt Blumenfeld über die politische Situation. — ln der Vorstadt K i r j a t h B i a I i k wurde die Kulturarbeit ebenfalls nach den genannten Prinzipien betrieben. Die hebräischen Kurse und Zirkel wurden fortgesetzt. Dr. Hermann G e r s o 11 leitet sowohl einen Anfängerzirkel, als auch einen Kursus über moderne hebräische Literatur. Dr. U c k o beendete in einem Kurs den Traktat Sanhedrin. Wie in Haifa erfolgt auch hier die Erörterung von Tagesfragen lind die zionistische Erzichungsarbcit in der Form der ״gesprochenen Zeitung“. Oemeinsam mit der ״Aliawa“ und den landwirtschaftlichen Siedlern wurde am Chag Habikurim ein Festzug durch die Siedlung veranstaltet, und es wurden die dem KKL. dargebrachten Gaben zu seinen Gunsten versteigert. Im Hause Wassermann fand ein Konzert statt, in dem der Komponist Hurtig, der auch demnächst im Jerusalemer Radio spielen wird, auf dem Klavier seine Kompositionen vortrug, und auf dem die Sängerin, Frl. Kristall, von Hurtig komponierte Lieder sang. A. b, L

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