Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 46 (11.6.1937)
- Date
- 1937-06-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 12 JÜDISCH! RUNDSCHAU Nr. 46, 11. VI. 1937 Ein Bilanzkuriosum Wauchope im Schomron High Gomnti«ioner Sir Arthur Wauchope hat am Sonnabend da׳ Stadt א a / a r e 111 besucht. Die Bitte der Stailtvirwaitumr um (iewaiiriuu; eines Regicrungszuselmsscs für die Dürchluhrimg üfientlicher Arbeiten wurde von dem Hielt Cornmissioner mit dem Bemerken abgelehnt, dali die Isinkimfle der Regierung durch den Araberstreik schwer beeinträchtigt worden seien. Der H i g 11 C o mmissioner machte eine Reise durch den Schomron und empfing Vertreter der dortigen jüdischen Siedlungen, die über die landwirtschaftliche Lage berichteten und um Schutz für einheimische Produkte gegenüber eingeführten baten; ferner wurde die Bitte um Reduzierung der englischen Li 111' uhr/olle aut Zitrusfrüchte unterbreitet. Die Landwirte von B e n j a m i!1 a verlangten die Schaffung eines Bezirksamtes, das in der Gegend errichtet werden soll. U. a. besichtete der High Cornmissioner P a r d e s s Han 11.1 und gab seiner Bewunderung über die blühenden Wirtschäften Ausdruck, die von Akademikern aus Deutschland geschaffen worden sind. Araber und Italien Der Chefredakteur des in Jaffa erscheinenden Organs 'der arabischen Unahhiingigkcitspartei Palästinas (Istiklalparfei). ״E1 f) schäme;! el Islarnia“, der in Syrien gehöre ne Clialil Jussuf, hat von der Polizei die Verständigung erhalten, daß er wegen proitalienischer Propaganda Pa- 1 .Hst i n a binnen vierzehn Tagen zu verlassen habe. Der Ansgewicsene hat die italienische Staatsangehörigkeit erworben und erhalt eine Anstellung in der Kundfunkstation Bari, die 1.1 glich arabische Programme sendet. Die Sehidcr der arabischen Schule in Tulkerem, die vor einiger Zeit wi-jen Beteiligung an dem arabischen (lene* ralstreik relr'ert womitn waren, haben von dein italienischen C1vnrr;1!ko״M1hr in Jeni-ah!11 die Mitteilung erhalten, dali fee ihre Studien an einer italienischen landwirtsrhaftliclii n Schule fortset/en können. Diese Lrlaub- 11N i-t die Antwort auf ein Gesuch, das die ausgeschlossenen Schüler seinerzeit eingereicht hatten. Schadenersatz für Opfer der Palästina-Unruhen Wir erhalten am 10. Juni aus London folgendes Telegramen mit der Bitte um Veröffentlichung: Angehörige von Juden, die während der Unruhen In Palästina getötet worden sind, werden aufgefordert, zwecks Geltendmachung von Schadenersatzanspriiehert sich unverzüglich mit dem Waad l. e u in i in Palästina in Verbindung zu setzen. Es wird empfohlen, daß im Auslande lebende Angehörige ihre Vollmacht einem in Palästina ansässigen Anwalt oder direkt dem Waad l.eumi übertragen. Dies soll spätestens bis zum 15. Juni erfolgt sein. Geburtstags-Amnestie erlassen Anläßlich des Geburtstages König Georgs VI. hat der High Connnissioner 20 Häftlingen den Rest ihrer Strafe erlassen, wahrend 27 anderen die Strafzeit um ein Jahr reilu/icrt worden ist. Unter den ersteren befinden sich vier Juden, die verschiedener Delikte überführt worden sind, sowie ein Araber, der 1029 wegen Mordes während der Unruhen zum Tode verurteilt, später jedoch begnadigt und statt dessen zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Unter denjenigen, deren Strafzeit tim ein Jahr gekürzt worden ist, befinden sich : Izehak C h a 11 k i n, der 1035 wegen Tötung eines sich unbefugt auf jüdischem Boden in Kuskus Tabun auf ha 1t enden Arabers zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde; Schlotno Jacobson, der 1934 aus einem ähnlichen Grunde sichen Jahre Gei.iiignis erhielt (in seinem Falle haudelte es sich um die Tötung eines Arabers auf Keren Kajeineth-Boilen in R,׳!mat Jorhanan); sowie A. N e b a m a und H. Da p hau, die am'31. Juli 1956 wegen Waffenbesitzes auf der Wache in chmm jüdischen Steinbruch zu sechs bzw. sieben Ja Im n vi ׳urteilt winden. Die Exekutive der Jewish Agencv’ hatte sich wiederholt für die Begnadigung dieser vier Juden eing! :>et/t. Gegen Spekulation an fremden Börsen Das Mitglied der Jewish Agency-Exekutive I)r. Rott e n s t r e 1 c Iן tritt im ״Haare/“ in einem Artikel ״Warnun:;“ d! r K a ין i t a I a b w a 11 d e r 1: 11 g aus Palästina auf Anraten gewisser Banken schal f entgegen. Gewisse Banken empSeliu n ihren Kunden .Spekulationsgeschäfte an au-l.iniii-cinn l;0׳׳-n.:1!, f;1111» diese letzte Warnung keinen Erfolg lrde n •־.!ehe, weide mau genötigt sein, diese ״Ratgelier“ bloß/ 1!~!t ih!1. ״Wir können in unseter Mitte!»eine sorg.nanten < u liliii'htutc dulden, die den Einwohnern des 1 iiinli» anrateit, Geld nach dem Auslände zu verbringen, und zw,'11׳ nicht zum Einkauf von Balarfsmitteln des Aufbau»:, sondern /um Zwecke der Spekulation. Wir verlangen von all•. 11 Banken, daß s׳e als Bestandteil der heimischen •Wirtschaft im Dienste der Nationalwirtschaft stellen,“ Schledsivesen in Palästina, Uns wird geschrieben: Das Schicdsgericlilswesen spielt im Rechtsleben Palästinas eine bcsonders grolle Rolle. Insbesondere stellen die Schiedsgenchte bei den schwierigen Fragen, die durch Umschichtung, Transfer, Einwanderung usw. entstehen und die oft eine rasche Erledigung, bisweilen nach ausländischem Recht, verlangen, eine notwendige Ergänzung des ordentlichen Gerichtswesens dar. Bei dem wachsenden Umfang des Schiedsgrrichtswescns erseheint es notwendig, auf eine gewisse Kon- /! ntriermig liiri/uarheiten, die durch Vereinheitlichung der RiThtspreclumg Rechtssicherheit garantiert. Von diesem Ger!■; hfsp1;11k!c aus hat sich unter dem Namen ״Ar ha“ Arbitrators Association in Tel Aviv eine Institution gebildet, welche sich als ständiges Schiedsgericht diese Aufgäbe gestellt hat. Die vier Schiedsrichter sind die Herren: Groncmann, Netter, Strauß und Tuchler, sämtlich frühere Anwalte oder Richter. Um eine Erbschaft. Vor dem Berufungsgericht in Jerusalern begann die Benifungsverhaticlfung gegen das Urteil des Bezirksgerichts in Jaffa wegen des großen Nachlasses des Armeniers Friedrich M u r a d, eines deutschen Staatsangebörigeit. Murad hinterließ eine große Erbschaft von ca. £P 150 000 ohne Testament. Es bildeten sich 21 verschiedene Gruppen von Klagern, die die Erbschaft auf Grund angeblieber Verwandtschaft in Anspruch nahmen. Das Distriktsgcrirht in Jaffa hafte seinerzeit entschieden, daß keine der Gruppen ihr Erbrecht bewiesen habe und sprach daher den Nachlaß der Staatskasse zu. Vier dieser Klagergruppen hatten Berufung eingelegt. Gestern wurden zwei dieser Berufungen 7tmickgewiesen, Ititie dritte Berufung wurde ausgesetzt, weil der Klager inzwischen verstorben ist. Der aufmerksame -Leser palästinensischer Bilanzen stößt immer wieder auf einen Bilanzposten, der für dieses Land bezeichnend ist: Nichterho bene Coupons und nichterhobene Dividenden. Es Soli nun nicht behauptet werden, daß dieses Passivkonto in anderen Ländern völlig fehlt; es findet sieli auch da manchmal; aber dann handelt es sich um einen relativ ganz unbeträchtlichen Betrag. Anders in Palästina und vor allem bei den halboffiziehen Gesellschaften; da ist dieser Posten häufig erstaunlich hoch. Dafür einige Beispiele; Es betragen die imerhobenen Dividenden hei der Ralestine Land Development Co. LP 7362 gleich 6 "0 des Stammkapitals, bei der Arbeiterbank ungefähr ebenfalls gleich 11 ״!> des Stammkapitals; selbst bei der jungen ״Nir“ sind bereits £P 1157 verzeichnet. Und bei der Hypothekenbank sind z. B. f 5000 längst verloste Pfandbriefe, das ist ein nicht unbeträchtlicher Prozentsatz der damaligen Emissionen, bisher nicht zur Einlösung gelangt. Manche mögen in dieser Eigenart mir ein Kuriosum sehen. Es ist aber viel mehr, und hat eine sehr ernste Seite. Fraglos ist nämlich die wesentliche Erklärung darin zu suchen, daß die seinerzeitigen Käufer solcher Werte beim Erwerb nie eine Dividende erwarteten, sondern aus Idealis- Von der Woche Zwischenfälle und Unsicherheit Die Felder der Siedlung Avelcth Haschachar im Oberen Galil sind nachts angezündet worden, konnten jedoch gelöscht werden, bevor nennenswerter Schaden angcrichtet wurde. Auf die Siedler wurde geschossen. Der Bezirksgouverneitr Pirie-Gordon hat die Scheichs der Gegend aufgefordert, die Brandstifter auszuliefern, sonst würde die Verordnung betreffend Verhütung von Verbrechen im Bezirk in Anwendung gebracht werden. Ein arabischer Polizist wurde während einer Waffenstidiung in einem arabischen Dorf bei Jerusalem angeschossen und schwer verletzt. Im Bezirke Dschenin sind die Insassen von fünf arabischen Autos von Räubern ausgeplündert worden. Auf das Haus eines arabischen Scheichs an der Peripherie von Haifa wurden mehrere Schüsse abgegeben, weil er sich geweigert hatte, eine Summe von 40 Pfund, die zwei bewaffnete Araber am Tage vorher von ihm gefordert hatten, zu hinterlegen. In das Innere eines Caf(s in Haifa wurden nachts mehrere Schüsse gefeuert; der Ueberfall galt einem Araher, der als Haupthelastungszcuge im Prozeß gegen die des Mordes an dem Siedler jacoby aus Nahalal überfiihrten Araber aufgetreten ist. Der Araber, der schon während der Unruhen wegen angeblicher Spit/eklienste verwundet worden war, kam auch diesmal mit einer Verletzung davon; dagegen wurde ein anderer Gast tödlich getroffen. ״Felestin'‘ berichtet, daß Militärflugzeuge die Gegend um Nahlus ״ach den bewaffneten Banden abgesucht haben, mit denen die Polizei vor kurzem ein Feuergefecht halte. Eine arabische Abordnung besuchte die politischen Haftlinge im Akkoer Gefängnis, um sie zum Abbruch des Hungerstreiks zu bewegen, und zwar unter Hinweis darauf, daß sie höchstwahrscheinlich aus Anlaß des Geburtstages des Königs befreit werden würden. lieber den Anteil der Juden in der palästinensischen Polizei gibt eine Statistik Aufschluß. Danach sind von den 24 höheren Polizei-Inspektoren im Lande zwei Juden (die überwiegende Mehrzahl sind Araber); von den 35 Polizei-Inspektoren zweiten Ranges sind 11 Juden. Von den 65 Hilfsinsnektoren sind 16 Juden, davon 8 in Tel Aviv. Die Zahl der jüdischen Polizei-Sergeanten beträgt 12, davon 4 in Tel Aviv; insgesamt gibt es 85 Sergeanten. Von den 140 Polizei-Korporalen sind 21 Juden (11 davon in Tel Aviv); schließlich sind von den 600 Mann der Polizeimannschaft 200 Juden. Wirtschaft fn Tel Aviv fand eine Konferenz der Leitungen der Pflanzungskooperativen zur Regelung gemeinsamer Angelegenheiten, wie Export, Schiffsbeförderung, Einkauf von Verpackungsmaterial usw׳. statt. Eingehend wurden auch Fragen der Grapefruit-Kultur besprochen. In sämtlichen Fragen wurde fast vollständige Uebereinstiinmung erzielt. Die etwa gleichzeitig abgehaltene Konferenz arabischer P11 a n z. e r, an der über tausend Personen, darunter viele Der Autobus-Betrieb von Tel Aviv Die Tel-Aviver Autobusgesellschaft, die ״Hamaavir Cooperative Societv City Bus Service Tel Avtv-Jaffa Ltd.“ macht folgende;Mitteilungen über das letzte Betriebsjahr: Es stehen zur Zeit 15 Linien in Betrieb, die von 344 Mitgliedern der Kooperativgcsellschaft und sonstigen Arbeitern bedient werden. Die Janreseinnahrnen sind von 1935 bis 1936 tim 1,7״״, von 144.563 auf 147.015 Pfund, gestiegen. Es wurden 1936 4 500000 km gefahren und 32 250 000 Passagiere befördert. Die Löhne der Mitglieder und Arbeiter sind von 77.562 Pfund i. J. 1935 auf 59.810 Pfund!. J. 1936 gefallen. Sie machten nur noch 40,7 °/0 der Gesamtausgaben gegenüber 46,7 0״ im vorangegangenen Jahr aus, Diese Ersparnis wurde dadurch erzielt, daß das Monatseinkommen der Mitglieder um 3 Pfund gekürzt wurde. Im letzten Jahr wurden vier neue Linien eröffnet; eine Linie konnte während der Unruhen nicht betrieben werden, was einen schweren Schaden bedeutet hat, da gerade diese Linie (gemeint ist offenbar die Verbindung nach Jaffa — A. d. R.) die einträglichste war und 13 °ö des früheren Ge- Samteinkommens erbrachte. Nach den Unruhen ist der Ertrag der Linie um 75 0״ gegenüber dem Ertrag des vorangegangenen lahres gefallen. Andererseits ist infolge der Arbeit im neuen Hafen von Tel Aviv der Ertrag der Linie 4 gestiegen. 92 Autobusse verkehrten i. J. 1936 auf den 15 Linien der Kooperative gegenüber 80 i. J. 1935. Im ersten Vierteljahr 1937 ist die Zahl der Autobusse auf 104 gestiegen. Das Kapital der Genossenschaft ist infolge des Beitritts von fünf neuen Mitgliedern im Laufe des Jahres von 79,506 auf 82.858 Pfund angewachsen. Der Wert des Inventars, d. h, der Autobusse und der Garage in Tel Aviv beträgt 94,425 Pfund. Die Einnahmen der Genossenschaft waren in den ersten vier Monaten des Jahres 1937 ebenso hoch wie in dem gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Die Ausgaben waren dagegen höher, weil zwölf neue Autobusse in Dienst gestellt worden sind, während der Verkehr nicht zugenommen hat. mus und zionistischer Begeisterung zeichneten. Seit Herzls Zeiten war es sehr schwer, ernsthafte Kapitalisten für Anlagen in Palästina zu interessieren. Kaum ein Mensch hat wohl geglaubt, daß sich eine Investition in derartigen Institutionen oft besser rentieren würde, als in allen möglichen ״gilt-edged Securities“ in der Galuth. In ganzer Schärfe wird sich diese Betrachtungsweise wohl zeigen, wenn etwa der Jewish Colonial Trust mit seinen über 40 000 ursprünglichen Zeichnern in absehbarer Zeit die Dividendenzahlung aufnehmen sollte. Wieviel werden da wohl den Coupon einlösen? Wieviele der Shares sind wohl längst vernichtet worden? Freilich wird in diesem Falle die zeitweilige Hoffnungslosigkeit des Status und die große Zahl der in Rußland verstreuten Aktionäre noch besonders ins Gewicht fallen. Für die Gesellschaften bedeutet natürlich diese Eigenart die Bildüng unerwarteter stiller Reserven. So angenehm das sein mag, so ist die Erscheinung doch recht unbefriedigend; denn der Aufbau und die Weiterentwicklung dieser Institute soll nicht auf Mildtätigkeit, sondern auf dem Vertrauen der jiidischen Sparer und Anleger beruhen. Und gerade heute, in einer ernsten Depression, hat man für diese halböffentlichen Institute den Eindruck, daß sie dieses Vertrauen voll verdienen. E. K. Kaufleute und Politiker teilgenommen haben, ist ergebnislos verlaufen, weil infolge des politischen Gegensatzes zwischen den Anhängern der Nashashibis und der Husseinis das geplante gemeinsame Komitee nicht eingesetzt werden konnte. Bei einer Presseführung durch die Anlagen der Brauerei ״N e s 11 e r“ in Rischon le Zion w urde mitgeteilt, daß das Unternehmen an jeder Flasche Bier nur ein Mill verdient, während die Palästina-Regierung sieben Mill Steuer bekommt, ln dem ersten Jahre des Bestehens der Brauenei wurden über eine halbe Million Gallonen Nesher-Bier abgesetzt. Der Reinertrag betrug fast 300 000 Pfund. fn der ״Paiestinc Gazette“ wird bekanntgegeban, daß in der letzten Woche 15 neue Kooperativgesellschäften, davon 8 arabische, eingetragen worden sind. Unter den 7 jüdischen Kooperativgesellschaften gibt es landwirtschaftliche Absatzgenossenschaften in Rischon le Zion, Raanana und Herzlia, landwirtschaftliche Kibbuzim in Kfar Chassidim und eine Baukooperative in Tel Mond. In K a 11 i a, am Nordufer des Toten Meeres, ist mit dem Bau eines Hotels, das 20 000 I>fund kosten soll, begonnen worden. Mit der Fertigstellung des Hotels wird der Plan, der die Schaffung eines modernen Scebadeortes in Kallia erstrebt, seiner Verwirklichung nähergerückt. Die Vertreter der verschiedenen Gesellschaften und Ver• eine, die die Entwicklung jüdischer Marine-Tätigkeit zum Zwecke haben, haben sich auf dem jüdischen Dampfer ״Har• Zion“ eingeschifft, um im Laufe einer 48stündigen Kreuzfahrt über die sie interessierenden Fragen zu beraten. Die Herren Hoofien, Rokach, Komoroff und Reme z, die von sämtlichen Parteien des Jischuw mit Aus• nähme der Revisionisten als Kandidaten zum Direktorium des Marine-Trusts (Gesellschaft zur Entwicklung des Hafens Tel Aviv) aufgcstellt wurden, sind als Direktoren der Ge• Seilschaft wiedergewählt worden. Der von den Revisionisten aufgestellte Kandidat wurde nicht gewählt. Die vor einiger Zeit mit einem Kapital von '4000 Pfund gegründete arabische Fischereigesellschaft ״National Fishing Co.“ in Jaffa beabsichtigt, ihren Betrieb durch Einführung von zwei Booten aus dem Ausland zu erweitern. Auf Anregung des arabischen Architektenverbande* fsf ein arabisches Bau unternehmen gegründet worden Es soll dem Wettbewerb der jüdischen Bauunternehmungen begegnen. Vermischtes fn der Residenz des High Commissioners fand anläßlich des Königsgeburtsiages ein Gartenfest statt, zu dem eine ungewöhnlich große Anzahl von Gästen geladen war. In N a t h a n 1 a 11 tagte die Konferenz des Wizo-Verbandes für Palästina. 160 Delegierte beteiligten sich an den Beratungen. Die Exekutive des Misrachi-Weftverbandes hat sich an die Zionistische Exekutive mit der Forderung gewandt, den bevorstehenden Kongreß nach Washington einzuberufen. Zum Gedächtnis des bei den Palästina-Unruhen durch Araber ermordeten Heinz Brock, der aus Düsseldorf stammt, witd ein Heinz Brock-Gedächtnisgarten in Palästina aus Spen• den verschiedener jüdischer Verbände und Organisationen errichtet Werden. Gymkhana zu Pferde. Unter den Veranstaltungen, die während der Krönungswoche in Jerusalem stattfanden, kann als eine der gelungensten das ״Gymkhana zu Pferde“ betrachtet werden, das von der ״Palestine Riding School“ unter der Leitung von C. N. Loewcnthal abgehalten wurde. Von dein sportlichen Interesse der Veranstaltung abgesehen bot sie eine der leider recht seltenen Gelegenheiten, in denen Juden lind Engländer sich auf Grund eines gemeinsamen Interesses begegnen. Hier teilten sich beide sowohl in die Organisation dieses Sportfestes wie in die Anwartschaft auf die ausgesetzten Preise. Dieser Zusammenarbeit war es zu verdanken, daß sich ein interessantes und amüsantes Proramm so reibungslos und schnell abwickelte, wie wir es ier selten erleben. Unter den jüdischen Preisträgerinnen be• tana sich die 14jährige Enkelin von David Yellin, die sich dabei als echte Tochter ihres Vaters erwies, dessen reiterliche Leistungen während des Krieges Aufsehen erregten. Eine besondere Note erhielt das Gymkhana durch die zahlreiche Beteiligung der berittenen englischen Polizei mit ihren herrlichen Pferden. Eine Reihe von Wettbewerben schwierigerer Art War diesen ״Professionals“ Vorbehalten, die dem Jerusalem Publikum eine Reitkunst vorführten,■ die durch Kühnheit und Geschick an die besten Cowboy-Filme erin• nerte. Sehr wesentlich trug zum Gelingen des Festes die schnelle Ansage der Ergebnisse auf Hebräisch und Englisch bei, czk. Persönliches. Julius Kaufmann, früher Aachen und Köln, jetzt Jerusalem, wurde am 7. Juni fünfzig Jahre alt. Kaufmann war einer der frühesten Zionisten im Rheinland und gehörte zu der Gruppe, die sich nicht mit einer formellen Zugehörigkeit zur Partei zufrieden gab, sondern die kulturellen werte des Jüdischen Volkslebens, besonders des Ostjudentums, dem Bewußtsein des Westjuden näherzubringen_ versuchte. Mit seinem inzwischen verstorbenen Bruder Fritz Mordechai Kaufmann war er 1913 Mitherausgeber der ״Freistatt“. Kaufmann war auch Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Aachen und leitender Mitarbeiter des Keren Hajessod in Rheinland-Westfalen