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Jüdische Rundschau · 1937-06-18 · Heft 48 (18.6.1937) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 48 (18.6.1937)
Date
1937-06-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 48, 18. VI. 193? JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 17 Pariser Notizen Von unserem Berichterstatter K. Paris, im Juni Die antisemitische Bewegung in Frankreich, deren Aktivität in den letzten Wochen wieder erheblich zuenommen hat, wird jetzt ein Zentralorgan erhalten, dessen iel ״die Bekämpfung des jüdischen Einflusses“ ist. Die neue antisemitische Wochenschrift wird den Namen ״L’Antijuif“ tragen und wird zugleich die Fusion der beiden antisemitischen Gruppen Darquier de Pellepoix und Henri Robert Petit äußerlich dokumentieren. Sie wird das offizielic Organ des ״Rassemblement antijuif“ sein. Der internationale Pen-Klub wird am 21. bis 29. Juni in Paris seinen Kongreß abhalten. Unter anderem wird auch die hebräische Dichtung durch Tschernikovsky, Chimnovitz, S. Schndur und Frau Anda Pink erfeld vertreten sein. Leopold Jessner ist von der französischen Regierung zu dem internationalen Theaterkongreß in Paris eingeladen worden und soll dort referieren. In Paris fand ein großes Protestmeeting gegen die antijüdischen Vorgänge in Polen statt. Die z i o n i s t i - sehen Kongreß wählen in Ostfrankreich, das «inen gesonderten Wahlbezirk innerhalb Frankreichs bildet, ■werden am 4. Juli stattfinden. Auch im übrigen Frankreich werden die Wahlen Anfang Juli durchgeführt. Aus Straßburg wird der Tod von Frau Lucie Metzger gemeldet, die einer" der ältesten zionistischen Fami'ien Osttrankrcichs angehörte. Frau Metzger hat führend an fast allen jüdischen Wohltätigkeitswerken von Elsaß-Lothringen ieilgenomtnen. Sie war die Mutter des Präsidenten der Zionistischen Organisation für Ostfrankreich. Polens Emigrations-Forderungen Genf, 14. Juni. Bei den Beratungen des Internationalen Arbeitsamtes brachte der polnische Delegierte Komarnicki die Forderungen Polens nach stärke• ren Einwanderungsmöglichkeiten in überseeischen Ländern, insbesondere in Südamerika, vor. Minister Komarnicki legte die bevölkerungspolitischen Verhältnisse Polens dar und unterstrich die große Bedeutung, die die polnische Regierung den Einwanderungsmöglichkeiten in Länder mit unerschlossenen Kolonisationsgebicten beimißt. Der Vertreter von Chile, Sefior Canas Flores, erklärte, seine Regierung sei im Hinblick auf den Rückgang der Arbeitslosigkcit in Chile bereit, bei dem Studium von An- Siedlungsmöglichkeiten in Chile mit dem Internationalen Arbeitsamt zu kooperieren. Der Vertreter Kubas, Senor A. Eskabar, sagte, daß die südamerikanischen Länder unter einem Mangel an gelernten Arbeitern leiden und schlug einen Austausch gelernter Arbeiter durch die interessierten Staaten vor. Der Erfolg der Schekelaktion Aus den Meldungen, die bei der Zionistischen Exekutive in Jerusalem einlaufen, geht hervor, daß 1 250 000 Schekalim in der laufenden Kongreßperiode verkauft worden sind, hiervon 1000 000 im Jahre 1937. Der 20. Kongreß verspricht, der repräsentativste von sämtlichen bisher abgehaltenen Kon• gressen zu werden, den Luzerner Kongreß nicht ausgenommen. Auf Grund von 186 000 in den Jahren 5696 und 5697 verkauften Schekalim hat Palästina 124 Delegierte. DR, MICHAEL TRAUB Vor der Entscheidung Ein jüdisches Weißbuch / London und Genf /׳׳׳ Teilung»• proiekte / Kapitalisierung einer Schuld / Judenstaat als politische Realität / Ist das Mandat verwirklichbar? / Die Alternative / Krise des Panarabismus? / Politik und Auf* bau / Die Antwort des Volkes MOnChen Dienstag, len 22. Juni 1937, 20.30 Uhr, im I Sitzungssaal der Gemeinde, Herzog Maxstr. 7 (Auf besondere Einladung) Köln Donnerstag, den 24. Juni 1937, 21.00 Uhr, im groß. Saal des Gemeindehauses, Cäcilienstr. 18-22 Jüdisches Leben in Stockholm Von unserem Berichterstatter H. R. Stockholm, Mitte Juni Zum Abschluß der diesmaligen Universitäts-Aktion in Stockholm wurde im Hause von Prof. Martin Lamm, dem bekannten Mitglied der schwedischen Akademie, ein Tee veranstaltet, in dessen Verlauf nach dem Vortrage von Dr. Kaplan-Kogan eine überaus lebhafte Aussprache über das Wesen und die Aufgaben der Universität stattfand. Es wurden dabei auch die Einzelheiten der Stützung des Universitäts b u d g e t s besprochen. Gleichzeitig hat Dr. Kaplan- Kogan seine Verhandlungen mit den schwedischen Hochschulen fortgesetzt und abgeschlossen, die überaus günstige Aussichten für die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen diesen lind der Jerusalemer Universität eröffnen. Hierbei war Dozent Hugo Valentin (Upsala), Dr. Kaplan-Kogan sehr beliilflich. Das finanzielle Resultat der diesmaligen Universitätsaktion in Schweden beträgt rund 2500 Pfund. Die Stockholmer Misrachi-Gruppe beging ihr dreijähriges Bestehen mit einem Vortrag, in welchem M. Korngold aktuelle Judenprobleme in äußerst interessanten Aus- Führungen behandelte. Die hiesige Wizo-Vereinigung beschloß ihre diesjährige Winterarbeit mit einem äußerst gelungenen Vortragsabend, an dem Dozent Hugo Valentin sprach. Prof. Isak Jundell beging dieser Tage seinen 70. Geburtstag; er erfreut sich als Nestor der schwedischen Kinderärzte einer außerordentlichen Beliebtheit. Prof. Jundell war stets ein begeisterter Förderer der Palästina-Idee. Anläßlich des 250jährigen Jubiläums der schwedischen Advokaten-Vereirügung wurde vom König von Schweden Advokat E. Henriques der Nordstern-Orden verliehen. ״Dagens Nyheter“ bringt ein Interview mit Advokat E. Löfgren (dem schwedischen Vorsitzenden einer Völkerbundskommission) über die Teilungspläne Palästinas-, denen gegenüber Advokat Lofgren eine sehr negative Stellung einnimmt. Im selben Blatt wendet sich Kurt Bergström vom Sozial-Amt gegen die übertriebenen Gerüchte einer ״Juden- Invasion“ in Schweden. Im ganzen seien 600—800 Personen jüdischer Abstammung im Lande eingewandert. ״Eindrücke ln Kalifornien“. Zu dem in Nr. 26 der ״Jüdisehen Rundschau“ veröffentlichten Artikel ״Eindrücke eines Kalifornien-Einwanderers“ erhalten wir jetzt die Zuschrift eines Lesers, der über verschiedene Angaben dieses Artikels in Amerika Informationen eingeholt hat und nun der Meinung ist, daß im Schlußteil ein zu günstiges Bild der Erwerbsmöglichkeiten entrollt wird. Unser Berichterstatter hatte darüber berichtet, daß Häuser in Kalifornien unter Umständen mii kleiner Anzahlung gekauft werden können und dabei dem Erwerber ein gewisses sicheres Einkommen abwerfen. Hiergegen wird nun eingewendet, daß der Kauf eines solchen Hauses eine Art Spekulation darsteile, da das Haus auch leerstehen kann und daß nicht alle Lasten voll berücksichtigt sind. Diese Zuschrift veranlaßt uns zu betonen, daß wir mit der Veröffentlichung dieses oder ähnlicher Artikel nicht die Absicht haben, unseren Lesern konkrete wirtschaftliche Ratschläge zu geben, sondern lediglich das Bild des Lebens in einem fremden Lande auf Grund persönlicher Eindrücke eines Berichterstatters widerzuspiegeln. Personen mit wirtschattlichen Absichten sind in jedem Falle darauf angewiesen, sich von ihren Wirtschaftsberatern und Gewähremännern Informationen einzuholen. Nichts liegt uns ferner als der Wunsch, unsere Leser durch Reiseschilderungen etwa zu wirtschaftlichen Spekulationen in fremden Ländern anzuregen, insbesondere da ja in einem Zeitungsartikel immer nur allgemeine Verhältnisse geschildert werden können, während es sich bei Geschäften in jedem einzelnen Falle um spezielle Verhältnisse handelt, die als solche von den verantwortlichen Interessenten selbst untersucht werden müssen. Urteile wegen Rassenschande. In Wuppertal-EIberfeld erhielt lt. ״General-Anzeiger der Stadt Wuppertal“ vom 8. Juni ein 48jähriger arischer Angeklagter 18 Monate Oefängnis. — ln Alten bürg erhielt lt. ״Altenburger Zeitung“ vom 12./13. Juni ein 40jäl1riger jüdischer Angeklagter 8 Monate Gefängnis. — In Leipzig erhielt lt. ״Neue Leipziger Zeitung“, Leipzig, vom 12. Juni ein 36jähriger jüdischer Angeklagter 2 Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust. I FIP7IR Montag, den 21. Juni 1937, 20.30 Uhr LElr&IU Kulturbundtheater, Tauchaer Straße 32 JUBILÄUMS-FESTAKT anläßlich der vor vierzig Jahren erfolgten Gründung der ZVfD DR. MICHAEL TRAUB Vor der Entscheidung Ansprachen: Dr. Raffael Chamizer und Dr. Ludwig Lehrfreund — Musikalische Umrahmung: Mendelssohn-Trio, Leipzig Kurzfilm: Bekennt Euch Karten zu RM —,50, 1,—, 1.50 und 2,- in dar Z03, Keilstr. 4, Bar Kochba, Brühl 45 u. an dar Abendkasse Tschechoslowakei — Palästina Prag, im Juni Bei starker Beteiligung aus allen Kreisen der Industrie fand die Generalversammlung der tschechoslowak i s c 11 - palästinensischen H a n d e 1 s - K a m m e r statt. Das Hauptreferat über die wirtschattnche Situation in Palästina erstattete der Generalkonsul der Tschechoslowakei in Jerusalem, Dr. J. M. K a d I e c. Er gab einen Bericht über die heutige wirtschaftliche Situation, die durch die politische Ungeklärtheit wesentlich beeinflußt wird. Dr. Kadlec glaubt, dab die jüdische Industrie die momentanen Stagnationserscheinungeu gut überwinden wird und (orderte die tschechoslowakischen Industriellen auf, ihre Beziehungen mit Palastina weiter aus/ubauen. Einen detaillierten W irtsrhaitsbencht über das zionistische Aufbauwerk erstattete der Sekretär der palästinensisch - tschechoslowakischen Handels - Kammer in Haifa, Sittiche Mano r. An der Tagung nahmen offizielle Vertreter des Außen-, Handels- und Lamlwirtschattsmiiu• stcriums sowie einige jüdische und arabische Kaufleiite, die zur Zeit in Prag weilen, teil. Unter der Initiative des Volksvercins ,.Zion" in Prag wurde eine Genossenschaft gegründet, die Tozerct Haarez- Produkte in der Tschechoslowakei vertreiben will. Auf einer vorbereitenden Sitzung wurde darauf hingewieseti, dal) außer Zitrusfrüchten fast überhaupt keine palästinensischen Waren hier zu Lande vertrieben werden, wahrend es Mdglichkeiten gibt oder durch eine entsprechende _ Propaganda geschaffen werden könnten, Tozerct Haare/ Proäukte in beachtlichen Mengen ab/uset/en. Zunädist soll im Zentrum Prags ein Geschäft mit־ palästinensischen Produkten cingerichtet werden. Budapester Notizen Von unserem Berichterstatter Budapest, 15. Juni Die Pro-Palästina-Vereinigung für Ungarn hielt gestern eine außerordnentliche Generalversammlung an, um die nichtzionistischen Delegierten der Jcwish Agency zu wählen. Einleitend referierte Vorsitzender Dr. Josef Patai über die Eindrücke und Erfahrungen seiner jüngsten Palasfinareise, der zwölften, bei der er eine Reisegesellschaft nach Palästina geführt hat. Zu Delegierten resp. Ersatzmännern wurden gewählt: Oberhausmitglied Rabbiner Dr. Immanuel Löw, Generaldirektor Dr. E. M a k a i, Universitäts- Professor Dr. L. Török, Fabrikdirektoren B. Szegö und B. Spiegel, Rektor des Rabbinerseminars Dr. M. Guttmann und J. Goldschmied, Särvar. Anläßlich der ״juiiiwochen“ führte das königl. Opernhaus zum ersten Male die 80 Jahre alte Oper Verdis: Simone Boccanegra auf. Dieses Musikwerk des Meisters fand bei den Zeitgenossen wenig Beifall. Erst als es Franz Wert ei in den letzten Jahren für die Buhne umarbeitete, de״ Kampf zwischen Patriziern und Plebchern in Genua dramatisch gestaltete, begann das Werk seinen Siegeslaut. Ebenso wie ״Die Macht des Schicksals“ und ״Don Garlos“ von Verdi, die ebenfalls in Werfels Umdichtung über die europäischen Bühnen gehen. Dr. A. F. Sämtliche Rechte, auch das der Aufführung, Vorbehalten Die Frau von Endor Aus einem dramatischen Versuch ״Schau!“ Von Leopold Marx (Schluß) Schaul: In mir? Schweig! In mir ist Abgrund, Nichtigkeit! Sein Zorn — beschwör’ ihn nicht — saß furchtbar im Genick um Gleiches mir, da ich Schemuel Trotz bot, wähnend, Gottes Stimme (auflachcnd): spräch’ in mir... Ein Ungeist war’s, ein Alb, der aus mir schrie. Hier hockt er, auf der Brust noch heut — wie Blei! Thirza: Sein Ruf, Schaul, war’s, den du nicht erkannt. Dem Priester-Wort war dein Gott-Wissen nicht gewachsen. Schaul (aufschreiend): Wie, so log Schemuel? Thirza: Ihm war’s Wahrheit, was er kündete. Doch erst, wer sie vom Tod erfuhr, wie du und ich, wird letzter Wahrheit inne. Schaul (sinnend): Du und ich — Vernahmst auch du den Todes-Ruf? Thirza: Du weißt’s: Zu Rabbath damals, die du nie gesehn, die Fremde, riefst du, mich, beim Namen an und wecktest — eine Tote... Schaul (nickt). Thirza: Noch einmal als böses Wort mir aus geliebtem Mund Schaul (nickt aufseufzend) Thirza: dolchgleich ins Herz schnitt, litt ich neu den Tod. So schien’s — in Wahrheit war’s der Weg — zu Ihm. Schaul (erstmals verstehend): Der Weg zu Ihm — durch Seinen Boten Tod, der alle Leid-Frucht einfährt, die Er sät, der Herr der Ernte... Thirza (bejahend): der dein Leid mitträgt wie alles Leid der Erde, — tiefer nur. Schaul: Er leidet? Gott muß leiden, sagst du? Thirza: Nein! Er muß es nicht — Er will. Schaul (erschüttert): Er will die Qual? Thirza: Sie ist der Weg. Schaul: Mein Weg, doch nicht zu Ihm. Er salbte mich, Er warf mich fort — warum? Kennt Er 90 wenig sein Geschöpf. Spielt Er ein Spiel? Er ist mit David! Thirza: Mit dem Volk ist Er. Gesalbt für Jisrael hast du gekämpft, gesiegt — Schaul (schmerzlich): versagt! Ein neuer Brand, David, ward angefacht. Für Jisrael verlöscht der alte, Asche, Schlacke — Dung. (in Eitlerer Gewißheit): Auch er wird leiden, David — — Thirza: Auf dem Weg zu Ihm... Schaul (wie zuvor): und untergehn! Thirza: Das steht bei Ihm. Schaul (unsicher): Bei Ihm! (sich aufrafiend): Doch Jisrael — das Volk — mein Volk — mein Volk soll leben! (ans Fenster tretend): Schau, dort fällt ein Stern. Ihm folgt auf seiner Feuerbahn ein Schweif von Licht: so reißt mein Sturz das Volk nach. Ihm, dem Volk, weis’ Hilfe, Helferin, nicht mir! Thirza: Will E r’s, gräbt siegend sich ein Volk sein Grab — will E r’s, wächst Sieg noch aus Vernichtung. Glut, drin E r uns biegt und schmilzt und härtet, ist das Leid —: des Volkes Los wie deins. Schaul (stark): Mein Volk. es darf nicht untergehn! Für Jisrael soll David leben! Führen soll ihn Er, den ich Verblendeter — Thirza (warrn): Verirrter nur, nun Heimgekehrter — Schaul: den ich von mir stieß. Sein Segen sei auf David — für das Volk! (mit einer Bewegung, als wollte er eine Wand vor seinen Augen weg schieben): Thirza, daß ich 80 blind war! Und du sahst, du sahst — und mußtest schweigen? Thirza: Zwiefach litt ich all dein Leid mit. Keiner sonst als du, so schuf Er dich, könnt’ Seinen Willen kund dir tun. Schaul (weich): Und doch %veist, deine Ilnnd den Weg Thirza: Zu dir — zum Sinn in dir. Der Sinn ... Schani (in aufd.irnmernder Erkenntnis): ist ■— ER. Man kann Ihn nicht erlernen, leiden nur. Thirza: Man darf Ihn lieben! Strafe schien, Verbot dir all dein Schicksal, statt Geschenk von Ihm und Auftrag. Schaul: Ja, war mir zum Greifen nah die Hand, stieß ich sie weg. Und wenn Er sprach, fand Er mich taub. Da schwieg Er- Thirza: bis du Ihn gesucht, gefunden — denn Er will von uns gesucht sein .., Schaul (schmerzlich): und ein Leben geht dahin, bis man — dies weiß!... Doch — ER ist da, und da mit Ihm, am Ende. Das ist Lohns genug, denn nichts ist uns verliehn, das dauert. Thirza: Nenn’« nicht Lohn, was du dir ausgekämpft von Ihm, den Sinn des Lebens, so wie einst, der Ahn um Ihn gerungen Jisrael! Dein Volk ist Erbe seines Namens und Geschicks und seines Ringens. Dir ward nichts geschenkt. Dich will Er, keinen Dank ... Schaul: So nimm ihn du an Seiner Statt! Thirza (lächelnd): Du dankst — dir selbst! Wozu? Was trennt uns noch? Sind wir nicht ewig Eins? Schaul (mit Wehmut): Du weißt es wohl — das nahe Ziel des Seins! Ich geh — du bleibst... Thirza: Nein, heut geht Thirza mit, sie muß dir folgen, Schatten deiner Seele. Gefesselt ist mein Schritt an deinen Schritt. Schaul (erschrocken): Mir folgen, sagst du? Thirza: Jede Straße! Quäle dich nicht mit Fragen! Hat uns Gott vermählt, hat unsre Seelen Er zum Thron erwählt, sind Leben, Leiden, Hoffnung, Furcht und Zeit

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