Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 43 (1.6.1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2653625-2653666--30786-2685356- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seile 2 JÜDISCHE RUND5CHAU Nr. 43, 1. VI. 1937 :1 toi ff t fl.״ » 4■ f ■■ יו I.' 1׳ f 9kP ■ ־;*/ן neuen Ercz Israel. In diesem Saale sind auch die Leistlingen von Keren Kajcmcth und Keren Hajessod dargestellt. Ein Teil dieses größten Saales des Palästina-Pavillons ist — unter dem Zeichen Blaliks — den Problemen der jüdischen Er- Ziehung und jüdischen Kultur gewidmet. Die neue hebräische Literatur ist mit ihren führenden Werken vertreten. Das Erzichungswerk des Jischuw, die Leistungen von Wizo und Madflssah werdet! geschildert. Der große Hof des PaVil- Ion» in orientalischer Formgebung ist durch Paiiiitinabildcr von Maxa Nord a u und eine große symbolische Freske der Maler P r e!! m a n n und Flexor geschmückt. An der Wand zeigen kleine Modelle die besten Leistungen des jiidisehen Theaters in Palästina, insbesondere der ״Habiinah“, deren Kunst die Besucher der Ausstellung bei ihrem für Oktober dieses Jahres vorgesehenen Gastspiel kcnnenlernen werden. Alles In allem vermittelt der Pariser Palästina-Pavillon, wenn es auch an Reichtum und Fülle naturgemäß mit denen der anderen Länder nicht zu vergleichen ist, ein cindringliehe» und würdiges Bild des Ringens des jüdischen Volkes um seine neue Heimat. Unter Anerkennung dieses vorneli- הסות hiiidrticks des palästinensischen Pavillons scheint es aber doch geboten, an dieser Ausstellung des jüdischen Aufbamverkes einige Kritik zu üben, um so mehr, als es sich um Fehler handelt, die sich fast regelmäßig bei Mani• fest,iti«neu dieser Art wiederholen. Trotz — oder vielleicht gerade •«■egen — des Aufwandes von großem Zahlenmaterial, von Statistiker! aller Art und verschiedener Form gelingt cs dem Beschauer mir schwer, ein plastisches Bibi der jüdischen Aufbauleistungcn zu gewinnen. Der Pavillon hat durch diese — man mochte sagen zu abstrakte — Darstellung eine etwas unlebeiidige Wirkung auf weniger unterrichtete Besucher, ln Ergänzung der .- an sich vorzüglich gcitingenett — Photomontagen wiiic eine größere Anzahl von Photo* aus Palästina, die Land und Leute, den jüdischen Typus, die Landschaft und Atmosphäre des Landes schildern, wünsehenswert gewesen. Es Pt sicherlich der grüßte Einwnnd gegen den Pal,t־-tina-Pav;l!on, daß es zwar gelingt, einen Eindrück von der Größe der Leistungen der Juden, nicht aber von der Atmosphäre des Landes nt vermitteln. Schlich!ich wäre ähnlich wie in den Pavillons anderer Staaten — ein weiterer Kaum der jüdischen Kunst in Palästina cinzurätunen gewesen. Gerade dies!kitte dazu beigetragen, die jetzt fehlende Atmosphäre zu schaffen. General Smuts für das Jüdische Nationalheim Johannesburg, 28. Mai. (JTA.) Der »üduirik,־mische Jusli ziiiutister um! ehemalige Ministerpräsident General Smuts hat zur Sammelaktion des jüdischen N’ntumalfonds in Südafrika eine II o t s c 11 a f t erlassen, in der er seine Verbundenheit mit den! P.iiitstuui-AtiflKiu betont. ״Wir alle wuii«sehen sehr aufrichtig, so heißt es in der Botschaft, daß der bevorstehende B e r i c 1! t der Kgl. Kommission Ruhe über Pa!׳!»tina bringen werde, ohne da» M n ttil 9 t ii b e r 11 a s J ii d i s c It e N at i o!1 a 1 h c i in ZU beeinträchtigen. Nicht nur die südafrikanischen Zionisten, sondern die Südafrikaner im allgemeinen teilen das Ideal, das in jenem groß( 11 internationalen Werk zttm Ausdruck kommt und werde!) ihm ihre stete Unterstützung weiter gewähren. Im Verhältnis zu iltrett Möglichkeiten werden die Südafrikaner fortfahren, diese Politik zu bestärken, die um so notwendiger geworden ist, als die Einwanderung nach anderen I ändern beschränkt worden ist tntd Palästina den besten Ausweg für Bedrängte aus anderen Ländern bietet. Die Unruhe dieser Zeit gibt ein neues und kraftvolle* Argument für die jüdische Siedlung im Nationalhrim ab, und diese Politik erfordert jetzt eine größere Unter- •tUtzung denn Je."_ Gegen die jüdische Kultur-Autonomie in Litauen Kaunas, 20. Mai. (JTA.) Das litauische Bildungsm i n i .י t e r i 1t m hat eine Verordnung erlassen, derzufolge der Unterricht in gewissen I dirtächern in Zukunft n u r noch in litauischer S p r a c!1 c erteilt werden darf. Da diese Verordnung das gesamte hebräische und jiddische Unterrichtswcsrn gefährdet, wurde eine allgemeine Konterenz der jüdischen Yolkssehulidirer einbcrulen, an der *ich die Lehrerschaft aller Scbulorganisnttoncn ohne Unter• schied der Richtung beteiligte. Zum erstenmal haben sich auch die Vertreter der religiösen und der weltlichen Schulen zu einer gemeinsamen Kundgebung vereinigt. Die von etwa 300 Delegierten besuchte Konferenz hat einstimmig den Bcschluft gefaßt, die Regierung zur Zurückziehung dieser Verordnung aufzufordern, da sie im Widerspruch zu dem in der Verfassung verankerten Minderheitenschutz steht, nach, dem die Minderheiten berechtigt sind, ihre Jagend in der eigenen Sprache zu erziehen. Demnächst soll auch eine Konfncnz der Lehrer der jüdischen höheren Schulen zu dem gleichen Thema Stellung nehmen. Die Zahl der jüdischen Anwälte ln der ,,Juristischen. Wochenschrift“ schreibt R.-A, Helmut Weniger über die zahlenmäßige Entwicklung der Anwaltschaft seit 103 i. f r steht fest, daß von den ld 500 Anwälten am 1. April 10jJ mindestens 4:300׳ jüdisch und nicht,•irische gewesen seien. Ende 1033 seien noch 2000 jüdische und n i c h t a r i s c h e R t c h t s a!1 w ii i t e gezählt worden. Die rund 1300 Anwälte, deren Zulassung aut Orund des Gesetzes vom 7. April 1033 zunickgcnommcn Wurde, müßten zttm größten Teil hierher gezählt werden, und außerdem sei anzunehmen, daß von eten nahezu 800 Anwälten, die vom 1. April bis Ende 1933 auf andere Weise (freiwillige Aufgabe der Zulassung, Tod, Ehrengerichtsurteil u. a.) ausscliiedcn, auch noch ein beträchtlicher Teil aut jüdische Anwälte entfällt. Das rasse-fremde Element innerhalb der Anwaltschaft habe also am 1. April 1033 mindestens 23 י.״ (in Berlin etwa 180') von insgesamt 31 ii Anwälten, also über 50 ״׳׳) betragen. Der Anteil der rasscfremden Anwälte ist bis Anfang 1037, da neue Zulassungen jüdischer oder nichtjüdischer Anwälte nicht mehr erfolgten, auf 2273 von 1800!, also auf 12,6»» zurück gegangen (im Bezirk der Rcditsanwaltskammcr Berlin noch 32,6»», Frankfurt a. M. 23,5 >;», Breslau 21,1 »״). Verurteilung wegen Rassenschande. In Leipzig erhielt It. ״Leipziger Tageszeitung“ vom 24. Mai ein arischer Angeklagter 1 Jahr Gefängnis. Haupts (־hriftlelter! Dr, Robert Weltich, Berlin - Charlottenburg 9 (tuch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loew enstein, Berlin W 15, Anreigenleiterund verantwortlieh für den Inhalt der Artreigen! Hermann f'inn, Berlin W 15. Gültig Anreigen FreisüJte 5 vom 1. April 1930. Verlag und An- «dgenvcrwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W15, Meinekeatr. 10, D.A. 1/1937 33 816. — Druck! Siegfried Scholcm, Bcriin-Schünebcrg. Gewerbliche Zuverlässigkeit eines Nichlariers In den ״Entscheidungen der Gerichte und Verwaltung«- behdrden aus dem Rechtsgebiet der inneren Verwaltung“ — (Herausgeber Prof, Dr. Rudolf Ocicliee, Leipzig) vom April 1037 wird eine Entscheidung des Bayer. Verwaltung«• gerlchtshofs vom 30. 10. 1036 über die Prüfung der gewerblichen Zuverlässigkeit eines Nichtariers veröffentlicht. Es handelte sich um einen jüdischen, In Deutschland gehorenen und erzogenen 67jährigen Viehhändler I)., der außer dem Vicliltandel, den er über 50 Jahre atisiibte, noch ein Güterhaiulclsgeschäft sowie die Vermittlung von Immobilien und Hypotheken betreibt. Sein geschäftliches Verhalten war 1933 34 Gegenstand strafgenclitlirher U11tersuchun:׳e:1, denen Anschuldigungen wegen Betruges und Kreditwuchers bei seinen Viehliandelsgeschäften zugrunde lagen. Diese Untersuchungen verliefen negativ, da eine Reihe von Anschuldigungen als verjährt ausschieden und im übrigen Einstellung mangels ausreichenden Scbnldbeweises bzw. gemäß Straffreiheitsgesetz vom 7. 8. 16 LI erfolgte. Als D. llL15 die Ausstellung einer neuen Gewerbe- I c g i t i 111 a t i o!1 s k a r t e /mit Vicliltandel beantragte, nahm die GewerbepolPcibehördc Anlafl, auf Grund der Strafgerichtliehen Untersuchungen die Frage der Zuverlässigkeit des D. zur weiteren Ausübung de« Viehbandeis einer Prüfung zu unterziehen. Die von den Voriustan/ci! getroffene Entscheidung, daß D. zttm Betriebe des Vtehhandcls nicht die erforderlichen Clusraktemgcnschafteii besitze, wurde vom Bayer, Verwa!tu11gsgcriditshof b e s t ä t i g t. Hierbei wird von den früheren Entscheidungen des Barer. Vcrwaltiingsgerichtshof* vom 22. 11. 1635 und 17. 4. 1036 (vgi. ,Jüdische Rundschau“ v, I. 12. 1036) atisgegangen, wonach die Zugehörigkeit eines Gewerbetreibenden zur jüdischen Rasse für sieh allein noch keinen Grund für die Annahme seiner gewerbepali/eiiicheo Unzuverlässigkeit bildet, daß einem Juden aber die Zuverlässigkeit abgesprochen werden muß, wenn Tatsachen votliegen, die darauf schließen lassen, daß er es nicht verstanden hat, sich den deutschen Ehrbegriff anzueignen und sielt damit als ehrbarer Kaufmann dem deutschen Volke wie ein Volksgenosse cinzufiigcn. Demgemäß sieht cs die Entscheidung vom 30, 10. 1036 als a u 8 s e 111 a g g c b e rt d an, ob trotz der rassemäßig hedingten Fremdheit gegenüber den Anforderungen deutscher Geschiiftsmoral der Nichtarier nach seinem tatsächlichen Gescliäftsgebarcn die Gewähr bietet, sich auch als Geschäftsmann voll und ganz in die deutsche Volksgemeinschaft und in diese beherrschenden Sittenanschauungen des deutschen Volkes einntglicdcrn. Diesen Nachweis hat der Gerichtstiof bei D, nicht als erbracht angesehen. Hierzu wird als bezeichnend sein Hang hervorgehoben, zum eigenen Vorteil jedes Geschäft zu machen, ohne Rücklicht auf die wirtschaftlichen Folgen, die sich daraus für den anderen, vielleicht gar nicht kreditwürdigen Vertragsteil ergeben. In diesem Zusammenhänge heißt cs in den Entscheidung*• gründen tt. a.: ״!,faktisch -iritl diese ViehhandcHgevhäfte des D. darauf bitiausgelaufen, daß durch die Verkettung von Kaut, Rückkauf und Wechsel- Verpflichtungen der fländlrr zu billigem Freie ־schließlich wieder sein Vieh, der Bauer aber außer einer sehr drückenden Schuldenlast nn den YichLinülfi nichts mehr hatte. Wenn sieh der Be.-chwcixle-!(ihrer dann domit tu rccliticriigcn versuch.(, daß er dabei nichts Stialhnrct bedangen halte und daß der (ümiruiirh vollständig an den liätitller gefesselte) Bauer ja nicht den von ihm geforderten oder angebotenen Breis hät'e nnnehmen mii-scii. so vertat er damit eine Si1:nc~ci:1»!t21un«, 41io deutscher Art inend io. Damit:, da!) I). zttglcich Händler und Geldgeber svar, machte er .-ich seine Kunden hörig, die nun volkliindig von seinem guten Willen abhängig wurden. So enöfinete rieh hier das gleiehe Bild, das zum großen Schaden des deiit.ehen Batiernluun Jahrhunderte lang zwischen Ballern und Juden bestand, bis cmllieh das geno.-enschattliehe Kreditwesen dem Baud* die üftieiimg brachte.“ Zum Schlüsse heißt es nach Erörterung verschiedener Einzelheiten in der Entscheidung: ״Die r n « s c 11 in ilU i g c Fremdheit gcgcnidrcr den Bo giiffcn dctiisiber Elnbarkcit kommt wich diesen Feststellungen bei D, noch »ehr stark, sogat typisch zur Erscheinung, so daß davon keine Rede sein kamt, da.ß er hinsichtlich seiner u 0 i.chat ilii hen Betütignng (iewalir für eine einwandfreie Eingliederung in die deutsche Yolksgcmt’in.rltttH wie ein V:1!k.gcnn...e bietet. Mit Recht halten daher die Vori11s!am׳rn, siclterücii für den Viehhamlcl, rietn Bcgehwcrdellihrer die allgemeine gewo!bcpolizeilichc Zuverlässigkeit ahgesprochen. Denn gerade im Virhliandc! hat sich durch die starke Beteiligung jüdischer Händler deren 1 landeisgebt bereits so tief in olle beteiligten Kreise cingcire.sen, daß mich bei den schwersten *chätligentlcu Folgen ein gegenseitiges l'ebcrvorteilcn erlaubt, erschien, wenn mir sorgt«Itig eine Verletzung des Strafgesetzes vermieden-wurde. Damit mußte das neue Reieh breehen, was aber mir möglich ist, wenn gerade im Viehlumdel an die allgemeine .sittliche und morallsehe Zuver ];Wdgkcit der r.eweibeueibcnden der .strengste Sfaßstab angelegt wird. Dies gilt für alk: Gewerbetreibenden dieses Berufs, stände», vornehmlich auch für die deutschen Blutes, deren national, aoakdislischo Gesinnung sie besonders verpflichtet, . , Italien und der Zionismus Im ״Popo 10 d 11 יa 1 i a“, dem von Mussolini gegründeten Hauptorgan der faschistischen Bewegung, veröffentlicht Orcste Gregor io einen Artikel über die Stellung der Juden in Italien und die Bindungen, die sie mit der übrigen Judcnheit autrecliterlialten. Er richtet in diesem Zttsamutcnhaitg einen scharfen Angriff gegen den Z i o n i s ttt tt 8, in dem er ein Mitte! zur Stärkung des politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einflusses Englands im Mittcimcer, somit von Bestrebungen sieht, die im Widerspruch zu der Miltelmcerpalitik Italiens stehen. Audi könne man als Italiener und Faschist angesichts der bckannten isiaittfretindiichcn Politik des faschistischen Regimes nicht eine Bewegung »nterstiitzen, deren Gegner die Araber sind. Die Juden Italiens müßten entweder auf den Ziottisnius oder auf ihre italienische Bürgerschaft verzichten und Italien verlassen. Im übrigen betont der Verfasser, daß die Frage: italienische Juden oder nur Juden in Italien, Gaste oder integrierender Teil der Bevölkerung, nicht aus einer antisemitischen Einstellung heraus aufgeworfen werde. Matt könne die Leistungen der Juden auf vielen Gebieten, insbesondere in der Politik und in der faschistischen Bewegung, nicht in Abrede stellen. Sie hätten zweifellos viel fitr da« nationale Leben getan; viele haben itn Kriege ihr!.eben für Italien hingegeben und viele haben in der nationalen Revolution eine hervorragende Rolle gespielt. (Hierzu ist zu bemerken, daß der italienische Außenminister Graf Ciano am 4. Mai eine ausführliche Unterrediing mit Dr. Gold mann, dem Vertreter der Jcwish Agency in Genf, über die Probleme des Zionismus und der Förderung der zionistischen Arbeit in Italien hatte. — Red.) Nach den Schreckenstaten von Brest Eine Abordnung des Verbandes der jüdischen Kaufleute hat vom polnischen Finan/minister einen halbjährigen S t e u e r 11 a c it 1 a ß für die hei den Ausschreitungen geschädigten jüdischen Kaufleute von Brest-Litowsk gefordert. Die Abordnung verlangte staatliche Hilfeleistung für die Pogromopfer auch in anderer Form. Der stellvcrtretende Finan/minister Switalski versprach, die Forderungen w o h i w o i i e n d zu prüfe!1. Zwölf jüdische Jugendliche, die an Straßendemonstratioiien teilgcnommen hatten, bei denen gegen den Pogrom von Brest-Litowsk protestiert wurde, sind zu Gefängnisstrafen von 8 bis 40 Tagen verurteilt worden. Der Zustand des 50 jährigen ßaruch Ziibcrberg, der bei den Ausschreitungen in Brest-Litowsk schwer verwundet ttnd zur Behandlung in das Warschauer Jüdische Krankenhaus gebracht wurde, soll hoffnungslos sein. Das Kreisgericht in I. omza hat fünf Angeklagte freigesprochen, die beschuldigt worden waren, am 10. Jarutar an judetifeindlichen Ausschreitungen in dem Dorf V ick ute bei Sckolow-Mazowieeki teilgenominen zu haben. Infolge der damaligen Unruhen haben von den sechzehn jüdischen Familien, die itt Vickutc lebten, fünfzehn das Dorf verlassen müssen. Der Verband der Elektroingenieure Polens ttnd die Vereinigung der Warschauer Architekten haben den Arier- Paragraphen eingeführt. Der Advokat Wilhelm R y p p e I, der seinerzeit den gescheiterten ״Erlösttngsinarsch“ nach Palästina organisiert hat, bereitet jetzt ein neues Unternehmen vor, zu dein er im Gegensatz zu den früheren angeblich die behördliche Genehmigung erlangt hat. Es handelt sielt um eine Grttppenlaitrt von hundert jüdischen Motorradfahre rn durch mehrere Länder Europas und nach Amerika, Das Grab des Großvater« Theodor Herzls aufgefunden. Aus Beograd wiril uns Beschrieben: Dr. Lavoslav Schik aus Zagreb, der sich seit langer Zeit mit der Forschung der Geschichte der Juden in Jugoslawien befaßt, fand vor eini- Pen Tagen bei seiner Quellenforschung auf dem jüdischen riedhofe in Zcmun (Semlin) das urab des Großvaters von Theodor Herzl auf. Das Grab trägt eine längere hebrälsche Inschrift und den Namen des Verstorbenen. Er hieß Schimon Herzl., Sohn des Jehuda und Frumet Herzl, und starb im 82. Lebensjahre am 7. November 1879. \ Kurze Nachrichten Im Namen der Jcwish Agency wurde ein Glückwunsch, tclegrannn an N alias Pascha gesandt, in welchem die Genugtuung der Judcnheit Palästina« über den Eintritt Aegyptens in den Völkerbund ausgedrückt ist. Die Witwe des früheren Mitglieds der Exekutive der Jcwish Agencv, Dr. Victor Jacobson, Frau Elisabeth Jacobson, ist am Freitag nach einer Operation gestorben und wurde am Sonntag auf dem jüdischen Friedhof in Gent neben ihrem Gatten bestattet. Die Jewislt Agency hat den Hinterblie* benen ihr Beileid ausgesprochen. Das Manufakturwarengeschäft Einstein ftGuggen« heim, Göppingen, ist in arischen Besitz itbergeg'angen. Senator Roval S. Cop ei and, der der amerikanischen Kommission von Senatsmilgliedern angehörte, die vor kurzem Palästina besticht hat, sprach sielt auf einem Bankett des Joint Distribution Committee und des United Palestine Appeal in New York gegen eine Teilung Palästinas aus. Er erklärte, daß ein solcher Vorschlag außerordentlich unzweckmäßig ist. Eine Rciruter Zeitung meldet, daß die türkische Regierung beschlossen habe, ihren Anteil an der Irak Petroleum C o m p. unter der Bedingung au eine französische Gesellschaft zu verkaufen, daß ihr diese Gesellschaft eine Anleihe zu einem ermäßigten Zinssatz gewährt. Die Regierung des Irak habe mitgeteilt, daß sie gegen die Uebcrtragung keine Bcdenken habe. Das Gericht in Tunis verurteilte 21 Araber zu mehrmonatigen Gefängnisstrafen, weil sie in Djebel Aboid judisclte Geschäfte geplündert hatten. In Siditcy ist itn Alter von 63 Jahren Sir Daniel Levy, früherer Justizminister und Gcncralstaatsanwalt von Neu- Südwales, einer der führenden Juden Australiens, gestorben. Am 6. Juni wird der frühere ordentliche Professor an der Universität Heidelberg und Direktor der wissenschädlichen Abteilung des dortigen Instituts für Krebsforscluittg, Dr. Hans Sach s, 60 Jahre alt. Pressemeldungen׳ zufolge soll demnächst an der Universität Leiden eine ordentliche Professur für assyrische, babylonische, israelitische und hellenistische Rechtsgcschichte geschaffen werden. Als Inhaber der neuen Lehrkanzel ist der bisherige Privatdozent Dr. Martin David vorgesehen, der seit einigen Jahren an der Universität in Leiden und Amsterdam Vorlesungen über antike Rechtsgcschichte hält. Zeitungen in Damaskus berichten, daß sechs J u d e 11 aus Deutschland in Begleitung eines Arabers aus Palästina die Berge zwischen Gibata und der Nimrod-Festung abgcsticht und bei Grabungen auf B I e i v o r k o m 11! e n gestoßen seien. Diese Juden scheinen von der syrischen Regierung die Konzessionen erhalten zu haben, nach diesem Metall zu suchen, dessen Vorkommen dort sehr zahlreich ist. Jüdisches Leben in 0810 Von unserem Berichterstatter Oslo, Ende Mal Wie alljährlich, ließ auch in diesem Jahre der Jüdische Jugendverband am norwegischen Nationaltage, dem 17. Mau einen Kranz, am Grabe Henrik Werg e lands, des Scltöpfers und Vorkämpfers des Nationaltages und Streiters für die Zulassung der Juden in Norwegen, nicdcrlcgcn. Die Veranstallung wurde durch Rundfunk verbreitet. — ln der Feslpredigt in der Synagoge würdigte Rabbiner Julius Sam u e I das Zusammentreffen des norwegischen und des jüdischeti ״Verfassungstages“, des Sehawuoth-Fcstcs. Das zionistische Leben stand im Zeichen der Schekel״ aktion. Die Wizo entfaltet eine lebhafte Tätigkeit. Neben den regelmäßigen Pressereferaten wurden in den Vortrags- Veranstaltungen der Wizo 11. a. folgende Themen behandelt: Einführung in den Zionismus, Die zionistischen Parteien, Kinderemehung, Jüdische Kindererziehung, Die jüdische Frau und der Zionismus u. a. rn. — Auch auf dem Gebiete der N -F.-Büchsen- und Schekclpropaganda hat die Wizo wie auch die junge zionistische Pfadfinderbewegung Erspricßliehe» geleistet. — Im Juni hält Advokat Etnar Natlia! einen Rundfunk-Vortrag über Palästina, J- > j i Ü