Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 48 (18.6.1937)
- Date
- 1937-06-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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9 וו Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 48, 18. VI.1937?':tf 1,»^ mfM Wi; ";;<j ׳י|; 't? '־f' Bc w e g u n g m 11 s s e n heute klarer begriffen und empfunden werden als jemals. Wir werden nicht müde werden, d!oe> Empfinden zu wecken; das ist die große Aufgabe, deren Erfüllung unser Leben bestimmt. Lire/ Israel war von Anfang an in unserer Vorst elhing und ist seit den letzten Jahren tatsächlich das Feld, auf dem unser Zionismus sich zu bewähren hat, in Gestalt der .Menschen, die in dun erzogen sind. Wir sind auch an einem jubilatimatag weit entfernt davon, uns selber freiwillig ein Lob unserer eigenen Leistung zu spenden. Wir wissen, wieviel noch zu tun übrig bleibt, um unseren Zielen wahrhaft nahe zu kommen. Wohl aber dürfen wir aussprechen, daß wir glauben, dem neuen Jischuw trez Israels ein Eie m e 111 v o n F. i n w a ndercr n zu geben, die durch unsere zionistische Erziehung auf wesentlichen Gebieten befähigt sind, zu Burgern des jüdischen Gemeinwesens zu werden. Der Wille zur nationalen Zukunft, das Bewußtsein geschichtlicher Verpflichtung, die Fähigkeit zur Unterordnung unter ein gemeinsames Ganzes sind moralische Qualitäten, die für den Aufbau eines Gemeinwesens immer unerläßlich sind. Wir grüßen in dieser Stunde unsere Brüder in Fr e 7 Israel. I!1 r Kampf ist unser Kampf. Wir geloben ihnen heute wie immer, alle Kräfte aufzurufen und zu sammeln, die das große Werk unseres Volkes weitertragen können. Wir gruben die I lilaehdutli ülej Germania als die Vertretung der Juden aus Deutschland. Gerade diese Stunde ist uns Gelegenheit, die Juden in Deutschland zum Bekenntnis im Schekel erneut aufzurufen. Unsere Generation steht heute mieten in der Veraniwortung für unseren zukünftigen Weg. Diesen Weg werden wir gehen: eingedenk der Tradition, voll Glaubens an die Zukunft, in die Schmerzen eines neuen Werdet dein unsere .jene It. Das letzte Zehntel Ungefuh auf den die zuruckbiickt, fa dium der \ erw Voll S i e g f r! e d Moses die Mitte des Zeitraums von vierzig Jahren, iiisii'-clie Vereinigung für Deutschland jetzt : die Balfour-Ilekhiration. Sie leitete das StakiiJiiing des Zionismus ein, das das Gesicht der zionistischen Bewegung und der zionistischen Arbeit von Grund auf umgestaltet hat — 111 Di nischland wie in der ganzen Welt. I )ns letzte Z e h 111 e 1 jener vierzig Jahre, die letzten vier Jahre, haben für den Zionismus in Deutschland eine Somlerentwieklung ge- Fracht, ein um ein Vielf aches ן roten/;iertes weiteres Vornicken m das Stadium der Verwirklichung. Der Ziouisinus in Deutschland sah och — unausweichlich und unentrinnbar — mit einem Schlage in eine grundlegend neue Situation versetzt. Line Organisation, die bisher zwar besonders intensiv, zwar stärker 111s ihrem zahlenmäßigen Anteil entsprach, aber doch nur als eines von vielen Gliedern der zionistischen Weltorganisation, am Aufbau Palästinas mitgearbeitet hatte, war plötzlich vor die Aufgäbe gestellt, diese Mitarbeit am Aufbau des I.andes zu verknüpfen mit dem Bemühen, einem relativ sehr großen Teil der Zionisten, ja aller in Dmtsdiland lebenden Juden, in Palästina real eine neue Heimat zu schaffen. Eine Bevvegütig, die für sich das Verdienst in Anspruch nehmen durfte, besonders starken Anteil an dem Aufbau der ideologischen Gesamtzionisiims gehabt zu haben, mußte Jenlouie nicht mehr nur verfeinern und dis- Siegfr. Musen l'ota: Arclüv Grundlagen de nunmehr diese kutieren, üorul ern 1 ehvn un d 1) e wähl :en. Aut die Lci-tn m־׳, c im die ZV! D. unter s. :)leben Umständen in d; e>cü! M/' »en Zd intd 1h rt־h 1־1(1!engen Be- Stehens volihr ז ich: hat י! du ken v i r Im!te mit 1 )einut und mit Stoi 1/. /Ui: rleielt /urn .k־. Mit 11' :mit!־. wir wissen, daß uns die Auf^ü .he v< /ה 3111 hu; kstl HUiV c/w u n) Jen \v ¬־!ב und daß die Lei- ■tun,/ /׳! u!man u־׳; teil Im 1 i vol Ihr acht Würde!! ist, weil sie 1 ,׳!:־!ו!t uvrdtai in 11 ß t < \ t!t Stolz ־: vor aller Welt!;e n/׳n t 1, . N •hwier i / k .eilen zut a <r c, d ie da s Schic ksal, indem e 'י d:u An!/ K/i te. 1i '׳. ur Val:; alu :ent ־. jegentur ׳mte, iin-.l u1!׳ 1:n 1 /■-Kte! lull , du! *> d; c - ־1 Sc 'hu KU uukeiten I zu eitlem ־!!tun 71!1 heu ah nah \v < .• r 1 k.־n mm L 1 ):!bei wurde der Kreis gt mdnill er Zi mimU: ,ח 11 er f tir; Im :! d« ■ ung 1 der Auf gäbe zur \ cri > statt •J, vo; 1 .\ umat /u Mor lat klein er. Ich habe m «SilJ 0$ 3 1 n s B 1 3 Straf!• 1 1ut mir zuweilen im Traut: ne vor/ C.Ntc llt, WC lebe ziüllisti־ eben Drei Zeitabschnitte Von Kurt Blumenleid Von der Gründung bis 1904 Ganz wenige aus Deutschland stammende Juden wurden Zionisten. Jeder ein Sonderfall. Das Gros der Mitglieder stammt aus dem Osten, Juden aus Polen, zionistische Füllrer und Erzieher aus Rußland. Man lebt im allgemeinen unvermischt nebeneinander, in Berlin gibt es sogar eine zeitlang zwei Ortsgruppen, Westen und Osten organisatorisch getrennt. Die literarische Produktion ist groß, der Jüdische Verlag gibt jungjüdische Literatur heraus, der ״Jüdische Almanach“, ״Junge Harfen“ erschei- | neu. Der Zauber der jiddischen Sprache wird für den Westen entdeckt. Man singt zionistische Lieder deutsch oder jiddisch, hebräisch spricht im Kreis des Westens nur Heinrich Loewe. Die zionistische Propaganda ist, bei aller Entschiedenheit toio; Archiv in der Form, doch recht vorsichtig. Der Zionismus die Bevvegung derjett!;en, die sieh nicht assimilieren können oder wollen. Nach dem W~.t eines Gegners: Di« Bewegung derjenigen Juden, die wünschen, daß andere Juden nach Palästina gehen. 1904 bis 1918 Herzl ist tot. Ein Teil der Zionisten Deutschlands ist für Uganda, da man, nach einem Wort von Herzl, politisch an einer Mauer angekommen sei. Wolffsohn wird Präsident der Weltorganisation, deren Zentrale nach Köln verlegt wird. Der Zionismus bekommt eine nette akademische Jugend, der europäischen Kultur verbundene Juden, die aus Personlichkeitsgefühl, nach innerem Kampf, Zionisten wurden. Für diese Jugend ist der Zionismus ein ״Geschenk Europas an das Judentum“. Sie sieht das Problem Nationaljudentum und Umwelt, sie entwurzelt sich aus den geistigen Zusammenhängen, in denen sie geboren ist, und sie wäll andere in ihrer gedankenlosen Sicherheit erschüttern. Erster Sieg dieser Kreise auf dem Frankfurter Delegiertentag der ZVfD, im Jahre 1910. Der umkämpfte Beschluß laufet: ״In der zionistischen Propaganda muß der jüdischnationale Charakter der Bewegung klar betont werden“. Diese Haltung ist verbunden mit Abstinenz in deutschpolitischen Angelegenheiten. Es gibt einen durch Jahre dauernden, erbitterten Kamp{ zwischen der ersten und der zweiten Generation des Zionismus; er dauert bis 1914. Aut dem Leipziger Delegicrtcntag 1914 sind Franz Oppenheimer und Friedemann die Wortführer der Schicht, die einen sogenannten ״radikalen“, mit jüdischem Sonde: leben verbundenen Zionismus ablehnen. Eine formale Entscheidung erfolgt nicht, es zeigt sich aber die Unmöglichkeit der Verständigung und der entschlossene Wille der Jüngeren, dem Zionismus eine neue Führung zu geben. Verbunden mit diesem Kampf war eine veränderte Haltung zur Realität Palästinas. Die Hilfsstellung und das ausschließliche Interesse an den politischen Fragen des Zionismus wird durch den Wunsch ersetzt, Palästina in aas persönliche Lebensprogramm aulzttnehmen. (Antrag Zlocisti auf dem Posencr Delegiertentag 1912.) Der Kampf zwischen ״politischen“ und ״praktischen“ Zionisten wurde im Jahre 1911 auf dem X. Kongreß in Basel mit Hilfe der deutschen Landsmannschaft zugunsten des praktischen Zionismus entschieden. 1918 bis 1933 Die zionistische Jugendbewegung, vor dem Krieg nur in Anfängen bemerkbar, dringt in die ZVfD. ein. Der Blau-Weiß wird ein großer Bund. Die Ideen A. I). (iordons haben eine tiefe Wirkung; Buber findet starken Widerhall und beeinflußt die zionistische Entwicklung eines Kreises. Die ZVfD. beschäftigt sich mit den Fragen der Verwirklichung des Zionisntus, schon auf dem Palästina-Delegiertentag im Jahre 1919 werden die realen Fragen des Palästina-Aufbaus gründlich behandelt. Der Zionismus in Deutschland nimmt den Gedanken der nationalen Steuer auf, von 1920 bis heute steht er im Dienste des Keren Hajessod. Nicht-Zionisten werden für die Palästina-Idee gewonnen; die Arbeit der Ortsgruppen, der Fonds, der Gesinnungskreise wird einheitlich geleitet. Die ״Jüdische Rundschau“ wird zum wichtigsten deutschsprachigen Organ der Bewegung. Die Leitung der ZVfD. ist in dieser Zeit bemüht, einen von Krisen und äußeren Bedingungen unabhängigen Zionismus zu schaffen, Demagogie auszuschalten und die Bewegitng aus der Enge eines veralteten, von Sonderinteressen erfüllten Parteiwesens zu befreien. Der Frankfurter Delegiertentag vom Jahre 1932 erbrachte den Beweis, daß die ZVfD. durch geschulte Kenner der Judenfrage repräsentiert wird. Es hat sich bewährt, daß der Zionismus in Deutschland immer auf leichte Erfolge verzichtet hat, daß er bemüht war, durch unablässige, ernste Auseinandersetzung den schweren Weg menschlicher Erziehung zu gehen. So wurden in langen Jahren zionistischer Arbeit Voraus- Setzungen dafür geschaffen, daß die ZVfD. sich in einer Zeit grundsätzlich veränderter Stellung der Juden bewähren konnte. iMmMitimiuMtiniiiiuinimiiiiiuiiiiiiiiiiiuiiitiimiiiiinuiuiiimiiiiiiiiiuiimiuiiiiiiimiiiiuiiiiiiitii וווווווו:וווווווווווווווחווווו1(וו1)11(1ווו11ווו(וו1ווווווווווווווווווו0ווווווווו!וווווווו(1ווווווווווווווווווווווווווו1ווו^ווווווווווווווח1ווו0ווווווו!ווווווווחוו0ווווווו1)1ח!וווווווווו1וווו Schaffens- und W1rkumr»mö1;lichkciten es gegeben hätte, wenn die letzten vier Jahre hindurch noch der Stab von Führern, ( nt-grupp, ul, item und Beamten am Werk gewesen wäre, über den die ZVfD. in den Perioden eines ungleich kleineren Aktionsradius verfugt hat. Was getan werden konnte und was unterbleiben mußte, was zustande kam und was noch zu tun ist — das kann in diesem Augenblick und an dieser Stelle nicht dargestellt werden. Aber wenn auf eine Schilderung der Arbeit selbst und ihrer unmittelbaren Ergebnisse verzichtet werden muß, so gibt es doch vielleicht cän gewisses Bild von der Leistung der ZVfD., wenn man sich die Auswirkungen dieser Leistung in der jüdischen und zionistischen Welt vor Augen hält, die Stellung also, die der Zionismus Deutschlands im Verlauf und nach Ablaut jener vier Jahre im Judentum der Welt und im Weltzionismus innegehabt hat und innehat. Im Beginn der vier Jahre konnte es scheinen, als ob der Zusammenhang mit der jüdischen Welt außerhalb Deutsch* lands unterbrochen wäre, und es schien die Gefahr zu bestellen, daß er abgebrochen bleiben könnte. Es setzte freilich alsbald die umfangreiche Hilfstlitigkeit der großen jüdischen Organisationen ein, mit dem Hauptziel, den auswanderungsfähigen Juden die Auswanderung aus Deutschland zu ermögliehen. Allein diese Hütstätigkeit hätte eine innere Isolierung der Juden Deutschlands nicht verhindert, sondern sie im Gegenteil sogar gefördert, wenn die Juden in Deutschland sich lediglich, als Objekte der Hilfstätigkeit empfunden, die Hilfe nur entgegeiigcnommen hätten. Solche Möglichkeit von vornherein auszuschließen, war die Aufgabe, die die ZVfD. sich auf diesem Gebiete stellte. Sic übernahm die Führung bei der Ausarbeitung eines Programms der jüdisehen Organisationen Deutschlands, das die Gestaltung der unter den neuen Verhältnissen gebotenen Arbeit — abzielend vor allem auf Auswanderung, Auswanderungsvorbereitung und ein potenziertes jüdisches Eigenleben — in di e Hand der Juden Deutschlands selbst legte. Aut die Initiative der ZVfD. wurden die zentralen jüdischen Organisationen Deutschlands so ausgestaltet, daß sie diesen Aufgaben gewachsen sein konnten. Und innerhalb aller in diesem Zusammenhang wichtigen Körperschaften wurde der zionistische Anspruch auf entscheidende Beeinflussung der Arbeit erhoheu und durchgesetzt; der so gesicherte Einfluß galt vor allem der Durchführung jenes Programms. Es hat von vornherein in den nichtzionistischen Organisationen Deutschlands einen Kreis gegeben — die wuchtigsten Menschen der jüdischen Arbeit in Deutschland gehören zu ihm — der bereitwillig und verständnisvoll diese Zusammenarbeif mit den Zionisten bejahte; sein Zentrum bildet die Rcichsvertretung der Juden in Deutschland. Das Ergebnis der gemeinsamen von der ZVfD. immer wieder angefeuerten Bemühungen ist die Position, die heute die jüdische Welt den Juden Deutschlands — und unter ihnen mit in erster Redie der ZVfD. — zubilligt: man gewährt volle Achtung der hilfsbedürftigen Gemeinschaft, volle Gleichberechtigung einer Jtidenbeit, die soviel schwächer ist als die Jmlenheiten anderer Länder. Die andere Gefahr, die der zionistischen Bewegung in Deutschland im Jahre 1933 drohte, war die, daß ihr der Z ti s נ m m e n 11 a n g m i t d e rn W e 11 z i o 11 i s m u s verloren gehen könnte. Diese Gefahr wurde vom ersten Augenblick an in ihrer vollen Bedeutung erkannt, und es gelang, auch ihr zu begegnen. Die Zionistische Organisation in Deutschland hat ihren Zusammenhang mit der Weltorganisation voll aufrecht erhalten können, und trotz ihrer Sonderstellung und Sonderaufgabe darf und kann sie sich unverändert als ein vollberechtigtes und vollverpflichtetes Glied der zionistischen Weltbewegung und der Zionistischen Weltorganisation fühlen. Dieser Zusammenhang mit dem Weltzionismus, ist, wie sich erwiesen hat, von maßgeblicher Bedeutung für die gesamte Arbeit, nach der praktischen Seite hin ebenso wie nach der ideellen. Ohne ihn wäre die intensive praktische P a I ä s t i n a ־ T ä t i g k e i t der Juden aus Deutschland nicht möglich gewesen; die Ausbildung der Jugend für Palästina, die Auswanderung nach Palästina und die wirksamkeit in der Wirtschaft und im öffentlichen Leben Palüstinas. Und das hätte bedeutet, daß die Juden in Deutschland um die entscheidende Auswanderungsmöglichkeit und daß GLAS / PORZELLAN alfred schaeHar m d j G. Berlin, Mauarstr. 68, an der Leipziger Stf*• andererseits der Aufbau Palästinas u!n einen ganz wesentliehen Aufbaufaktor ärmer gewesen wäre. Ohne' den innigen Zusammenhang mit dem Zionismus als Erneuerungsbewegung wäre fernerhin die geistige und seelische Beeinflussung der Juden in Deutschland nicht möglich gewesen, jenes Mahnen und Anfeuern und Vorwärfstreiberi zu jüdischem Denken, Fühlen und Leben, zu dem die Zionisten in Deutschland immer wieder die Kraft schöpften aus dem Bewußtsein, daß der zionistische Gedanke in seiner Gültigkeit und Stärke unabhängig von zeitlieh oder örtlich bedingten Umstanden ist. Persönliches Jubiläum Ein oilener Brief Lieber Herr Pollak! Das Jahr 5697 ist reich an. zionistischen Jubiläen. Die zionistische Weltorganisation blickt auf vier Jahrzehnte ihres Wirkens zurück. Die Zionistische Vereinigung fiir Deutschland ist vor nunmehr 40 Jahren gegründet worden. Für einen, der diese Zeit nicht aus persönlichem Erleben überschauen kann, ist es oft so, ' ’ "י als ob es sich um einen uttge-!!euren Zeitraum hierbei handein würde. Jedenfalls ist es für mich fast unfaßbar, daß S i e, lieber Herr Pollak, schon am 13. Juni 1897, also vor jetzt 40 Jahren, als Beamter in die Zionistische Organisation eingetreten sind. Ein Beamter, der 40 Jahre seinen Dienst verseilen hat, das ist fiir die landläufige Vorstellung ein Mann, der sich im Dienst verbraucht hat und nunmehr einen ruhigen Lebensabend verdient. Nliemand, der Sie kennt, wird sagen, daß Sie in dieses Bild hineinpassen. Wer, wie ich, die Möglichkeit hatte, mit Ihnen oft zusammen zu arbeiten und Sie auf vielen Reisen begleiten konnte, der muß den Eindruck gewinnen, daß hier einer der jüngsten Mitarbeiter der zionistischen Bewegung am Werke ist. Woher nehmen Sie diese Kraft, 40 Jahre lang mit der gleichen Leidenschaft, mit der großen Liebenswürdigkeit und in unermüdlicher Arbeit dem einmal als richtig erkannten Ideal zu dienen? Vielleicht war es das Erlebnis des Anfangs und die Wirkung der einzigartigen Personlichkeit Theodor Herzls, die Ihnen die Kraft gegeben hat, auch heute nach 40 Jahren durch die Länder Europas zu Teisen und von Stadt zu Stadt zu eilen und Juden einzuhämmem, daß Erez Israel nur durch ihre eigene tägliche Leistung wachsen wird. Diese Kraft überträgt sich auf Ihre Zuhörer und Mitarbeiter. Die Arbeit für den Keren Kajemeih Lejisrael ist an sich ein sehr nüchternes Gebiet. Geld, Boden, Dunam, Wasser: Das umschreibt den Kreis der hierfür belangvollen Dinge. Aber wenn man Sie darüber sprechen hört, erhalten diese Dinge Leben. Es ist unser Glück, daß wir Sie zur lebendigsten zionistischen Gegenwart zählen dürfen. Soll ich Ihnen noch besondere Glückwünsche aussprechen? Eigentlich müßte die jüngere zionistische Generation Ihnen an diesem Tage Dank sagen für das Vorbild zionistischer Pflichterfüllung, das Sie ihr gegeben haben. Wenn ich das heute tue, so glaube icli sicher, daß ich damit auch die Meinung aller derer rum Ausdruck bringe, die Sic in der gemeinsamen Arbeit kennengelernt haben. (Die Reda k tion schließt sich dieser Meinung und ebenso den Glückwünschen für Sie, lieber Herr Pollak, herzlich an. — A. d. Red.) Mir und meinen Freunden möchte ich wünschen, daß wir die Kraft haben werden, so wie Sie ein ganzes Leben unserem Volke zu dienen. Ihr Hans Ca pell Adolf Pollak Foto: Archiv TRATTN E R-SCH U H BERLIN W1S, Kne«ebe«k1tr.43/44 (1 MinutevonDobrtn) Ruf: 916993 Der elegante Schuh, auch fUr empfindliche Filde Nach Mad u. fertig Auch Reparaturen Solide Preise il!11 i