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Jüdische Rundschau · 1937-05-28 · Heft 42 (28.5.1937) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 42 (28.5.1937)
Date
1937-05-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 42, 28. V. 1937 Der Proteststreik in Polen Von unserem Berichterstatter Eindrucksvolle Kundgebung: Warschau, 24. Mai Der von sämtlichen jüdischen Parteien für heute an,:!•- kündigte zweistündige Proteststreik als Antwort der jüdischen Bevölkerung Polens auf den Pogrom in Brest nahm einen ruhigen und sehr eindrucksvollen Verlauf. Es ist dies der dritte Proteststreik der polnischen Juden — der dritte Volksstreik im wahren Sinne des Wortes. Am 17. März 1036, nach dem Pogrom in Przytyk, haben die polnischen Juden fast spontan für einige Stunden die Arbeit niedcrgelegt, um ihrer Empörung gegen die Mordtaten in Przytyk stummen, aber starken Ausdruck zu geben. Am 30. Juni 193C» vereinigte sich die polnische Judenheit in einem Proteststreik gegen das Urteil des Gerichtes in Radom, wo ider Prozeß gegen die Pogromisten und — Pogromopfer in Przytyk stattfand. Damals waren noch einige jüdische Gruppen vorhanden die mit dieser Kampfesart nicht einverstanden waren. Meute ging durch ganz Polen eine mächtige Bewc* * Jjung, die sämtlich e Juden einschloß und eine überaus imposante Manifestation bildete. In Warschau und in Lodz, in Lemberg und in Krakau, hl Wilna und in Radom, überall wo Juden wohnen, hatte man beute um 12 Uhr alle Läden und Werkstätten geschlossen. Jüdische Angestellte und Arbeiter haben ihre Arbeitsplätze verlassen, in den jüdischen Schulen wurde der Unterricht unterbrochen und in Massen strömte die jüdische Bevölkerung auf die Straften, die für zwei Stunden ein zti dieser Tageszeit imgew״h:!l :dies Bild, speziell in den jüdischen Vierteln, boten.!Man sah auch solche Geschäfte geschlossen, von deren Inhabern mau bisher nicht wußte, daß sie Juden •eien, ln vielen Fabriken und Unternehmungen, wo jüdische und christliche Arbeiter beschäftigt sind, haben sich polnisclie Arbeiter zum Zeichen der Solidarität dem Streik der Juden angeschlo-sscn. Besonders ruhrend war in Warschau der Anblick der grollen Verkaufsitalien und der Marktbuden, wo die armen jüdischen f laudier, diejenigen, welche angeblich die polnischen Bauern ob ihrer ״Prosperität‘• so stark bcnciden, mit einer besonderen Sorgfalt ihr bißchen Ware zusainmenkramten, oft mit einem Leintuch bedeckten, um damit kundzutun, daß sie auch ״schließen‘‘ und auf den kargen Verdienst verzichtet wollen. Die Sammelaktion für die Opfer in Brest hat hefeits in vielen Städten begonnen und es erfolgten die ersten Ueberweis urigen. Wie bereits berichtet wurde, gaben die jüdischen Organisationen die Parole aus, sämtliche jüdischen Positionen in Brest zu halten und den ruinierten Existenzen zur Wiederaufnahme des norm,den Berufslebens zu verhelfen. Inwieweit der Pogrom in Brest zum Ziele hatte, die Juden dieser Stadt zu zwingen, ihren bisherigen Wohnort zu vorlassen, und wie weit der Zynismus der Nationaldemokraten Und ihrer Verbündeten reicht, beweist der heute in ihren Presseorganen veröffentlichte Artikel, welcher polnische Unternehtner auffordert, nach Brest zu ziehen, da ״nach dem Pogrom eine gute Konjunktur in Brest für den polnischen Handel vorhanden sei...“! C1erichfsprozes=e, die gegenwärtig in Krakau und in todz gegen Teilnehmer an Judenmordcn und Ueberfallcn stattfinden, beweisen klar, wohin die von den Behörden geduldete und vom Großteil der polnischen Gesellschaft approbierte antisemitische Propaganda führt. Die Mitglieder der Bande, welche in Myslcnice bei Krakau in der Nacht den Ueberfal! auf die dortigen Juden organisierten, scheuten sich nicht, auch in die dortige Bezirkshauptmannschaft eintudringen und den Polizeiposten zu entwaffnen. Die Gerichte in Lodz, Krakau und in Brest werden die Angeklagten *treng verurteilen, aber von maßgebenden Faktoren ermuntert, werden die Täter in vielen Kreisen als Volksheldcn gepriesen. Die Regierung? enthalt sicli noch jeder offenkundigen antijüdischen Diskriininationspolitik, aber das der Regierung nahestehende ״Lager der nationalen I migting‘‘ sucht immer mehr Berührung 111 it den polnischen Rechtsparteien und dies geschieht a u t K 0 st c n der J 11 d e n. Die Rechten antworten, Wie heute einer ihrer 1 uh rer, Prof. Rybarski, schreibt: ,.Ein verbaler Antisemitismus kann nicht mehr genügen. Den sehöneu Worten müssen aufrichtige Taten folgen.“ Es wird in den letzten Tagen eine Annäherung an tlie Verbände der polnischen Hodischiiljugend, die in ihrer erdrückenden Mehrreit radikal antUcniitiseh ist, gesucht und ohne Umschweife wird der Ra!icn11n׳spartci die Forderung gestellt, im Sinne des antijüdischen Programms die Regierung zu beeinflussen. Eine Flut von Anträgen über Einführung des Arierparag r a p 11 c n ergielit sich über das ganze Land. Den Anwälten und Aerzten folgen Kaufleute- und Handwerkerverbände, Ver* eine der Journalisten und — Gärtner. Nicht überall werden die Anträge zu Beschlüssen erhoben, aber die Tendenz ist klar. Wieder schwere Ansschreitangen Warschau, 26. Mai. (JTA.) Eine Abordnung der )0• *!!sehen Bevölkerung von O s t r o w - M a 7 o w i e c k i ist in!Warschau eitigetroffen und hat den Senator Prof, Dr. Sc ho r r gebeten, von der Regierung Schutz für die jüdi• sehen Einwohner des Städtchens zu verlangen. Schon für den Sonntag waren Ausschreitungen vorbereitet gewesen. Die Juden, die davon Kenntnis erhalten hatten, vermieden es jedoch, ihre Häuser zu verlassen. Als sie aber am folgenden Tag ihrer Beschäftigung nachgingen, wurden sie von Gruppen Jugendlicher überfallen und schwer mißhandelt. Die Schaufenster der jüdischen Geschäfte wurden zertrümmert. Um den Arier-Paragraphen Eine öffentliche Schwimmanstalt in Thorn hat den ׳Arier-Grundsatz eingeführt. Die Schwimmhalle, die von der städtischen Garnison unterhalten wird, steht, wie aus einer am Eingang befestigten Tafel hervorgeht, nur Ariern zur Verfügung. Der Verband der Warschauer Krankenkassenärzte, der zum großen Teil nichijiklische Aerzte umfaßt, hat einen Protest gegen die Einführung des Arierparagraphen im allgemeinen polnischen Acrzleverband beschlossen. Ebenso hat die allremeine Acrztevcrcinigung der Stadt Drohobycz eine Proestresolution gegen die Einführung des Arierparagraphen gefaßt. In Warschau wurde eine Tagung des Verbandes der Hausbesitzer vereine Polens eröffnet. Einige natio• naldemokratische Delegierte versuchten, einen Antrag auf Einführung des Arierparagraphen einzubringen, was mißlang. Bei der Wahl des Präsidiums auf dem Kongreß des polnischen Journalistcuverbandes haben die judenfeindlichen Nationalradikalen eine Niederlage erlitten. Daraufhin haben sie ihre Absicht, den Antrag auf Einführung des Arierparagraphen zu stellen, fallen gelassen. Verurteilter Mörder Warschau, 23. Mai. (JTA.) Das Kreisgericht von Lodz hat den früheren Führer einer nationaldemokratischen Jugendgruppe, den Hilfsarbeiter Jan Antczak, der zwei Juden auf der Straße überfallen und durch Dolchstiche und Axfhiebe getötet hat, zu zwölf Jahren Zucht* haus verurteilt. In seinen Aussagen zeigte der Angeklagte keinerlei Reue und gab mit erschreckendem Zynismus alle Einzelheiten der Tat zu. Er erklärte, auch durch eine Rede des Paters Treziak (bekannt durch sein judenfeiiHlliches Gutachten in den Schächtfragcn) in seinem Judenhaß aufgestachelt worden zu sein. Die Fabrikarbeiterin Ecocadia Smoloch, von der Antczak die Axt zu der Tat ausgeliehen hatte, wurde zu fünf Monaten Gefängnis bei dreijährigem Strafaufschub verurteilt. ״Palästina — Madagaskar" Das polnische Außenministerium veröffentlicht unter der Ucberschrift ״Palästina — Madagask a r“ ein Communique, in dem erklärt wird, die polnische Regierung werde weitere Maßnahmen treffen, um Einwanderungsmöglichkeiten für ״überschüssige Juden“ ausfindig zu machen, da es offenbar unmöglich ist, alle in Palästina unterzubringen. Die Ueberschwemmungskatastrophe Die große Ueberschwemmungskatastrophe im Kreis Kielce hat auch einige hauptsächlich von Juden bewohnte Ortschaften schwer betroffen. In Dzialoszice sind neun Juden, unter ihnen ein 86jäl1riger Greis, drei Frauen und zwei Kinder im Alter von acht und fünf Jahren, ertrunken. Ueber hundert Familien sind infolge der Ueberschwcmmung in bitterste Not geraten. An der Beisetzung der Ertrunkenen nahm die ganze jüdische Bevölkerung teil. An der Unglücksstätte ist der Minister für Sozialfürsorge, K o s c i a 1 k o w s k i, in Begleitung des Wojwoden von Kielcc, eingetroffen. _ Für Boden in Eres Israel Zum erstenmal hat in Warschau eine Kundgebung orthodoxer Rabbiner aus allen Teilen des Landes für den Gedanken des Loskaufs des Bodens Erez Israels durch den Keren Kajcmcth stattgefunden. Unter den Rabbinern, die sich a!1 dieser Kundgebung beteiligten, befanden sich auch der Sohn des Chofez Chnjim, Rabbi Pupko aus Radun und der Bichower Chassidim-Rahbi, ferner das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Rabbi J. L. Fischmann. Den Vorsitz führte Sejm-Abgeordneter Rabbiner Rubinstein. Ungarisches Allerlei Von unserem Berichterstatter Budapest, 23. Mai Anläßlich des Besuches des italienischen Königspaares, der Freitagabend in allen Synagogen der Hauptstadt durch Festgottesdienste gefeiert wurde, erinnert Egyen löseg an den Ausspruch des Oberrabbiners von Rom, daß noch kaum ein größerer Judenfreund auf dem Throne gesessen habe, als Viktor Emariuel III. Sein militärischer Erzieher sei der spätere Kriegsminister Ottolcnghi gewesen, dem er einmal in der Kaserne einen ״Zehnten“ zum Minjan suchen mußte. Auch an den Ministerpräsidenten Luighi Luzzati haben ihn enge Bande der Freundschaft gefesselt. Für die ungarischen Juden aber habe sein Erlaß von 1923 es möglich gemacht, daß Hunderte von Studenten, die durch den nume* rus clausus aus ihrer Heimat vertrieben waren, an den italienischen Universitäten gastfreie Aufnahme und dann im Lande eine Existenz gefunden haben. Während der Pfingstfeiertage ist die Judenfrage In ein Gebiet eingedrungen, wo sie bisher noch nicht zu spüren war. Beim Rennen um den Königspreis wurde der Hengst LONDON N . W. 3 11 A d a m » o n Road Mrs. L. B. BENDHEIM Vornehm» deutsch-•ngll*ch* Flmlll»np»n«ion Caruso des jüdischen Kaufmanns Rubin Erster; aber — wie alte Berichte bemerkten -- keiner der anwesenden Herren hielt es für notwendig, den siegreichen Stallbesitzer zu begrüßen. Uj Magyar säg knüpft sogar folgende Bernerkung daran: Es liegt etwas Symbolhaftes darin, daß im heutigen Ungarn nach den Szechenyis, Festetich und Eszterhäzys ein Rubin aus der Arader Gasse Sieger wird. Der Faden der Ereignisse führt nach den letzten 50 Jahren in geradem Faden zu dem Fadenhändler Rubin. * Vor dem Rabbinat der Pester Isr. Gemeinde hat dieser Tage ein vornehmer junger Rechtsanwalt, der Enkel Dr. Samuel Kohns, des ungarischen Kanzclredncrs und Oberrabbiners der Gemeinde,' seinen Austritt aus dem Judentum angemeldct. Der Akt geschah im Amtslokal und im Angesicht des Porträts des Großvaters. * 1! Aus der Feder des als Verfasser einer Reihe von genealogischen Werken bekannten Bela Kempelen (eines Urenkels des scincrzeitigen Scliachautomaten-Vcrfertigers) erschien jüngst ein schmales Bändchen: ״LJ!1 ga rli 11 d ische jü״ dische Familien und Familien jüdischer Her• kunft“. Der Verfasser, der als Literatur die bedeutendsten Werke der ungarisch-jüdischen Geschichtsforschung angibt, gibt hier vorläufig die Genealogie von zirka 50 - 60 Familien, die zum Teil jüdisch geblieben sind, teils die Taufe genommen und sich mit den vornehmsten Familien des Geburt»- und Geistesadels verschwägert haben. Dr. A. F. In einer der jüdischen Presse übergebenen Erklärung stellt der griechische Minister für Presse und Touristik, Nicol ou dis, fest, daß die griechische Regierung an ihrer traditionellen Politik gegenüber den Juden und dem Zionismus festhält. Die jüdische Presse verzeichnet diese Erklärung mit großer Genugtuung und benutzt die Gelegenheit, um der Ergebenheit der jüdischen Bevölkerung für die nationale Regierung und ihr Oberhaupt, General Mctaxac, Ausdruck zu geben. Schekelaktion in Tel Aviv Aus einem Brief ... ich' bin jetzt kurze Zeit im Lande und will euch darum nur etwas über unseren Kibbuz in Maabaroth erzählen. Jetzt, in dieser Woche haben wir sehr viel zu tun, denn auch bei uns läuft die große Schekel-Aktion, Von dieser will icli euch berichten. Auf den Feldern von Maabaroth steht goldgelbes Korn, still und versonnen, und der unbarmherzige Chamsin ist eben erst vorbei. Alle Blumen neigen ihre Köpfchen traurig ins Gras. Der staubige Bote aus der Wüste machte sie so grau wie der heiße Sand der Ebene. Im Steinbruch ist immer Chamsin. Und doch kommen die Stcinklopfcr heute bedächtiger von der Arbeit als sonst, Die Sonne geht langsam unter und der Chamsin bleibt allein. Er ist jetzt etwas schwächer. Als alle von der Arbeit kominen, herrscht im Hofe viel Betrieb. Die Brause wird in Betrieb genommen. Dann könnt ihr Schuldan, den Spezialisten für Bewässerungsgräben, Arko und Jona aus dem Steinbruch und Anschi, den Traktor-Führer mit den harten Fäusten und den großen, gutmütigen Augen, nichts mehr von Müdigkeit anmerken. Als alle schon unter der Brause standen, kam der Traktor erst vom Feld. Wie immer schnaufte er in kräftigen, gleichmäßigen Zügen, dann prustete er stehend weiter und man konnte meinen, daß er das bißchen Luft, das der Chamsin noch zurückgelassen hat, bis auf den letzten Zug in sich aufsaugen will. Zu seinem Glück war nur Anschi, sein Freund, auf dem Hofe, und der nahm ihm nichts mehr übel. Das Brausen Ist beendet. Unterwegs zum Zelt fragt Anschi: ״Was meinst du, Schülern, werden die Leute in Tel Aviv Schckalim kaufen?“ ״ich werde dir darüber erzählen, wenn wir wieder zurück sind. Verlaß dich nur auf Arthur und mich!“ Am gleichen Abend holpert der Wagen über die feste Lehmkruste und die Räder gehen tief in die Wagenspuren. Dann kommt die Chaussee. Rifka und Schimschon, straffe, tiefbraune Pferdchen, traben jetzt mit lautem Hufschlag aus und bringen uns am gleichen Abend nach Tel Aviv, Schekel-Aktion 5696/97 in Tel Aviv! Um 5Uhr morgens waren wir schon auf den Beinen und schlendertcn duren die Straßen der Stadt. Tel Aviv war noch verschlafen und machte• die ersten Bewegungen, um sich den Schlaf aus den Augen zu reiben. Durch die Straßen schaukelten Oemüsewagen aus den Kolonien und dazu fuhren die Milchautos der Tnuwah und machten die Pferde scheu, ln den Wagen der Kibbuzim sehe ich plötzlich verdächtige Gestalten. Seit wann braucht man für einen Gemiisewagen vier Verkäufer?-— fragen wir uns. Da zeigt mir Arthur die Aktentasche, die sie alle mitgebracht haben. Als wir dann noch sahen, wie sie untereinander Blocks verteilten, wußten wir, daß Tel Aviv heute von vielen Seiten auf die Probe gestellt wird. Arthur und ich gingen ins Brenner-Viertel. Hier waren die Buden schon geöffnet und einige Jemeniten und Flucht* linge aus Jaffa kauerten an den Mauern und hockten vor den Baracken. Eine Weile standen wir vor einem großen Lift Dieser Lift kann noch nicht lange dagestanden haben, denn er sah aus wie die anderen Lifts und Kisten, die im Hafen stehen. Die Baracken waren aus großen Kisten zusammengestellt, mit Fenstern und Türen versehen und manche hatten noch eine Veranda eingebaut. Beinahe alle hatten Blumenkästen vor den Fenstern. Aber ich erzählte ja schon, daß sie schon länger hier sind. Wir gehen ins Haus. Eine Frau öffnet uns. Wir erzählten ihr sofort, daß wir einen Schekel verkaufen wollen. In diesem Jahre nach den Unruhen hat der Schekel «ine noch größere Bedeutung als sonst, denn wir müssen die zionistische Bewegung mit aller Kraft stärken. Der Kongreß ist ein Mittel dazu, die Bewegung vorwärts zu bringen. ... Wir hatten Erfoig und konnten hier zwei Schekalim verkaufen. Diese Frau lebte früher in Rumänien und war dort im Hechaluz, Wir bekamen noch einige Häuser und Baracken gezeigt, in die wir gehen sollten. Das Haus, in das wir kamen, gehörte einem Zeitungsverkäuler. An der offenen Türe waren viele Zeitungsköpfe befestigt. Die Tür• pfosten waren mit hebräischen und jüdischen Zeitung»- köpfen aus aller Welt behängt und unter ihnen fehlte aticli die ״Rundschau“ nicht. Darin stand in ganz großen Buch• staben unsere Parole: ״Scltiklu et haschekel“ (zahlt den Schekel). Wir waren schon drin. Ein zaundürrer Mann mit Spitzbart und zusammengekniffenen Augen hinter einer großen Brille kam uns geschäftig entgegen. Er sprach uns Hebräisch an, mußte aber bald feststelien, daß er diesmal keine Zei״ tungskäufer vor sich hatte. ״Sie haben doch in Ihren Zei• tungen bestimmt schon vom Zionistenkongreß gelesen?“ ״Sie haben ja hier alle Zeitungen“ unterstützt reich Arthur. Der Mann interessiert sich lebhaft für unseren Kibbuz und fragt« uns auch, was die Juden in Deutschland für Palästina tun, Wir erzählten ihm davon, wie schwer es oft war, einem Juden in Deutschland klarzumachen, daß Palästina nicht nur für die armen Leute da ist, sondern daß jeder Jude sich für den Aufbau interessieren muß. In Tel Aviv kennt jeder den Zweck, den der Schekel hat. Aber trotzdem müssen wir vielen Menschen stets von neuem klar machen, daß es nicht ge• nügt, einfach in Palästina zu leben. An diesem Tage haben wir noch sehr viele Menschen kennengelcrnt, und das ist in Tel Aviv hochinteressant, denn hier gibt es Juden aus allen Ländern. Ueber die Menschen, mit denen wir zusammenekommen sind, werde ich ein andermal berichten. Für ..eute will ich nur sagen, daß unsere Schckelaktion sehr gut angefangen hat und daß der Kibbuz noch einige Male Chawerim in die Städte schicken wird, um die Tel Aviver Juden noch besser zu bearbeiten. ... Hi Hel ü ZAHLT DEN SCHEKEL - WERBT FÜR IHN

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