Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 42 (28.5.1937)
- Date
- 1937-05-28
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1 Seite 14 JÜDISCHE RUNDSCHAD Nr. 42, 28. V. 1937 Schach Bearbeitet von J. Miese■ Zur Erinnerung an Ignaz Kolisch Kürzlich hat ach nun hundertsten Male der Geburtstag eines Schachmeisters jüdischer Abkunft gejährt, der zu den größten Spielern des vorigen Jahrhunderts gezahlt werden muß. Ignaz Kolisch wurde am 6. April 1837 zu Preßbnrg geboren und kam schon als Kind nach Wien, wo er seine Erzielrung genoß und sich zunächst als Journalist betätigte. Dann ging er nach London und widmete sich eine Zeiüang an~sch!icÜli1׳h dem Schaclispicl. Seine eigentliche Schach• laufbahn war eine recht kurze: sic umfaßt nur die Jahre 1860 bis 1867. Die aufsehenerregenden Erfolge aber, die er im Laufe dieser wenigen Jahre hatte, haben ihm in der Geschichte des Schach- *piels einen unvergänglichen Kamen gemacht. — Gegen Andersscn *pleite er zwei Wettkämpfe, von denen er den einen mit 5 : 4 bei einer Remispartic gewann, während er den anderen mit 3:4 bei zwei Remispartien verlor. Er zeigte sich somit diesem, damals berühmtesten deutschen Meister als durchaus ebenbürtig. — Ein Wettkampf gegen Louis Pauls« wurde nach 31 Partien bei etwa gleichem Stande ab unentschieden abgebrochen. Koüschs höchste Leistung aber war der Gewinn des ersten Preises in dem sehr stark besetzten internationalen Turnier zu Paris 1867, wo er von 24 Partien 20 gewann, zwei remis machte und nur zwei verlor. Zweiter Preisträger war Winawer, dritter Jseumann, vierter Stcinitz. •— Nach diesem Siege zog sich Kolisch von der öffentlichen Ausübung des Schachspiels völlig zurück und wandte sich höchst erfolgreich kaufmännischen Unternehmungen *u. Nachdem er ein bedeutendes Vermögen erworben hatte, zog er wieder nach Wien und wurde Eigentümer der ,,Wiener Allgemeinen Zeitung“. Der Herzog von Sachsen-Meiningen verlieh ihm der! Freiherrntiteb Koli.vrh ist 1889 in Wien gestorben. Die Bewunderung, die ihm die- S׳ hachwel? während seiner Schachlaufbahn erngegenbra! 111c, verdank!. K!*ifo־h aircr nicht allein seinen großen Erfolgen in Turnieren und Wettkämpfen, sondern mindestens ebenso sehr seinem p.-ktreiehun, gl mzenden Stil. Er gehört zu den kleenreicfou n und fun,tcn Kombinatioruspieicin aller Zeiten. — Als Charakter fob he!,rohe von Koifochs Spichypus sei der Schluß seiner Partie gegen Nc-uniar.n aus dem Pari,er Turnier 1867 gegeben. Schwarz Kolisch * b eumann Die« Steilung ergab sich nach dem 35. Zuge von Weiß. Kolisch machte nun den überraschenden Zug: 35. f7—f 51, jvomit er dem Gegner eine sehr versteckte Falle stellte. Die geistreiche Pointe de, Zuges besteht darin, daß nach g4><15 der L«4 spä'cr ni■ 11t mit. Schach geschlagen wird. 3B. g4\f5? . Hatte Xcomarm die Absicht 'des <lrg:.er•:■ (luich-i'Uaut, so wurde er wohl mit 36. Dd4-—c3! ein g k-i-׳h,teilendes Endspiel herbeigelahrt halten. 30. I) hl—h2f 37. K c2—dl L 114X01 I).1s ist die Steilung, die Kolisch lei seinem 35. Zuge im Auge haue, 38. K dlXel . Nicht 33. ...... Ed2Xcl?wegen 39■ D 112—c2 matt. 38. I) h2—hlf 39. Kcl—e2 D hl—f3f 40. Ke2—cl L e4—d3 und das Matt ist unabwendbar. Aus jüdischen Schachvereinen Der in den Vereinigten Staaten lebende Schachmeister Dr. Eduard Laake r — der, nebenbei bemerkt, mit dem Exweltmeister Dr. Emanuel Laster gar nicht verwandt ist — weilte kürzlich besuch*- weise in siincr Vaterstadt Drc.d.iu und gab bei dieser Gelegenheit, am 4. Mai in der ״Jüdi-dien Sdiachvereinigung Breslau“ eine Vorstellung im Simultan-piel. Von vierzehn gleichzeitig gespielten Partien gewann er zwölf und gestattete nur zwei Gegnern, Dr, Laband und Dr. Schick, ein Remis. Obg. Schach in Palästina Das Schädlicher! in Palästina sch(int in einem erfreulichen Auf- *chwung begriffen zu sein. Ganz besonders gilt dies für Jeru- Salem, wo .-ich kürzlich neben dem vortrefflich oig.anisierten ״Menorah“-Scharhk!ub ein zweiter Sd.achsi rein, der 1 fistadruth zugehörig, gebildet!11t. Zv,i«־hen diesen beiden Schachkiubs fand am 24, April ein Wettkampf auf zehn Bretiei 11 statt. ...Mcnorah“ siegte nach hartem Kuaipte mit 7:3. — In I 11 ׳ Aviv kam kürzlich das Turnier um die St;. 1: n1cLtcr5rhp.it zu Ende. Sieger wurde, ohne Vcrlustpartse, envar<״!a.;-a1 mall Blaß mit li!2 Zählern aus 13 Partien. Den zweit!n l'iu, gewann 1) o b 1: i n, den dritten Winz. Der vierte und fünfte Prei; ri, 1 ״einemschattfo h an Rauch und Weil. Sechster Prei״׳ trag er war I.ab'inskv. — Neue Schachvereine sind an versehe ׳ler.e״, irrten de, Scharon gegründet worden. Dagegen bcstrht befremdiieherwei-e i:1 Haita, wo zahlreiche Sch.rrhfreunde von bedeuteied'-r Sph Gurke woli.ncn, kein einziger Schachklub, Dies ist zweifeilo־ den M.n:,:,׳l :0! t! ku; ׳;:yr < tig.on ׳.v 1 u zu,׳!u11'׳reil>en. (Vgl. den Artikel ,,S,h;u:h in PaLfoina“ vom 26. Juni 1836.) John D. Rockcfcller, der amerikanische Multimillionär, der in diesen Tagen in! hohen .Alter von 08 Jahren verstorben ist, hat sich durch seine wohltätigen Stiftungen bei allen Völkern dieser Welt einen in der Geschichte des Wohlfahrtswesens beispiellosen Namen gemacht. Bekanntlich hat Rocke• feiler vor allem wissenschaftliche Institutionen und For* schungsinstitutc unterstützt und gegründet. Die Rockefeiler• Stiftung hat grundsätzlich keinen Unterschied in bezug auf Religion oder Rasse gemacht, und so sind auch eine Reihe 1'üdischer Gelehrter und indischer Institutionen im Laufe der ahre der Unterstützung der Rockcfeller-Stiftung teilhaftig geworden. Insbesondere muß der Anteil hervorgehoben wer• en, den die Rockefellcr-Stiftung hei der Unterbringung von jüdischen Gelehrten aus Deutschland genommen hat, die nach 1033 einen neuen Arbeitsplatz im Aus• lande suchen mußten, was häufig nur dann zu bewerk* stelligen war, wenn von dritter Seite die zusätzlichen Kosten bei den betreffenden Universitäten getragen wurden. Rocke• fellers Name ist auch mit Palästina verbunden. Er hat die Mittel für die Errichtung des Archäologischen Museums bewilligt, das als eine der schönsten und stilgerechtesten Bauten des modernen Jerusalem in der nächsten Nachbarschaft der Altstadt sich seit nunmehr drei Jahren erhebt. Auch die Zufahrtstraße zu diesem Museum wurde auf Rockefellers Kostet! gebaut, als der Sohn Rockefellers vor einiget! Jahren Palästina besuchte. Rockefellers Gestalt war insofern bahnbrechend, als die von ihm inaugurierte Form der Muniii/eiiz auf breite Schichten der Oberklasse in Amerika nicht ohne Einfluß war. So ist auch die großzügige Form der Wohltätigkeit mancher jüdischer Persönlichkeiten Ln Amerika, insbesondere gegenüber wissenschaftlichen lnstitutionen, indirekt auf sein Beispiel zurückzuführen. Briefe an die Redaktion Die Sdhedule Mannheim, den 23. Mai 1937 Sehr geehrte Redaktion! Unsere Exekutive hat die von der Palilstinaregierung bewilligten Zerlirikate ubgelelmt. Sie wird lediglich die für Juden aus Deutschland bewilligten und auf zusätzlichen finanziellen Lei• stungen beruhenden Zertifikate in Anspruch nehmen. Die Gründe, die für eine besondere Behandlung der Juden Deutschlands in der Sache der Auswanderung sprechen, sind oft diskutiert und, v׳enn auch schweren Herzens, vertreten worden. Es wird aber viele Juden in Deutschland geben, die sich der Gebote der Auswanderung bewußt sind und die scharfe Gegner von Demonstrationen und Gesten sind, die es alter als unerträglich emp• finden, als eine .schwere seelisehe und morali-ehe Last, eine besondere Be rücksicht i g u ng erfahren und annehmen zu sollen und dies vor allem Europa-Reisen Tel Aviv, den 12. Mai 1937 Sehr geehrte Redaktion! In einer Ihrer letzten Ausgaben schreiben Sic von der recht großen Anzahl von Einwohnern Palii-linns, die in diesem Jahre eine Europa-Reise unternehmen, Man fragt «ich, aus welchen Sunden sich dieser Kefoutrom zusammensetzt. Eine .סל hohe Zahl von wirklich Wohlhabenden gibt es hier nicht: Poalim, Chaluzim, Angestellte sind sicherlich nicht viele darunter, auch keine Fellachen und Beduinen, höchstens einige Eifendis. Bleibt also als Haiiptkonlingent der jüdische Mittelstand, d. h. diejenigen Kreise, die tagein, tagaus über den *c blechten Geschäftsgang, die geringen Existerszmüglichkeiien oder darüber klagen, daß sie ihr Kapital nach und nach aufjetzt, in den Tagen von Brest- Litowsk. Es ist schon bitter genug für uns, nicht helfen zu können, aber unmöglich ist es, jetzt Vergünstigungen zu empfangen! Es gibt kein schlimmeres Kapitel als das der zur Unzeit angenommenen Vergünstigungen. Dr, Max Grünewald Bemerkung d. Redaktion! Wir haben im Leitartikel in Nr. 40 bereits auf die schweren Bedenken hingewiesen, die mit der Sonderbehandlung einer einzel• nen jüdischen Groppe bei der Zuteilung von Zertilikaten verbunden sind. Auch die Exekulive der Jewish Agency hat dies in ihrem Aufrut anläßlich der Ablehnung der Schtdule angedeutet. Aut der anderen Seite ist es klar, daß diese Sonderregelung in keiner Weise als Präzedenzfall gedacht ist, vielmehr nur die besondere Situation der Judenheit Deutschlands zum Ausdruck bringt, aus Palästina zehren. Irgend etwas stimmt 'da nicht. Entweder sind die Klagen über die wirtschaftliche Lage übertrieben, oder ein großer Teil der Reisenden lebt weit über seine Verhältnisse. Denn in weieben! Lande der Welt kann sich heute der Mittelstand erlauben, mehrere Monate dem Beruf fernzubleiben und als Fahrgeld allein einen Betrag auszugeben, von dem miui mehtere Monate leben kann? Der Hinweis auf das heiße Sommerklinia mag bei einzelnen berechtigt sein, aber doch nicht für das Gros. Die vielen Juden, die in andere Erdteile und Länder mit teilweise viel heißerem Klima als Palästina ausgewandert sind, müssen entweder wegen der viel größeren Entfernung oder der Devisenbe- Schränkungen auf Europarciscn verzichten. Einige ״Abkiihlungsmögüehkeiten“ gibt es übrigens auch in der Nähe (Syrien, Zypern). Auch Rei.en dorthin entziehen natürlich dem Lande Geld, aber doch bei weitern nicht in dem Maße wie die Europareisen. Es lebt hier so mancher, der zwar jedes Jahr Zu Patais Berlin, den 7. Mai 1937 Sehr geehrte Redaktion! Diejenigen, die kürzlich in die־en Spalten über die Enge des Judentums geklagt haben, sollten sich den von P a t a i in Nr. 34 mitgeleilten Brief Theodor Herzls eindringlich zu Gemüte führen. Ah, das Judenproblem und die Möglichkeit -seiner Losung ihm aufgingen, war Herzl, wie man längst weiß, und wie er in diesem Briefe freimütig bekennt, ein dem Judentum völlig Entfremdeter. Er schreibt den Brief ein Jahr vor seinem Tode, sechs Jahre nach dem I. Kongreß; aber auch jetzt noch weiß er nicht viel vom ,,Jüdischen“. Den Gottesdienst besucht er nur in Basel am Schabbat der Kongreßwoche, und sein Gruß bei diesem Besuch gilt mehr dein Gott der Väter als dem eigenen, mit dem er auch ohne Rabbiner und vorgeschriebene Gebete verkeilren kann. Zum ״Lernen“, das man jetzt immer angelegentlich denen empfiehlt, die ins Judentum zur ückkehren wollen, und jenen anderen, die recht eigent. lieh nie darin gewesen sind, nun aber, gegen seine Pforten gedrängt, sie durchschreiten möch* ten —, zu solchem Lernen ist Iltrzl nie gekommen. Die ihm blitzartig offenbar gewordene Mission forderte Dringenderes von ihm, und die restlose Hingalre an sie, die Hingabe des ganzen Lebens an die Verwirk- Hebung des als richtig und notwendig Erkannten, dieses ״Vitam impendere vero“ im reinsten Sinne bewahrten ihn vor jeder Klage über eine Enge des nach Europa fährt, aber üb« die Landesgrenzen, die nicht da! Meer umspült, ist er noch nicht hinausgekommen, manchmal auch nicht einmal Uber die Grenzen der Stadt. wo er wohnt. Hochachtungsvoll Bruno Kattnet Her/Jbricf Judentums. ״— Ich bin heute noch so warm für die Sache, wie am ersten Tag und ununterbrochen.“ Das sollten sich die gesagt sein lassen, aus deren Munde jene Klage gekommen ist. Gewiß wirdi man fragen können, ob nicht auch Herzl das Juden• tum zu eng «schienen wäre, wenn er ihm durch Lernen beizukommen gesucht hätte. Daß auch Menschen, die dem Judentum ganz femstanden, den Zugang zu ihm zu finden imstande sind und sich durchaus nicht beengt in ihm zu fühlen braueben, es vielmehr als weltenweit empfinden können, dafür genügt ein Hinweis auf die beiden Beispiele Franz Rosenzweig und Ernst Simon, Jene aber, denen es trotz heißem Bemühen nicht recht gelingen will, die Werte des Judentums zu erfassen und sich innerlich zu eigen zu machen, oder 'doch nicht so schnell und so ganz, wie sie es ersehnen, sic, denen manches von dem Gelernten den Bedürfnissen ihres Innersten nicht ge• maß «scheint — auch sie wird keine Klage über eine Enge des Judentums beschweren, wenn sie sieh nur ganz von der Er• kcnntnLs durchdringen lassen, daß zu allernächst der Träger dieses Judentums gerettet werden mt»8. wenn sie mit Einsatz all« Kräfte — um den Herzl■ Brief noch einmal zu ziti«en — ein ״beimatlichcs Haus“ bauen helfen, ״ein heimatliches Haus auch füz diejenigen, die heute noch nicht* von uns wissen wollen." Hochachtungsvoll Dr. Walt« Worin Lord Elias. Wie bereits mitgeteilt, wurde anläßlich der Krönung König Georgs VI, u. a. Julius Elias in den Stand eines Lords erhoben. Elias, dessen Name der jüdischen Oeffentlichkcit bisher nicht sonderlich bekannt war, ist einer der bedeutendsten Zeitungsmänner Englands und Europas, Als Elias im Jahre 1030 den ״Daily Herald“ übernahm, hatte das Blatt eine minimale, schwindende Aufläge, trug kaum noch etwas ein und war ohne Einfluß. Elias gelang es, in den sieben Jahren seit seiner Liebernähme die Auflage über 1000 000 Exemplare hinaus zu steigern, die Zeitung populär und einflußreich zu machen. Darlehen gibt Elias eine Reihe von Rundfunk-, Film• und Wirtschaftsfachblättern Londons und der Provinz heraus, so daß seine Stellung im englischen Zeitungswesen nur mit der der Lords Beaverbrook und Rothermere zu vergleichen ist. Die Eltern des neuen Lords waren polnische Juden, der Vater wanderte nach Birmingham ein, betrieb einen kleinen Schmuckwarcnhandel, dann, nach seiner Heirat in Norfolk (1852), ein Schreibwarengeschäft in London, beides ohne Erfolg, so daß der Sohn Julius Elias schon von seinem 10. Lebensjahr ab mitarbeiten und Zeitungen verkaufen, mit 13 Jahren die Schule verlassen mußte, um Laufbursche, dann Lehrling in einer Druckerei zu werden. Er hat sich dann sehr mühselig heranfgedient. Er war 35 Jahre alt, als er in die Druckerei eintrat, die damals lö Arbeiter beschäftigte, heute viele Tausende. Es ist jetzt die zweit• größte Druckerei Londons. In Londoner politischen Kreisen wird gesagt, die Ernennung des Zeitungsmagnaten zum Lord sei auf das ungemein positive Verhalten von Elias׳ Blättern gegenüber Balduins Politik während der Krise im letzten Winter zurückzuführen. Tatsächlich wird ein beträchtlicher Teil des englischen Publikums von den Blättern des Elias-Konzerns erfaßt, von denen besonders die Wochen- und Monatsschriften riesige Auflagen* haben, ״People“ 3 000000, ״John Bull“ 2 000 000. ״Habonim“ In London. Am fetzten Sonntag wurde in London der erste ״H a b 0 n i m״-Tag abgehalten. Außer den sonstigen Veranstaltungen des Bundes, wie Bundestreffen, Vorführungen, Lagern usw.. soll der ״Habonim“־Tag dazu dienen, einmal jährlich sämtliche Londoner Bonim und Bo• noth zusammenzubringen. Pünktlich um zwei Uhr begann die Veranstaltung im Rivoli Ciriema in Whitechapel. Der Leiter der Bewegung sprach kurz über die Bedeutung des Tages und rezitierte anläßlich der Krönung ein Gebet für aas Königspaar. Der König hatte dankend auf ein Telegramm eantwortet, das ihm der Bund zu der Krönung gesandt atte. Der ״Habonin1“-Chor folgte mit einigen hebräischen Liedern, worauf Nathan Morris über die Bedeutung des englischen ״Habonim“ sprach. Nach hebräischen Liedern, in die alle Anwesenden einstimmten, wurde der Film ״Sothi Haarez“ gezeigt. Sämtliche Jungen und Mädel marschierten ,von dem Kino aus in Reih und Glied eine halbe Stunde fang durch das East End nach dem Alexandra Trust Restaurant, wo es den üblichen Tee gab. Richard Stiebei Jüdischer Junge als Lebensretter. Der 11 jährige Horst Moses in Wohin (Pommern) hat am 20. Mai ein 7iähriges Mädchen vom Tode des Ertrinkens mit eigener Lebensefahr gerettet. Bereits vor zwei Jahren, am 6. Mai 1935, at er einen 5jährigen Jungen ebenfalls vom Tode des Ertrinkens gerettet. Schweizer Zionistentag. In Biel tagte der 39. Delegiertentag des Schweizerischen Zionistenverbandes. Der Präsident Dr. Marcus Cohn hielt die Einleitungsrede. Es sprach« sodann für den Keren Kajemeth Fräulein Fanny weil (Jerusalem), Dr. Jakob Zucker, der Vizepräsident des Ver* bandes, über die Arbeit der Zentrale, Dr. S. Scheps über die kolonisatorischen Fragen und die Arbeit des Keren Kajemeth, Dr. \V. Wreschner über die Arbeit des Keren Hajessod, Dr. Alfred Wyler gab Ergänzungen zum Kassen* bericht, einen schriftlichen Bericht über Hachscharah-Fragen erteilte Dr. J. Friedmann, Dr. G o 1 d m a n n sprach über die Fragen der Palästinapolitik, sowie Dr. Camille Levy. In einem Telegramm an Dr. Weizmann wurde der Dank der Schweizer Zionisten für seine Arbeit zum Ausdruck ge« bracht; das bisherige Zentralkomitee wurde wiedergewänlt und durch Zuwalilen ergänzt. Zionistische Konferenz für Transsylvanien. In Oradea fand, wie uns aus Timisoara (Temesvar) berichtet wird, die XV. Landeskonferenz der Zionistischen Organisation für Transsylvanien statt. An der Konferenz nahmen 155 Dele* gierte aus allen Teilen des Landes teil. Nach Referaten über die politische Lage im Zionismus, Organisation und Jugend• bewegung, sowie Berichter! über die Tätigkeit der zionistischen Fonds und des Palästinaamtes nahm die Konferenz eine Reihe von Resolutionen an, in denen dem Jischuw die Bewunderung für seine Haltung während der Unruhen una Dr, Weizmann und Ben Ourion das Vertrauen ausgesprochen wird. Es wird erklärt, daß die Judenheit Transsylvaniens niemals auf ein jüdisches Palästina in den historischen Grenz« und auf eine breite jüdische Masseneinwanderung nach Palästina verzichten werde. Schließlich appelliert die Konferenz an die Mandatarmacht, ihre im Mandat und in der Balfour-Deklaration niedergelegten Pflichten zu erfüllen. Zum Präsidenten der Zionistischen Organisation für Transylvanien wurde an Stelle von Ernst V e r m e s, der sechs Jahre lang dieses Amt bekleidet hafte, der bisherige Präsident des Palästinaamtes, Karl Reiter, gewählt. Jungmisrachl in London. Chawerim und Chaweroth aus Deutschland, insbesondere in Nordwest-London, die an misrachistischer Kulturarbeit und an den Ideen des Hapoel Ha• misrachi interessiert sind, werden gebeten, sich zwecks eventueller Gründung einer Arbeitsgemeinschaft oder eines hebräischen Sprachkreises schriftlich zu wenden an Aharon Meir, 180, Goldhurst Terrace, N.W. 6. Offene Auslandsstellen (genehmigt durch das Landes• arbeitsamt Brandenburg). 1. Für Yorkshire, England, wird für einen Einzelhaushalt ein tüchtiges, nicht zu junges Hausmädchen gesucht, das eineu ähnlichen Posten schon bekleidet hat und Zeugnisse besitzt, Köchin vorhanden. — 2. Für einen landwirtschaftlichen Haushalt in Südfrankreich wird zu einzelnem Herrn eine Wirtschafterin, 28 Jahre alt, zur Führung des Haushalts gesucht. Kenntnisse in der Geflügel• zucht erwünscht, aber nicht Bedingung. — 3. Für China wird ein Zahnarzt, ev. zur gemeinsamen Praxis mit anderem Kollegen gesucht. — Ausführliche Bewerbungen nur auf Dünnpapier mit Paßphoto, Lebenslauf und Zeugnisabschriften werden weitergeleitet durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW 19, Lindenstr. 48/50. EPR Ihre Umzug• und Transporte jeder Art nach allen Teilen derWelt Gepäckbeförderung / Lagerung Verpackung / Versicherung durch BRASCH & ROTHENSTEIN INHABIR KAMT W. HAMACHIR Hauptgeschäft: BERLIN NW 40, Lüneburger Straße 22 / Ruf 1 Zwelgniederlanungen an allen verkehriwichtigen Plätzen 35 66 41