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Jüdische Rundschau · 1937-06-29 · Heft 51 (29.6.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 51 (29.6.1937)
Date
1937-06-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAÖ Nr. 5!, 29. VL 1937 Abschied von Joachim Prinz Eine Berliner Kundgebung Schon lange vor Beginn der Veranstaltung, die die Zio* nistische Vereinigung für Deutschland und die Berliner Zionistische Vereinigung zum Abschied für Joachim Prinz am letzten Sonnabend im Großen Saal des Berliner Briidervereinshaiises angesetzt hatten, war der Raum gefüllt, Als die Kundgebung am späten Abend, kurz nach Ausgang des Schabbat, ihren Anfang nahm, waren die Räume des Briidervereinshaiises bis in den letzten Winkei hinein besetzt, und Hunderte von Menschen hatten keinen Einlaß tneiir finden können. Vor der Tafel mit der Aufschrift ״Ausverkauft“ stauten sich die Menschen und wollten nicht Weggehen, lieber der Versammlung selbst lag eine Stirnnuing des schmerzlichen Bedauerns über den Abgang eines der populärsten Männer der Judenheit in Deutschland. Aber es war dennoch keine Trauerversamnilung. Dieser Erkenntnis gab gleich im Anfang der Vorsitzende Benno Cohn Ausdruck, indem er betonte, daß Prinz erst im Beginn der Entfaltungsmöglichkeiten stehe. Es ist das Werk von Prinz, die Kanzel wieder in eine enge Beziehung zu den jüdischen Massen gebracht zu haben. Er war es, der nach 1933 als einer der stärksten Aufrüttler vor die Juden in Deutschland hintrat. Er hat von den Versammlungstribiincn die Menschen ebenso angesprochen, wie in zahlreichen Aufsiitzen und in seinen Büchern. Wenn er jetzt von uns fortgellt, um in Amerika zu arbeiten, so ist diese Trennung nur eine geographische, weil die geistigen und menschlichen Beziehungen niemals abreißen werden. Im Anschluß an diese Eröffnungsansprache überreichte der Redner Dr. Prinz die provisorische Urkunde der Eintragung in das Goldene Buch des Keren Kajemeth Lejisraei. Dr. Michael Traub hob hervor, daß Prinz in der Zeit der Prüfung und der Besinnung den Juden ein Dolmetsch alles dessen gewesen ist, was sie empfanden. Diese _Arbeit war deshalb so schwierig, weil die Erkenntnis der Zusarnmenhänge der Judenfrage bei den Juden in Deutschland erst sehr spät gekommen ist, und es bedurfte gerade dieses Interpreten, um die neue Problematik wirklich zu erfassen. Der Kampf von Prinz ging gegen die Ewig-Gestrigen, aber auch gegen den Unglauben. Es darf ihm nachgeriihmt werden, daß er der Jugend neue Lebensinhalte zu geben vermochte. Anschließend hieran erklärte Dr. Franz Meyer, _ es sei sehr charakteristisch, daß dieser Veranstaltung keine Vertreter der offiziellen jüdischen Körperschäften beiwohnten. Es sei unser Versprechen an Prinz, das Mißtrauen gegen alle ״Offizialität“ weiter zu hegen und als Vertreter des vorwärtstreibenden Judentums stets im Sinne von Prinz zu versuchen, das Judentum als eine lebendige und große Sache den Menschen nahezubringen. Wir werden uns auch nicht von den zahlreichen ״falschen Prinzen“, die Joachim Prinz kopieren, täuschen lassen, weil wir wissen, daß die innere Bewegtheit, aus der heraus er seine Reden hielt, nicht nachzuahmen ist. So sehr er auch bei uns vermißt werden wird, so können wir doch andererseits ihn mit Stolz ziehen lassen, weil er in Amerika an eine sehr große und schwere Aufgabe herangeht. Diese Reihe der Redner wurde abgeschlossen durch einige Bemerkungen von Dr. Robert Weits ch, der darauf hinwies, daß Prinz in Amerika einer ganz anderen Probtematik als in Deutschland gegenüberstehen werde. Die Judenfrage, die immer ein Produkt ist aus Judentum und Umwelt, beruht, vom Juden her gesehen, in der geistigen Spannung zwischen Univcrsalismus und Partikularismus. Beide Eiemente sind wesentlich, ln Deutschland herrsche heute das partikularistische Motiv vor, in Amerika die universalistische Komponente; dort gilt es, die Eigenständigkeit des jüdischen Volkstums nicht zu verlieren. Die jüdische Jugend Amerikas ringt um einen neuen Ausdruck ihres Judentums. Bei der Begegnung mit diesen neuen Verhältnissen werden Prinz seine Erfahrungen in den letzten Jahren zugute kommen. Abschiedsrede von Prinz Alle Redner wurden von der Zuhörerschaft mit lebhaftem Beifall bedacht, dftfr sich zu einer wahren Ovation steigerte, als zum Schluß J oifchim Prinz selbst das Wort nahm, Prinz sprach in tiefer Bewegung und Erregung, und die Zuliörerschaft war — besonders in den Höhepunkten seiner Rede — wahrhaft hingerissch. Man dürfe von ihm, so erklärte Prinz, kein ״Vermächtnis“, ke1b£ endgültigen Formulierungen erwarten, weil er selber noch nli'J den Dingen ringe. Wenn man ihn frage, ob ihm der Abschied von hier schwer falle, so müsse er antworten, daß das Schichysal der Auswanderung heute schon etwas so Selbstverständlich'«, für jeden jüdischen Menschen in Deutschland geworden ist, daß man darin nichts Besonderes erblicken könne. Schwer falle ihih aber vor allem der ״Auszug aus der deutschen Sprache“, die für uns eine Insel ist, auf der wir zu leben begonnen habet». An einem Beispiel zeigt Prinz, wie echte Sprachkultur mit dem wirkliehen Leben und Boden verbunden ist, etwas, was Wir Juden noch nicht besitzen. Gerade wir Zionisten müssen das verstehen, gerade diese Verbundenheit mit den echten Werken anderer Kulturen hat uns zu Zionisten gemacht. Darum frselmen wir auch eine nationale und sprachliche Neugeburf des jüdischen Volkes, damit es ebenso Vollgültiges schaffen Die Zionisten, so fuhr Prinz fort, haben in vielen ihrer Diagnosen der Judenfrage ״recht behalten“, aber ihnen blutet das Herz dabei; es kann ein Unglück sein, ״recht zu behalten“. Der Zionismus ist ja selbst erst am Anfang; er muß lebendig bleiben und darf nicht zu etwas Plakathaftem und Schematischem erstarren. Der Zionismus ist nichts Fertiges, sondern voll von geistigen Gefahren, denen wir uns zu stellen haben. Aber wir brauchen an den Kräften unseres Volkes nicht z.u verzweifeln. Wenn er, so sagte Prinz, an den Gottesdienst im Friedenstempei zuriiekdenke, den er am Vorabend des 1. April 1933 abhielt, dann werde in ihm das große Erlebnis wach, einmal die Manifestation einer echten jüdischen Erschütterung geschaut zu haben. In solchen Momenten verstummt auch fiir uns Zionisten die Kritik an den Juden; vor uns allen steht die Aufgäbe, die Juden zu lieben. Wir sind mehr und mehr in ein Leben des Ghetto hiueingewachsen, das aber nicht, wie das Leben des mittelalterlichen Ghettos, starke Lebensmächte produziere, sondern die Gefahr biete, daß gerade die schlechten Eigenschaften des Ghettos sich ausbilden. Nur in Reinheit und Sauberkeit können die luden in ihrer Abgeschlossenheit leben. Aber in der Enge lallt sich kein nationales Leben in Schönheit aufbauen. Deshalb haben wir unseren Blick auf Erez Israel gerichtet, und es wird sich in den nächsten Monaten zeigen, ob die Kräfte der Juden für dieses Ideal zu wecken sind. Schon in der nahen Zukunft werden vielleicht die staatsbildenden Kräfte Gelegenheit haben, sich zu bewähren. ״Ich wünsche den Juden in Deutschland1“, so schloß Dr. Prinz, der mehrfach in seiner Rede an die Formel der Hawdaiah angeknüpft hatte, ״die Kraft der Unterscheidüng zwischen rein und unrei 11.“ Wenn man dies unterscheiden könne, könne man auch alles andere. Die Hoffnung aber auf eine neue Zukunft des Judentums, auf ein neues Leben in Palästina, auf die Schaffung eines neuen jüdischen Menschen auf eigenem Boden — diese Hoffnung ist noch nicht zu Ende.“ Unter stürmischen Ovationen der Hörer für Prinz fand die Veranstaltung ihren Abschluß. Lange noch drängten sich die Menschen um das Rednerpodium, um Prinz zum letztenmal die Hand drücken zu können und ihm ein herzliches Schalom mit auf den Weg zu geben. N. stand damals die Assimilation auf dem Höhepunkt. Wir haben vor einigen Monaten — zu Herzls Geburtstag — einen Brief veröffentlicht, den er an einen führenden ungarischen Juden geschrieben bat und der in mehr als einer Hinsicht prophetisch ist. Die Judenfrage ist heute in Ungarn an der Tagesordnung und fast keine Parlamentsdebatte geht ohne Erörterung der Judenfrage vorüber. Auch vorige Woche kam es im Oberhaus wieder zu einer solchen Aussprache. Obwohl man als Außenstehender bei der Beurteilung solcher Dinge vorsichtig urteilen muß, scheint es doch, daß trotz der Anwesenheit von Juden die jüdische Sache in solchen Debatten nicht in der Weise vertreten wird, wie es dem Empfinden eines modernen Judentums ־— im Geiste Herzls — entsprechen würde. Viele Juden in Deutschland muß die Bemerkung Baron Prönays fn dieser Oberhaus-Debatte interessieren, der u. a. sagte, die Juden (Ungarns) könnten selbst viel zur Milderung des Antisemitismus beitragen, wenn sie dfe Einwanderung unerwünschter Elemente, vor altem der ״Juden aus Galizien und Deutschfand“ verhinderten. Wir erinnern uns der Zeit, da viele Juden in Deutschland auf dem Standpunkt standen, die Juden aus dem Osten seien ein kulturell oder moralisch minderwertiges Element, dessen Einwanderung die Juden in Deutschland schädige und darum unterbunden werden müsse. Nun werden in Ungarn die Juden Deutschlands und die des Ostens in einem Atemzug genannt. Denn i!1 Wahrheit handelt es sich dabei gar nicht um Wert oder Unwert, sondern in bestimmten ökonomischen und kulturellen Situationen ist einem Volk jeder Zuzug von außen unerwünscht, und diejenigen, die keine Heimat haben und durch ein unerbittliches Schicksal gezwungen sind, sich eine solche zu suchen, sind immer die Opfer einer solchen Konstellation. Unter diesen Wandernden steilen die Juden ein großes Kontingent. Gestern waren es die Ostjudcn, heute sind es die Juden aus Deutschland, morgen kann es irgendeine andere jüdische Gruppe sein; jede solche Gruppe hat ihre Eigenart, und die Folgerung, die Juden daraus ziehen müssen, ist die, sich selbst der Wertung gegenüber dem unglücklicheren jüdischen Bruder zu enthalten und an den Versuchen mitzuarbeiten, für die Wandernden eine dauernde Heimat auf jüdischem Boden z.u finden, Nur dadurch werden die Störungen des Gleichgewichts, die durch ungeregelte Wanderungen entstehen, beseitigt werden können. * Vor einigen Tagen wurde in England mitgeteilt, daß die 009. und 1000. Uebersetzung der Bibel gerade vollendet wurden. Es handelt sich um die Ueber- Setzung in die Mundart zweier Negerstämme des belgisehen Kongo. Die britische Bibelgesellschaft berichtigt in einer Zuschrift an die ״Times“ die Meinung, daß alle tausend Uebersetzungen von ihr veranstaltet seien; die Gesellschaft habe nur Uebersetzungen in 712 Sprachen herausgegeben, während ,der Rest von anderen englischen, amerikanischen und holländischen Bibelge- Seilschaften oder von Missionären bewerkstelligt wurde. Für uns Juden ist die Tatsache, daß unsere Heilige Schrift in tausend Zungen verbreitet wird, eine erschütternde Vorstellung, Denn viele dieser Völker, die von anderen Teilen der Menschheit und ihrer Geschichte nur wenig wissen, hören so vorn jüdischen Volk und von einem Teil der jüdischen Geschichte. Die Bibel ist ein Träger von Ethik und Kultur, der — freilich nicht durch unser eigenes Verdienst — zu den unzugänglichsteil Volkssplittern dringt. Bei vielen Völkern, so wissen war aus der Geistesgeschichte, hat die Bibelübersetzung einen großen konstitutiven Wert für ihre eigene Sprache gehabt. Es ist anzunehmen, daß auch jetzt noch in manchen afrikanischen Dialekten von Naturvölkern die Bibel das erste Dokument darstellt, in der ihre Sprache literarisch fixiert wird. Die Londoner ״Times“ hebt bei ihrer Würdigung dieses Ereignisses hervor, daß in vielen Teilen der Welt heute die Einfuhr von Bibeln auf Schwierigkeiten stößt und daß hihelfeindliche Lehren, z. B. von kommunistischen Agitatoren, in grolle Teile Asiens getragen werden. Die Bibelgesellschaft arbeitet trotz all diesen Hindernissen. Die Bibel ist ein Buch der Menschheit geworden, aber für uns Juden, die das Volk der Bibel genannt werden und die diesen Besitz nicht immer nach Gebühr verwaltet haben, bleibt die Aufgabe bestehen, auch uns wieder dieses Buch zum geistigen Besitz und zur Basis eines echten Kultur- Bewußtseins zu machen. Auch das gehört zu den Mahnungen, die uns Bialik!unterlassen hat. Amerikanische Zionistenkonferenz Unter Beteiligung von tausend Delegierten wurde Sonntag in New York die 40. Jahreskoni'erenz der Zionistischen Oranisation Amerikas eröffnet. Die Konferenz faßte eine esolution, in der sie sich gegen jede Politik einer ״Kristallisierung“ des Jüdischen Nationalheims durch Teilung, Kan- Ionisierung oder jede andere Einschränkung des Aufbautempos ausspricht und den vom Aktions-Corr1it6 hierzu eingenommenen Standpunkt billigt. Weiter wird in der Resolution an die Regierung der Vereinigten Staaten der Appell gerichtet, ihren Einfluß zugunsten der jüdischen Rechte und der Integrität des Nationalheims auf Grund des Mandats geltend zu machen. Als Abschluß der Ncw-Yorker Tagung findet am Dienstag, dem 29. Juni, abends, im Madison Square Garden eine Massenkundgebung statt, bei der die Führer des Zionismus in Amerika über die entscheidende Bedeutung des Berichtes der Kgl. Kommission sprechen werden. Es ist das erste Mal, daß eine amerikanische Zionistenkonferenz in New York stattfindet. Damit soll ihr eine größere Resonanz gesichert und die Bedeutung des Monientes unterstrichen werden. Um den Peel-Bericht Der arabischen Zeitung ״A D i f a a“ wird aus London berichtet, daß die Kgl. Kommission für den Fall, daß der Teilungsnlan sowohl von den Juden wie von den Arabern abgclehnt werden sollte, die Einberufung einer jüdisch-arabisehen Round-T able-Konferenz unter den Auspizien der britischen Regierung in London vorschlägt. Im übrigen sollen sich bereits Llovd George, der frühere Kolonienminister Anierv lind Churchill gegen die Kommissions- Vorschläge ausgesprochen haben. Das Kolonienministeriuni, schreibt ״A Difaa“ weiter, rechne mit der Möglichkeit eines Wiederausbruchs der Unruhen in Palästina und Transjordanien, wenn der Bericht den Wünschen der Juden entgegenkommen sollte. Zur Unterdrückung dieser Unruhen würden etwa 70000 Mann und erhebliche technische Geldmittel erforderlich sein. Es sei jedoch den arabischen Fürsten, die bei den Krönungsfeierlichkeiten in London anwesend waren, versichert worden, daß die Lage der palästinensischen Araber durch den Bericht nicht verschlechtert werden würde. ״A Difaa“ behauptet weiter, Kolonienminister Ürmsby-Gore sei jetzt gemeinsam mit dem_ eigens zu diesem Zweck nach London berufenen High Commissioner Sir Arthur Wanchope damit beschäftigt, die Richtlinien der künftigen britischen Palästina-Politik auszuarbeiten. Den Informationen der arabischen Zeitung zufolge wird der High Commissioner auch mit Dr. Weizmann Besprechungen über die Richtlinien abhalten, bevor diese der Oeffentlichkeit übergeben werden. Die ägyptische Tageszeitung ״Al-Ahram“ (Kairo) gibt vor, zu wissen, daß der jüdische und der arabische Staat, die in Palästina gebildet werden sollen, Flächen gleichen Umfangs zugeteilt erhalten werden. Dem arabisehen Staat, der im wesentlichen das Gebirge umfaßt, wird das Recht der Benützung der Häfen von Jaffa und Haifa eingeräumt. Die Tel Aviver Tageszeitung ״Haarez“ behauptet in ihrer Sonntagnummer, daß die Zionistische Exekutive noch vor dem Zionistenkongreß den Leitungen aller zionistischen Parteien und Gruppen den Plan der Teilung Palästinas zur Stellungnahme vorlegen wird. Die ״New York Times“, die noch vor einigen Tagen behauptet hat, der Peel-Bericht werde keine Teilung Palästinas vorschlagen, erklärt jetzt, daß die Wettchancen 2 : 1 zugunsten des Teilimgsvorschlages stehen. Wie aus London berichtet wird, veröffentlicht die englischjüdische Zeitung ״Jewish Chronicle“ einen aufsehenerregenden Artikel, der sich mit großer Entschieden* heit gegen die T eiiung Palästinas wendet. Der Artikel weist (in ähulicher Weise, wie das wiederholt in der ״Jüdisehen Rundschau“ betont worden ist) darauf hin, daß als andere Alternative eine jüdisch-arabische Zusammenarbeit im Sinne des Churchill-Weißbuches von 1922 in Betracht kommt. Dieses Weißbuch habe erklärt, daß Englands Verpflichtungen egenüber Juden und Arabern vereinbar seien. Wenn ieser Gedanke jetzt realisiert würde, könnte der Unglückselige Teilungsplan noch im letzten Moment abgewehrt werden. Auswanderimgshilfe 1936 Ueber die am 20. Juni in London abgehaitene General- Versammlung der ״Hias-ica Emigration Association“ veröffentlicht die Leitung der Hicem einen Bericht, aus dem hervorgeht, daß die Arbeit der Hicem 7600 aus Osteuropa und 2-100 aus Deutschland Ausgewanderte erfaßte; die Gesamtzahl der von den Komitees der Hiccm in den Einwanderungsländem betreuten Auswanderer beträgt etwa 16 000. Die Komitees in den Einwanderungsländern empfingen alle diejenigen, die unmittelbar aus den Auswanderungsländern kamen, unter ihnen 5500 Auswanderer, die von den jüdisehen Organisationen in Deutschland abgefertigt wordm waren. Aus dem Bericht der Direktion und aus dem nachfolgenden Meinungsaustausch ging hervor, daß es unter den jetzigen Umständen dringender als je erscheint, die Koordinierung aller Anstrengungen auf dem Gebiet der Auswanderung herbeizuführen; ferner muß in Europa eine möglichst scharfe Auslese der Einwanderungs anwärt er vorgenommen werden, damit für die Weiterentwicklung der Aufnahmefähigkeit der Einwanderungs-!ander eine gesunde Grundlage geschaffen wird. Die Gesamtzahl der Auswanderer aus Deutsch- 1 a 11 d, die unter Aufsicht der Hiccm durch die ihr angeschlossenen und durch die speziell gegründeten Hilfskomitees bis zum 31. Mai 1937 weiterbefördert wurden, beträgt laut dieses Berichtes 16 462. Die für diese spezielle Aktion notwendigen Mittel wurden der Hicem durch die Ica, den Joint, den Central British Fund, den Council for German Jewrv und die Refugee Economic Corporation zur Verfügung gestellt. _ Stellung der Juden in Italien Washington, 24. Juni. (JTA.) 111 Uebcreinstimmung mit der vor einiger Zeit von Rom aus gemachten amtliehen Feststellung hat nunmehr auch der italienische Botschafter in Washington, Minister Fulvio S u v i c h, angesichts der in der amerikanischen Oeffentlichkeit zum Ausdruck gebrachten Besorgnisse erklärt, daß in der Haltung der italienischen Regierung gegenüber der jüdischen Bevölkerung keine Aenderung cingetreten sei. Aeußerungen in der Presse könnten nicht als Anzeichen einer solchen Sinnesänderung gelten. Die Juden Italiens nahmen trotz ihrer geringen Zahl in ihrem Vaterland einen hohen und hervorragenden Platz ein; ihre Steilung werde gesichert und ungestört bleiben. Hauptachriftleiter: Dr. Robert Welt ich, Berlin - Charlottenburg8 ׳ (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen! Hermann Fi an, Berlin W iS. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 3938. Verlag und Anaeigenverwaltung! Jüdiache Rundschau, Berlin W iS, Meinekestr. iO. DA 1/1937 33 816. — Druck! Siegfried Scholen!, Beriin-Schöneberg,

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