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Jüdische Rundschau · 1937-06-15 · Heft 47 (15.6.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 47 (15.6.1937)
Date
1937-06-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 47, 15. VI1937 damit nicht ändern, wir sind ungeduldig, weil der Fortschritt jüdischer Renaissance allzu langsam ist, während zugleich die Substanz des jüdischen Volkes immer starker gefährdet ist, ja wir sehen den Rückzug auf manchen Gebieten, die Ein- Schränkungen und Gefahren, die uns in Palästina bedrohen. Dennoch besteht die Frage: Kann all dies durch heroisches Reden, kann es durch Worte beschworen werden? Vermag bloßes Pathos dort Nutzen zu stiften, wo es um die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit geht, wo wir nur die Machtmittel einsetzen können, die wir haben — wohlgemcrkt, die wir tatsächlich besitzen, und nicht solche, die wir uns selbst einzureden versuchen? Auch diejenigen, die in ihren Worten zurückhalten, sind ja nicht weniger glühende Vertreter der Renaissance-Idee als die Lauten, sie sind!licht weniger fähig, wenn es nottut, treu zur Sache zu stehen, als diejenigen, die von anderen die Haltung des Helden verlangen und damit in der Pose des Redners Erfolg haben. Darym fragt es sich, was für uns heute lebende Juden, ein ״zahmes“ Geschlecht, voller geschichtlicher Erfahrungen, die eine Last und ein Segen zugleich sind, nottut, um die Auferstehuiig unseres Volkes in Palästina zu erreichen. Es sind eine Reihe von Eigenschaften, die vielleicht manchen als ״unheroisch“ erscheinen mögen, die aber im Mittelpunkt unserer nationalen Erneuerung stehen müssen. Sie geht ja unter eigenartigen Bedingungen vor sich und verlangt daher auch eine besondere Haltung ihrer Menschen: Zielbewußtheit in der Verfolgung unserer Pläne, Zähigkeit in der Durchsetzung der einzelnen Etappen, Unnervosität in Zeiten der Schwierigkeiten, Einsatzbereitschaft in den kleineu Dingen des täglichen Lebens, die viele Opfer verlangen, und eine G e s i n n 11 n g, die sich nicht in Reden erschöpft, sondern allen Schwierigkeiten zum Trotz sich im Leben zu verwirklich e n sucht — das ist der eigentliche Inhalt dessen, was jüdische Nationalbewegung und Zionismus von ihren Anhängern und von allen Juden der Welt verlangt, die an eine Renaissance des jüdischen Volkes glauben. Immer daran denken, was die nationale Aufgabe des Volkes ist, stets danach 11 a!1 d e 1!1 — aber wenig davon sprechen, diese Lehre gilt es zu beherzigen, wenn wirklich eine Ertteuerung des Volkslebens auf den» Boden Palästinas möglich werden soll, mögen die Schwierigkeiten noch so groß sein! Das sind schwerere Aufgaben als diejenigen, die sich zu bieten scheinen, wenn wir eine Haltung annehmen wurden, die uns nicht entspricht, weder unserer Situation noch unserer Geschichte. Das Eintauchen in die Wellen Europas muß dazu fuhren, daß wir uns selbst verlieren. Es mag ein Gefühl der Befreiung sein — und ist es übrigens immer gewesen —, wenn jüdische Mensehen sich den Ideen ihrer Zeit und Umwelt erschließen, aber es müßte auch heute zum gleichen Ergebnis wie früher führen, nämlich zum Verlust unseres Eigenwesens, zur Schwächung unserer nationalen Kraft. Aufbau und Opfer für den Aufbau erfordern heute ganz andere Eigenschaften, wenn wir in der Wirklichkeit ein Leben schaffen wollen, aus dem einst auch ein großes, kraftvolles Pathos strömen wird, nicht zu uns, sondern hinaus In die Welt, die unser W'erk sehen wird, während ein ״heroisches Pathos,“ und die Forderungen einer ״starken Sprache", wenn wir uns heute auf sie verlassen wollten, nichts anderes herauffüllten könnten als ein Gespinst der Phrasen und — den Tag der Enttäuschung. K. L. Ungarische Notizen Von unserem Berichterstatter B11 d a p e s t, den 12. Juni Wie sehr die Judenfrage derzeit im Parlament offiziell ״׳außer Kurs" gesetzt ist, beweist die jüngste Rede des Ab(;. Dr, I mench N e m v t h am besten. Derselbe Abgeordnete, der in der Pfingstnuminer des ״Pester Lloyd" sich mit der Judenfrage befaßte, — wir haben .seinerzeit einen Auszug seiner Ausführungen veröffentlicht, - nahm jetzt in der f..rn1ael1t1g11״gsdebatte dagegen Stellung, daß die Judenfrage als ein ״Mädchen für alles“ mißbraucht und der Anschein erweckt werde, als gäbe cs keine anderen Pro- Heine, Ne 111 et 11 be/eiduietc es als eine sehr gefährliche Erscheinung, daß sich die Frage der VC eltanschanungcn auf dieses einzige Problem konzentriere und die wichtigsten Fragen des Landes ausscliließlieh unter dem Gesichtspunkt der Judenfrage beurteilt werden, die sich allmählich zu einer alles andere beherrschenden staatsrechtlichen Frage des Landes entwickle, « Die lingarl.indische Israelitische Landeskanzlei und die Fester Israelitische Kultusgeineinde haben iin Interesse der jüdischen Jugend aus Deutschland eine Sommerfrischen-Akti cm eingeleitet, in deren Rahmen jüdische Schiller und Schülerinnen aus Deutschland in den Sommermonateit bei solchen ungarischen Familien untergebracht werden sollen, wo es Schulkameraden in ähnlichem Alter gibt. * Von dem glänzenden Erfolg, mit dem die Abiturienten des Jüdischen Gymnasiums bei den Studien-Landes- Wettbewerben abschnitten, haben wir berichtet. Jetzt liegt der statistische Ausweis sämtlicher Teilnehmer und Sieger an diesem geistigen Wettbewerb vor. Demnach gab es unter den insgesamt 46 Preisträgern und Ausgezeichneten 37 Juden. Dr. A. F, Frankreich und der Teilungsplan Warschau, 11. Juni. (JTA) Der Tageszeitung ״Hajnt" wird aus Paris gemeldet, Prof. W e i z m a n n habe während seines Pariser Aufenthaltes eine Besprechung mit dem Mi• nisterpräsidenten L^on Blum ül>er aktuelle Palästina-Fragen abgehaltcn. Dr. Weizmann habe auch in Gesprächen mit fühlenden Persönlichkeiten der politischen und Regierungs• kreise die Stimmung der französischen Regierung gegenüber dem Plan Englands, einen jüdischen Staat in Palästina 211 proklamieren, sondiert. Es werde versichert, daß man in diesen Kreisen einem solchen Plan wohlwollend gegenüber stehe und bereit sei, ihn im Völkerbund zu unterstützen. * Der Unterstaatssekretär im Foreign Office Lord Plymouth erklärte während eines Aufenthalts in Kaunas, daß die Gerüchte, wonach England in der Palästina-Frage mit den V ö I k e r b u n d 11 a a t e n Fühlung genommen habe, vßilig unbegründet seien. Pioniere der Siedler in Argentinien In der argentinischen Kolonie Avigdor hat die Jewish Colonization Association eine Anzahl von Familien aus Deutschland angesiedelt. Seit einiger Zeit gehen die Kolonisten Monatsberichte unter dem Titel: ״Der Pionier [’ o n A 1’ 1 g d o r" heraus, die riehen verschiedenen Nachrichten aus dem Leben der Kolonie Art!hei grundsätzlicher Art über die Fragen ihres Lehens sowie Uber die Probleme der Landwirtschaft enthalten, ln einem dieser Hefte ist ein längerer Aufsatz über den Werdegang der Kolonie bis heute enthalten, der ein interessantes Licht auf die Arbeit der dort angesiedelten Menschen wirft. Wir veröffentlichen nachstehend die wesentlichsten Teile dieser Darstellung. (Red.) Die Besiedlung der Kolonie Avigdor begann am 12, Januar 1936 mit dem Eintreffen der ersten Siedlerfamilien. Diese waren wirklich Pioniere, die in ckr ersten Zeit viel Schweres durchgemacht haben, aber dafür hatten sie den Aufbau der Kolonie von der tiefsten Primitivität aus miterlebt und den Nachfolgenden den Weg erleichtert. Das Geschick schien ihnen von Anbeginn widrig zu sein. Schwere Stürme auf der Ueberfahrt, der Anblick von Heuschrecken, unterwegs, die die Saaten vernichteten und den Zug am Weiterfahren verhinderten, große Regengüsse, die die Wege unpassierbar machten und die Siedler zwei Tage in Bovril, der Aussteigestation, festhielten, die glühende Sonne und die aufgeweichten Wege aut der Wagenfahrt von Bovril in die Kolonie, daß man statt drei Stunden, acht Stunden brauchte, waren keine gute Vorbedeutung für die Siedler. Ein Lichtblick auf dieser sonst so trostlosen Reise war der äußerst herzliche Empfang seitens der jüdischen Bewohner von Crespo. Am späten Nachmittag kamen die Siedler aut ihrem Land an. Die Stimmung der Kolonisten hatte den Tiefpunkt erreicht. Dazu trug noch bei: Der anhaltende Regen, der bald darauf einsetzte, die Schwierigkeit in der Heranschaffung von Lebensmitteln, die wilde Umgebung, das dauernde Anschwellen der Bäche, das die Gruppen der Siedler trennte. Was hat dem Siedler damals über seine Lage hinweggeholfen? Daß man durch die Arbeit vollkommen abgelenkt wurde, und daß die Jewish Colonization Association durch ihre Beamten immer wieder helfend cinspranjg, wo Schwierigkeiten auftauchten. Diese beiden Faktoren, die erfahrene Leitung der JCA. und die Arbeit der Kolonisten bildeten den Grundstock der weiteren Entwicklung der Kolonie. Alles war hier so anders, als man es gewöhnt war, und sogar der erfahrenste Landwirt mußte sich hier vollkommen umstellen. Ein richtiges Pionicrlcben begann. Jeder Kolonist fand ein Haus im Rohbau vor, Bettstellen, Stühle, Tisch, einen Schrank und einen Miniaturofen. Lebensmittel für einige Tage lagen auf dem Tisch. Ein jeder fand sich gut und schlecht zurecht. Man half sich gegenseitig mit Geschirr und Töpfen aus, bis das große Gepäck ankain. Man zimmerte aus den Kisten die fehlenden Einrichtungsgegenstände. Instruktoren standen von Anfang an den Siedlern zur Seite. Sie halfen Gärten anlegen, Zaune ziehen, den Hühnerstall aufbauen, Kühe melken, Pferde einspannen und ackern. Das Roden und Aufbauen des Hühnerstalles kostete manche Schwielen. Das ungewohnte Klima rief bei fast jedem Siedler Klimakrankheiten hervor. (Ausschläge, Magenverstimmutigen.) Wieviele ungeahnte Schwierigkeiten mußten noch überwunden werden. Wieviele Tränen flössen bei den Frauen, als die ersten Brote in den Backöfen nicht gerieten, oder wenn man bei Regenwetter kein Feuer bekam, denn die kleinen Oefen genügten nicht für die große Familie, und man mußte im Freien auf Ziegelsteinen mit Hab kochen. Wie oft traten die Männer vom Pfluge, wenn der Pflug eine verborgene Baumwurzel anfuhr. Die Verzweiflung war unbeschreiblieh, wenn früh weder Pferde noch Kühe auf der Weide zu finden waren. Vom Pferde fallen gehörte zur Tagesordnung. Noch war es nicht möglich, Einkäufe zu besorgen, denn die Genossenschaft wurde erst später gegründet, Wo liegt Madagaskar? Im Zusammenhang mit den zahlreichen Nachrichten über ein Angebot der französischen Regierung, in vorläufig sehr beschränktem Umfang eine jüdische Siedlung in Madagaskar unter bestimmten Bedingungen zuzulassen — ein awitiHiiMNwt Plan, über dessen Chancen ein Korrespondent au* Madagaskar in der Nummer v. 8. ft, 37 der ״Jüdischen Rundschau“ einige persönliche, an Ort und Stelle gewonnene Eindrücke mitgeteilt hat — dürfte die unten• stehende Kartenskizze von Interesse »ein, aus der die Lage von Madagaskar ersichtlich ist. Wie berichtet, ist eine von der Polnischen Regierung entsandte Untcrsuchungskommission, der auch jüdische Experte, darunter der Agronom Salomon D y k, der früher in Palästina und Deutschland gearbeitet hat, angehftrt, in Madagaskar ein getroffen. Die Insel Madagaskar liegt südlich des Aequatore an der Ostküste Afrikas und 19t, wie unser Korrespondent In der Nummer v. 8. 6. 37 mitteilte, klimatisch teilweise mit der Süd• afrikanischen Union bzw. mit der englischen Kolonie Kenya vergleichbar. Die englische Zeitschrift ״Great Britain and ihe East“ beginnt mit der Veröffentlichung einer Artikelserie über die Landwirtschaft in den Ländern des Nahen Ostens von Dr. A. Bonne, Dozent an der Hebräischen Universität Jerusalern. Der erste Artikel ist Irak gewidmet. Kolonisation Und wie hat sich diese« Bild schon in zwei Monaten geändert. Eine Genossenschaft wurde gegründet und gab schon die Möglichkeiten, Einkäufe zu besorgen; der Krank er. dienst stand zur ständigen Verfügung der Kolonisten, die Post wurde regelmäßig zugestellt, dadurch daß die Jugend abwechselnd in streng geregeltem Turnus bei jedem Wetter die zwanzig Kilometer zur Station ritt. Primitive Brücken waren gebaut, Anfahrtswege zu den Häusern waren angelegt worden, die Gärten gaben schon Ertrag der angebaute Hafer war angegangen. Die von der JCA. übergebenen Hühner legten schon Eier, die Kühe gaben mehr Milch, es konnte damit schon ein Teil des Haushaltes gedeckt werden. Das sclbstgcbackcnc, wohlgelungene Brot mündete den Männern jetzt vorzüglich. Dazu die selbstgemachte Butter und die ersten geernteten Radieschen gaben dem sonst sehr einseitigen Essen mehr Abwechslung. Die kleinen Kinder ritten schon mit den eingeborenen Creollos um die Wette, und die Hoffnung war in die Herzen der Kolonisten eingezogen. Das Werk des Barons Hirsch, in so vortrefflicher Weise interpretiert und durchgefülirt durch die gegenwärtige Leitung der JCA., hatte in dieser, seiner jüngsten Kolonie Wurzel gefaßt. Um diese Zeit fiel das Purimfest. Kolonistentöchter und -Söhne hatten ein Fest organisiert, zu dem von weit und breit Gäste kamen, und bis tief in die Nacht hinein wurde mit Darbietungen aller Art, mit Gesang und Tanz mitten im Wald und unter freiem Himmel dieses erste Fest der Kolonie gefeiert. Der schwierige Anfang war überwunden. Auch innerlich wußten sich die neuen Siedler auszu• gleichen, und alle Konflikte, die nach der körperlichen Um- Stellung auf psychischem Gebiete zum Ausdruck kamen, zu beseitigen. Die Entwicklung der Kolonie ging nun in fast ununterbrochener, aufsteigender Linie fort. Programmäßig wurden alle landwirtschaftlichen Arbeiten erfüllt. Der Anbau von Weizen, Lein, Hafer, Rizinus und Mais, die Anpflanzung von Obst- und Schattenbäume« und die Ernte der Feldfruchte. Freudige und traurige Ereignisse wechselten miteinander ab. Zwei treue Gefährten der Arbeit wurden schon im ersten Jahre durch den Tod entrissen. Mit großer Freude wurden die Geburten zweier kleiner Weltbürgerinnen von allen Siedlern begrüßt, und die ganze Kolonie freut sich zusammen mit den Eltern an ihrem guten Gedeihen. Das Simchas-Thora-Fest vereinigte die ganze Kolonie zu einem frohen Tag. Auch die Jugend hatte sieh zu Sportsektionen vereinigt, betrieb Oymnastik־, Fußball tind Gesang. Ein Markstein in der Entwicklung der Kolonie war die Eröffnung der Rahmfabrik, denn nun wurde der Viehbestand aut 20 Kühe erhöht, der Milchertrag deckte schon fast vollständig den Barbedarf der Kolonie. Inzwischen waren auch neue Gebäude entstanden: Schulgebäude, Polizeistation, die Administration und das Krankenhaus ist fast fertiggestellt. Die Genossenschaft hatte die unvermeidlichen Anfangsschwierigkeiten überwunden. Auch die Heuschrecken, die am Anfänge so gefürchtet worden waren, hatten der Kolonie nur geringen Schaden zufügen können. Zur rechten Zeit waren die Bleche zur Verteidigung da, jeder Kolonist arbeitete aufopfernd an der Zerstörung der jungen Brut, die im eigenen Feld aus dort abgelegten Eiern der Heuschrecken ausgekrochen war, und als der große Ansturm von außerhalb kam, da wurde dieser durch lange Linien von Fangblechen, durch Flammenwerter und durch das Einsetzen der Schüler der landwirtschaftlichen Schule, die die lea inzwischen gegründet hatte, an den Grenzen der Kolonie vernichtet. Und wie steht die Kolonie heute da? Die Zahl der 19 ersten Familien (HO Seelen) ist auf 26 Familien gestiegen (06 Seelen). Die Kolonisten erhalten sich jetzt ganz unabhängig von den Produkten der Hühner und Milchwirtschaft. Die Ernte, die durch die verschiedenen klimatischen Einflüsse als mittelmäßig bezeichnet werden konnte, gab trotzdem einem großen Teil der Siedler die Möglichkeit, den Lebensstandard noch zu verbessern, Neuanscliaffungen vorzunehmen und auch schon eine Abzahlung ihrer Schuld zu leisten. Jüdisches aus Chile Von unserem Korrespondenten Santiago, im Juni Der Spezialdelegiertc des Keren Kajemeth, Mois^s Schenderey, Buenos Aires, befindet sich in Santiago de Chile, um die Galil-Aktion einzuleiten. Schenderey ist einer der besten jüdischen Redner Südamerikas und hielt bereits in Santiago mehrere Werbevorträge, die sehr gut besucht waren. Es ist anzunehmen, daß der Aktion ein voller Erfolg beschieden wird. Bis jetzt hat man über hunderttausend Pesos aufgebracht und es spricht sehr für die Opferfreudigkeit der chilenischen Juden, wenn in einer Stadt wie Valparaiso, in der nur 90 jüdische Familien leben, bis jetzt über $ chil. 12 00C gesammelt wurden. Uebrigens ist Chile eines der ersten Länder der Welt, welches der Aufforderung des KKL zu dieser Aktion nachgckontmen ist. Der jüdische Professor Alejandro L i p s e h ü t z ist von der obersten Wohlfahrtsinstifution, welcher der Oesundheitsminister als Präsident votstehf, zum Direktor des Untersuchungs-Laboratorlums des nationalen Radium-Instituts ernannt worden. Diese Berufung wurde von der Presse sehr beifällig aufgenommen und Professor Lipschütz wurde nach seiner Ernennung vom Präsidenten der Republik empfangen. Die Vorbereitung des Kongresses Das Kongreßbüro für den XX. Zionistenkongreß hat unter der Leitung der Herren Dr. Franz Kahn und Dr. Fritz U 11 m a n n seine Tätigkeit in Zürich aufgenommen. Die Kongreßeröffmtng findet am 3. August abends im Großen Saal der Tonhalle statt, die weiteren Sitzungen vom 4. bis 15. August werden in das Stadttheater verlegt. Für die Sitzungen vom 16.—21, August ist das Corsa-Theater vorgesehen. Die Sitzungen des Council der Jewish Agency dürften voraussichtlich in der Tonhalle stattfinden. Die Büros der Exekutive von Jerusalem und London, der Jewish Agency, des Jüdischen Nationalfonds und des Keren Hajessod befinden sich im Claridenhof. Ein Teil der weiteren Büros wird im Esplanade-Gebäude untergebracht. Ilauptichriftleiter: Dr. Robert Welt sch, Berlin Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loawenstein, Berlin W 15. Anieigenlelter und verantwortlieh für den Inhalt der Antelgen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeiger! PreUliste 6 vom 1. April 1838. Verlag und Anteigem׳erwtitungi Jüdische Rundschau, Berlin W 18, Melnekeetr. 10. D.A!.816 33 1937׳. — Druck: Siegfried Schalem, Berlin-Sehflneberg. י

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