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Jüdische Rundschau · 1937-06-18 · Heft 48 (18.6.1937) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 48 (18.6.1937)
Date
1937-06-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 48, 18. VI. 1937 Religiöse Frauenarbeit in Haifa Ein Arbeitsbericht Im Februar 1935 gelang es den religiösen Frauen Haifas, im Verein mit dem Misradn vatik und dem Poe! liamisrachi, ein Wohnheim für junge Mädchen, das Beth Chaluzoth ״Beruria“ zu eröffnen. Das Heim liegt in gesunder und schöner Lage, Rechow hahar, im Beth Madgelani. Die großen luftigen Zimmer sind zweckmäßig und gemütlich möbliert und gewährten alsbald, bei einer Zahl von 23 Betten und 4 Notbetten, einer ansehnlichen Zahl von neu eingewanderten Mädchen Unterkunft. Zugleich sorgte das Heim für Beköstigung gegen Entgelt für die reinen Lebensmittelkosten, also zum denkbar kleinsten Preis. Seit seiner Gründung bildet das Heim ein kleines kulturclles Zentrum. Ein großer behaglicher Gemeinsdtaftsraum gibt Gelegenheit zu geselligen Zusammenkünften. Hier finden sieh die Heiininsassimten zu gemütlichen Freitagabenden zusantmen. Hier wurden für sie, bald nach Gründung des Heims, Lehrkurse veranstaltet, die die Neuankömmlinge unentgeltlich in die hebräische Sprache einführten. Diese Kurse wurden dann wegen des wechselnden Bestandes der Heiminsassinnen wieder aufgegeben. Denn in dem ersten Jahre nach der Heimgründung fanden die jungen Mädchen ziemlich schnell in haus- und landwirtschaftlichen Betrieben lohnende Arbeit. Die religiöse arbeitende Jugend hält ihre Schabbatnachmittagc in dem großen Gemeinschaftsraum des Heims ab, der ihr unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird, und hört hier Vorträge und Lehrkurse. Fm letzten Jahre mußte das Heim erschwerten Aufgaben gerecht werden. Die wirtschaftliche Depression, die den Unruhen des Jahres 1936 folgte, hatte zur Folge, daß viele der Hciminsassinnen stellungslos wurden. Andere mußten ihre Arbeit unter ungünstigen Bedingungen fortführen. Das Heim versucht nach besten Kräften, diese schwierigen Umstände zu berücksichtigen. Ein Teil der arbeitslosen jungen Mädchen wohnt nunmehr unentgeltlich im Beth Chaluzoth. Dadurch wächst selbstverständlich das Budget des Heimes. Dank der Erleichtert das Wandern Tätigkeit der Frauen ist es jedoch bisher immer noch gclimgen, der Schwierigkeiten Herr zu werden. Es erschien im März 1036 der Arbeitsgemein- Schaft religiöser Lauen, die bisher rein privat die Arbeit durchgeführt hatte, zweckmäßig, dem losen Zusammenschhiß eine feste Form zu geben. So wurde 1936 in Haita der ״I r g 11 n nasch im datiot“ gegründet. Der ״Irgun naschin! datiot“ stellt eine überparteiliche religiöse Organisation dar, die neben der sozialen Arbeit sich auch ein kulturelles Ziel gesteckt hat: Der Irgun will nach seinen Kräften mit in den Kampf gegen die Verflachung und Verbiassung der echten jüdischen Grundzüge innerhalb unseres persönlichen, familiären wie gemeinschaftlichen Lebens eintreten. Der ״Irgun naschim datiot“ erweiterte zunächst das Gebiet seiner sozialen Arbeit. Er wandte sich der Fürsorge für Kranke zu. Unter Zuziehung eines besoldeten Arztes wurden auf Anmeldung hin regelmäßig Kiankenvisiten in bedürftigen Familien abgestattet. Der Irgun übernahm die Hauspflege und stellte ״Medikamente bereit. Er entsandte auch häusliche Hilfen, die an Stelle der kranken Hausmutter für den Haushalt sorgten. Dieses Arbeitsgebiet wurde jedoch nach Ablauf von vier Monaten wieder verlassen und der Esrath Sozialith des Waad Hakeliillah übergehen, da diese auf dem gleichen Gebiet eine parallele Arbeit leistet. Die mit dieser Krankenpflege naturnotwendig verbundene Familienfürsorge blieb jedoch bestehen. Der Irgun sorgte für die Erholung von Rekonvaleszenten durch Bereitstellung von Beihilfen und durch Zusendung von Lebensmitteln. Er übernahm in einzelnen Fällen die Fürsorge für Kinder, die durch wirtschaftliche oder familiäre Schwierigkeiten gefährdet waren, indem er sie in Tageskinderheimen, in Kindergärten, im Waisenhaus unterbrachte. Für das Kleinkind sorgte er durch Bereitstellung von Babywäsche. Weiterhin versuchte er nach dem Maß seiner Kräfte" produktive Fürsorge zu leisten, um wirtschaftlich Schwache, Kranke oder Arbeitslose wieder arbeitsfähig zu machen. So gewährte er kleine Darlehen zur Miete von Betriebsrätin!en oder zur Anschaffung von Betriebsutensilien. 1 einer beschäftigt sich der Irgun auch mit Arbeitsbeschaffung. Die Mitglieder des Irgun werden in den Zusammenkünften ständig an die dringende Pflicht der Bereitstellung von Arbeit gemahnt. Die wesentlichste Schöpfung des ״Irgun naschim datiot“ ist die .Mitbach Itewat mechossre awodah, die Krisenk ii c h e, die im April 1030 ins Lehen gerufen wurde. Der Irgun verfolgt mit dieser Gründung die Absicht, neu eingewanderte Familien, die noch mit den Schwierigkeiten der wirtschaftlichen Einordnung beschäftigt waren, wie notlcidcnden Arbeitslosen ein rciflilieftcs und nahrhaftes Mittagessen ganz billig oder ohne Entgelt zu gewähren. Der sicherste Bc- Jugendherbergen in Palästina Nachdem der gleichnamige Artikel in der ״Jüdischen Rundschau" vom 9. April 1937 zum 25jährigen Jubiläum des ״Blau-Weiß" geschrieben war, stellte sich auch hier heraus, daß — wenn ein Bedürfnis vorhanden ist — Gedanken und Projekte an verschiedensten Stellen zu gleicher Zeit entstehen. Sowohl in Kreisen der Jugend selbst, in Kwuzoth wie in Lehrer• und Arckilehtenkreisen, ist der Gedanke mehrfach behandelt worden. Von den vorhandenen das gnnre Land umfassenden Plänen sind die in dem oben erwähnten Artikel schon kurz gekennzeichneten des Kreises um den Guggenheimer-Fonds (bei der Hadassah) am weitesten gediehen. Vor allem ist hier schon eine konkrete Basis in Form eines Fonds vorhanden, und die Hoffnung ist nicht unbegründet, daß auch die weiter erforderlichen Mittel aus Amerika zur Verfügung gestellt werden können, damit aus dem bisherigen Traum bald Wirklichkeit wird. Es scheint daher angebracht, daß die Veranlasserin der Bearbeitung des Jugendherbergsplans darstellt, wie sich der Gedanke in diesem Kreise entwickelt hat. Bei dieser Gelegenheit ist darauf hinzuweisen, daß ״Chilan", der hoffentlich einmal werdende Jüdische Jugendherbergsverband, mit dem Guggenheimer-Fonds bisher nichts zu tun halte, aber selbstverständlich seine Kräfte dem Guggenheimer-Fonds zur Verfügung stellen soll. Es besteht der Gedanke, daß sich aus den Kreisen der palästincnsischen Jugend ein ״Palästinensischer Jugendherbergsverband“ — etwa auf dem Boden des KKE-Jugendkreises — auf neutraler Basis bilden wird. Diesem soll der ״Chilan" zur Seite stehen. Joseph Marcus, Jerusalem Wir brauchen etwa 25 Jugendherbergen in Palästina. Wir wollen nicht im Autobus durchs Land jagen. Wir wollen uns unsere Heimat zu allen Jahreszeiten, in allen Teilen durch freies Wandern erschließen. Dr. Joseph Marcus wies schon darauf hin, wie sich dieses latente Bedürfnis in den verschiedensten Kreisen, ohne daß man voneinander wußte, als Forderung durchsetzte, wie er selbst und sein Kreis für diesen Gedanken gearbeitet hat. Im Jahre 1935 wurde mir von Frau Ronia Abraham wem für die die Tatsache Monat wuchs anfänglich Bi werden ither nur einzelne, wird von vi kliehe, dem nach Hause Mittagessen wird mit 15 M geringe Preis kann zur Zeit dringende Notwendigkeit dieser Gründung war , daß die Zahl der 'Gespeisten von Monat zu . Innerhalb von drei Monaten war die Zahl der .‘knstigten auf f!0 Personen gewachsen, zur Zeit litt Essenportionen täglich ausgctcilt. Da nicht sondern auch ganze Familien beköstigt werden, den das Essen nicht an dem Ort der Krisen- Beth Chaluzoth Reruria, eingenommen, sondern geholt. Der Speisezettel variiert täglich, das ils berechnet. Jedoch auch dieser nur von dem kleinsten Teil der (Paris) ein kleiner Fonds zur Verfügung gestellt, um eine Jugendhütte zu errichten, zum Andenken an ihren sportbegei- Sterten Sohn, der beim Skiläufen ums Leben gekommen ist. Es lag für mich nahe, die Stiftung der Frau Abraham als Anlaß zu benutzen und anzuregen, die Jugendherbergsbcwefung in Palästina wirklich ins Leben zu rufen. Der Präsident er jüdischen Boy-seouts und Leiter des jüdischen Erziehungsdepartements, Dr. Ri cg er, ergriff sofort die Initiative. Er setzte sich intensiv dafür ein, den Gedanken der Jugendherbergen zu gestalten. Durch die ständigen Bemühungen von Frau Irma Lindheim wurde es erreicht, daß ein Teil des ״Guggenheimer-Fonds״ fiir den Aufbau dieses Werkes zur Verfügung gestellt werden kann. Die Leitung des ״Guggenheimer-Fonds“, die durch die Errichtung von Spielplätzen an vielen Punkten Palästinas, durch Ausbildung von Jugendführern der Jugend Palästinas neue Möglichkeiten erschließt, stellte nicht nur das Geld zur Verfügung, sondern widmet sich der neuen Aufgabe mit unerschöpflicher Energie. Dank der konsequenten, intensiven Arbeit von Frau Charlie Berger (Vorsitzende des ״Guggenheimer-Fonds“), ihrer Mitarbeiterin Frau Rachel Schwarz und Josef Mejuchass (Leiter für Jugcndangelcgcnheitcn beim Waad Letimi) gelang es nach eincinhnlbjälirigcr Arbeit, den Plan der Jugendherbergen der Verwirklichung nähcrzubriiigcn. Trotz der Unruhen reiste Frau Konsul Mal lach (die Schwester der Pariser Stifterin) durchs Land, um einen geeigneten Platz für die erste Jugendherberge suchen 711 helfen. Es besteht unter Leitung des ״Guggenheimer-Fonds“ im Zusammenhang mit dem Waad Lcumi ein engerer ״Arbeitsausschuß fiir Jugendherbergen“ und ein weiterer Rat, dem viele offizielle Vertreter des Er- Ziehungswesens angehören. Die Zentralstelle für Jugendherbergsangelegenhciten ist: ״Erziehungsdepartement des Waad Leumi, Jerusalem, Guggenheimer-Fonds der Hadassah, Abteilung für Jugendherbergen“. Unser Plan geht im wesentlichen dahin, gemäß den Verhältnissen in Palästina drei verschiedene Typen von Jugendherbergen zu schaffen: 1. jtigend-Erziehungszentren, 2. ganz primitive Uebernachtungsstätten. 3. einen Zwischentyp. Die Gestaltung der Jugendherbergen ist im Augenblick von der Gewährung weiterer Finanzhilfe aus Amerika abhängig. Dr, E 11 y W i 11 k o w e r, Jerusalem Schulwesen in den Kwuzoth ״Zror Michtawim“, die Zeitschrift des ״Kibbuz Meuchad“, veröffentlicht Berichte über Schulprobleme in verschiedenen Siediungspunkten, die geeignet sind, die Schwierigkeiten jüngerer Kwuzoth aufzuzeigen. In Giwath- Hasch losch a befinden sich 20 Kinder im Kindergarten. Es arbeiten dort vier Mitglieder der Kwuzah und eine Kindergärtnerin. Es stehen keine genügenden Räume zur Verfiigung, was besonders im Winter zu Schwierigkeiten führt, aber auch für den Sommer ist kein geeigneter Spielplatz vorhanden. Auch nötige Möbel fehlen. Der Gesundheitszustand der Kinder ist befriedigend und kinderärztliche Aufsicht vorhanden. Die Schule besuchen 46 Kinder, von denen 16 von außerhalb kommen. Es sind sechs Klassen vorhanden, von denen immer zwei gemeinsam unterrichtet werden. Englisch und Gesang werden von Mitgliedern der Kwuzah unterrichtet. Auch Werkunterricht will man einführen. Ein Klavier fehlt. Schwierig ist, daß der Betrieb auf zwei Gebände verteilt ist, von denen das eine mehrere hundert Meter vom Lager entfernt ist. Auch sind die Gebäude selbst nicht zweckentsprechend. Ajeleth-Haschachar steht in seinem Schulwerk vor drei Problemen: 1. Dauer der Schulzeit, 2. körperliche Arbeit, 3. fehlende Fächer. Die Dauer der Schulzeit wurde für Ejn Charod auf zehn Jahre festgesetzt, aber auch dort will man sie auf zwölf ausdehnen. Diesem Beispiel wird man wahrscheinlich folgen, denn die Kinder in Ajeleth sind in ihren Kenntnissen zurückgeblieben und 'das läßt sich mir durch eine längere Schulzeit wettmachen. Zur körperlichen Arbeit werden nach Beschluß der Lehrer die Kinder bis zum fünften Schuljahr ab für täglich eine Stunde, später für zwei Stunden täglich herangezogen. An Fächern fehlen Turnen und Handfertigkeitsunterricht. In Giwath-Brenner lernen in der Schule 20 Kinder, von denen zwölf von außerhalb kommen. Die Kinder sind in zwei Gruppen geteilt, die dem ersten und zweiten bzw. dem dritten und vierten Schuljahr entsprechen. Die Kinder stehen um 6 Uhr auf, waschen sich und ordnen ihre Schlafzimmer, um 7 Uhr frühstücken sie, um 8 Uhr beginnt das Lernen. Um 12 Uhr nehmen sie das Mittagessen ein, danach ruhen und lesen sie. Nach 2 Uhr stehen sie auf. Sie werden abwechselnd bei verschiedenen Haus- und Küchenarbeiten, in Handfertigkeiten, Gartenarbeiten und durch Körperübungen und Spiele beschäftigt. Am Freitag ist Schabbatteier. Leider fehlt für diese Feier ein geeigneter Raum. Der jetzt benutzte Eßsaal genügt nicht, da er um die Zeit der Feier schon gedeckt sein muß. Es fehlt in diesem SchÜIbetrieb auch jeder musikalische Unterricht, auch kann Zeichen- und Mahiiiferricht nicht erteilt werden, obgleich viele Kinder daran großes Interesse nehmen würden. Beköstigten (12 von 110) bezahlt werden. Der ״Irgun naschim datiot“ ist daher bei der Unterhaltung dieser so dringend notwendigen Einrichtung, der einzigen dieser Art in Haifa, im weitesten Maße auf Zuschüsse angewiesen. Mit den hier beschriebenen Aufgaben verbindet der ״Irgun naschim datiot־‘ eine kultureile Tätigkeit, die es sieh zur Aufgabe gesetzt hat, die Gedanken eines echten jiidisehen Volkstums zu pflegen. Allmonatlich einmal vereinigt sich der ״Irgun naschim datiot“ bei einer geseiligen Zusamnicnkunft, bei der zunächst die Fragen der sozialen Arbeit besprochen werden. Im Anschluß daran beschäftigt sich ein Vortrag mit den Problemen unseres Gemeinschaftslebens. Das Vortragsprogramm dieses Halbjahres umfaßt u. a. folgende Vorträge: ״Wandlungen des Erziehungsideals in der grsetzestreuen Jugend“, ״Zur Typologie des alten und neuen Jischuw in Erez Israel“, ״Die Rechtsstellung von Frau und Kind in Erez Israel“, ״Palästinensisches Frauentum“. Dr. Else R a b i n Mit Chaluzim nach Erez Israel Von einem Mitreisenden Ueber den Abschied von einer Alijali-Grunpe und über ilir Leben an Bord des Schiffes ist in den letzten Jahren schon so mancher Bericht geschrieben worden. Immer aber bleibt es ein ewig junges Erlebnis, das den, der mir als Tourist mitfährt, besonders packt. Vor mehreren Wochen erfuhr ich die Gewalt dieses Erlebnisses auf der ״Ma riefte P a c 1! a“, auf der etwa 20 junge Menschen aus Deutschland den Weg nach Palästina antraten. Wenn wir Passagiere der ersten und zweiten Klasse uns ein wenig von den jüdischen Sorgen erholen wollen, dann stiegen wir in die ״deuxieme intermediaire“ herab, in der der wahre Frohsinn herrschte und wo man alle Tage die Wahrheit bestätigt finden konnte, daß Jungsein mehr ist als alle Zweifel am Dasein. In ihren wohnlichen Kabinen hatten es sich die Chahi/im und Chaluzoth nach Möglichkeit noch behaglicher eingerichtet, und hei ihren gemeinsamen Mahlzeiten herrschte eine Stimmung, die der Außenstehende auch als ״Ueberein- Stimmung“ charakterisieren möchte. Wir alle verlebten auf dem Mittelmeer durch die Liebens- Würdigkeit und Aufgeschlossenheit dieser jungen Menschen wahrhaft schöne Tage. Und als sieh in Alexandria herausstellte, daß es der Gruppe an Geld fehlte, um an Land zu gehen und die Stadt zt! besichtigen, empfanden es fast alle jüdischen Passagiere des Schiffes als eine Ehrenpflicht, helfend einzuspringen und der Gruppe einen eindrucksvollen Tag in dieser orientalischen Stadt zu vermitteln. Unglaublieh rasch verging uns der letzte Tag der Reise, und utivergeßlich wird mir das Leuchten auf den Gesichtern der Chaluzim bleiben, als sie zum erstenmal die Küste Palästinas in der Morgensonne blühen sahen. Meine Heimat — dies war wohl der Gedanke jedes einzelnen von ihnen. Unsere Hoffnung — mit diesem Wunsch und mit diesem Segen nahmen wir von ihnen Abschied. Von der ״Ahavah“. Mitte Mai ist eine neue Gruppe Jugcndalijah aus Deutschland (24 Kinder) in der Ahavah bei Haifa eingetroffen. Am 7. Juni stattete der High Commissioner dem Heim einen Besuch ab, um insbesondere die kürzlich aus Deutschland gekommenen Kinder zu sehen. Der Besuch unterhielt sich mit den Kindern, besichtigte alle Zweige der Wirtschaft und sprach seine Anerkennung und Bewunderung über die schnelle Entwicklung des Heims aus. Persönliches. Herr Adolf Steckeimacher, Tel Aviv (früher Heilbronn a. Neckar), feiert am 22. Juni seinen 50. Geburtstag. Im Jahre 1922 stellte er sich dem jüdischen Armen-Unterstützungsverein Heiibronn zur Verfügung. 1925 wurde er Schriftführer und 1927 1. Vorstand dieses Vereins. Es ist ein Werk seiner Initiative, daß bald darauf alle jiidi sehen Vereine, die sich mit Wohlfahrt befaßten, zusammengeschlossen wurden, um das gesamte Wohlfahrts- und Untrrstüt zu ngs wesen zu zentralisieren. Als die Jüdische WinterRilfe gegründet wurde, hat man ihm auch die Leitung dieses Amtes übertragen, und in den darauf folgenden Perioden hatte er alle Winterhilfsbedürftigen des Bezirks Heilbronn zu betreuen. Bei seinem Weggang im April wurde er in Anerkennung seiner uneigennützigen Tätigkeit seitens des Vorsteher-Amtes und der Gemeinde dadurch geehrt, daß er aut Kosten der Gemeindemitglieder in das ״Goldene Buch des KKL“ eingetragen wurde. Ludwig Major, Heiibronn Hugo Herrmann, der In der nächsten Woche seinen 50. Geburtstag feiert, ist in dein letzten Jahre besonders als Autor zweier vielgelesencr Palästina-Bücher populär geworden. Nur wenige seiner Leser wissen aber, daß er einmal Redakteur der ״Jüdischen Rundschau“ war. ln der Jubiläumsnummer zur Feier des 40jährigen Bestehens der ״Jüdischen Rundschau“ (17. April 1935) hat rieben den anderen früheren Redakteuren unserer Zeitung auch Hugo Herrmann aus der Zeit seiner Redaktionsfühnmg erzählt. Es war 1913/14 unmittelbar vor dem Kriege, tmd die ״Rundschau“ stand damals noch im Schatten der großen SclnVesterzeitung, des in demselben Hause erscheinenden zionistischen Zentralorgans ״Die Welt“. Obwohl also die Möglichkeiten des kleineren Blattes damals relativ gering waren, hat Hugo Herrmann der Zeitung eine ganz bestimmte geistige und literarische Note zu geben vermocht, die noch lange weiter gewirkt hat. Herrmann, der aus dem Kreise des Prager Studentenvereins Bar Kochba stammte, war nach dem Kriege viele Jahre im Dienste des Keren Haiessod in der Tschechoslowakei tätig. Einer weiteren zionistischen Oeffentlichkeit wurde er bekannt als verantwortlieber Redakteur der Kongreßzeitung der Nachkriegs-Kongresse, die er mit der ihm eigenen Umsicht und Objektivität redigierte. Seine große Fähigkeit, im Plauderton exakte Tat- Sachen zu übermitteln und last spielend einen Ueberblick über die großen Zusammenhänge zu geben, stellte er erfolgreich in den Dienst der Palästina-Propaganda. Davon zeugen neben anderen Publikationen die beiden Bücher ״Palästina, wie es wirklich ist“ und ״Palästina heute“. Daneben gab er in einer instruktiven ״Palästinakunde“ in fünf Teilen, die alle notwendigen Daten sachgemäß zusammenstellt, ein überaus brauchbares Hilfsmittel für den Palästina-Unterricht. Wir wünsehen Hugo Herrmann, der jetzt in Jerusalem lebt, noch viele Jahre ungetrübten Wirkens. Jerusalemer Vorträge. Die Hitachduth Oiej German iah hat den lobenswerten Versuch unternommen, ihren Mitgliedern durch einen vier Vorträge umfassenden Zyklus ״Unsere arabische Umwelt“ einen Ueberblick über die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verhältnisse der Araber Palästinas und des Vorderen Orients zu vermitteln. Redaktcur Kli n o w referierte am ersten Abend über ״Die arabische Nationalbewegung in Palästina und ihre Organe“. Der instruktive Vortrag vermittelte einen Ueberblick über die Entwicklung im Vorderen Orient. — Die Hitachduth Olej Austria sorgt für innerzionistische Orientierung vor dem bevorstehenden Kongreß. Als erster Redner sprach Richard Lichtheim. — Im internen Kreise der Jerusalemer Studentenschaft erörterte Prof. Dr. Martin B u b e r religiöse Gegenwartsfragen. Bubers Oedankengänge, nicht in Form eines Vortrages, sondern durch Beantwortung von Fragen aus dem Hörerkreis entwickelt, ließen unter allen Teilnehmern den Wunsch nach Fortsetzung der Aussprache laut werden, der Prof. Buber bereitwillig entsprach. — Vor Jerusalemer Kunstfreunden hält der Kunsthistoriker Dr. Schiff im Atelier Weyl Vorlesungen über Probleme des Impressionismus. Schalom Ben-Chorin Linoleum für Treppen, Laden, Zimmer und Küchen Anschläge kostenlos 1■ Refer. / Gegr. 1881 GroBes Lager ln Coeos-, BoucI«• (1. VelourlButem Pritx Stoehr Memhardstr. 19 früher• M0nMtt.1T Rufi B11• M - •T A ז*■!',

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