Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 45 (8.6.1937)
- Date
- 1937-06-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 45, 8. JUN! 1937 AUS HEM REICH Hamburger Chronik Von unserem Berichterstatter Gemeindeleben. Die neue Repräsentanz der Hamburger Gemeinde trat am 3. Mai zu ihrer ersten konstituierenden Sitzung zusammen. Dieses altneue Kollegium (es entspricht in seiner Zusammensetzung de!11 bis dahin repräsentierenden) hatte vor allem sein Büro zu wählen. Obwohl die zionistische Fraktion und mit iiir viele Mitglieder der Repräsentanz, eine Wandlung in der Zusammensetzung des Büros gewünscht hätten, kam man doch aus manchen arbeitsmäßigen und taktischen t Vberleptingen zu dem Entschluß, den früheren Vorsitzenden der Repräsentanz wieder zu wählen. — Der Monat Mai stand im Zeichen der Jugendausstellung ״Wir jungen Juden“. Dem l.andesausschuß der jüdischen Jugendorganisationen als Veranstalter dieser Ausstellung war cs gelungen, in den neun Raumen des Jugendheims, Johnsallee 5-1, eine anschauliche IJebersicht über das Leben der jüdischen Jugend in Hamburg zu geben. Die Tätigkeit des Jugendamtes der (ieineiiide, des Landesausschusses, das Leben in den Jugeiidlmnden, die Berufsproblematik, die Umschichlungsarbeit des llechaiuz, und der Lehrkurse der Beratungsstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, d e kulturelle Bedcutung der Arbeit der indischen Schulen, der Franz• Kosenzweig־( iedachtni-stifning, de.־ Kulturbundes, sowie das künstlerische Schaffen jiidisi 111 r In und wurden idcenvoll und 1 inpragsam zur I)arste'limg gebracht. Bedeutsam war. daß es Jugendliche uaren, die die Ausheilung entworfen und in allen f ei'eu diirchgefuhrt habe!, ihr Initiator war Dr, Da- Ttiel B r o c h e -. Die ktmstVrischc A״s :ehalumg lag in den flandrii von licnih.itd De!hart, Theo Lew v und Adolf 1'c I / 1 g, ileicu kiins'lcri-.c'iie 1 n-.tunge!1 allgemeine Anerkenming gitiuuirg halicn. Am 5. Mai wurde die Ausstellung cr.iflin-t. I »1e I 1f>!!1H!11g>an'.pra. he hielt namens des Landesaussrhu-׳.-.rs Dr. Dann-i lä t 11!׳1 11 ׳ s für den Vorhand der Gemeinde und das lu;eridamt sprach Dr. I'rnst 1.0 wenborg. I itr Jen l-.’emisaigschüfi des Jüdischen Jugend verbände begrüßte Dr. H;]n!v י־־ w;1 r s e!1 s k y, Berlin. Die Brofinungsfiaer \\ iirde ge-clilussen v11״ Dr. Max Blaut mit dem Dank des I and1.׳-־.a11ss!-|H1-;-.cs an alle Erschienenen und L'örderer clie'iT \!ne t■ 11!•!!:>. Die Ausstellung uunle von etwa 20( 0 Menschen be-uiebt. Als literaiis.he Ergänzung wunie eine Broselun e he: aiisgegcbmi, die 111 d־ci Aufsätzen: ,,Wir jungen Juden" von I >r. 1). Broches, ״Indische Jugend und Bildung■״״\ ׳ |>!-. Ernst i öwenberg, ״Zur Bemfsfrage und -atishildung der pah-chen lugend“ von |ehuda Marcus, eine Vertiefung der in der Ausstellung aufge/eigteil Probleme ermöglichte. Zionistisches Leben. Die Arbeit der Zionistischen Ortsgruppe ";11־ in dun letzten Wochen beherrscht von der Schekel-Aktion. Am 10. Mai fand als Auftakt der Aktion eine Versammlung aller .Mitarbeiter statt. Die verantwortliehen Leiter der Hamburger Zionistischen Vereinigung und aller allgeschlossenen Organisationen legten ihr Bekenntnis zu in Schekel ab und forderten zu intensiver Mitarbeit auf. Der Vorsitzende der II. Z. V., Dr. P. Z a d i k, verpflichtete die Anwesenden zu vollstem Einsatz, Dr. M. F! e s c!! sprach über die politische Situation des Zionismus und die Aulgaben des Kongresses. — Am 25. Mai wurde in Hamburg der Palästinafilm ״Hatikwah“ aufgeführt. In drei überfüllten Veranstaltungen vermochte der Film, unterstrichen durch die eindrucksvollen Ansprachen von Dr. Joachim P r i n z, eine zionistische Atmosphäre und Palistinaverbundenheit zu schaffen. Auch der Arbeit des Keren Hajessod, der zur Zeit seine Aktion in Hamburg fortsetzt, wird die Wirkung des Films von besonderem Nutzen sein können. W. Familien-Nachrichten Der lang!.1!,r:g> V-.־;־:,-י:: T!1,0 '-vn.ig;׳'<׳.gvnv. inüc IvGrnn. Hrrr Jacob Müller, Iv.-vi12 4■׳:, ■׳׳. Ju:t den 75. Gröar'-fng. Ilcrr I.1 \Y *.:Irr, 1 L4i.n1 .1. M., K1.־!;ivr4r. 5, lu־gG;! am 12. Jti'.i T-n 7•־. (; L14׳ : Das LG׳n ur!׳־■!" n:.l \\’! I n b e r q 0 r, liavreuth, am 7. ja'ai Tr -־■! ö ■ - iD Künstlerisches und geistiges Leben Stuttgart. Hier fand eine Ausstellung der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemeinschaft statt, bei der Werke von Ignaz. Kaufmann, Dina (öy tu baiist, Klara Neuburger, Emilie Ott, Meta Treu, Alice Haarburger, Hermann Fccheiibach und der Bildhauerin Margarethe Garthe zu sehen waren. Paula Strauß zeigte Goldschmiedearbeiten, Hanna Zuntz Kleinkeramik. Die Ausstellung fand außerordentliches Interesse und hafte Erfolg. — Wer das Glück batte, einmal eine Stunde oder mehr mit Karl Adler singen und musizieren zu dürfen, der weiß, welche Beseligung von seiner Person und der Art seines Musi/.ierens ausgeht. Die 6. Veranstaltung des Sing- und Instiumontalkreiscs der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemcinschaft (and einen vollbesetzten Saal, sah ein Podium mit etwa 200 lnstrumenia'.isten und Sängern. Jede Einzelheit, die Karl Adler bei seinen Singgemeinschaften als Forderung an seine Flörer- und Sängerschaft stellt, ist bei seinem Singkreis in die Tat umgesetzt. Dieser Singkreis ist viel mehr als ein Chor im landläufigen Sinn, hier ist wirklich Gemeinschaft geworden, von einem Geist beseelt. Hier wird wirklich gesungen, dieses Singen ist ״klingend gestaltetes und gestaltendes Leben“. Alle Elemente des Singens werden beherrscht. Das Piano ist timende Ruhe, kein Säuseln, das Forte ist gehändigte Kraft, kein siimmprotzender Lärm. Das Wort kommt voll zu seinem Recht, wird klar in Klang umgesetzt. Ond so geht dieses Singen nicht nur ins Ohr, sondern auch ins Herz. Daß diese von Karl Adler erstrebte Höhe auch bei seiner Iiistruinentalgemeinschaft im Wenden ist, war schon in der ausgezeichnet disziplinierten, delikaten Begleitung eines Klar ierkonzertes zu spüren. Einzelne aus der Gemeinschaft lu rauszugi eifen, weil sie sch erfolgre ch solistisch betätigten, geht nicht an. Es wäre fast gleichbedeutend mit einer Verkennung der Gemeinschaft. Ebenso kann hier Abstand genomnten werden von einer Wiedergabe des Programms, zu dem viel Programmatisches zu sagen wäre. Jul. K r a e in e r, Heidelberg Wiesbaden. Vom Jüdische ח Lehr h a 11 s. Der Hauptwert lag auf den Arbcitsge m e i n s c h a f t e n, die sich mit allgemein bildenden und jüdischen Fragen beschäftigten. Fs wurden folgende Arbeitsgemeinschaften durchgefiihrt: Einführung in den Text der Bibel und ihrer Kommentare (Lehrer Capell). Einführung in die Talmud-Lektüre (Lehrer Grünebäum). In modern-hebräischer Sprache wurden eine ganze Reihe von Kursen abgehaltcn (Lehrer Pamisch). Das iiid i s c 11 - w i s s e n s c h a f 11 i c!1 e Gebiet wurde in verschiedenen Kursen bearbeitet, und zwar: Jüdische Stätten an Rhein und Main mit Exkursionen (Lehrer Lilienthal). Leinführung in die Kulturgeschichte der Juden (Dr. Lazarus). Für Jugendliche war bestimmt ein Kurs über: Die Bedeutung Franz Rosenzweigs für das heutige Judentum an der Hand seiner Briefe (Dr. Lazarus). Neben der Pflege des jüdischen Wissens wurde die allgemeine Bildung nicht vernachlässigt. Es leiteten eine Arbeitsgemeinschaft über: Die europäische Literatur in der zweiten Lfälfte des 19. Jahrhunderts, Herr L)r. Alfred Mavcr, Wiesbaden. Eine Einführung in die Physik des Alltags gab Herr Hanns Berger. Englische Sprachkurse leitete Herr Studienrat Steinhard, Stenographiektirse Fräulein Ruth Lehmann. Für die breitere Oeffuitlichkcit war ein V o r t r a g s - 7, v k 1 u s bestimmt, der den Titel führte: ״Sinngehting des Judentums, dargestellt an charakteristischen Gestalteu unserer Geschichte“. Der Zyklus hatte das Ziel, in leichter, populär-wissenschaftlicher Form an charakferistiselten Gestalten unserer Geschichte die verschiedenen Wesensformen des Judentums darzustellen und sielt mit deren Problematik auseinanderzusetzen. Es sprachen in dieser Reihe: Dr. Grünewald, Mannheim, über ״Abraham“; Dr. Dienematin, Offenbach, über ,״Mosche, der Volksgrtinder“ und über ״Hiob, der Kampf um die Gerechtigkeit“; Dr. Hahn, Essen, über ״Jehuda Halevi“; Dr. Rosenberg, Worms, über ״Achad Haam der neue Jude —■ das Ziel“. Sämtliche Kurse und auch die öffentlichen Vorträge waren gut besucht. Trotz der geringen finanziellen Mittel, die dem Lchrhaus zur Verfügung stehen, hofft man, auch im kommenden Sommer- und Winter- Halbjahr die Arbeit aufrechtzuerhaltcn und sie noch zu erweitern, und besonders für die schulentlassene Jugend durch Einrichtung von geeigneten Arbeitsgemeinschaften zu sorgen. Zionistisches und Gemeindeleben Aschaffenburg. Am 27. April ist in München Herr David Cahn in! 73. Lebensjahre htämgegangen. Der Verstorbene war Gründer und Milinhaber eines der bedeutendsten Industrieunternehmen Asrhaffenburgs. Kr war ein Mann von *eitcnt*n (dsaraktergulxui, deren Grunözüge durch Güte und wohltätig« Gesinnung gekemi* zciehnet sind. Kür ötiVntÜrh-jiHLehe belange, insbesondere für die!Erfordernisse der Gemeinde hat er sieh in steter Opferbereitschalt allezeit persönlich eingesetzt. In früheren Jahren gehörte er lange Zeit der Gemeindeverwaltung an; er bekleidete das Amt des Syn• agogenvorstandes. In den letzten Jahren lebte er in München im Ruhestand. Delmenhorst. Herr Julius Schwabe verläßt mit seiner Frau Deutschland, um zu seinen Töchtern in Brasilien auf eine neugegriindete Farm 7.11 gehen. Sein Grundbesitz» der sich genau 210 Jahre im Familienbesitz befand ist in mische IFinde übergegangen. Schwabe war der Gründer der ZOG. und gehörte seitdem zu ihrem Vorstand. Duisburg. Die Jüdische Volksschule Duisburg feierte ihr zehnjahi iges Bestehen. Die Feier wurde durch einen hestgottes• dienst eingeleitet. Rahb. Dr. Ncumark würdigte das Wirken der Jüdischen Schule für die jüdische Jugend DuLburgs. — In einer Morgenfeier wies der Leiter der Schule, Herr Frank, auf die Kämpfe bin, die der Gründung der Schule voiatisgingen. l'bn gemütliebes BeGamnicn-win vereinigte nahezu TOQ ehemalige Schüler nnt ihren Fehlern. Der Höhepunkt der Veranstaltungen war die Autführung des Festspiels ״Der junge Josef־‘. — Rabb. Dr. Neumark hielt im Rahmen de> Guttcsdienues einen Vortrag über Don Isaak Abravanel. Elbing. In der ersten diesjährigen Sitzung der ZOG. wurde narb einem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Georg O c h s der 1 lau-diaitsphm der Gemeinde einstimmig angenommen. Dank der Opfcrfreudigkeit der noch in der Gemeinde Verbliebenen war es möglich, allem gerecht. 7m werden, was die Not erheischt. I’ur Wohlfahrt wurden 1936 4344 RM. verausgabt, wahrend der ganze Etat in Kinnahme und Ausgabe mit 13 550 RM. abschloß. Elbing hat den stärksten prozentualen Rückgang unter allen Gemeinden ().stpreußena. Vorsteher F lato w berichtete über die Winterhille; bei einer Seelenzahl von 180 sind 55 Personen von dir zu betreuen. Forst (Lausitz). Vor kurzem verlieh Rabbinern Dr. Bieter die Gemeinde, um einem Ruf nach Zopnot zu folgen. Sein Weggang wird insbesondere von der ZUG., deren Mitglied er war, außerordentlich bedauert. Dr. Bieler hatte die Tarbuth-Arbelt mit seltener Hingabe geleitet. Die Generalversammlung betätigte mit einer Ausnahme den alten Vorstand. Günter P r e 11 Ij wurde als stellvertretender Vorsitzender neu hinzugewählt. Gieiwitz. Vor einiger Zeit fand eine P e ״ i s c h a h - I w r i t h für den Zionistischen Gruppenverband Obersrbleüen statt. Bei der Veranstaltung waren alle Ortsgruppen der Provinz vertreten, insbesondere war die Teilnehmerschaft aus Reuthen, Gieiwitz und Ilindenburg sehr zahlreich. Nach Eröffnung durch Herrn Sehkedi berichtete Herr Bündel, Gieiwitz, über die hebräische Arbeit in der dortigen Zionistischen Ortsgruppe und dem Chug Iwrith. Fr gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese erste Zusammenkunft: mir ein Auftakt für weitere hebräische Veranstaltungen sein soll. Es sollen alle hebräischen Lehrkräfte zumrimiengetaut werden. Alle hebräisch* sprechenden oberschlcsisclicn Juden sollen die Gelegenheit der öfteren Zusammenkunft bekommen. Rabb. Ihr. Weinberg hielt ein Refc• rat über ״Die Lage der hebräischen Sprache in Polen und in Deutschiand“, um danach eine Uebersicht über die Situation der hebräischen Arbeit in Oberschlesien zu geben. Anschließend fand eine Diskussion statt. Die Tagung wurde mit. einer Aufführung des neuesten. KK.L- Films beendet, bei der Herr Sehkedi die Erläuterungen in hebräischer Sprache gab. Guben. Der Vorsitzende der ZOG., Dr. Max Redlich, hielt ein Referat, über: ״Pc!>öali־׳he Eindrücke von einer Palästina-Reise 19361937־**. Anschließend fand eine rege Dbkussion statt. M.-Gladbach. Vor einiger Zeit sprach Dr. Gerhard Buetow, Köln, vor den Schülern der jüdischen Schulen über ״Jüdische Volksmusik in Palästina“. Am Abend sprach er in der ZOG. über: ״Jüdische Volksmusik“. Beide Vorträge wurden durch Beispiele auf Schallplatte!! ergänzt. Bar Mizwah-Termine Am 12. Juni (3. Tarnmus): Bcrnt Ruhen, Sohn von Else Ruhen, Duisburg, Neckarstr. 52. — Am 26. Juni (17. Tarnmus): Alfred! Birnbaum, Sohn von Max Birnbaum, Hameln a. Weser.;״•-־ ‘.-#S'; . FRANKFURT a M. QuHstitye■ S׳־־rdqeld landpetd Bahnkarten Flugkarten zu Oriqinalpreisen Palestine 6• Orient Lloyd Vertretung Frankfurt am Main, Alfred Adler Steinweg 9 Telefon 24961 Limonaden-Seruice 7 - teil!* ab RM 2,45 Fmnkfurt-M., Kai.eritrafie 4 OÖSt־ U. EI3-S6rVlC6 Kühlschränke Kieinmübei «Her führenden Fabrikate preiswert and gatl Kaffee — lee — Kakao Weine — Lebensmittel in!!«lonnter Güie Witwe Hassan 1־ »Halen in allen Stadtteilen RADIO |EHRENFELD Frankfurt a. 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