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Jüdische Rundschau · 1937-06-11 · Heft 46 (11.6.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 46 (11.6.1937)
Date
1937-06-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46, 11. VI. 193? Schuschnigg spendet 100 Schilling für ein jüdisches Fürsorgeheim Von unserem Berichterstatter J. R. Wien, im Juni Dieser Tage beging das in1 judenreichen zweiten Bezirk (Malzgasse) befindliche Dr. K rüge r - H ei m, das eine gemeinnüt/ige Fürsorge-Institution für schulentwachsene, verwaiste oder verlassene jüdische Mädchen ist, das Jubi- 1 ä u rn seines vierzigjährigen Bestehens. Eine Feier, die durch die Anwesenheit der Frau Bundespräsidentin M i k I a s, der Wiener Biirgermcistcrsgattin S c h m i t /, sowie eines persönlichen Vertreters des Bundeskanzlers Dr. b c h u s c 11 11 i g g s, des Stadtliauptinannes und Vorstehers des zweiten Bezirkes, sowie zahlreicher jüdischer Vertreter ihr besonderes (ieprüge erhielt, war diesem Gedenktag gewidmet. Bundeskanzler von Schuschnigg sandte ein herziiehes Schreiben und eine persönliche Spende von 100 Schilling, die Wiener Kultusgemeinde, die dem Heim größte Förderung schenkt, widmete den Betrag von 230Ü Schilling. Letzten Sonntag fand auf dem Hakoahplatz in der Krieau unter zahlreicher Teilnahme der vom ״Jüdischen Turn- und S p o r t v e r b a n 11 Oesterreic h“ durchgeführte ״Tag der jüdischen Jugend“ statt. Die Veranstaltung, zu der zahlreiche Makkabi-Sportler aus den angrenzenden Ländern als Gäste erschienen waren, sah nach langer Zeit alle jüdischen Sportler Oesterreichs bei gemeinsanier Arbeit. lieber das Thema ״Theater als Ausdruck der Zeit“ sprach dieser Tage in der ״Neuen Galerie“ Leopold J e fl n e r, der sich seit einiger Zeit in Wien aufhält und hier die Autiührung von jüdischen Laienspielen propagiert. Henry Sliosberg Foto : Archiv Im Alter von 76 Jahren ist in P a r i s der russischjüdische Rechtsanwalt Denry S 1 i o s> b e r g, ehemaliger Vorsitzender der Jüduschen Gemeinde vo!1 I’etersburg, gestorben. Sliosberg, einer der hervorragendsten Vorkämpfer für die Rechte der Juden im zaristischen Rußland, mußte als Bürgerlich-Liberaler bei Ausbruch der bolschewistischeu Revolution Rußland verlassen. Er war in den letzten Jahren Vorsitzender der russisch-jüdischen Gemeinde in Paris und nahm an zahlreichen Wohlfahrts- Bestrebungen teil. Sliosberg hat vor einigen Jahren seine Memoiren in zwei Bänden veröffentlicht, ein Werk von großem dokimientarischen Wert für die Geschichte der russizu dem Jabotinski ein tchen Juden der letzten 5Q Jahre, .Vorwort geschrieben hat. Um die Todesanzeige eines Juden. Oie Zeitschrift ״D a s Schwarze Korps“ wendet sich in seiner letzten Nummer dagegen, daß im ״Hamburger Frcmdenblatt“ die Gefolgschaft einer jüdischen Firma eine Todesanzeige für ihren ver- Storbenen Chef veröffentlicht, in der es heißt: ״Er war uns stets ein leuchtendes Vorbild treuester Pflichterfüllung und unermüdlicher, nie erlahmender Arbeitskraft. Seine große Güte und Hilfsbereitschaft wird uns allen unvergeßlich sein.“ — ״Das Schwarze Korps׳‘ beanstandet nicht mir die Haltung der Gefolgschaft, sondern auch die Haltung, die vorn nationalsozialistisdie Politik betreibt, ״hinten aber in widerlichen Schniustonen einen toten Juden preisen laßt“. Die Stellungnähme der Zeitschrift zu diesem Vorfall wird dann wie folgt zusammengefaßt: ״Wir stehen nach außen hin im schwersten Kampf gegen das Weitjudentmn, und auch im Innern immer ringen wir noch um die Befreiung der deutschen Wirtschaft von judi'-chen Para.-iten. Diese Kampfstellung erfordert eine entschiedene Uihunir, die auch dann nicht durchbrochen werden darf, wenn irgendwo wirklich oder angeblich ein lebender oder toter Jude auftaucht, dem rnan menschliche Zuge nachsageir könnte. Das ist nämlich in jedem Falt eine fetarnte Propaganda für das Judentum; denn jeder Dummopf und jeder Ignorant sagt sich sofort: es gibt also doch anständige Juden, es steht ja sogar in der Zeitung! weshalb sollte ich nicht bei ihm kaufen?1' Wilhelm Stapel und die Juden. In den ״Nationalsozialistischen Monatsheften“ befaßt sich Matth cs Ziegler mit der auch von uns bereits besprochenen Schrift von Wilhelm Stapel über ״Die literarische Vorherrschaft der Juden in Deutschland 1918 bis 1055־“. Es handelt sich um einen Vortrag, den Stapel bei einer Tagung des deutschen Instituts zur Erforschung der Judenfrage in München gehalten hat. Ziegler erklärt, der nationalsozialistische Leser von Stapels Arbeit bewundere zwar die ״rhetorische Gewandtheit des bekannten Literaten“, mache jedoch bald die Entdeckung, daß cs bei Stapel an Formulierungen, in denen eine rassische Geschichtsbetrachtung zum Ausdruck komme, fehle. Das Wort ״Rass e“ komme in der ganzen Arbeit nicht vor. Mit Rücksicht darauf unterzieht der Verfasser Stapels Haltung in der Judenfrage in der Vergangenheit einer eingehenden Untersuchung. Stapel habe z. B. im Jahre 1932 einen Beitrag zu einer Sammelschrift ״Was wir vom National- Sozialismus erwarten“ geliefert, in dem er dafür eingetreten sei, daß in dem neuen konservativen Staat das Judentum innerhalb des Reiches als ein ״Stand“ mit einer eigenen Standesvertretung konstituiert werde. Gegen diesen Vorschlag wendet sich Ziegler mit aller Entschiedenheit. Nach dem Abdruck mehrerer ausführlicher Zitate aus den Schriften von Stapei kommt Ziegler zu dem Ergebnis, daß Stapel auch im Jahre 1937 sich noch nicht tu einem nationalsozialistischen Verständnis der Judenfrage durcligerungen hat. Es wird ihm daher dringend nahegelegt, auf den Ruhm eines Wissentchaftlers im Dritten Reich zu verzichten. Jüdisches aus Ungarn Von unserem Korrespondenten Budapest, im Juni Man hört im Parlament, dessen Budgetdebatte anfangs von der Judenfrage beherrscht war, in den letzten Wochen wenig davon reden. Wie es scheint, hat die große Programmrede des Grafen Stefan Bet h len, die er in Nagykanizsa hielt, eine gewisse Treuga dei im politischen Leben hervorgerufen. Noch immer verkünden zwar Dutzende von Blättchen die extremsten Losungsworte, sogar in einem Budapester Oymnasium wurden Ableger derselben entdeckt und im Abgeordnetenhaus zu Worte gebracht, aber da mehren sich schon die Stimmen der Verteidigung. Abg. Paul Birö protestiert dagegen, daß ״die ganze Großindustrie in den interessenkreis der Judenfrage verlegt werde", Eugen Dulin polemisiert gegen die Forderungen der Turul-Bewegung, laut denen jede Nationalität in ihrer eigenen Sprache, die Juden also hebräisch sprechen müßten. Der jüdische Abgeordnete Heia F ,1 b i ä n aber wendet sich in einer Interpellation gegen die Anschuldigungen des Turul-Anführers, Vegrary, manche Banken hätten solche Studenten zurückgewiesen, die einer Verbindung an״el10rien. Fabian weist nach, daß alle jene Daten, die Vegrary dem Kultusminister vorgelegt habe, falsch gewesen seien. Während die Judenfrage im Parlament zu ruhen scheint, wiederholen sich in der Provinz die Ausschreitungen gegen die Jmlcii. Nach Pecs, S z e n t e s, Szeged richtet jetzt die in 11 6 d m ezövasär h e I v erscheinende ״Volkszeitung“ einen Hilferuf an den Minister des Innern, Durch energisches Auftreten hat dieser Tage auch Industrieminister Borne misza in Mako dem Auftreten der Turul-Jugend ein Ende gemacht. * Die Pester Chewra Kadischa hielt dieser Tage ihre in jedem Jahr einmal üblichen Mitgliederaufnahmen ab. Am hiesigen ״Heldensonntag“ wurden nun 50 jüdische Frontkümpfer feierlich in den Verband der Brüderschaft aufgenommen. Bei dieser Gelegenheit war auch der Bezirksleiter der Budapester Frontkämpfer, Oberstleutnant Caesar Sgardelli erschienen. Anläßlich des 11. Todestages des früheren Justizministers Dr. Wilhelm V d z s o 11 v i hat Rechtsanwalt Dr. Eugen G ä 1 eine Interpellation an den städtischen Magistrat angemeldct, warum bis heute noch keine Straße nach diesem großen Staatsmann benannt wurde, obwohl seit seinem Ableben die nötigen 10 Jahre schon vorüber sind und der hauptstädtische Baurat in Anerkennung der Verdienste Väzsonyis um die Hauptstadt dies schon längst beschlossen habe. Am 1. Juni wurde die ״Orczysche Schul“, von der wir in Unserer Peßachausgabe ausführlich berichteten und die seit Wochen allein aus dem Trümmerhaufen des demolierten Orzcysclien Hauses herausragte, endgültig verlassen. Die Synagoge, 1796 als ältestes öffentliches Gotteshaus Pests eingeweiht, diente bis 1870 der ungeteilten großen Gemeinde als ״Große Schul“ und wurde dann von der neubegründeten orthodoxen Gemeinde übernommen, die die Lokalitäten nach dem Aufbau ihrer monumentalen Synagoge ihrem Talmudverein Schass-Chevra überließ. Beide hielten jetzt eine feierliche Versammlung in den halb verödeten Räumen ab, in der Tausende von früheren Besuchern des Tempels gerührt erschienen. Gemeindevorsteher Abraham Freudiger de O’buda, Vereinspräses Markus Klein und kabbinatsverweser V. S u s s ni a n n hielten Abschiedsreden, Gemeindeober* Sekretär Wilhelm Löffler verlas die Daten der historischen Entwicklung, worauf die Thorarollen in feierlichem Zuge in das neue Vereinslokal liiuübergetragen wurden. Bei den alljährlich üblichen Landes Wettbewerben, bei denen die besten Abiturienten des Landes in den einzelnen Disziplinen miteinander ihre Kräfte messen, hat dieses Jahr wieder das jüdische Knabengymnasium glänzende Erfolge aufzuvveisen. Drei seiner Zöglinge haben ln Latein, Mathematik und Geographie Preise davongetragen, so daß die Schule in der vierten Reihe aller Anstalten rangiert. Unter den übrigen Preisträgern befindet sich auch je ein Hörer des mit dem Rabbinerseminar verbundenen Gymnasiums, sowie des Debrecener jüdischen Gymnasiums. Dr. A. F. IN ALLER KURZE Ministerpräsident Leon Blum hat den Vorsitzenden des Jüdischen Nationalrats Palästinas (Waad Leuini), Jizchak Ben Z w i, empfangen. Er erklärte, seine Sympathien für das arbeitende Erez Israel seien bekannt. Er werde dem jüdischen Aulbauwerk auch weiterhin jede ihm mögliche Unterstützung gewähren. In dem anschließenden längeren Gespräch wurden die aktuellen Probleme Palästinas erörtert. Der jetzt im Amtsblatt veröffentlichte vollständige Titel von Lord Samuel (s. ״J. R.“ Nr. •15) lautet ״Viscount Samuel of Mount Carmel and of Toxteth in the City of Liverpool“. Lord Samuel hat ebenso wie Earl Baldwin am 9. Juni seinen Sitz im Überbaus eingenommen. Er wurde eingeführt durch Viscount Mersey und Viscount Allendale. Der Viz.dnirgcrmeister von Tel Aviv, Dov Mos, hat dem Bürgermeister von Kaunas und früheren Ministerpräsideuten Merkis einen Besuch abgestattet. Bürgermeister Merkis sprach Dov Hos seine Bewunderung über den Aufschwung von Tel Aviv aus. Der Bcrufungsattsscliuß der Rechfsanwältekammer von Jassy hat sechs jüdische Rechtsanwälte aus der Kammer ausgeschlossen. Als Grund für den Ausschluß gibt der Berufimgsanssctuiß an, daß die betroffenen Anwälte gelegen!- lieh ihres Gesuches vor fünf Jahren um Aufnahme in die Anwaltskammer hei Ausfüllung des Gesuchsformulars einen Fehler begangen hätten, der nunmehr entdeckt wurde. Die Vereinigung der polnischen Juden in Frankreich hat ein Protcsttelegramm an den Präsidenten der polnischen Republik, Moscicki, gegen die Judenpogrome in Polen gesomit. Eine Delegation führender Mitglieder dieser Vereinigrnig ist hei dem polnischen Gesandten in Paris, Lukasiew i c z, vorstellig geworden. lieber die Wirkung der Ehrengerichte der NSDAP, referiert Erster SFnlsanwalt Dr. Brinkmann in der ״Deutsehen Justiz“. Mitglieder der NSDAP, werden mit Verweis, Verwarnung, Ausschluß oder Ausstoßung aus der Partei 11. a. bestraft, wenn sie den Bestrebungen der NSDAP, zuwiderhandeln. Als Zuwiderhandlung kommt u. a. in Betracht Verkehr mit Juden oder geschäftliche Unterstützung von Juden. Der Gemeinderat von Overath iiat laut ״Westdeutscher Beohachler“, Köln, vom 7■ Juni, den Beschluß gefaßt, daß allen Personen, die mit Juden in geschäftlichem oder gesellschaftlichem Verkehr stehen, das Gemeindenutzungsrecht entzogen wird. Wie die ״Weichsel-Zeitung“ in Marienwerder vom 8. 6. meldet, ist in St 11 lim das jüdische Geschäft Holz in arische Hände übergegangen, so daß bald das letzte jüdische Geschäft aus S tu lim verschwunden sein wird. In Bietigheim fand laut ״Der Enzhofe“. Vaihingen, ein Krämer- und Viehmarkt statt, zu dem jüdische Vieh- Händler und "Vieh von jüdischen Händlern nicht zugelassen war. Ebenso wurden zum Krämer-, Vieh- und Schweinemarkt in Wcissach nur arische Händler zugelassen. ln Warschau ist der Präsident der Diskonto-Bank lind des Bankenverbandes Polens, Paul Hai per in, einer der hervorragendsten polnisch-jüdischen Wirtschaftsführer, im Alter von 70 Jahren einem Herzschlag erlegen. Halperin war Vertreter der Nichtzionisten Polens im Council der Jewish Agency und Vorsitzender des Kuratoriums des Warschauer Judaist!- sehen Instituts, Vertrauenskundgebung des Sächsischen Landesverbandes für die Reichsvertretung. Der Sächsische Israelitische Gemeindeverhanc! teilt mit: Auf einer Tagung des Sächsischen Landesverbandes am 6. Juni in Dresden wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: ״Der Sächsische Israelitische Gemeindeverband bedauert die Angriffe, die gegen die Reiclisvertretung der Juden in Deutschland und ihre Tätigkeit gerichtet worden sind. Er versichert die Reichsvertretung seines Vertrauens und seiner weiteren tatkräftigen Mitarbeit.“ Die jüdischen Volksschulen Nach dem im Dezember 1936 ergangenen Volksschulfinanzgesetz soll bei der Berechnung des finanziellen Beiträges, den der Staat für die öffentlichen Volksschulen zu leisten hat, und bei der Berechnung der Mehrstellen in den einzelnen Gemeinden die Gemeinschaftsschulen, die evangelischcn und katholischen Schulen jede für sich als besondere Schulgattung genommen werden. Die öffentlichen jüdischen Volksschulen, die es vor allem in größeren Städten, aber auch in einer Reihe von Landgemeinden gibt, wurden dabei nicht genannt. Hierzu ist nun ein neuer Erlaß ergangen, in dem der Reichser/iehmigsininister mitteilt, dal! ״die jüdischen öffentlichen Volksschulen in Er- Wartung einer gesetzlichen Neuregelung des jüdischen Schulwesens“ in der Aufzählung der Scluilgattungen fortgeblieben seien. Da aber die Neuregelung noch ausstehe, sollten auch diese Schulen bis auf weiteres wie die übrigen Schulgattungen für die Zählung der Schulkinder und Lehr erstellen bei der Berechnung des Staatsbeitrages und der Mehrstellen heran« gezogen werden. Nochmals Flegs ״Faust“-Uebertraguisg Ueber die französische Faust-Uebertragung von Edmond F1 e g, die jetzt in Paris im Thdätre Montparnasse aufgeführt wird (vsl. ״J, R.“ Nr. 44 und 45), bringt der ״Westdeut■ sehe Beobachter“ Köln einen Pariser Bericht, in dem Flegs Ucbersetzung folgendermaßen gewürdigt wird: ״Fleg hat das schier unmögliche Unterfangen gewagt, 81a beiden Teile des Goctheschtm Dramas für einen einzigen Theaterabend zusammenzuziehen, und wie seine zahlreichen Vorgänger, ist auch er gescheitert. Dennoch verdient seine klare und formschöne Bearbeitung und das ehrliche Bemühen, das gewaltige Werk des deutschen Dichters den Franzosen möglichst unverfälscht nahezubringen, Anerkennung. Der Bearbeiter hat den ersten Teil der Dichtung fast ganz übersetzt und vom zweiten Teil nur den Tod Faustend und die ergreifende Erlösungsszene hinzugenommen. Man hätte gewünscht, daß der in Frankreich wenig bekannte zweite Teil, vor allem die sehr zeitgemäße Szene am Kaiserhof, die Begegnung mit Helena und der wundervolle Gang zu den Müttern, also die philosophische Seite des Dramas, mehr betont worden wäre, selbst wenn n auf Kosten des Grctchcmlramas hätte gehen müssen. Die neue Flegsche Uebersetzung zeichnet sich durch eine hei aller Texttreue wirklich dichterische Sprache aus.“ Urteile wegen Rassenschande. In Köln erhielt laut ״Nationalzeitung“, Essen, ein 59jähriger vom jüdischen zum katholischen Glauben übergetretener Angeklagter wegen versuchter Rassenschande 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust. — In Breslau erhielt laut ״Ncuroder Nachrichten“ vom 8. 6. ein 78iähriger jüdischer Angeklagter unter Zubilligung mildernder umstände 1 Jahr Gefängnis. — Ein 59jährigcr jüdischer Angeklagter erhielt dort laut ״Haynauer Stadtblatt“ vom 8. 6. 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus. -י In Köln erhielt laut ״Rheinische Landeszeitung“, Düssei■ dort, vom 5. 6., ein 25jähriger jüdischer Angeklagter 2 Jahre Gefängnis. Das Ehrengericht der Zionistischen Weltorganisation hat am 23. März 1937 in dem von Herrn Hans Rosenkranz gegen sich selbst angestrengten Verfahren unter dem Vorsitz des Präsidenten des Ehrengerichts Herrn Felix Ro« senbliith und unter Mitwirkung der Herren Sammy Gronemann und Sh. Friedmann als Richter folgendes einstimmige Urteil gefällt: ״Von der Anklage ehrenrührigen Verhaltens im Zusammenhang mit den Vorgängen, die im März 1935 zu seiner Entlassung aus dem Beamtenstab des Keren Kajemeth Lejisrael in Haifa führten, wird Herr Hans Rosenkranz freigesprochen.“ In der Begründung erklärt das Urteil des Ehrengerichtes, ״daß durch die zur Verhandlung stehenden Vorgänge die Ehre des Gesinnungsgenossen nicht beeinträchtigt wird, von dem bekannt ist, daß er lange Zeit auf den verschiedensten Gebieten in der aktiven zionistisehen Arbeit gestanden hat“. ßm Ihre Umzüge und Transporte jeder Art noch allen Teilen der Welt Gepäckbeförderung / Lagerung Verpackung / Versicherung durch BRASCH & ROTHENSTEIN INHABER HARRY W. HAMACHER Hauptgeschäft: BERLIN NW 40, Lüneburger Straße 22 / Ruf t 35 66 41 Zweigniederlassungen an allen verkehrswichtigen Plätzen t

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