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Jüdische Rundschau · 1937-06-18 · Heft 48 (18.6.1937) · page 18

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 48 (18.6.1937)
Date
1937-06-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 48, 18. VL 1937 Ankündigungen aus dem Reich Frankfurt a. M. C!1ug Iwri, Jugendheim, am 19. Juni, 10 Uhr, Sticha. — Kifln. ZOG. Arn 24. Juni, 21 Uhr, Vortrug I)r. Michael Traub (Berlin), im Gemeindehaus, Cäcilieustx. 18-22, über das Tlieniat ״Vor der Entscheidung“. Familien-Nachrichten Herr Max Lemberg, Militwh (Bez. Breslau), llahnhofslr, 22, be* geht am 27. Juni den 70. Geburtstag. Herr Lehmann Mai, Hagcnbaeh b. Fardiheim (Obfr.), begeht am 27. Juni den 70. Geburtstag. Frau Rahel Ca ין!an, Königsberg i. I’r., Synagogenstr. 6, begeht am 3. Juli den 75. Geburtstag. Bar Mizwah-Termine Am 26. Juni (17. Tamnm.,): Werner B 1 u!11 e 11 f e I d, Sohn von Scelig Bhimenfdd, Stolzenau (Weser). — Am 3. Jjli (24. Taumius): Gerd L e ß, Sohn von Max Leß, Rastenburg (Ostjir.). — Walter London, Sohn von Kantor Max London, Mainz, Joscfsstr. 71. — Leo Wolf R e i c h - K 1 a r m a n 11, Sulm von Simon Keich- 1CIarmann, Düsseldorf, Markt. tr. 11. Zionistische Vereinigung für Deutschland Gruppenverband Rheinland - Westfalen Gruppenverbandstag Sonntag, 20. Juni 1937 Essen, Jugendheim, Saarbracker Straße 2 10,00 Uhr: Eröffnung und Begrüßungen Referat Dr. Franz Meyer; Der Zionismus vor dem XX. Kongreß und die zionistische Bewegung in Deutschland Aussprache 14.30 Uhr: Kommissions-Stizungen. (KKL-Kommission unter Vorsitz von Dr. Josef Welss nechstlner soeben erfolgten Rückkehr aus Palästina] 16.30 Uhr: Referat Dp. Georg Josephthai; Die Lage In Erez Jsrae! und der Stand der Palästinapolitik Aussprache Zionistische Vereinigung für Deutschland Gruppenverhand Bayern Gruppenverbandstag Sonntag, 20. Juni 1937 Nürnberg, Sitzungssaal der Gemeinde, Neue Gessa 12 10,13 Uhr: Eröffnung und Begrüßungen Referat Dr. Michael Traub: Politik und Wirtschaft In Palästina Aussprache 13,00 Uhr: Referat Dr. J. Bamberger: Fragen der jüdischen Schule u. Erziehung 19,30 Uhr: Referat Dr. Hans Capell: Der Zionismus vor dem XX. Kongreß und die Gegenwartsfragen des Judentum■ In Deutschland Allgemeine Aussprache ——■thiissiiiiiiiiii im n 11 mm 11—11111!■———וו ■W— Magdeburg Montag, tl. Juni, 20.30 Uhr Synagoge, QroBa Schulstraße Dr. David Schlossberg Walter Heinemann VOR DEM XX. 1I0HISTEHK0N0RESS Freier Eintritt ZIONISTISCHE ORTSGRUPPE Juden und Jüdisches im Rundfunk Freitag, 18. Juni! Beromünster (540), 20.20: Molnar ״Große Liebe". ■— Monte Ccneri (257), 20.30: ״Mademoiselle Capriee al telcfono“ (Frl. Caprice telephoniert), Hörspiel von Alfred Auerbach, — Wien (507), 22.20: Alice Ehlers (Cembalo) spielt Bach. Montag, 21. Juni: Prag (470), 21.20: u. a. Arnold Schönbcrg: ״Verklärte Nacht“. Tagung des Sächsischen Landesverbandes. In Dr csden fand die diesjährige Tagung des Sächsische!! Israelitischen Gemeindcverbatuies statt. Bei den Wahlen zum Verbandsvorstand für die Geschäftsjahre 1937 und 1938 ging der Vorsitz aut Herrn Max Lesser, Dresden, über, vviihrend Herr Carl Goldschmidt, Leipzig, zum zweiten Vorsitzenden und Herr Hermann Schocken, Dresden, als weiteres Vorstandsmitglied gewählt wurden. Die Jahresrechnung 1936 wurde einstimmig genehmigt. Ebenso wurde der Etat einstimmig angenommen. Als Delegierter zum Rat der Reichsvertretung wurde Herr Wilhelm Breslauer, Leipzig, gewählt, als Stellvertreter Landgerichtsdirektor i.R. Alter- (hum, Leipzig, und Stadtdirektor i. R. Dr. Grün, Dresden. Die bisherige Sonderverwaltung der Landeskasse Sachsen für jüdische Wanderfürsorge wurde aufgehoben und mit der Geschäftsführung des Ve Landes vereinigt. In einem Referat ״Die Gemeinden als Steuerträger“ brachte der Vcrbandssyndikus Dr. S a a 111 e i m e r, Dresden, einen Vorschlag über Steuerausgleich bei Fortzügen ans Notstandsgemeinden, Der Vorschlag wird über die Reichsvertretung den Landesverbänden zur Annahme vorliegen. Beim Referat über die Tätigkeit der Reichsvertretung dankte Landgcrichtsrat Dr. Lilienthal, Berlin, dem Verband für seine Initiative zur Schaffung eines Jugendübernachtungsheims in der Sächsischen Schweiz. Er berichtete über die verschiedenen Arbeitsgebiete der Reichsvertretung und ging insbesondere auf das Thema ״Gemeinden und neues Reichssteuerrecht“ ein, wobei er den Stand der Gesetzgebung und Rechtsprechung wiedergab. Seine mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen führten zu einer Vertrauenskundgebung des Verba ndes für die Reichsvertretung, die bereits in der vorletzten Ausgabe wiedergegeben worden ist. Tagung der Jugoslawischen Zionisten. Aus Beograd wird uns geschrieben: Am 6. und 7. Juni wurde in Zagreb die Tagung der jugoslawischen Zionisten abgehalten. Mehr als hundert Delegierte aus fast allen Städten des Landes nahmen an der Konferenz teil. Die Konferenz wurde mit einer Rede des Präsidenten des jugoslawischen zionistischen Landesverbandes, Dr. Alexander Licht, eröffnet. Von der Arbeit der Tagung ist der Beschluß hervorzuheben, daß die jugoslawischen Zionisten zum Kongreß mit einer einheitlichen Liste gehen werden. Ferner wurde beschlossen, daß die jugoslawischen Delegierten auf dem Kongreß sich Siir den zweijährigen Schekel einsetzen werden. Die Leitung mit Dr. Alexander Licht an der Spitze wurde wiedergewählt. Die Pariser Ausstellung im Buch. Im Verlag Denoel, Paris, erschien soeben unter dem Titel ״Merveilie“, l’Ex- Position de 1937, von Robert Lange eine zusammenfassende Uebersicht der Pariser Weltausstellung, in der sehr anschaulich nach bestimmten Gesichtspunkten die Reichhaltigkcit dieser Schau zum Ausdruck gebracht wird. Naturlieh fehlt auch nicht die eingehende Beschreibung des Pa- 1 ä s t i n a - P a v i 11 o 11 s, der unter den ausstellenden Levanteländern einen nicht geringen Rang einnimmt. ANTWORTEN DER REDAKTION S. Neumann, Bukarest. Bitte teilen Sie uns Ihre Adresse mit, so daß wir uns mit Ihnen direkt in Verbindung setzen können. Schach Bearbeitet von J. Miese■ Endspielstudie Von S. H e r 1 a n d in Bukarest b e d Weiß am Zuge gewinnt. Der Bukarester Altmeister Herland ist nicht nur ein sehr Starker Spieler, sondern et hat auch ui- Probiemkünsdcr und als Studienkomponist ganz Hervortatendes geleistet. — Die obige Studie bringt eine eigenartige und geisireiche Idee zur Darstellung. 1. S c2—c3f! T 06X03 2. 1. h3Xg2f Iv fl—12! 3. 16—17 .... Nun hat Weiß seinen Plan, den Bauern zur Dame zu bringen, zwar erreicht, aber die eigentliche Pointe der Studie tritt erst jetzt zutage. .. T «3—e81 Wenn Weil!, den Turm schlagend, den Bauern in eine Dame oder in einen Turm umwandelit, *0 ist Schwärt patt. Daher: 4. f7—18 3!, und nun wird der schwarze König vom Läufer und Rpitiger mattgesetzt. Diese Matt, fiihrung Ist zwar bei bestem Spiele innerhalb von etwa 20 Zügen möglich, «fordert aber doch eine gewisse Technik und Geschicklichkeit. Hätte Schwarz auf 1. S c2—e3f K fl—f2 erwidert, so würde Weiß mit 2. S e3—g4f nebst f6—(7 eine Gewinnstellung erlangt haben. Lötung dir Aufgabe Nr. 20 1. Kf5—e4 Ld0Xf4 2. S c4—(16usw. 1. K a4—13 2. Dg4—e2usw. 1. K a4—15 2. Dd4—d7fusw. Der Lüsungsversuch 1. KfB—g3 .scheitert an dem Gegenzuge 1.. L d6Xt4, denn nach 2. S c4—d8 würde Schwarz patt sein. Aus jüdischen Sthadivereinen Breslau. Ueber das Thema: ,,Das Schachspiel in sprachlicher und literaturgcschiehtlichcr Betrachtung“ sprach «111 25. Mai Dr. P. Riesenfe ld itn Heim der Jüdischen Schaclivcrcinigung Breslau und fand mit seinen interessanten Ausführungen großen Beifall. Dbg. Briefe an die Redaktion Ersatz für Jerusalem? Amsterdam, 13. Juni 1937 Sehr geehrte Redaktion! Es ist nicht unsere Sache, der Mandatsmaclu, wie es F. Wulff in Nr. 46 der ״Jüdischen Rundschau“ tut, hints (Hinweise) zu geben, in welcher Weise sie das jüdische Volk trösten kann, wenn sie ihr in der Balfour- Deklaration gegebenes Wort breeben und Palästina teilen will. Wäre der Zionismus nichts anderes als eine Auswanderer- Bewegung, so konnten wir wohl mit den Teiiung^rlänen zufrieden sein, wenn sie uns nur die souveräne Festsetzung der lumiigrationsbedingungen erlauben. Aber die Tatsache, daß die Lage der Judenheiten vieler Länder heute so dringend eine große Migration erfordert, darf uns nicht dam führen, zu einem Erez Israel ohne Jerusalem ja zu sagen und Cyprus als Ersatz für den Xcgev zu fordern. Wir haben das ״Nachtasyl“ in l'gantla nicht annchmcit können, trotzdem in den Zeiten Joe Chamberhins die Judennot *o groß war, wie sie es in der Zeit. Nevitle Chamberlains ist. i'ml wir :Iltissen das Nachtasyl in einem Palästina ablebncn, aus dem Jerusalem und Haifa und das ganze Stück heiausgeschnitten sind, in das Jehoschua die Juden geführt hat. Uns ist kein Dominion, solldern Ln’! Israel verheißen war. den. Atn Sinai und von Arthur James Balfour. Mit Zionsgruß Martin L cd e r m a 11 n Die Universität Athen hat den Professor Dr. A. A. HiJntans van den Bergh von der Staatstiniversität in Utrecht zum Ehrendoktor der Medizin promoviert. weit hinter uns — wo wäre da noch Raum für Erdendinge? (-11' guilr! si■!1 v.ilirrm! der!״•.־;.!(׳.,len Worte mit Waffen und eie-hrim am Km!,■ 111 i'niiiiii'i '!1er Küaung, Uri ganz ähnlich.) Schau! (überwältigt): Thirza! Ich — und — da ... I. i n Sein ... Und — nachher? — Neubeginneil — Hub’ — Schlaf ohne Morgen — ein erfüllter Traum? 'Ihirza: Ich weiß es nicht. Und tut uns Wissen not? Flammt uns nicht Licht, auf hinter allein Tod? (Senk, ganz l:11,.״״n 111! i Ii״r!i׳׳!d: Wir werden ,sein in Seiner Vaierhuld, weit weg von Angst und Ottal und Not und Schuld — Schau! (v. ic ,k'iiislend, in v-111 ־-endet' Krgi iticnhcit): Weit weg von Angst und Fragen, Qual und Schuld. Weit weg die Erde — eine schlechte Krücke! Aus goldnen Strahlen wölbt sich eine Brücke uns heim/.utragen, Hand in Hand geschmiegt, — Thirza: Zum Ort der Einung, die den Tod besiegt... (Ihre Hände versrliün^en sieh, ihre Blicke versenken steh ineinander. Fine h’i-e Musik hebt an, die ihr Schweigen und dann das Folgende begleitet.) Schau! (sieh langsam von Thirza lösend, tritt zur Türe und hebt den Voihang): Die Sterne blassen. Tag naht. Thirza: Unser Tag! Schildträger Irin ich dir. Komm! Schau!: In der Stadt harrt mein der Knabe. Armer! Er ist treu... Thirza: Er ist so jung. Laß ihn! Im Künigszelt sind andre Waffen. Schaul: Du — in Schlacht und Tod mit mir —! Thirza: Mit dir ins Licht des neucnTags. Gott weiß, was er uns bringt. Schau!: Will• mir’s vergönnt, im Sieg zu sterben! Oft schon hat mein Volk lür mich geblutet. Dürft' ich’s heute — ihm zum Segen! Thirza: Ihm zum Segen wird es »ein, so oder so. Gott hat es ausersehn, Ihn zu bewähren. Heute lerntest du dich Seiner Führung beugen. Was ist Sieg, was Kriegsgeschick, was Tod vor Ihm? Sein Weg ist fern von unsrem Wissen, und Sein Ziel hoch über unsrem Wollen. Schani: Ein Gestirn, das aufging, schien, verblaßte und versank, ersetzt von heilem Sternen, wird Sehaul, gewesen sein — dem Herz des Volkes fremd. Kein Lied wird von ihm singen. Dunkles Ilößt Furcht ein, Davids, des Lichten, Schatten wird bald meine Spur verdecken. Thirza (seine Hände fassend): Licht ist not und Dunkel, beides, wie Geburt und Tod, wie Schlaf und Wachen: Leben und Geschick webt sich aus beiden. Aus dem Dunkel bricht der Tag auf, heldisch — dämmernd stirbt das Licht, (die Rechte von Sehaul lösend): Schau rückwärts — da: dein Leben, gramverzehrt, von Wahn zernagt, liegt hinter dir, verklärt. Schaul (folgt den Worten Thirzas, als sähe er die Bilder, die sie vor ihm aufrollt), Thirza: Du hast ein Volk gesät. Mit edlem Blut düngst du den Acker, drin die Aussaat ruht. Die Saat wird wachsen, immer neu bestellt und neu geschnitten. Vorwärts schau: die Welt blickt scheel auf dieses Volk, Weil es so lebt, aus Licht und Schatten, wie es Gott gewebt. Sie wird sein Fremdsein hassen, lästern, meiden. Ist Fehl auf ihm, so wird es zehnfach leiden. Schaul (nickt, ganz verstehend). 'I hirza: Es wird, verstrickt in Gier und Hast und Raffen der Welt, vergessen, daß Gott es erschaffen zu Seinem Volk, — kein Abgrund ist so tief, daß nicht sein Irr-Weg sich in ihn verlief. Schaul (schlägt die Hände vor die Stirn): Mein Volk — mein Volk — so gleicht dein Weg dem meinen! Thirza: Dann aber wird auch ihm das Licht aufacheinen, wie dir — das Licht der Umkehr. Wenn der Strahl der letzten Hoffnung lischt, der Kelch der Qual zum Ueborlaufen voll ist — Haus und Gut zum Kerker wird — wenn das entehrte Blut aufstöhnt — wenn jeder Weg zu Gott verrammelt, der Mund gelähmt ist, daß er nur noch stammelt; wenn eigne Schuld, zehntausendfach verzinst, aus seinem Schicksal ihm entgegengrinst, dann wird F. r hören, werden sie Ihn spüren, und Er wird da sein, trösten, helfen, führen das Volk, das Sein war, Sein ist, Sein wird bleiben, Griffel in Seinen Händen, einzuschreiben unlö sch lieh ins Geschick der Menschen• weit die Zeichen Seines Namens... Gottes Held und Gottes ärmster Elends -Knecht — — wie du... (Sie ergreift wieder seine Hand, die Rückwand des Hauses öffnet sich, im ersten Aufdämmern des Tages dehnt sich eine weite, dii-ter-großartige Gebirgslandschaft, in die sie Hand in Hand hineinschreiten,) Thirza: Komm, deines Volkes ewgciti Morgen zu! (Die begleitende Musik schwillt auf und verebbt langsam, unsichtbare Sprecher begleitend, die den folgendem Endspruch sagen.) Eine Frauenstimme: איך נפלו {בריס Gemischte Stimmen: Wie sind die Helden gefallen mitten im Kampfgewühl auf deinen Hügeln erschlagen, Gilboah «— wie sind die Heiden gefallen! Eine Frauenstimme: 0איך {51ףי Frauenstimmen: Weinet, weint um Schaul, Töchter Jisraels, der zum Festkleid euch gab Karmesin, mit Goldschmuck überhängle das Kleid auch! Männerstimmen: Ehrt ihn, ehret Schaul, Söhne Jisraels, der zum Volk euch geschmiedet — ein Kämpfer, ein Haaerer! Schmiedeflamme ward ihm zuteil, und sie loderte euch zu Nutz, ihm zur Qualj sie verzehrte ihn .... Wahret die Flamme, and nähret •lei Eine Frauenstimme (in fern verklingender Klage): ולי?*דם*? T« ENDE

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