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Jüdische Rundschau · 1937-06-29 · Heft 51 (29.6.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 51 (29.6.1937)
Date
1937-06-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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jüdische Rundschau Nr. 51, 29. JUNI 1937 Volksvertretung des Jischuw Neuordnung in der Zusammensetzung der ״Assefath Haniwcharim" zwischen dem Waad Leumi und den Pflanzergnippen, die nie ganz geruht hatten, mit neuem Interesse wieder aufgenommen und in einer der letzten Sitzungen hat der Waad Leumi eine neue Wahlordnung bestätigt, die der Assefath Haniwcharim, die jetzt gewählt werden soll, einen anderen Charakter verleiht. Von unserem palästinensischer Korrespondenten gi. Tel Aviv, 20. Juni Die Assefath Haniwcharim (Delegiertenversammlung) ist im palästinensischen Gesetz (״Religious Communities Ordinance 1926“, verkündet am 1. Januar 1928) als die legale Vertretung der palästinensischen Ju denn eit verankert. Während die Zionistische Exekutive die Welt- ■Organisation der Zionisten vertritt, die Jewish Agency wiederum das für Palästina einsteh ende Weltjudentum repräsentiert, ist in der ״Knesseth Jisrael“, deren Delegierte in der Assefath Haniwcharim zusammentreten, eine Art ״Parlament“ der palästinensischen Judenheit gegeben, das aus sich heraus den Waad Leumi (Nationalrat) wählt, der in der Zeit zwischen den Sessionen die Geschäfte führt. Der Waad Leumi war es auch, der zu den Londoner Krönungsfeierlichkeiten seinen Vorsitzenden Ben Zwi als Vertreter der palästinensischen Judenheit entsandte. Nicht alle palästinensischen Juden sind jedoch in der ״Assefath Haniwcharim“ vertreten. Nach dem bestehenden Gesetz haben Gruppen dieser Gemeinschaft das Recht, ihren Austritt zu erklären und sich selbst in einer Gemeinde zu organisieren. Die ״Knessetlt Jisrael“ ist zwar eine gesetzliehe Körperschaft, die bestimmte Vollmachten besitzt, unter anderem die, von ihren Mitgliedern Steuern zu erheben. Jedoch können Gruppen durch ihre offizielle Austrittserkliirung sich von dieser Körperschaft absondern und sich selbst in einer besonderen Gemeinde zusammenschließen. Als die ״Kncsseth Jisrael“ 1928 gegründet wurde, versuchte man, ihren Rahmen möglichst weit zu spannen und alle Kreise der Juden des Landes einzubeziehen. Dieses erwies sich jedoch als unmöglich. Die orthodoxen Kreise des alten Jischuw, die sich um die Agudath Jisrael scharten und damals noch einen stark antizionistischen Kurs innehielten, stellten unannehmbare Lorderur.gen für ihren Eintritt. Unter anderem spielte der Konflikt wegen des Frauenstimmrechts in jenen frülien Auseinandersetzungen eine große Rolle. Die Mehrheit, die progressiven zionistischen Elemente aller Fürbungen, waren nicht bereit, von der Basis des gleichen Wahlrechts für alle Mitglieder der Gemeinschaft abzugeben, und dieses sowie andere Differenzpunkte führten dazu, daß bald nach der Schaffung des legalen Rahmens für die ״Knesseth Jisrael“ sich die scharf orthodoxen, nicht zionistischcn Kreise, innerhalb des alten Jischuw absonderten. Innerhalb der Assefath Haniwcharim blieb die große Mehrheit des palästinensischen Judentums, die die Zusammen- Setzung der Parteien auf den zionistischen Kongressen widerspiegelte. Vom Misrachi, der die orthodoxen Elemente innerhalb des Zionismus vertrat, bis zu den Arbeitern, waren alle Kreise liier vertreten. Auch die sephardischen und orientalischen Juden hatten ihre Delegierten in der Assefath Haniwcharim. .Wachsender Umfang und wachsende Aufgaben - r. Zwischen der Zeit der ersten Anfangskämpfe um die Organisierung des Jischuw und heute liegen ungefähr änderthalb Jahrzehnte und damit das zuzeiten langsame, zuzeiten reißend schnelle Wachstum der palästinensisehen Judenheit. Aus einer relativ schwachen Gemcinschaft wurde ein nationaler Körper von über vierhunderttausend Menschen. Während die kleine Gruppe derer, die sich von der ״Knessetli Jisrael“ ausgeschlossen hatten, nur wenig anwuchs, nahm die Knesseth selbst durch die Immigration einen immer größeren Umfang an. Die junge wachsende Gemeinschaft hatte sehr bald große Aufgaben zu übernehmen. Es machte sich die Tendenz geltend, bestimmte Funktionen, die die Zionistische Exekutive und später die Jewish Agency erfüllt hatten, der Knesseth Jisrael und ihrem ausführenden Organ, dem Waad Leumi, zu übergeben. Während zum Beispiel früher das hebräische Schulwesen von der Zionistischen Exekutive verwaltet wurde, ging es danach in die Hände des Waad Leumi über. Das bedeutete, daß die palästinensische Judenheit in immer größerem Maße die Bürde der Unterhaltung seines Schulnetzes selbst übernahm und die Mittel dafür durch Schulgelder, Steuern usw. aufbrachte. Die Zionistische Organisation bzw. die Agency gab die Gelder, die sie weiter diesem Werke zur Verfügung stellte, zur Verwaltung und Verausgabung an den Waad Leumi, dasselbe tat die Regierung mit ihrer Subvention. Aehnlich wie mit dem Erziehungswesen entwickelten sich die Dinge beim Gesundheits wesen, dessen Verwaltung ebenfalls von der Jewish Agency auf den Waad Leumi überging. Als dritter wichtiger Zweig der Tätigkeit des Waad Leumi ist die Abteilung für soziale Arbeit zu nennen, die vor einigen Jahren gegründet wurde und zum erstenmal den Versuch unternahm, die zahllosen Organisationen, die sich in Palästina mit sozialer Fürsorge befaßten, nach und nach unter einen Hut zu bringen und überhaupt im Lande ein modernes System der Sozialfürsorge zu schaffen, von dem es vorher nur primitive Anfänge gab. Sowohl in der praktischen Arbeit, wie auch in der Repräsentation nach außen wuchs das Gewicht der Knesseth jisrael und des Waad Leumi. Wie häufig unter hiesigen Bedingungen, waren freilich oft die ausführenden Kräfte den immer größeren Aufgaben, die an sie herantraten, nur teilweise gewachsen. Kampf um Repräsentationssysteme Während sich so in der Knesseth Jisrael die große Mehrheit der palästinensischen Judenheit vereinigt fand, entwickelte sich im Innern, in der Assefath Haniwcharim selbst, ein heftiger Kampf über das System der Repräsentation, also über die Art der Wahlen. Wie nicht anders zu erwarten, hatten die Wahlen eine Majorität der Arbeiterschaft gebracht, sowohl weil diese sehr weite Kreise in Stadt und Land repräsentiert, als auch, weil gerade die Arbeiter in allen Fragen der nationalen Organisation ein besonders waches Interesse zeigten. Dieser Zustand der Dinge war jedoch bestimmten Kreisen im jischuw durchaus nicht genehm. Die Pflanzer in den alten Kolonien waren vor allem daran interessiert, die Kräfteverhältnisse zu ändern, weil sie befürchteten, dauernd in der Minorität zu sein und somit ihren Standpunkt innerhalb der Assefath Haniwcharim nicht durchsetzen zu können. Sie verlangten, daß die Assefath Haniwcharim außer den in allgemeinen Wahlen gewählten Vertretern auch besondere Repräsentanten der großen Orte im Lande umfassen sollte, so daß bestimmte Kreise, die numerisch nicht bedeutend waren, jedoch Wirtschaftlim ein besonderes Gewicht hatten, ihre Delegierten außerhalb des allgemeinen Wahl ganges entsenden konnten. Den Vorkämpfern dieser Richtung schwebte nicht nur die Vcrtretung der Pflanzerkreise, sondern auch die anderer Ökonomischer Gruppen (Industrie usw.) vor. Jahre hindurch ist die Auseinandersetzung über diese Frage weitergeführt worden. Sie geschah nicht mehr in der Assefath Haniwcharim und nicht mehr im Waad Leumi, denn die Pflanzer hatten ihre Vertreter bald von dort zurückgezogen und wollten erst zurückkehren, wenn man ihnen den neuen Wahlmodus einräumte. Von der Mehrheit der Assefath Haniwcharim, insbesondere von den Arbeitern, wurde diese unter dem Druck der Sezession gestellte Forderung jedoch abgelehnt. Einerscits wollte man, wie gesagt, das Prinzip der einfachen Wahlen nicht durchbrechen, andererseits schien es nicht richtig, den Gruppen, die sich von der Assefath Haniwchariin getrennt iiatten und vor ihrer Rückkehr die Erfiillung ihrer Forderungen steiften, nachzugeben. Die Auseinandersetzungen dauerten etliche Jahre, die Pflanzer blieben außerhalb, die Assefafli Haniwcharim arbeitete ohne sie ebenso wie der Waad Leumi. Der Kampf wurde noch kompliziert durch eine Rivalität, die sich zwischen der Stadt- Verwaltung von Tel Aviv einerseits und dem Waad Leumi und der Jewish Agency andererseits entwickelte. Unterdessen verschwand aber das ganze Problem aus dem Rampenlicht, weil die letzten Jahre die allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Probleme so in den Vorderrund rückten, daß für alle anderen Dinge keine Zeit und ein Interesse mehr übrigblieb. Vorbereitung der Neuwahlen fn diesem Frühjahr sollten die Neuwahlen für die Assefath Haniwcharim stattfinden, es wurden Wählerlisten angelegt und der Tag für den Wahlakt war bereits festgesetzt. Dann brachte die politische Entwicklung im Lande allen Kreisen zum Bewußtsein, daß der Termin für dieses Unternehmen nicht gut gewählt war und eine Verschiebung wurde beschlossen. Bei der Vorbereitung der Waiden jedoch, der Anlage der Listen usw. wurden die Verhandlungen Die ״Erste Haifaer Industrie-Ausstellung“ wurde, wie schon kurz gemeldet, am 16. Juni in Anwesenheit von Vertretern der jüdischen Institutionen und Oeffentlichkeit und unter Gesängen des Sußmannsciien Juval-Chores feierlich eröffnet. Zur Einweihung sprachen Ti sch bi für den igud L’niaan Tozereth Haarez (Verband für Landes- Produkte) und die Hitachduth-Baalej-Taassijah (Industriellenverband), Echtmann für die Haifaer Ortsgruppe des Industricllenverbandes, Levin vom Waad Hakchilla (Gemeinde), Haifa, Aba C 11 u s c 11 i für die Arbeiterschaft und Guralski als einer der ältesten Industriellen des Landes. Die Redner wandten sich an die Konsumenten, die hier Geiegenheit haben zu sehen, was alles bereits durch jüdische Arbeit im Lande hergestcllt wird. Mit Recht appellierte Guralski besonders an die Hausfrauen, durch deren Hände der größte Teil der Einkommen und des Verbrauches in der Hauswirtschaft geht. Die Notwendigkeit einer Reduzierung der Importe und der Förderung der inländischen Betriebe gibt dieser Haifaer Ausstellung als reiner Inlandsmesse eine besondere Note. An die Vorfeier schloß sich ein Gang durch die von der veranstaltenden Firma in sehr geschickter Weise als Ausstellungsraum hergerichtete Makkabi-Halie. Die Zahl der Aussteller übertrifft mit 120 von den kleinsten bis zu den größten Firmen die vor etwa 1'.. Jahren im Technikum veranstaltete, noch ziemlich primitive Tozereth-Haarez- Schau. Interessant ist, daß rund 70 0'״ der ausstelicndcn Betriebe Haifaer Ursprungs sind, ein neuer Beweis für die Stellung Haifas als Industriestadt und die Entwicklungs- Chancen in dieser Richtung. Zahlreiche Firmen, die im vorigen Jahr bei der Levante-Messe in Tel Aviv nicht vertreten waren bzw. damals noch nicht produzierten, steilen hier erstmalig ihre Produkte einem größeren Publikum zur Schau. Es ist unmöglich, alle Stände und Firmen der verschiedenen Branchen zu beschreiben, die beispielsweise vom Bakelit bis zur Keramik, vom Kolilepapier, Farbband und Vervieifiiltigungsmatrize bis zur Trockenbatterie und Akkumulator reichen. Nur andeutungsweise sei darauf hingewiesen, daß man findet: Textilien und Trikotagen (Ata, Lodzia, Meschi, Nava u. a.), Zigaretten (Dubek, Maspero), Rasierklingen (.(aal, Okava), Fisch- und Fruchtkonserven (Primason), Gußstücke (Hoffmann, Kreniener), sanitäre Artikel (Nechuschtan), Aluminiumwaren (Palalum), Bürsten und Pinsc! (Palbrush), Zement (Nescher), Oele (Itzliar, Sliemen), Kochgeräte (Rabinowitz, Tuwal), Spiegel, Glaswaren, Farben (Paimira u. a.), Füllfederhalter und -bleistifte von Katab, Meh! von den Rothschildschen Mühlen, Brot und Backwaren von יוווויוו ■ ' ■ Von der Gartenpartie beim High Commissioner anläßlich des Geburtstages von König George VI. am 9. Juni. Der High Commissioner im Gespräch mit Raghib Naschaschibi (links) und Jakob Faradj (rechtsj Foto: h.0ru«hk1־ Die neue Wahlordnung Nach diesem neuen Abkommen wird die neue Assefath Haniwcharim außer den in allgemeinen Wahlen gewählten Vertretern dreißig Delegierte umfassen, die als Repräsentanten ihrer Orte dort sitzen, und zwar die Bürgermeister der Städte und ihre Stellvertreter, bzw. die Vorsitzenden der lokalen Kolonicrätc. Aus den Städten (unter die auch Ramat-Gan und Pe-tach Tikwali rechnen) werden zwölf Delegierte entsandt, aus den großen Kolonien von Judäa, Sarnaria und dem Scharon ebenfalls zwölf, aus den großen Arbeitersiedlungen sechs. Es wird in dem Abkommen festgelegt, daß bei Neuwahlen in den Städten und Kolonien auch die Vertreter in der Assefath Haniwcharim wechseln. Damit ist wenigstens eine gewisse Elastizität in der Reprisentanz gesichert und verhindert, daß ein Mann, der heute z. B. zufällig der Vorsitzende des Stadtrates in I’etacli-4 ikwah ist, für Lebenszeit in der Assefath Haniwcharim bleibt. Seine Stelle dort ist von seinem Amt in seiner Kolonie abhängig. Die Rabbiner haben ex officio in der Assefath Jianiwcharim Sitz, aber, falls nicht speziell gewählt, keine Stimme. Ein weitreichendes Kompromiß Die Assefath Haniwcharim ist durch diese Neuordnung weiter und repräsentativer geworden. Sie umfaßt jetzt (von den orthodoxen niclitzionistisclien Se/cssiomsten abgesehen) wirklich alle Kreise des Jischuw, und ihr moralisches Gewicht sowohl im Einfluß nach innen wie auch in der Re- Präsentation nach außen wird dadurch stark vergrößert. Wenn der Waad Leumi und insbesondere die Arbeiter trotz großer Bedenken auf den Pakt eiiigcgangcn sind, so^gcsetiah es aus der Ueberlegung heraus, daß die jetzige Situation einen Kampf im Innern besonders gefährlich erscheinen läßt und alles getan werden muß, um alle Kreise zu gemeinsamer Arbeit zu sammeln. Die neue Assefath Haniwcharim soll, wenn alles glatt geht, im Oktober gewählt werden. Möglicherweise wird sie dann infolge der Veränderungen, die wir bezüglich Palästinas erwarten, eine größere Bedeutung haben, als man ihr jetzt /.11111 ißt. verschiedenen Bäckereien, eine Reihe von Puddingfabriken, Hersteller von Verpackungsmaterialien, Toilette- und Putzartikel (Aipa, Barak-Ncter, Mor, Shcmeii, Taya), Brillen (Solex), Kaltleim und Isoliermaterialien, l acke, orthopädische Artikel, Schrauben (Haboreg), Eisschränke und Möbel, Büroausstattungen, silberplatiertc Haushaltsartikel usw. usw. Auf dem Gebiete der Baumaterialien ist — der Nachfrage entsprechend — die Selbstversorgung besonders weit fortgeschritten, und eine Reihe von Ständen zeigt die Menge der Produkte: Ziegel, Betonit, Balatten, Farben, Zäune, Gitter, Nägel, Schlösser, Türangeln, Trissim usw. Ein lebendiges Beispiel soll dafür auch die der Ausstellung angeschlosscnc ״Tozereth-Haarez-Wohnung“ geben, für die einige der bekanntesten Haifaer Architekten eine interessante Mustcrlösung geschaffen haben. Es handelt sich dabei um eine eigens errichtete 1• .;,-Zimmer-Wohnung mit Schlaf-, Arbeits-, Eßecken und Duschraun!, Fenstergartcn und Terrasse. Die Außenwände sind aus Silikatziegeln bzw. Betonit, der Fußboden aus heimischen Fliesen (Balatten), Farben, Lampen, sanitäre Anlagen, Installationen, Möbel sind Tozcreth-Haarez. — Ein großer Stand der ״Tmivah“ mit Feldfrüchtcn, Obst und Milchprodukten läßt auch der jüdischen Landwirtschaft ihr Recht zur Vertretung hei einer tozereth- Haarez-Schau zukommen. Zur Belebung des Puhlikumsintercsscs finden innerhalb der Ausstellung noch verschiedene Sondervera11staltunge.il statt, so Vorträge über .,Erziehung zum To/eretli-l laarez“, ״Tozereth-Haarez in der Küche״, ,,Landwirtschaft und Industrie in der palästinensischer! Wirtschaft“, .,Hauen in Paiästina“, ein Konzert des Juv3!-Cltors, ״Mutter und Kind“ und ein Abschlußfest. Alfred Markus, Haifa. Tel Avivs Jahresbericht Die Stadtverwaltung von Tel Aviv hat soeben ihren Bericht für das Finanzjahr lOfb 3(־\ ו c r 1 > ff entlieht. 'In der Einleitung zu dem Bericht spricht Bürgermeister Rokach der Regierung den Dank dafür aus, daß sie der Stadtverwaltung die Erlaubnis zum Hau des Hafens erteilt und einen Teil der R e g i e r u n g s ä 111 t e r von Jaffa nach Tel Aviv׳ verlegt hat. Andererseits erhebt der Bürgcrmcister Vorwürfe gegen die Regierung. Die Regierung, erklärt Rokach, hat es nicht nur ahgelchnt, ihren Zuschuß an die Stadt zu erhöhen, sondern hat auch die Genehmigung der von der Prudcntial-Vcrsichorungsgesellschaft aufzunehmenden Anleihe von einer Million Pfund hinausgeschoben, obwohl die Stadt ohne diese Anleihe jetzt nicht auskommen kann und ihre Rückzahlung keine Schwierigkeiten bereitet. Auch hat die Regierung die Zustimmung zu der Eingemeindüng der jüdischen Vorstädte verweigert. Die Stadt Tel Aviv, schreibt Rokach zum Schluß, steht ebenso wie der ganze Jischuw jetzt vor einer schwierigen o 1 i t i s c h e n und wirtschaftlichen Krise, aus rsachcn, die sie nicht verschuldet hat. Dennoch bleibt Tel Aviv das Zentrum des Jischuw und ist bereif, seinen Platz in dem gegenwärtigen Kampf atisznfülien. In dem Bericht der Gemeindeverwaltung wird festgestellt, daß die Einnahmen im letzten Finanzjahr!17 828 Pfund betragen haben, somit gegenüber den Einnahmen des Finanzjahres 1934 35, die 317 479 Pfund betrugen, um 31,6 ״n gestiegen sind. Die städtischen Einkünfte haben sich in den letzten vier Jahren vervierfacht Dagegen ist der Regierungs- Zuschuß von 5,9 <>0 des städtischen Haushaltes im Jahre 1934/35 auf 4,8 ׳״« im letzten Finanzjahr gefallen. Die Ausgaben im Berichtsjahr betrugen 161 993 Pfund gegenüber 326 871 Pfund im vorangegangenen Jahr. Unter den Einnahmequellen der Stadtverwaltung stehen an erster Stelle die allgemeinen Abgaben mit 165 317 Pfund oder 37,7״•'« der Gesamteinnahmen: cs folgen die Wasserabgaben mit 74 532 Pfund (17״«), die Gehüllten für Straßenpflcge, sanitäre Einrichtungen usw. mit 51 420 Pfund (11,7 0/0) und die Schulgelder mit 11 779 Pfund (2,7 ׳■״«). Die hauptsächlichsten Ausgabenposten waren: Städtische Arbeiten 106 759 Pfund (23,1 ״<>); Erziehungswesen 89 840 Pfund (19,4 ״/o) und Gesundheitsdienst 67 573 Pfund (14,6 ״/o). Industrie-Ausstellung in Haifa

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