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Jüdische Rundschau · 1937-06-22 · Heft 49 (22.6.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 49 (22.6.1937)
Date
1937-06-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 49, 22. VI. 1937 Ist Bigamie in Palästina verboten? Atis Tri Aviv wird uns geschrieben: Im ״Haare*“ befallt sich Dr. M. Silhcrg mit der Bestimmung des neuen palastinensischen Gesetzes, die die Bigamie unter Strafe stellt. Um denjenigen Gemeinschaften entgegeiuukommen, bei denen die Mehrehe eine im religiösen Recht fundierte Sitte ist, hat der Gesetzgeber das Gesetz in der Weise formuliert, daß sic in dem Falle strafbar ist, wenn die zweite Ehe dadurch rechtsunwirksam ist, daß sie zu Lebzeiten des rcchtmäß’gen (ersten) Ehepartners eingegangen ist. Das Strafmaß beträgt dann bis z« fünf Jahren Gefängnis. In dieser Formulierung sanktioniert aber das Gesetz die Mehrehe nicht nur für die Mohammedancr, sondern auch für die Juden, deren soziale Verhältnisse und Sitten an sich einen gesetzlichen Schutz der Familie wünschenswert machen würden. Wenn nämlich jetzt ein Jude in Palästina vor dem zuständigen Rabbinat eine Ehe eingeht, obgleich er verheiratet ist, so macht er sich dadurch keineswegs der Bigamie irn Sinne dieses Gesetzes schuldig. Er kann höchstens wegen falscher Angaben bestraft werden, denn er muß das Rabbinat über die Tat- Sache seiner bestehenden Ehe getäuscht haben, sonst hätte es, wenn er Aschkenase ist, die Ehe nicht vollzogen. Aber die so vollzogene Ehe ist nicht rcchtsunwirksain im Sinne des Oesetzes. Sie ist nur mit dem Bann des Rabbenu Gerschotn belegt und wer sie eingcht, hat diesen Bann übertreten, aber sie wird dadurch nicht ungültig. Aber selbst Ehen, die iro Sinne des jüdischen Gesetzes rechtsunwirksam sind, müssen deshalb noch nicht den Tatbestand der Bigamie im palästinensischen Gesetz erfüllen. Denn dieses fordert, daß der Grund der Rechtsuuwüksatukeit in der Tatsache liege, daß der andere Ehepartner noch am Leben ist. Diese Ehen aber sind aus anderen Gründen ungültig, nämlich deshalb, weil die Ehepartner der neuen Ehe in einem verbotenen Grade miteinander verschwägert sind. Man könnte meinen, daß diese Straffreiheit nur pa ästinensische Staatsangehörige betrifft, die in FJiesacheti dem Rabbinat und dem juilpehcn Religionsgesetz unterstehen. Aber auch der ausländische J1! d c wird prakti. ch von dem Gesetz nicht erfaßt. Er ist sicher nicht anders gestellt als der palästineiiMschc, wenn er ans einem Lande stammt, das die religiöse Trauung anerkennt, was in vielen, auch in europäischen' Ländern der Fall ist. Aber auch, wenn das nicht der Fall ist, so hat er, wenn er in IVästma seinen Wohnsitz hat, das Recht, vor dem Rabbinat oder anderen religiösen Behörden seine Ehe abzuschlicßen, die nach Landesrecht rechtsgültig ist. In diesem Falle ist er also in allen den Bigamielall betreffenden Konsequenzen detn Palästinenser _ gleichgestellt. Nur wenn seine zweite Fhe eine Zivilehe ist — sie müßte dazu in Palästina vor dem Konsul abgeschlossen werden — und nach den Gesetzen seines Landes wegen des Fortbestehens der ersten Ehe ungültig ist, verfällt der Ausländer der Strafe wegen Bigamie. Ferner ist die Mehrehe der E r a tt, die sowohl das jüdische wie das mohammedanische Recht ausschließen, durch das Bigamiegesetz unter Strafe gestellt. The Palestine Land Development Company Ltd. Uns wird geschrieben: In der vergangenen Woche fand die erste Sitzung des in der letzten Generalversammlung gewählten Direktoriums statt. Dr. A. R u p p i 11, der den Vorsitz führte, gedachte des Todes der Gattin des Herrn Prof. O. War* bürg, des Vorsitzenden des Direktoriums. L>r. Thon he* grüßte das neugewählte Mitglied des Direktoriums, Herrn Lazar Braudo, und betonte, daß dieser, abgesehen von seiner alten, sehr umfangreichen Tätigkeit im öffentlichen zionistischen Leben auch an der Leitung von solchen Institutionen teilnimmt, die der PLDC. naliestehen, z. B. als Vor* sitzender des Direktoriums der Angla Palestine Bank, des Jewish Colonial Trust, der Africa Investment Co., und als Mitglied in der Leitung der South Africa (Binyan) Co., Ltd. Man hofft deshalb auf eine Befestigung der Beziehungen der PLDC. zu den genannten Institutionen. Dr. Thon begrüßte auch Herrn Feuerring anläßlich seiner Genesung von einer Krankheit. Im Anschluß an den Bericht von Dr. Thon über den Vorschlag der Einführung zeitgemäßer Aenderun* ten in den Salzungen der Gesellschaft wurde eine Dreier* ommissioii gewählt, bestehend aus den Herren; Dr. A. Hantke, Dr. J. Thon und H. Margulies, die die vor* geschlagenen Aemlerungen prüfen soll. Herr Hank in gab einige Informationen über die Lage am Bodenmarkt iä der letzten Zeit. Bei tler Diskussion über bodenverkäufe im Auslanu wurde seitens des Herrn E. Braudo die bedauerliche Tatsache erwähnt, daß viele Juden in Südafrika durch private Bodenverkäufer, die ohne Kontrolle verantwortlicher Instanzen arbeiten, Enttäuschungen und Schaden erlitten. Herr Smilansky unterstrich in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit, die Bodenkäufer im Ausland zu Gruppen mit dem Charakter einer juristischen Körperschaft zusammenzufassen. Zur Klärung der Frage der Verkäufe im Ausland wurde auf Anregung von Dr. G. H a 1 p c r n tmd Dr. W. Senator eine Kommission gewählt, der die folgenden Herren angehören; L. Braudo, Dr. J. T h o n, H. M a r g u 1 i e s, M. Smilansky, E. Kaplan und Kurt Ru pp in. Schutz, für Landesprodukte, fn der Wirtschaftsbeilage des ״Haarcz“ werden, wie uns aus Tel Aviv berichtet wird, die Methoden des Verbandes zum Schutz der Landesprodukte kritisiert: Die Mitteilungen des Verbandes aus der letzten 'Zeit tragen u. a. folgende Ueberschriften: ״Untergraoung der indischen landwirtschaftlichen Produktion“, ״Etrogim bei billiger Arbeit“, ״Eier mit gefälschtem Stempel“, ״An die Eisverbraucher“, ״Beschluß der Schuhhändler“. All dies zeugt von der Bedrängnis, in der sich die heimische Produktion befindet. Um so befremdlicher wirkt eine Erklärung, die die Abteilung ״Landwirtschaft“ des Verbandes zum Schutze der Landesprodukte abgibt. Danach hat der Verband dreimal seine Zustimmung zur Einfuhr von Blumen im Gesamtwerte von £ 3000 gegeben, zur Zeit, wo die heimische Produktion nicht ausi eichte, Der Verband hat für diese Erlaubnis eine besondere Abgabe von den Händlern erhoben. Diese Er* klärung muß große Verwunderung hervorrufen, denn schließlieh sind Blumen kein lebenswichtiger Bedarfsartikel wie Brot oder Fleisch. Rechtfertigt die schöne Sitte, daß Blumen auf dein Schabbat-Tische stehen sollen, den Verlust von £ 3000 an das Ausland? Es ist möglich, daß der Verband die Einfuhr in keinem Falle hätte verhindern können, aber er hafte sich dann wenigstens nicht durch ein Verhalten belastet, das seiner Ideologie so sehr widerspricht. Künstlerisches Leben Musik in Jerusalem Radiomusik Es ist wiederholt beklagt worden, daB es Schwierigkeiten macht, bei der enormen Budgetkürzung des Radios das Niveau aufrechtzuerhalten. Trotzdem notiert man einige ge- Itmgene Sendungen mit besonderer Freude: so z. B. das ״Wiederhören“ aer ausgezeichneten Wiener Jüdischen Komponisten Karl Wiener und Hugo Kauuer. Beide verbindet ein stark besinnlicher Zug und Neigung zu Neugestaltung klassischer Formprinzipien und zu abstrakter Liniengestaltung — all dies in einem besonderen Sinne Erbteil der Wiener Generation nach Gustav Mahler—, all dies auffällig ausgeprägt in Karl Wieners fünf suitenartig verknüpften ״Stücken für Violine und Klavier“ (von Sascha Parnes und Erich Sachs würdig interpretiert), sowie in Hugo Kauders in formaler und melodischer Hinsicht gleich bedeutsamer ״Sonate für Violine und Klavier“. Letztere wurde von der prachtvollen, Intelligenten und ungewöhnlich befähigten Geigerin Shularait Silber-Chajus zusammen mit einer obigen Werken verwandten Solo-Fantasia für Violine von Julius Chajtts im Rahmen der Serienkonzerte gespielt, die das Radio Mitgliedern des Palästina-Orchesters reserviert. — Von neuer Musik sei noch als weitaus stärkster Eindruck Michael Taubes Darstellung der zwei Streicherstücke von Shostakowich notiert, sowie Hindern!ths Sonate für Solocello (Ho fni ekl e r). Es ist an dieser Stelle schon oft mit Bedauern festgestellt worden, daß neue Musik in Palästina weder bei Hörern noch bei der Kritik angemessene Aufnahme findet. So konnte man Peter Gradenwitz’ einfallsreichen Vorfrag begrüßen, der unter der Devise: ״Urteilt nicht zu früh I*' an vielen erstaunlich zahmen klassischen Beispielen — die ihren Zeitgenossen als tinmclodiscli, revolutionär, barbarisch und intellektuell erschienen waren — demonstrierte, wie schnell sich der Geschmack ändert und wie voreilig heutzutage moderne Musik beurteilt wird. Ein gangbarer Weg zur Einführung in die moderne Musik ist ohne Frage der praktisch-historische, über die DR. MICHAEl TRAUB Vor dar Entscheidung Ein jüdische* Weißbuch / London und Genf «׳׳■ Tftihinga. pro:ckte / Kapitalisierung einer Schuld / Judenstaat als politisch• RetliUt / Ui das Mandat verwirklichbar? / Die Alternative / Krise des Panarahiamua? / Politik und Auf■» bau ״־׳״ Die Antwort des Volkes Köln Donnerstag, den 24. Juni 1937, 21.00 Uhr, im groß. Saals es Gemeindehauses, Cäcilienstr. 18-22 ״halb-moderne“, d. h. etwa über den französischen Impressionisrnus und die Komponisten, die ihn vorbereitet hatten. In diesem Sinne instruktiv, dabei amüsant und erfreulich, wirkte Saint-Sacns’ ״Tierkarneval“, naturalistisch-impressionistisch die ganze Arche Noah in Bewegung setzend und überdies so instrumentiert (für zwei Klaviere, Flöte, Oboe und Streicher), daß es dem immer noch bescheidenen Radioorchester wie ״auf den Leib“ geschrieben war. Dirigent: Hans Schic- Singer, pianistische Mitwirkung; Beate Goldstein- Gumpertz und Erich Sachs. An jüdischer Musik erfreute hauptsächlich Mirjam Rapp־J anowska mit der hebräischen Uebertragung bekannter jiddischer Volkslieder und deren Bearbeitung für Koloratursopran mit Triobegleitung durch Edvard Moritz, Wolfgang Zeller, Wolfgang Jacoby usw. Die Bearbeitungen selber sind künstlerisch hochstehend, übrigens bereits aus Berliner Aufführungen her bekannt. — Mirjam S-Janowska sang die Volkslieder mit Temperament und , ihre Stimme ist eminent radiogeeignet. Unter den Klassikern ist Schubert hier jetzt große Mode: seine Kammermusik wird in vorzüglichen Auffiilmingen durch das Hauser-Quartett, das Radio-Studio sowie durch Mitglieder des Palästina-Orchesters gespielt; die Krone bildetc eine Aufführung des Oktetts durch Mitglieder des Palästina-Orchesters (Weißgerber: Violine I, Ben Ami Silber: Violine H, Lotte Hammersehlag: Viola, Joseph Weißgerber: Cello, Seew Mirkin: Contrabaß. Heinrich Zimmermann: Klarinette, Horst Salomon: Horn und Joseph Samson de Groen: Fagott). Trotz der hervorragenden Qualität der Spieler fehlte wienerische Beschwingtheit. — Wolf gang Schocken machte das sehr gelungene Experiment, Schuberts bekannte F-molI- Fantasie (zu vier Händen) in ein Streicherstück umzuwandein, wodurch die Musik vielleicht noch an Schönheit ge- Wonnen hat. Zwei pianistische Leistungen ungewöhnlicher Art seien hervorgehooen. Irma Schönberg-Wolpe setzte sich mit vorzüglicher technischer Durcharbeitung des F-moll- Chopin-Konzertes erfolgreich gegen die viel zu dünne und farblose Begleitung des Radioorchesters durch und R i n a Maarawi zeigte mit ihren 13 Jahren, daß die paläatinensischen Wunderkinder europäischen in jeder Weise gleichen. Leider ist hier trotz aller pianistischen Frühreife der päda* gogische Drill in unzeitgemäßem Maße spürbar. Konxerte Am 23. Juni wird nach einer längeren Pause zum erstenmal wieder eine Mondscheinscrenadc aut dem Skopus unter Leitung vo-11 Karl Salomon stattfinden, die auch in ihren Hauptpartien vom Jerusalemer Sender übertragen werden wird. Das Konzert steht unter dem Protektorat des High Commissioners und bringt folgendes Programm: Karol Rathaus, Prelude aus ״Uriei Acosta“; William Bird, Wolsey’s Wilde (bearbeitet von Karl Salomon); Divertimento von Mozart und die Abschiedssymphonie von Haydn. Im Y.M.C.A. fand ein Konzert des Radiokammer• Orchesters unter Leitung von Karl Salomon und unter Mitwirkung des Organisten Salvatore A r n i t a statt, das auch durchs Radio übertragen wurde. Es enthielt Werke von Mozart und Bach. Mirjam Rapp•Jattowska sang im Saal der Evelin da Rothschild School japanische Gesänge in Bearbeitungen moderner japanischer Komponisten, die sie von ihrer un* längst absolvierten Tournee aus dem Fernen Osten mit* brachte. Leider wird das, was an diesen Liedern noch fapa• nisch ist, durch völlig europäische Begleitung vernichtet. Mit europäischen Mitteln ist dieser Kultur eben nicht nahezu* kommen. Zugunsten des ״Maon Haolim“ Jerusalem fand ein Konzeit statt, für das sich junge begabte Musiker, aber auch einige prominente Künstler ries palästinensischen Musiklebens zur Verfügung gestellt hatten. Das Programm brachte hervorragend gewählte Katninerinusikvverke verschiedener Besetzung Von Mozart, Beethoven und Weber sowie Gesänge von Schubert und Achran. Mitwirkende: Erna Schnabel (Gesang), Sidney Seal, Wolfgang Schocken, Daniel Hotmckier» Heinrich Jacoby, Lutz Salinger, Werner F r i c ß» Herbert Brün und Erich Sachs. Alice Jacob-Loewenson Tel Aviver Kunstbericht Hörspiel im Rmlio ״Maskenball in Spanien“ ist der Titel des ersten, in hebräischer Sprache, eigens für den Jerusalemer Sender geschriebenen Hörspiels. Verfasser ist der Leiter des hebrä- Ischen Programmteils, Elieser Lubranl, der auch für die Regte verantwortlich zeichnet. Der Inhalt ist, kurz skizziert: Eine Gesellschaft, die irgendwo in Europa einen Kostümball mit ״spanischer“ Devise besucht, wird durch visionäre UebcrWendur.g nach dem wirklichen, vom Krieg ersdiütterten Spanien versetzt. Es scheint uns ein wenig verfrüht, dieses Sujet schon in eine!« Moment zu verarbeiten, wo der Rundfunkhörer noch von den Tagesnachrichten über die spanischen Ereignisse, also durch die Realität, in Atem gehalten wird. Naturgemäß fehlt es such heute noch an Abstand, der einer literarischen Arbeit förderlich ist, wenn sie mehr sein will, als ״Tagebuch“. In unserem Pall kommt es zu einer eindrucksvollen Gestaltung von allgemeinen Kriegsszenen und Kriegsnot, nt denen einige charakteristische ״spanische“ Aktualitäten hinzugefügt werden wie etwa die Meldungen der einander feindlichem Radiastatiauen usw. Die funktechnische Einrichtung war sehr wirksam gestaltet, mit geschickter und unaufdringlicher Verwendung van Geräuschen und Musik (Studio-Orchester). Das Spiel hat etwa fünfzehn Rollen, die unter Lubranis Führung von begablen Amateuren mit Hingabe betreut wurden. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn es sich hier um einen Auftakt zu weiteren Hörspielen handelt, die viel dazu beitragen könnten, das Jerusalemer Programm lebendiger zu gestalten. Kurz-( )per Gleichfalls im Rundfunk kam Offenbaclis ״Verlobung unter der Laterne“ durch die ״Palästinensische Kammeroper“ unter Regie von Benno F r ä n k e 1 und musikalischer Leitung von Adolf Daus zur Aufführung־. Die Mitwirkenden: Bina Vogel, Siegfried Gärtner, Lotte L a u f t e r und Hedi Selierk verhallen dem hübschen Spiel zu eindrucksvoller Wirkung und waren stimmlich ihren Aufgaben ausgezeichnet gewachsen. Regisseur, Dirigent und das Rundfunk-Orchester sind gleichstark am Erfolg beteiligt. Palilstlnn-Ordicstcr Das Palästina-Orchester absolvierte sein zweites Sommer* Programm unter freiem Himmel, das ״Qpern-Musik“ brachte. Wahrend der Klang des Orchesters durch die erneuten bauliehen Veränderungen des Podiums besser war als am ersten Abend, haben die Vokalsolisten noch sehr mit der Tücke der Akustik zu kämpfen, wodurch sie teils zum Forcieren gezwungen wurden, teils ausdruckslos blieben. Insbesondere konnte der Bariton Leo Riasanzev, den wir vom Rundfunk und anderen Veranstaltungen her als kultivierten, stimmbegabten Sänger kennen, seine Fälligkeiten (in Verdis ״Mas* kcnball“) nicht entwickeln, während Elsa Jüllsch und Marcel N 06 mit dem Carmen-Duett starken Beifall erzielten. Das Programm, das außer den genannten Arien und Duetten die Ouvertüren von ״Nebukadiiezar“, ״Oberon“, ,,Carmen“ und ״Semiramis“ brachte, wurde von Michael Taube eindrucks* voll dirigiert. Galimir-Quartett Im Mugrabi-Theater spielte das Ga 1 imir-Quartett (Felix und Rente G a 1 i m i r, Harry BI ti m b e r g, Jacob Bernstein) Quartette von Haydn, M eftart und Beethoven. Das Publikum quittierte dankbar die feinsinnig interpretierte Kammermusik der vier Künstler, die sämtlich Mitglieder des Palästina-Orchesters sind. Foto-Reportage Der Photograph Lasar Dünner (der auch zahlreich« Bilder in der ״JL R.“ veröffentlichte. — Red.), veranstaltet unter der Devise ״Ein Jahr Palästina in Bildern“ eine Ausstellung in der Bach-Galerie. Dünner versteht es ausgezeichnet, mit Wer Kamera die wichtigsten oder erregendsten Momente großer Ereignisse festzuhalten. Daß er um seiner journalistischen Aufgabe willen sich nicht scheut, auch an gefahrvollen Punkten zu stehen, beweisen etwa die Aufnahmen aus den Zeiten der Unruhen. Zu dem Blick für das Sensatio* nclle, dokumentarisch Wichtige, kommen technische Qualitäten hinzu. Besonderes Interesse erwecken die Porträts des Multi und anderer arabischer Führer (teilweise in ihren Arbeltsräunien aufgenommen). Auch die führenden Persönlichkeilen der jüdischen wie der englischen Verwaltung sind sichtbar. Eine Toscanini-Serie, der Hafenbau, die Errichtung neuer Siedlungspunkte, die Beisetzung Dizcngoffs und Beilinsons und vi$le andere Tafeln gehen einen Rückblick auf das so ereignisreiche letzte Jahr. Uri Kissari eröffnete die Aus- Stellung im Namen des Tel Aviver Journalisten-Verbandes, der dag Protektorat übernommen hat. Manfred Gels Wie uns mitgeteilt wird, stellt das Bild von Shmarya Lev in, das der High Cornmissioner Kfar Shmaryahu als Geschenk überreichte, die Vergrößerung eines Photos dar, das im Atelier von Frau Grschebina (Palästina) hergestellt und wenige Tage vor Shmarya Levins Tori aufgenommen wurde. (Schluß des Psllstlnafells) Der Schekel ist das Bekenntnis zum jüdischen Volk und «un neuen Palästina, Die Zahl der verkauften Schekallm bestimmt die Größe der Delegation zum Zionistenkongreß, der für die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland von entscheidender Bedeutung ist. Der Schekel ist gleichsam die Kopfsteuer des jüdischen Volkes/ er bahnt den Weg zur nationalen Reiheit und hilft bei der Gestaltung einer selbständigen Zukunft, — Darum bedenkt das Schicksal Eures Volkes und erfüllt Eure Pflicht ZAHLT DEN SCHEKEL - WERBT FÜR IHN

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