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Jüdische Rundschau · 1937-06-04 · Heft 44 (4.6.1937) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 44 (4.6.1937)
Date
1937-06-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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JODISCHE RUNDSCHAU JÜDISCHE RI Nr. 44, 4. JUNI 1937 Lieber Spielregeln, Ausführungen bestimmungen und — SportgeistI Von Arnold Loos e r, Berlin Wia zu jedem Gesetz ein Kommentar gehört, um eine einheitliche Anwendung zu gewährleisten, so haben auch die Sportgesetze, also die Spielregeln, Ausführungsbestimmungen erhalten. Obwohl sie klar gehalten sind, entstehen doch oft durch Unkenntnis Differenzen, die zuweilen zu unliebsamen Erscheinungen geführt haben. ln meiner langjährigen Praxis habe ich die Erkenntnis bestätigt gefunden, daß der Spiritus reclor in solchen Fällen meistens der sogenannte Crack ist, der glaubt, daß das Spiel, die Zuschauer, der Schiedsrichter usw. nur seinetwegen du seien. Hier heißt es für den Schiedsrichter, rücksichtslos, ohne auf Namen zu achten, vorzugehen. In diesem Rahmen soll versucht werden, an Hand einiger Beispiele, von denen man annehmen müßte, daß darüber eine Disku ssion eigentlich nicht notwendig wäre, za zeigen, daß die meisten die Hegeln und die betreffenden Ausführungsbe• Stimmungen nicht kennen. Im Fußballspiel einer Berliner gegen eine süddeutsche Mahkahi-Flf, das ich leitete und anschließend meinem Kollo• fgen, der eine polnische Makhahi-Mannsehafl schiedsrichterte, ereignete sieh an einem Tage folgender Vorfall zweimal: Der Torwächter der Gäste entzog sieh einem korrekten Angriff des Gegners, indem er sich auf den Hoden warf und den Ball mit seinem Körper deckte. Er machte keine Anstalten aufzustehen, und als es daraufhin einen indirekten Freistoß gegen ihn gab, behaupteten er und seine Kameraden aufgeregt: ,״Ja, der Hall hat doch den Boden berührt!“ Das ist eine ganz, irrige Auiiassung, die ziemlich verbreitet ist. In den Ausführung *bestimmungen zu llet'el 8 heißt cs: ,.Der Torwächter hat die Pflicht, sich des Balles so schnell als möglich zu entledigen." Das I erhalten des Torwächters ist ganz unsportlich gewesen und die Schiedsrichter haben die Pflicht, hiergegen einzugleifen. Auf einem anderen Blatt steht es, daß der Torwächter besonderen Schutz genießt. Ein ander,•r fall, der nicht weniger häufig vor kommt, ist folgender: Der Rechtsaußen hat den hall, während der Linksaußen abseits sicht. In 90 von 100 fallen rufen Tnschauer und Spieler: ,,Herr Schiedsrichter, abseitsEs hätte niemand gesehrien, wenn die Retrcflenden die Ausführung*• besiirnmuncen zu Regel fi gelesen hätten; dort steht: ״Es ist keine Regelverletzung, wenn eia Spieler sich lediglich in Abseitsstellung befindet, sondern erst dann, wenn er in das Spiel eingreift." Man könnte beliebig weitere Beispiele anführen, vor allem die Abstußregel, die irn 1׳origen Jahre geändert wurde, und so mancher Aktive und Sportanhänger würde sagen: ,,Ja, das wußte ich noch nicht!" Hieraus erwächst aber für die Verantwortlichen immer wieder die Pflicht, dafür zu sorgen, daß diese ״Analphabeten“ langsam weniger werden. Wichtig, r mul entscheidender ah alle Bestimmungen aber ist es, in welchem Geiste jeder Sport ausgeübt wird, /hielt hierfür gibt es ein Gesetz — aber ein ungeschriebenes, nicht niedergeiegt in Paragraphen, sondern lediglich ans zwei Worten bestehend, die jedem wahren Sportler alles bedeuten; ״Fair plap!" Sport als Forschungsgegenstand der JWO Das Jüdisch-Wissenschaftliche Institut in Wilna hat neuerdings sein Augenmerk auch auf den jüdischen Sport gerichtet. Im neuesten Bericht des Instituts werden die Ziele dieser neuen Abteilung wie folgt limrissen: 1. Wissenschaftliche Erforschung des jüdischen Sports; 2. Schaffung eines Zentralarchivs für alle Fragen der jüdisehen Sportbewegung in allen Landern; 3, Zusammenstellung einer vollständigen .Sportbibliothek. In dem Bericht heißt es, daß die Sportbewegung; in den letzten Jahrzehnten ein mächtiger Faktor in der jüdisehen Jugend geworden sei und daß es sich als notwendig erwiesen habe, nunmehr an die geschichtliche Darstellung dieser Entwicklung heranzugehen. Zur Erforschung der gegenwärtigen Lage der jüdischen Sportbewegung sind an die Vereine bereits Fragebogen geschickt worden. Auch ist die Sportabteilung der JWO. bereits darangegangen, eine Sportbibliographic zusammennistcllcn und Archiviuaterial zur Ci es :hiehte des jüdischen Sports zu sammeln. Training für jedermann / Bad Reinerz (2. Fortsetzung) Gruppe V. Rücken: a) Mit gegrätschten Beinen Spannbeuge vorwärts, Hände im Nacken verschränkt oder Arme ausgebreitet, dann Fallenlassen der Arme und Krümmen des Rückens und Rückschnellen oder Ziehen zur Spannbeuge; b) In der Bauchlage, Arme ausgebreitet oder nach oben gestreckt, rückwärts Rucken oder Heben der Beine und Arme. Auch Fassen der Fußgelenke mit den rückwärts gestreckten Händen und Anspannen; c) Rumpfbeugen oder Schwingen vorwärts-ahwärts und wieder auf värts-riiek wärts mit Armschwingen, oder das gleiche in der Art der Bode-Welle; d) Im Sitz mit gebeugten Knien und aufgcstelltcn Armen und Füßen Heben ues Unterkörpers nach oben und Senken mit oder ohne Heben der Fersen (eine halbe Brücke). Gruppe VI. Becken und Hüften: a) Mit gegrätschten oder cschlosscnen Beinen und hängenden Armen Kumpf seitwärts engen, ebenso mit einem oder beiden hochgehobenen Armen; b) Mit fest geschlossenen und zusammengepreßten Beinen Drehen des Körpers nach rechts und links, Arme vorn oder hinten verschränkt, oder ausgeb.rcitct ebenso Schwingen; cf Im Sitzen mit gegrätschten Beinen und seitwärts gestreckten Armen, Rumpfbeugen schräg vorwärts, und Drehen so, daß der rechte Arm zum linken Fuß kommt und dann umgekehrt. Dasselbe ebenso jtn Stehen mit gegrätschten Beinen und vorgebeugtem Rumpf; d) Rumpfrolien nach links und rechts durch die Rumpfbeuge oder Spannbeuge. Gruppe VII. Hüften und Oberschenkel: a) Tiefe Kniebeuge und Zusammenkrümmen des Oberkörpers, Hochschnelleil nach oben mit Ausrecken der Arme und Ferscn-Hebcn; dasselbe auch langsam; b) Im Sitz auf dem Boden das rechte Bein vorgestreckt, das linke Bein im Knie gebeugt und seitwärts auf den Boden gelegt, linke Hand faßt das linke Fußgelenk: Rückw;irts?iehen des linken Beines (llürdcnlaufhaltung), wcchse’n zum anderen Bein; c) Im Stand Hochreißen eines Knies zum Anschlag an der Schulter der gleichen Seite und wieder Abwärtsreißen mit Treten nach unten; d) Im Knien Hinsetzen auf die Fersen, Arme vorstrecken, Rumpfheugen rückwärts, Aufrichten mit Vorheben des Reckens zum Knien, Rumpfbeugen vorwärts, wieder Hochheben usw. Gruppe VIII. Unterschenkel und Füße: a) Fußrollen und Wippen in den Zehenstand; b) Aus dem Zehenstand allmäh־ liehe« Senken zum Stand auf den äußeren Fußkanten und Weiterrollen zum Fersenstand mit gehobenen Zehen. Ebenso zurück (nicht auf die innere Fußkante gehen!); c) Laufen oder Hüpfen auf den Zehenspitzen, auch so, daß bei geschlossenen Beinen Zehenstand eingenommen und mit einer kurzen Grätschbewegung ein Grätsch-Fersenstand gemacht wird, Rückbewegung; d) Kreuzschreiten: Kurzer Schritt vorwärts mit Kreuzen des rechten Beines vor dem linken, Zehen zeigen nach rechts, Beugen des Knies umgekehrt. Das wäre aus der eigentlich unerschöpflichen Zahl der Rewegungsmöglichkeitcn eine Reihe von Beispielen, wobei zu bemerken ist, daß unter jedem Buchstaben eigentlich eine ganze Reihe von Hebungen zu finden ist dadurch, daß immer mehrere Modifikationen angegeben sind. Wie man aus den Hebungen sieht, lassen sich die Muskelgruppen wirklich nicht voneinander lösen, jede Bewegung einer Gruppe bringt Koordinationsbewegungen aller Gruppen mit sich. Zur Ausfüllung einer Trainingsstunde nehme man aus jeder Gruppe jeweils eine Hebung, nicht mehr. Man kann jeden Tag eine andere Hebung wählen, aber ich glaube, es hat keinen Zweck, aus einer Gruppe mehrere an einem Tage zu machen. Macht diese Gymnastik nicht länger als 39 Minuten am Tage; ich glaube sogar, wenn man es ordentlich ausfülirt, genügen 20 Minuten vollständig. Unbedingt himveisen aber möchte ich noch auf den Unterschied im Ueben des Turners und Leichtathleten Wenn man sich die Hebtingsgrundfornien ansieht, beachte man, daß ich gegenübergestellt habe: Für den Turner: Freiübungen! Für den Leichta t h 1 e t e n: Gymnastik! i )atnit meine ich im Prinzip der Ausführung: turnerisch: straff, langsam und zügig, korrekte Haltung, Beachtung des Rhvthsmis, Absetzen jeder Bewegting von der nächsten Zeit; leichtathletisch: gelockert, rasch und ruckweise, Haltung unwesentlich, Beachtung der Schnelligkeit, Aneiiiandersehließen der einzelnen Zeiten. Alle diese Unterschiede sind mit Maß zu verstehen. Vor allem soll der Leichtathlet zum turnerischen Svstem übergehen, wenn er aus dem Wettkampfalter entwächst, so daß der Alte Herr über 33 Jahren genau wie der Turner übt. Ebenso selbstverständlich soll auch der Turner eine Anzahl von jeder Hebung rasch und mit Schnellkraft — aber auch in guter Haltung — ausführen. (Schluß folgt.) Jüdischer Sport aus aller Welt Jüdischer Fechter kanadischer Meister. Ernest Gittermann, ein Mitglied der ״Young Men’s Hebrew Association“ Montreal, gelang es, seinen Titel erfolgreich zu verteidigen. Er gewann auch in diesem Jahre wieder die Meisterschaft im Degenfechten. Ein hervorragender Wasserspringen Ein sensationelles Er- ״ebnis brachten die diesjährigen amerikanischen Hallenschwimm-Meisterschnften, Zur allgemeinen Ueberraschung setzte sich hier ein bisher vollkommen unbekannter Springer, AI Patnik, ein aus Polen stammender Jude, durch. Seine Körperbeherrschung und Grazie waren so vollkommen, daß er vom gesamten Kampfgericht mehrfach die Wertungen 0 und 10 erhielt. Patnik erreichte 158,34 Punkte und sicherte sich dadurch den Titel eines USA -Musters. Eine neue jüdische Sprinterin. Ein neues jüdisches Sprinterinnen-Talent wurde kürzlich in New York entdeckt. Die erst 15 Jahre alte Claire Isicson gewann ein 50-Yard- Rennen in 6,5 Sekunden, wobei sie die besten Ncw-Yorkcr Sprinterinnen schlug. An 3. Stelle endete in diesem Rennen die Makkabiahsiegerin Sibyll Ko ff. Bellak wird USA.-Meister. In New York wurden unter Beteiligung zahlreicher europäischer Spitzenspieler die Tischtennis - Meisterschaften von USA. ausgctiagen. Im Herreneinzei sicherte sich Bellak Sieg und Titel über den Tschechen und Weltmeister von 1035 Kolar, den er in 4 Sätzen mit 21:17, 12:21, 21:16, 21:6 abfertigte. Hakoah-Staffel lief Makkabi-Rekord. Im Rahmen eines internationalen Meetings gelang es der Wiener Hakoah, über 4 mal 1500111 einen neuen Makkabi-Wcltrekord in der Zeit von 17:00 Min. aufzustellcn. Die Mannschaft lief in der Aufstellung Feuer, Blödy, Beck und Kaiser. Die neue Marke bedeutet eine wesentliche Verbesserung der. alten Höchstleistung, die 1927 von dem Bar Kochba Berlin mit 17:25,5 Min. geschaffen worden war. Bar Kochba Preßburg schwimmt weiter Rekord. Aul dem nationalen Schwimmfest in Trentschin-Teplitz gab es drei neue Rekorde. Baderle schlug den Ungarn Erdely im 100-m-Rückensclnviinmen in der Rekordzeit von 1:12,2 Min. Außerdem schuf Fracht über 409 m Freistil mit 5:12,9 Min. einen neuen Landesrekord; die 4mal 100-m-FreistiIstaffeI des PreRburger Bar Kochba kam zu einem Sieg und einer neuen Rekordverbesserung in 4:15,4 Min. Der jüdische Langstreckenläufer Oskar Heks gewann den XV. Lauf Dobris—Pribram, der über eine Strecke von 20 km führte, in 1:11:33 Stunden. Durch diesen Sieg sicherte sich Heks den vom Präsidenten der tschechoslowakischen Republik gestifteten Wanderpreis. 4,11 m im Stabhochsprung. Nun ist auch die 4-m־Marke im Stabhochsprung von einem Juden übersprungen worden. David Weich ert, ein aus Rumänien stammender Jude, jetzt Student an der Stanford Universität, übersprang die Marke von 4,11 m! STELLEN MAß KT יי•• י . Y-f• ' Jüngere Kontoristin ptrfrkt in sSrnl], Btirmirbriler,, Fi^u? tind pite Um׳/an״>don!!*>r1, wnd s!־d״rt ge* sucht• Off. unt S 345 .•». d. Atr/.-AM. d. Jfid. Runctachnu, Berlin W ] 5, Mrinelcrrtr. 10. Junge sienotypisi •«fort geaacht* Angebot mit Geholt*ansprdeben unter S 31 7 an die Am -Abt der Jüd. Rundschau Such• für (••!••11 Prlvatmlttasstlsch mtl#!t1st«hende Fräs für Küche und Htuiarbait. Offerten mit Gehaltsoniprüchcn ,unter 8 328 an Anz.-Abt. der jüd. Rundnrhntt, Berlin W 15, Memelceetr. 10 jüngere Peiznam die tüchtig■ ist und im Fach hrstrp.s vertraut, al» 1. K f a f t sofort ver. langt. 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