Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1937-06-01 · Heft 43 (1.6.1937) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 43 (1.6.1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2653625-2653666--30789-2685359
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 43, 1. JUNI 1937 Kfar Schmarjahu Von unserem paIBsii nensiichen Korrespondenten gl. Tel Aviv, 23. Mai Fahrt In den Scharon ln einer der Seitenstraßen, die von der Allenby in Tel Aviv abgehen, ist an einem hellen und noch angenehm kühlen Sommermorgen eine große Gruppe von fröhlich durcheinander schwatzenden Leuten zu finden, so daß die Vorübergehenden stehen bleiben und neugierig fragen, was geschehen wäre. Eine Reihe von Autos fährt an, und bald rollen die Wagen die glatte und jetzt endlich verbreiterte Chaussee entlang, über Petach Tikwah hinaus in die Scharonebene. Heuie erhält eine neue junge Siedlung ihren Namen. Eine Gruppe von Siedlern aus Deutsch- 1 a n d feiert den Bau ihres neuen Kolonisationspunktes und nennt ihn zu Ehren von Schmarjahu L e v i n ״Kfar Schmarjahu“. Bei Petach 'likwäh trefien wir das Auto des High Commissioners, mit seinen zwei Ordonnanzen auf Motorrädern und seiner Suite. Er kommt, um mit den Siedlern ihren großen Tag zu feiern und mit ihnen Schmarjahu Levins zu gedenken, mit dem ihn Jahre hindurch eine enge Freund- Schaft verband, den englischeti General und Politiker und den jüdischen Denker und Redner. ln den Siedlungen, die Schmorjah Levin f״u : Archiv׳ vor Her/liah liegen, merkt man schon die Vorbereitungen für den Empfang des High Commissioners, der unterwegs verschiedenes sehen und eriahren will. Flaggen auf den öffentlichen Gebäuden, die Kinder in sauber geordneten Zügen unter Aufsicht der Lehrer am Wege, wartende Gruppen auf den Hauptstraßen. W'ir lassen Sir Arthur mit seiner Begleitung unterwegs und fahren hinaus nach dem Hügel, der den Mittelpunkt von Kfar Schmarjahu bilden soll. ״Rassco“ Beim Beginn der großen Einwanderung aus Deutschland wurde die Rassco (Rural and Suburban Settlement Company Ltd.) gegründet. Von der richtigen Erkenntnis ausgehend, daß die Siedler aus Deutschland bei ihrer Fest- Setzung in Palästina ihren besonderen Eigenschaften entsprechend behandelt werden müßten, setzte cs sich diese Gesellschaft zur Aufgabe, die Schaffung von landwirtschaftliehen und vorstädtischen Siedlungen für Juden aus Deutschland vorzubereiten, wobei sie sich insbesondere auf die mittelständischen Elemente, die in der Immigration aus Deutschland eine besondere Rolle spielten, einsteilte. An der Gründung der ״Rassco“, die unter der Leitung von Dr. Ford er und Dr. Landsberg steht, beteiligte sich die ,,Zentralstelle für die Ansiedlurig Deutscher Juden“ mit einem Aktienkapital von 20 000 Pfund, von dem 10 000 Pfund bisher eingezahlt wurden. Dem öffentlichen Kapital wurden bei der Gründung 50 0,״ der Plätze in der Leitung der Gesellschaft eingeräumt und damit eine öffentliche Kontrolle gesichert. Die Gesellschaft konzentriert zur Zeit ihre Aktivität auf zwei Punkte: die Entwicklung einer vorstädtisehen Siedlung bei Kirjath Bialik (Kirjath Bialik Betli) in der Haifa-Bav und den Bau eines landwirtschaftlichen Punktes bei Herzliah, der von jetzt an den Namen Kfar Schmarjahu trägt. Kfar Schmarjahu Die Straße von Petach-Tikvvah läuft an der bekannten Siedlung Ramoth Haschawim vorbei nach Raanannh und von dort durch Herzliah. Hinter Herzliah Gimmel führt die neue Straße an einem Hügel vorbei und von dort weiter nach Rischpun, einem Moschavv Owdim. Zwischen Herzliah Gimmel und Rischpun liegen die Böden von Kfar Schmarjahu, gegen 600 Dunarn. Von einem Hügel, der die Gegend beherrscht und einen köstlichen Blick über die Scharon-Ebcne und das Meer gewährt, übersieht man den Block mit den Hühnerställen und den eingeteilten Plätzen. Von den 600 Dunam sind 450 für 40 gemischte intensive Wirtschaften bestimmt, von denen jede 10—12 Dunam umfassen und Gemüse, Milch, Geflügel und Bananen produzieren soll. Außerdem ist Platz für Hiifswirtschaffen von 2—21/2 Dunam und für Bauplätze, die für solche Anwärter gedacht sind, die nicht selbst Landwirtschaft betreiben, aber in einer Siedlung wohnen wollen. Die Entwicklung dieses Teiles von Kfar Schmarjahu ist zu einem Teil an den Bau der neuen Chaussee gebunden, die den Platz ebenso wie die anderen Punkte des Scharon mit Tel-Awiw auf einem verkürzten Wege verbinden und Kfar Schmarjahu auf 25 Autominuten an Tel Aviv heranbringen soll. Es werden jetzt 30 Häuser für Siedler gebaut, die Installation gelegt, mit dem Bau von Gemüse und der Hühnerzucht begonnen. Eine kleine Zahl von Parzellen steht noch zum Verkaufe, ln der Mitte der Siedlung wird ein Park auf 12 Dunam angelegt, von dem der Boden an den Keren Kajemeth gegeben wird und für dessen Pflanzung der High Comtnissioner als sein privates Geschenk zum Andenken an Sclnnarjah Levin 1000 Pfund gespendet hat. Ein dreifaches Fest Ein Eingangstor, über dem lustig die Fahnen wehen, ein provisorisches Zelt, in dem vor einem Hintergrund von grünen Zweigen und Blumen das Bild von Schmarjah Levin hängt, eine luftige, aus Leinwand und Brettern sauber aufgestclite Hütte, in dem nach der offiziellen Feier die Erfrischungen bereit stehen. Hier sammelt sich eine Menge von Menschen, teils aus der Siedlung, teils aus den verschiedcnsten Orten Palästinas, die hergekommen sind, um die Namensgebung der Siedlung und den Gedenktag Levins zu feiern. Dr. Landsberg eröffnet in einer hebräischen Rede, ihm folgt der High 'Comtnissioner, Dr. R u p p i n, Wilkanski. In den kurzen Reden ersteht nochmals das Bild von Schmarjah Levin, wie es sich in den Geistern dieser so verschiedenen Menschen spiegelt. Der High Commissioner übergibt den Siedlern ein großes Bild von Levin als sein Geschenk, er pflanzt den ersten Baum, den er aus seinem Garten in Jerusalem mitgcbraclit hat, in dem neuen Park, er läßt sich über die Pläne der Siedlung orientieren. Die Feier in Kfar Schmarjahu, mit viel Geschmack und Ordnungssinn arrangiert, war für alle Teilnehmer ein dreifaches Fest. Die Benennung eines neuen jüdischen Punktes im Lande ist gerade in diesen Tagen der Stagnation, der Unsicherheit und der bangen Erwartung eine Bestätigung der ungebrochenen Siedlungskraft und des weiterstrebenden Willens. Daß diese Siedlung von Juden aus Deutschland gebaut wird, gibt diesem Teile der palästinensischen Judenheit, der hier mit besonderen Aufgaben und gelegentlich auch mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, eine Bestätigung ' ihres Könnens und ihrer Fälligkeiten, einen Anreiz zu weiteren Bemühungen. Und schließlich liegt ein besonderes, ein wehmütig-festliches Moment darin, daß diese Siedlung von Juden aus Deutschland mit dem Namen von Schmarjah Lev in benannt wird. Dieser, eine der reinsten und schönsten Verkörperungen des russischen Judentums, der zugleich aufs engste mit der westlichen Kultur verbunden war und einen bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung des Zionismus in Deutschland ausübte, dieser unerbittliche Vorkämpfer der hebräischen Sprache und Kultur, der zugleich wie wenige andere den Kontakt mit den Juden aus Deutschland fand, dieser unerschöpfliche Geist, der in Palästina verwurzelt war und sich zugleich auf der ganzen Welt zurecht fand, ist ein prachtvolles Symbol für eine neue Siedlung von Juden aus Deutschland. Für die Freunde des Verstorbenen und für seine Angehörigen, die an der Feier teimalimen, lag in dieser Gründungsfeier etwas Symbolisches, eine Verbindung von Palästina und der Gotah: eine Verschmelzung von Ost und West, von geistigem Streben und praktischer Arbeit. Gründungsfeiern dieser Art sind in der heutigen Lage Palästinas von besonderem Wert und besonderem Reiz. Aber gerade weil sie den Anfang neuer Unternehmungen bezeichnen, bilden sie eine große Verantwortung, Die neuen Siedlungen müssen basiert, entwickelt, auf ihre eigenen Beine gestellt werden. Dieses ticfühl vergrößerter Aufgaben gab uns die mutige Gründung der neuen Arbeiter- Siedlungen im Jordantale. Und dieses selbe Gefühl gibt uns das Fest in Kfar Schmarjahu. Am Todestag Sdiniar an Levins hielt Kurt Blumenfeld im Jerusalemer Sender einen Gedenkvortrag, der Levins Bedcutung für das jüdische Volk und die jüdische Nationalbewegung würdigte. Neue Landkarte Einer Meldung des ״Haboker'‘ zufolge haben soeben dreißig englische Geometer die neue L andkarte L'alästinas fertiggestellt, die von der Kgl. Kommission zum Zweck der Festlegung der Grenzen der künftigen Teile des Landes bestellt worden ist. Das Gebiet des jüdischen Staates soll angeblich drei Millionen Dunam von Galiläa einschließlich eines Teiles des Berglandes bis nach Gaza umfassen und die Bezeichnung ״Erez Israel“ erhalten. Der übrige Teil des Landes soll an Transjordanien angeschlosscn und der Herrschaft des Emirs Abdullah unterstellt werden. Jerusalem, Bethlehem und Haifa werden internationalisiert. Um das Bedürfnis nach intensiver jüdischer Kolonisation zu befriedigen, soll der Negew (südpalästinensisches Steppengebiet) als Mandatsland erklärt werden, für das die Baifour-Deklaration gilt. Die Juden sollen das Recht erhalten, dort fünf Millionen Dunam zu kolonisieren. Emir Abdullah von Transjordanien, zu dessen Abreise aus London sich in Vertretung des Kolonialininisters Contcradruiral A. Bromlcy, Unterstaatssekretär Sir Cos in o Parkinson und K. W. Blaxter, ferner Sir Ronald Storrs und Lord und Lady Lamington cingefunden hatten, soll während seines Londoner Aufenthaltes wichtige Besprechungen über englisch-arabische Zusammenarbeit und Palästinapolitik mit der Regierung und dem türkischen Ministerpräsidenten lsmed Inönü abgehalten haben. ״News Review“ will dazu wissen, daß England vom Völkerbund die Aufhebung des Palästinamandats als Voraussetzung für die Errichtung eines eigenen Dominions fordern will. Das Land soll dann in ein arabisches und ein jüdisches Gebiet aufgeteilt werden. Kommissar für das arabische Gebiet soll der Emir von Transjordanien werden; als High Commissioner für das jüdische Gebiet komme Viscount Herbert Samuel in Betracht. Um die Schedule ״Great Brltaln and the East" gegen große Einwanderung Die Zeitschrift ״Great B r i t a i n and the East“ vom 27. Mai schreibt mit Bezug auf die neue (von der Jewish Agency bekanntlich abgclehnte) Einwandcrungs-Schedule, daß manche Leute daraus den Schluß gezogen hätten, daß die kleine Einwanderungsziffer in direktem Zusammenhang mit dem bevorstehenden Bericht der Kommission Zusammenhänge. Für diese Ansicht, meint die Zeitschrift, sei kein genügender Grund vorhanden. Der Kommissionsbericht werde nicht wirksam werden, bis die Britische Regierung ihre neue Politik hekanntgegeben habe, und in der Zwischenzeit sei anzunehmen, daß (nach einem Wort des Kolonialministers bei einer früheren Gelegenheit) eine ״konservative“ (= vor sichtige) Schätzung das Kriterium für die Schedule gewesen ist. Ob nach dem Bericht andere als ökonomische Faktoren bei der Einwanderung in Bctraciit gezogen werden, ist noch unbekannt. In jedem Fall ist ein Gefühl dafür zu bemerken, daß die Zeit einer außergewöhnlich starken jüdischen Ein- Wanderung nach Palästina vorüber ist. Angeblicher Attentatsversuch auf den Mufti Jerusalem, 30. Mai. (JTA.) Die Polizei hat folgendes Cotnmtmique herausgegeben: Eine jüdische Gesellschaft meldete, daß sie gestern spät abend auf der Straße beim St. Stepbanstor von beiden Seiten beschossen worden sei. Es sind insgesamt 15 Schüsse abgegeben worden. Einige Minuten später kam der M u f t i in Begleitung seines Leibwächters vorbei und bemerkte zwei bewaffnete Männer, die neben einem Auto standen. Da er einen Anschlag auf sein Leben befürchtete, nahm der Mufti seinen Turban ab, während sein Leibwächter das Auto durchsuchte. Er fand jedoch keine Waffen darin, inzwischen hatte sich eine große arabische Menge angesammelt und nahm gegen die Juden eine drohende Haltung an; diese wurden jedoch vom Mufti beschützt. Zu diesem Communique wird ergänzend mitgeteiit, daß die jüdischen Insassen eines Autos bei der Polizei die Anzeige erstattet hatten, sie hätten beim Passieren des St. Stephanstors einen Mann gesehen, der einen Schuß in die Luft abgab, worauf sofort 15 Schüsse gegen sie fielen. Sie hätten ihren Wagen angehalten und eine Gruppe bewaffneter Araber unter Anführung eines Scheichs habe den Wagen, offenbar nach Waffen, durchsucht. In der Aussage, die der Mufti bei der Polizei gemacht hat, werden die Schüsse nicht erwähnt. Er behauptete, er habe zwei Juden gesehen, die neben einem Wagen standen, der beim Tor geparkt hatte; einer habe einen Revolver gehabt. Er habe darm Anweisung gegeben, daß man den Wagen ohne weitere Belästigung weiterfahren lasse. Die aus Aegypten cingctroffencn Zeilungen melden bereits den Vorfall, den sie als einen von Juden versuchten Anschlag auf das Leben des Mufti darsfcllen. Bei Ramieh ist es zu einem ernsten Zusammenstoß zwischen einer bewaffneten Araberbande und einer Polizeiabteilung gekommen. Der Kampf dauerte eine Stunde. Später konnte ein Araber verhaftet werden, der im Besitz eines Militärgewehrs und von fünfzig Patronen war. Die übrigen Mitglieder der Bande sind entflohen. Von der Woche Emir Abdullah von Transjordanien hat die britische Hauptstadt verlasse!!, tun sich in sein!.and zu begehen. Er hatte in London aut kmladung des engliscuetl Königs an den Krönuugsfeieii;c!1l;e:ten tcilgenommcn. ln Palästina wird gegenwärtig der Eilm mit den Aufnahmen der K r ö n u u g s f e 1 e r! i c 11 k e i t e 11 in London gezeigt. Der Film enthalt auch Bilder von den fremden Gästen, die am Krönungszuge teilnahmeu. Lin Ansager nennt in dem Begleittext des Tonfilms ihre Namen. Bei Emir Abdullah von Transjorelrmicti hat der 1 ilmsprccher die Bezeichnung hinzugesetzt ״der zukünftige König von Palästina“. Aus Am m a n ivird gemeldet, daß die palästinensische und die transjordanische Regierung dalnn übe-ciT.tekomuKii sind, das IJeherschrciten ihrer gemeinsamen (irni/e nur solchen Reisenden zu gestatten, die einen visierten Reisepaß vorweisen können. Kontrollposten werden auf der Allenbv- Brücke sowie an zwei anderen Punkten am Jordan aufgestellt werden. ״Felestin" bringt eine Meldung, wonach die Regierung beschlossen haben soll, die landwirtschaftliche Kadooric-Scluiie für Araber in T u I k e r e in für 3 Monate zu schließen. Zahlreiche Eltern von Zöglingen der Schule hatten das Angebot der italienischen Regierung, ihren Söhnen kostenlos landwirtschaftliehe Ausbildung in Italien zu gewähren, angenommen. Das Oberste Arabische Komitee hat neuerdings aus seiner Mitte einen Gerichtshof gebildet, der über Araber, die des Bodenverkatüs an Juden überführt werden, zu richten hat. In den letzten Tagen hatten sich zwei Araber vor diesem Gericht, das aus arabischen politischen Führern zusammengesetzt war, zu verantworten. Die Angeklagten brachten zu ihrer Entschuldigung vor, daß sie nur ungebrauchte Bodenparzellen verkauft hätten und dank dem erzielten hohen Betrage nunmehr in der Lage seien, ihren allgemeinen Lebensstandard zu verbessern. Die Entscheidung des Gerichtes steht noch aus. Die Zeitung der Arabischen Unabhängigkeits- (Istiklal-) Partei, ״El Dschamca ei Isla m i a“, ist wegen öffentlieber Aufreizung für zwei Monate verboten worden. Bei Akko ist es der Polizei gelungen, den berüchtigten libanesischen Bandenführer I s m a i 11 LJ h d el C 11 a k ausfindig zu machen, der seit dem Ausbruch der Unruhen au der syrisch-palästinensischen Grenze sein Unwesen trieb. Es kam zu einem bewaffneten Zusammenstoß, bei dem der Bandenführer fiel. Eine 18 Mann starke Bande hielt eine Reisegesellschaft von 25 Arabern bei Haifa an und raubte sie ans. Die Polizei griff die Bande später im Jordantal auf. Nach einem kurzen Gefecht entflohen die Araber und ließen sechs Gewehre, einen Revolver und eine erhebliche: Menge Munition auf dein Kampfplatz, zurück. Mehrere Mitglieder einer arabisch! n Bande aus einem Dorf bei Jerusalem wurden ebenfalls von der Polizei verfolgt. Ls gelang ihnen, nach einem kurzen Kugel Wechsel zu entkommen. Solei Boneh, das Bau-i hiternciinuingsami der Hiskidruth. hat von der Regierung den Auftrag für die Lrrizhn!';:.: des Gebäudes des Regi e r 11 n g s - K r a n k e n!1 a u s e s in Haifa erhalten, nachdem es mit <X) OßO Pfund das niedri.•-!,• Amu!״■t unterbreitet hatte. Solei Boneh hat sich vcrpf.i.'h:. t, bei der Ausführung des Baues arabische und jüdische Arbeiter zu gleichen Teilen zu besc 11 .1! t i g e :1. Der Architekt ist Erich M c n d c i s s 0 h n. Angesichts der schwierigen Lage der Zitrus-Pfian• zer hat sich die Regierung entschlossen, einer Petition des Verbandes der Landwirte zu entsprechen und vorläufig nur einen Teil der Bodensteuer von Zitruspilan/ungeii ein/utreiben. Die Regierung hat beschlossen. S a f e d u n d T i b e r i a s, die bisher zum Gcrichtsbezirk Haifa gehörten, der Gerichtsbarkeit von Nahlus zu unterstellen. Dieser Beschluß hat im Jischuw große Verwunderung her■vorgoz׳;•/ui, da kein einziger jüdischer Richter dem Bezirksgericht zu Nablus angehört. Die hebräische Tageszeitung ״Dawar“ teilt mit, daß die Militärbehörden einen neuen Flugplatz fiir militärische Zwecke beim Flughafen von L y d d a einrichten wollen. Nötigenfalls sollen beide Flughäfen vereinigt werden und damit der größte Flughafen im Nahen Orient geschaffen werden, ln wenigen Atonalen soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, für die 20 1030 Pfund veranschlagt sind. Die Siedlung Gliedern hat den Bau einer Chaussee, die zur See führen soll, in Angriff genommen. Das sogenannte ״G r ü n h 1 a 11 - P r o j e k t“, das die Er■ Schließung von 250 Dunam Neuland an der Küste von Tel Aviv und den Ausbau des Strandes Vorsicht, ist vom High •Commissioner offiziell genehmigt v\!<ie Arbeiten werden demnächst in Angriff genommen werden. (Gegen das Projekt wurden, wie in der ״J. R.“ ausführlich dargefegt, mehrfach Bedenken laut, die gerade in den letzten Tagen in der alästinensischcn Presse sehr scharfen Ausdruck gefunden aben. — Red.) Der Ex-Negus von Abessinien, Haiie Selassie, wird Anfang JuniWieder in Jerusalem eintreffen. In Jaffa haben die arabischen Fuhrleute einen Pro• teststreik gegen den Beschluß der Stadtgemeinde von Tel Aviv, den Verkehr von bespannten Fahrzeugen in Tel Aviv zu verbieten, begonnen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.