Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 49 (22.6.1937)
- Date
- 1937-06-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653625-2653672--30888-2685464- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
'■«»* tf" S«fte 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU «■««Hl Nr. 49, 22. VI. 1937 Frankreich im Vorderen Orient Von unserem B e r i ch t e rsta 11 ״Der semitische Mensch“ An der Berliner Hochschule für Politik hielt Ludwig Ferdinand C I a u ß, der Begründer der ״Rassenseelcnforschung“, einen Vortrag über das Thema ״Der semitische Mensch“, ln einem Bericht, den die ״Berliner Börsen- Zeitung“ über diesen Vortrag veröffentlichte, heißt es u. a.: ״Dr. Clauß bc5rhli(ti״te sich in diesem Vortrag mit der wüstenländischen und vorderasiatischen Kasse. Die Juden ließ er aus. Besonders deshalb, da sie keine einheitliche Rasse sind, sondern ein •Rasscngemisch und eine Mensehcnfjrupix•, an deren heutigem Erschcirmngsbiltl die Auslese im (iheito viel beigetragon hat. Zur Charaktemierun״ des s 0 m i 1 i s r 11 e n Denkens brachte er einleitend die biblische Erzühlun״ von der Bereitwilligkeit Abrahams zur Opferung seines Sohnes Isaak. Damit zeigt er die Kluft auf, die uns von den Angehörigen der Rassen trennt, die in dem Kulturkreis des Semit Rehen zusammengefaßt werden. Die Araber, und besonders 'He Beduinen, Angehörige der wiistcnlündischcn Rasse, wußte er gut zu schildern. Er charakterisierte sic als Menschen des Wartens, des T.atierns, bis ihnen etwas ,zufiil!t‘, bis ihr Gott ihnen etwas schenkt. Der Wii-lenraub und die damit verbundenen und in einer eigenen Weist' als ritt erlief! 7.11 bezeichnenden Spielregeln, nach denen er gehandhabi wird, ist das Element, in dem sieh die Ra־senseele des wüs-ienliindischcn Menschen für uns am rcindeu und ungebrochensten spiegelt. Die Eigenart der vordcrasiaiisehen Rasse, die besonders stark Buch im Ost Judentum vertreten ist, ist, dagegen der Buchstabenglaube die •Noturentfreindiing, die Eigenschaft, alles Einfache möglichst kompliziert zu sehen. Olauß führte dabei zur Erläuterung Gesetzesvorschritten aus dem Talmud an. Und der Talmud spielt ja bei tfen Ostitiden, auch bei den enthielten, noch heule eine große Rolle. .Diese <H-i.1e.ar( der O-tjudeu, denen für sie typischen Intclkkuiaüsnins, ״allen wir in der Nachkriegszeit in seiner Unfruchtbas keil zur Genüge kemieiigelcmt.“ Am Schluß kündigte I>r. Clauß einen ergänzenden Vortrag Über das J u d e n t u m an. Entlassung jüdischer städtischer Angestellter Das in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 30. Oktober 1936 niitgctcille Urteil des I.amlesatbeitsgerichts Köln vom 6. August 193() hafte die Frage, ob ein städtischer Angestellter, der Frcmtkiim'pfer war, wegen seiner Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse fristlos entlassen werden kann, verneint und war zu dem Schlüsse gelangt, daß der beklagten Stadtverwaltung infolge der veränderten Zeitumstände zwar nicht die dauernde Weiterhesehäfliguiig des betreffenden Klägers, wohl aber die Einhaltung der vertraglichen Kündigung mzumuten war. Auf die Revision der Beklagten hat das Reichsa r b e i t s g c r i c h t über diesen Fall durch ein in der ״Arbeitsreehts-Samnilung“ vom 15. Mai veröffentlichtes Urteil vom 6. Februar 1937 entschieden und in dem erwähnten Ergebnis irgendeinen Reclitsvcrstoß nicht erkannt. Das Reichsarbeitsgericht hat sodann ausgesprochen, daß § 4 Abs. 2 der 1. VO. zum ReichsbürgerG., der jüdischen Beamten, die Frontkämpfer waren, einen außerordentlichen Ruhegehaltsanspruch zusichert, auf städtische Angestellte nicht anwendbar ist. Vertretung einer jüdischen armen Partei. Die ״Arbeitsr ec 111 s ־ S a 1״ m I u 11 g“ von! 15. Mai 1937 veröffentlicht einen Beschluß des Landesarbeitsgerichts Frankfurt a. M. vom 12. April 1937, nach welchem die Beiordnung eines Justizbeamten für eine (in Düsseldorf wohnende) arme Partei gemäß § 116 ZPO. zurückgenotnrhen werden kann, wenn sich nachträglich herausstellt, daß die Partei Jude ist und der beigeordnete Justizbeamte durch die Vertretung in Widerstreit mit seinen sonstigen Pflichten geraten wird. Der bctreffende Beamte hatte die Rücknahme der Beiordnung mit Rücksicht auf seine Pflichten als Parteigenosse erbeten. Die anderen Justizbeamten hatten es daraufhin ebenfalls abgelehnt, die Vertretung zu übernehmen. Das Gericht bemerkt, der Beklagte müsse selbst für seine Vertretung in der mündliehen Verhandlung besorgt sein. Da er durch den Verein selbständiger jüdischer Handwerker und Gewerbetreibender in Düsseldorf beraten werde, müsse es ihm anheinigestellt bleiben, diesen zu ersuchen, für seine Vertretung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt a. M. Sorge zu tragen. K. Paris, im Juni Die rasche Ratifizierung der in Gent abgeschlossenen Abkommen über den Sanaschak Alexandrette durch das türkische Parlament ist in Frankreich mit großer Befriedigung aufgenommen worden. Man sieht darin ein Zeichen für die Bereinigung der französisch-türkischen Be- Ziehungen. Es ist für die Bedeutung des Sandschak-Abkommens für das französisch-türkische Verhältnis bczeichnend, daß am Tage nach der Ratifizierung der Abkommen in Ankara der seit langem schwebende französisch-türkische Handelsvertrag unterzeichnet worden ist. Die Verhandlungen waren während der Krise suspendiert worden. Durch die Beilegung des französisch-türkischen Konfliktes ist die Frage der französisch-syrischen Be- Ziehungen in ein neues Stadium getreten, und das französische Parlament wird jetzt die seinerzeit abgeschlossenen Verträge, die die Aufgabe des Mandates zum Ziel haben, zu ratifizieren haben. In diesem Zusammenhang ist es bedeutsam, daß der Präsident der libanesischen Republik Ed de sich zur Zeit in Paris befindet, wo er mit allen Ehren aufgenommen wurde und wichtige Besprechungen gehabt hat. Dem Besuch des Präsidenten der libanesischen Republik ging ein Besuch des maronitischen Patriarchen voraus, dem gleichfalls politische Bedeutung zukommt. Lieber das Ziel des Staatsbesuches des Präsidenten Eddö geben einige Erklärungen Auskunft, die er der Pariser Presse abgegeben hat. Der Präsident betonte, daß ״er stets ein treuer Freund der französischen Nation gewesen ist. Die libanesische Republik legt entscheidenden Wert auf die Aufrechterhaltung der französischen Freundschaft, ohne die die legitimen Wünsche der Libanesen nicht realisierbar sind. Sein Besuch solle auch die Aufmerksamkeit der französischen Regierung una der öffentlichen Meinung in Frankreich auf die Bedeutung der französischen Positionen im Vorderen Orient lenken. Dort ist aber der Kreuzpunkt aller großen transkontincntalen Linien zu Land, zu Wasser und in der Luft. Diese wichtigen französischen Positionen sollen durch den französisch-Iibanesischen Vertrag geschützt werden.“ Die Ausführungen des Präsidenten Eddö bestätigen erneut, daß die durch die Aufabe des französischen Mandates souverän gewordenen evantestaaten heute weit weniger um eine weitgehende Kongreß - Wahlen ln Oesterreich Von unserem Berichterstatter J. R., Wien, 20. Juni Für den t. Juli sind in Wien die Wahlen zum Kongreß ausgeschrieben. Die Zahl der verkauften Schekalim — die Abrechnung ist noch nicht abgeschlossen — wird vorläufig mit 15 869 angegeben. Die B-Gruppe der Allgemeinen Zionisten (Landeskomitee) hat den Vorschlag einer Einheitsliste unter Zugrundelegung der gleichen Mandatszahl und Parteienaufteilung des letzten Kongresses gemacht. Es hätten demnach die B-Gruppe (die zum Luzerner Kongreß gemeinsam mit der Wizo kandidierte) 3, die zionistische Organisation Binjan Haarez 2, die Juderistaatspartei (Stricker) 1, die Welt- Vereinigung der Allgemeinen Zionisten (A-Gruppe, Radikale) 1 Mandat erhalten sollen. Bei einer Einheitsliste hätte auch dem Misrachi ein Mandat zugewiesen werden müssen, das aber nicht da war. Da keine Gruppe, die schon beim letzten Kongreß Mandate hatte, eines aus ihrem Besitze für den Misrachi zur Verfügung stellen wollte, fiel dieser Vorschlag ins Wasser, Hinzu kam noch, daß Binjan Haarez den Vorschlag der Einheitsliste ablehnte und für die Abhaltung von Wahlen eintritt. Im Augenblick stellt sich die Situation so dar: Die B- Gruppe hat sich mit der Judenstaatspartei zu einer gent einsamen Kandidatur unter dem Namen Nationa ler Block vereinigt und einen gemeinsamen Wahlaufruf veröffentlicht. Auch die anderen wahlwerbenden Gruppen, so Ausnutzung dieser neuen Souveränität als um die Aufrechternaltung des französischen Schutzes, vor allem gegen die drohende Expansion der Türkei, besorgt sind. Die syrischen Christen, die int Libanon die Mehrheit sind, fürchten außerdem einen Ausbruch des religiösen Fanatismus der sie umgebenden zahlenmäßig überlegenen Mohammedaner und suchen auch dagegen französische Garantien. Wie es heißt, sollen die libanesischen Delegierten sogar eine Erhöhung des französischen Truppenkontingentes im Libanon gefordert haben. ln der auswärtigen Kommission des fran« zösischen Senates hat man sich jetzt mit den politisehen Auswirkungen der französisch-syrischen und französisch-libanesischen Verträge sowie mit dem Sandschak-Abkommen beschäftigt. Der Berichterstatter Senator Hubert wies darauf bin, daß ״die schließliche Aufgabe des Mandates durch Frankreich bereits bei der Uebertragung des Mandates durch den Völkerbund vorgesehen war. Die Aufgäbe des Mandates ist jetzt etwas übereilt beschlossen worden, doch hat Frankreich jetzt kein Interesse daran, seinen Standpunkt wieder zu ändern. Senator Hubert sprach dann über die zahlreichen Interessen, vor allem auch wirtschaftlicher Art, die Frankreich nach wie vor in den Levantestaaten besitzt und an deren Aufgabe nicht zu denken ist. Die neuen Verträge schützen aber die französischen Interessen in ausreichendem Maße. Frankreich wird auch weiter für die Sicherung der Miuderheitenrechte in den Levantestaaten sorgen. Wenn sich die Drusen und Aluiten freiwillig dem syri« sehen Staat angeschiossen haben, so muß ihnen nichtdestoweniger eine ־weitgehende administrative und kulturelle Auto« nomie gesichert sein. Die Stellung der türkischen Minderheit im Sandschak ist durch die neuen französisch-türkischen Verträge gesichert. Trotz dieser in den Verträgen enthaltener! Klauseln über den Minderheitenschutz forderte aber Senator Hubert eine präzisere Fassung der Verpflichtungen Syriens hinsichtlich der christlichen Bevölkerung. (Diese Forderung steht wohl im Zusammenhang mit dem Besuch des maroniti« sehen Patriarchen und des libanesischen Staatspräsidenten.) Senator Hubert betonte, daß der französisch-syrische Vertrag für Frankreich eine ,Ehe mit Gütertrennung‘, dagegen der französisch-libanesische Vertrag eine ,Ehe mit Gütergemein- Schaft‘ sei.“ die Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten (Gruppe A, Radikale, und der allgemein-zionistische Klub Adolf Stand) sowie Binjan Haarez haben ihre Wahlaufrufe erlassen und durch große Massenversammlungen den Wahlkampf aufge* nommen. Heute, Sonntag vormittag, fand der traditionelle Gang der Wiener Zionisten zum Grabe Theodor Herzls auf den Döblinger Friedhof statt. Die Veranstaltung des Grabganges konnte nur in dem vom Polizeipräsidium in den letzten Jahrett bewilligten Umfang durchgeführt werden. So war das Tragen von Uniformen durch die Mitglieder der Jugendverbände ver• boten. Ebenso durfte mit Rücksicht auf aas bestehende Auf• marschverbot der Zug nur in losen Gruppen sich durch die Straßen zum Friedhof begeben. Erst beim Eintritt in den Friedhof selbst konnten sich die Teilnehmer formieren. Der Zug setzte sich um 10 Uhr vormittags in Bewegung. Mehrer« Stunden lang defilierten in weihevoller Stille an die 500C Wiener Zionisten am Grabe Herzls vorbei. ' ׳ * Ein Schutzkorps ohne Juden Die österreichische Presse teilt mit, es sei beabsichtigt, bei der Vaterländischen Front wehrfähige Mitglieder in besonderen Gruppen zusammenzufassen und derart auszubilden, daß sie für einen Versammlungsschutz und Ordnungsdienst bei großen Veranstaltungen geeignet erscheinen. Es sei auch eine Uniformierung dieser Mitglieder in Aussicht genommen. Jüdische Teilnehmer sollen ausgeschlossen sein. WILNA Vor! Mosche K u 1 b a k M. Kulhnh ist einer der vorzüglichsten jiddischen Dichter der jüngeren Generation, and das liier folgende Poem ist vielleicht sein schönstes. Es wurde vor zehn Jahren jiddisch zum erstenmal gedruckt und hat seitdem eine besondere Popularität erreicht. Es gibt gewissermaßen das innere Porträt der Stadl Wilna, des ״Jeruschalajim d’Lita“, des ״litauisclwn Jerusalem“, mit seiner Fülle von jüdischen Stätten und Erinnerungen an Geonim und Märterer, mit seinem erinnerungsschweren neu aufstrebenden Judenleben und seiner materischen Armut; das Gedicht ist das lyrische Pendant zu Chagals Bildern. — Die 1 Vitja ist der Fluß, an dem Wilna in einer wafd- und hügelreichcn Landschaft mit seinen berühmten alten Kirchen und jüdischen Bethäusern gelegen ist. L.H. I. Einer geht auf (leinen Mauern um in einem Tallit, Bei Nacht ist er allein, ein Trauriger, über der Stadl noch auf. Er horcht: In den Adern alter, grau verstaubter Torwege zu den Klausen Wacht es, klingt es wie heisere Herzschläge ... Du hist ein Psalter, ausgrlcgl mit Lehm und Eisen, Ein Beten jeder Stein, Singweise jede Wand, Wem! Mondliclit tropft in deine (bißchen von Kabbala Und bleich wird alle nackte, häßlich kalte Pracht. Deine Freude ist Trauer, — die Freude tiefer Bässe In den Kapellen, Fesle sind die Leiehenziige lind Trost die klare, leichte Armut, Wie stille Sommernebel auf den Wiesen vor der Stadt. Du bist ein Amulett, ein dunkles, eingefaßt in Litauen, Verw ittert und vergilbt, mit Moos- und Schliugkraut-lnschrift. Ein Buch ist jeder Stein, ein Pergament ist jede Wand, Geheimnisvoll zerhlälterl und aufgetan zur Nacht ... Da auf der alten Schul steht ein erfrorncr Wasserträger, Streicht sich den Bart und steht und zählt die Sterne. II. Bei Nacht hin ich allein, ein Trauriger, auf: Kein Klang erklingt, die Häuser erstarren — Flickenhügel, Nur irgend hoch ein mondhell Lichtlein tropft und flackert: Ein Kabbalist versponnen hockt auf einem Boden Wie eine Spinne, zieht den grauen Faden seines Lebens: Ist wer ringsum noch in der weiten, kalten (Jede, Daß wir Ertaubten sein verlornes Schreien hören? —• Und vor ihm bleiern in der Dunkelheit steht Rasiel Mit alten, abgehenden Perlmultflügeln Und Augen — Gruben voller Sand und Spinnweb: Nichts mehr. Es gibt nichts mehr als Trauer. Das Lichtlein tropft. Versteinert horcht der grüne Jude Und saugt Finsternis aus des Engels Augenhöhlen, Und Boden über Boden atmet ab — die Lungen Des bucklichlen Geschöpfes, das in den Bergen träumt. Oh, vielleicht bist du, Stadl, ein Traum nur eines Kabbalisten Und schwebst, ein graues Weltinnres, wie Spinnweb vor dem Anfang a.« III. Du bist ein Psalter, ausgelegt mit Lehm und Eisen. Deine verbliehnen Lettern irren, zögern: Juden, wie Hölzer steif, Frauen, wie Laiber Brot, Kalte, geheimnisvolle Bärte, Schultern wie gehämmert Und Augen beweglich wie Scliifflein auf einem Fluß. Deine Juden — bei einem silbernen Hering — und in später Nacht Schlagen sie sich die Brust: 0 Gott, wir sündigen, wir sündigen ... Und der Mond, ein weißes Auge, glotzt durch die Scheiben. Wie Silber hängt die Wäsche an den Schnüren — Die Kinder in den Betten, gelbe, feuchte Würmchen, Und Mädchen, halb noch angetan, mit Leibern wie die Bretter ».. Wie deine Gassen Schmal sind deine kargen Juden: Die Stirnen stumm, breit wie die starren Schulhofwände, Und Brauen moosig wie die Dächer über den Ruinen... Du bist ein Psalter, zwischen Feld und Feld geschrieben, Und wie ein Rabe singe ich von dir im Schein des Mondes, Weil nie die Sonne aufging in Litauen. IV. Deine Freude ist Trauer, die Freude tiefer Bässe In den Kapellen. Schwarz ist dein stiller Frühling. Aus deinen Mauern wachsen Sträucher, Gräser aus den Wänden Das graue Blühen kriecht verschlafen von dem alten Baum, Und schmalzig steht der kalte Fischer schon am Boden, Im Netz nur Schlamm und ewig starre Wände. Und nächtens geht ein Windhauch über trocknes Dach und Stein, Eine Gestalt aus Mondenschein und Wassertropfen Durchschleicht silbern, zitterverträumt die Gassen — Die Wilja hat sich kühl und neblig aufgemacht Lind frisch, nackt, still mit langen Wasserhänden kommt Sie in die Stadt. Die blinden Schrillen blicken ausgekrümmt, Die Brückleiii rund von Mauer zu Mauer geworfen — Oh, öffnen eine Tür, den Kopf vorstecken wird niemand Zur Wilja und zu ihrer dünnen, blauen Nacktheit. Wie ringsum die Berge staunen die bärtigen Mauern Und Stille, Stille ... V. Du hist ein dunkles Amulett, in Litauen eingefaßt. Es regen kaum Gestalten sich auf deinem unruhigen Grund: Die weißen, blanken Geonim, aus weitem Lichte schreitend Mit schmalem, hartem, imihgeschliffencm Gebein; Das heiße, helle Hemd des stählernen Jungjuden, Der blaue Schüler, der vorm grauen Buche sitzt ... Und jüdisch ist der schlichte Kranz von Weidenblättern über den heilig wochentäglichen Eingängen in die Stadt. Das graue Jüdisch ist das Licht, das in den Fenstern funkelt ־— — O wie ein Wanderer an alten Brunnen unterwegs Sitze ich hier und lausche der rauhen Jüdisch-Stimme, Und vielleicht isl’s in meinen Gliedern, das so stark rauscht, das Blut? Ich hin die Stadt! Die tausend schmalen Türen in die Welt, Die Dächer über Dächern in das schmutzig kalte Blau, Ich bin die schwarze Flamme, die hier hungrig die Wände leckt Und in dem schneidend scharfen Aug des Litwaks in der Fremde glüht, Ich bin das Grau! Ich bin die schwarze Flamme! Ich bin die Stadt! VI. Und auf der alten Schul steht ein erfrorner Wasserträger, Streicht sich das Bärtchen, steht und zahlt die Sterne. (Deutsch: Leo Hirsch) JÜDISCHE Schü Von Das ) sehen Pol sucht wur jedoch se ständlich man es 1: erwartet 1 eignisses; Attentats wird am als es ger, drei Mänr so daß d Wagens z das größt( stand, dall anscheinen wurden ü gestellt, A vorgenomr wirklich d! ganze An! hat, so is stark man Terrors Lande, ah Attentat a empfunden auf zu be; als daß d Widerhall haben mül In die G e r ü c h wäre, sie Der Obers Commis plane befi scheinend halten, dal mission st wie sie ii nicht dami weise imn rieht steig Kreisen nt der Pul lange das Unten lungspläne Anstoß du bekommen lieh groß( durchfuhr, hat bei d! Rede geha ihm im Zt in der Pre! melden, da Palästina Rede in / seiner Rü< her, und a nur von Aehnlich s Besuch in ohne bishe daß der E Gegner, 11 öffentlich Aufnahme andererseil verstärkter Im T im Gange sätzliche L Am 10. , links zei neben ih wieder.