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Jüdische Rundschau · 1937-07-06 · Heft 53 (6.7.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 53 (6.7.1937)
Date
1937-07-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 53, 6. VII. 1937 Dem 8. Juli Kabinetts-Sitzung Wie ״Daily Telegraph“ vom Montag berichtet, sollte das britische Kabinett am Montag endgiiltig über die dem Komrriissionsbericht beizugebenae Regierüngscrklärung Beschluß fassen. Nachdem am vorigen Mittwoch das Kabinett den allgemeinen Richtlinien des Peel- Berichtes zugestirnmt hat, wurde ein Sub-Komitec zur Formuliernng der Regierungserklärung eingesetzt, das am Montag seine Vorschläge vorkgen sollte. Nach dem ״Daily Telegraph“ wird die Regierung am 8. Juli noch nicht ihre abschließende Stellungnahme mitteilen, sondern dem Peel-Bericht nur einige einleitende Bemerkungen vorausschickeii: unter anderem soll darauf hingewiesen werden, daß die Vorschläge an die Mandatskommission des Völkcrbun d e s wc'tcrgelcitet werden, und daß, bevor diese nicht zu ihnen Stellung gestomnien hat, auch die britische Regierung keine weiteren Schritte unternehmen kann. Die Londoner ״Sunday Times“ erklärt, der Teilungsplan dürfte eine heftige Kontroverse hervorrufen, die auch auf der Tagung der Ständigen Mandatskom m i s s i o n zum Ausdruck kommen werde. Die Regierung werde ihren ganzen Einfluß aufbieten, um die Zustimmung der Kommission zu ihren Vorschlägen 7t! erlangen. Sobald ihr dies gelingt, würden die erforderlichen g c s e t z g e b e r i s c h e n M a ß - nahmen im Herbst ilureligeführt werden. Wie ״Jewish Chronicle“ erfährt, sind zahlreiche Politiker aller englischen Parteien, unter ihnen auch Winston Churchill, gegen den Teilungsplan. Sie verlangen, daß eine Aussprache im Parlament stattfinde, bevor einschneidende Aendcrungen in der Palästinapolitik vorgenommen werden. entgegen Um die jüdische Haltung Die Palästina-Zentrale des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten Gruppe B hatte Ussischkin aufgefordert, auf ihrer Wahlliste zum Kongreß zu kandidieren. Ussischkin erklärte sich hierzu unter der Voraussetzung bereit, daß alle übrigen mit ihm um ein Mandat sich bewerbenden Kandidaten sich schriftlich verpflichten, auf dem Kongreß gegen den Teilungsplan zu stimmen. Samtliehe Kandidaten haben es abgelehnt, dies zu tun. Zu einem ähnlichen Zwischenfall kam es bei der Aufstellung der Liste der Allgemeinen Zionisten Gruppe A. Der 1״ laschomer Ha/air“ hat ein Manifest erlassen, in dem die zionistische Bewegung und die jüdische Arbeiterschaff aufgefordert werden, gegen die Teilung zu kämpfen, die die Aussichten weiterer konstruktiver Kolonisation einschränken würde. Durch die Teilung würde auch eine Scheidewand zwischen dem jüdischen und dem arabischen Volk aufgerichtet und jede echte Zusammenarbeit unmöglich gemacht werden, ln dem festen Glauben an die Intercssengemeinschaft beider Völker wendet sich Haschomer Hazair gegen das jetzige politische Regime und den Teilung«- plan sowohl unter dein Gesichtspunkt zionistischer Kolonisation als auch demjenigen jüdisch-arabischer Zusammenarbeit. Eine in Beirut erscheinende Zeitung hat als ״Sensation“ die Meldung veröffentlicht, daß der Präsident der Jcwish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. W e i z m a 11 n, in Paris mit dem Präsidenten der Republik Libanon zusammengetroffen sei und ihm erklärt habe, daß er schon am 22. Juni seine Zustimmung zu dem Plan der Teilung Palästinas gegeben habe. Die Verantwortung für die Richtigkeit dieser Meldung muß vollständig dem Beiruter Blatt überlassen bleiben. Das Heueste in Kitittze Beim Abschluß der Debatte im ungarischen Oberhaus (s.Nr. 51 der ״J. R.“) sagte Innenminister Szelf, daß dem Hereinströmen der sog. Ostjuden durch den wirkungsvollen Ausbau der Fremdenkontrolle ein Damm gesetzt sei, so daß von einem Massenzustrom nicht gesprochen werden kann. Was die Auswanderer aus Deutschland betrifft, so leben solche in nur ganz geringer Zahl in Ungarn, und zwar insgesamt, die Familienmitglieder mit einbegriffen, 138. In der Grenzstadt Salgotarjan besuchte der ungarische Innenminister Dr. Joseph Szell die Synagoge und den Sitzungssaal der Jüdischen Gemeinde, wo ihm die Mitglieder des Gemeindevorstandes vorgestellt wurden. Auf die Begrüßungsworfe des Gemeindevorsitzenden, Samuel Friedler, antwortete er: Ihr seid ein Bevölkerungseiement, auf das der Staat sich jederzeit verlassen kann. Der Jüdische Nationalfonds bereitet für den Winter eine Ausstellung in Birmingham vor. Dem Patronat gehören u. a. der Premierminister N e v i 11 e Chamberlain, der den Wahlkreis Birmingham seit vielen Jahren im Parlament vertritt, an. Der Präsident der Republik Argentinien hat vor kurzem anläßlich eines offiziellen Besuches in der Provinz Entre Rios auch die jüdischen landwirtschaftliehen Kolonien der Ica, Santa Isabel und Palmar, besichtigt. Der Präsident lud den Leiter dieser Ica-Kolonien, Herrn S. Kaplan, ein, ihn in seinem Sonderzug zu begleiten und ihm die Aufgaben und Arbeit der Ica zu erläutern. Nach der Rückkehr in die Hauptstadt sandte der Präsident dem lea-Vertrcter ein Telegramm, in dem er den Dank für den ihm in den Kolonien bereiteten Empfang ausspricht und den Leiter zu der Entwicklung der Siedlungen beglückwünscht. Eine Abordnung des Zentralkonsistoriums der Juden Bulgariens hat dem Innenminister Krasnovsky eine Denkschritt über die jüngsten Vorfälle in Varna, wo Bomben- Anschläge gegen jüdische Häuser verübt worden waren, überreicht. Der Minister antwortete, daß die Polizei alle Anstrengungen machen werde, um die Urheber der An- Schläge auf die Bank Ahawat Achim und auf das Haus des jüdischen Einwohners Pclossov zu ermitteln. Die Regterung würde es nicht dulden, daß Organisationen einen Teil der Bevölkerung gegen einen anderen aufreizen. Das Gesetz werde mit aller Strenge angewandt werden. Der berühmte englische Dirigent Dr. Malcolm Sarent, unter dessen Leitung die Krönungs-Festkonzerte des alästina ־ Symphonieorchesters stattgefunden haben, machte bei einem ihm zu Ehren vom Anglo-Palestine-Club in London veranstalteten Empfang den Vorschlag, in Palästina unter Mitwirkung des Hubermansehen Symplionieorchesters regelmäßig Musikfestspiele nach dem Vorbild von Salzburg zu veranstalten. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß Musikfreunde aus der ganzen Welt zu diesen Veranstaltungen nach Palästina kommen würden. Die 40. Jahreskonferenz der Zionisten Amerikas hat beschlossen, einen Jubiläumsfonds von 40 000 Dollar aufzubringen, der insbesondere dazu bestimmt sein soll, ein in Washington zu errichtendes politisches Büro der Zionistischen Organisation Amerikas zu finanzieren. Ucber 10 000 Dollar wurden für diesen Zweck von den Konferenzteilnehmern sofort gezeichnet. Zum Präsidenten der Organisation ist Dr. Stephen S. Wise durch Zuruf wiedergewählt worden. Der Staatsanwalt in Warschau hat die Anklage gegyn die vier Betarim (revisionistische Jugendbündlcr), die beschuldigt waren, eine Demonstration vor der englischen Gesandtschaft in Warschau organisiert zu haben, fallen gelassen. Die Einstellung der Untersuchung erfolgte aus Mangel an Beweisen. Der .Staatsanwalt hat ferner die Untersuchung gegen die des seinerzeitigen Ueberfails aut das Warschauer Palästina-Amt beschuldigten Betarim eingestellt. An der Universität Dublin wurde Dr. J. Weing r e e n für Hebräisch ernannt. Damit erhalt zum erstenmal ein Jude einen Lehrstuhl an einer irländischen Universität, obwohl der Dubliner Lehrstuhl für Hebräisch bereits im Jahre 1724 von Erasmus Smith gegründet wurde. Professor Weingreen, der aus der Universität!Dublin hervorgegangen ist, wirkte auch kürzere Zeit als Assistent an der Archäologischen Abteilung der Jerusalemer Universität und nahm als Mitglied der archäologischen Expedition an den Ausgrabungen m Samaria im Frühjahr 1935 teil. Der Rat der United Synagogue hat seinen Vizepräsidenten, Sir Robert Waley Cohen, sein von dem jetzt in London lebenden jüdischen Maler Joseph Oppenheimer gemaltes Porträt als Ehrengabe überreicht. Der Exekutive-Direktor des Joint Distribution Committee, Joseph C. Hy man, hat am 30. Juni an Bord da־ ״Aquitania“ die Ueberfahrf nach Europa angetreten. Der stellvertretende Vorsitzende des American Jewish Joint Distribution Committee, Alexander Kahn, hat an Bord des Dampfers ״Normandie“ am 30. Juni die Ueberfahrt nach Europa angetreten, um dort umfassende Erhebungen über die soziale Lage der jüdischen Massen durchzufiihren. In Pardubitz ist der Schriftsteller Oberst i. R. Joseph Weinberger, der Uebersetzer der Werke des tschecnisehen Dichters Jaroslav Vrchlickys, gestorben. Das Begräbnis auf dem Israelitischen Friedhof fand unter militärischen Ehren statt. Die Kongreßwahl in Oesterreich. Unser Wiener JR.- Korrespondent berichtet: Am 1. Juli wurden in Oesterreich die Wahlen zum XX. Zionistenkongreß durchgeführt. Von den rund 17 500 Schekclzaliletn übten 10 324 ihr Wahlrecht aus. Es erhielten: Der ״Nationale Block“ (Zionistisches Landeskomitee und ״Judenstaatspartei“) 5717 Stimmen und 4 Mandate; ״Binjan Haarez“ (Liste des arbeitenden Palästina) 2758 Stimmen und 2 Mandate; ״Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten“ 1168 Stimmen und 1 Mandat; ״Misrachi“ 681 Stirnmen, kein Mandat. Die Mandate sind auf die einzelnen Parteien ebenso verteilt wie bei den letzten Kongreßwahlen vor zwei Jahren. Die britische Abordnung zum XX. Zionistenkongreß wird folgende Delegierte umfassen: Rev. M. Perlzweig, Barnett Jänner, Paul Goodman, Prof. Norman Bentwich, Dr. Joseph M. Yoffey, F. Ncttler und Nathan Laski als Vertreter der Allgemeinen Zionisten; A. Bornstein, G, Orgel und M. Edelbaum als Vertreter des Misrachi; Dr. S. Levenberg, I. Podrushnik und A. Richtiger als Vertreter des Arbeiterflügels und Dr. J, M. Machover als Vertreter der Judenstaatspartei. Hauptschriftleiter! Dr. Robert Welt sch, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann Fi n n, Berlin W 18. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1930. Verlag und Anzeipenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestr. 10. D.A. 11/1937 30 316. — Druck: Siegfried Scholen!, Berlin-Schöneberg, Vorbereitungen in Jerusalem . Der Bericht der Kgl. Kommission für Palästina wird gleichzeitig mit der Veröffentlichung in London am 8. Juli auch in Jerusalem heratisgegebeu werden. Ls werden jetzt in Jerusalem die letzten Vorbereitungen zu der Veröffentlichung des Berichtes getroffen. Das Dokument wurde den mit der U Übersetzung ins Arabische und Hebräische betrauten Beamten übergeben, und diesen Ucbersctzern wurden eigene Räume im Palace Hotel zur Vcrfügung gestellt, wo auch die Kgl. Kommission ihre Sitzungen abgehalten hat. Militärpatrouillen und starke Abteilungen britischer Polizei bewachen die Zimmer. Die Beamten müssen, wenn sic die Uebersetzungsriiume verlassen, sich einer gründliehen Revision unterziehen. Vor Beginn der Arbeit mußten sie eidlich versichern, daß sie von dem Inhalt des Dokuments vor der Veröffentlichung nichts mitteilen werden. Dieser Eid wurde auch den mit dem Druck in der Staatsdruekerei beschäftigten Druckern, die die arabische und hebräisclie Uebcrtragungcn zu setzen haben, abgenommen. Der Pressechef der Palästina-Regierung hat die Vcrtreter aller Zeitungen zu einer Besprechung über die Form der Veröffentlichung dieses Berichtes eingeladcn. Jede Zeitung erhält eine ihrer Auflagehöhe entsprechende Zahl von Exemplaren. Diese werden der Gesamtauflage der Blätter beigelegt, doch bleiben die Pakete mit den Ausgaben des Berichtes verschlossen, bis der Druck der Zeitung beendet ist. Es soll offenbar durch diesen Vorgang jede Kommentierung der Veröffentlichung verhütet werden. Vorkehrungen gegen Unruhen Wie bereits gemeldet, sind von der Palästina-Regierung entsprechend einem Auftrag des Colonial Office Maßnahmen getroffen worden, um Unruhen nach der Veröffentlichung des Peel-Berichtes vorzubeugen. Als eine der zur Verhütung etwaiger Unruhen bestimmten Maßnahmen wurde Sonntag der englische Schlachtkreuze!״ ־Re pulse“ nach Palästina abdirigiert, um die britischen Streitkräfte in Palästina zu verstärken. General W e i r, Oberbefehlshaber der britischen Be- Satzung in Aegypten, ist zu einem Besuch in Palast i na eingetroffen und wurde von Chefsekretär Battershill und General Dill begrüßt. Der High Comraissioner wird laut ״Palcor“ in dieser Woche in Palästina zurück erwartet. Der arabische ״Felestin“ berichtet, daß bewaffnete Banden in Syrien organisiert werden, um sie unter Leitung von Kaukji für einen Einmarsch nach Pa- Iästina vomi bereiten, der nach Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission erfolgen soll, uin die Errichtung eines jüdischen Staates zu bekämpfen. Die arabische Tageszeitung ״Al-L.iwa“ belichtet über die angebliche Absicht der Regierung, sofort nach Veröffentliclumg der Entscheidungen des Mandatars das Standrecht zu ' proklamieren. Außerdem bestehe die Absicht, gewisse arabische Fahrer zu verbannen. Die arabische Presse meldet, daß nach Veröfftnilichung des Berichtes weitgehende Aendcrungen in der Verwaltung vorgenommen werden sollen. Juden und Araber würden aufgefordert werden, an einer Round- Table-Konferenz teiizunehmen, um auf der Grundläge der Empfehlungen der Kommission zu einer Vcrständigung zu gelangen. Wie die JTA. von maßgebender Seite erfährt, wird ein erster Auszug aus dem Bericht der Kgl. Kommission im palästinensischen Rundfunk am Mittwoch, dem 7. Juli, 9 Uhr abends, bekanntgegeben werden. (Dann vermutlich auch im englischen Rundfunk? — A. d. R.) Polen gegen Teilung Das polnische Regierungsorgan ״Gazeta Polska“ schreibt, Polen werde, wenn die Berichte der englischen Presse über die Teilung Palästinas richtig sind, eine negative Stellung zu dem Bericht der Kgl. Kommission einnehmen müssen. Polen sei an einer jüdischen A u s w a n d e r u n g großen Maßstabes interessiert und darum habe es immer eine freundliche Haltung zum Zionismus bewiesen. Wenn aber der künftige Judenstaat in Palästina so klein sein wird, wie die britische Presse erklärt, dann werde er nur 350 000 Juden aufnehmen können und Palästina werde seine Bedeutung als Mittel zur Lösung der Judenfrage für Men verlieren. Dem Plan Jabotinskys, der die Auswanderung von 75 000 Juden jährlich aus Polen in den nächsten zehn Jahren vorsieht, messe die polnische Regierung größte Bedeutung bei. Sie setze sich darum nachdrücklich für diesen Plan ein. Zum Schluß erhebt ״Oazeta Polska“ die Forderung, daß die polnische Regierung ihre Stellungnahme zu einer Teilung Palästinas m London und Genf bekannt gebe. Die Londoner jüdische Wochenschrift ״Jewish Chronicle“ fordert, w׳ie berichtet wird, die Einberufung einer Konferenz von 20 bis 30 führender! Zionisten nach London, damit eine einheitliche politische Richtlinie für den XX. Zionistenkongreß festgelegt werde. Von der Leitung der Engüsh Zionist Federation werde auf die Exekutive in diesem Sinne ein Druck ausgeübt. Sie selbst sei durch ihr Beispiel auf diesem Wege vorangegangen. Die geplante Beratung müsse zu einer Vereinigung aller zionistischen Kräfte für den unvermeidlichen schweren Kampf um eine konstruktive Politik in dem bevorstehenden Zeitabschnitt führen. Spaltung der Araber Jerusalem, 4. Juli. (JTA.) Auf einer Versammlung der im Nashashibi-Block zusammengefaßten gemäßigten arabisehen Parteien ist beschlossen worden, die Vertretung dieser Gruppen im Obersten Arabischen Komitee zurückzuziehen. Auf der Versammlung wurden scharfe Angriffe gegen die Tätigkeit des Obersten Arabischen Komitees gerichtet und die Anschläge, die gegen Führer der Nashashibi-Partei verübt worden sind, verurteilt. In Jaffa sind in einem Abstand von 15 Minuten A n schlage auf zwei Mitglieder der Familie Nashas h i b i, die die Opposition gegen den Mufti führt, verübt worden. Der erste Anschlag war gegen Fakhri Nashashibi gerichtet, der in einem arabischen Cafehaus, saß, der zweite gegen den Distriktsbeamten Azmi Nashashibi in dem Augenblick, als er aus einer Garage trat. Beide wurden leicht verletzt. Die Attentäter sind entkommen. Mehrere Araber wurden verhaftet. Es verlautet, daß die Nashashibi-Partei beschlossen hat, in Zukunft ihre Führer durch Leibwachen, begleiten zu lassen, da weitere Angriffe seitens der Anhänger des Mufti zu befürchten seien. Inzwischen setzt der Mufti in Syrien seine auf eine Revolte gegen England abzielenden Bemühungen fort. Seine Propaganda wird jedoch von den Abgesandten des Emir Abdullah wirksam bekämpft. ״Haboker“ berichtet, die Palästina-Regierung habe dem Mufti sagen lassen, er möge vor Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission nicht nach Palästina zuriiekkehren. Die Grenzwache sei angewiesen worden, den Mufti im Falle einer früheren Rückkehr zu verhaften (?). Die hebräischen Zeitungen erörtern die Möglichkeit der Verkündung des Kriegsrechtes nach der Veröffentlichung des Berichtes. Für Militär und Polizei sei strenge Bereitschaft angeordnet worden und das britische Hauptquartier in Kairo halte dauernd Fühlung mit den Militärkommanden in Palästina. Dem ״Daily Herald“ wird aus Jerusalem berichtet, daß der Ministerpräsident von Transjordanien, Ibrahim Haschern, an den Mufti von Jerusalem ein Schreiben gerichtet habe, in dem er ihn beschuldigt, daß er zu einem Aufruhr gegen Emir Abdullah in Transjordanien hetze. Der Mufti wird gewarnt, daß seine Tätigkeit bekannt »ei und daß er aufhören müsse, Komplotte zu schmieden. Die in Damaskus erscheinende Zeitung ״El fnschia“ meldet, daß auf Emir Abdullah auf der Fahrt, zu seinem Palast in Amman ein Attentat verübt worden'sei. Die Schüsse hätten den Emir verfehlt. Die Attentäter seien bisher nicht festgestellt worden. In einem amtlichen Communique wird die Meldung des Damaszener Blattes dementiert. Eine ״moralische Tatsache“ Saloniki, 4. Juli. (JTA.) Die Saloni ki er griechische Tageszeitung ״Phes“ begrüßt in einem Leitartikel, der dem Plan der Teilung Palästinas gewidmet ist, in begeisterten Worten die ״Anfänge eines neuen Staates“. Größe und Bevölkeningszanl des neuen Juden- Staates, schreibt das Blatt, sind durchaus nicht wichtig; wesentlich ist die moralische Seite der Frage. Griechcnland war nach seinem Unabhängigkeit»- kampf sogar noch kleiner als der neue Juden- Staat. Die Völker müssen einen schweren Kampf um die Eroberung und die Vergrößerung ihrer Vaterländer führen. Bedeutsam ist der moralische Wert der Tatsache, daß nach so vielen Jahrhunderten ein unabhängiger Judenstaat geboren wird. Das Jüdische Nationalheim ist in das jüdische Vaterland umgewandelt worden. Die Frage der Teilung Palästinas ist im amerikanisehen Senat durch Senator Royal S. Copeland, einen der drei amerikanischen Parlamentarier, die seinerzeit eine inoffizielle Erhebung über die Ursachen der Unruhen in Palästina durchgeführt naben, zur Sprache gebracht worden. Senator Copeland erklärte, daß durch die Verwirklichung des Teilungsplanes die englisch-amerikanische Convention über Palästina vom Jahre 1924 in einen ״wertlosen Fetzen Papier“ verwandelt werden würde. Er forderte, daß die amerikanische Regierung in dieser Sache Schritte unternehme.

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