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Jüdische Rundschau · 1937-06-15 · Heft 47 (15.6.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 47 (15.6.1937)
Date
1937-06-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seife 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 47, 15. VI. 1937 Wirtschaftlicher Verkehr mit Nichtariern Ein Urteil für den Verkehr mit Nichtariern hat It. ״Frankf. Ztg.“ vom 11. 6. das Amtsgericht Köln ge• fällt. Es handelte sich um die Klage einer nichtarischen Firma gegen einen Kaufmann auf Einhaltung des Kauf- Vertrages. Der Beklagte hatte die Annahme der Ware mit der Begründung ahgelehnt, daß ihm die nichtarische Eigenschaft der Firma erst später bekannt geworden sei und ihm ein Festhalten an dem Kaufvertrag nicht zugemutet werden könne. Das Kölner Amtsgericht gab dem Klageantrag der n i c h t a ri s c h e n Firma statt und verneinte die Möglichkeit einer Anfechtung. In den Ent*!cheidungsgründen heißt es: ״Nur wer ohne sein Zutun entgegen «einer Einstellung tum Vertrsgsgegner eines Nichtariers geworden ist, würde einen Schutt rerdienen. Wollte man den Schutz auch auf Fälle der hier strittigen Art austielmcn, und zwar namentlich, um dem Beklagten Unartnehm• lichkcifcti zu ersparen, die er bei einigermaßen umsichtigem Vcrhal• len selbst verhindern konnte, so würde man dem Gesetzgeber vor• greifen, der durch die Nürnberger Rassegcsetze zu erkennen gegeben hat, daß er die Stellung dt׳•; N'irhtaricrs im deutschen Rechtsleben «ellwt. zu ordnen I >״,,!,sichtig(. Man würde außerdem auch lür die witUchaUii!!11■ Betätigung der Juden in Deutschland eine Sonder• tibtedutH; -dciincc ■ ■1!.>־י\,י! n,n h der Auiia.otng der oBerden Staatslührung diese Betätigung .-ich allein nach den b e - *teilenden Gesetzen richten soll. Aus derselben Er- Wägung ist die T1t1s,־i*־he, daß die Klägerin nicht arisch ist, Ix'i einem Kautvei!1 ug der hier lrag’irlicn Art auch keine Eigezuchait Üer Klagen», die nu Verkehr als wesentlich angesehen wird.־‘ ״Jude“ als Beleidigung Das Landgericht in Königsberg hatte laut ״Königsberger Allgemeine Zeitung“ vom 11. Juni als Berufungsgericht die!׳rage zu prüfen, ob die Be- Zeichnung ״j u tl e“ für einen Arier eine grobe Belcidigung sei. Der Fall ereignete sich in Allenbnrg (Kreis Wehlau), wo Erich M. seinen Gesehäftskonkurrenten Kuno St. verdächtigt hatte, er sei jüdischer Abkunft. Ein Oeschäftsfreund des St. stellte darauf den M. zur Rede, und dieser wiederholte: ,,Jawohl, das ist ein Jude, ein Judenlümmel!״ Unmiiielh.ir darauf erfuhr St. von dieser Sache, er traf dm M. auf dem Markt und sprach ihn mit den Worten an: ,,Sie .schmutziger Konkurrent, nicht nur verderben Sie etilem das Ocicluft, jetzt verdächtigen Sie mich auch noch, ich sei Jude!“ M. erwiderte: ,,Du hist auch ein Jude!“ Es kam sodann zu Tätlichkeiten. Auf die Strafanzeige des St. verurteilte das Amtsgericht in Alienburg den M. wegen übler Nachrede und wegen Körperverletzung zu zwei Monaten und zwei Wochen Gefängnis und zu den Kosten des Verfahre־.!׳,. M. legte gegen dieses Urteil Berufung ein, die nun in Königsberg zur Verhandlung stand. Der Nebenkläger St. konnte dem Gericht durch die Vorlegung von 3b Urkunden einwandfrei seine arische Abstammung nachweisen. M. verteidigte sich wie folgt: nach seiner Ansicht mache St. einen jüdischen Eindruck; aber selbst wenn er den St. beleidigt hätte, so habe diesem nur das Recht zugestanden, ihn auf dem Wege der Privatklage zur Rechenschaft zu ziehen, nicht aber ihn tätlich anzugreifen. Der Gerichtsvorsitzende bedeutete dem M., es sei erstaunlich, dal! er für seine Person soviel Rücksicht verfanjte, selbst aber bedenkenlos die schwersten Beleidigungen gegen einen deutschen Volksgenossen erhoben habe, denn heutzutage sei es ein schwerer Schimpf für einen Arier, als Jude bezeichnet zu werden. Die Strafkammer verwarf die Berufung des M. mit der Maßgäbe, daß nicht nur üble Nachrede, Körperverletzung und grober Unfug, sondern auch schwere Beleidigung erwiesen sei. Geschäftsvertreter im Ausland. Der ״Westdeutsche Beobachier“, Köln, wendet siel! in einem Artikel gegen Zusainmenarbeit von deutschen Finnen mit jüdischen Geschäfts- Vertretern im Ausland. Durch dieses Verhalten werden, so schreibt das Blast, die Bestrebungen der ausländischen wirtschaftskreise um ihre Reinhaltung sabotiert. Insbesondere wären die Ausländsdeutschen am besten geeignet, durch den Verkauf deutscher Waren für Deutschland zu werben. Das Blatt fährt dann fort: ״Wer deutsche Erzeugnisse vertritt, ist mehr als nur ein Funktionär privatwirtschaftlicher Interessen, er muß ein Vertreter des deutschen Qualitäts• gedankens und damit zugleich des neuen Deutschlands über- Haupt sein. Ein Jude wird das niemals können und 11iemals wollen, allein die Tatsache, daß er deutsche Waren anbieten soll, schädigt bereits das deutsche Ansehen im Ausland. Man kann nicht im eigenen Lande Gesetze gegen die Juden erlassen und sie auf der anderen Seite im Ausland mit der Wahrnehmung deutscher Interessen betrauen. Deutsehe Firmen, die dies tun, sabotieren damit Maßnahmen ihrer eigenen Regierung. Die nationalsozialistischen und weltanscnaulichcn Beteuerungen solcher Unternehmer werden durch diese verantwortungslose Haltung in ein recht zweifelhaftes Licht gerückt. Ls wird notig sein, diesen Zuständen mehr Aufmerksamkeit zu w i d m e n. Sicher ist es in vielen Fällen für eine deutsche Firma nicht leicht, ihren jüdischen Vertreter abzubauen und durch einen anderen zu ersetzen. Es echt aber nicht an, aus Bequemlichkeit und Gedankcnlosig- Kcif vor diesen Schwierigkeiten zu kapitulieren. Besonders für große, angesehene deutsche Firmen von Weltgeltung sollte es eigentlich bei gutem Willen nicht so schwer fallen, geeignete Vertreter ins Ausland zu entsenden.“ Gegen jüdische Auslandsanwälte. Der Nationalsozialist!- sehe Rechtswahrerbund betrachtet es, wie mitgeteilt wird, als Pflicht der ihm angehörenden Rechtsanwälte, die ihrerscits zu vergebenden Auslandsprozesse nur an Volksdeutsche Anwälte zu vergeben, oder, soweit solche nicht vorhanden sind, an deutschfreundliche Anwälte fremder Nationalität. Keinesfalls komme die Abgabe von Prozessen an Juden oder an deutschfeindliche Anwälte in Frage. In der ,.Juristischcn Wochenschrift“ weist die Reehtstront darauf hin, daß zur Unterstützung dieser Maßnahmen bei dem Gau Ausland des NS.־Rechtswahrerbundes eine Kartei geeigneter und zuverlässiger Rechtsanwälte geführt wird. Der Reichswalter gibt bekannt, daß irgendwelche Mitwirkung eines dem Rechtswahrerbund angeschlossencn Rechtsanwalts oder Patentanwalts bei der Vergebung von im Ausland zu führenden Prozessen an j ü d i s c h e oder deutschfeindliche Anwälte mit den Zielsetzungen des Bundes völlig unvereinbar sei und gegebenenfalls strengste ehrengerichtliche Ahn* düng zur Folge haben müßte. Diese Grundsätze gelten sinn* gemäß auch für die übrigen freiberuflichen Rechtswahrer־ gruppen des NS.-Rechtswanrerbundes und der Deutschen Rccntsfront, also für Notare, Wirtschaftstreuhänder und Rechts* bestände. Haussteuerfreiheit der Synagogen. Die Blätter für ad• ministrative Praxis ״f) e u t s c h e V e r w a 11 u n g s b I 11 ג e r“ vom Mai 1937 veröffentlichen eine Entscheidung des Baver. Verwalte׳״:•.!!erichtshots vom 10. März 1937, nach welcher die I i a 11 s s t c 11 e r f r e i h e 11 der Synagogen nach dem Baver. i iaussteuergesetz auch unter dessen neuer Fassung von 1033 t o r t d a u e r t. Die polnische Judenfrage Eine Darstellung Im ״Völkischen Beobachter“ Der ״Völkische Beobachter“ setzt in seinen Ausgaben vom 12. und 13. Juni seine Artikelserie über die Juden in einer Reihe von Ländern fort. (Ueber die früheren Berichte über die Juden in Rumänien und in der Tschechoslowakei haben wir in den Nr. 41 und 45 berichtet.) Die Artikel über Polen von Dr. Waldemar Lentz weisen zunächst darauf hin, daß Polen der Lebensquell des Judentums sei, und schildern sodann die statistisehen Verhältnisse und die soziale Lage der polnischen Juden. Nur 300000 seien ״reiche Juden“, während die übrigen ein städtisches und kleinstädtisches Proletariat von ״grauenhafter Armseligkeit“ bilden. Der Verfasser glaubt, daß die Tatsache des Minderheitenschutzes für die polnischen Juden nur einen seit Jahrhunderten bestehenden Zustand juristisch wicderhergestellt habe, nämlich daß die Juden ein Staat im Staate seien. Sodann wird die Geschichte der polnischen Juden seit dem Mittelalter geschildert und gesagt, daß die Juden heute in Polen ais einzige Minderheit eine wirkliche Kulturautonomie genießen. Dreiviertel des polnischen Wirtschaftslebens sei jüdisch überfremdet. Obwohl Polen das klassische Land des Antisemitisnms sei, lebe der Pole iin Grunde in Unkenntnis über die Bedeutung der ״jüdischen Gefahr“. Die Juden seien Träger des Kommunismus, und das jüdische Siädtenetz im Osten Polens besitze eine militärische Bedeutung erster Klasse. Die Juden helfen nicht an der konstruktiven Lösung ihres eigenen Elends mit, sondern hoffen lieber auf den Umsturz, durch Dritte. Auch die Politik Polens, dessen wirklicher Feind im Osten stehe, werde durch den jüdischen Einfluß geleitet, und der gefährliche Osten verschwinde daher völlig aus der Gedankenwelt des Einzelnen. Der polnische Mittelstand sei durch die Ucberlassung der Gewerbe, und Städte au das Judentum getötet worden. Die Frage eines starken Polen der Zukunft stehe und falle mit der Schaffung der fehlenden staatserhaltcndcn Bcvölkerungssehieht. Den Auf* stieg der Bauern hindern jedoch die Millionen armen luden, während der Weg in die Wirtschaft für die bürgerliche Jugend durch die reichen Juden gesperrt sei. Es liege! in der Geschichte der Länder des Ostens begründet, daß gewisse Eigenschaften der Juden zu besonderer Ausbildung gelangten. Die Juden hätten das Prinzip der Macht, das in diesen!.ändern durch ein Jahrtausend galt, potenziert und zum Prinzip ihres Handelns gemacht, und dadurch besitze der Ostjuae, der in westlicher Umgebung lebt, nicht nur im normalen Geschäftsleben einen Vorsprung, sondern auch in der großen Politik. Polen sei der Sitz der talmudischcn Geisteshaihing, die auch die assimilierten Ost- Juden charakterisiere. Dort bestehe ״die höchste Talmudakademie der Welt“ und dort fänden die ״Zusammenkünfte dunkler jüdischer Internationalen“ statt. In Polen liege die geistige Machtbasis des Weltjudentums. * An dieser Darstellung!st für uns die Erkenntnis hesonders interessant, daß die Not der Millionen polnischer Juden unaussprechlich groß ist, und daß die Lösung dieser Frage ein für Polen lebenswichtiges Problem ist. Im Gegensatz zu dem Verfasser müssen wir Juden feststellen, daß der Großteil der polnischen Judenheit und besonders ihre Jugend sich heiß darum bemüht, aus eigenen Kräften an der Abstellung ihrer Not initziiarbeiteii. Aus der nationalcn Erneuerung des jüdisches Volkes in Palästina wie auch in Polen selbst erwartet sie das Heil für die Zukunft, wobei allerdings die Kooperation mit dem polnischen Staat und der polnischen Gesellschaft Voraussetzung für ein wirkliebes Gelingen dieses Versuches ist. Es ist sicher auch richtig, daß Polen das wichtigste Zentrum jüdischen Geisteslebens ist und als solches einen Lebensquell des Judentums darstellt. Das geschieht aber nicht in geheimnisvollen Zusammenkünften und auch nicht auf einer nicht existierenden ״höchsten Talmudakademie“, sondern an vieler! Orten und in vielen Schulen und Lehranstalten, die der Reii* gion und Lehre des Judentums dienen. Der Chatzkelewlcz-Prozeß Iatorpsllatioa da■ Senator■ Schorr Warschau, 11. Juni. (JTA.) Im Senat hat Oberrabbinei Prof, Moses Schorr eine Anfrage über den Prozeß gegen den zum Tode verurteilten Juda Leib C b a t z k e I e w i c 2 an den Ministerpräsidenten Slawoj Skladkowski und den Justiz.• minister Grabowski gerichtet. Prof, Schorr lenkte die Aufmerksamkeit des Minister- Präsidenten und des Justizministers auf die Haltung des Staatsanwaltes Z c I c n s k i und der ״ationahlemokratischen Anwälte Suchodolski und Wawrzinski, die als Vertretcr der Witwe des Wachtmeisters Rujak das jüdische Volk und die jüdische Religion im Gerichtssaal beschimpft haben. Die Reden des Staatsanwaltes und der national(!emokratischen Anwälte enthalten die heftigsten Verleumdungen gegenüber 3 Millionen Juden, die in Polen leben, und Bcschimpfungen der staatlich anerkannten jüdischen Religion; sie sind geeignet, zu antijüdischen Exzessen zu ermutigen, da durch sie eine Atmosphäre ähnlich derjenigen vor den Pogromen in Przytyk, Minsk-Mazowieek und Brest-Litowsk geschaffen wird. Vor dem Kreisgericht in Brest-Litowsk standen neun Personen unter der Anklage, am Tage der Ausschreitungen das Geschäft eines jüdischen Kaufmanns geplündert zu haben. Acht Angeklagte wurden zu je sechs Monaten Gefängnis mit dreijährigem Strafaufschub verurteilt. Der neunte Angeklagte, ein löjührigcr Jugendlicher, wurde häuslicher Aufsicht übergeben. fn Br cs t - L i to w s k haben sich neue Ausschreitungen ereignet. Ein jüdischer Soldat wurde überfallen und erlitt einen Bruch der Schädeldecke. Das Geschäft des Kaufmanns Zuckermann auf der Orajewska-Straße wurde ausgeraubt, in der Wohnung des jüdischen Rechtsanwaltes Rappaport wurden die Fenster zertrümmert. fn den Dörfern Trzana und O. r a n 1 c z y k bei Ostrow- Mazowieeki, Kreis Biaiystok, haben am 9. Juni judenfeindliehe Ausschreitungen stattgefunden. Um Mitternacht überfiel eine Bande die Hauser der 15 jüdischen Familien in Trzana, zerstörte alles, was ihr unter die Hände kam, und vertrieb die jüdischen Einwohner aus dem Dorf. Auch in Oran i c z y k wurden mehrere jüdische Häuser verwüstet. Die Flüchtlinge aus beiden Ortschaften sind in dem Städtchen Wiszkowa eingetroffen. Der Verband der christlichen Musiker in Polen beschloß auf seiner Generalversammlung in Warschau, durch eine Aenderung seiner Satzungen Juden und Personen jüdischer Abkunft nuszmchließcn und nicht mehr aufzunehmen. Die Vereinigung der polnischen Kaufleute in Warschau beschloß auf ihrer Generalversammlung eine Aendertmg ihrer Satzungen. Hiernach können Juden und׳ jüdische Fir• men nicht Mitglieder des Verbandes sein. Sämtliche jüdischen Abgeordneten und Senatoren sind vom polnischen Ministerpräsidenten Skladkowski emp* fangen worden. Die vom Jüdischen Parlamentsklub Einberufene Konferenz der jüdischen Parteien Polens hat beschlossen, eine provisorische politische Gesamtvertretung der Juden Polens einzusetzen. (Siehe auch Seite 1) Jüdische Künstler bei den Wiener Festwochen Von unserem Berichterstatter J. R., Wien, 13. Juni Während der diesjährigen Wiener Festwochen, die in der vergangenen Woche von den offiziellen Stellen eröffnet wttrden, kann auch die Mitwirkung einer Reihe jüdischer Künstler registriert werden. Als erster sang Im Rahmen der Festwoche Alexander K i p n i s. In der Opem-Novität, die die Staatsoper den Festwochen mit der Aufführung von Respighis nachgelassenem Opernwerk ״La Fia m m a“ schenkte, hat der Regisseur der Oper und der nrusikalischc Regie-Mitarbeiter Max Reinhardts bei den Salzburger Festspielen, Regierungsrat Dr. Lothar Wallerstein, dem die Inszenierung anvertraut war, wieder eine seiner interessantesten Regieleistungen auf dem Gebiete der modernen Opernregiekunst geboten. Walierstein hat bekanntlieh erst vor kurzem auch ein erfolgreiches Regie-Gastspiel an der Mailänder Scala absolviert. Auch das Wiener Kammerorchester stellte sich mit einem Festwochenkonzert unter Wir bitten unsere Bezieher im Inlande zur Vermeidung unnützer Kosten die Bezugsgebühr für den Monat Juli mit RM 2.-׳ bezw. das 3. Qyartal mit RM 5.75 ohnebesondereErinnerungaufunserPoitscheddiontoffür Reich: Bin. 17392, fürBerlin: Bin. 71573) zu überweisen Postbeileher müssen die ihnen vorgeiegte Bezugsqultturig sofort einlösen, um Unterbrechung in der pünktlichen Belieferung bezw. die V«rspStungsgeböbr zu vermeiden. Diese Erinnerung gilt nicht für Leser, die Genchmigung zur automatischen Abbuchung der Be• zugsgebühr von Ihrem Postscheckkonto erteilten. JÜDISCHE RUNDSCHAU V ertriebsabteilung der Lclftmg seines Dirigenten Dr. Kurt Pah len (der gleich• zeitig auch der Dirigent des Orchesters des ״Bundes jüdischer Frontsoldaten“ ist) ein. Das Konzert enthielt seine besondere Note durch die Erstaufführung einer ״Oestcrrcichischcn Suite“ von Alfred Uhl und den blendenden Klaviervortrag des B-Dur- Konzertes von Brahms durch die 15jäl1rige Daisy Outh, einer Schülerin aus der Pianisten-Sclmle Kanncr-Rosen• thal. Einige jüdische Künstler aus dem Auslände sind diesmal während der Festwochen zu hören und zu selten. Hier sind in erster Linie zwei Künstlerinnen zu neunen, die auch in ihrer Kunst und ihrem Wiener Programm eine jüdische Note aufweisen: die amerikanische Tanzkünstlerin Belle Didiali und die rumänische Volkslieclersängerin Sarah Gold st ein. Belle Didjah, die während ihrer gegenwärtigen Europa-Tanztournee kürzlich in Bukarest der Königin-Mutter Maria vortanzte, hat in ihrem Repertoire sehr schöne jüdische Tänze nach jiddischen Volksliedmotiven sowie palästinenzische Tanzmotive. Die Künstlerin ist eingeladcn worden, in einem Wiener Theater einen Tanzabend zu gehen, der in diesen Tagen stattfindet. Die Volkslicdsüngcrin Sarah Go Idstein, die gleich Belle Didjali bereits in Palästina gastierte, und von einer amerikanischen Riindfunkgeselischaft den Preis für das schönste Volkslied erhielt, sang in ihrem Wiener ״Interriationalcn Volksliederabend“ nebst italienischen, rumänischen, russisehen, französischen Volksliedern und Negerliedern auch mehrere hebräische Lieder, wie ״Pakad Adonai“ von Zaira, einen jemenitischen Gesang (Die Nächte von Chanaan) von lakob Weinberg, ״Eiohai ad scliclo nozarti“ von Arno Nadel und das entzückende Wiegenlied ״Bubati“ von S. Doniak, sowie ein Judeo-spaniolisehes Lied von Wolf Simone. Die jüdischen Vortragsstücke, von der Künstlerin besonders innig und reizvoll gebracht, fanden stürmischen Beifall und werden auch von der Presse lobend hervorgehoben. Das Gastspiel der Wiener Philharmoniker auf der Pariser Weltausstellung, das unter der offiziellen Patronanz der Bundestheaterverwaltung stellt und demnächst seinen Anfang nimmt, wird von Bruno Walter geleitet werden. Es sind im Rahmen dieses Auslands-Gastspiels zunächst zwei Konzerte in London mit Aufführungen der 8. Sinfonie von Bruckner, sowie von Werken von Mozart und Haydn vorgesehen, die ebenfalls unter der Leitung Walters stehen werden. An das Pariser Gastspiel, das Sinfonien von Schubert, Haydn, das Mozart-Requiem, sowie Lieder von Gustav Mahler (gesungen von Elisabeth Schuhmann) mit Walter als Dirigenten bringen wird, schließen sich noch weitere Konzerte in Straß bürg und Zürich an. Vor einigen Tagen beging, von einem ausgewähiien Wiener Musikerkreis herzlich gefeiert, Erich Wolfgang Korng 0 Id seinen 40. Geburtstag. Korngold arbeitete in den letzten Jahren als Tonfilm-Komponist In Hollywood. Zwei jüdische Aerzte, der Orthopäde und Chirurg Dr. A!• fred Saxel und der Pathologe Dr. Robert Wilhelm sind zu außerordentlichen Professoren der Wiener Universität ernannt worden.

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