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Jüdische Rundschau · 1937-06-11 · Heft 46 (11.6.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 46 (11.6.1937)
Date
1937-06-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46, 11. VI, 1937 Die abgelehnte Schedule Regierung verteilt selbst die 220 Zertifikate / Erklärung im Unterhaus abgehen kann, bevor sie nicht den Bericht der Kgl. Kom• mission erhalten hat. Abg, Mander: Werden diese 220 Einwanderer nach Palästina kommen oder nicht? Der Minister: Doch. Ich nehme an, daß die Behörde In Palästina die Zertifikate verteilen wird, nicht aber die Jewish Agency. Abg. Crossbie: Bedeutet dies, daß diese 220 Zertifikats*Ein\vanderer nicht einwandern werden? Darf ich auch fragen, warum der Minister sich von der Jewish Agency bedrohen lassen soll? Minister Orms by-Gore: Ich werde von der Jewish Agency nicht im mindesten bedroht. Wenn sie diese 220 Zertifikate, die der High Commissioncr nach dem üblichen Verfahren herausgegeben hat, nicht will, dann ist das Ein- Wanderungsdepartment durchaus berechtigt, selbst darüber zu verfügen. * Auf eine Frage des Abgeordneten Morgan, ob der neue Kolonial-Handelsausschuß sich mit dem Absatz der Produkte von Mandatsgebieten des britischen Kolonialreiches befassen und ob er in der Lage sein werde, im besonderen den Absatz von palästinensischen Zitrusfrüchten zu fördern, antwortete der Kolonienminister, der erste Teil der Frage sei zu bejahen. Was den zweiten Teil betrifft, so werde es innerhalb der Befugnis des Ausschusses liegen, sich mit dem Absatz palästinensischer Zitrusfrüchte zu hegütigen. Doch werde es Sache des Ausschusses selbst sein, sein Programm festzulegen. Er, der Minister, könne den Ausschuß darin nicht im voraus binden. dafür zu gewinnen. Hier beginnt die Rolle des Emir Abdullah. Dieser kluge arabische Politiker hat nicht nur wahrend der Krönung in London Beziehungen angeknüpft, er ist auch, was besonders wichtig ist, nach Ankara gefahren; er hat in einer sehr diplomatischen Form erklärt, er halte es für möglich, eine Kompromißformel für Palästina zu finden. Es ist schwierig, die wahre Kräfteverteilung innerhalb des arabischen Lagers zu beurteilen. Eine eruptive nationale Bewegung in ihren ersten Stadien ist unberechenbar, und tut zuweilen auch Dinge, die der Außenstehende als ihren eigenen Interessen widersprechend erkennt. Mit dieser Tatsache hat wohl auch England zu rechnen, und darum wurde mehrmals nachdritcklich gesagt, daß England die von der Regierung beschlossene Politik unbedingt durchführen werde. Es ist — verglichen mit einigen Jahren zuvor — ein anderes England, das hier spricht, ein England, das sich auf seine eigene Stärke besonnen hat. Wie auch die Gerüchte wechseln, den endgültigen Kurs der britischen Politik wird man erst am Tage des Erscheinens des Weißbuches kennen. .Wie viele Komplikationen jede Lösung eines derart!- gen Interessenkonfliktes mit sich bringt, zeigt in der nächsten Nachbarschaft Palästinas in eklatanter Weise die Lage in Serien. Bei der letzten Sitzung des Völkerbundsrates wurde Bezüglich des Sandschaks Alexandrette ein Kompromiß vereinbart, das auf eine weitgehende türkische Autonomie in diesem Gebiete hinausläuft. Diese 1 osting hat zu Unruhen in Syrien geführt, die mit (1er Verhängung des Kriegszustandes im Samlsehak beantwortet werden mußten. Es heißt, daß die Türken zwei Divisionen an der Grenze mobilisiert haben. Die Franzosen haben sich bemüht, einen Ausgleich mit den nationalen Ambitionen der Syrer herbei/ufnhrcu. Syrien wurde die Selbständigkeit und der Eintritt in den Völkerbund /;!gesichert, die radikalen svrisclH'ii Nationalisten, darunter der bekannte Agitator Emir Schekib Aiobn, von dessen׳ Tätigkeit in Genf und in,׳inclien curopäDchen Staaten wir mehrmals berichtet haben, wurden amnestiert; es ist unbestritten, daß Syrien militärisch mul pnlitDcii auf die Verteidigung durch Frankreich nngcwirwfi und einem türkischen Angriff nicht gewachsen ist. Dennoch hat bei den Arabern die Genfer Regelung große E 1! t r ii s t u n g gegen Frankreich her v!.׳r gern fen. Die S p a n n u 11 g z w i s c 11 e 11 d e r T ü r k e i u 11 d d e n a r a b i s c 11 e!1 N afionalist e n ist ein Faktor ersten Ranges im Vorderen Orient geworden. Um so größeres Interesse verdient die Reise Emir Abdullahs nach Ankara. Die türkische Militärmacht wünscht an ihrer südlichen Grenzt* keinem großarabischen Staat; und nach der Innigkeit der englisch-türkischen Beziehungen, die erst kürzlich in verschiedenen Kundgebungen anläßlich der Eröffnung 'des riesigen Eisenwerkes in Karabük (bei dessen Organisierung, nebenbei bemerkt, ein palästinen- *rischer Jude namens Klarinski nach Meldungen der tiirkischen Presse eine führende Rolle gespielt haben soll) Ausdruck gefunden hat, darf man annchmen, daß die Türkei sich bezüglich der Gestaltung des Vorderen Orients in Uebercinstämmung mit England befindet. Es gibt Vermutungen, daß die Türkei den Hafen von Alexandrette als eventuellen Endpunkt einer neuen Rohrleitung für Petroleum aus Mossul braucht (die neben die englische I.eiumg nach Haifa und die französische nach Tripoii trden würde), und daß England solchen Plänen nicht widerspricht. Die neue türkisch-englische Freundschaff, die och bei der Dardanellen - Konferenz in Montreux bewahrt hat, ist ein Glied in den Be- Strebungen Englands zur Sicherung des Status quo und des Friedens in! östlichen Mitfelmecr, unter diesem Gesichtspmikt abo auch von hoher Bedeutung fiir die Sicherheit Palästinas. Diesem Verhältnis, das nach Osten durch die Verträge der Türkei mit Irak, Iran und Afghanisfan enveiurt wird, sollen anscheinend auch die einzelnen arabDchen StaaUgebilde in irgendeiner Form angegliedert werden, ohne daß durch deren Zusammen- Schweißung eine Bedrohung der türkischen Aspirationen erfolgt. Im Vorderen Orient beobachten wir in den letzten Jahren eine überaus rege diplomatische Tätigkeit, Reisen von 'Ministern und Delegationen, Bündnisentwürfe und -vertrage, und es ist nicht zu bezweifeln, daß dieses für England äußerst wuchtige System auch mit der Pa- 1 ä s t i n a f r a g e in Zusammenhang gebracht wird. Wenn es in solchen Dingen eine Logik gäbe, so müßten die palästinensischen Araber bestrebt sein, die Stellung Palästinas in diesem Wettlauf rivalisierender Kräfte mögliehst zu stärken und zu sichern. Wie die Dinge aber liegen, wird es wohl noch geraume Zeit dauern, bevor sich eine Entwicklung ruhigen Aufstiegs und .Wohlstands vollziehen kann. Constnnce Rum hold, die Tochter des Vizepräsidenten der Royal Commission, Sir Horace Rumbold, schrieb im neuesten Heft des ״(j eographical Magazin“ einen Aufsatz über die Fellachen in Palästina. Sie führt u. a. aus: Die arabischen Bauern widersetzen sich mit Erbitterung gegen das grausame Eindringen der gewaltigen Kräfte der Moderne und Kultur in Verfolg der jüdischen Einwanderung. Sie wollen von den zivilisatorischen Einflüssen der Juden keinen Gebrauch machen. Sie verstehen sehr wohl, daß sie von den Juden verschiedentlich profitieren, aber daran liegt ihnen nichts. Der größte Teil der ländlichen Bevölkerung hegt keinen großen Haß gegen die Juden als Rasse, sondern nur gegen den Zionismus und das Nationalheim. Die extremen Kreise wenden als Mittel des Ausdrucks dieses ihres Hasses Mord und Terror gegen die Juden an. In Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Mander gab Kolonienminister Orm«by-Gore Im Unterhaus am Mittwoch bekannt, daß das Einwanderungsdepartment der Palästina-Regierung Uber die von der Jewish Agency abgelehnten 220 Zertifikate aus der letztem Schedule verfügen werde. Der Abgeordnete hatte gefragt, ob die Jewish Agency die gegenwärtige Arbeiter-Schedule angenommen oder abgelehnt habe, und was die Regierung zu tun gedenke. Der Kolon i en m i n ist e r antwortete: Von der Jewish Agency wurde eine Erklärung veröffentlicht, aus der zu entnehmen ist, daß sie beschlossen hat, zwar die 400 Zertifikate anzunehmen, die für deutsche Juden bestimmt sind, deren Ansiedlung aus Mitteln unterstützt werden soll, die der Central Council for German Jewry zur 'Verfügung gestellt hat, dagegen die übrigen 220 Zertifikate der Sehedule abzulchnen. Es ist mir nicht bekannt, daß dieser Be- Schluß irgendeine Handlung seitens der Regierung erfordert. Abg. Mander: Kann der Minister im Hinblick darauf, daß die von der Jewish Agency abgelehnte Schedule eine Travestie des Mandats ist, sagen, was er in bezug auf die Einwanderung nach Palästina zu unternehmen gedenkt, da die Jewish Agency nicht geneigt ist, die Schedule anzunehmen? Minister Ormsby-Gore: Wie der Abgeordnete Mander weiß, hat die Jewish Agency eine Beschwerde erhoben und eine Petition an die Regierung gerichtet. Was die allgemeine Seite der Angelegenheit betrifft, so ist es, wie ich wiederholt dargelegt habe, klar, daß die Regierung nicht von dem genauen Wortlaut des Mac Donald-Briefes an Dr. Weizmann (Fortsetzung von Seite 1) Der erste Verteidiger, der Nichtjude Dombrowski, wandte sich scharf gegen die judenfeindlichen Angriffe seiner Vorredner. Er habe sich darauf vorbereitet, in einem gewohnlichen Mordprozeß aufzufreten, sehe aber jetzt, daß ihm eine umfassendere Aufgabe gestellt sei. Die Verletimdüngen, die hier vorgebracht worden seien, hätten ihr Ziel verfehlt und fielen schwer auf die Ehre seines eigenen Volkes, des polnischen, zurück. Der Redner sprach den nationaldemokratischen Anwälten das Recht ab, als Sachualtcr von Armee und Volk aufzutreten. Er sei ein mindestens ebenso guter Pole wie seine Vorredner und sei durch seinen langen Kampf für Polen viel eher als Vertreter des Volkes legitimiert. Es gelle nicht an, die jüdische Bevölkerung der Grenzgebiete als unzuverlässig zu erklären, weil sie einmal einem anderen Staat angehört hat. 1018 hätten die jetzt in Polen lebenden Ukrainer gegen Polen gekämpft. Solle man daraus folgern, daß es nie mehr eine Verständigung mit ihnen geben könne? Der Verteidiger brandmarkte die Rachedrohungen der Privatklagevertreter und erklärte, es sei unmöglich, aus der Tat eines anormalen Mensehen eine polnisch-jüdische nationale Angelegenheit _ zu konstruieren. Chatzkelcwicz gehöre ins Irrenhaus, nicht ins Gefängnis. Es dürfe nicht zugelassen werden, daß der Haß, der auf den Bänken der Gegenseite gepredigt wurde, aus dem Geriehtssaal hinausdringe. Auch der Verteidiger Hotngwili wandte sich gegen den Versuch, dem Prozeß eine Wendung zu geben, durch die das ganze jüdische Volk unter Anklage gestellt werden soll. Aus den Memoiren des Chatzkelewicz gehe hervor, daß er sich acht Jahre lang mit den Racheplänen gegen Bujak getragen hat. Man habe hier die Ueberzeugung gewonnen, daß der Ermordete ein guter Mensch war. Nur auf die verminderte Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten sei es daher zurückzuführen, daß er trotzdem al! die Jahre hindurch von Verfolgungs- und Rachegedanken beherrscht war. Daß Chatzkelewicz nicht normal ist, sei auch daraus zu ersehen, daß er, als man ihm von den furchtbaren ju denfcindlichcn Ausschreitungen erzählte, die durch seine Tat hervorgerufen worden waren, erklärt hat: ״Was geht das mich an; hole die Pest alle Juden!“ Es gehe nicht an, das Urteil der Psychiater außer acht zu lassen. Der dritte Verteidiger, Adv. Rosenzweig, konnte sein Plädoyer nicht halten. Die. Verhandlung hatte ihn so erregt, daß er in Ohnmacht fiel. Chatzkelewicz selbst braclite in seinem Schlußwort unzusammenhängende Reden vor, von denen man nur soviel verstand, daß er seine schon früher vorgebrachte Behauptung, Bujak habe ihn ertränken wollen, aufrecht erhielt. 9 Die gesamte Presse Polens berichtet ausführlich über den Cliatzkelewicz-Prozeß und kommentiert je nach ihrer politischen Einstellung das Urteil in verschiedener Weise. Die Tageszeitung ״ABC“, das Hauptorgan der Nat i 011 a I r a d i k a I e n, erklärt, mit der bankrotten Doktrin der Gleichheit aller Bürger müsse jetzt Schluß gemacht werden, Juden seien vom Heeresdienst auszuschlteßen. Das Echo bei den «Inden Der Teil der Begründung des Urteils gegen Juda Chatzkelewicz, in dem gesagt wird, daß die feindselige Einstellung eines Teils der jüdischen Bevölkerung und der jüdischen Presse einen indirekten Einfluß auf den Entschluß des Mörders gehabt habe, wird in der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit als eine unbegründete und schwerkränkende Behauptung empfunden. Der Verband der jiidisehen Journalisten Polens erhebt in einer Erklärung Einspruch egen diese Unterstellung. Sämtliche jüdischen Zeitungen, die iese Erklärung gebracht hatten, wurden beschlagnahmt und mußten in zweiter Auflage erscheinen. Der Vorsitzende des Jüdischen Parlamentsklubs, Abg. Emil Sommerstein, hat beim Unterstaatssekretär für Justiz, Szelmanski, Protest daegen erhoben, daß von dem Warschauer Gericht die jüdische resse und das jüdische Volk für die Tat eines Einzelnen verantwortlich gemacht wurden. Unter dem Eindruck der Ausschreitungen von Brest- L i t«w s k hat der Board of Deputies das Joint Foreign Committee beauftragt, eine Hilfsaktion durchzuführen und alle bisher von verschiedenen Stellen zugunsten der Juden Osteuropas unternommenen Teilaktionen zu einer einheitlichen Aktion zu vereinigen. Zum Präsidenten des Board of Deputies wurde Neville L as k i einstimmig wiedergewählt; zu Vizepräsidenten wählte der Board Lionel L. Cohen und Sir Robert Waley Cohen. Unruhen In Alexandrette Schekib Arslazt kehrt zurück K. Paris, 8. Juni Die Unterzeichnung des Sandschak-Abkom mens durch Frankreich und die Türkei sowie die Annahme des autonomen Sandschakstatutes haben — wie zu erwarten — erhebliehe Unzufriedenheit in Syrien hervorgerufen, ln Damaskus und in anderen syrischen Städten ist es zu großen Volksdemonstrationen gekommen, die von den syrisehen Nationalisten einberufen worden waren. Die Redner griffen Frankreich und die Türkei heftig an und verlangten von der Regierung Syriens eine unnachgiebige Haltung. Der syrische Ministerpräsident versprach auch, in Paris und Genf hinsichtlich einer Abänderung des Sandschakslatutes entsprechend den syrischen Wünschen cinzutreten. Die Menge brachte Hochrufe auf den ״syrischen und arabischen Sandschak“ aus. Die nationalistische Agitation in Syrien ist in den letzten Wochen erheblich durch die Rückkehr der syrischen Nationalistenführer, die vom Hochkommissar de Märtel als Zeichen der Befriedung der französisch-syrischen Beziehungen amnestiert worden waren, gestiegen. II. a. sprach der oft genannte Generalsekretär des syrisch-palästinensischen Komitees in Genf, Emir Schekib A r s 1 a n, der nach zehn ahren in die Heimat zurückkehrt, in Beirut in außerordentlich eftiger Weise und griff ti. a. auch England wegen seiner Unterstützung des Zionismus heftig an. Schwerwiegendere unmittelbare Folgen als die DemonSttationen in den syrischen Städten hatten die Zusammenstöße, die in Al ex and rette und Antiochien zwischen den arabischen und türkischen Bcvölkerimgsgruppen stattfanden. Es gab zahlreiche Verwundete, und erst das energische Eingreifen der_ Truppen konnte die Ordnung wieder herstellcn. Bedenklich ist vor allem, daß sich die aufgehetzte Menge auch an Beamte türkischer Abkunft vergriff und einige von ihnen verletzte. Diese Vorgänge haben in Ankara erhebliche Erregung hervorgerufen und die türkische Presse fordert Sanktionen. Nach einer Meldung aus Beirut wurde im türkischen Rundfunk die Nachricht verbreitet, daß zwei türkische Divisionen an der Grenze des Sandschak konzentriert sind, um im Notfall einzugreifen, doch liegt eine offizielle Bestätigung dieser Mitteilungen in Paris nicht vor. Der französische Kommissar in Alexandrette hat eine gemeinsame Konferenz der arabischen und türkischen Führer einberufen, um eine Wiederholung dieser Zwischenfälle zu verhindern, in Paris werden die Vorgänge in Damaskus mit Besorgnis verfolgt. Man fragt sich, ob es der syrischen Regierung gelingen wird, die radikalen Elemente zur Ruhe zu bringen. Jüdische Emigranten in Portugal Lissabon, im Juni. In einer amtlichen Erklärung wird den Berichten über Massenausweisung jüdischer Auswanderer, die in Portugal Zuflucht gesucht haben, entgegengetreten. In der Erklärung heißt es, daß es zu keiner Massenausweisung von Juden gekommen ist. Vielmehr habe es sich bei den 'Ausgewiesenen um Personen gehandelt, die in allen Ländern als unerwünscht gegölten hätten. Ausländische Juden in Portugal seien allgemein geltenden Gesetzen unterworfen, die die Einreise und den Aufenthalt von Ausländern regeln. Kein Jude habe daher zu befürchten, daß er in Portugal in eine schwierige Lage geraten könnte. Es sei auch für Portugal unnötig, dem vom Völkerbund vorgesclilagenen Abkommen beinitreten, demzufolge besondere Gesetze für jüdische Ausgewanderte geschaffen werden sollen, durch die sie fast die gleichen Privilegien wie die einheimische Bevölkerung erlangen würden. Wir nehmen die Bekanntmachung der portugiesischen Regierung mit Genugtuung zur Kenntnis. Auch durch Zu- Schriften aus dem Leserkreis sind wir darüber unterrichtet worden, daß eine Diskriminierung zu ungunsten der Juden in Portugal nicht besteht. Die Zentrale Aerztekammer für Polen, der unter 28 Delegierten nur drei Juden angehören, hat auf einer in Warschau abgehaltenen Sitzung die von einem Arzte aus Posen beantragte Einführung des Numerus clausus f ü r luden im ärztlichen Beruf abgelehnt. Dagegen hat die Kammer beschlossen, im Ausland erworbene ärztliche Diplome nicht mehr anzuerkennen. Hauptschriftleiter: Dr. Robert W e 11 s c h, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom X. April 1936. Verlag und Anzeigenverwattung: Jüdische Rundschau, Berlin VV15, Meiriekestr. 10• D.A U1937 33 816. — Druck: Siegfried Schalem, Berlin-Schöneberg. Das Warschauer Urteil TRATTNER-SCHUH - Der elegante Schuh, auch für empfindliche Füße Berlin wis, Knesebeckstr. 43/44 (1 Minute von Dobrinj Ruf: 916993 Nach Maß u.fertig Auch Reparaturen Solide Preise

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